[0001] Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zur temperaturabhängigen Spannungsregelung
der zum Betrieb von piezoelektrischen Schreibdüsen erforderlichen Steuerspannungen
in Tintenmosaikschreibeinrichtungen mit einer jeder Schreibdüse zugeordneten Steüerschaltung,
in der eine Spannungswandlerschaltung vorgesehen ist, deren sekundärseitige Induktivität
zusammen mit der Kapazität der Schreibdüse einen Schwingkreis bildet und die weiterhin
eine Einrichtung zur Einstellung der Steuerspannung enthält.
[0002] In Tintenmosaikschreibeinrichtungen finden Schreibdüsen Verwendung, die nach dem
piezoelektrischen Prinzip arbeiten. Dazu werden röhrenförmige, Schreibflüssigkeit
enthaltende Antriebselemente aus polarisierter Keramik verwendet, deren Durchmesser
sich bei Anlegen einer elektrischen Spannung in Richtung der Polarisationsspannung
verengt, bei Anlegen einer elektrischen Spannung entgegen der Polaritätsspannung erweitert.
[0003] Zur Erzeugung der zur Steuerung der Schreibdüsen erforderlichen Spannungen ist eine
Schaltungsanordnung bekannt (DE-OS 25 48 691), mit der die im Ruhezustand befindlichen
Schreibdüsen durch Anlegen einer der Polaritätsspannung entgegengerichteten Spannung
erweitert, und dieser erweiterte Zustand eine definierte Zeit aufrechterhalten wird,
und daß zum Ausstößen des Tintentröpfchens die Schreibdüse aus einem erweiterten in
einen verengten Zustand durch Polaritätswechsel einer, den erweiterten Zustand hervorrufenden
Steuerspannung gebracht wird. Die bekannte Schaltungsanordnung enthält dazu eine Spannungswandlerschaltung,
deren sekundärseitige Induktivität in Verbindung mit der Kapazität der Schreibdüse
einen über ein Dämpfungsglied gedämpften Schwingkreis bildet. Zur Einstellung der
Höhe der an den Schreibdüsen anliegenden Steuerspannung ist eine Einrichtung zur Einstellung
der Steuerspannung vorgesehen, mit der der Primärstrom in der Spannungswandlerschaltung
begrenzbar ist. Diese bekannte Ansteuerung der Schreibdüsen hat den Vorteil, daß damit
ein sehr großer Hub bei relativ kleinen Spannungsänderungen am Keramikröhrchen der
Schreibdüse erzeugt werden kann. Weiterhin kann die Steuerspannung für die Schreibdüsen
individuell für jede Schreibdüse eingestellt werden,.was insbesondere für Tintenmosaikschreibeinrichtungen
von Vorteil ist, bei denen der Schreibkopf jeweils mehrere Schreibdüsen enthält. In
diesem Falle ist für jede Schreibdüse eine eigene Steuerschaltung vorgesehen.
[0004] Die für einen normalen und störungsfreien Betrieb notwendige Arbeitsweise der Schreibdüsen
hängt jedoch nicht nur von der Versorgung mit einer ganz bestimmten individuell einstellbaren
Steuerspannung ab; von ebenso großer Bedeutung ist daneben auch die Abhängigkeit von
der Viskosität der Schreibflüssigkeit. Die Viskosität der als Schreibflüssigkeit verwendeten
Tinte ist nun aber in starkem Maße temperaturabhängig. Sie ändert sich bereits bei
geringen Änderungen der Umgebungstemperatur.
[0005] Für Tintenstrahlschreiber, bei dem Tinte unter statischen Druck einer Düse zugeführt
und von dieser in Form von Tintentröpfchen kontinuierlich ausgestoßen und dann unter
Wirkung eines zwischen der Düse und Elektroden mit Hilfe eines Hochspannungsgenerators
erzeugten elektrostatischen Feldes beschleunigt wird, ist deshalb bereits angegeben
worden, mit Hilfe eines Temperaturfühlers die Tintentemperatur zu erfassen und in
Abhängigkeit davon die Ausgangsspannung des Hochspannungsgenerators zu verändern (DE-AS
23 53 525). Diese Anordnung ist jedoch für Tintenmosaikschreibeinrichtungen mit nach
dem piezoelektrischen Prinzip arbeitenden Schreibdüsen nicht geeignet. Insbesondere
in Vorrichtungen, in denen jede einzelne Düse des Schreibkopfes mit einer individuellen
Steuerspannung versorgt werden muß, und in denen die Steuerschaltungen zur Erzeugung
der individuell einstellbaren Steuerspannungen den einzelnen Schreibdüsen jeweils
zugeordnet sind, muß der Einsatz dieser bekannten Anordnung ausscheiden.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es,.eine Regeleinrichtung zu schaffen, mit der die bei
einer vorgegebenen Temperatur eingestellten Spannungswerte für die einzelnen Schreibdüsen
abhängig von der Temperaturänderung gemeinsam geändert werden können.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 angegebenen
Merkmale.
[0008] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den einzelnen Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0009] Es.ist ein wesentlicher Vorteil der Erfindung, daß die zur Erzeugung der für die
einzelnen Schreibdüsen notwendigen Steuerspannungen vorgesehenen Steuerschaltungen
nur ganz geringfügig zu ändern sind, wobei jedoch das Prinzip ihrer Wirkungsweise,
insbesondere die Möglichkeit der individuellen Einstellung der für die einzelnen Schreibdüsen
erforderlichen Steuerspannungen beibehalten werden kann, und daß eine durch Temperaturänderungen
bedingte Änderung der Steuerspannungen alle Steuerschaltungen gemeinsam erfaßt.
[0010] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden im folgenden anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispieles erläutert.
[0011] Dort ist jeder der beispielsweise 12 Schreibdüsen 1 eine Steuerschaltung 2 zugeordnet,
über die jede Schreibdüse mit der für sie erforderlichen Steuerspannung versorgt wird.
Der Aufbau einer Steuerschaltung 2 ist an sich bekannt. Die an einem Impulseingang
3 anliegenden Impulse gelangen über eine Treiberstufe 4 zur Anpassung an die Spannungsverhältnisse
der Schaltungsanordnung an eine Verstärkerstufe 5, die aus integrierten Transistoren
in Darlington-Schaltung aufgebaut ist. Der Verstärkerstufe 5 ist die Primärwicklung
einer Spannungswandlerschaltung 6 nachgeschaltet, über die die Schreibdüse 1 von der
Verstärkerstufe 5 entkoppelt wird. Die Sekundärinduktivität der Spannungswandlerschaltung
6 bildet zusammen mit der Kapazität der Schreibdüse 1 einen Schwingkreis, der einseitig
durch die Serienschaltung eines Widerstandes 7 mit einer Diode 8 bedämpft ist. Die
Spannungsversorgung der Steuerschaltung 2 geschieht über die Anschlüsse 9 und 10 einer
gemeinsamen Spannungsversorgung. Die Arbeitsweise der Steuerschaltung 2 ist folgende.
Durch einen über den Impulseingang 3 eintreffenden Impuls wird die Verstärkerstufe
5 leitend, so daß die Primärwicklung der Spannungswandlerschaltung 6 vom Strom durchflossen
wird, der in der Sekundärwicklung einen SpannungsstoB induziert. Dadurch wird der
aus der Sekundärinduktivität der Spannungswandlerschaltung 6 und der Kapazität der
Schreibdüse 1 gebildete Schwingkreis angestoßen. Wird am Ende des Impulses der Strom
abgeschaltet, so wird eine Spannung in entgegengesetzter Richtung induziert. Durch
eine .geeignete Dimensionierung der Dämpfungsmittel 7 und 8 und durch eine Anpassung
der Induktivität der Sekundärwicklung der Spannungswandlerschaltung 6 an die Kapazität
der Schreibdüse 1 kann ein optimaler Spannungsverlauf für den Betrieb der Schreibdüse
erreicht werden. Zur Einstellung der zum Betrieb notwendigen Spannungen für die einzelnen
Schreibdüsen 1 enthält die Steuerschaltung eine Einrichtung zur Einstellung der Basisspannung
für die Verstärkerstufe 5. Dazu dient eine Spannungsteilerschaltung, die aus den Widerständen
11 und 12 besteht und eine Begrenzerdiode 13. Am Teilerpunkt der Spannungsteiler-
. schaltung kann damit die Basisspannung für die Verstärkerschaltung 5 derart eingestellt
werden, daß in Verbindung mit dem Emitterwiderstand 14 eine Strombegrenzung in der
Spannungswandlerschaltung 6 zustande kommt, wodurch eine einfache Anpassung an den
individuellen Spannungsbedarf der Schreibdüse 1 möglich ist. In der bekannten Steuerschaltung
sind die regelbaren Widerstände des Spannungsteilers jeweils an eine konstante Spannung
angeschaltet. Bei der erfindungsgemäßen Anordnung dagegen sind die regelbaren Widerstände
12 der Spannungsteiler aller Steuerschaltungen 2 gemeinsam an den Ausgang 15 einer
Regelschaltung 16 angeschlossen, die eine von der Umgebungstemperatur abhängige Ausgangsspannung
lieferte Die Regelschaltung 16 enthält einen temperaturabhängigen Widerstand 20, der
vorzugsweise ein Heißleiter ist, und als Regeleinrichtung einen Operationsverstärker
24 mit einem nachgeschalteten Transistor 25. Der nicht invertierende Eingang des Operationsverstärkers
24 ist an einen ersten Spannungsteiler 17, 18, 19 angeschlossen, der auch den temperaturabhängigen
Widerstand 20 enthält. Der invertierende Eingang des Operationsverstärkers 24 ist
an einen zweiten Spannungsteiler 21, 22 angeschlossen. Weiterhin ist eine Gegenkopplung
über einen durch eine Diode 27 überbrückten einstellbaren Widerstand 26 vorgesehen.
[0012] Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Anordnung ist dabei folgende.
[0013] Mit Hilfe des im ersten Spannungsteiler enthaltenen einstellbaren Widerstandes 18,
der beispielsweise ein Potentiometer sein kann, wird die Regeleinrichtung 24 und 25
derart eingestellt, daß bei Raumtemperatur am Ausgang 15 der Regelschaltung 16 eine
zum Betrieb der Schreibdüsen ausreichende Spannung abgegeben wird. Über die regelbaren
Widerstände 12 werden dann die individuellen Sollspannungen für die einzelnen Schreibdüsen
1 eingestellt. Mit Änderung der Umgebungstemperatur ändert sich auch der Widerstandswert
des temperaturabhängigen Widerstandes 20 und damit die Ausgangsspannung der Regelschaltung
16. Diese steht über die regelbaren Widerstände 12, den parallelgeschalteten Eingängen
der Steuerschaltungen 2 zur Verfügung und führt dazu, daß die Steuerspannungen für
die einzelnen Schreibdüsen 1 proportional zu der Änderung der Ausgangsspannung am
Ausgang 15 geändert werden.
[0014] Zur Einstellung der Regelsteilheit ist im Gegenkopplungszweig der Regeleinrichtung
24 und 25 der einstellbare Widerstand 26 vorgesehen. Um zu vermeiden, daß eine möglicherweise
notwendige Korrektur der Steilheit einen Einfluß auf die Ausgangsspannung bei Raumtemperatur
hat, wird die am nicht invertierenden Eingang des Operationsverstärkers 24 anliegende
Spannung über den regelbaren Widerstand 18 des ersten Spannungsteilers derart eingestellt,
daß die Spannung am invertierenden Eingang des Operationsverstärkers 24 der Ausgangsspannung
am Ausgang 15 bei Raumtemperatur entspricht.
[0015] Um zu vermeiden, daß die Regelspannung bei hohen Temperaturen nicht zu stark abfällt,
ist der im Gegenkopplungszweig angeordnete regelbare Widerstand 26 durch eine Diode
27 überbrückt, die bei hohen Temperaturen und damit bei einer kleinen Regelspannung
leitend wird und die Gegenkopplung verstärkt. Damit wird die Regelsteilheit bei hohen
Temperaturen verkleinert und die über den regelbaren Widerstand 26 eingestellte Regelsteilheit
wird nur bei tiefen Temperaturen voll wirksam.
1. Schaltungsanordnung zur temperaturabhängigen Spannungsregelung der zum Betrieb
von piezoelektrischen Schreibdüsen erforderlichen Steuerspannungen in Tintenmosaikschreibeinrichtungen
mit einer jeder Schreibdüse zugeordneten Steuerschaltung, in der eine Spannungswandlerschaltung
vorgesehen ist, deren sekundärseitige Induktivität zusammen mit der Kapazität der
Schreibdüse einen Schwingkreis bildet, und die weiterhin eine Einrichtung zur Einstellung
der Steuerspannung enthält, dadurch gekennzeichnet, daß der zur Einstellung der Steuerspannung
in jeder Steuerschaltung (2) vorgesehene Spannungsteiler (11, 12) einen einstellbaren
Widerstand (12) enthält, der mit einer für alle Steuerschaltungen (2) gemeinsamen
Regelschaltung (16) verbunden ist, und daß die Regelschaltung (16) eine über einen
temperaturabhängigen Widerstand (20) steuerbare Regeleinrichtung (24, 25, 26, 27)
enthält, und an ihrem Ausgang (15) eine sich mit der Umgebungstemperatur ändernde
Ausgangsspannung abgibt.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als temperaturabhängiger
Widerstand (20) ein in einer ersten Spannungsteilerschaltung (17, 18, 19) angeordneter
Heißleiter verwendet wird, daß die Regeleinrichtung einen Operationsverstärker (24),
einen diesem nachgeschalteten Transistor (25) und eine Gegenkopplung (26, 27) enthält,
und daß der Operationsverstärker (24) an seinem invertierenden Eingang an eine Vorspannung
(über 21, 22, 23) angeschaltet ist und an seinem nicht invertierenden Eingang mit
der an der ersten Spannungsteilerschaltung (17, 18, 19, 20) abgegriffenen und entsprechend
der sich durch Änderung des Widerstandswertes des temperaturabhängigen Widerstandes
(20) ändernden Spannung steuerbar ist,
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der nicht
invertierende Eingang des Operationsverstärkers (24) mit dem Abgriff eines regelbaren
Widerstandes (18) der ersten Spannungsteilerschaltung (17,18,19,20) verbunden ist,
und daß der regelbare Widerstand (18) derart eingestellt ist, daß bei Raumtemperatur
die Spannung am Ausgang (15) der Regelschaltung (16) der am invertierenden Eingang
des Operationsverstärkers (24) anliegenden Spannung entspricht.
4. Schaltungsanordnung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als
Gegenkopplung zwischen dem Ausgang und dem Eingang der Regeleinrichtung (24, 25) ein
regelbarer Widerstand (26) vorgesehen ist.
5. Schaltungsanordnung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
regelbare Widerstand (26) der Gegenkopplung durch eine Diode (27) überbrückt ist.