[0001] Die Erfindung betrifft Kraftstoffe für Verbrennungskraftmaschinen wie Otto- und Dieselmotoren
sowie Rotationskolbenmaschinen und Turbinen oder Heizöle für Ölfeuerungen, die in
den für die jeweiligen Aggregate üblichen Treibstoffen oder Heizölen Emulgatoren bzw.
Emulgatormischungen und Wasser sowie gegebenenfalls Alkohole enthalten; ferner betrifft
die Erfindung ein Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung.
[0002] Es ist seit langem bekannt, daß die Verbrennung von Kraftstoffen, wie sie z.B. in
Otto-, Diesel- und Wankelmotoren ausgenutzt wirde, oder von Heizölen,durch Wasser
verbessert wird. Dabei wurde sowohl vorgeschlagen, Wasser in den Verbrennungsraum
zu düsen als auch in Emulsionsform mit dem Treibstoff oder dem Heizöl einzubringen.
Letzteres ist in den DE-OS'en 15 45 509 und 26 33 462 beschrieben worden.
[0003] Beim Trennen der Emulsionen treten im allgemeinen zwei Schichten auf, die aus einer
Wasser-in-Öl-Emulsion und einer Öl-in-Wasser-Emulsion bestehen. Letztere enthält jedoch
den überwiegenden Anteil des Wassers und außerdem ist besonders diese Schicht in ihrer
Viskosität von der Temperatur abhängig. Unter 5°C ist die Durchgängigkeit durch die
Filter und Düsen im allgemeinen nicht mehr gegeben.
[0004] Es hat sich nun überraschenderweise gezeigt, daß die Neigung zur Trennung von Emulsionen,
insbesondere der W/O-Emulsionen, vermieden werden kann, wenn aus den nichtionischen
Emulgatoren die Verunreinigungen, die hauptsächlich aus Polyalkyl-englykoläthern und
aus dem Katalysator stammenden Salzen bestehen, entfernt werden. Dies wirkt sich besonders
auf Wasser-in-Öl-Emulsionen niedriger Viskosität aus, während die Erscheinung naturgemäß
bei Emulsionen hoher Viskosität (z.B. Lotionen und Cremes) kaum ins Gewicht fällt.
[0005] Es wurden dementsprechend Wasser, einen nichtionischen Emulgator und gegebenenfalls
einen Alkohol enthaltende Kraftstoffe oder Heizöle gefunden, die dadurch gekennzeichnet
sind, daß der eingesetzte nichtionische Emulgator weniger als 1000 ppm Salzanteile
und weniger als 1 Gew.-% Polyalkylenglykoläther enthält.
[0006] Es wurde auch ein Verfahren zur Herstellung von Wasser, einen nichtionischen Emulgator
und gegebenenfalls einen Alkohol enthaltenden Kraftstoffen oder Heizölen gefunden,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß man für die in an sich bekannter Weise erfolgende
Herstellung einen nichtionischen Emulgator einsetzt, der weniger als 1000 ppm Salzanteile
und weniger als 1 Gew.-% Polyalkylenglykoläther enthält.
[0007] Als nichtionische
-Emulgatoren seien beispielweise Emulgatoren vom Alkyläther-, Alkancarbonsäureester-,
Alkancarbonamid- oder Alkylamin-Typ genannt. Im einzelnen seien genannt die Oxyäthylierungsprodukte
von Alkoholen mit 8 - 22 C-Atomen, von Alkylglykolen-1,2, von Fettsäuren, Fettsäureamiden,
Fettaminen, synthetischen Fettsäuren, Naphthensäuren, Harzsäuren, ferner von Alkylphenolen,
von Aralkylphenolen mit 1 - 30 Mol Äthylenoxid und/oder Propylenoxid, oder von Veresterungsprodukten
von Fettsäuren mit Glycerin, oder von Polyalkoholen.
[0008] Die nichtionischen Emulgatoren werden beispielsweise erhalten durch Umsetzung von
2 - 50 Mol Äthylenoxid oder Äthylenoxid und Propylenoxid mit (a) einem Alkohol mit
8 - 22 C-Atomen, der geradkettig oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein kann,
mit (b) einem Alkylglykol-1,2 mit 10 - 22 C-Atomen, mit (c) einer Fettsäure mit 10
- 22 C-Atomen, die gesättigt oder ungesättigt, geradkettig oder verzweigt sein kann,
mit (d) Harzsäuren oder Naphthensäuren mit (e) einem Alkylphenol, wie Nonyl- oder
Dodecylphenol oder Aralkylphenolen oder mit (f) Fetten, wie Rizinusöl, Kokosfett,
Palmöl, Talgfett oder Schweinefett, Sonnenblumenöl, Safloröl, Olivenöl.
[0009] Ausführliche Beschreibungen dieser erfindungsgemäß einzusetzenden nichtionischen
Emulgatoren sind in _N.Schönfeldt, "Grenzflächenaktive Äthylenoxid-Addukte. Ihre Herstellung,
Eigenschaften, Anwendung und Analyse", Stuttgart 1976, und M.J.Schick,"Nonionic Surfactants",
M. Dekker, New York, 1976, zu finden.
[0010] Kennzeichnend für die Erfindung ist jedoch, daß nur gereinigte nichtionische Emulgatoren
verwendet werden, die frei sind von Polyglykoläthern und Katalysatorsalzen, die im
allgemeinen im Herstellungsprozeß durch Nebenraktionen mit Verunreinigungen oder Feuchtigkeit
entstehen können. Die durch Umesterung bei der Oxi- äthylierung der Fettsäuren oder
Triglyceride (natürliche Fette) entstehenden Polyglykoläther müssen ebenfalls entfernt
werden, da sie allein aus Wahrscheinlichkeitsgründen in größeren Mengen (5 - 18 %)
enthalten sind. Als Reinigungsmethoden zur Entfernung der genannten Anteile sind_alle
dem Fachmann geläufigen Verfahren geeignet.
[0011] Zur Reinigung kann die Eigenschaft der nichtionischen Emulgatoren genutzt werden,
sich beim Erhitzen aus wäßriger Lösung abzuscheiden. Wenn eine Mischung des Wassers
mit Emulgator im Verhältnis 1:1 auf 90 -100°C erhitzt wird, scheidet sich eine wasserhaltige
ca. 65 %-ige Emulgatorschicht unten ab und eine oben abgeschiedene, wäßrige Schicht
enthält die Polyglykoläther und die Katalysatorsalze. Die Alkalität aus dem Oxiäthylierungskatalysator
(KOH, NaOH) wird mit Vorteil vor der Abtrennung durch Neutralisierung mit Schwefelsäure
oder Essigsäure beseitigt. Diese Arbeitsweise entspricht etwa der in der DE-PS 828
839. Die Emulgatoren enthalten nach der Trocknung weniger als 0,01 % Salze (von vorher
0,3 - 0,5 %) und vorzugsweise weniger als 0,5 % Polyäthylenglykoläther (von vorher
3 - 8 %).
[0012] Noch weniger aufwendig, aber genauso wirksam ist eine Reinigung über ein organisches,
mit Wasser nicht mischbares Lösungsmittel, z.B. Toluol, bei der Emulgator und Lösungsmittel
etwa im Verhältnis 1:1 gemischt werden. In die Lösung werden 5 - 10 Gew.-% Wasser
und eventuell Säure,(wie z.B. Schwefelsäure oder Essigsäure) zur Neutralisation basischer
Anteile eingerührt. Beim Stehen oder Separieren über eine Zentrifuge trennt sich eine
wäßrige Schicht unten ab. Diese enthält den Polyglykoläther und die Salze. Da diese
Lösung ca. 50 - 60 %ig ist, läßt sie sich durch Verbrennung leicht beseitigen. Die
Toluolschicht kann vollständig vom Wasser und Toluol befreit werden. Es ist aber auch
für den erfindungsgemäßen Verwendungszweck möglich, durch azeotrope Abdestillation
des Wassers die Toluol-Emulgator-Lösung zu trocknen und diese einzusetzen. Beispielsweise
können die erfindungsgemäß einzusetzenden nichtionischen Emulgatoren nach dem Verfahren
der Anmeldung P 28 54 541.7 (Le A 19 284) gereinigt werden.
[0013] Die erfindungsgemäßen Treibstoffe oder Heizöle enthalten beispielsweise

[0014] (Alle hier gemachten %-Angaben sind Gewichtsprozente.)
[0015] Bevorzugt ist eine Kraftstoffzusammensetzung mit 0,5 - 3 Gew.-% gereinigtem nichtionischen
Emulgator und mit 0,1 - 2,5 Gew.-% eines Fettsäuremonoglycerids, eines Addukts aus
1 - 3 Mol Äthylenoxid an 1 Mol Fettsäureamid oder eines Gemisches davon, oder eines
Fettsäurepartialesters von Polyglykolen.
[0016] Die in den erfindungsgemäßen Kraftstoffen enthaltenen Kohlenwasserstoffe sind im
allgemeinen die für diesen Zweck üblichen Gemische, wie sie mit ihren physikalischen
Daten in der DIN-Vorschrift 51 600 oder in der United States Federal Specification
VV-M-561 a-2, 30. Oktober 1954, gekennzeichnet sind. Es sind aliphatische Kohlenwasserstoffe
vom gasförmigen, gelösten Butan bis zu C
20-Kohlenwasserstoffen (als Restfraktion des Dieselöls), z.B. cycloaliphatische, olefinische
und/oder aromatische Kohlenwasserstoffe, natürliche naphthenbasische oder raffinierte
technische Kohlenwasserstoffe. Bevorzugt enthalten die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
keine Bleialkyle und ähnlich giftige Additive.
[0017] Die erfindungsgemäßen Heizöle enthalten als Kohlenwasserstoff-Anteil im allgemeinen
die unter der Bezeichnung leichtes oder mittelschweres Heizöl im Handel befindliche
Zusammensetzungen.
[0018] Von den niederen Alkoholen wird in den erfindungsgemäßen Kraftstoffen und Heizölen
Gebrauch gemacht, um die Spontanität der Emulsion und die Kältestabilität zu steigern
und die T#mperaturabhängigkeit bei der Emulgierung des Wassers zu steuern. Die Spontanität
läßt sich im allgemeinen mit Hilfe von Mischemulgatoren verschiedener Ionogenität
hervorrufen. Da in einem Motorentreibstoff aus Korrosionsgründen Wasser-Öl-Emulsionen
Verwendung finden und weil nur nichtionische Emulgatoren mit einiger Sicherheit verwendet
werden können, muß es als ausgesprochen überraschend bezeichnet werden, daß mit den
erfindungsgemäßen Emulgatoren spontane Wasser-in- Öl-Emulsionen erhalten werden. Die
erfindungsgemäßen Kraftstoffe und Heizöle weisen infolgedessen eine erheblich verbesserte
Kältestabilität auf, die nicht nur darin besteht, daß die Bildung von Eiskristallen
verhindert wird, sondern auch auf das Nichtzustandekommen von Gelstrukturen, die einen
unkontrollierten Viskositätsanstieg verursachen können, zurückzuführen ist.
[0019] Als Alkohole seien geradkettige oder verzweigte aliphatische Alkohole sowie cycloaliphatische
Alkohole genannt wie Methanol, Äthanol, Propanol, Isopropanol, Butanol, iso'-Butanol,
tert.-Butanol, Amylalkohol, isoAmylalkohol, Hexylalkohol, 1,3-Dimethyl-butanol, Cyclohexanol,
Methylcyclohexanol, Octanol, 2-Äthyl-hexanol. Auch Gemische dieser Alkohole sind gut
verwendbar. Bevorzugt werden technisch gut zugängliche Alkohole eingesetzt, z.B. Methanol,
Äthanol, Isopropanol, iso-Butanol, 2-Äthylhexanol.
[0020] Die erfindungsgemäße Kraftstoff- oder Heizöl-Emulsion wird in an sich bekannter Weise
durch Verrühren des Wassers in die Lösung des gereinigten Emulgators in dem gegebenenfalls
Alkohol enthaltenden Kohlenwasserstoff hergestellt, wobei vorzugsweise keine weitere
Verteilungsenergie liefernden Maschinen eingesetzt werden. In einer Abwandlung hiervon
kann der Emulgator, wahlweise auch der Alkohol, auf den Kohlenwasserstoff und/oder
Wasser verteilt werden.
[0021] Die Fettsäure-monoglyceride werden sowohl zur Erniedrigung der Viskosität des Systems,
als auch zur Emulsionsstabilisierung herangezogen. Aufgrund des Herstellungsverfahrens
sind darin oft noch nennenswerte Men-gen Glycerin (Polyglycerin) enthalten. Diese
Anteile müssen auch durch eine Reinigung entfernt werden. Dementsprechend sind Glycerin
und Polyglycerin ebenfalls als Polyalkylenglykoläther zu betrachten, die aus dem erfindungsgemäß
einzusetzenden Emulgator bis auf einen Restgehalt von weniger als 1 Gew.-% zu entfernen
sind.
[0022] Die Fettsäureamid-Äthylenoxid-Addukte können durch direkte Amidierung oder durch
Esterspaltung mit Äthanolamin erhalten werden. Besonders leicht zugänglich ist ein
Gemisch aus Monoäthariolamid und Monoglycerid, das durch Reaktion von 1 Mol Triglycerid
mit 2 Mol Äthanolamin bei 160 - 180°C in 3 - 5 Stunden erhalten wird.
[0023] Die Monoäthanolamide dienen zur Viskositätserniedrigung, zur Emulsionsstabilisierung,
zusätzlich aber zum Korrosionsschutz und im Zusammenhang mit den Emulgatoren als Vergaser-Reinigungsstoff
(Detergents).
[0024] In den erfindungsgemäßen Kraftstoffen und Heizölen wird durch den Einsatz der Emulgatoren
in gereinigter Form die Feinverteilung des Wassers im Treibstoff bzw. im Heizöl wesentlich
verbessert. Dabei konnte anhand der erfindungsgemäßen Kraftstoffe und Heizöle die
überraschende Erkenntnis gewonnen werden, daß die Güte der Feinverteilung des Wassers
für die Handhabung und den technischen Ablauf der Lagerung und Zuführung des Treibstoffs
oder Heizöls zum Verbrennungsraum entscheidend ist für seine Gebrauchstüchtigkeit.
[0025] Die neuen Treibstoffe sind dazu geeignet, den Energieaufwand in unseren Motorfahrzeugen
zu erniedrigen, den Schadstoffausstoß zu vermindern, die Gefahr durch Bleitetraalkyle
und Scavenger (Dichloräthan, Dibromäthan,vgl. Chemiker-Zeitung 97 (1973), Nr. 9, S.
463) zu beseitigen, korrosionshemmend zu wirken, ohne dabei technisch einen größeren
Aufwand für Änderungen an den Fahrzeugen zu erfordern. Es kann lediglich erforderlich
werden, daß- zur Anpassung an die etwas höhere Dichte geringfügige Korekturen am Schwimmer
oder den Düsen des Vergasers vorgenommen werden.
[0026] Ein weiterer Vorteil der Emulgatoren und Wasser sowie gegebenenfalls Alkohole enthaltenden
erfindungsgemäßen Kraftstoffe besteht darin, daß ihre elektrostatische Aufladung stark
herabgesetzt ist, so daß eine wesentliche Gefahr beim Umgang mit Treibstoffen herabgesetzt
wird (vgl. Haase, Statische Elektrizität als Gefahr, Verlag Chemie, Weinheim/Bergstraße
1968, insbesondere Seite 69, 96 - 99, 114 und 115). Die elektrostatische Aufladung
der erfindungsgemäßen Treibstoffe ist so gering, daß keine gefährlichen Entladungen
mehr auftreten können. Das verwendete Normalbenzin zeigt bei 20°C für den spezifischen
Durchgangswiderstand Werte um 1.10
12Ω.cm, der erfindungsgemäße Treibstoff dagegen weist im allgemeinen einen spezifischen
Durchgangswiderstand von kleiner als 1.10
10Ωcm, beispielsweise 1.10 bis 1.10
10Ω.cm, auf. Bevorzugt beträgt der spezifische Durchgangswiderstand der erfindungsgemäßen
Kraftstoffe 1.10
8 bis 9.10
9Ωcm. Bei Werten von un- t
er 10
10Ω. cm findet keine Gefährdung durch elektrostatische Aufladung beim Abfüllen, Umfüllen
und Auslaufen mehr statt.
[0027] Die erfindungsgemäßen Heizölemulsionen bringen bei der Verbrennung eine bessere übertragung
der Verbrennungswärme auf das Heizmittel-System und weniger Feststoffausstoß durch
die Kamine.
Beispiel 1
[0028] Ein Treibstoff folgender Zusammensetzung wurde zum Betreiben eines Opel Kadetts (1,1
1 Hubraum, 45 PS) verwendet:

10 - 20 Sek. nach (d.h. bis jeder Teil des Inhaltes des Gefäßes umgewälzt wurde).
Man erhält eine milchige, stabile Emulsion, die eine Viskosität von 2,7 m PA s aufwies.
Der spezifische, elektrische Durchgangswiderstand lag bei 5.10
9Ω.cm.
[0029] Der Wagen wurde auf einem Rollenprüfstand 15 Minuten bei 100 km/h getestet. Der Widerstand
auf den Rollen wurde mit 20 kg eingestellt. Der Schwimmer im Vergaser wurde der Dichte
des Treibstoffes von 0,797 bei 20°C entsprechend auf 0,8 eingestellt. Die Messung
des Verbrauchs während dieser Versuche gab nach der Umrechnung auf Liter pro 100 km
einen Verbrauch von 9
:4 1 dieses 72 % Benzin enthaltenden Treibstoffes pro 100 km. Im gleichen Fahrzeug
wurde unter diesen Testbedingungen mit Benzin ca. 1 1/100 km Mehrverbrauch festgestellt.
[0030] Wurde der Treibstoff aus ungereinigten Emulgatoren hergestellt, die in der ungereinigten
From beim Fettalkohol + 3 ÄO 2,5 % Polyglykoläther und 0,23 % Asche und beim Fettalkohol
+ 7 ÄO 4 % Polyglykoläther und 0,23 % Asche enthielten, so bildeten sich kurze Zeit
nach der Emulgierung zwei Schichten, die aus einer W/O- und einer O/W-Emulsion bestanden.
Die Schichten waren zwar durch mechanische Einwirkung wieder zu emulgieren, bildeten
aber auf längere Zeit keine stabile Emulsion mehr.
[0031] Die verwendeten Emulgatoren wurden nach den folgenden Methoden gereinigt: 100 g des
mit 7 Mol Äthylenoxid umgesetzten synthetischen C
9-11-Alkohols werden mit 100 g Wasser vermischt und das aus dem Oxiäthylierungskatalysator
stammende Alkali (ca. 0,2 %) wird mit Schwefelsäure neutralisiert. Die neutrale Lösung
wird auf 98 - 100
0C erhitzt. Nach einer Stunde können die zwei gebildeten Schichten getrennt werden.
Oben befindet sich die wäßrige Schicht mit dem Kaliumsulfat (ca. 0,5 g) und den Polyglykoläthern
(ca. 4 g), unten kann die viskose, etwa 60 %ige Emulgatorlösung abgezogen werden.
Durch Destillation des Wassers und Trocknung im Vakuum kann der gereinigte Emulgator
mit ca. 95 g gewonnen werden.
[0032] Der Emulgator enthält nur noch 0,006 % Asche und weniger als 0,2 % Polyglykoläther.
Beispiel 2
[0033] Der Treibstoff nach Beispiel 1 wurde mit 5 % Methanol (bezogen auf die Gesamtmenge)
gut verrührt. Die Emulsion blieb stabil, war jetzt gegen Temperaturen unter 0°C geschützt
und konnte wie oben beschrieben eingesetzt werden.
Beispiel 3
[0034] Ein handelsübliches Normalbenzin wurde mit

Unter Rühren läßt man 25 % Wasser, das keine mineralischen Bestandteile enthält, einlaufen.
Nach 5 % hat man noch eine klardurchsichtige Emulsion, die dann mit zunehmender Wassermenge
in eine milchige, stabile Emulsion übergeht, die wie in Beispiel 1 eingesetzt werden
kann.
[0035] Die Reinigung des Emulgators erfolgt nach diesem Verfahren: 100 g des mit 7 Mol Äthylenoxid
umgesetzten synthetischen C
9-11-Alkohols werden mit 10 g Wasser vermischt und das Alkali des Oxiäthylierungskatalysators
wird mit Essigsäure neutralisiert. Die Lösung wird mit 100 ccm Toluol verrührt. Aus
der trüben Mischung trennt sich nach 1 - 3 Stunden 7,5
g einer wäßrigen Schicht ab, die 4 g Polyglykoläther und ca. 0,5 g Kaliumacetat enthält.
Nach Destillation des Toluols, das gleichzeitig das Wasser austreibt, erhält man ca.
95 g des gereinigten Emulgators.
Beispiel 4
[0036] Man nimmt ein bleifreies Normalbenzin und verwendet die Emulgatoren nach Beispiel
3, d.h.

und rührt in dem Maße 5,3 % Wasser ein, wie es ohne Trübung aufgenommen wird. Der
durchsichtige, schwachopaleszierende Treibstoff eignet sich als bleifreier Treibstoff
für den Antrieb eines 55 PS FIAT 128 Fahrzeugs mit 1160 cm Motor (Verdichtung 1:9,2),
der üblicherweise mit Superkraftstoff betrieben wurde. Beim Anfahren und Beschleunigen
aus niedriger Geschwindigkeit konnte kein Klopfen beobachtet werden, wie es bei Normalbenzin
sonst üblich war.
Beispiel 5
[0037] Aus einem bleifreien Normalbenzin wurde mit folgenden Emulgatoren ein Treibstoff
hergestellt:

Man erhält einen milchigen Treibstoff, der wie in Beispiel 4 einsetzbar ist und nicht
zur Abscheidung von wäßrigen Bodensätzen neigt.
[0038] Noch stärker als bei den oxiäthylierten Alkoholen macht sich bei den oxiäthylierten
Amiden in der gereinigten Form bemerkbar, daß sich der zur Reproduzierung wichtige
Trübungspunkt der 1 %igen wäßrigen Lösung nicht darstellen läßt, wenn das Wasser verwendet
wird, das im Treibstoff Verwendung findet ( < 5 ppm Mineralsalze, oder Leitfähigkeit
<4,u Siemens). Es ist zu empfehlen, für die Bestimmung 200 ppm Kochsalz zuzusetzen.
Beispiel 6
[0039] Ein bleifreies Normalbenzin wird zur Herstellung eines Treibstoffes folgender Zusammensetzung
benutzt:

10 - 13°C werden 25 % Wasser langsam untergerührt. Man erhält einen Treibstoff mit
einer Viskosität von 1,3 m PAs die sich auch bei Temperaturen bis -10 C nur unwesentlich
verändert.
Beispiel 7
[0040] Zur besseren Handhabung der Emulgatoren kann man auch 3 Teile Emulgator in der in
Beispiel 6 genannten Zusammensetzung mit 3 Teilen Benzin und 3 Teilen Wasser zu einer
klaren Lösung vermischen. Dann werden 70,5 % Benzin, 1,5 % Isobutanol und 9 % vorgenanntes
Gemisch zusammendosiert und über eine geeignete Mischkammer können in einen Strom
dieser Mischung 22 % Wasser zugemischt werden. Hierbei wird das Wasser durch den Wirbelvorgang
in der Mischkammer emulgiert.
[0041] Mit dem derart gewonnenen Treibstoff wurde ein 1,7 1 Opel Rekord betankt, der im
Vergaser einen von 28 auf 26 verengten Luftkanal eingesetzt erhalten hatte. Das Fahrzeug
verhielt sich im Stadtverkehr gefahren normal und zeigte keine merkbaren Veränderungen.
Die CO-Ab- ; gaswerte lagen bei diesem über 3 Jahre in Betrieb befindlichen Wagen
1 % niedriger als vorher mit Superbenzin gemessen.
Beispiel 8
[0042] Ein handelsübliches Normalbenzin wurde mit folgenden Emulgatoren und Lösungsmitteln
zu einem Treibstoff formiert:

Treibstoff verrührt, der wie in Beispiel 7 einsetzbar war, aber bei -10°C ein noch
günstigeres Viskositätsverhalten zeigte.
Beispiel 9
[0043] Für die Verwendung in einem Kraftfahrzeug mit Dieselmotor wurde folgender Treibstoff
mit einem handelsüblichen Dieselöl eingestellt:

Hiermit ließen sich einwandfreie Fahrergebnisse erzielen. Das Fettsäureamid-Derivat
führt u.a. zu einem guten Rostschutz in Tank und Leitungen.
Beispiel 10
[0044] Eine Benzinemulsion aus

Benzin gelöst. In die Lösung werden 25 % Wasser einemulgiert. Wenn der Emulgator ungewaschen
eingesetzt wurde, zeigte eine 0,001 cm dicke Schichte nach 2 Stunden eine Lichtabsorption
von 0,44 (λ= 700 mµ) und nach 24 Stunden eine milchige, wasserreiche Schicht unten,
die nach Umrühren etwa ähnlich ungüstige Werte wie oben in der Absorption zeigten.
[0045] Die Benzinemulsion mit gewaschenem Emulgator wies eine Absorption von 0,30 auf und
bildete nach 24 Stunden nur wenige mm einer benzinreicheren Oberfläche. Nach dem Umrühren
würde eine Emulsion gleicher Absorption erhalten.
[0046] Zur Auswirkung der Reinigung auf die Stabilität kann man auch folgende Vermischung
heranziehen.
[0047] Der gleiche nichtionische Emulgator aus Cetyl-Stearylalkohol mit 12 Mol Äthylenoxid
wurde zu 10 % in Dieselöl gelöst und zur Klarstellung wurden 0,5 cm Wasser zugegeben.
[0048] Der ungewaschene Emulgator zeigt eine bleibende Trübung, der gewaschene Emulgator
löst sich klar auf.
[0049] Bei weiterer-Emulgierung von 4,5 cm
3 Wasser führt der ungewaschene Emulgator zu einer galertartigen, trüben, unbeständigen
Emulsion. Der gewaschene Emulgator bildet in diesem System eine strukturviskose, beständige,
klare Lösung mit Tyndall-Effekt, die mit den restlichen Komponenten zum Treibstoff
vermischt werden kann.
Beispiel 11
[0050] Eine Treibstoff-Formulierung mit 72 % Normalbenzin, 0,9 % Kokosfettsäuremonoäthanolamid
(technisches Gemisch aus der Herstellung aus 1 Mol Kokosfett mit 2 Mol Äthanolamin
bei 160 - 170°C, ca. 5 Stunden umgesetzt), 2,1 % gereinigten, nichtionischen Emulgator
aus Abietinsäure mit 12 Mol Äthylenoxid und 25 % Wasser einemulgiert. Man erhält einen
dünnflüssigen, stabilen Treibstoff.
[0051] Wird dagegen die Emulgierung mit Hilfe eines ungewaschenen Emulgators, der von der
Herstellung und durch Umesterungsreaktionen her ca. 10 - 12 % Polyglykoläther enthält
vorgenommen, so wird eine Emulsion erhalten, die schon nach 15 Minuten ca. 20 % einer
stark wasserhaltigen, milchigen Schicht unten absetzt. Wenn diese Schicht zuerst aus
dem Fahrzeugtank abläuft und in den Vergaser gelangt, erfolgt keine Zündung mehr.
Beispiel 12
[0052] Die Treibstoff-Formulierung mit 79 % bleifreiem Normalbenzin, 1,8 % Ölsäureamid mit
7 Mol Äthylenoxid und 1,2 % Rizinolsäuremonoglycerid (
Rilanit GRMO der Firma Henkel), wobei aus dem Äthylenoxid-Addukt 4 Yo Verunreinigungen
und aus dem Monoglycerid ca. 3,5 % Glycerin durch die beschriebene Reinigung entfernt
worden waren, wurde durch Einemulgieren einer Mischung von 4 % Methanol und 15 % Wasser
hergestellt. Dieser Treibstoff hatte auch nach 8 Tagen keinen Bodensatz und blieb
beim Abkühlen auf -5°C dünnflüssig. Dagegen wurde bei Verwendung der ungereinigten
Emulgatoren eine zweite Emulsionsphase schon nach wenigen Stunden beobachtet, die
schon bei Temperaturen von 2-5°C hochviskos wurde. Diese Anteile (ca. 20-25 %) passieren
weder die Treibstoffilter noch das Vergasersystem.
Beispiel 13
[0053] Die selben Rohstoffe wie in Beispiel 12 wurden in folgenden Mengen eingesetzt: 67
% bleifreies Normalbenzin, 1,8 % Äthylenoxidaddukt, 1,2 % Monoglycerid und 5 % Methanol
mit 25 % Wasser gemischt einemulgiert. Im Gegensatz zu dieser stabilen Emulsion wird
bei Einsatz ungewaschener Emulgatoren eine schlierig, opaleszierende Emulsion erhalten,
die sich in wenigen Stunden in zwei Emulsionsphasen trennt, in der die untere die
überwiegende Menge des eingesetzten Wassers enthält.
BeisDiel 14
[0054] Aus 79 % Normalbenzin, 2,1 % Ölsäuremonoäthanolamid + 7 ÄO und 0,9 % Ölsäuremonoglycerid
wurde durch Einemulgieren von 15 % Wasser und 3 % Methanol ein stabiler Treibstoff
hergestellt, der seine niedrige Viskosität auch bei -5°C noch behielt, so daß das
Fahrzeug keine Störungen in der Handhabung erlitt.
BeisDiel 15
[0055] Ein handelsübliches, leichtes Heizöl mit der Kennzeichnung EL wurde mit einem Emulgator
aus 1 Mol Nonylphenol und 5,6 Mol Äthylenoxid in Mengen von 2,6 Teile dieses Emulgators
in der gereinigten Form, 77 Teile Heizöl EL vermischt und 20 Teile Wasser einemulgiert.
Unmittelbar darauf wurden noch 0,4 Teile eines Umsetzungsprodukts von 1 Mol Talg mit
2 Mol Äthanolamin (160°C, 5 Stunden lang) nachgegeben. Hierbei wird noch eine Erniedrigung
der Emulsionsviskosität beobachtet, und außerdem wird eine Rostschutzwirkung erreicht.
[0056] Bei einer Messung der Rußzahl nach der Ersten Verordnung zur Durchführung der 1.
BIm SCHV (Bundes-Immissionsschutzgesetz-Verordnung) § 2a, § 4 wurde mit dem Heizöl
die Rußzahl 1, mit der Emulsion eine Rußzahl 0 gemessen. Die Übertragung der Verbrennungswärme
lag besonders günstig.