[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Aufbereiten von bituminösem Mischgut
mit einer Abzugseinrichtung für Mineralien, einer Mischeinrichtung zum.Hinzufügen
von thermoplastischem Bindemittel und einer befeuerten und mit Einbauten versehenen
Drehtrommel.
[0002] Eine derartige Einrichtung ist aus der CH-PS 567 628 bekannt. Dabei werden die Mineralien
aus entsprechenden Silos mit einer Abzugseinrichtung abgezogen. Die Mineralien sollen
eine gewisse Feuchtigkeit aufweisen und werden bei ungenügender Feuchtigkeit zusätzlich
mit Wasser abgeducht. Dieser Zuschlag mit dem Bitumen und ggf. dem Wasser wird in
eine Mischtrommel geleitet, die von der einen Stirnseite her in bekannter Weise durch
einen Brenner beheizt wird. Vorzugsweise finden flüssige oder gasförmige Brennstoffe
Verwendung. Durch spezielle Einbauten in der Drehtrommel wird ein kaskadenförmiger
Durchsatz des Mischgutes erzielt. Das Mischgut wird dabei im Gleichstrom von den Rauchgasen
und über die Strahlungswärme der offenen Flamme des Brenners erwärmt. Die Hinzufügung
von Wasser zu den Mineralien ist jedoch nachteilig, weil das Wasser zumindest teilweise
wieder verdampft werden muß. Auch ein im Mischgut vorhandener Restwassergehalt kann
insbesondere in der kalten Jahreszeit zu Frostschäden führen. Die Hinzufügung von
Wasser zu den Mineralien bewirkt auch Affinitätsmängel, d.h. die Haftung zwischen
dem thermoplastischen Bindemittel, beispielsweise Bitumen, und den Mineralien wird
verschlechtert.
[0003] -Aus der US-PS 3 423 222 ist es bereits bekannt, den Zuschlag, also die Mineralien,
zunächst ohne Anfeuchtung in eine Drehtrommel zu leiten. Die Drehtrommel wird mit
einem Brenner beheizt und im Gegenstromverfahren betrieben. Innerhalb, der Drehtrommel
wird erhitztes Bitumen mit erhitztem, teilweise dampfförmigen Wasser eingedüst. Dabei
kommen etwa 5 bis 15% Wasser und 85 bis 95% Bindemittel gleichzeitig zur Anwendung.
Das Wasser dient dem Zweck, den Staub der in der Drehtrommel bewegten Mineralien zu
binden, das Bitumen zu kühlen und somit vor einer Zündung und einer vorzeitigen Aushärtung
zu schützen. Es ist weiter vorgesehen, zusätzlich zu dem Wasser und dem Bindemittel
noch additive und andere Umhüllungshilfen in die Drehtrommel einzubringen.
[0004] Die DE-AS 26 17 839 zeigt eine Einrichtung zum Aufbereiten von bituminösem Mischgut
mit einer im Gleichstrom befeuerten Drehtrommel, die in verschiedene Bereiche mit
unterschiedlichen Aufgaben und Eigenschaften eingeteilt ist. Im Einzugsbereich sind
spezielle Einbauten vorgesehen, um die Mineralien vor Staubbildung und Staubabscheidung
zu schützen. Im anschließenden Vermengungsbereich wird Bitumen eingedüst und dabei
die noch feuchten Mineralien mit dem Bindemittel vermengt. Auch bei dem Verfahren
nach der DE-AS 1 594 815 beschränkt sich der erste Verfahrensschritt auf die Vermengung
des Bindemittels mit dem noch nicht erhitzten Mineral, wobei sich im Hinblick auf
das thermoplastische Verhalten des Bindemittels dieses im wesentlichen in Kugelform
mit geringer Bindefläche und
Bindequalität an die noch feuchten Mineralpartikel anlagert, d.h. also lediglich eine
statistische Verteilung des Bindemittels stattfindet, während im zweiten Ver-
fahrensschritt die Mineralstoffe erhitzt und der wesentliche Wasseranteil verdampft werden
soll, wobei das Bindemittel hinsichtlich der Bindung.der Staubpartikel an die Gesteinspartikel
die Funktion des Wassers übernehmen soll. Bei einer ähnlichen Einrichtung, die aus
der DE-AS 21 02 328 bekannt ist, findet im Einzugsbereich jedoch eine derart starke
Umwälzung des Mineralgutes statt, daß eine ungewollte vorzeitige Trocknung sich bereits
vor der Vermengung mit dem Bindemittel einstellt. Dies bedeutet einen erhöhten Staubanfall
durch die vorzeitige Aufhebung der Wasserbindung des Staubes an die Gesteinsteilchen
und eine eingeschränkte Affinität zwischen Bindemittel und Gestein. Auch hier kann
auf Umhüllungshilfen, wie beispielsweise Chromsalze oder Bariumsulfid, in der Regel
nicht verzichtet werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der eingangs beschriebenen
Art so weiterzubilden, daß sich das Mischgut weitgehend staubfrei und kostengünstig
herstellen läßt. Dabei muß die Affinität zwischen Bindemittel und Mineralien verbessert
werden, aber gleichzeitig die Erwärmung des Mischgutes schonend erfolgen, damit überhitzungserscheinungen
des thermoplastischen Bindemittels und ein vorzeitiges Aushärten verhindert werden.
[0006] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß für die Befeuerung der Drehtrommel
ein Heißgaserzeuger vorgesehen ist, der tangential in die Drehtrommel einmündend angeordnet
ist, und daß die Einbauten der Drehtrommel zwecks Führung der Heißgase und des Mischgutes
schraubengangförmig ausgebildet und an die tangentiale Einmündung der Heißgase angepaßt
sind. Durch die Verwendung eines Heißgaserzeugers kommt die Sbahlungswärme der offenen
Flamme in Wegfall, so daß das Mischgut schonend erwärmt wird.
[0007] Das empfindliche thermoplastische Bindemittel wird nicht überhitzt. Es besteht keine
Selbstentzündungsgefahr. Damit ist auch die Möglichkeit gegeben, aufgebrochenen Asphalt
oder anderes bereits verlegtes Mischgut wieder aufzubereiten. Durch die. tangentiale
Einmündung des Heißgaserzeugers an der Drehtrommel werden längere Wege des Heißgases
in der Trommel ermöglicht, also längere Kontaktzeiten bei kurzer Bauweise. Vorhandene
Stäube im Heißgas haben Gelegenheit,sich mit dem bituminösem Mischgut zu verbinden
und an dieses anzulagern. Die Radialkomponente der Heißgasströmung unterstützt diese
Abscheidewirkung. Die schraubengangförmigen Einbauten führen einen Teil des Mischgutes
im Bereich der Trommelwandung, so daß hier eine schonende Aufbereitung gegeben ist.
[0008] Mit besonderem Vorteil kann ein vorzugsweise kontinuierlich betriebener Zwangsmischer
für die Hinzufügung des thermoplastischen Bindemittels vor dem Eintritt in die Drehtrommel
vorgesehen sein. Dieser Zwangsmischer bringt einen mechanischen Kontakt zwischen dem
Bindemittel und den Mineralien. Es ergibt sich durch diese mechanische Vermengung
und Einwirkung eine ausgezeichnete Affinität, selbst bei einer gewissen Restfeuchte
der Mineralien, die ungetrocknet eingesetzt werden. Der Zwangsmischer kann auch zentral
an der Stirnseite in die-Drehtrommel einragend vorgesehen sein. Dies wird möglich,
weil das Heißgas tangential eingeleitet wird, so daß die Stirnseite der Drehtrommel
für die Anordnung des Zwangsmischers frei ist. Die Vermischung des Bindemittels und
der Mineralien erfolgt dann schon in der warmen Zone, so daß der an sich schädlichen
Abkühlung des Bindemittels entgegengewirkt wird. Beim Mischen entsteht kein Staubanfall,
weil eine Umhüllung der Mineralien mit dem Bindemittel stattfindet. Gleichzeitig wird
der Zwangsmischer durch den Heißgaserzeuger indirekt beheizt, so daß das Heißgas schon
hier einen Teil seiner Wärme an das Mischgut abgeben kann. Von besonderer Bedeutung
ist die Zusammenwirkung der mechanischen Rührbewegung im Zwangsmischer, der thermischen
Aufheizung und der anschließenden Weitermischung mit Rieseleffekt in der Drehtrommel.
[0009] Parallel zu dem Zwangsmischer kann eine Fördereinrichtung für nicht mit thermoplastischem
Bindemittel versetzte Mineralien vorgesehen sein. Damit ergibt sich die Möglichkeit,
einen Teil der Mineralien, insbesondere die groberen Mineralien, ohne Bindemittel
vermengt in die Drehtrommel einzubringen, während die feineren Mineralien durch den
Zwangsmischer geleitet werden und dabei der Staub mit einem relativ hohen Bindemittelanteil
gebunden wird, so daß sich bei einer solchen Einrichtung Filteranlagen zur Reinigung
der Heißgase erübrigen. Die parallele Anordnung dieser Fördereinrichtung kann sowohl
dann eingesetzt werden, wenn der Zwangsmischer in der Stirnseite der Drehtrommel angeordnet
ist als auch dann, weniger Zwangsmischer als separates Aggregat im Materialfluß der
Drehtrommel irgendwie vageschaltet ist.
[0010] Zur Erhöhung der Förderwirkung und des Rieseleffektes des Mischgutes können vermehrte
bzw. vergrößerte Hubkästen vorgesehen sein, um auf diese Weise die langen Kontaktzeiten
infolge tangentialer Einmündung der Heißgase besonders effektiv auszunutzen.
[0011] Die Erfindung wird anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles weiter beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematisierte Stirnansicht der Einrichtung,
Fig. 2 eine schematisierte Seitenansicht der Einrichtung, größtenteils geschnitten
und
Fig. 3 einen Querschnitt durch die Drehtrommel.
[0012] Fig. 1 zeigt die Drehtrommel.1 mit ihrer Stirnseite 2. Zentral in dieser Stirnseite
2 ist ein Zwangsmischer 3 mit den beiden Wellen 4 untergebracht. Der Zwangsmischer
3 besitzt ein ihn umschließendes Gehäuse 5. Die Drehtrommel 1 besitzt in ihrem Innern
schraubengangförmige Einbauten 6, die zudem einen axialen Durchtrittskanal 7 freilassen.
Die schraubengangförmigen Einbauten 6 sind auf dem inneren Umfang der Drehtrommel
1 befestigt. Im Bereich der einen Stirnseite 2, in der der Zwangsmischer 3 gelagert
ist, mündet auch ein Heißgaserzeuger 8 mit einem Anschlußrohr 9 ein. Die Drehtrommel
1 wird also indirekt beheizt.
[0013] Aus Fig. 2 ist die relative Lage der Einzelheiten zueinander besonders gut erkennbar.
Es ist ersichtlich, wie der Zwangsmischer 3 zentral in die Stirnseite der Drehtrommel
1 hineinragt und sich um ein gewisses Maß in die Drehtrommel hineinerstreckt. Der
Zwangsmischer 3 besitzt einen Einlaß 10 für die Mineralien und einen Einlaß 11 für
das Bitumen. Durch die Schnittdarstellung sind die schraubengangförmigen Einbauten
6 besonders gut erkennbar. Das Material wird hier kaskadenförmig und in den Schraubengängen
geführt durch die Trommel bewegt, wodurch die Trommel eine vergleichsweise geringe
Baulänge aufweisen kann. An der anderen Stirnseite
12 der Drehtrommel 1 werden die Abgase gemäß Pfeil 13 abgeführt, während für das aufbereitete
bituminöse Mischgut ein Abzugsband 14 vorgesehen ist.
[0014] Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch die Drehtrommel 1 mit den schraubengangförmigen
Einbauten 6 und den zusätzlichen Hubkästen 15, die der Einfachheit halber in Fig.
2 dargestellt sind.
1. Einrichtung zum Aufbereiten von bituminösem Mischgut mit einer Abzugseinrichtung
für Mineralien, einer Mischeinrichtung zum Hinzufügen von thermoplastischem Bindemittel
und einer.befeuerten und mit Einbauten versehenen Drehtrommel, dadurch gekennzeichnet,
daß für die Befeuerung der Drehtrommel (1) ein Heißgaserzeuger (8) vorgesehen ist,
der tangential in die Drehtrommel (1) einmündend angeordnet ist, und daß die Einbauten
(6) der Drehtrommel zwecks Führung der Heißgase und des Mischgutes schraubengangförmig
ausgebildet und an die tangentiale Einmündung der Heißgase angepaßt sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein vorzugsweise kontinuierlich
betriebener Zwangsmischer (3) für die Hinzufügung des thermoplastischen Bindemittels
vor dem Eintritt in die Drehtrommel vorgesehen ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein vorzugsweise kontinuierlich
betriebener Zwangsmischer (3) zentral an der Stirnseite (2) in die Drehtrommel (1)
einragend vorgesehen ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zu dem
Zwangsmischer (3) eine Fördereinrichtung für nicht mit thermoplastischem Bindemittel
versetzte Mineralien vorgesehen ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erhöhung der Förderwirkung
und des Rieseleffektes des Mischgutes vermehrte bzw. vergrößerte Hubkästen (15) vorgesehen
sind.