| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 012 823 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
16.09.1981 Patentblatt 1981/37 |
| (22) |
Anmeldetag: 08.11.1979 |
|
|
| (54) |
Ausbau von Untertage liegenden Räumen
Lining for underground cavities
Soutènement pour cavités souterraines
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
BE CH DE FR GB NL SE |
| (30) |
Priorität: |
09.12.1978 DE 2853279
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
09.07.1980 Patentblatt 1980/14 |
| (71) |
Anmelder: Ruhrkohle Aktiengesellschaft |
|
45128 Essen (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Schlütter, Aloys, Dipl.-Ing.
D-4152 Kempen (DE)
- Bernd, Kopp, Dipl.-Ing.
D-4100 Duisburg (DE)
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Ausbau für untertage liegende Räume, wie Tunnel, Stollen
und Schächte, wie er im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannt ist.
[0002] Derartige Räume werden üblicherweise mit einer Tragschicht aus Beton versehen. Vor
der Tragschicht befindet sich eine Wasserabdichtung. Die Wasserabdichtung erfolgt
mit einer zwischen der Tragschicht und dem Gebirge angeordneten Folie.
[0003] Ein derartiger Ausbau wird häufig an den Stellen eingebracht, an denen Wasser zusitzt
oder wo mit zusitzendem Wasser gerechnet werden muss. Die Folie hat dann die Aufgabe,
das Wasser abzuleiten, wobei es in der Regel genügt, wenn das an der Firste und an
den Stössen zusitzende Wasser auf die Sohle und dort in die in der Regel mitgenommene
Wasserseige abgeleitet wird. Zu diesem Zweck wird die zumeist dünne und aus Kunststoff
bestehende Folie gegen eine Beschädigung bzw. Zerstörung durch das drückende Wasser
und Gebirgsbewegungen geschützt.
[0004] Der notwendige Schutz erfolgt in der Regel mit Hilfe von Beton. Der Beton wird zunächst
auf den Gebirgsstoss aufgespritzt. Auf diese Betonschicht wird die Folie vor Verlegen
der eigentlichen Tragschicht aufgebracht, welche den Ausbauwiderstand erzeugen soll.
Diese Tragschicht besteht zumeist ebenfalls aus Beton, wobei auch hier das Betonspritzverfahren
zur Anwendung gelangt.
[0005] Die Verwendung von Spritzbeton ist eine sehr aufwendige Technik. Das gilt insbesondere
für die Ausfüllung von Hohlräumen mit Spritzbeton, der gleichzeitig als Auflage für
die Abdichtung dienen soll. Häufig entstehen durch das Aussprengen des Gesteins grössere
Hohlräume als erwünscht, die mit dem Spritzbeton verfüllt werden müssen.
[0006] Aus den DE-A 1 609 328, 1 784 259 und 2 307 090 ist es bekannt, den Ausbau unter
teilweiser Offenlassung der Klüfte einzubringen. Am weitesten geht dabei der Vorschlag
nach der DE-A 2 307 090, der einen Form- und Stützkörper für den Betonausbaü vorsieht.
Der bekannte Form-und Stützkörper besteht aus einem Drahtgitter und einer Dichtungsbahn
und wird unter teilweiser Offenlassung der Klüfte an der Gebirgswand befestigt. Dabei
ist die Dichtungsbahn ausbrechendem Gestein weitgehend ausgesetzt, so dass es zu Beschädigungen
kommen kann. Ferner kann sich der Zwischenraum zwischen Gebirge und Abdichtungsbahn
zusetzen und dadurch zusitzendes Wasser nicht mehr wirkungsvoll abgeleitet werden.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bei einem Ausbau der in der DE-A
2 307 090 gezeigten Art Beschädigungen der Dichtungsbahn zu vermeiden und zusitzendes
Wasser gezielt abzuleiten. Das wird nach der Erfindung dadurch erreicht, dass das
Drahtgitter eine seine Fläche abdeckende Beschichtung aufweist. Die Beschichtung besteht
vorzugsweise aus Glasfasern oder Kunststoffasern und kann wahlweise beiderseits des
Drahtgitters angebracht werden.
[0008] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 einen erfindungsgemässen Tunnel oder Streckenausbau im Ausschnitt;
Fig. 2 eine Einzelheit des Ausbaus nach Fig. 1.
[0009] Mit 1 ist eine durch Aussprengen entstandene Gebirgswand aus Kalkstein bezeichnet.
Die Gebirgswand 1 besitzt Klüfte 2 und Felsvorsprünge 3.
[0010] An der Gebirgswand 1 des entstandenen Tunnels bzw. Strecke befindet sich ein Drahtgitter
4. Das Drahtgitter 4 ist entweder einstückig oder aus Drahtmatten zusammengesetzt.
Das Zusammensetzen der Drahtmatten geschieht durch Verbinden der Matten an den Stossstellen.
[0011] Das Drahtgitter besitzt eine Form, die der gewünschten Ideallinie des Tunnels bzw.
der Strecke möglichst nahekommt. Dabei liegt das Drahtgitter 4 an den Felsvorsprüngen
3 an, so dass es dort eine Abstützung erfährt. Ausserdem ist das Drahtgitter 4 dort
mit geeigneten, bei 5 strichpunktiert dargestellten Dübeln oder Ankern in den Felsvorsprüngen
befestigt. Die Dübel 5 geben dem Drahtgitter zusätzlichen Halt.
[0012] Das Drahtgitter 4 ist beidseitig beschichtet. Es liegt zwischen Schichten 6 aus Glasfasern
oder Kunststoffasern. Die Beschichtung erfolgt durch Auflegen von Bahnen oder Einweben
des Drahtgitters 4 in die Fasern bzw. Beflocken des Drahtgitters 4. Die Glasfasern
oder Kunststoffasern bilden ein Faservlies.
[0013] An der Innenseite des so beschichteten Drahtgitters ist eine Dichtungsbahn 7 aus
Kunststoff angebracht. Die Dichtungsbahn 7 ist vorzugsweise mit der Beschichtung fest
verbunden. Das geschieht durch Aufkaschieren bzw. Aufschweissen.
[0014] Das Drahtgitter 4, die Beschichtung 6 und die Dichtungsbahn 7 dienen der Formgebung
des Betonausbaus. Die dazu vorgesehene Betonschicht wird aufgespritzt oder mit Hilfe
einer weiteren Schalung aufgebracht. Die weitere Schalung ist dann innerhalb des vom
Drahtgitter 4 umschlossenen Hohlraums angeordnet und bestimmt die lichte Öffnungsweite
des Schachtausbaus bzw. Tunnelausbaus. Zwischen dieser nicht dargestellten weiteren
Schalung und dem durch Drahtgitter 4, Beschichtung 6 und Dichtungsbahn 7 gebildeten
Form- und Stützkörper wird der Beton eingepumpt und in üblicher Weise durch Rütteln
nachbehandelt.
[0015] Nach Verfestigung des Betonausbaus verbleibt das Drahtgitter 4 mit der Beschichtung
6 und der Dichtungsbahn 7 zwischen dem Betonausbau und der Gebirgswand 1. Die Dichtungsbahn
7 schützt den Betonausbau vor austretendem Wasser. Dieses Wasser wird zur Tunnel-
oder Schachtsohle in eine nicht dargestellte Sohldrainage gelenkt. Dabei gewährleistet
die erfindungsgemässe Beschichtung auch dann einen weitgehend drucklosen Wasserabfluss,
wenn sich die vorher offengelassenen Klüfte zusetzen. Gleichzeitig schützen die Beschichtung
6 und das Drahtgitter 4 die Abdichtungsbahn 7 vor ausbrechendem Gestein.
1. Ausbau für untertage liegende Räume, wie Tunnel, Stollen, Schächte, wobei ein Form-
und Stützkörper (4,7) bestehend aus einem Drahtgitter (4) und einer Dichtungsbahn
(7) unter teilweiser Offenlassung der Klüfte an der Gebirgswand befestigt ist, dadurch
gekennzeichnet, dass das Drahtgitter (4) eine seine Fläche abdeckende Beschichtung
(6) aufweist.
2. Ausbau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (6) aus Glasfasern
oder Kunststoffasern besteht.
3. Ausbau nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (6)
zu beiden Seiten des Drahtgitters (4) angebracht ist.
1. Soutènement pour cavités souterraines, telles que des tunnels, des galeries, des
puits, dans lequel un corps de formage et de protection (4, 7), constitué d'un treillis
de fils métalliques (4) et d'une bande d'étanchéité (7), est fixé sur la paroi rocheuse,
tout en laissant partiellement ouvertes les failles, caractérisé en ce que le treillis
de fils métalliques (4) présente un revêtement (6) recouvrant sa surface.
2. Soutènement suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le revêtement (6)
est constitué de fibres de verre ou de fibres de substance synthétique.
3. Soutènement suivant l'une ou l'autre des revendications 1 et 2, caractérisé en
ce que le revêtement (6) est appliqué des deux côtés du treillis de fils métalliques
(4).
1. Support for spaces lying underground, such as tunnels, galleries, shafts, where
a body (4, 7) giving shape and support, consisting of a wire lattice (4) and a sealing
sheet (7), is secured to the rock wall, leaving the fissures partially empty, characterised
in that the wire lattice (4) has a coating (6) covering its surface.
2. Support according to claim 1, characterised in that the coating (6) consists of
glass fibres or plastics fibres.
3. Support according to claim 1 or 2, characterised in that the coating (6) is applied
to both sides of the wire lattice (4).