(19)
(11) EP 0 015 420 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.09.1980  Patentblatt  1980/19

(21) Anmeldenummer: 80100752.7

(22) Anmeldetag:  14.02.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3C13D 1/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 05.03.1979 DE 2908595

(71) Anmelder: Amding, Friedrich, Dr. rer. nat. Dipl.-Chem.
D-30890 Barsinghausen (DE)

(72) Erfinder:
  • Amding, Friedrich, Dr. rer. nat. Dipl.-Chem.
    D-30890 Barsinghausen (DE)

(74) Vertreter: Rücker, Wolfgang (DE) 
Cohausz & Florack Patentanwälte Postfach 33 02 29
D-40335 Düsseldorf
D-40335 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Ansäuern von Extraktionswasser bei der Rübenzuckergewinnung


    (57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ansäuern von Extraktionswasser bei der Rübenzuckergewinnung. Das saure Extraktionswasser dient dazu, die Rübenschnitzel in den Extraktionsapparaten zu extrahieren, wobei die Ansäuerung durch gasförmiges SO2 erfolgt.
    Zweckmäßigerweise soll nun das S02 aus der Naßentstaubung der Trocknungsbrüten der Schnitzeltrocknung gewonnen werden, so daß Betriebskosten eingespart werden und gleichzeitig eine Belastung der Umwelt vermieden wird.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ansäuern von Extraktionswosser bei der RUbenzuckergewinnung.

    [0002] Zur Gewinnung des Rübenzuckers werden bekanntlich die Zuckerrüben nach dem Waschen in einer Schnitzelmaschine in feine Rübenschnitzel Überfuhrt, die dann Uber eine Transporteinrichtung den Extraktiionsapparaten zugeführt werden.

    [0003] In den Extraktionsapparaten werden die Zellen des Rübengewebes zunächst durch Wärme abgetötet und geöffnet. Dann tritt der in den Rübenschnitzeln gelöst vorliegende Zucker durch Diffusion oder Flüssigkeitsaustausch in dos Extraktionswasser Uber. So gelingt es, den Zucker bis auf wenige Zehntel Prozent abzuziehen, ohne daß der gewonnene zuckerhaltige Saft zu stark verdünnt wird.

    [0004] Die weitere Behandlung der extrahierten Schnitzel und des gewonnenen Zuckersaftes ist besonders günstig, wenn das fUr diesen Extraktionsvorgang verwendete Wasser einen pH-Wert von etwa 5,5 bis 5,8 hat. Es wird deshalb in der Regel mit gasförmigem SO2 aber auch mit Schwefelsäure oder Salzsäure, jedoch höchst selten, angesäuert.

    [0005] FUr die Herstellung dieses auf einen pH-Wert von etwa 5,6 vermittels SO2 eingestellte Extraktionswassers werden große Mengen SO2 verarbeitet.

    [0006] FUr eine Zuckerfabrik mit einer Tagesverorbeitung von 6000 t RUben füllt dann ein Bedarf von 1,2 bis 1,8 t SO2 pro Tag an, wos bedeutet, daß für eine Kampagnedauer von 80 Tagen 96 bis 144 t SO2 zu beschaffen sind. Diese Ausgaben fUr das SO2 stellen einen bedeutenden finanziellen Kostenfaktor bei der Zuckerfabribotion dar,

    [0007] In den Abgasen der Schnitzeltrocknung der Zuckerfabriken - TrocknungsbrUden genannt - sind bei der üblichen Verwendung von Heiioel oder Kohle große Mengen SO2 enthalten. Bei einer RUbenverarbeitung von z. B. 6.000 tato und einem Schwefelgehalt von ca. 2 % im Heizoel S fallen z. B. pro Tag ca. 3 t SO2 an. Dieses bedeutet u. a. auch eine erhebliche Belastung der Umwelt.

    [0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, die durch die Verwendung von SO2 zum Ansäuern des Extraktionswassers erforderlichen Kosten wesentlich zu verringern bzw. ganz einzusparen und damit einen wirtschaftlicheren Betrieb der Zuckerfabrikotion zu gewährleisten.

    [0009] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemdß dadurch, daß zum Ansäuern des Extraktionswsssers ausschließlich odex zusätzlich SO2 verwendet wird, das. bei der Naßentstaubung der TrockenbrUden der Sehnitzeltrocknung anfällt, indem dieses in das Extraktionswasser eingeleitet wird.

    [0010] Bei dem Verfahren zur Naßentstaubung von TrocknungsbrUden wird SO2 in bekannter Weise aus dem BrUden hercusgewaschen, wobei das Waschwässer etwa den fUr Extraktionswässer benätigter pH-Wert erreicht. Dieses er folgt auch, wenn als Waschwasser des bei der Zuckerfabrikation anfallende Kondensat mit einem pH-Wert von etwe 9,2 (dieses wird in den meisten Fällen nach bekannter Ansäuerung als Extroktionswasser verwendet) eingesetzt wird. Falls der im Extraktionswasser erforderliche pH-Wert von etwa 5,5 bis 5,8 durch Absorption von SO2 aus den TrocknungsbrUden durch besondere Umstände nicht ganz erreicht wird, kann die Restansäuerung in bekannter Weise erfolgen.

    [0011] Das durch Absorption von SO2 angesäuerte Waschwasser kann durch Dekantieren oder Filtrieren zunächst von den Feststoffen wie Teilchen der getrockneten RUbenschnitzel und dergleichen befreit werden.

    [0012] Falls in dem Waschwasser der Brüden Stoffe gelöst sein sollten, die einer direkten Verwendung des Extraktionswasser entgegenstehen, kann das S02-Gas in bekannter Weise aus diesem Waschwasser ausgetrieben und in ein geeignetes Wasser Ubergeleitet und von diesem absorbiert werden, um es dann zu Extraktionszwecken weiter zu verwenden.

    [0013] Ein weiterer Vorteil ist schließlich darin zu sehen, daß in den Abgasen der Schnitzeltrocknung der Zuckerfabriken, den sogenannten TrocknungsbrUden, weniger SO2 enthalten ist. Bei einer RUbenverarbeitung von z. B. 6.000 tato und einem Schwefelgehalt von ca. 2 % im Heizöl fallen pro Tag ca. 3 t SO2 in diesen TrocknungsbrUden an, die eine erhebliche Belastung fUr die Umwelt und Atmosphäre darstellen würden.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Ansäuerung von Extraktionswasser bei der RUbenzuckergewinnung, dadurch gekennzeichnet, daß zum Ansäuern des Extraktionswassers ausschließlich oder zusätzlich SO2 verwendet wird, das bei der Naßentstaubung der TrocknungsbrUden der Schnitzeltrocknung anfällt, indem dieses in das Extraktionswasser eingeleitet wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aus der Schnitzeltrocknung stammende SO2 zunächst in einem Waschwasser der Naßentstaubung aufgefangen, aus diesem ausgetrieben und in ein geeignetes Extraktionswasser UberfUkrt wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das unfallende SO2 vor der Einleitung in das Extraktionswasser von Verunreinigungen befreit wird.
     





    Recherchenbericht