[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen
aromatischen Pclycarbonaten, die Struktureinheiten der Formeln 1 und/oder 2

enthalten, wobei R C
1-C
3-Alkyl, vorzugsweise CH3, und X eine Einfachbindung, C
1-C
5-Alkylen, C
2-C
5-Alkyliden, Cyclohexylen, Cyclohexyliden, -O-, oder -S-, bedeuten, aus mindestens
50 Mol%, bezogen auf Gesamtmolmenge an eingesetzten Diphenolen, Diphenolen der Formel
3 und/oder 4, worin R und X die für Formel 1 angegebene Bedeutung haben,

und gegebenenfalls anderen beliebigen Diphenolen, die in den vier ortho-Stellungen
zu den phenolischen OH-Gruppen nicht mit C-Substituenten persubstituiert sind, gegebenenfalls
in Anwesenheit von Kettenbegrenzern und gegebenenfalls von Verzweigern nach dem Phasengrenzflächenverfahren
in einem Gemisch aus wäßriger alkalischer Phase und inerter organischer Phase, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß man die Umsetzung in Gegenwart von 0,01 bis 5 Mol%,
vorzugsweise 0,2 bis .2,5 Mol%, bezogen auf Mole an eingesetzten Diphenolen, an quartären
Ammoniumsalzen und gegebenenfalls von zusätzlich O,1 bis 6 Mol%, vorzugsweise 0,2
bis 5 Mol%, bezogen aus Mole an eingesetzten Diphenolen, an tertiären, vorzugsweise
tertiären aliphatischen Aminen durchführt, wobei die Gesamtmolmenge an Ammoniumsalzen
und tertiären Aminen 8 Mol%, bezogen auf Mole an eingesetzten Diphenolen, nicht übersteigen
darf und eine Reaktionszeit von 0,05 bis 3 Stunden, vorzugsweise 0,1 bis 2 Stunden
einzuhalten ist.
[0002] Die Molmenge an Diphenolen der Formeln 3 und/oder 4 soll mindestens 50 Mol%, vorzugsweise
mindestens 80 Mol% und insbesondere mindestens 90 Mol%, bezogen auf Gesamtmolmenge
an eingesetzten Molen Diphenolen betragen. Demzufolge beträgt die jeweilige Molmenge
an den anderen Diphenolen maximal 50 %, vorzugsweise maximal 20 Mol% und insbesondere
maximal 10 Mol%.
[0003] Vorzugsweise geeignete andere Diphenole sind die der Formel 3 a

worin

und Cl sind, wobei die vier R-Substituenten sowohl gleich als auch verschieden sein
können.
[0004] Die Umsetzung der Diphenole beim Phasengrenzflächenverfahren erfolgt in bekannter
Weise entweder in Form ihrer Alkalisalze, ihrer Chlorkohlensäureester oder Oligocarbonate
(Vorphosgenate), die gegebenenfalls Chlorkohlensäureendgruppen haben können.
[0005] Die vorstehend genannten Molverhältnisse für die Umsetzung der drei Arten von Diphenolen
berechnen sich bei Einsatz der Alkalisalze, Chlorkohlensäureester und/oder Oligocarbonate
der Diphenole auf die diesen Reaktionsformen zugrunde liegenden Molmengen an Diphenolen.
[0006] Ebenso wird die.Menge an einzusetzendem Phosgen bei dem Phasengrenzflächenverfahren
in bekannter Weise von der Mitverwendung von Chlorkohlensäureestern mitbestimmt.
[0007] Infolge des quantitativen Umsatzes der Diphenole haben die nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren erhältlichen Polycarbonate mindestens 50 Mol%, vorzugsweise mindestens 80
Mol% und insbesondere mindestens 90 Mol%, bezogen auf die Gesamtmolmenge an Carbonatstruktureinheiten,
Carbonatstruktureinheiten der Formel 1 und/oder der Formel 2 und gegebenenfalls jeweils
komplementäre Molmengen an Carbonatstruktureinheiten, die aus den jeweils anderen
eingesetzten Diphenolen resultieren.
[0008] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Polycarbonate können beliebige
Polykondensationsgrade P haben. Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt es vor allem
solche mit P von mindestens 30, insbesondere von mindestens 40, aber auch solche von
mindestens 50 auf einfache Weise zu synthetisieren.
[0009] Die Herstellung von hochmolekularen Polycarbonaten, die ausschließlich oder überwiegend
aus Carbonatstruktureinheiten der Formel 1 aufgebaut sind, gelingt bisher nur durch
besondere Verfahrensführung, die von den üblichen Polycarbonatherstellungsverfahren
abweicht (siehe DT - OS 15 70 703, DT-OS 20 63 050 (Le A 13 359), DT-OS 20 63 052
(Le A 13 425), DT-OS 22 11 957 (Le A 14 240) und DT-OS 22 11 956 (Le A 14 249) ).
Diese Verfahren haben jedoch den Nachteil, daß sie relativ großer Mengen Amine bedürfen,
(siehe beispielsweise die Beispiele 1 bis 4 der DT-OS 22 11 957), während das erfindungsgemäße
Verfahren ohne Zusatz von tertiären Aminen auskommen kann.
[0010] In US-PS 3 275 601, US-PS 3 517 071 und in der DT-OS 26 15 038 (Le A 16 842) ist
die Herstellung von Polycarbonaten aus σ,o',o", o"'-tetraalkylsubstituierten Diphenolen
beschrieben, wobei Ammoniumsalze verwendet werden können.
[0011] Aus US-PS 3 275 601, Spalte 5, Zeiten 26 ff läßt sich jedoch nicht entnehmen, daß
bereits geringe Mengen an Ammoniumsalzen gegebenenfalls in Kombination mit geringen
Mengen an Amin zur.Herstellung von hochmolekularen Polycarbonaten aus mindestens 50
Mol-% an o,o',o",o"'-tetraalkvlsubstituierten Diphenolen ausreichen, während bei alleiniger
Verwendung von Amin große Mengen nötig sind.
[0012] Aus US-PS 2-517 071, Spalte 20, Zeilen 57-60 und Spalte 22, Zeiten 21 - 27 ergibt
sich sogar, daß quartäre Ammoniumsalze geringere katalytische Wirksamkeit besitzen
als tertiäre Amine.
[0013] Die DT-OS 26 15 038 umfaßt sowohl Polycarbonate mit geringen Anteilen an Struktureinheiten
der Formel 2 als auch solche mit hohen, ja bis zu 100 Mol-% Anteilen an Struktureinheiten
der Formel 2. Demzufolge ist die auf Seite 5, Absatz 2 zitierte Vielzahl von Herstellungsverfahren
so zu verstehen, daß für die Herstellung von Polycarbonaten aus mindestens 50 Mol-%
an o,o',o",o"'-tetraalkylsubstituierten Diphenolen die Herstellungsmethoden aus den
bereits oben zitierten DT-OSen 20 63 050, 20 63 052, 15 70 703, 22 11 956 und 22 11
957 in Frage kommen, während die Verfahren der anderen Literaturstellen, insbesondere
auch die der US-PSen 3 271 368, 2 991 273, 3 271 367 und 2 999 846, in denen die Verwendung
von Ammoniumsalzen als Katalysatoren beschrieben ist, für die Herstellung der Polycarbonate
der DT-OS 26 15 038 aus weniger als 50 Mol-% an o,o',o",o"'-tetraalkylsubsti- tuierten
Diphenolen vorgesehen ist.
[0014] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß die zur
Herstellung hochmolekularer Produkte benötigte Phosgenmenge weniger als470 Mol-%,
im allgemeinen sogar weniger als 150 Mol-%, bezogen auf jeweils eingesetzte Mole an
Diphenolen, beträgt.
[0015] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Polycarbonate sind außerdem
durch einen besonders geringen Gehalt an phenolischen Endgruppen ausgezeichnet, was
bekanntlich bei der thermoplastischen Verarbeitung von Polycarbonaten von Vorteil
ist.
[0016] Beispiele für die erfindungsgemäß einzusetzenden Diphenole der Formel 3 sind
Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-methan
Bis-(3,5-diisopropyl-4-hydroxyphenyl)-methan
2,2-Bis-(3-methyl-5-isopropyl-4-hydroxyphenyl)-propan
2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan
2,2-Bis-(3,5-diäthyl-4-hydroxyphenyl)-propan
3,3-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-pentan
1,1-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-cyclohexan
1,4-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-cyclohexan
Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-äther
Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl) Die mit den erfindungsgemäß einzusetzenden Diphenolen
der Formeln 3 und/oder 4 gegebenenfalls zu cokondensierenden anderen beliebigen Diphenole,
die in den vier ortho-Stellungen zu den beiden phenolischen OH-Gruppen nicht mit C-Substituenten
persubstituiert sind, sollen vorzugsweise zwischen 6 und 30 C-Atome enthalten, insbesondere
in mindestens einer der vier zu den phenolischen OH-Gruppen orthoständigen Positionen
unsubstituiert oder durch Halogen substituiert sein.
[0017] Beispiele für diese anderen Diphenole sind
Hydrochinon
Resorcin
Dihydroxydiphenyle
Bis-(hydroxyphenyl)-alkane
Bis-(hydroxyphenyl)-cycloalkane
Bis-(hydroxyphenyl)-sulfide
Bis-(hydroxyphenyl)-äther
Bis-(hydroxyphenyl)-ketone
Bis-(hydroxyphenyl)-sulfoxide
Bis-(hydroxyphenyl)-sulfone und
α,α'-Bis-(hydroxyphenyl)-diisopropylbenzole.
[0018] Bevorzugte Beispiele für diese anderen Diphenole sind:
2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan,
2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-methan,
1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexan,
2,2-Bis-(3,5-dichlor-4-hydroxyphenyl)-propan,
2,2-Bis-(3,5-dibrom-4-hydroxyphenyl)-propan und
Bis-(4-hydroxyphenyl)-sulfid.
Diese und weitere entsprechende Diphenole sind in den US-PS 3 028 365, 2 999 835,
3 148 172, 3 275 601, 2 991 273, 3 271 367, 3 062 781, 2 970 131 und 2 999 846 und
in der DT-OS 1 570 703 beschrieben.
[0019] Erfindungsgemäß geeignet sind quartäre Ammoniumsalze, wobei das Heteroatom Stickstoff
sowohl in geradkettigen als auch in cyclischen Systemen vorliegen kann. Beispielsweise
geeignete Ammoniumsalze sind solche mit 4 bis 50 C-Atomen und 1 bis 3 N-Atomen wie
etwa:
Tatramethylammoniumbromid
Tetraäthylammoniumchlorid
" bromid
Tstra-n-propylammoniumbromid
Tetra-n-butylammoniumbromid
Tetra-n-butylammoniumjodid
Tetra-n-hexylammoniumbromid
Tetra-n-octylammoniumbromid
Tetra-n-decylammoniumbromid
Trioctyl-methyl-ammoniumsulfat
Tricctyl-methyl-ammoniumjodid
N-Methyl-N-decylmorpholiniumbromid
butyl
octyl
" cetyl "
" benzyl "
" benzyl chlorid
äthyl "
N-Methyl-N-äthylpyrrolidiniumbromid
butyl "
" cetyl "
'' octyl "
" benzyl " chlorid N- (2-Hydrcxyäthyl)-N-äthylpiperidiniumbromid
" " butyl " "
" " octyl " "
" " benzyl " chlorid Tripropylhexylammoniumbromid
Tripropylcetylammoniumbromid
N-Äthyl-N-butyl-piperidiniumbromid Tricyclohexyläthylammoniumbromid Benzyltributylammoniumbromid
Benzyltrimethylammoniumchlorid Hexadecylpiperidiniumchlorid
Hexadecyltrimethylammoniumbromid Phenyltrimethylammoniumbromid Tetrabutylammoniumhydrogensulfat
Tetraäthylammoniumhydrogensulfat Tetraäthylammonium-4-toluolsulfonat Tetradecylammoniumperchlorat
Tricaprylmethylammoniumbromid
[0020] Für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete tertiäre Amine können sowohl cyclisch
als auch offenkettig sein. Vorzugsweise geeignet sind aliphatische tertiäre Amine,
beispielsweise solche mit 1 oder 2 N-Atomen und 3 bis 24C-Atomen. Folgende Amine seien
beispielsweise genannt:
Trimethylamin, Triäthylamin, Tributylamin, Trihexylamin, Dimethylbenzylamin, Triäthylendiamin,
Tetramethyläthylendiamin, Permethyldiäthylentriamin, N,N-Dimethylcyclohexylamin, N-Äthylpiperidin,
1,4-Dimethylpiperazin, 4-Methyl-morpholin, 4,41-(1,2-Äthan- dicyl)-bis-morpholin, 1,2-Diazabicyclo(2,2,2)octan.
[0021] Die erfindungsgemäß einzusetzenden Ammoniumsalze oder deren Gemische mit tertiären
Aminen können vor, während oder nach der Phosgenierung zugegeben werden, wobei die
kombinierte Verwendung von Ammoniumsalzen und tertiären Aminen auch eine getrennte
Zudosierung ermöglicht, z.B. den Zusatz der Ammoniumsalze vor der Phosgenierung und
den Zusatz von tertiären Aminen nach der Phosgenierung.
[0022] Als Kettenbegrenzer können für das erfindungsgemäße Verfahren die in der Polycarbonatchemie
üblichen verwendet werden, vorzugsweise Monophenole wie beispielsweise Phenol, p-tert.-Butylphenol,
p-Methylphenol, 2,6-Dimethylphenol, Nonylphenol, p-Chlorphenol, p-Bromphenol und 2,4,6-Tribromphenol.
[0023] Die Mengen an Kettenbegrenzer liegen zwischen 0,2 - 10,0 Mol-%, vorzugsweise zwischen
1,0 - 5,0 Mol-%, bezogen auf die jeweils eingesetzten Mole Diphenole.
[0024] Als wäßrige alkalische Phase für das Phasengrenzflächenverfahren dienen wäßriges
Alkali oder wäßriges Erdalkali, vorzugsweise wäßriges Alkali und insbesondere wäßrige
NaOH oder wäßrige KOH. Die pH-Werte der wäßrigen Phase sollen während der Polycarbonatherstellung
zwischen
11 und 14 liegen.
[0025] Als inerte organische Phase dienen die in bekannter Weise nicht mit Wasser mischbaren
und unter den Reaktionsbedingungen der Polycarbonatherstellung inerten Polycarbonatlösungsmittel
wie beispielsweise chlorierte aliphatische Kohlenwasserstoffe wie CH2C12, CHC1
3 und 1,2-Dichloräthan, oder chlorierte aromatische Kohlenwasserstoffe wie Chlorbenzol,
Dichlorbenzol und Chlortoluol.
[0026] Die Polycarbonatkonzentration in der organischen Phase nach beendeter Polykondensation
beträgt bei dem erfindungsgemäßen Verfahren 18 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 22 bis 35
Gew.-%, berechnet jeweils für das Gewicht an Polycarbonat pro Gesamtgewicht an organischer
Phase.
[0027] Das Verhältnis der Volumina von organischer Phase zu wäßriger Phase nach beendeter
Polykondensation soll zwischen 5:1 und 1:1,2, vorzugsweise zwischen 2,5:1 und 1,25:1
liegen.
[0028] Als Volumina der organischen und der wäßrigen Phase werden die Volumina verstanden,
die die Phasen nach der Polykondensation besitzen. Die organische Phase umfaßt dann
also das organische Lösungsmittel und das darin gelöste Polycarbonat, die wäßrige
Phase umfaßt dann das Wasser, die gebildeten Salze und den Alkaliüberschuß.
[0029] Die Reaktionstemperatur liegt zwischen 0° und 80°C, vorzugsweise zwischen 10° und
40°C.
[0030] Das erfindungsgemäße Verfahren kann durch die übliche Mitverwendung von Verzweigern
variiert werden. Als Verzweiger eignen sich drei oder mehr als dreifunktionelle, insbesondere
3- und 4-funktionelle Verbindungen, deren Funktionalitäten mit Phosgen, Chlorkohlensäureesterendgruppen
oder Bisphenolaten unter Knüpfung einer chemischen Bindung abreagieren. Die einzusetzenden
Mengen an Verzweiger liegen bei 0,05 bis 2 Mol-%, bezogen auf die jeweils eingesetzten
Mole an,Diphenolen.
[0031] Geeignete Verzweiger sind beispielsweise Polyhydroxyverbindungen mit drei oder mehr
als drei phenolischen Hydroxygruppen.
[0032] Als Verzweigerkomponenten kommen die in den deutschen Offenlegungsschriften 1 570
533, 15 95 762, 21 16 974, 21 13 347 und 25 00 924, der brit. Patentschrift 1 079
821 und der US-Patentschrift 3 544 514 beschriebenen Verbindungen in Frage:
Einige der verwendbaren Verbindungen mit drei oder mehr als drei phenolischen Hydroxygruppen
sind beispielsweise Phloroglucin, 4,6-Dimethyl-2,4,6-tri-(4-hydroxyphenyl)-hepten-2,
4,6-Dimethyl-2,4,6-tri-(4-hydroxyphenyl)-heptan, 1,3,5-Tri-(4-hydroxyphenyl)-benzol,
1,1,1-Tri-(4-hydroxyphenyl)-äthan, Tri-(4-hydroxyphenyl)-phenylmethan, 2,2-Bis-[4,4-bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexyl/-propan,
2,4-Bis-(4-hydroxyphenyl-isopropyl)-phenol, 2,6-Bis-(2-hydroxy-5'-methyl-benzyl)-4-methylphenol,
2-(4-Hydroxyphenyl)-2-(2,4-dihydroxyphenyl)-propan und 1,4-Bis-(4,4"-dihydroxytriphenyl-methyl)-benzol.
Einige der sonstigen dreifunktionellen Verbindungen sind, Trimesinsäuretrichlorid,
Cyanurchlorid, 3,3-Bis-(4-hydroxyphenyl)-2-oxo-2,3-dihydroindol und 3,3-Bis-(4-hydroxy-3-methylphenyl)-2-oxo-2,3-dihydro-
indol.
[0033] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene organische Polycarbonatlösung
wird gegebenenfalls neutralisiert und elektrolytfrei gewaschen. Aus dieser gereinigten
Lösung wird das Polycarbonat nach bekannten Verfahren isoliert, z.B. durch Einengen
der organischen Lösung und Verdampfen des Restlösungsmittels im Vakuum oder durch
Vermischen der Polycarbonatlösung mit einem organischen Lösungsmittel, beispielsweise
Methanol, das zwar in dem Polycarbonatlösunqsmittel der Polycarbonatlösung löslich,
aber für das gelöste Polycarbonat kein Lösungsmittel ist.
[0034] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten hochmolekularen Polycarbonate
stellen, wie auch schon in den deutschen Offenlegungsschriften 2 063 050, 2 063 052
und 2 615 038 beschrieben, hochwertige Kunststoffe dar, die sich gut zu Folien und
Formkörpern verarbeiten lassen. Sie lassen sich auch in Mischungen mit Füllstoffen
wie z.B. Mineralien, Ruß, Glasfasern und Pigmenten sowie Additiven wie Stabilisatoren
gegen den Einfluß von Sauerstoff, Wärme und UV-Licht, Entformungsmitteln und flammhemmenden
Zusätzen wie z.B. Halogenverbindungen, Schwefel-, Phosphor- und Antimonverbindungen
und Salzen von anorganischen und organischen Säuren, z.B. Natriumsalz der perfluorierten
Butansulfonsäure gut verwenden.
[0035] Herausragend ist die ausgezeichnete Solvolyse- bzw. insbesondere die Hydrolysefestigkeit
der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zugänglichen Polycarbonate. Darüber hinaus
zeigen diese Polycarbonate eine herausragende Wärmestandfestigkeit. Sie besitzen im
allgemeinen Einfriertemperaturen über 160°C. Die Polycarbonate sind insbesondere dort
mit großem Vorteil einzusetzen, wo es auf hohe Temperaturbeständigkeit und auf Hydrolye-,
Verseifungs- und Aminolysefestigkeit ankommt. So können sie beispielsweise zur Herstellung
von Rohrleitungen für heiße alkalische oder saure Lösungen, von hochwertigen Dichtungen
von Geschirr und von heißdampfsterilisierbaren Geräten dienen. Aufgrund der guten
Löslichkeit in Lösungsmitteln wie Toluol und Xylol, können sie auch als Lacke z.B.
zum Beschichten von Kunststoffen verwendet werden.
[0036] Eine weitere Verwendungsmöglichkeit der nach dem erfindungsgemäßem Verfahren hergestellten
Polycarbonate besteht in der Abmischung mit anderen Polymeren, wie es z.B. in den
deutschen Offenlegungsschriften 2 402 175, 2 402 176, 2 402 177 und 2 248 817 beschrieben
wird.
[0037] So sind die erfindungsgemäßem Polycarbonate (siehe auch DOS 2 248 817) mit anderen
hochmolekularen aromatischen Polycarbonaten, insbesondere solchen auf Basis Bisohenol
A oder Tetrahalogen-Bisphenol A und Gemischen davon in allen Verhältnissen homogen
mischbar.
[0038] Die Polycarbonate der Erfindung können auch mit Vinylchlorid-Polymerisaten, die mindestens
70 Gew.-% Vinylchlorid enthalten und bis zu 30 % anderer copolymerisierbarer Vinylmonomerer
enthalten, modifiziert werden, wobei das Vinylpolymerisat direkt in Anwesenheit des
Polycarbonats aus den Vinylmonomeren polymerisiert wird oder das fertige Vinylpolymerisat
mit dem Polycarbonat abgemischt wird. Zusätzlich können dem Polycarbonat-Vinylchlorid-Polymerisat
noch bis zu 100 Gew.-% Kautschuk oder kautschukmodifizierte thermoplastische Harze
zugemischt werden.
Beispiel 1
[0039] 15,37 kg 3 E-Wasser werden mit Stickstoff gespült. Danach gibt man 5,94 kg 45 %ige
Natronlauge hinzu.
[0040] Unter weiterem Einleiten von Stickstoff werden 4,25 kg 3,3-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan
hinzugefügt und die vollständige Lösung abgewartet. Anschließend wurden hinzugegeben:
15,00 kg Methylenchlorid (unstabilisiert)
3,15 kg Chlorbenzol
39,50 kg Phenol (2,8 Mol-% immer bezogen auf die Anteile Bisphenol)
58,00 g Tetrabutylammoniumbromid (1,2 Mol-%)
33,40 g Tributylamin (1,2 Mol-%)
[0041] Innerhalb von 60 Min. wurden bei Raumtemperatur 2,25 kg Phosgen bzw. solange Phosgen
eingeleitet bis kein freies Bisphenol in der wäßrigen Phase nachgewiesen werden kann.
Nach 1 Stde. Nachkondensationszeit wird die organische Phase getrennt und angesäuert.
Man wäscht anschließend mit 3 E-Wasser elektrolytfrei, trocknet die organische Phase
und isoliert das erfindungsgemäße Polycarbonat durch Abdestillieren des Lösungsmittels.
[0042] Es wird ein hochmolekulares Polycarbonat mit folgenden Kenngrößen isoliert:
η rel= 1,272 (rel.Lösungsviskosität 0,5 g/100 ml, gemessen in Methylenchlorid)
MLS = 34000 (mittleres Molekulargewicht aus Lichtstreuungsmessungen)
TE = 201 (Differentialthermoanalyse) Wird der Ansatz direkt nach Ende der Phosgenierung
wie eben aufgearbeitet, erhält man ein Polycarbonat mit eirer ηrel = 1,252. Dies zeigt den raschen Aufbau schon in der Phosgenierungsphase.
Beispiel 2
[0043] Vergleichsbeispiel gemäß
DT-OS 20 63 050 mit Triäthylamin alsalleinigen Katalysator.
[0044] In 600 ml 3 E-Wasser werden 28,0 g Natriumhydroxid, 56,8 g (0,2 Mol) 3,3-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan,
0,507 (2,7 Mol-%) Phenol gelöst. Dann werden unter Rühren 600 ml Methylenchlorid zugegeben.
Unter starkem Rühren werden 40 g Phosgen eingeleitet, wobei der pH-Wert der wäßrigen
Phase auf 13 gehalten wird. Danach werden noch einmal 32,0 g Natriumhydroxid in wäßriger
Lösung und 4 ml Triäthylamin (14 Mol-%) zudosiert. Man läßt 2,5 Stdn. unter Stickstoff
bei Raumtemperatur nachreagieren. Die Aufarbeitung erfolgt analog Beispiel 1. Es resultiert
ein Polycarbonat mit einer
ηrel = 1.274
MLS = 34200
Einfriertemp.: 201°C
[0045] Es wird hier im Vergleich zu Beispiel 1 eine erheblich höhere Molmenge Katalysator
benötigt.
Beispiel 3
[0046] Darstellung eines hochmolekularen Polycarbonats auf Basis des Bischlorkohlensäureesters
des 3,3-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propans: 81,8 g des Bischlorkohlensäureesters
des 3,3-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propans in 250 ml unstabilisiertem Methylenchlorid
werden unter gutem Rühren in folgende Lösung gegeben:
41,6 g Natriumhydroxid in
300 ml 3-E-Wasser und
0,507 g Phenol (2,7 Mol-%)
0,556 g Tributylamin (1,5 Mol-%)
0,966 g Tetrabutylammoniumbromid (1,5 Mol-%).
[0047] Man läßt 1 Stde. bei 20-25°C nachreagieren. Danach ist kein freies Bisphenol in dem
Reaktionsgemisch mehr nachzuweisen. Die organische Phase wird abgetrennt, mit 500
ml Methylenchlorid verdünnt und 2x mit 1 %iger Phosphorsäure gewaschen. Anschließend
wird die organische Polycarbonatlösung elektrolytfrei gewaschen. Durch Einrühren der
Polycarbonat-Methylenchloridlösung in Methanol wird ein weißes, flockiges Polycarbonat
ausgefällt.
[0048] η
rel des Polycarbonats: 1,
262
Beispiel 4
[0049] Darstellung eines Polycarbonats auf Basis von 3,3-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan
ohne Aminkatalyse, nur mit 1,5 Mol-% Tetrabutylammoniumbromid phasentransferkatalysiert:
Einwaagen und Reaktionsführung analog Beispiel 1, jedoch mit der Ausnahme, daß anstelle
des Gemisches von 58 g Tetrabutylammoniumbromid (1,2 Mol-%) und 33,4 g Tributylamin
(1,2 Mol-%) nur noch 72,5 g (1,5 Mol-%) Tetrabutylammoniumbromid eingesetzt werden.
Nach Aufarbeitung analog Beispiel 1 erhält man ein Polycarbonat mit einer Lösungsviskosität
von ηrel = 1, 246
Tabellen 1,2 und 3:
[0050] In der nachfolgenden Tabelle 1 wird der Einfluß unterschiedlicher Mengen von Tetrabutylammoniumbromid
in der aminfreien Katalyse auf die Herstellung des Polycarbonats gemäß Beispiel 4
verdeutlicht. Der Aufbau des hochmolekularen Polycarbonats wird über die Messung der
Lösungsviskosität verfolgt.

[0052] In Tabelle 3 wird der Einfluß des tertiären Amins als Cokatalysator bei der Herstellung
des Polycarbonats gemäß Beispiel 1 verdeutlicht.

[0053] Die in Tabellen 1-3 aufgeführten Beispiele demonstrieren die kurzen Reaktionszeiten
und die niedrigen Katalysatormengen des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie die Möglichkeit
ganz ohne Aminkatalyse in kurzer Zeit nur durch den Einsatz geringer Mengen Ammoniumsalz
hochmolakulare Polycarbonate zu erhalten.
Beispiel 5
[0054] 3500 g Wasser werden mit Stickstoff begast. Danach werden in der Reihenfolge

[0055] Auch Copolycarbonate auf Basis von 3,3-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan
(Tetramethylbisphenol A) und 1,1,3,4,6-Pentamethyl-3-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-indan-5-ol
(Tetramethylindanbisphenol) sowie anderen Bisphenolen sind leicht nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren z.B. gemäß Beispiel 5 herzustellen:

Beispiel 6
[0056] Polycarbonat aus 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan, Katalyse während
der Phosgenierung allein durch Tetrabutylammoniumbromid.
[0057] In 449 ml destilliertem Wasser und 137,4 ml 50 %iger Natronlauge (2,62 Mol NaOH)
werden 284,4 g 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan (1 Mol) und 2,8 g Phenol
(0,03 Mol) unter N
2-Durchleiten und Rühren gelöst. Nach Zugabe von 745 ml Methylenchlorid, 224 ml Chlorbenzol
und 3,22 g (0,01 Mol) Tetra-n-butylammoniumbromid werden unter Rühren mit gleichbleibender
Geschwindigkeit 106,8 g Phosgen (1,08 Mol) gasförmig innerhalb von 15 Min. eingeleitet.
Dann werden 5,53 ml Triäthylamin (0,04 Mol) zugesetzt und es wird weitere 30 Min.
gerührt. Die Temperatur wird während des Phosgeneinleitens und der daran anschließenden
Rührzeit bei 25-30°C gehalten. Nach dem Phosgeneinleiten und nach der anschließenden
Rührzeit ist die alkalische wäßrige Phase frei von Bisphenolat. Die Aufarbeitung des
gebildeten Polycarbonats erfolgt nach dem Ansäuern des Ansatzes mit Phosphorsäure,
indem die abgetrennte organische Phase mit destilliertem Wasser elektrolytfrei gewaschen
wird und das Polycarbonat durch Eindampfen der organischen Phase und Trocknen erhalten
wird.
[0058] Folgende analytische Daten werden für das Polycarbonat erhalten:
Rel. Viskosität ηrel ≠ 1,28
phenolische OH-Endgruppen 0,006 %
verseifbares Chlor (aus Chlorkohlensäureesterendgruppen) unter 20 ppm.
Beispiel 7
[0059] Polycarbonat aus 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan, Katalyse während
der Phosgenierung allein durch Tetrabutylammoniumbromid.
[0060] In 971 ml destilliertem Wasser und 283 ml 50 %iger Natronlauge (5,4 Mol NaOH) werden
unter N
2-Durchleiten 284,4 g 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan und 3,8 g Phenol
(0,04 Mol) gelöst. Nach Zugabe von 745 ml Methylenchlorid, 224 ml Chlorbenzol und
4,8 g Tetra-n-butylammoniumbromid (0,015 Mol) werden mit gleichbleibender Geschwindigkeit
158 g Phosgen (1,6 Mol) innerhalb von 15 Min. eibgeleitet. Dann werden 2,8 ml Triäthylamin
(0,02 Mol) zugesetzt und es wird weitere 15 Min. gerührt. Die Temperatur wird während
des Phosgeneinleitens und der daran anschließenden Rührzeit bei 25-30°C gehalten.
Nach dem Phosgeneinleiten und nach der anschließenden Rührzeit ist die alkalische
wäßrige Phase frei von Bisphenolat. Die Aufarbeitung des gebildeten Polycarbonats
erfolgt nach dem Ansäuern der abgetrennten organischen Phase mit Phosphorsäure, indem
die organische Phase mit destilliertem Wasser. elektrolytfrei gewaschen wird und das
Polycarbonat durch Eindampfen der organischen Phase und Trocknen erhalten wird.
[0061] Folgende analytische Daten werden für das Polycarbonat erhalten:
Rel. Viskosität ηrel = 1,27
phenolische OH-Endgruppen 0,007 %
verseifbares Chlor (aus Chlorkohlensäureesterendgruppen) unter 20 ppm
Beispiel 8
[0062] Polycarbonat aus 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan, Katalyse während
der Phosgenierung durch Tetrabutylammoniumbromid und Triäthylamin.
[0063] In 971 ml destilliertem Wasser und 283 ml 50 %iger Natronlauge (5,4 Mol NaOH) werden
unter N
2-Durchleiten 284,4 g 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-prcpan und 2,8 g Phenol
(0,03 Mol) gelöst. Nach Zugabe von 745 ml Methylenchlorid, 224 ml Chlorbenzol, 4,8
g Tetra-n-butylammoniumbromid (0,015 Mol) und 0,7 ml Triäthylamin (0,005 Mol) werden
mit gleichbleibender Geschwindigkeit 158 g Phosgen (1,6 Mol) innerhalb von 15 Min.
eingeleitet. Dann wird weitere 15 Min. gerührt.
[0064] Die Temperatur wird während des Phosgeneinleitens und der daran anschließenden Rührzeit
bei 25-30 C gehalten. Nach dem Phosgeneinleiten und nach der anschließenden Rührzeit
ist die alkalische wäßrige Phase frei von Bisphenolat. Die Aufarbeitung des gebildeten
Polycarbonats erfolgt wie in Beispiel 1.
[0065] Folgende analytische Daten werden für das Polycarbonat erhalten:
rel. Viskosität ηrel = 1,27
verseifbares Chlor (aus Chlorkohlensäureesterendgruppen) unter 20 ppm.
[0066] Die Beispiele 6-8 zeigen, daß durch die erfindungsgemäße Katalyse kurze Reaktionszeiten
möglich sind, daß die benötigten Phosgenmengen niedrig liegen, und daß das Polycarbonat
wenig OH-Endgruppen besitzt.