[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum kontinuierlichen
Aufschliessen von Pflanzenfasermaterial mit organischem Lösungsmittel.
[0002] Die wirtschaftlich bedeutenden Verfahren zum Aufschluss von cellulosehaltigen Faserrohstoffen
arbeiten heute nach dem Sulfat- oder dem Sulfitverfahren.
[0003] Wesentliche Nachteile dieser Verfahren sind die notwendige Grösse von etwa 800 bis
1000 Tagestonnen, um wirtschaftlich zu arbeiten, und die enorme Umweltbelastung in
Form von Abwasser und Abgasen, insbesondere weil diese Schwefelverbindungen enthalten.
[0004] Die Möglichkeit, cellulosehaltige Pflanzenfasermaterialien mit organischen Lösungsmitteln
aufzuschliessen, wurde bereits in der US-A-1 856 567 aufgezeigt.
[0005] In der DE-A-2637449 ist ein Lösungsmittelextraktionsverfahren zur Herstellung von
Cellulosepulpe beschrieben, bei dem Lignin aus fein zerteiltem fasrigen Pflanzenmaterial
bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck mit einer wässrigen Lösung eines niederen
aliphatischen Alkohols extrahiert wird. Dieses Verfahren arbeitet mit einer Mehrzahl
von satzweise arbeitenden Extraktoren, wobei in jedem Extraktor eine Reihe von Arbeitsstufen
aufeinanderfolgen. Dieses bekannte Verfahren eignet sich nicht für eine kontinuierliche,
wirtschaftliche Herstellung von Zellstoff aus Pflanzenfasermaterial. Die Anlagekosten
sind aufgrund der erforderlichen grossen Anzahl von Extraktoren unverhältnismässig
hoch. Insbesondere ist die Aufheizzeit pro Charge, wenn nicht unverhältnismässig grosse
Lösungsmittelmengen verwendet werden sehr lange, so dass bereits vor Erreichen der
hohen, für die Lösung des Lignins erforderlichen Temperatur hydrolytische Abbaureaktionen
der Cellulose und Hemicellulose erfolgen. Deshalb ist es mit dem bekannten Verfahren
nicht möglich, Zellstoffe für die Papierherstellung mit ausreichender Festigkeit zu
gewinnen.
[0006] In der US-A-3 585 104 und der DE-B-2 644 155 werden kontinuierliche Aufschluss- und
Rückgewinnungsverfahren für pflanzliche Faserrohstoffe zur Herstellung von Zellstoff
unter Einsatz von organischem Lösungsmittel beschrieben. Bei diesen Verfahren wird
keine Vorimprägnierung angewandt. Aus diesem Grund kommt es leicht zu einer Blockierung
des Materialflusses, zumal ein zwangsweiser Transport durch den Reaktor nicht vorgesehen
ist. Bei den bekannten Verfahren wird das aufgeschlossene Material nach dem Kochen
mit kaltem organischem Lösungsmittel gewaschen. Durch Waschen mit kaltem Lösungsmittel
werden Ligninreste jedoch nicht entfernt. Das organische Lösungsmittel wird anschliessend
in einer Schraubenpresse vom aufgeschlossenen Material abgepresst. Anschliessend wird
das aufgeschlossene Material in einer getrennten Einrichtung mit einer wässrigen Natriumhydroxidlösung
gewaschen. Diese Lösung wird schliesslich in einer zweiten Schraubenpresse abgepresst.
Diese Verfahrensführung ist wenig wirksam und sehr aufwendig. Insbesondere führt die
Notwendigkeit, das organische Lösungsmittel aus dem aufgeschlossenen kalten Material
auszutreiben, zu einem erhöhten Energieaufwand.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
kontinuierlichen Aufschliessen von Pflanzenfasermaterial mit organischem Lösungsmittel
zu schaffen, wobei die wesentlichen Bestandteile des Pflanzenfasermaterials, nämlich
Lignin, Hemicellulose und Cellulose, getrennt und in reiner Form gewonnen werden können,
das im industriellen Massstab wirtschaftlich arbeitet, das sich durch eine einfache
Verfahrensführung auszeichnet, wobei insbesondere die vorstehend geschilderten Nachteile
der bekannten Verfahren vermieden werden, und das einen hochwertigen und leicht bleichbaren
Zellstoff liefert.
[0008] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum kontinuierlichen Aufschliessen von
Pflanzenfasermaterial, bei dem das Pflanzenfasermaterial im Gegenstrom mit organischem
Lösungsmittel behandelt wird und wobei das Pflanzenfasermaterial am Kopf eines Reaktors
mittels einer Einbringvorrichtung eingebracht und durch diesen nach unten geführt
und am Reaktorboden Cellulose ausgebracht wird, organisches Lösungsmittel im Gegenstrom
zum Pflanzenfasermaterial nach oben geführt und am Kopf des Reaktors abgezogen wird,
und die beladene Extraktionsflüssigkeit in die wesentlichen Bestandteile Lignin, Hemicellulose
und Lösungsmittel getrennt wird, das dadurch gekennzeichnet ist, dass das Pflanzenfasermaterial
in einer Imprägniereinrichtung mit organischem Lösungsmittel imprägniert wird, das
imprägnierte Pflanzenfasermaterial zwangsweise durch den Reaktor nach unten geführt
wird, in der Reaktormitte organisches Lösungsmittel mit einer Temperatur zwischen
130 und 210°C als Extraktionsflüssigkeit eingebracht wird, und am Boden des Reaktors
Wasser als Waschflüssigkeit eingespeist, im Gegenstrom zu dem Pflanzenfasermaterial
nach oben geführt und in der Reaktormitte abgezogen wird.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Aufschliessen
von Pflanzenfasermaterial mit organischem Lösungsmittel, bei der eine Vorbehandlungseinrichtung
für das Pflanzenfasermaterial direkt über eine Druckschleuse mit dem Kopf des Reaktors
in Verbindung steht und am Reaktorboden ein Auslass für das aufgeschlossene Pflanzenfasermaterial,
am Reaktorkopf ein Abzug für die beladene Extraktionsflüssigkeit sowie Trenneinrichtungen
für die Separierung von Lignin, Hemicellulose und Lösungsmittel vorgesehen sind, die
dadurch gekennzeichnet ist, dass die Vorbehandlungseinrichtung ein als Schneckenförderer
ausgebildeter Imprägnierer ist, in dem Reaktor integral eine Kochzone und eine Waschzone
vorgesehen sind, der Reaktor am Boden einen oder mehrere Einlässe für die Waschflüssigkeit
im Mittelbereich, eine Abführung für die Waschflüssigkeit und eine oder mehrere Zuführungen
für die Extraktionsflüssigkeit und im Reaktorkopf eine Einbringvorrichtung für das
Pflanzenfasermaterial umfasst.
[0010] Die Vorteile des erfindungsgemässen Verfahrens liegen insbesondere darin, dass wirtschaftliche
Betriebsgrössen bereits mit 50 bis 100 Tagestonnen erreicht werden, dass die neben
der Cellulose im Rohmaterial enthaltenen Rohstoffe, nämlich Hemicellulose und Lignin,
weitgehend in nativer Form erhalten werden, und dass die zur Extraktion verwendeten
organischen Lösungsmittel beispielsweise durch einfache Destillation und anschliessende
Kondensation wiedergewonnen und wiederverwendet werden können.
[0011] Die kontinuierliche Wiedergewinnung der eingesetzten Lösungsmittel ist praktisch
verlustlos.
[0012] Das Verfahren ist für alle pump-, schütt- und rieselfähigen cellulosehaltigen Rohstoffe
anwendbar. Insbesondere kommen als Rohstoffe Hölzer einheimischer und tropischer Provenienz
sowie Einjahrespflanzen, wie Stroh und Bagasse, in Betracht.
[0013] Die mit dem erfindungsgemässen Verfahren gewonnene Cellulose eignet sich aufgrund
ihrer hohen Qualität ausgezeichnet zur Papierherstellung.
[0014] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren gelingt es jedoch, ausser Cellulose die weiteren
wesentlichen Bestandteile des Pflanzenfasermaterials in nativer, reiner Form zu gewinnen,
so dass diese Produkte für eine Weiterverarbeitung in verschiedenen Bereichen zur
Verfügung stehen.
[0015] Bei den bisher einzigen im grossen Umfang eingesetzten Aufschlussverfahren, nämlich
dem Sulfit- und dem Sulfat-Verfahren, fielen die Hemicellulosen und das Lignin in
Form von Derivaten an, die sich als Rohstoffe zur Weiterverarbeitung nicht eigneten.
Diese an sich wertvollen Substanzen wurden daher bisher als reine Abfallprodukte behandelt
oder verbrannt.
[0016] Demgegenüber gestattet es das erfindungsgemässe Verfahren nunmehr erstmals die weiteren
wesentlichen Bestandteile, nämlich Lignin und Hemicellulosen, in Form von reinen,
wertvollen Rohstoffen zu gewinnen.
[0017] Die Hemicellulosen eignen sich für vielfältige Verwendungen, wobei ihr Einsatz insbesondere
in folgenden Bereichen hervorzuheben ist: Herstellung von Zuckern, insbesondere Sorbit
und Mannit; Herstellung von Verdickungsmitteln, Klebstoffen, Schlichte- und Verdickungsmittel
für die Papier-, Textil- und Lackindustrie; Weiterverarbeitung zu Alkohol durch Vergärung.
Hervorzuheben ist, dass es vorteilhaft sein kann, den aus den Hemicellulosen gewonnenen
Alkohol als Lösungsmittel bei dem erfindungsgemässen Verfahren wieder einzusetzen.
[0018] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren gelingt es, Lignin in nativer und weitgehend
reiner Form zu gewinnen. Lignin stellt einen äusserst wertvollen Rohstoff dar. Es
fällt bei dem Verfahren als Polyol an und eignet sich insbesondere zur Herstellung
von Kunstharzen. Insbesondere kommt eine Umsetzung mit Aldehyden in Betracht. Als
Kunstharze, die ausgehend von Lignin erhalten werden können, seien insbesondere hervorgehoben
Polyurethane, Acetalharze, Epoxidharze und Phenolharze.
[0019] Als Extraktionsflüssigkeit werden organische Lösungsmittel eingesetzt. Die organischen
Lösungsmittel sollen vorzugsweise mit Wasser in jedem Verhältnis mischbar sein. In
Betracht kommen insbesondere aliphatische Alkohole mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen,
einschliesslich mehrwertiger Alkohole, wie Glycol und Glycerin, aromatische und aliphatische
Amine, Ketone, wie Aceton und Methyläthylketon, Äther, wie Tetrahydrofuran und Dioxan,
und Lösungsmittel, wie Dimethylformamid und Dimethylsulfoxid. Bevorzugt werden als
Lösungsmittel aliphatische Alkohole, insbesondere Äthylalkohol und Isopropylalkohol,
verwendet. Die Lösungsmittel können in reiner Form oder als Mischungen mit Wasser
eingesetzt werden. Bei wässrigen Mischungen kommen Konzentrationen des Lösungsmittels
im Wasser von 40 und 60% in Betracht. Bezogen auf das aufzuschliessende Pflanzenfasermaterial,
wird vorzugsweise mit einem zwei- bis fünffachen Extraktionsmittelvolumen gearbeitet.
[0020] Die Imprägnierung kann bei atmosphärischem Druck, was bevorzugt wird, oder bei Überdruck
durchgeführt werden. Sie kann bei Raumtemperatur oder erhöhter Temperatur durchgeführt
werden, wobei eine Temperatur zwischen 40 und 80°C, insbesondere etwa 60°C, bevorzugt
wird.
[0021] In der Koch- oder Extraktionszone wird vorzugsweise bei Temperaturen zwischen 130
und 210°C, insbesondere zwischen 180 und 200°C, extrahiert. Der Druck im Reaktor liegt
zwischen 1 und 40 bar, vorzugsweise zwischen 15 und 25 bar.
[0022] Die weitere Verarbeitung des aus dem Reaktor austretenden, aufgeschlossenen und gewaschenen
Pflanzenfasermaterials, d. h. der Cellulose, erfolgt in üblicher Weise, so dass darauf
nicht näher eingegangen werden muss.
[0023] Die aus dem Reaktor austretende Extraktionsflüssigkeit, die mit den Stoffen beladen
ist, die aus dem Pflanzenfasermaterial extrahiert wurden, wird in ihre Bestandteile,
d.h. im wesentlichen Lignin, Hemicellulose und Lösungsmittel, getrennt.
[0024] Die Abtrennung des Lösungsmittels, vorzugsweise des Alkohols, kann in einfacher Weise
durch Destillation, Strippen oder Entspannung erfolgen. Die verbleibende wässrige
Phase, die Lignin und Hemicellulose enthält, kann beispielsweise dadurch in ihre Bestandteile
getrennt werden, dass durch die Konzentrationsverschiebung durch die Entfernung des
Alkohols und durch Temperaturerniedrigung das Lignin zur Ausfällung gebracht wird
und dieses in geeigneter Weise, beispielsweise mittels einer Schneckenpresse, Zentrifuge
oder einem Schwerphasenabscheider, isoliert wird. Die verbleibenden Hemicellulosen
können dann ihrerseits einer Reindarstellung und Weiterverarbeitung zugeführt werden.
[0025] Bei dem erfindungsgemässen Verfahren ist die Imprägnierung des Pflanzenfasermaterials,
das meist in Form von Holzhackschnitzeln vorliegt, von Bedeutung. Im Gegensatz zu
konventionellen, kontinuierlichen Zellstoffherstellungsverfahren nach dem Sulfat-
oder Sulfitverfahren, bei denen eine aufwendige Imprägnierung unerlässlich ist, um
eine ausreichende Zellstoffqualität zu gewährleisten, kann die Imprägnierung beim
vorliegenden Verfahren in einfacher Weise erfolgen.
[0026] Bei den konventionellen Sulfat- oder Sulfitverfahren erfüllt die Imprägnierung im
wesentlichen folgende Funktionen. Nicht kondensierbare Gase und Terpene werden aus
den Hackschnitzeln ausgetrieben, so dass keine Beeinflussung des Wärmeübergangs und
der Diffusion der Kochchemikalien in die Hackschnitzel erfolgt. Die Hackschnitzel
adsorbieren Kondensatdampf, wobei gleichzeitig die Dichte erhöht wird. Die Feuchtigkeit
verdrängt Luft von der Hackschnitzeloberfläche. Durch diese beiden Effekte wird gewährleistet,
dass die Hackschnitzel in der Kochlauge relativ rasch untersinken. Die Temperatur
und der Feuchtigkeitsgehalt der Hackschnitzel werden angehoben und vergleichmässigt,
so dass im Reaktor eine gleichmässige Kochung erfolgt. Temperatur und Feuchtigkeit
führen zu einem Anquellen der Hackschnitzel, so dass die Imprägnierung mit den anorganischen
Bestandteilen der Kochlauge erleichtert wird.
[0027] Eine ungenügende Imprägnierung der Hackschnitzel kann dann, wenn bei auf Kochtemperatur
befindlichen Hackschnitzeln im Kern der Schnitzel keine Kochlauge vorhanden ist, zu
einer übermässigen Kondensation des Lignins und damit zu den berüchtigten Schwarzkochungen
führen.
[0028] Üblicherweise wird die Vorimprägnierung von Hackschnitzeln verfahrenstechnisch folgendermassen
durchgeführt: Die Hackschnitzel werden über eine Dosiereinrichtung in einen sogenannten
Dämpfbehälter eingebracht. Hier werden die Hackschnitzel bei Drücken von 1 bis 3 bar
mit Sattdampf behandelt. Die Dampfvorbehandlung erfolgt aus den oben erwähnten Gründen.
Die mit Dampf beheizten Hackschnitzel werden anschliessend in einen Imprägniertank
befördert. Hier beginnt die eigentliche Imprägnierung mit Kochlauge. Aus dem Imprägniertank
werden die mit Kochlauge gesättigten Hackschnitzel dann mittels einer Hochdruckfördereinrichtung
hydraulisch in ein schräg liegendes Separationsrohr am Kopf des Reaktors gepumpt.
Die Hackschnitzel werden mittels einer Förderschnecke in den Reaktorkopf befördert.
Der lmprägnierlaugenüberschuss wird über ein im Separationsrohr befindliches zylindrisches
Sieb zum Imprägniertank zurückgeführt.
[0029] Bei dem erfindungsgemässen Verfahren, bei dem anstelle anorganischer Kochlaugen Lösungsmittel
bzw. Lösungsmittel/Wasser-Gemische verwendet werden, ergeben sich wesentliche verfahrenstechnische
Vereinfachungen der Imprägniereinrichtung. Der wesentliche Vorteil von Lösungsmittel/Wasser-Gemischen
liegt in der weitaus höheren Benetzungsgeschwindigkeit und Diffusion in die Hackschnitzel
im Vergleich zu üblichen Kochlaugen auf Basis von Lösungen anorganischer Salze.
[0030] Durch das organische Lösungsmittel werden die Terpene und Harze entfernt, die die
Penetration der Aufschlussflüssigkeit stören. Aus diesem Grund kann der Einsatz einer
unter Überdruck betriebenen Dämpfeinrichtung vollkommen entfallen. Es versteht sich,
dass bei dem erfindungsgemässen Verfahren jedoch trotzdem eine Dämpfung der Hackschnitzel
vorgenommen werden kann.
[0031] Um eine zufriedenstellende Imprägnierung mit dem organischen Lösungsmittel zu erreichen,
kann die ganze Imprägniervorrichtung auf ein am Kopf des Reaktors befindliches, schräg
stehendes Imprägnierrohr reduziert werden. Die Hackschnitzel werden mittels einer
Schnecke in dem mit Extraktionsflüssigkeit gefüllten Steigrohr nach oben gedrückt.
Durch die Vorwärmung der Extraktionsflüssigkeit, beispielsweise mit Sattdampf, auf
Temperaturen von etwa 60°C wird eine weitere Verbesserung der Imprägnierung erreicht.
Die Verweilzeit der Hackschnitzel in der Imprägnierzone beträgt beispielsweise je
nach Durchsatz zwischen 1 und 15 min, vorzugsweise 2 bis 5 min. Die Hackschnitzel
sind dann ausreichend mit Extraktionsflüssigkeit imprägniert, um in der Kochzone ein
sofortiges Untertauchen zu gewährleisten. Durch die drucklose Imprägnierung mit dem
organischen Lösungsmittel wird eine gleichmässige Konzentrationsverteilung des Lösungsmittels
im Rohstoff erzielt und damit eine definierte Ausgangsbasis für die Extraktionsstufe
erreicht.
[0032] Das Einbringen der Hackschnitzel gegen den hohen, im Extraktionsgefäss herrschenden
Druck erfolgt vorzugsweise mittels einer im Takt gesteuerten Druckschleuse. Es ist
vorteilhaft, die Druckschleuse mit Druck, vorzugsweise mittels Wasserdampf, zu beaufschlagen,
um die Druckdifferenz zwischen Druckschleuse und Reaktor gering zu halten und dadurch
Druckschwankungen im Reaktor zu vermeiden. Erfolgt die Vorimprägnierung drucklos und
arbeitet der Reaktor bei 18 bar, ist es beispielsweise vorteilhaft, Wasserdampf mit
16 bar in die Druckschleuse einzuführen.
[0033] Die imprägnierten Hackschnitzel lassen sich dann problemlos mit einer Einbringvorrichtung,
vorzugsweise einer Schnecke, unter den Flüssigkeitsspiegel im Extraktionsreaktor eindrücken.
Die Einbringvorrichtung bewirkt ferner, dass die Hackschnitzel zwangsweise durch den
Reaktor gefördert werden. Aufgrund des Vorimprägnierens und der zwangsweisen Förderung
kommt es mit Sicherheit nicht zur Ausbildung von Hackschnitzelbrücken an der Eintragstelle
und damit zu einer Blockierung des Materialflusses.
[0034] Beim kontinuierlichen Zellstoffkochungsverfahren auf Sulfit- bzw. Sulfatbasis kann
der Kocher in vier Reaktionszonen unterteilt werden. Die erste Zone ist eine Imprägnierzone.
Eine Imprägnierzone ist beim konventionellen Sulfit- oder Sulfataufschluss trotz der
Vorimprägnierung notwendig, um eine einwandfreie Sättigung der Hackschnitzel mit Kochchemikalien
zu erreichen. Ohne eine absolut gleichmässige Vorimprägnierung kommt es aufgrund der
parallel zum Ligninabbau verlaufenden Ligninkondensation zu Schwarzkochungen. In der
auf die Imprägnierzone folgenden Aufheizzone werden die Hackschnitzel auf die gewünschte
Kochtemperatur gebracht. Darauf folgt die Kochzone, in der der eigentliche Ligninabbau
erfolgt. Daran schliesst sich eine Wasch- und Kühlzone, in der die Entfernung der
gelösten Abbaubestandteile durch Gegenstromextraktion mit heissem Wasser erfolgt.
Das Waschwasser wird als Quenchflüssigkeit zum Abstoppen der chemischen Abbaureaktion
eingesetzt.
[0035] Bei dem erfindungsgemässen Verfahren unter Anwendung organischer Lösungsmittel als
Extraktionsflüssigkeit kann die verfahrenstechnische Führung der Aufschlussreaktion
wesentlich vereinfacht werden. Der Reaktor umfasst nur zwei Zonen, nämlich eine Kochzone
und eine Waschzone.
[0036] Aufgrund der leichten Imprägnierbarkeit der Hackschnitzel mit dem organischen Lösungsmittel
ist keine weitere Imprägnierzone erforderlich.
[0037] Die Hackschnitzel werden am Kopf des Reaktors in die Kochflüssigkeit eingetragen,
wobei bei Extraktionsflüssigkeitstemperaturen zwischen 130 und 210 °C gearbeitet wird.
Die Kochung erfolgt im Gegenstrom, wobei die Delignifizierung der Hackschnitzel praktisch
augenblicklich bei Kontakt mit der heissen Extraktionsflüssigkeit beginnt. Es ist
für die Erzielung ausreichender Delignifizierungsraten notwendig, möglichst schnell
eine ausreichend hohe Temperatur der Hackschnitzel zu erreichen. Der Ligninabbau mittels
organischer Lösungsmittel bzw. Lösungsmittel/Wasser-Gemische ist im wesentlichen ein
thermischer Radikalabbau und erreicht erst bei höheren Temperaturen eine für die Praxis
ausreichende Geschwindigkeit. Da die Ligninkondensation und damit Verunlöslichung
jedoch bereits bei niedrigen Temperaturen beginnt, bedeutet eine zu lange Aufheizperiode,
dass das Lignin nur unvollständig extrahiert werden kann. Das notwendige schnelle
Aufheizen der Hackschnitzel erfolgt bei dem erfindungsgemässen Verfahren aufgrund
der Führung der imprägnierten Hackschnitzel im Gegenstrom zur heissen Extraktionsflüssigkeit.
[0038] Die frische Extraktionsflüssigkeit wird bei dem Verfahren vorzugsweise durch eine
Ringleitung von der Peripherie des Reaktors aus eingespeist. Anstatt oder vorzugsweise
zusätzlich zur Einspeisung von der Peripherie her kann Extraktionsflüssigkeit in der
Reaktormitte, beispielsweise über eine Hohlwelle, eingespeist werden. Die im Gegenstrom
zu den Hackschnitzeln nach oben steigende Extraktionsflüssigkeit wird am Kopf des
Reaktors abgezogen. Durch Destillation und Kondensation wird das organische Lösungsmittel
wiedergewonnen und im Kreislauf zurückgeführt.
[0039] Am Boden des Reaktors wird Wasser, das kalt oder warm sein kann, als Waschflüssigkeit
eingespeist, welches sich im Kontakt mit den nach unten wandernden Hackschnitzeln
erhitzt. Die Einspeisung erfolgt vorzugsweise über eine periphere Ringleitung und/oder
eine in der Reaktorachse angeordnete Hohlwelle. Aufgrund der hohen Diffusionsgeschwindigkeit
organischer Lösungsmittel wird bei der Gegenstromwäsche der Hackschnitzel das Lösungsmittel
aus dem weitestgehend delignifizierten Material praktisch vollständig entfernt. In
der Mitte des Reaktors wird die mit Lösungsmittel und Abbauprodukten beladene Waschflüssigkeit
im allgemeinen zusammen mit einem Teil der heissen Kochflüssigkeit abgezogen.
[0040] Vorzugsweise wird der abgezogenen Waschflüssigkeit, beispielsweise mittels einer
Dosierpumpe, Lösungsmittel in einer solchen Menge zugesetzt, dass die gewünschte Zusammensetzung
der Extraktionsflüssigkeit wieder erreicht wird. Die Extraktionsflüssigkeit wird dann,
beispielsweise über einen Wärmetauscher, auf die erforderliche Temperatur gebracht
und über eine periphere Ringleitung und/oder eine Hohlwelle in der Reaktormitte eingespeist.
[0041] Wesentlich bei dem erfindungsgemässen Verfahren ist, dass die Waschflüssigkeit nicht
zum Quenchen der Reaktion dient, sondern eine Komponente der in den Reaktor eingespeisten
Extraktionsflüssigkeit darstellt.
[0042] Schwankungen des Prozesses und des Rohmaterials, die Veränderungen in der Zusammensetzung
der Extraktionsflüssigkeit bedingen, können bei dem erfindungsgemässen Verfahren leicht
ausgeglichen werden.
[0043] Vorteilhaft ist ferner, dass die Hackschnitzel im Gegenstrom mit reinem Wasser bei
verhältnismässig hoher Temperatur gewaschen werden. Aufgrund der niedrigen Konzentration
des Waschwassers an organischem Lösungsmittel ist die Waschung viel wirksamer als
eine Waschung, bei der reines Extraktionsmittel als Waschflüssigkeit verwendet wird.
[0044] Das aufgeschlossene Material wird üblicherweise über einen Blastank ausgetragen,
gegebenenfalls nochmals gewaschen, und dann in üblicher Weise sortiert und weiterverarbeitet.
[0045] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0046] Die einzige Figur zeigt ein Fliessbild der Imprägnier-, Extrahier-, Wasch- und Trennstufe
des erfindungsgemässen Verfahrens.
[0047] Das Pflanzenfasermaterial, beispielsweise Holzschnitzel, wird über die Eintragsvorrichtung
16 in den bei Atmosphärendruck und bei einer Temperatur von 600C arbeitenden lmprägnierer
1 eingebracht. Über Leitung 17 wird dem Imprägnierer ein Äthanol-Wasser-Gemisch zugeführt.
Die durchtränkten Hackschnitzel werden mittels der Transportschnecke 18 durch den
schräg liegenden Imprägnierer nach oben gefördert und über eine Austragsvorrichtung
19 einer Druckschleuse 2 zugeführt. Die mit Druck beaufschlagten Hackschnitzel werden
dann in den Reaktor 3 oben eingeführt.
[0048] Im Reaktor werden die Schnitzel von der vertikal angeordneten Schnecke 20 unter das
Flüssigkeitsniveau gedrückt und durch den Reaktor nach unten geführt. Auf ihrem Weg
durch den Reaktor werden die Schnitzel zuerst von heisser Extraktionsflüssigkeit im
Gegenstrom durchströmt, wobei das sich lösende Lignin und andere Cellulosebegleiter
aus den Schnitzeln durch Diffusion herausgezogen und von der aufwärts strömenden Extraktionsflüssigkeit
weggeführt werden.
[0049] Die mit Extrakt angereicherte Extraktionsflüssigkeit verlässt den Reaktor über Leitung
10. Die Extraktionsflüssigkeit wird dann über einen Kühler 23 einem Ablaugenentspannungsgefäss
24 zugeführt. Die freiwerdenden Lösungsmittelbrüden werden in einem Brüdenkondensator
25 kondensiert und das Lösungsmittel über Leitung 33 im Kreislauf in den Prozess zurückgeführt.
[0050] Die verbleibende wässrige Lösung aus Hemicellulosen und Lignin wird mit einer Pumpe
26 über einen weiteren Kühler 27 einer Schneckenpresse 28 zugeführt. An die Stelle
der Schneckenpresse können eine Zentrifuge oder ein Schwerphasenabscheider treten.
Bei niederer Temperatur fällt in der Schneckenpresse das Lignin aus und wird von den
Hemicellulosen getrennt. Die Hemicellulosen und das Lignin, die über Leitungen 29
bzw. 30 abgezogen werden, können dann getrennt einer Weiterverarbeitung zugeführt
werden.
[0051] Am Ende der Kochzone 4 ist die Auflösung der Cellulosebegleiter abgeschlossen. Die
Kochflüssigkeit wird in der anschliessenden Waschzone 5 durch aufsteigendes Wasser
aus dem aufgeschlossenen Material ausgewaschen und mit diesem in der Mitte des Reaktors
über Abführung 8, Leitung 11 und Pumpe 21 abgezogen. Über Leitung 15 wird der Waschflüssigkeit
frisches Lösungsmittel zudosiert, und nach Aufheizen im Wärmetauscher 14 wird sie
als Extraktionsflüssigkeit über Leitungen 13, 13' durch die oben in den Reaktor reichende
Hohlwelle 22 durch Zuführung 9 in der Mitte des Reaktors und über Ringleitung 31 eingespeist.
[0052] Frisches Lösungsmittel wird dem Prozess über Leitung 34 zugeführt.
[0053] Der ausgewaschene Zellstoff wird am Ende der Waschzone 5 über Auslass 7 aus dem Reaktor
abgezogen. Waschflüssigkeit in Form von Wasser wird dem Reaktor am Reaktorboden über
die periphere Ringleitung 32 und/oder die Hohlwelle 6 zugeführt.
[0054] Es versteht sich, dass die einzelnen Stoffströme mittels geeigneter Mess- und Regelvorrichtungen
gesteuert werden.
[0055] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren werden Zellstoffe ausgezeichneter Qualität und
Bleichbarkeit erhalten, die sich bestens als Rohstoff für die Papierherstellung eignen.
Hemicellulosen und Lignin werden in reiner Form erhalten und sind als wertvolle Rohstoffe
vielfältig einsetzbar.
1. Verfahren zum kontinuierlichen Aufschliessen von Pflanzenfasermaterial, bei dem
das Pflanzenfasermaterial im Gegenstrom mit organischem Lösungsmittel behandelt wird
und wobei das Pflanzenfasermaterial am Kopf eines Reaktors mittels einer Einbringvorrichtung
eingebracht und durch diesen nach unten geführt und am Reaktorboden Cellulose ausgebracht
wird, organisches Lösungsmittel im Gegenstrom zum Pflanzenfasermaterial nach oben
geführt und am Kopf des Reaktors abgezogen wird und die beladene Extraktionsflüssigkeit
in die wesentlichen Bestandteile Lignin, Hemicellulose und Lösungsmittel getrennt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Pflanzenfasermaterial in einer Imprägniereinrichtung
mit organischem Lösungsmittel imprägniert wird, das imprägnierte Pflanzenfasermaterial
zwangsweise durch den Reaktor nach unten geführt wird, in der Reaktormitte organisches
Lösungsmittel mit einer Temperatur zwischen 130 und 210°C als Extraktionsflüssigkeit
eingebracht wird und am Boden des Reaktors Wasser als Waschflüssigkeit eingespeist,
im Gegenstrom zu dem Pflanzenfasermaterial nach oben geführt und in der Reaktormitte
abgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das organische Lösungsmittel
in Form einer Mischung aus organischem Lösungsmittel und Wasser mit einer Konzentration
zwischen 40 und 60% Lösungsmittel eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als organisches
Lösungsmittel Äthylalkohol oder Isopropylalkohol eingesetzt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung bei Atmosphärendruck
erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung bei erhöhter
Temperatur, insbesondere zwischen 40 und 80%, erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung in einem
Schneckenförderer durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Reaktormitte
eingeführte Extraktionsmittel eine Temperatur zwischen 180 und 2000C aufweist.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der in der Reaktormitte
abgezogenen Waschflüssigkeit organisches Lösungsmittel zugegeben und diese Mischung
als Extraktionsflüssigkeit wieder dem Reaktor zugeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Extraktionsflüssigkeit
über eine Hohlwelle in die Reaktormitte und/oder eine Ringleitung von der Peripherie
des Reaktors aus eingespeist wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass, bezogen auf das Pflanzenfasermaterial,
Extraktionsflüssigkeit in zwei- bis fünffacher Volumenmenge eingesetzt wird.
11. Vorrichtung zum kontinuierlichen Aufschliessen von Pflanzenfasermaterial mit organischem
Lösungsmittel, bei der eine Vorbehandlungseinrichtung für das Pflanzenfasermaterial
direkt über eine Druckschleuse (2) mit dem Kopf des Reaktors (3) in Verbindung steht
und am Reaktorboden ein Auslass (7) für das aufgeschlossene Pflanzenfasermaterial,
am Reaktorkopf ein Abzug (10) für die beladene Extraktionsflüssigkeit sowie Trenneinrichtungen
(24, 25, 28) für die Separierung von Lignin, Hemicellulose und Lösungsmittel vorgesehen
sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorbehandlungseinrichtung ein als Schnekkenförderer
ausgebildeter Imprägnierer (1) ist, in dem Reaktor (3) integral eine Kochzone (4)
und eine Waschzone (5) vorgesehen sind, der Reaktor (3) am Boden einen oder mehrere
Einlässe (6, 32) für die Waschflüssigkeit im Mittelbereich, eine Abführung (8) für
die Waschflüssigkeit und eine oder mehrere Zuführungen (9, 31) für die Extraktionsflüssigkeit
und im Reaktorkopf eine Einbringvorrichtung (20) für das Pflanzenfasermaterial umfasst.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Abführung (8) über
Leitungen (11, 12, 13, 13') und Wärmetauscher (14) mit den Zuführungen (9, 31) in
Verbindung steht, wobei in eine der Leitungen (11, 12, 13, 13') eine Zuführung (15)
zur Zudosierung von organischem Lösungsmittel mündet.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Reaktor
eine von oben bis etwa in die Mitte desselben reichende Hohlwelle (22) zum Zuführen
weiterer Extraktionsflüssigkeit über eine Zuführung (9) angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein weiterer Einlass
(6) in Form einer Hohlwelle für die Zuführung der Waschflüssigkeit in der Mitte des
Reaktorbodens vorgesehen ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Einbringvorrichtung
(20) in Form eines Schneckenförderers ausgebildet ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass für die Trennung von
Lignin, Hemicellulose und Lösungsmittel ein Ablaugenentspannungsgefäss (24), ein Brüdenkondensator
(25) und eine Schneckenpresse (28) vorgesehen sind.
1. A process for the continuous digestion of plant fibre material, wherein the plant
fibre material is treated countercurrently with an organic solvent und wherein the
plant fibre material is introduced at the top of a reactor by means of an in-feeding
device, is conducted by the latter in a downward direction and cellulose is produced
at the bottom of the reactor, organic solvent is conducted upwardly in countercurrent
to the plant fibre material and is withdrawn at the top of the reactor, and the laden
extraction liquor is separated into its essential components of lignin, hemicellulose
and solvent, characterised in that the plant fibre material is impregnated in an impregnating
device with organic solvent, the impregnated plant fibre material is positively conducted
downwardly through the reactor, organic solvent at a temperature of between 130 and
210 °C is introduced as an extraction liquor into the centre of the reactor and at
the bottom of the reactor water is fed in as a wash liquor, conducted upwardly in
countercurrent to the plant fibre material and is withdrawn at the centre of the reactor.
2. A process according to claim 1, characterised in that the organic solvent is used
in the form of a mixture of an organic solvent and water having a concentration of
solvent of between 40 and 60%.
3. A process according to claim 1 or 2, characterised in that ethyl alcohol or isopropyl
alcohol is used as organic solvent.
4. A process according to claim 1, characterised in that the impregnation takes place
at atmospheric pressure.
5. A process according to claim 1, characterised in that the impregnation takes place
at an elevated temperature, particularly between 40 and 80°C.
6. A process according to claim 1, characterised in that the impregnation is performed
in a screw conveyor.
7. A process according to claim 1, characterised in that the extraction agent introduced
at the centre of the reactor has a temperature of between 180 and 200 °C.
8. A process according to claim 1, characterised in that organic solvent is added
to the wash liquor withdrawn at the centre of the reactor and this mixture is recycled
to the reactor as the extraction liquor.
9. A process according to claim 1, characterised in that the extraction liquor is
fed via a hollow shaft to the centre of the reactor and/or via an annular manifold
from the periphery of the reactor.
10. A process according to claim 1, characterised in that extraction liquor is used
in an amount two to five times the volume of the plant fibre material.
11. Apparatus for the continous digestion of plant fibre material with an organic
solvent wherein a pretreatment apparatus for the plant fibre material is directly
connected via a pressure lock (2) with the top of the reactor (3), and at the bottom
of the reactor there is an outlet (7) for the digested plant fibre material, at the
top of the reactor there is an outlet (10) for the laden extraction liquor as well
as separating devices (24, 25, 28) for the separation of lignin, hemicellulose and
solvent, characterised in that the pretreatment apparatus consists of an impregnating
device (1) formed as a screw conveyor, a digestion zone (4) and a washing zone (5)
are provided integrally in the reactor (3), the reactor (3) including one or more
inlets (6, 32) for wash liquid at the centre region of its bottom, an outlet (8) for
the wash liquor, and one or more feed inlets (9, 31) for the extraction liquid and
an in-feed device (20) for the plant fibre material at the top of the reactor.
12. Apparatus according to claim 11, characterised in that the outlet (8) is connected
via ducts (11,12,13,13') and a heat exchanger (14) with the feed inlets (9, 31), a
supply duct (15) for the addition of organic solvent debouching into one of the ducts
(11, 12, 13, 13').
13. Apparatus according to claims 11 or 12, characterised in that a hollow shaft (22)
extending from the top to approximately the centre of the reactor is arranged for
the supply of additional extraction liquid via a feed inlet (9).
14. Apparatus according to claim 11, characterised in that a further inlet (6) in
the form of a hollow shaft is provided for the supply of wash liquid at the centre
of the bottom of the reactor.
15. Apparatus according to claim 11, characterised in that the infeed device (20)
is in the form of a screw conveyor.
16. Apparatus according to claim 11, characterised in that a spent liquor flash evaporator
(24), a vapour condenser (25) and a worm extruder (28) are provided for the separation
of lignin, hemicellulose and solvent.
1. Procédé pour désagréger en continu une matière végétale fibreuse suivant lequel
la matière végétale fibreuse est traitée à contre-courant au moyen d'un solvant organique
en introduisant cette matière végétale fibreuse à l'aide d'un dispositif d'alimentation
dans la partie supérieure d'un réacteur et en la conduisant vers le bas en direction
du fond de ce dernier où la cellulose est prélevée, le solvant organique étant conduit
vers le haut et à contre-courant par rapport à la matière végétale fibreuse pour être
évacué à la partie supérieure du réacteur et les composants essentiels du liquide
d'extraction chargé, tels que la lignine, l'hémicellulose et le solvant, étant séparés,
caractérisé en ce que la matière végétale fibreuse est imprégnée d'un solvant organique
dans un dispositif d'imprégnation, en ce que la matière végétale fibreuse imprégnée
est conduite de façon contrôlée de haut en bas à l'intérieur du réacteur, en ce qu'en
tant que liquide d'extraction un solvant organique présentant une température comprise
entre 130 et 210°C est introduit au centre du réacteur et en ce qu'en tant que liquide
de lavage, de l'eau est introduite dans le réacteur au niveau du fond de ce dernier,
cette eau étant conduite vers le haut à contre-courant par rapport à la matière végétale
fibreuse pour être évacuée par le centre du réacteur.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le solvant organique
utilisé est constitué par un mélange de solvants organiques et d'eau présentant une
concentration en solvant comprise entre 40 et 60%.
3. Procédé suivant l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce qu'on utilise
de l'alcool éthylique ou de l'alcool isopropylique en tant que solvant.
4. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'imprégnation s'effectue
sous la pression atmosphérique.
5. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'imprégnation s'effectue
à une température élevée comprise notamment entre 40 et 80°C.
6. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'imprégnation s'effectue
dans un transporteur à vis sans fin.
7. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'agent d'extraction
introduit au centre du réacteur présente une température comprise entre 180 et 200°C.
8. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'on additionne au liquide
de lavage prélevé au centre du réacteur un solvant organique et en ce que ce mélange
est introduit de nouveau dans le réacteur en tant que liquide d'extraction.
9. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le liquide d'extraction
est introduit dans le centre du réacteur par l'intermédiaire d'un arbre creux et/ou
dans la zone périphérique du réacteur par l'intermédiaire d'un conduit annulaire.
10. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le liquide d'extraction
utilisé est de deux à cinq fois le volume de la matière végétale fibreuse.
11. Dispositif pour désagréger en continu une matière végétale fibreuse au moyen d'un
solvant organique dans lequel un dispositif de traitement préliminaire pour la matière
végétale fibreuse communique directement avec la partie supérieure du réacteur (3)
par l'intermédiaire d'un sas de pression (2), dispositif qui présente au fond du réacteur
une ouverture d'évacuation (7) pour la matière végétale fibreuse désagrégée et à la
partie supérieure du réacteur un conduit de prélèvement (10) pour le liquide d'extraction
chargé ainsi que des dispositifs (24, 25, 28) pour la séparation de la lignine, l'hémicellulose
et le solvant, caractérisé en ce que le dispositif de traitement préliminaire est
constitué par un appareil d'imprégnation (1) réalisé sous forme d'un transporteur
à vis sans fin, en ce que le réacteur (3) présente une zone de cuisson (4) et une
zone de lavage (5) et en ce que le réacteur (3) présente dans son fond une ou plusieurs
entrées (6, 32) pour le liquide de lavage, dans sa zone médiane un conduit d'évacuation
(8) pour ce dernier et un ou plusieurs conduits d'admission (9, 31) pour le liquide
d'extraction, et au niveau de sa partie supérieure un dispositif (20) pour introduire
la matière végétale fibreuse.
12. Dispositif suivant la revendication 11, caractérisé en ce que le conduit d'évacuation
(8) communique avec les conduits d'admission (9, 31) par l'intermédiaire de conduits
(11, 12, 13, 13') et de l'échangeur (14), un conduit (15) pour l'addition dosée d'un
solvant organique débouchant dans l'un des conduits (11, 12, 13, 13').
13. Dispositif suivant l'une des revendications 11 ou 12, caractérisé en ce qu'il
est prévu à l'intérieur du réacteur un arbre creux (22) s'étendant d'en haut jusqu'à
sensiblement à mi-hauteur du réacteur et destiné à l'introduction d'une quantité de
liquide d'extraction supplémentaire à l'aide d'ouvertures d'admission (9).
14. Dispositif suivant la revendication 11, caractérisé en ce qu'un autre conduit
d'admission (6) en forme d'arbre creux et destiné à l'introduction du liquide de lavage
dans le réacteur, est prévu au centre du fond de ce dernier.
15. Dispositif suivant la revendication 11, caractérisé en ce que le dispositif d'alimentation
(20) est réalisé sous forme d'un transporteur à vis sans fin.
16. Dispositif suivant la revendication 11, caractérisé en ce qu'un vase d'expansion
de lessive résiduaire (24), un condenseur des vapeurs (25) et une presse à vis (28)
sont prévus pour la séparation de la lignine, des hémicelluloses et du solvant.