[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbereitung von Metalloberflächen, insbesondere
aus Stahl, für die elektrophoretische Tauchlackierung durch Aufbringen von Phosphatschichten
mittels Zink- und Phosphationen enthaltender Lösungen, in denen das Gewichtsverhältnis
von Zn : P0
4 = 1 : (12 bis 110), vorzugsweise = 1 : (20 bis 100) ist.
[0002] Es ist seit langem üblich, Metalloberflächen durch Aufbringung eines Phosphatüberzuges
für die anschließende Lackierung vorzubereiten, um eine Verbesserung des Korrosionsschutzes
und eine Erhöhung der Lackhaftung zu erzielen. Als Grundlage für die Elektrotauchlackierung
dienen hauptsächlich Zinkphosphatüberzüge. Zu deren Erzeugung werden üblicherweise
wäßrige saure Überzugslösungen auf Basis Monozinkphosphat verwendet, denen Chlorat,
Nitrit, Nitrat, organische Nitroverbindungen oder Gemische hiervon als Beschleuniger
zugesetzt werden. Die erhaltenen Überzüge sind jedoch häufig für die anschließende
Lackierung wegen ihrer Dicke und Grobkristallinität unbefriedigend. Da zur Vorbehandlung
vor der Elektrotauchlackierung dünne und feinkörnige Überzüge erwünscht sind, werden
deshalb den Lösungen außerdem häufig verschiedene organische oder anorganische Chelatierungsmittel,
wie Zitronensäure, Weinsäure, Malonsäure, Polyphosphorsäure, Glycerophosphorsäure,
Äthylendiamintetraessigsäure, Nitrilotriessigsäure oder deren Salze zugesetzt. Hierdurch
ergeben sich jedoch häufig Schwierigkeiten, die Lösungen zu kontrollieren; auch genügt
die Schichtausbildung oft nicht den gestellten Anforderungen.
[0003] Ein Nachteil der mit den bekannten Lösungen auf Basis Monozinkphosphat erzeugten
Überzüge als Grundlage für die anschließende Elektrotauchlackierung besteht insbesondere
darin, daß ein beachtlicher Teil des Phosphatüberzuges bei der Lackierung abgetrennt
wird, in den Lackfilm übergeht und diesen nachteilig beeinflußt,
[0004] Zwar ist es bekannt, diese Nachteile weitgehend zu vermeiden, indem man Behandlungslösungen
zum Einsatz bringt, in denen der Zinkanteil in Bezug auf die Phosphationen gegenüber
den üblichen Lösungen auf Basis Monozinkphosphat erheblich erniedrigt ist (DE-OS 22
32 067). Die Behandlung führt zu verbesserten dünnen und gleichmäßigen Phosphat- überzügen
auf Metalloberflächen, insbesondere Stahl, die sehr haftfest und beständig und als
Grundlage für die anschließende Elektrotauchlackierung geeignet sind. Die Phosphatschichten
vermitteln einen hohen Korrosionsschutz und werden bei der Lackierung zu einem wesentlich
geringeren Anteil abgetrennt als die bei Verwendung der bisher üblichen Lösungen erzeugten
Überzüge.
[0005] Es wurde nun gefunden, daß die mit dem Verfahren gemäß DE-OS 22 32 067 erzielten
Vorteile noch vermehrt werden können, wenn man das eingangs genannte Verfahren entsprechend
der Erfindung derart ausstattet, daß die Metalloberflächen mit Lösungen in Berührung
gebracht werden, die zusätzlich einen Gehalt an Fluoborat, vorzugsweise in Mengen
von 0,3 bis 2,0 g/l, aufweisen und im wesentlichen ferroionenfrei sind.
[0006] Im wesentlichen ferroionenfrei bedeutet, daß man bei der Behandlung von Nichteisenmetallen
von der Verwendung von Badlösungen absieht, die wesentliche Ferroionenmengen enthalten
und bei der vorzugsweise vorgesehenen Behandlung von Stahloberflächen, diese mit Lösungen
in Berührung bringt, die Ferro- zu Ferriionen oxydierende Beschleuniger enthalten.
[0007] Besonders geeignet sind Behandlungslösungen, die Chlorat und/oder Nitrit enthalten.
Dabei ist es ausreichend, soviel Chlorat und/oder Nitrit zu verwenden, als zur Entfernung
von überschüssigen Ferroionen durch Oxidation notwendig sind. Die Mengen sind also
vom Durchsatz abhängig und brauchen nicht besonders auf die Menge an Zinkionen und
Phosphorsäure oder auf Phosphorsäure abgestimmt zu werden, wie dies bei bekannten
Verfahren vorgeschrieben ist. Es hat sich jedoch erwiesen, daß der Gehalt an Chlorat
auf mindestens 0,1 g/l eingestellt werden sollte. Bei hohen Durchsätzen sind größere
Mengen zweckmäßig.
[0008] Vorteilhafterweise gelangen Lösungen zum Einsatz, die Vanadin-Verbindungen, vorzugsweise
in Mengen von 0,1 bis 10 mg/1 Vanadin, enthalten, was sich besonders bei hohen Durchsätzen
als vorteilhaft erwiesen hat. Weitere mehrwertige Kationen, wie Ni-, Mn- oder Ca-Ionen,
deren Menge jedoch höchstens 0,5 g/l betragen soll, bewirken eine weitere Verbesserung.
[0009] Um den Anteil an PO
4, der den erforderlichen Grad freier Säure übersteigt, zu binden, ist ein Zusatz von
Alkalimetallionen (Na, NH
4 usw.) erforderlich. Der Gehalt an P0
4 liegt im-üblichen Bereich und beträgt etwa 5 bis 20 g/l.
[0010] Die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielten Phosphatschichten vermitteln einen
so hohen Korrosionsschutz (höherer Unterwanderungsschutz), daß eine Folgebehandlung
mit den bekannten Nachspülmitteln, z. B. Cr(VI)- oder Cr(III)-Ionen-haltig, praktisch
keine zusätzliche Verbesserung bewirkt. Das heißt, die mit der Erfindung erzeugten
Phosphatschichten sind von einer Qualität, die sonst nur durch Verwendung zusätzlicher
Nachspülmittel erzielt wird.
Ausführungsbeispiel
[0011] a) Entfettete Stahlbleche werden innerhalb von 2 Minuten durch Spritzen mit einer
Phosphatierungslösung von 58 °C behandelt, die

enthielt. Der Wert für freie Säure lag bei 0,8, für Gesamtsäure bei 14,5.
[0012] Die Bleche wurden dann mit Wasser und mit vollentsalztem Wasser gespült und anschließend
getrocknet.
[0013] Das erzielte Schichtgewicht betrug 1,
8 g/m
2.
[0014] Anschließend wurde auf dem so vorbehandelten Stahlblech ein modifizierter Epoxyharzlack
kathodisch abgeschieden. Das Bad für die Elektrotauchlackierung besaß Raumtemperatur,
Abscheidespannung und -dauer lagen bei 180 Volt bzw. 2 Minuten. Danach wurde der Lack
bei einer Objekttemperatur von 190 °C während 25 Minuten eingebrannt. Die dabei erhaltene
Lackfilmdicke war 15
/um, die Lackschicht gleichmäßig und glänzend.
[0015] Der Korrosionsschutz der mit dem Lack versehenen und kreuzweise eingeritzten Blechs
wurde im Salzsprühtest (1000 Std.) geprüft. Die danach ermittelte Lackunterwanderung
betrug 1 bis 2 mm.
[0016] b) Der vorstehend skizzierte Verfahrensgang wurde in allen Einzelheiten wiederholt.
Es kam jedoch eine Phosphatierungslösung zur Anwendung, die neben den unter a) aufgeführten
Bestandteilen zusätzlich
0,8 g/1 BF
4 enthielt.
[0017] Die nach dem Salzsprühtest ermittelte Lackunterwanderung lag nur bei kleiner 1 mm.
[0018] c) Der Behandlungsgang gemäß b) wurde dahingehend variiert, daß anstelle der Spülung
mit Wasser einmal mit Chrom(III)-acetat-Lösung (150 mg/l Cr(III)) und einmal mit Chromsäure/Chrom(III)-acetat-Lösung
(15Q mg/l Cr(VI), 40 mg/l Cr(III)) gespült wurde.
[0019] Der nach der Lackierung etc. vorgenommene Salzsprühtest brachte die gleichen Ergebnisse
wie unter b).
[0020] Ein Vergleich der Ergebnisse zeigt, daß der Korrosionsschutz, speziell der Lackunterwanderungsschutz,
der mit Fluoborat modifizierten Phosphatierungslösung erheblich besser ist als der,
der bei Verwendung einer Fluoboratfreien Phosphatierungslösung erhalten wird. Außerdem
ist erkennbar, daß auch ohne Nachspülung mit Cr(III)-bzw. Cr(VI)-Lösungen ein Korrosionsschutz
erzielt wird, der dem mit Verwendung der genannten Lösung praktisch gleich ist.
1. Verfahren zur Vorbereitung von Metalloberflächen, insbesondere aus Stahl, für die
elektrophoretische Tauchlackierung durch Aufbringen von Phosphatschichten mittels
Zink- und Phosphationen enthaltender Lösungen, in denen das Gewichtsverhältnis von
Zn : P04 = 1 : (12 bis 110), vorzugsweise = 1 : (20 bis 100) ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Metalloberflächen mit Lösungen in Berührung gebracht werden, die zusätzlich
einen Gehalt an Fluoborat, vorzugsweise in Mengen von 0,3 bis 2,0 g/l aufweisen und
im wesentlichen ferroionenfrei sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei der Behandlung von
Stahloberflächen, diese mit Lösungen in Berührung bringt, die Ferroionen zu Ferriionen
oxidierende Beschleuniger enthalten.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Metalloberflächen mit
Lösungen in Berührung gebracht werden, die Chlorat und/oder Nitrit als Beschleuniger
enthalten.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Metalloberflächen
mit Lösungen in Berührung gebracht werden, die Vanadinverbindungen, vorzugsweise in
Mengen von 0,1 bis 10 mg/l Vanadin, enthalten.