[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zuführen von in einem Schuppenstrom
anfallenden flächigen Erzeugnissen, insbesondere Druckprodukten, zu einem Transporteur
gemäss Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Bei einer Zuführvorrichtung dieser Art, wie sie z.B. aus der DE-OS 2822060 bekannt
ist, wird jedem Greifer des Transporteurs ein Druckprodukt zugeführt. Das bedingt,
dass die Fördergeschwindigkeit des Transporteurs der Fördergeschwindigkeit der Zuführvorrichtung,
welche ihrerseits der Zuliefergeschwindigkeit des Schuppenstromes angepasst ist, entsprechen
muss. Wird nun der Schuppenstrom mit hoher Geschwindigkeit angeliefert, z.B. von einer
Rotationsdruckmaschine her, so bringt die entsprechend hohe Laufgeschwindigkeit des
Transporteurs u.a. einen erhöhten Verschleiss des lezteren mit sich.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Herabsetzung der
Laufgeschwindigkeit des Transporteurs zu ermöglichen, ohne dass gleichzeitig die Fördergeschwindigkeit
der Zuführvorrichtung entsprechend vermindert werden muss.
[0004] Diese Aufgabe wird gemäss kennzeichnendem Teil des Anspruches 1 gelöst.
[0005] Durch das Zurückhalten bzw. Verzögern gewisser Erzeugnisse, z.B. jedes zweiten Erzeugnisses,
werden pro Mitnehmer mehrere Erzeugnisse, z.B. zwei Erzeugnisse, übereinanderliegend
zum Transporteur gefördert. Diese vom selben Mitnehmer zugeführten Erzeugnisse werden
zusammen von einem Greiforgan des Transporteurs erfasst und wegbefördert. Das erlaubt
es, den Transporteur weniger schnell laufen zu lassen und trotzdem alle von der Zuführvorrichtung
zugeführten Erzeugnisse wegzufördern. Die Förderleistung des Transporteurs entspricht
somit nach wie vor der Förderleistung der Zuführvorrichtung. Die Herabsetzung der
Laufgeschwindigkeit des Transporteurs bringt einen ruhigeren Lauf und eine Verminderung
des Verschleisses mit sich. Den dem Transporteur nachgeschalteten Verarbeitungseinrichtungen,
z.B. Stapeleinrichtungen, steht zudem bei gleicher Verarbeitungsleistung mehr Zeit
zur Verarbeitung der einzelnen durch jedes Greiforgan freigegebenen Pakete von Erzeugnissen
zur Verfügung.
[0006] Im folgenden wird anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
näher erläutert. Die einzige Figur zeigt schematisch und in Seitenansicht eine Fördervorrichtung
zum Wegfördern von in einem Schuppenstrom anfallenden Druckprodukten.
[0007] Die in einem Schuppenstrom S anfallenden Druckprodukte 1 werden mittels eines nur
teilweise dargestellten Zubringerbandes 2 zugeführt. Die einzelnen Druckprodukte 1
liegen im Schuppenstrom S dachziegelartig übereinander, wobei jedes Druckprodukt 1
jeweils auf dem vorlaufenden Druckprodukt aufliegt. Die vorlaufende Kante 1 a jedes
Druckproduktes 1, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel die Falzkante (Bund) ist,
liegt somit frei, während die Nachlaufkante 1 b jedes Druckproduktes 1 vom nachfolgenden
Druckprodukt überdeckt ist. Das Zubringerband 2 ist über eine Umlenkrolle 3 geführt,
die mittels einer Antriebskette 4 von der den Schuppenstrom S erzeugenden Quelle,
z.B. einer Rotationsdruckmaschine, angetrieben wird. Dem Zubringerband 2 ist ein endloses
Zwischenband 5 nachgeschaltet, das über Umlenkrollen 6 und 7 geführt ist. Der förderwirksame
Trum dieses Zwischenbandes 5 verläuft in ansteigender Richtung. Der Antrieb der Umlenkrolle
6 erfolgt mittels einer Antriebskette 8 von der Umlenkrolle 3 her. Der von den Bändern
2 und 5 in Richtung des Pfeiles A geförderte Schuppenstrom S wird im Anschluss an
das Zwischenband 5 von einem Förderorgan 9 übernommen. Letzteres weist zwei in einem
Abstand angeordnete, endlose Zugorgane 10 auf, von denen in der Figur nur eines sichtbar
ist und die über zwei Umlenkrollen 11 und 12 geführt sind. An diesen Zugorganen 10
sind in regelmässigen Abständen Mitnehmer 13 angeordnet, welche an ihrer vorlaufenden
Kante mit einer Anschlagfläche 13 a zur Mitnahme der Druckprodukte 1 versehen sind.
Der Abstand b zwischen den Anschlagflächen 13 a benachbarter Mitnehmer 13 ist grösser
als der Abstand a zwischen den Nachlaufkanten 1 b übereinanderliegender Druckprodukte
1. In der Mitte zwischen den beiden Zugorganen 10 ist ein stationärer Saugkopf 14
angeordnet, der über eine Verbindungsleitung 15 dauernd mit einer Unterdruckquelle
in Verbindung steht. Im Endbereich der förderwirksamen Strecke der Mitnehmer 13 ist
eine Führungsrampe 16 angeordnet, die eine einwandfreie Uebergabe der Druckprodukte
1 an einen Transporteur 17 gewährleistet.
[0008] Dieses Transporteur 17, von dem nur ein Teil dargestellt ist, entspricht in seinem
Aufbau und seiner Wirkungsweise dem in der DE-OS 2519561 bzw. der entsprechenden US-PS
3.955.667 geoffenbarten Transporteur, so dass sich eine ausführliche Beschreibung
erübrigt. An einem nicht dargestellten Zugorgan, das um das Umlenkrad 18 geführt ist,
sind in Förderrichtung B hintereinander angeordnete Greifer 19 befestigt. Jeder Greifer
19 weist eine obere, feststehende Klemmbacke 20 und eine untere, bewegliche Klemmbacke
21 auf. In Schliessstellung der untern Klemmbacke 21 werden die erfassten Druckprodukte
1 zwischen den beiden Klemmbacken 20 und 21 festgehalten. Mittels eines Verrieglungsorganes
22 wird die bewegliche Klemmbacke 21 in ihrer Klemmstellung gehalten. Der Transporteur
17 wird von einem Antriebsmotor 23 angetrieben, dessen Antriebsgeschwindigkeit von
einer Antriebssteuerung 24 gesteuert wird. Dieser Antriebssteuerung 24 werden die
Signale eines Drehzahlgebers 25, der mit der Umlenkrolle 3 gekoppelt ist, und eines
Signalgebers 26 zugeführt, der auf die vorbeilaufenden Nachlaufkanten 1 b der Druckprodukte
1 anspricht. Die Antriebssteuerung 24 verarbeitet die empfangenen Signale und beeinflusst
auf nicht näher dargestellte, an sich bekannte Weise den Antriebsmotor 23, um die
Laufgeschwindigkeit des Transporteurs 17 an die Geschwindigkeit des anfallenden Druckproduktestromes
S anzupassen. Vom Transporteur 17 her wird das Förderorgan 9 angetrieben und zwar
mit einer Geschwindigkeit, die gegenüber der Zuführgeschwindigkeit des Schuppenstromes
S grösser ist.
[0009] Die beschriebene Vorrichtung arbeitet wie folgt. Der von den Bändern 2 und 5 zugeführte
Schuppenstrom S wird von den Mitnehmern 13 des Förderorganes 9 unterfahren. Diese
Mitnehmer 13 greifen mit ihrer Anschlagsfläche 13 a an der Nachlaufkante 1 b der Druckprodukte
1 an und fördern die auf diese Weise erfassten Druckprodukte zum Transporteur 17 hin.
Da wie bereits erwähnt der Abstand b zwischen benachbarten Mitnehmern 13 grösser ist
als der Abstand a zwischen den Nachlaufkanten 1 b aufeinanderliegender Produkte l,ist
nicht jedem Druckprodukt 1, sondern nur jedem zweiten Druckprodukt ein Mitnehmer 13
zugeordnet. Zu Beginn der förderwirksamen Strecke der Mitnehmer 13 wird somit nicht
jedes Druckprodukt, sondern jedes zweite Druckprodukt, von einem Mitnehmer 13 erfasst.
Sobald diejenigen Druckprodukte 1, die nicht an der Anschlagsfläche 13 a eines Mitnehmer
13 anliegen und im Schuppenverband lose mitgenommen werden, in den Bereich des Saugkopfes
14 gelangen, werden sie durch die Saugwirkung dieses Saugkopfes 14 festgehalten oder
zumindest in ihrer Weiterbewegung verzögert, bis der nächste Mitnehmer 13 auf die
Nachlaufkante 1 b dieses vom Saugkopf 14 festgehaltenen Druckproduktes aufläuft und
auch dieses Druckprodukt mitnimmt. Die vom Saugkopf 14 auf das Druckprodukt ausgeübte
Festhaltekraft ist geringer als die von den Mitnehmern 13 auf die Druckprodukte ausgeübte
Vorschubkraft, so dass eine Mitnahme der vom Saugkopf 14 erfassten Druckprodukte durch
die Mitn.ehmer 13 jederzeit ermöglicht wird, obwohl der Saugkopf 14 dauernd an die
Unterdruckquelle angeschlossen ist.
[0010] Im Anschluss an den Saugkopf 14 fördert somit jeder Mitnehmer 13 zwei Druckerzeugnisse
1, die aufeinander liegen. Diese beiden aufeinanderliegenden Erzeugnisse werden über
die Führungsrampe 16 in den Uebernahmebereich der Greifer 19 geschoben. Die im offenen
Zustand in diesen Uebernahmebereich gelangenden Greifer 19 erfassen auf bekannte Weise
die beiden aufeinanderliegenden Druckprodukte 1 an ihrer vorlaufenden Kante 1 a und
fördern die erfassten Druckprodukte 1 zu einer nicht dargestellten Verarbeitungsstation.
An dieser werden die Druckprodukte 1 abgegeben und können entweder wie zugefördert
zu zweien verarbeitet oder wieder zu einem neuen Schuppenstrom auseinandergezogen
werden.
[0011] Dadurch, dass pro Greifer 19 zwei Exemplare gefördert werden, kann der Transporteur
17 mit einer Fördergeschwindigkeit angetrieben werden, die halb so gross ist wie die
Fördergeschwindigkeit der Bänder 2 und 5 des Förderorganes 9. Trotzdem ist der Transporteur
17 in der Lage, alle anfallenden Druckprodukte wegzubefördern. Es ist auch möglich,
anstatt den Saugkopf 14 dauernd an die Unterdruckquelle angeschlossen zu halten, diesen
Saug, kopf 14 periodisch mit der Unterdruckquelle zu verbinden, um das erfasste Druckprodukt
im Zeitpunkt dessen Uebernahme durch einen Mitnehmer 13 freizugeben. Eine solche Lösung
würde jedoch eine entsprechende Steuerung notwendig machen, was gegenüber der gezeigten
Lösung einen grösseren Aufwand mit sich brächte.
[0012] Es ist auch möglich, die Druckprodukte 1 anstelle eines Unterdruckes auf mechanische
Weise so lange zurückzuhalten, bis sie von einem Mitnehmer 13 erfasst werden. Zu diesem
Zweck kann im Bereich des Förderorganes 9 ein Festhalteorgan vorgesehen werden, das
periodisch in den Schuppenstrom eingefahren wird, um eine gegebene Anzahl von Druckprodukten
1 bis zu deren gemeinsamen Mitnahme durch einen Mitnehmer 13 festzuhalten. Dieses
Festhalteorgan kann beispielsweise als ein oberhalb des Druckproduktestromes S angeordneter
Hebel ausgebildet sein, der mittels eines Steuermechanismus gehoben und gesenkt werden
kann und in in den Schuppenstrom S eingefahrener Stellung die Druckprodukte 1 an ihrer
vorlaufenden Kante 1 a zurückhält. Sobald die festgehaltenen Druckprodukte von einem
Mitnehmer 13 erfasst werden, muss der Hebel angehoben und die Druckprodukte freigegeben
werden. Diese Lösung hat gegenüber der in der Figur gezeigten und vorstehend beschriebenen
Ausführungsform den Vorteil, dass gleichzeitig nicht nur ein Druckprodukt 1 sondern
zwei und mehr Druckprodukte festgehalten werden können, was es erlaubt, jedem Greifer
19 des Transporteurs 17 mehr als zwei Druckprodukte zuzuführen.
[0013] Bei einer weiteren Ausführungsform der Zuführvorrichtung werden die Mitnehmer 13
gleich wie in der Figur 1 gezeigt auf ihrer förderwirksamen Strecke auf einer ansteigenden
Bahn geführt. Jeder Mitnehmer 13 ist jedoch mit mindestens einer frei drehbaren Auflagerolle
versehen, die als Auflage für die Druckprodukte 1 dient. Der Abstand zwischen den
Mitnehmern 13 ist ebenfalls grösser als der Abstand zwischen den Nachlaufkanten 1
b aufeinanderliegender Druckprodukte 1. Die zu Beginn der förderwirksamen Strecke
nicht durch einen Mitnehmer 13 erfassten Druckprcdukte 1 könren dank der frei drehbaren
Auflagerollen entgegen der Förderrichtung zurückrutschen, bis sie vom nächsten Mitnehmer
13 mitgenommen werden. Auf diese Weise ist es möglich, zwei und mehr Druckprodukte
in ihrer Vorwärtsbewegung so lange zu verzögern, bis sie von einem Mitnehmer 13 mitgenommen
werden. Die zuletztgenannte Lösung entspricht weitgehend der in Fig. 7 der schweizerischen
Patentanmeldung Nr. 8747/78 dargestellten Ausführungsform, wobei gegenüber letzterer
jeder zweite, jeder zweite und dritte usw. Mitnehmer weggelassen ist.
[0014] Es ist auch denkbar, bei der in den Fig. 1 - 3 der erwähnten schweizerischen Patentanmeldung
8747/78 gezeigten Vorrichtung einen Saugkopf 14 vorzusehen, der auf die beschriebene
Weise jedes an ihm vorbei bewegte Druckprodukt so lange zurückhält bzw. in seiner
Vorwärtsbewegung verzögert, bis der zugeordnete Mitnehmer 13 an diesem Druckprodukt
angreift. Mit Hilfe dieses Saugkopfes 14 kann auf diese Weise sichergestellt werden,
dass unter allen Umständen jedes Druckprodukt von einem Mitnehmer mitgenommen wird.
1. Vorrichtung zum Zuführen von in einem Schuppenstrom anfallenden flächigen Erzeugnissen
inbesondere Druckprodukten, zu einem Transporteur, der in Förderrichtung hintereinander
angeordnete Greiforgane zum Erfassen der zugeführten Erzeugnisse aufweist, mit einem
Förderorgan, das mit mehreren, in regelmässigen Abständen angeordneten, an den Nachlaufkanten
der Erzeugnisse angreifenden Mitnehmern versehen ist, welche mit einer gegenüber der
Zuführgeschwindigkeit des Schuppenstromes grösseren Geschwindigkeit umlaufend angetrieben
sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (b) zwischen den Mitnehmern (13) grösser
ist als der Abstand (a) zwischen den Nachlaufkanten ( 1 b) zweier aufeinanderliegender
Erzeugnisse (1) und dass jeweils an einzelnen Erzeugnissen (1) angreifende Mittel
(14) vorhanden sind, die die Fördergeschwindigkeit des jeweils beeinflussten Erzeugnisses
gegenüber der Fördergeschwindigkeit einer gegebenen Anzahl von nachfolgenden Erzeugnissen
(1) bis zum Erfassen durch einen Mitnehmer (13) vermindern.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein an eine Unterdruckquelle
angeschlossenes, mindestens auf gewisse Erzeugnisse (1) einwirkendes Halteorgan (14),
das im Bereich des Förderorganes (9), vorzugsweise unterhalb des Schuppenstromes (S),
angeordnet ist und durch Saugkraft die erfassten Erzeugnisse bis zu ihrer Mitnahme
durch einen Mitnehmer (13) festhält bzw. in ihrer Vorwärtsbewegung verzögert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteorgan (14) dauernd
mit der Unterdruckquelle verbunden ist, wobei die Haltekraft des Halteorganes (14)
geringer ist als die von den Mitnehmern (13) auf die Erzeugnisse (1) ausgeübte Vorschubkraft.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein im Bereich des Förderorganes
(9) angeordnetes, periodisch in den Schuppenstrom (S) einfahrbares Festhalteorgan,
das eine gegebene Anzahl von Erzeugnissen bis zu deren gemeinsamen Mitnahme durch
einen Mitnehmer (13) festhält.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Festhalteorgan ein
oberhalb des Schuppenstromes (S} angeordneter, mit einem Steuermechanismus gekoppelter
Hebel ist, an dem die Erzeugnisse (1) in dessen eingefahrener Stellung mit ihren vorlaufenden
Kanten (1 a) anschlagen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (13) entlang
ihrer förderwirksamen Strecke auf einer ansteigenden Bahn geführt und mit wenigstens
einer frei drehbaren, als Auflage für die Erzeugnisse (1) dienenden Auflagerolle versehen
sind.