[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Zweikomponenten-Diazotypiematerial,
bestehend aus einem Schichtträger und einer darauf aufgebrachten lichtempfindlichen
Schicht aus mindestens einem lichtempfindlichen Diazoniumsalz und einem Kuppler. Zur
Verwendung in Zweikomponenten-Diazotypiematerialien wurde bereits viele zu einem blauen
Farbstoff kuppelnde Verbindungen beschrieben. Der wesentliche Teil bezieht sich auf
2-Hydroxynaphthalinderivate, z. B. 2-Hydroxynaphthalin-3-carbonsäureamide, die in
Kombination mit p-Aminobenzoldiazoniumsalzen für Blau- und, in Kombination mit anderen
Kupplern, für Schwarzeinstellungen technisch eingesetzt werden. Aus dem
"Landau-Bericht", 9-17, Seite 49 (1962), sind auch 1-Hydroxynaphthalin-3,8-sulfonsäureamide
als Blaukuppler bekannt, für die jedoch entweder keine technischen Angaben gemacht
werden oder solche, die nicht auf eine besondere Eignung schliessen lassen. So werden
sie als lichtbeständig, langsam kuppelnd mit blassblauer oder, in Kombination mit
einem speziellen p-Aminobenzoldiazoniumsalz (Blausalz), mit schön blauer Farbe sowie
als stark basisch charakterisiert.
[0002] p-Aminobenzoldiazoniumsalze haben neben vielen Vorteilen auch einige gravierende
Nachteile. So verfärbt sich bei der Aktenlagerung mit der Zeit der Hintergrund der
Pausen, er vergilbt. Bei einer pH-Verschiebung, z.B. durch saure Dämpfe, verlieren
die Farbstoffe ihren Kontrast und schlagen, ähnlich wie pH-Indikatorfarbstoffe, nach
weinrot bis hellgelben Farbtönen um. Gerade' bei den vielverwendeten, lichtempfindlichen
p-Aminobenzoldiazoniumsalzen ist auch die thermische Stabilität begrenzt, was zu Kontrastverlusten
bei der Lagerung von unbelichtetem Material führt.
[0003] Es ist auch bekannt (US-A-Nr. 2286701), vornehmlich für Einkomponenten-Diazotypiematerialien
p-Mercapto-2,5-dialkoxybenzoldi- azoniumsalzezu verwenden. Aufgrund ihrerrelativ hohen
Kupplungsaktivität und der damit verbundenen unvorteilhaften Lagerfähigkeit, hat man
sie lange Zeit als für Zweikomponenten-Materialien nicht geeignet angesehen. Kürzlich
wurden Zweikomponenten-Diazotypiematerialien mit p-Mer- capto-2,5-dialkoxybenzoldiazoniumsalzen
bekannt, welche mit Phenolen als Gelbkupplern und Resorcylsäure oder Resorcylsäureamiden
als Rotbraunkupplern zu interessanten, kontrastreichen Braunmarken mit besonders aktenfestem,
hellem Pausengrund führen. Es war bisher aber nicht möglich, auch entsprechende Blau-
oder Schwarzmarken zu entwickeln. Die üblichen Blaukuppler bilden mit p-Mercaptobenzoldiazoniumsalzen
nur rotviolette bis violettblaue Farbstoffe und nicht die von den p-Aminobenzoldiazoniumsalzen
her bekannten neutral blauen Farbtöne. Dabei ist die hohe Kupplungsaktivität und die
Rotverschiebung der Farbstoffe typisch für p- Mercaptobenzoldiazoniumsalze.
[0004] Schwarzeinstellungen werden in der Diazotypie durch Mischen von zwei oder mehr Kupplern
erreicht [Kosar,
"Light-Sensitive Systems", Wiley & Sons, New York (1965), Seite 303]. Hierfür ist es
in der Regel nötig, einen wenig rotstichigen Blaukuppler einzusetzen, dessen Kupplungsgeschwindigkeit
in einer ähnlichen Grössenordnung liegt, wie die der beigemischten Gelb- und Braunkuppler.
[0005] Es zeigte sich, dass keines der bekannten 2-Hydroxynaphthalinderivate für Schwarzeinstellungen
mit p-Mercaptobenzoldiazoniumsalzen geeignet ist. Die vielverwendeten 2-Hydroxynaphthalin-3-carbonsäureamide
zum Beispiel kuppeln zu schnell und bilden rotstichige Farbstoffe. Auch die als Kuppler
bekannten 1-Hydroxynaphthalinderivate. z.B. aus der DE-B-Nr. 1068555, kuppeln mit
p-Mercaptobenzoldiazoniumsalzen zu weinroten Farbstoffen. Schliesslich sind aus DE-B-Nr.
1240738 1-Hy- droxy-4-alkylnaphthalin-8-sulfonamidderivate als kontrastreiche Kuppler
bekannt. Diese zeigen jedoch eine so hohe Kupplungsaktivität, dass mit p-Mercaptobenzoldiazoniumsalzen
keine lagerfähigen, stabilen Diazotypiematerialien hergestellt werden können. In der
DE-B-Nr. 2000819 werden 1 -Hydroxynaphthalin-3-sulfonsäure-8-sulfon- säureamidderivate
als Blaukuppler, bevorzugt in Kombination mit p-Aminobenzoldiazoniumsalzen, beschrieben.
In Kombination mit p-Mercaptobenzoldiazoniumsalzen bilden auch diese rotstichige,
violette Farbstoffe, die weder für Blaunoch für Schwarzeinstellungen brauchbar sind.
Aus DE-B-Nr. 1229844 sind 1-Hydroxynaphthalin-8-sulfonsäureamide, die weiter substituiert
sein können, als Alkalispender in Diazotypiematerialien bekannt. Dass sie als Kuppler
geeignet sind, lässt sich daraus keineswegs entnehmen. Streichlösungen mit den dort
beschriebenen 1 - Hydroxynaphthalin-4,8-disulfonsäurediamiden dunkeln beim Stehen
rasch und sind wenig brauchbar. Ähnliches gilt für die in der DE-A-Nr. 1772697 beschriebenen
1-Hydroxynaphthalin-4-sulfonsäure-8-sulfonamide.
[0006] Aufgabe war es daher, Blaukuppler mit angepasster Kupplungsaktivität zu finden, die
mit p-Mercaptobenzoldiazoniumsalzen neutral-blaue Farbstoffe bilden, welche aufgrund
dieser Eigenschaften auch für Schwarzeinstellungen geeignet sind.
[0007] Gegenstand der Erfindung ist damit ein Zweikomponenten-Diazotypiematerial, bestehend
aus einem Schichtträger und einer darauf aufgebrachten lichtempfindlichen Schicht,
die als lichtempfindliche Komponente mindestens ein Benzoldiazoniumsalz und mindestens
einen Kuppler enthält, gekennzeichnet durch die Kombination von mindestens einem 2,5-Dialkoxy-4-mercapto-
benzoldiazoniumsalz und mindestens einer Verbindung der allgemeinen Formel

worin R
1 und R
2 gleich oder verschieden sind und Wasserstoff, Alkyl, Alkenyl, Aralkyl, Aryl oder
Cycloalkyl bedeuten, die weiter substituiert sein können.
[0008] Als Benzoldiazoniumsalz wird vorzugsweise ein 2,5-Dialkoxy-4-arylmercaptobenzoldiazonium-
salz, insbesondere 2,5-Diethoxy-4-p-tolylmer- captobenzoldiazoniumsalz eingesetzt,
das in Form seines Tetrafluoborats, Sulfats oder Chlorids als Doppelsalz, z.B. mit
Zinkchlorid, Verwendung findet.
[0009] In der allgemeinen Formel bedeuten R
1 und R
2 vorzugsweise Alkyl oder Alkenyl, Aryl, Aralkyl oder Cycloalkyl mit jeweils bis zu
10 Kohlenstoffatomen, welche durch Alkyl oder Alkoxyl mit jeweils bis zu 4 Kohlenstoffatomen,
durch Carboxyl, durch Acyl mit jeweils bis zu 3 Kohlenstoffatomen, durch Phenoxy,
durch Halogen, insbesondere Chlor oder Brom, durch Hydroxyl oder durch gegebenenfalls
alkylsubstituiertes Amin substituiert sein können.
[0010] Ganz besonders bewährt haben sich Verbindungen nach der allgemeinen Formel, in der
R
1 ein gegebenenfalls substituiertes Aryl und R
2 ein gegebenenfalls substituiertes Alkyl, Alkenyl, Aralkyl oder Cycloalkyl darstellen.
[0011] Überraschenderweise wurde gefunden, dass gerade die erfindungsgemässen 1-Hydroxynaphthalin-3,8-disulfonsäureamide
in Kombination mit den p-Mercaptobenzoldiazoniumsalzen neutral-blaue Farbstoffe liefern.
Ausserdem wurde gefunden, dass die Kupplungsgeschwindigkeit dieser Verbindungen in
ähnlicher Grössenordnung liegt wie die von Phenol- oder Resorcylsäurederivaten. Sie
können damit in Kombination mit diesen Kuppiern vorteilhaft zu Schwarzeinstellungen
herangezogen werden.
[0012] Die Synthese dieser Verbindungen erfolgt über das Naphthosulton-3-sulfochlorid, das
in Friedländer, "Fortschritte der Teerfarbenfabrikation", Berlin (1923), Teil 13,
Seite 1108, beschrieben ist. Dieses setzt sich mit Ammoniak oder Aminen zu 1 - Hydroxynaphthalin-3,8-disulfonsäureamiden
um. Da die 3-ständige Sulfonsäurechloridgruppe aber reaktionsfähiger ist als die Suifongruppierung,
können auch nacheinander Umsetzungen mit zwei verschiedenen Aminen durchgeführt werden.
Zum Beispiel reagiert Naphthosulfon-3-sulfochlorid bei Raumtemperatur mit überschüssigem
Anilin quantitativ zu Naphthosulfon-3-sulfonsäureanilid, und dieses reagiert wiederum
bei Raumtemperatur mit Methylamin rasch und quantitativ zu 1-Hydroxynaphthalin-3-sulfon-
säureanilid-8-sulfonsäuremethylamid.
[0013] Von der Art der Reste R
1 und R
2 ist die Löslichkeit in wässrigen oder organischen Lösungsmitteln stark abhängig.
Einen gewissen Einfluss haben die Reste auch auf die Kupplungsgeschwindigkeit und
den Farbton. So kuppeln zum Beispiel die 1-Hydroxynaphthalin-3,8-di(alkyl, aralkyl,
alkenyl oder cycloalkyl)sulfonamide etwas schneller und sind rotstichiger als die
1-Hydroxynaphthalin-3-arylsulfonamido-8-alkylsulfonamide. Noch grünstichiger sind
die 1-Hydroxynaphthalin-3,8-di(N-arylsulfonamide). Letztere sind weniger lichtbeständig
und neigen etwas zur Lichtgilbung. Für Schwarzeinstellungen besonders geeignet sind
1-Hydroxynaphthalin-3-aryl- sulfonamido-8-alkylsulfonamide wie 1 -Hydroxynaphthalin-3-p-tolylsulfonamido-8-n-butylsul-
fonamid.
[0014] Amine, die für die Umsetzung geeignet sind, sind neben Ammoniak Alkylamine, z.B.
Methylamine, Ethylamin, n- oder Isopropylamin, Butylamin, 2-Ethylhexylamin oder Dezylamin,
Alkenylamine, z.B. Allylamin, Aralkylamine, z.B. Benzylamin, Phenethylamin, Phenylbutylamin,
Cycloalkylamine, z.B. Cyclohexylamin, Cyclooctylamin, 4-t-Butylcyclohexylamin, sowie
Anilinderivate, die durch Amin, Alkyl, Alkoxy oder Halogen substituiert sein können,
z.B. Toluidin, Xylidin, Difluoranilin, Tribromanilin, 4-Morpholino-2,5-di- methoxyanilin
oder Aminoacetophenon. Auch die aliphatischen Reste können ohne Nachteil substituiert
sein. Als preiswerte technische Amine bieten sich z.B. Ethanolamin, Hydroxypropylamin,
Diethylaminoethylamin, Morpholinopropylamin, Pyrrolidinoethylamin, 4-Amino(N-methylpyrrolidin),
Piperidinobutylamin, Butoxypropylamin, Phenoxyethylamin oder Aminopropionsäure an.
[0015] Erfindungsgemässe Verbindungen sind beispielsweise der beigefügten Formeisammlung
zu entnehmen.
[0016] Als Träger kann z. B. Papier oder Folie verwendet werden, wobei die Lichtpausschicht
bevorzugt in einer Lackschicht aus Celluloseester, z.B. Celluloseacetobutyrat dispergiert
wird.
[0017] Für Schwarzeinstellungen kommen zusätzlich einfache Phenolderivate, z.B. 2-Hydroxydiphenyl,
2,2'-Dihydroxydiphenyl, 2-Hydroxyethoxyphenol, 2-Hydroxybenzoesäureamid, 3,6-Dimethylphenol
als Mannichbase oder Resorcyisäure mit ihren Derivaten, z.B. 2,4-Dihydroxybenzoesäure,
2,4-Dihydroxybenzoesäureamid, 2,4-Dihydroxybenzoesäureethanolamid oder 2,4-Dihydroxybenzoesäureethylester
in Betracht.
[0018] Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung, ohne den Erfindungsbereich
hierauf zu begrenzen.
Beispiel 1
[0019] In je 100 ml einer Lösung aus

werden in Form ihrer Doppelsalze mit Zinkchlorid

gelöst. Die Lösungen werden auf Polyesterfolie mit einem Nassgewicht von ca. 100 g/m
2 aufgebracht und getrocknet. Die Diazomenge ist so bemessen, dass der Kontrast bei
den verschiedenen Mustern etwa gleich hoch ist. Mit einem Macbeth Quantalog-Densitometer
TD-205 mit Wratten-106-Filter wird die Dichte bei frischem (1) und bei 2,4 und 7 (ll,
111, IV) d im forcierten Lagertest bei 60° C (Hot Box) gealtertem Material nach der
der Belichtung unter einer Vorlage folgenden Entwicklung mit Ammoniak gemessen. Die
in die folgenden Tabelle aufgenommenen Werte zeigen, dass der Dichteabfall bei den
p-Mercaptobenzoldiazoniumsalzen sehr viel geringer ist als bei den p-Aminobenzoldiazoniumsalzen.

Beispiel 2
[0020] In je 100 ml einer Lösung aus

werden jeweils 0,4 g folgender Kupplersubstanzen gelöst:
a) 2-Hydroxy-3-naphthoesäuretoluidid (Naphthol AS-D)
b) 2-Hydroxy-3-naphthoesäure-N-morpholinopropylamid (HCI-Salz)
c) 1-Hydroxynaphthalin-3-sulfonsäure- ethanolamid (entsprechend DE-B-Nr. 1068555)
d) 1-Hydroxynaphthalin-3-sulfonsäure-8-sulfonsäureamid (entsprechend DE-B-Nr. 2000819)
e) 1-Hydroxynaphthalin-3-sulfonsäure-8-sulfonsäure-n-butylamid (entsprechend DE-B-Nr.
2000819)
f) 1 -Hydroxynaphthalin-3,8-di(sulfonsäure-n-butylamid) (Formel 4)
g) 1-Hydroxynaphthalin-3-sulfonsäureanilid-8-sulfonsäurecyclohexylamid (Formel 8)
h) 1-Hydroxynaphthalin-3,8-di(sulfonsäure- anilid) (Formel 5)
i) 1-Hydroxynaphthalin-3-sulfonsäureanilid-8-sulfonsäure-y-methoxypropylamid (Formel
10)
[0021] Die Lösungen werden mit ca. 100 g Nassgewicht m
2 auf Polyesterfolie aufgebracht und getrocknet. Dann werden die Folien unter einem
Stufenkeil belichtet und anschliessend mit Ammoniak entwickelt. Mit einem Hunterlab-Color-Difference-Meter
D 25/D 28 mit Halogenlampe wird die Farbsättigung im Durchlicht gemessen. Bei konstantem
L (Farbtiefe) = 44,0 wird das Verhältnis von Blau (-b) und Rot (+a) rechnerisch ermittelt,
das für ein reines Blau mit wenig Rotanteil möglichst hoch liegen soll. Im folgenden
sind für die Versuche a) bis i) die Beschreibung des Farbtons und anschiiessend der
-b/+a-Wert angegeben.

[0022] Die erfindungsgemässen Verbindungen ergeben wunschgemässe neutrale Blautöne. Beachtenswert
ist, dass der Ersatz von einer Sulfonsäureamid- durch eine Sulfonsäureanilidgruppierung
den Rotanteil im Farbstoff noch weiter reduziert.
Beispiel 3
[0023] Es wird eine Stammlösuna aus

bereitet, und zu je 85 ml dieser Lösung werden 0,25 g der folgenden Kuppler zugesetzt
und gelöst:
a) 1-Hydroxynaphthalin-4-methyl-8-sulfonsäure-N-n-butylamid (entsprechend DE-B-Nr.
1240738)
b) 1 Hydroxynaphthalin-4-sulfonsäure- anilid-8-sulfonsäure-N-methylamid (entsprechend
DE-B-Nr. 1229844)
c) 1-Hydroxynaphthalin-4,8-di-(sulfonsäure-N-cyclohexylamid)
d) 1 Hydroxynaphthalin-4-sulfonsäure-8-sulfonsäure-N-(ß-diethylaminoethylamid) (entsprechend
DE-A-Nr. 1772697)
e) 2-Hydroxynaphthalin-4-sulfonsäure-8-sulfonsäure-N-n-butylamid (entsprechend DE-B-Nr.
2000819)
f) 1 -Hydroxynaphthalin-3-sulfonsäure-3',4'-dichloranilid-8-sulfonsäure-N-allylamid
(Formel 15)
g) 1 Hydroxynaphthalin-3-sulfonsäure-p-anisidid-8-sulfonsäure-N-methylamid (Formel
13)
h) 1-Hydroxynaphthalin-3-sulfonsäure-p-toluidid-8-sulfonsäure-N-methylamid (Formel
14)
[0024] Mit den Lösungen a) bis h) werden im ersten Fall sofort (A), im zweiten Fall nach
6 h (B) und im dritten Fall nach 24 h (C) je eine mit Celluloseacetopropionat lackierte
Polyesterfolie beschichtet. Bereits die frischen Lösungen a) bis e) sind erheblich
dunkler als die Lösungen f) bis h) und entsprechend ist der Pausengrund nach bildmässiger
Belichtung und Entwicklung bei den Materialien a) bis e) von Anfang an dunkler. Nach
in der Technik durchaus üblichem 6stündigem Stehen (B) werden mit den 1-Hydroxynaphthalin-4,8-Derivaten
keine brauchbaren Lichtpausfolien mehr erhalten. Der Pausengrund ist deutlich dunkel.
[0025] Um dies in Zahlen auszudrücken, werden mit einem Hunterlab Modell D 25 die Helligkeit
(L-Wert, maximal = 100) in Remission gemessen und in der folgenden Tabelle zusammengestellt:

[0026] Ähnliche Ergebnisse zeigen auch Lagertests (55° C/35% rel. Luftfeuchte/72 h) mit
den Materialien a) bis h), die mit der frischen Lösung hergestellt worden waren. Das
Material a) ist im Grund blau, die Materialien b) bis e) blaugrau, und die Materialien
f) bis h) hell- bis leicht grau.
[0027] Nur die erfindkungsgemässen Materialien f) bis h) sind bezüglich der Haltbarkeit
und auch in bezug auf den Farbton als Schwarzmarken brauchbar.
Beispiel 4
[0028] Mit Celluloseacetobutyrat lackiertes Transparentpapier wird mit einer Lösung der
folgenden Zusammensetzung beschichtet und qretrocknet:

[0029] Nach bildmässigem Belichten des fertigen Materials unter einer Bleistiftzeichnung
auf Transparentpapier erhält man eine Kopie mit dunklen Linien auf hellgrauem Grund.
[0030] Ähnlich gute Ergebnisse erzielt man mit 1 - Hydroxynaphthalin-3-sulfonsäureanilid-8-sul-
fonsäuremorpholinopropylamid (Formel 12) oder 1 -Hydroxynaphthalin-3,8-di(sulfonsäure-n-butylamid)
(Formel 4).

1 Zweikomponenten-Diazotypiematerial, bestehend aus einem Schichtträger und einer
darauf aufgebrachten lichtempfindlichen Schicht, die als lichtempfindliche Komponente
mindestens ein Benzoldiazoniumsalz und mindestens einen Kuppler enthält, gekennzeichnet
durch die Kombination von mindestens einem 2,5-Dialkoxy-4-mercaptobenzoldiazoniumsalz
und mindestens einer Verbindung der allgemeinen Formel

worin R
1 und R
2 gleich oder verschieden sind und Wasserstoff, Alkyl, Alkenyl, Aralkyl, Aryl oder
Cycloalkyl bedeuten, die weiter substituiert sein können.
2. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es als Benzoldiazoniumsalz
ein 2,5-Dialkoxy-4-arylmercaptobenzoldiazoniumsalz enthält.
3. Material nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass es als Benzoldiazoniumsalz
2,5- Diethoxy-4-p-tolylmercaptobenzoldi- azoniumsalz enthält.
4. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass R1 und R2 Alkyl oder Alkenyl, Aryl, Aralkyl oder Cycloalkyl mit jeweils bis zu 10 Kohlenstoffatomen
darstellen.
5. Material nach Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass R1 und R2 durch Alkyl oder Alkoxyl mit jeweils bis zu 4 Kohlenstoffatomen, durch Carboxyl,
durch Acyl mit bis zu 3 Kohlenstoffatomen, durch Phenoxy, durch Halogen, insbesondere
Chlor oder Brom, durch Hydroxyl oder durch gegebenenfalls alkylsubstituiertes Amin
substituiert sind.
6. Material nach Ansprüchen 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass R, ein gegebenenfalls
substituiertes Aryl und Rein gegebenenfalls substituiertes Alkyl, Alkenyl, Aralkyl
oder Cycloalkyl darstellen.
7. Material nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass R1 einen Phenylrest und R2 einen Butylrest darstellen.
8. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich mindestens ein
Phenolderivat, Resorcylsäure und/oder Resorcylsäurederivate in der lichtempfindlichen
Schicht vorhanden sind.
1. A two-component diazotype material, composed of a support and of a light-sensitive
layer applied to the support, the layer'containing at least one benzene diazonium
salt as the light-sensitive component and at least one coupler, characterized in that
it comprises the combination of at least one 2,5-dialkoxy-4-mercaptobenzene diazonium
salt and at least one compound of the general formula

in which R
1 and R
2 are identical or different and denote hydrogen or alkyl, alkenyl, aralkyl, aryl or
cycloalkyl groups, which can be further substituted.
2. A material as claimed in claim 1 which contains a 2,5-dialkoxy-4-arylmercaptobenzene
diazonium salt as the benzene diazonium salt.
3. A material as claimed in claims 1 and 2 which contains a 2,5-diethoxy-4-p-tolylmercaptoben-
zene diazonium salt as the benzene diazonium salt.
4. A material as claimed in claim 1, wherein R, and R2 are alkyl or alkenyl, aryl, aralkyl or cycloalkyl groups, each having up to 10 carbon
atoms.
5. A material as claimed in claims 1 and 4, wherein R1 and R2 are substituted by alkyl or alkoxy, each having up to 4 carbon atoms, by carboxyl,
by acyl having up to 3 carbon atoms, by phenoxy, by halogen, in particular chlorine
or bromine, by hydroxyl or by optionally alkylsubstituted amine.
6. A material as claimed in claims 1, 4 and 5, wherein R1 is optionally substituted aryl and R2 optionally substituted alkyl, alkenyl, aralkyl or cycloalkyl.
7. A material as claimed in claim 6, wherein R1 is a phenyl group and R2 is a butyl group.
8. A material as claimed in claim 1, wherein at least one phenol derivative, resorcylic
acid and/or resorcylic acid derivatives are additionally present in the light-sensitive
layer.
1. Matériel diazotypique à deux composants, comprenant un support de couche sur lequel
est appliquée une couche photosensible, cette dernière contenant comme composants
photosensibles au moins un sel de benzènediazonium et au moins un copulant, caractérisé
par la combinaison d'au moins un sel de 2,5-dialcoxy-4-mercapto- benzènediazonium
et d'au moins un composé de formule générale

dans laquelle R
1 et R
2 sont identiques ou différents et représentent l'hydrogène, l'alkyle, l'alcényle,
l'aralkyle, l'aryle ou le cycloalkyle, qui peuvent être substitués à leur tour.
2. Matériel selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il contient comme sel de
benzènediazonium un sel de 2,5-dialcoxy-4-arylmercapto- benzènediazonium.
3. Matériel selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce qu'il contient comme
sel de benzènediazonium, le sel de 2,5-diéthoxy-4-p-tolylmercaptobenzènediazonium.
4. Matériel selon la revendication 1, caractérisé en ce que R1 ou R2 sont des groupes alkyle ou alcényle, aryle, aralkyle ou cycloalkyle ayant chacun
jusqu'à 10 atomes de carbone.
5. Matériel selon les revendications 1 et 4, caractérisé en ce que R1 et R2 portent comme substituants de l'alkyle ou de l'alcoxyle, ayant chacun jusqu'à 4 atomes
de carbone, du carboxyle, de l'acyle ayant jusqu'à 3 atomes de carbone, du phénoxy,
de l'halogène, en particulier le chlore ou le brome, de l'hydroxyle ou de l'amine
éventuellement substituée par de l'alkyle.
6. Matériel selon les revendications 1, 4 et 5 caractérisé en ce que R, représente
un groupe aryle éventuellement substitué et R2 un groupe alkyle, aicényle, aralkyle ou cycloalkyle éventuellement substitué.
7. Matériel selon la revendication 6, caractérisé en ce que R1 représente un reste de phényle et R2 un reste de butyle.
8. Matériel selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche photosensible
contient en outre au moins un dérivé du phénol, de l'acide résorcylique et/ou des
dérivés de l'acide résorcylique.