[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Strangpressen
elektrisch-leitfähiger, granulierter, vorzugsweise pulvermetallurgicher Werkstoffe,
mit einem Gesenk-Durchlaufkanal zum Durchschieben des Werkstoffes einem Stempel zum
Verdichten und Weiterschieben des Werkstoffes im Durchlaufkanal und zum Auspressen
des Werkstoff- stranges über ein am Ende des Gesenk-Durchlaufkanales angeordnetes
Mundstück, und mit einer Einrichtung zum Erwärmen des Werkstoffes im Durchlaufkanal
durch elektrische Ströme.
[0002] Es ist eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs bekannt (DE-B-27
33 009), bei welcher der jeweils zu verarbeitende pulvermetallurgische Werkstoff in
einem Gesenk-Durchlaufkanal kontinuierlich stranggepreßt wird, wobei innerhalb eines
bestimmten Bereiches, in welchem die Sinterung des verdichteten Werkstoffes stattfinden
soll, eine induktive Aufheizung des Werkstoffes erfolgt. Die dabei erzeugten induktiven
Wirbelströme zur Aufheizung des bereits verdichteten Werkstoffstranges führen allerdings
hauptsächlich zur Erwärmung des eingesetzten metallischen Gesenk-Durchlaufkanales
und werden nur in geringem Maße selbst auf der Oberfläche des Leiterstranges erzeugt.
Die für die Sinterung erforderliche Aufwärmung des Gesamtstranges geschieht somit
im wesentlichen rein durch Wärmeleitung vom Gesenk-Durchlaufkanal bzw. von der Strangaußenfläche
her in das Stranginnere. Dabei können gewisse Schwierigkeiten derart auftreten, daß
nämlich die Innenquerschnitte des Stranges nicht immer zuverlässig erreicht werden
bzw. zumindest örtlich relativ stark unterschiedliche Temperaturfelder innerhalb des
Werkstoff- stranges auftreten. Die Wirkung der bei der vorbekannten Vorrichtung eingesetzten
Induktionsheizung ist dabei auch beschränkt auf den Ort, wo das elektromagnetische
Feld der induktiven Heizanlage am Strang angreift. Weiterhin ist für die relativ aufwendigen
Induktionsheizungen ein ähnlich großer Platzbedarf vorgesehen. Zudem ist induktives
Aufheizen auch nicht für alle elektrisch-leitfähigen Materialien einsetzbar, sondern
nur für solche, die magnetisierbar sind.
[0003] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine solche Vorrichtung
derart zu verbessern, daß bei ihrem Einsatz eine Verarbeitung aller elektrisch-leitenden
Materialien ermöglicht eine gegenüber der induktiven Heizung gleichmäßbigere Erwärmung
des im Gesenk-Duchlaufkanales befindlichen Stranges über alle Leiterquerschnitte hinweg
erzielbar und überdies eine mit fallendem Verdichtungsgrad des Werkstoffstranges zunehmende
Erwärmung desselben erzeugbar ist, wobei gleichzeitig auch der apparative Aufwand
besonders klein gehalten sein soll.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
dadurch gelöst, daß die Wand des Geserik-Durchlaufkanales aus einem elektrisch nicht-leitendem
Material besteht, in das im mittleren Bereich der Wand ein aus elektrisch leitendem
Material bestehender Ring eingeschlossen ist, dessen innere Ringfläche mit der Innenfläche
des Gesenk-Durchlaufkanales bündig abschließt, und daß dieser Ring mit dem einen und
das Mundstück mit dem anderen Pol einer Spannungsquelle verbunden sind.
[0005] Die erfindungsgemäße Vorrichtung nutzt die Erkenntnis aus, daß elektrisch-leitende
Materialien, wie beispielsweise Metalle, Metalloide oder sogenannte "Leiter zweiter
Klasse" (z.B. Graphit) mit abnehmender Dichte einen deutlich ansteigenden elektrischen
Widerstand aufweisen. Dies beruht darauf, daß bei abnehmender Dichte die Kontakstellen
benachbarter Teilchen geringer werden und damit dem fließenden Strom zunehmend ein
höherer Widerstand entgegengesetzt wird. Die hierbei auftretenden Verluste werden
nahezu ausnahmslos in Wärmeengergie umgesetzt. Unter Ausnutzung dieser Erkenntnis
wird bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung eine Verdichtung der eingesetzten pulvermetallurgischen
Erzeugnisse unter Druck und gleichzeitig einwirkender Temperatur derart erzielt, daß
sich höchste Festigkeiten un große Dichtewerte ergeben. Der Einsatz eines Gesenk-
Durchlaufkanales mit einer Wand aus elektrisch nicht-leitendem Material ermöglicht
es, unter Ausnutzung der hohen thermischen Druckfestigkeit von z.B Keramik und deren
elektrischen Isolationseigenschaften den steigenden Eigenwiderstand elektrisch-leitender
Materialien mit abnehmender Dichte für die Eigenerwärmung des zu verpressenden Stranges
auszunutzen. Dabei nimmt die Temperatur innerhalb des verdichteten Stranges vom eingelassenen
Ring her zum Mundstück stark ab, weil im Bereich des Mundstückes bereits die höchste
Verdichtung vorliegt und gleichzeitig dort auch ein ausgezeichneter Kontaktschluß
gegeben ist. Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird ein andauernder Stromfluß
in dem Abschnitt des Werkstoff-Stranges im Gesenk-Durchlaufkanal, der sich zwischen
Ring und Mundstück befindert, stets sichergestellt. In vielen Fällen wird es von Vorteil
sein, den Ring etwa in der Hälfte der Höhe des Gesenk-Durchlaufkanales anzubringen.
[0006] Die Erfindung wird anhand der Zeichnung beispielshalber im Prinzip noch näher erläutert.
Die Fig. zeigt einen Prinzipquerschnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichrichtung
zur Herstellung eines Hohlstranges.
[0007] Die in der Fig. gezeigte Vorrichtung ermöglicht die kontinuierliche Herstellung rohrförmiger
Körper. Dabei ist eine Füllplatte 1 vorgesehen, an die sich ein Gesenk mit einem Gesenk-Durchlaufkanal
2 anschließt, der von einer elektrisch nicht-leitenden Matrize 3 umgeben ist, die
sich ihrerseits radial außen über eine Stützwand 6 abstützt. Am unteren Ende der Matrize
3 ist ein Mundstück 4 aus elektrisch-leitendem Material vorgesehen, das mit einem
Pol einer Spannungsquelle (nicht gezeigt) verbunden ist. Ein Stützring 5 stützt das
Mundstück 4 axial nach außen ab.
[0008] Weiterhin ist eine Stempelanordnung vorgesehen, die aus einem Mitteldorn 8a und einem
diesen radial umgebenden, realtiv zum Mitteldorn 8a verschiebbaren Oberstempel 8b
besteht. Dabei ist der Oberstempel 8b an einer Zwischenplatte 10 befestigt, während
der Mitteldorn 8a durch die Zwischenplatte 10 nach oben hindurchreicht und weiter
oben an einer Kopfplatte 9 befestigt ist. An der Kopfplatte 9 sind gleichzeitig aus
gehärtetem Stahl bestehende Führungsbolzen 13 über Gewinde 14 eingeschraubt. Diese
Führungsbolzen 13 dienen zur Führung der Zwischenplatte bei einer Relativbewegung
zur Kopfplatte, wobei weiterhin Tellerfedern 11 um die Führungsbolzen 13 herum abgeordnet
sind, durch welche die Kopfplatte 9 und die Zwischenplatte 10 in einem bestimmten
Hubabstand voneinander gehalten werden. Dabei ist Die Federkraft so ausgelegt, daß
nach etwa 30% des zwischen Zwischenplatte 10 und Kopfplatte 9 möglichen Hubweges die
erforderliche Preßkraft für den ringförmigen Querschnitt erreicht ist und bei voller
Eindrückung des möglichen Hubweges bis zu maximal dem 1,5-fachen des errechnten Verdichtungsdruckes
ansteigen kann. Die als Führungen ausgebildeten Stahlbolzen 13 (von denen in der Fig.
nur einer beispielshalber gezeigt ist) ragen zu einer präzisen Führung in als Führungshülsen
ausgebildete, sogenannte "Kugelhülsen" 20 hinein, die in der Zwischenplatte 10 eingepreßt
sind. Zwischen den Führungshülsen 20 und der Zwischenplatte 10 ist jeweils eine elektrisch
nicht-leitende, dünnwandige Auflagehülse 12 eingepreßt. Bei einer Relativbewegung
der Kopfplatte 9 zur Zwischenplatte 10 kann dabei jeder Führungsbolzen 13 innerhalb
der Kugelhülsen 20 gleiten, wodurch eine genaue Führung der beiden Platten zueinander
gewährleistet ist.
[0009] Der Mitteldorn 8a besteht aus Stahl, ist jedoch innerhalb des Sinterungs- und Verdichtungsbereiches
des im Gesenk befindlichen Werkstoffes mit einer Keramikhülse 15 umgeben. Damit wird
eine elektrische Isoliation bei gleichzeitig hoher Eigenfestigkeit unter Temperatur
erreicht. Der Stahlkern 16 innerhalb der Keramikhülse 15 kann zur Erhaltung seiner
Eigenfestigkeit mit einer zusätzlichen Kühlung ausgerüstet werden, wozu sich jede
übliche, geeignete Kühlung eignet.
[0010] In die Matrize 3 ist ein Ring 21 eingelassen, der in der Fig. in gestrichelter Darstellung
wiedergegeben ist. Dieser Ring 21 ist über eine geeignete Verbindung 22 mit dem einen
Pol einer Spannungsquelle verbunden, mit deren anderem Pol das Mundstück 4 in Verbindung
steht. Hierdurch kann ein andauernder Stromfluß in dem Abschnitt des Werkstoffstranges
im Gesenk 2, der sich zwischen dem Ring 22 und dem Mundstück 4 befindet, sichergestellt
werden. Der Ring 21 wird dabei etwa in der Hälfte der Höhe der Matrize 3 angebracht,
um auch bei aus dem Gesenk herausfahrendem Oberstempel 8b einen kontinuierlichen Stromfluß
innerhalb des dann noch im Gesenk verbleibenden Werkstoffstrang-Abschnittes sicherzustellen.
[0011] Die in der Fig. gezeigte Vorrichtung arbeitet wie folgt:
In den Gesenkaufbau wird zunächst eine ringförmiges Teil entsprechend dem Auslaßquerschnitt
zwischen Mundstück 4 und Mitteldorn 8a lose eingeführt, nachfolgend über die Füllplatte
1 granulierter Werkstoff zugeführt und diskontinuierlich so lange nachverdichtet,
bis der ursprünglich eingebrachte Ring als sogenannter "verlorener Kopf" ausgestoßen
wird. Hiernach wird das Mundstück 4 einerseits und der Ring 21 andererseits an die
beiden Pole einer Stromquelle angeschlossen, wobei folgender Vorgang abläuft:
In dem zunächst halbverdichteten Material mit relativ geringem Eigenwiderstand fileßt
der Strom vom Mundstück 4 bis in den Teil des im Gesenk befindlichen Werkstoffstranges
nahe dem Ring 21. Beim Abwärtshub wird der an einem Ende konisch ausgebildete, mit
einer Mutter 17 verschlossene Mitteldorn 8a entlastet, der zuerst nach unten geführt
wird, wonach dann eine Verdichtung des Werkstoffes über den Oberstempel 8b erfolgt.
Während der Oberstempel 8b nun gleichzeitig mit dem Mitteldorn 8a eine parallel laufende
Bewegung zur weiteren Verdichtung des Werkstoffes 7 bzw. zum Ausschieben des Werkstoffstranges
im Gesenk 2 ausführt, findet über das Mundstück 4 eine Nachverdichtung von außen her
statt. Hierbei baut sich gleichzeitig der Druck der Federn 11 auf, bis der maximale
Hubweg erreicht ist. Beim nachfolgenden Entlastungsvorgang baut sich zunächst der
Druck der Federn 11 ab, wodurch gewährleistet ist, daß eine Kalibrierung des Rohres
im Gesenk von innen her erfolgen kann. Zur gleichen Zeit ruht aber noch der Druck
des Oberstempels 8b auf dem Strang. Werden die beiden Stempel langsam wieder aufwärts
bewegt, dann findet nur auf dem letzten Bewegungsabschnitt vor der kompletten Entlastung
der Federn 11 noch eine Bewegung des Mitteldorns 8a allein statt, während der Oberstempel
8b keine Berührung mehr zum gepreßten Strang aufweist. In diesem Augenblick setzt
der Nachfüllvorgang ein.
[0012] Auf diese Art und Weise ist gewährleistet, daß ein Auseinanderreißen des Stranges
während der unterschiedlichen Relativbewegungen vom Oberstempel 8b und Mitteldorn
8a zueinander sicher vermieden ist.
[0013] Bei diesem Verfahren wird die übliche Netzspannung von 220 Volt auf einen Wert zwischen
2 und 5 Volt bei gleichzeitigem Fließen eines hohen Stromes herabtransformiert (Prinzip
eines Schweißtransformators).
[0014] Da selbst Graphit als "Leiter zweiter Klasse" den aufgezeigten physikalischen Gesetzmäßigkeiten
der Abhängigkeit des Eigenwiderstandes vom Verdichtungsgrad unterliegt, ist es durchaus
möglich, selbst Graphitrohre mit dieser Vorrichtung herzustellen.
Vorrichtung zum kontinuierlichen Strangpressen elektrisch-leitfähiger, granulierter,
vorzugsweise pulvermetallurgischer Werkstoffe, mit einem Gesenk-Durchlaufkanal (2)
zum Durchschieben des Werkstoffes, einem Stempel (8a, 8b) zum Verdichten und Weiterschieben
des Workstoffes im Durchlaufkanal und zum Auspressen des Werkstoffstranges (18) über
ein am Ende des Gesenk-Durchlaufkanales (2) angeordnetes Mundstück (4), und mit einer
Einrichtung zum Erwärmen des Werkstoffes (7) im Durchlaufkanal durch elektrische Ströme,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wand (3) des Gesenk-Durchlaufkanales (2) aus einem
elektrisch nicht-leitendem Material besteht, in das im mittleren Bereich der Wand
(3) ein aus elektrischleitendem Material bestehender Ring (21) eingeschlossen ist,
dessen innere Ringfläche mit der Innenfläche des Gesenk-Durchlaufkanales (2) bündig
abschließt, und daß dieser Ring (21) mit dem einen und das Mundstück (4) mit dem anderen
Pol einer Spannungsquelle verbunden sind.
Apparatus for the continuous extrusion of electrically conductive granulated and preferably
powder metallurgy material, with a die duct (2) for moving the material through, a
punch (8a, 8b) for compressing and further displacing the material in the duct and
forcing the extrudate (18) out through a nozzle (4) arranged at the end of the die
duct (2), and with a device for heating the material (7) in the duct by an electrical
current, characterized in that the wall (3) of the die duct (2) is made from an electrically
non-conductive material, whilst in the central area of wall (3) is enclosed a ring
(21) made from an electrically conductive material, whose inner ring surface terminates
flush with the inner surface of the die duct (2), and that ring (21) is connected
to one terminal of a power supply, whilst the nozzle (4) is connected to the other
terminal thereof.
Dispositif d'extrusion continue de matières électriquement conductrices, granulées,
de préférence des métaux à fritter, comportant un canal de passage de matrice (2)
pour faire passer la matière, un poinçon (8a, 8b) pour densifier et continuer à faire
avancer la matière dans le canal de passage et faire sortir le boudin d'extrusion
(18) par un embouchure (4) placée à l'extrémité du canal de passage (2), et comportant
un dispositif pour chauffer la matière (7) se trouvant dans le canal de passage par
des courants électriques, caractérisé en ce que la paroi (3) du canal de passage (2)
est en un matériau électriquement non-conducteur, dans lequel est inséré dans la zone
centrale de la paroi (3), un anneau (21) en matériau électriquement conducteur dont
la surface annulaire intérieure affleure avec la surface intérieure du canal de passage
(2), et en ce que cet anneau (21) est relié à l'un des pôles d'une source de tension,
tandis que l'embouchure (4) est reliée à l'autre pôle.