[0001] Die Erfindung betrifft ein gekühltes Turbinen-oder Verdichtergehäuse, das von einem
Mantel umgeben ist, wobei der Zwischenraum zwischen Mantel und Strömungsmaschinen-Gehäuse
von einem vom Arbeitsmittel getrennten Kühlgas durchströmt ist.
[0002] Aus der DE-C-367 109 ist bereits ein gekühltes Gehäuse der genannten Art bekannt.
Die Kühlgas-Austrittsöffnungen münden in einer einem Schornstein vorgeschalteten Ejektor-Vorrichtung,
so daß die Kühlluft abgesaugt wird. Sie wird durch geschlossene Kanäle oder Rohrleitungen
dem Schornstein-Ejektor zugeführt; der Kühlgasstrom erfordert demnach eine hohe Strömungsgeschwindigkeit
der Abgase. Ohne Abgasstrom arbeitet die Kühlung nicht. Zumindest in der Auslaufphase
muß daher zusätzlich ein Kühlluftstrom motorisch erzeugt werden.
[0003] Um diese Nachteile zu vermeiden, ist die Aufgabe gestellt, ein gekühltes Gehäuse
für Turbinen oder Verdichter zu schaffen, das ohne zusätzliche, mechanisch oder durch
Ejektorwirkung angetriebene Fördermittel auskommt.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einem Gehäuse der eingangs genannten Art durch folgende Merkmale
gelöst:
a) Die Kühlgas-Ein- und -Austrittsöffnungen münden unmittelbar in die Umgebung, so
daß die Förderung des Kühlgasstromes allein durch thermischen Auftrieb der sich aufheizenden
Kühlgasströmung erfolgt.
b) Der Mantel umschließt auch die obenliegenden Ein- und Austrittsöffnungen der Strömungsmaschine.
[0005] Das Gehäuse gemäß Erfindung ermöglicht auch eine Kühlung bei Prozeßgasturbinen, die
für den Betrieb mit Gasen mit Temperaturen höher als 700°C ausgelegt sind. Gerade
bei diesen Turbinen sind Isolierungen, die direkt auf der Gehäuseaußenseite aufgebracht
werden, nicht geeignet, da sich mit ihnen die notwendige Temperaturabsenkung in der
Gehäusewand nicht ermöglichen läßt.
[0006] Aus der CH-A-241 696 ist eine Kühlung bekannt, bei der zum Kühlen des Turbinengehäuses
vom Gebläse verdichtete Luft durch einen Stutzen in einen Hohlraum geleitet wird,
der als Kühlmantei dient. Auch bei dieser Vorrichtung wird daher eine gesonderte Luftantriebsvorrichtung
benötigt.
[0007] Im Zwischenraum zwischen Mantel und Strömungsmaschinen-Gehäuse werden Kühlkanäle
gebildet. Die Kühlkanäle und deren Ein- und Auslässe werden so verteilt und dimensioniert,
daß eine ausreichende, natürliche Konvektionsströmung aufgrund des thermischen Auftriebes
sich ausbilden kann. Das Gehäuse gemäß Erfindung sollte daher wenigstens im Fuß- oder
Scheitelbereich Eintritts- und Austrittsöffnungen für die Kühlkanäle besitzen.
[0008] Insbesondere ist vorteilhaft, den Konvektionsstrom dadurch zu verstärken bzw. zwischenzukühlen,
daß bei Turbinengehäusen, die aus einer Ober- und einer Unterschale gebildet sind,
also ein in Achsebene geteiltes Gehäuse besitzen, im Bereich der Längsflansche Kühlgasöffnungen
im Mantel vorgesehen sind. Das heißt, daß im Bereich der rundum verlaufenden Teilfuge
die genannten Öffnungen angeordnet sind..
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Die Figuren
der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 ein Turbinengehäuse im Längsschnitt;
Fig. 2 das gleiche Gehäuse im Querschnitt gemäß der Schnittlinie A ... B.
[0010] In der Figur ist ein Turbinengehäuse 100 dargestellt. Es ist ohne weiteres möglich,
den Erfindungsgedanken auch auf ein Verdichtergehäuse zu übertragen, da die Problematik
der Temperaturabführung für die beiden Gehäusearten die gleiche ist.
[0011] Das in den Schnitten gemäß Fig. 1 und 2 dargestellte Gehäuse 100 besteht aus einer
Oberschale 1 und einer Unterschale 2. Das sich damit ergebende Gehäuse 100 hat eine
im wesentlichen gleichmäßige, eiförmige Gestalt. Die Oberschale 1 ist mit nach oben
aus dem Gehäuse ragenden Anschlußstutzen 3, 4 bestückt, wobei die Pfeile, die die
Strömungsrichtungen zeigen, den Ein- und Ausgangsstutzen erkennen lassen. Das aus
den Schalen 1 und 2 bestehende Gehäuse ist von einem Isoliermantel 5 umgeben, der
beispielsweise aus gepreßter Steinwolle oder aus hochtemperaturfesten Si0
2-oder AI
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3-Fasern besteht. Um die Festigkeit des Isoliermantels zu erhöhen, werden außen am
eigentlichen Gehäuse bzw. an den Stutzen Rippen, Stahlträger oder dergleichen angebracht,
die durch den Isoliermantel reichen und ihn befestigen. In der Fig. 1 sind derartige
Befestigungsrippen 6 dargestellt. Durch den Mantel 5 reichen ferner die An- und Abtriebswellen
19', 19", die in der Zeichnung andeutungsweise gestrichelt dargestellt sind..
[0012] Erfindungswesentlich ist, daß zwischen dem Isoliermantel 5 und den Gehäuse- und Stutzenwänden
7 ein Zwischenraum ausgebildet ist, der als Kühlkanal 8 dient, der sich damit praktisch
über die gesamte Oberfläche der Gehäuseschalen 1, 2 erstreckt.
[0013] Aus Fig. 2, die einen Schnitt gemäß A ... B der Fig. 1 zeigt, ist ersichtlich, daß
für die Kühlkanäle im Mittelbereich, nämlich an der rundum laufenden Teilfuge an den
Längsflanschen zwischen Ober- und Unterschale, auch Kühlgasöffnungen 14 vorgesehen
sind, wobei die dort einströmende Außenluft sich dem Konvektionsluftstrom beimischt,
ihn verstärkt und kühlt. Hierdurch wird die Wärmeabführung verbessert. Dabei sind
die Kühlkanäle im Bereich der Oberschale so angeordnet, daß sie sich auch entlang
des Anschlußstutzen-Rohrmantels 13 erstrecken und eine Auslaßöffnung 10 im Bereich
des Stutzenflansches 11 besitzen.
[0014] Die Anordnung der Ein- und Auslaßöffnungen für den Zwischenraum ist so gewählt, daß
ein möglichst luftwiderstandsarmer Weg für die aufsteigenden Kühlgase gegeben ist.
Im vorliegenden Falle sind Ein- und Auslaßöffnungen rundherum im Bereich der Teilfuge
9, d. h. in der Achsebene, und im Fußbereich des Gehäuses (bei 12) angeordnet.
[0015] Geht man beispielsweise davon aus, daß im Einlaßstutzen 3 die Einlaßtemperatur 727°C
ist, so ist sie beispielsweise im Auslaßstutzen 620° C. Im Inneren des Gehäuses treten
dabei Temperaturen auf, die etwa zwischen 400° C und 700° C liegen. Es ist ersichtlich,
daß bei Aufliegen des Isoliermantels direkt auf der Gehäuseaußenwand die entstehenden
Wärmemengen nicht in ausreichendem Maße abgeführt werden können, so daß es zu einer
Überhitzung des Gehäuses und damit Verkürzung der Standfähigkeit der Turbine kommen
würde.
1. Gekühltes Turbinen- oder Verdichtergehäuse (100), das von einem Mantel (5) umgeben
ist, wobei der Zwischenraum (8) zwischen Mantel und Strömungsmaschinen-Gehäuse von
einem vom Arbeitsmittel getrennten Kühlgas durchströmt ist, gekennzeichnet dadurch,
daß
a) die Kühlgas-Ein- und -Austrittsöffnungen (10, 14 bei 12) unmittelbar in die Umgebung
münden, so daß die Förderung des Kühlgasstromes allein durch thermischen Auftrieb
der sich aufheizenden Kühlgasströmung erfolgt, und
b) der Mantel auch die obenliegenden Ein- und Austrittsöffnungen (3, 4) der Strömungsmaschine
umschließt.
2. Gekühltes Turbinen- oder Verdichtergehäuse nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch,
daß im Bereich der Längsflansche Kühlgasöffnungen (14) im Mantel vorgesehen sind.
1. Cooled turbine or compressor housing (100), which is surrounded by a jacket (5),
so that cooling gas separated from the working fluid flows through the intermediate
space between jacket and fluid machine housing characterised in that
a) the cooling gas inlet and outlet openings (10, 14, 12) open directly into the surroundings,
so that movement of the cooling gas results only from the thermal drive of the current
of cooling gas which is increasing in temperature, and
b) the jacket also surrounds the overlying inlet and outlet openings (3, 4) of the
fluid machine.
2. Cooled turbine or compressor housing according to claim 1, characterised in that,
cooling gas openings (14) are provided in the jacket in the region of the longtitudinal
flange.
1. Boîtier refroidi (100) pour turbine ou compresseur, qui est entouré par une enveloppe
(5), l'espace intermédiaire (8) entre l'enveloppe et le boîtier étant parcouru par
un gaz de refroidissement distinct du fluide de fonctionnement, boîtier caractérisé
en ce que:
a) les orifices d'entrée et de sortie du gaz de refroidissement (10, 14) débouchent
directement dans l'environnement, si bien que le transport du courant de gaz de refroidissement
s'effectue uniquement par convexion thermique du courant de gaz de refroidissement
s'échauffant,
b) l'enveloppe enferme également les orifices d'entrée et de sortie placés dans le
haut (3, 4) de la turbine ou du compresseur.
2. Boîtier refroidi pour turbine ou compresseur selon la revendication 1, caractérisé
en ce que dans la zone de la bride longitudinale, des orifices (14) pour le gaz de
refroidissement sont prévus dans l'enveloppe.