[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur maschinellen Beurteilung der Druckqualität
eines Druckerzeugnisses durch punktweisen Vergleich des zu beurteilenden Prüflings
mit einer Vorlage unter Bildung der Differenzwerte zwischen den durch punktweise fotoelektrische
Ablastung gewonnenen Remissionswerten der einzelnen Bildpunkte des Prüflings und den
Remissionswerten der den Prüflingsbildpunkten entsprechenden Bildpunkte der Vorlage
und Verarbeitung und Auswertung der so gewonnenen Differenzwerte nach bestimmten Kriterien,
wobei die Auswertung einen abschliessenden Schwellenwertentscheid umfasst.
[0002] Ein derartiges Verfahren ist z.B. in der DE-OS 26 20 611 (US-Pat.Appl.Ser.No. 790
656/77) beschrieben. Wie aus dieser Literaturstelle auch hervorgeht, liegt eine der
Schwierigkeiten bei einem solchen automatischen Beurteilungsverfahren darin, tolerierbare
Fehler von untolerierbaren zu unterscheiden, um Fehlbeurteilungen des Prüflings zu
vermeiden. So werden gemäss der genannten DE-OS 26 20 611 z.B. kleinere Remissionswertdifferenzen
zwischen Prüfling und Vorlage mittels einer Minimalschwellenkorrektur eliminiert,
sodass diese kleinen Fehler gar nicht erst in die weitere Auswertung eingehen. Kritisch
ist dabei die Festlegung dieser Minimalschwelle. So gibt es z.B. bei Banknoten Zonen,
in denen bereits kleinste Farbabweichungen von Auge als Fehler empfunden werden, und
andererseits wiederum Zonen, z.B. beim Wasserzeichen, in denen selbst relativ grosse
Abweichungen noch ohne weiteres als tolerierbar erachtet werden. In der DE-OS 26 20
611 wird diesbezüglich ausgesagt, dass die Minimalschwelle nicht über die gesamte
Bildfläche gleich sein müsste, sondern lokal, z.B. eben im Bereich eines Wasserzeichens,
auch höher gewählt werden könnte. Wenngleich dieses Vorgehen bereits sehr gute Resultate,
d.h. eine relativ geringe Häufigkeit von Fehlbeurteilungen bringt, hat sich doch gezeigt,
dass diese Massnahmen noch nicht in jedem Fall ausreichen.
[0003] Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs definierten
Art derart zu verbessern, dass es sicherer arbeitet und zu weniger Fehlbeurteilungen
der Prüflinge führt. Eine weitere Aufgabe besteht darin, das Verfahren bei gleichen
Qualitätsanforderungen weniger aufwendig zu machen. Wieder eine andere Aufgabe der
Erfindung ist, die vorstehenden Ziele mit möglichst geringem Aufwand zu erreichen.
[0004] Diese und weitere Aufgaben der Erfindung werden durch die in den Ansprüchen angeführten
Massnahmen gelöst.
[0005] Als Referenz-Druckerzeugnisse werden vorzugsweise solche verwendet, die mit möglichst
grossen, aber immer noch tolerierbaren Abweichungen behaftet sind. Die Fehler sollten
dabei verschiedener Natur sein (Positionierungsfehler, Registerfehler, Tönungsfehler),
um die Auswirkungen möglichst aller in der Praxis vorkommenden Fehler auf die maschinelle
Prüfung erfassen zu können.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispieles einer zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens geeigneten
Vorrichtung näher erläutert.
[0007] Die dargestellte Vorrichtung stimmt bis auf einige zusätzliche Stufen, die noch zu
erklären sind, identisch mit der in DE-OS 26 20 767 (US-Pat-.Appl.Ser.No. 791 140/
77), DE-OS 26 20 765 (US-Pat.Appl.Ser.No. 790 606/77) und DE-OS 26 20 611 (US-Pat.Appl.Ser.No.
790 656/77) beschriebenen Vorrichtung überein. Sie umfasst drei fotoelektrische Abtasteinrichtungen
(Scanner) 1-3 zum punktweisen fotoelektrischen Abtasten der Remissionswerte eines
Prüflings und zweier Teilbildvorlagen (1,2), eine Relativpositionsermittlungsstufe
4 zur Bestimmung der Relativpositionen zwischen Prüfling und den einzelnen Teilbildvorlagen,
zwei von der Relativpositionsermittlungsstufe 4 gesteuerte Verschiebungsstufen 5 und
6 zur Berücksichtigung bzw. Kompensation der genannten Relativpositionen (Registerabweichungen),
eine Kombinationsstufe 7 zur elektronischen Vereinigung der Bildinhalte der beiden
Teilbildvorlagen, eine Subtrahierstufe 8, in der die Differenzen der Remissionswerte
einander entsprechender Bildpunkte von Prüfling und vereinigten Vorlagen gebildet
werden, eine Tönungskorrekturstufe 9, eine Minimalschwellenkorrekturstufe 10, eine
nach der in der DE-OS 26 20 611 beschriebenen Fehlerbergmethode arbeitende Fehlerauswertungsstufe
11 und eine Schwellenwert-Entscheidungsstufe 12, die je nach Ergebnis eines punktweisen
Schwellenwertentscheides ein "Gut"- oder ein "Schlecht"-Signal erzeugt.
[0008] Insofern stimmt die dargestellte Vorrichtung vollständig mit der in den genannten
Druckschriften beschriebenen überein. Zusätzlich umfasst die dargestellte Vorrichtung
noch zwei variable Korrekturstufen 13 und 14 mit einer Geberstufe 15 zur Einstellung
des gewünschten Korrekturverlaufs, eine Positionsgeberstufe 16, über die die Verschiebungsstufen
5 und 6 gleich wie über die Relativpositionsermittlungsstufe 4 aber unabhängig von
dieser angesteuert werden können, einen elektronischen Schalter 17, einen mehrere
Teilspeicher umfassenden Fehlerbildspeicher 18, eine Maximalwertdetektionsstufe 19-und
zwei Schwellenwertspeicher 20 und 21 für die positiven bzw. negativen Schwellenwerte,
aufgrund welcher die Schwellenwert-Entscheidungsstufe 12 ihren Gut/Schlecht-Entscheid
trifft.
[0009] Anstelle der drei separaten Abtasteinrichtunge 1-3 könnten selbstverständlich auch
nur eine einzige Abtasteinrichtung und zwei geeignete Speicher vorgesehen sein, wobei
zunächst die einzelnen Teilbildvorlagen sequentiell abgetastet und die dabei anfallenden
Abtastwerte bildmässig in den jeweiligen Speicher eingeschrieben werden müssten. Analoges
gilt für die Verschiebungsstufen 5 und 6, von denen bei sequentieller Arbeitsweise
ebenfalls nur eine vorhanden sein müsste. Diese und weitere Variationsmöglichkeiten
der Vorrichtung liegen im Rahmen des Könnens jedes Fachmanns und bedürfen deshalb
keiner weiteren Erläuterung. Genauso selbstverständlich ist auch, dass der gesamte
elektronische Teil der Vorrichtung, soweit es sich nicht um rein analoge Bereiche
handelt, zweckmässigerweise nicht in Hardware, sondern durch einen geeignet programmierten
elektronischen Rechner realisiert ist.
[0010] Sofern es sich um einfachere Druckerzeugnisse handelt, die nur mittels eines einzigen
Druckverfahrens hergestellt sind, z.B. nur im Tiefdruck oder im Offset-Druck, oder
um Druckerzeugnisse mit mehreren Druckverfahren, aber niedrigeren Qualitätsansprüchen,
genügt selbstverständlich eine einzige Vorlage mit dem Gesamtbildinhalt. In diesem
Falle würde sich die Vorrichtung um die entsprechende Anzahl von Abtasteinrichtungen
bzw. Speicher und die Kombinationsstufe reduzieren.
[0011] Qualitativ sehr hochstehende Druckerzeugnisse, wie z.B. Banknoten und andere Wertpapiere,
werden in der Regel in mehreren Druckgängen unter Anwendung verschiedener Drucktechnologien
(Tiefdruck, Buchdruck, Offset-Druck) hergestellt. In diesem Falle erlaubt die in der
DE-OS 26 20 767 (US-Pat.Appl.Ser.No. 791 140/77) vorgeschlagene Verwendung mehrere
Teilvorlagen, deren Bildinhalt jeweils nur dem mit jeweils einer der verschiedenen
Drucktechnologien erzeugten Bildinhalt des Druckerzeugnisses entspricht, eine präzisere
Prüfung.
[0012] Eine wesentliche Voraussetzung für diese Art der Prüfung ist, dass die gegenseitigen
Positionen von Prüfling und Vorlagen mit Bezug auf irgendein ortsfestes Koordinatensystem
(meistens das Abtastraster des Prüflings) bekannt sind. In der Praxis ist es nämlich
fast unmöglich, die Vorlagen und die Prüflinge derart in der Abtasteinrichtung zu
positionieren, dass die abgetasteten Rasterpunkte auch mit den jeweiligen Bildpunkten
auf Prüfling und Vorlage(n) übereinstimmen.
[0013] In der in der DE-OS 26 20 765 (US-Pat.Appl.Ser.No. 790 606/77) ausführlichst beschriebenen
Positionenbestimmungseinrichtung 4 werden daher entsprechend den beiden Vorlagen für
jeden Bildpunkt zwei Paare von Relativkoordination Δx, Δy zwischen dem jeweiligen
Prüfling und den zwei Vorlagen ermittelt.
[0014] Die direkt ermittelten oder gespeicherten Abtastwerte der zwei Vorlagen werden dann
in den Verschiebungsstufen 5 und 6 um die ihnen zugeordneten Koordinaten Ax, Ay durch
Umrechnung so verschoben, dass alle Bildpunkte der beiden Vorlagen mit denen des jeweiligen
Prüflings zur Deckung kommen. Wie dies im einzelnen erfolgt, ist in der schon genannten
DE-OS 26 20 767 (US-Pat.Appl.Ser.No. 791 140/77) ausführlichst beschrieben. (Die Korrekturstufen
13 und 14) sind während der normalen Prüfung der Druckerzeugnisse inaktiv, d.h. sie
haben keinen Einfluss auf die Remissionswerte.
[0015] Die derart verschobenen bzw. positionskorrigierten Remissionswerte der drei Teilvorlagen
werden dann in der Kombinationsstufe 7 durch einfache Multiplikation miteinander verknüpft
und ergeben dann die Gesamtvorlage die in der Stufe 8 mit dem jeweiligen Prüfling
Punkt für Punkt verglichen wird. Die dabei von der Vergleichsstufe 8 erzeugten Remissionswertdifferenzen
ΔI
i bilden ein Differenzbild des Prüflings gegenüber der zusammengesetzten Vorlage. Diese
Remissionswertdifferenzen ΔI
i werden zunächst in Stufe 9 einer Tönungskorrektur unterworfen, wobei aus den Differenzwerten
eines gewissen Umgebungsbereichs jedes Bildpunkts ein Mittelwert gebildet und vom
Differenzwert des jeweiligen Bildpunktes abgezogen wird. Mit dieser Tönungskorrektur
sollen durch kleinere Tönungsabweichungen des Prüflings bedingte Fehlbeurteilungen
vermieden werden.
[0016] Die derart tönungskorrigierten Differenzwerte gelangen dann zur Minimalschwellenkorrekturstufe
10, in welcher alle diejenigen tönungskorrigierten Differenzwerte, die eine vorgegebene
Minimalschwelle nicht überschreiten, eliminiert werden, sodass sie in die weitere
Auswertung nicht mehr eingehen. Näheres über Tönungs- und Minimalschwellenkorrektur
ist in der DE-OS 26 20 611 (US-Pat.Appl. Ser.No. 790 656/77) zu finden, in welcher
auch die nachfoldende Fehlerberg-Auswertungsstufe 11 ausführlich beschrieben ist.
Ein wesentliches Merkmal der Fehlerbergmethode ist, dass die Differenzwerte der einzelnen
Bildpunkte nicht isoliert für sich allein, sondern immer im Zusammenhang mit den Differenzwerten
der Umgebungspunkte betrachtet werden, wobei den jeweiligen Umgebungspunkten noch
ein distanzabhängiges Gewicht beigemessen wird.
[0017] Die so verarbeiteten Differenzwerte führen dann schliesslich in der Stufe 13 durch
Schwellenwertdetektion zum Entscheid "Gut" bzw. "Schlecht". Die dafür nötigen Schwellenwerte
- je ein positiver und ein negativer Wert pro Bildpunkt - befinden sich in den Schwellenwertspeichern
20 und 21. Ihre Auffindung bzw. Bildung wird im folgenden beschrieben.
[0018] Die erfindungsgemässe Methode geht von der Tatsache aus, dass auch "gute", d.h. bei
einer visuellen Prüfung für gut befundene Prüflinge nicht genau mit der bzw. den Vorlagen
übereinstimmen, sondern beim Vergleich in Stufe 8 immer noch zu gewissen Remissionswertdifferenzen
AI führen. Die Grösse dieser Remissionswertdifferenzen, ihr Vorzeichen und ihre Verteilung
über die gesamte Bildfläche hängen natürlich davon ab, was bei der visuellen Prüfung
noch als zulässig erachtet worden ist und was nicht. Die meisten Bildfehler kommen
erfahrungsgemäss durch Registerfehler zwischen den einzelnen Drucken, durch Posntionsfehler
der Wasserzeichen und durch Farbtönungsschwankungen zustande. Weitere Fehlerquellen
sind Bildverzerrungen und Positionierungsfehler zwischen Prüfling und Vorlage(n).
Die für jede Fehlerart zulässigen Abweichungen sind festgelegt. Gemäss der Erfindung
werden nun die Auswirkungen, die alle diese zugelassenen Fehler auf die Remissionswertdifferenzen
in jedem einzelnen Bildpunkt haben, untersucht und die für den Fehlerentscheid nassgeblichen
Schwellenwerte so festgelegt, dass Prüflinge, deren Abweichungen gegenüber der Vorlage
noch im Rahmen der Zulässigen liegen, auch tatsächlich als "gut" bewertet werden.
Diese Einstellung der Schwellenwerte ist natürlich sehr kritisch, da die Grenze zwischen
"guten", d.h. nur mit tolerierbaren Fehlern behafteten Prüflingen und "schlechten"
Prüflingen nur sehr schwer zu ziehen ist, weil die Auswirkungen der verschiedenen
Fehlerarten auf die Remissionswertdifferenzen sehr verschieden sind. So kann es z.B.
durchaus passieren, dass ein an sich tolerierbarer Registerfehler eine grössere Remissionswertdifferenz
hervorruft als ein nicht tolerierbarer Fehler der Wasserzeichenposition.
[0019] Gemäss der Erfindung wird nuneine Analyse von mit allen möglichen, aber gerade noch
an der Grenze des Tolerierbaren liegenden Fehlern behafteten Prüflingen durchgeführt
und für jeden Bildpunkt die aus allen diesen Fehlern resultierende maximale positive
und maximale negative Remissionswertdifferenz ermittelt. Für jede Fehlerart bzw. für
jeden Prüfling wird dazu ein sich aus den einzelnen Differenzwerten in jedem Bildpunkt
zusammensetzendes "Fehlerbild" erzeugt und über den entsprechend gestellten Schalter
17 in einem eigenen Teilspeicher des Fehlerbildspeichers 18 bildmässig abgespeichert.
Die Maximalwertauswählvorrichtung 19 sucht dann aus den einzelnen Teilspeichern für
jeden Bildpunkt jeweils den maximalen positiven und den maximalen negativen Differenzwert
heraus und speichert sie bildmässig in den beiden Schwellenwertspeichern 20 und 21.
Diese gespeicherten maximalen Differenzwerte werden somit direkt als invididuelle
Schwellenwerte für den Gut/Schlecht-Entscheid in der Stufe 12 benutzt. (Gegebenenfalls
können die maximalen Differenzwerte auch noch durch eine additive Konstante um einen
gewissen Sicherheitsabstand vergrössert werden).
[0020] Zur praktischen Durchführung dieser Fehleranalyse bzw. Schwellenwertermittlung müsste
eine grosse Zahl von Prüflingen zuerst visuell kontrolliert und dann auf der Vorrichtung
untersucht werden. Gemäss einem weiteren wesentlichen Aspekt der Erfindung wird die
Fehleranalyse erheblich vereinfacht, indem nicht wirkliche Prüflinge untersucht, sondern
solche Prüflinge elektronisch simuliert und die simulierten Prüflinge untersucht werden.
Dabei können dann die maximal tolerierbaren Fehler bequem eingestellt werden und es
genügen einige wenige simulierte Prüflinge, um praktisch alle Eventualfälle zu erfassen.
[0021] Die Simulation von Registerfehlern und Positionsabweichungen erfolgt mittels der
Positionsgeberstufe 16 und der von ihr gesteuerten Verschiebungsstufen 5 und 6. Dazu
werden zunächst entweder ein nahezu ideal gutes Druckerzeugnis oder auch ein solches
mit mittleren Registerfehlern etc. als Prüfling eingespannt und die Relativpositionen
gegenüber der oder den Vorlagen mittels der Relativpositionsbestimmungsstufe 4 festgelegt.
Daraufhin werden die Vorlage(n) nacheinander um die jeweils maximal tolerierbare Distanz
in die vier Richtungen des Abtastrasters verschoben und die verschobenen Vorlage(n)
mit dem Prüfling, der in diesem Fall eigentlich Vorlagenfunktion hat, verglichen.
Die Verschiebung der Vorlagen erfolgt, um es nochmals zu wiederholen, selbstverständlich
nicht gegenständlich, sondern besteht nur in einer Zuordnung der Remissionswerte zu
um ein bis mehrere Bildpunktdistanzen verschobenen Bildpunkten bzw. in einer distanzabhänqiqen
Inter- bzw. Extrapolation der Remissionswerte in den einzelnen Bildpunkten. Die bei
diesen sukzessiven Bildvergleichen entstehenden Remissionswertdifferenzen, deren Gesamtheiten
jeweils ein Fehlerbild der betreffenden simulierten Prüflinge darstellen, werden dann
im Fehlerbildspeicher 18 abgespeichert und wie beschrieben weiterverarbeitet.
[0022] Die Simulation fehlerbehafteter Prüflinge kann natürlich auch gänzlich ohne einen
realen Prüfling erfolgen, indem aus den Vorlagen selbst auf elektronischem Wege ein
Idealprüfling gebildet, abgespeichert und dann als Vergleichstandard herangezogen
wird.
[0023] Die Simulation von Registerabweichungen zwischen den einzelnen Drucken des Druckerzeugnisses
erfolgt durch Relativerschiebung der beiden Vorlagen untereinander, die Simulation
von Positionierungsfehlern durch Simultanverschiebung gegenüber dem realen oder künstlich
erzeugten Vergleichsprüfling. Eine Kombination beider Verschiebungen ist natürlich
ebenfalls möglich.
[0024] Die Simulation von Positionsfehlern des Wasserzeichens erfolgt am zweckmässigsten
anhand von zwei Vorlagen, von denen eine kein Wasserzeichen und die andere nur das
Wasserzeichen enthält.
[0025] Zur Simulation von druckfarbenbedingten oder papierfarbenbedingten Tönungsfehlern
sind die beiden Korrekturstufen 13 und 14 und die sie steuernde Variationsgeberstufe
15 vorgesehen. Diese Korrekturstufen rechnen die ihnen zugeführten gemessenen Remissionswerte
Im z.B. gemäss der linearen Beziehung

in resultierende Remissionswerte I
R um. I
w bedeutet darin den Remissionswert für irgendein Referenzweiss. Die Umrechnung bzw.
Korrekturder Remissionswerte kann sowohl für die Neutralremission (Gesamthelligkeit)
als auch für eine oder mehrere Farbremissionswerte erfolgen. Entsprechend simuliert
sie im einen Fall positive oder negative Neutraldichteabweichungen und im anderen
Fall entsprechende Farbabweichungen gegenüber dem Vergleichsstandard.
[0026] Es versteht sich, dass überhaupt die gesamte Qualitätsprüfung sowohl einkanalig (Schwarz-Weiss)
als auch mehrkanalig (z.B. drei Grundfarben) erfolgen kann.
[0027] Der Faktor a in der vorstehenden Umrechnungsformel ist über die Variationsgeberstufe
15 einstellbar. Bei der späteren Prüfung der eigentlichen Prüfobjekte ist der Faktor
a selbstverständlich Null, sodass die Remissionswerte die Korrekturstufen unverändert
passieren.
[0028] Die vorstehend beschriebene Methode zur Gewinnung der Entscheidungs-Schwellenwerte
ist selbstverständlich auch für solche Druckerzeugnisse anwendbar, zu deren Prüfung
nur eine einzige Vorlage verwendet wird, und in diesem Fall sogar noch einfacher,
da ja auch die Zahl der Fehlermöglichkeiten geringer ist.
[0029] Für geringere Ansprüche können anstelle von je eines positiven und eines negativen
Schwellenwerts für jeden Bildpunkt auch entweder nur die positiven oder nur die negativen
Schwellenwerte ermittelt und dann in einem einzigen Schwellenwertspeicher gespeichert
werden. Der Fehlerentscheid erfolgt dann anhand eines Absolutrestschwellenwertvergleichs.
[0030] Zusätzlich zur oder anstatt der elektronischen Simulation gewisser Druckfehler kann
auch eine mechanische oder optische Simulation durch körperliches Verschieben oder
Verdrehen von Prüfling und Vorlage(n) bzw. durch Einfügen von Filtern etc in den Abtaststrahlengang
angewendet werden.
[0031] Bei der vorstehend beschriebenen Methode findet der definitive Fehlerentscheid erst
nach einer längeren und relativ aufwendigen Aufbereitung der Remissionsdifferenzen
in den Stufen 9, 10 und 11 statt. Das erfindungsgemässe Prinzip der individuellen
Bewertungsschwelle für jeden einzelnen Bildpunkt lässt aber auch zu, den Fehlerentscheid
schon in einem früheren Stadium, etwa schon nach der Tönungskorrekturstufe 9 oder
bereits direkt nach der Vergleichsstufe 8, zu treffen, wobei dann die folgenden Stufen
natürlich überflüssig wären. Selbstverständlich müssten in diesem Falle die Fehlerbilder
der simulierten Prüflinge auch an den entsprechenden Stellen, also nach der Tönungskorrektur
oder direkt nach der Differenzbildung, gewonnen und daraus wieder die Schwellenwerte
gebildet werden. Diese einfacheren Varianten des Prüfungsverfahrens sind naturgemäss
etwas weniger empfindlich und präzis, ermöglichen aber in Fällen, in denen nicht so
hohe Qualitätsansprüche gestellt werden, eine erhebliche Verminderung des Rechenaufwands.
[0032] Sofern der Fehlerentscheid direkt im Differenzenfeld nach der Vergleichsstufe erfolgt,
wobei ein Prüfling als schlecht bzw. fehlerhaft taxiert wird, wenn in einem Bildpunkt
oder einer vorgegebenen Anzahl von Bildpunkten die Remissionswertdifferenz den individuellen,
gegebenenfalls um den Sicherheitsabstand erhöhten, positiven oder negativen Schwellenwert
über-bzw. unterschreitet, ist es zweckmässig, die Remissionswerte bei der Abtastung
zu tiefpassfiltrieren, um ausgeprägte Fehlerspitzen zu vermeiden und einen abgerundeteren
Verlauf der Differenzwerte über die Bildfläche zu erreichen. Geeignete Methoden der
Tiefpassfiltrierung werden in der schon genannten DE-OS 26 20 767 (US-Pat.Appl.Ser.No.
791 140/77) ausführlichst erläutert.
[0033] Das erfindungsgemässe Prinzip individueller Entscheidungsschwellen für jeden einzelnen
Bildpunkt ermöglicht einerseits eine Verfeinerung der bisher bekannten Prüfmethoden
und anderseits, bei geringeren Qualitätsanforderungen, eine erhebliche Aufwandsreduktion.
So ist es dann zum Beispiel nicht mehr nötig, Positionen und Registerfehler bei der
Qualitätsprüfung voll zu kompensieren, sondern es genügt, die bei einfacherer und
deshalb ungenauerer Registerabweichungskompensation auftretenden Fehler durch Anhebung
der Fehlerschwelle an den kritischen Bildstellen unschädlich zu machen.
[0034] Das erfindungsgemässe Qualitätsprüfungsverfahren hat noch einen weiteren Vorteil,
indem die individuellen Fehlerschwellen sehr einfach "ä jour" gehalten werden können.
So können, wenn z.B. ein neues Fabrikationslos vorliegt, einige "gute" Prüflinge aus
diesem Los untersucht und ihre Fehlerbilder gegenüber den Vorlagen gebildet werden.
Sofern diese Fehlerbilder grössere Fehler als die früheren Fehlerbilder enthalten,
werden die betreffenden Schwellenwerte durch die Differenzwerte in den betreffenden
Stellen der neuen Fehlerbilder ersetzt.
[0035] Wie schon erwähnt, sind mit Ausnahme der Stufen 13-21 alle Stufen der Vorrichtung
in den drei genannten Literaturstellen DE-OS 26 20 611 (US-Pat.Appl.Ser.No. 790 656/
77), DE-OS 26 20 767 (US-Pat.Appl.Ser.No. 791 140/77) und DE-OS 26 20 765 (US-Pat.Appl.Ser.No.
790 606/77) ausführlichst erläutert. Ebenso erläutert sind in diesen Literaturstellen
allgemeine Probleme der fotoelektrischen Abtastung bei der maschinellen Qualitätsprüfung
von Druckerzeugnissen sowie geeignete Methoden und Vorrichtungen dazu. Diese Literaturstellen
sind ausdrücklich Bestandteil der vorliegenden Beschreibung, sodass sich eine nähere
Erläuterung der erfindungsgemässen Vorrichtung für den Fachmann erübrigt.
1. Verfahren zur maschinellen Beurteilung der Druckqualität eines Druckerzeugnisses
durch punktweisen Vergleich des zu beurteilenden Prüflings mit einer Vorlage unter
Bildung der Differenzwerte zwischen den durch punktweise fotoelektrische Ablastung
gewonnenen Remissionswerten der einzelnen Bildpunkte des Prüflings und den Remissionswerten
der den Prüflingsbildpunkten entsprechenden Bildpunkte der Vorlage und Verarbeitung
und Auswertung der so gewonnenen Differenzwerte nach bestimmten Kriterien, wobei die
Auswertung einen abschliessenden Schwellenwertentscheid umfasst, dadurch gekennzeichnet,
dass beim Schwellenwertentscheid für jeden einzelnen Bildpunkt je ein individueller
positiver und/oder ein individueller negativer Schwellenwert verwendet wird, die aus
einer für jeden Bildpunkt durchgeführten Fehleranalyse von mit maximal tolerierbaren
Fehlern behafteten Referenz-Druckerzeugnissen gewonnen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Schwellenwerte für
jeden Bildpunkt jeweils die grösste positive und die grösste negative Abweichung zwischen
den betreffenden Referenz- und Vorlagenbildpunkten verwendet wird, welche bei einer
maschinellen Prüfung der Referenz-Druckerzeugnisse unmittelbar vor dem Schwellenwertentscheid
entsteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass für die Fehleranalyse
elektronisch simulierte Referenz-Druckerzeugnisse bzw. Referenz-Druckerzeugnisse mit
elektronisch simulierten, möglichst an der Grenze des visuell Tolerierbaren liegenden
Abweichungen verwendet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Positions- und Registerfehler
durch elektronische Relativverschiebung zwischen Prüfling und Vorlage(n) simuliert
werden.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Tönungsfehler durch lineare
Korrektur bzw. Umrechnung der Remissionswerte in einem oder mehreren Farbkanälen simuliert
werden.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Schwellenwerte die
um einen konstanten Betrag vergrösserten jeweils grössten positiven und grössten negativen
Abweichungen verwendet werden.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 2-5, dadurch gekennzeichnet, dass für jedes simulierte
Referenz-Druckerzeugnis die Abweichungen gegenüber einem Standard-Druckerzeugnis bildmässig
gespeichert werden, dass für jeden Bildpunkt von allen gespeicherten Werten jeweils
der grösste positive und der grösste negative Wert herausgesucht werden, und dass
diese grössten Werte als Schwellenwerte für die zugeordneten Bildpunkte gespeichert
werden.
8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Schwellenwertentscheid direkt anhand der beim punktweisen Vorlagen-Prüfling-Vergleich
gebildeten Remissionswertdifferenzen vorgenommen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die bei der fotoelektrischen
Ablastung gewonnenem Remissionswerte einer Tiefpassfilterung unterworfen werden.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
für jeden Bildpunkt zu dem ihm zugeordneten Remissionsdifferenzwert die Remissionsdifferenzwerte
der ihn umgebenden Bildpunkte mit enfernungsabhängiger Wichtung algebräisch hinzuaddiert
werden und dass der Schwellenwertentscheid anhand dieser addierten Werte erfolgt.