(57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ansäuern von Extraktionswasser bei der Rübenzuckergewinnung.
Das saure Extraktionswasser dient dazu, die Rübenschnitzel in den Extraktionsapparaten
zu extrahieren, wobei die Ansäuerung durch gasförmiges SO
2 erfolgt.
Zweckmäßigerweise soll nun das S0
2 aus der Naßentstaubung der Trocknungsbrüten der Schnitzeltrocknung gewonnen werden,
so daß Betriebskosten eingespart werden und gleichzeitig eine Belastung der Umwelt
vermieden wird.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ansäuern von Extraktionswosser bei der RUbenzuckergewinnung.
[0002] Zur Gewinnung des Rübenzuckers werden bekanntlich die Zuckerrüben nach dem Waschen
in einer Schnitzelmaschine in feine Rübenschnitzel Überfuhrt, die dann Uber eine Transporteinrichtung
den Extraktiionsapparaten zugeführt werden.
[0003] In den Extraktionsapparaten werden die Zellen des Rübengewebes zunächst durch Wärme
abgetötet und geöffnet. Dann tritt der in den Rübenschnitzeln gelöst vorliegende Zucker
durch Diffusion oder Flüssigkeitsaustausch in dos Extraktionswasser Uber. So gelingt
es, den Zucker bis auf wenige Zehntel Prozent abzuziehen, ohne daß der gewonnene zuckerhaltige
Saft zu stark verdünnt wird.
[0004] Die weitere Behandlung der extrahierten Schnitzel und des gewonnenen Zuckersaftes
ist besonders günstig, wenn das fUr diesen Extraktionsvorgang verwendete Wasser einen
pH-Wert von etwa 5,5 bis 5,8 hat. Es wird deshalb in der Regel mit gasförmigem SO
2 aber auch mit Schwefelsäure oder Salzsäure, jedoch höchst selten, angesäuert.
[0005] FUr die Herstellung dieses auf einen pH-Wert von etwa 5,6 vermittels SO
2 eingestellte Extraktionswassers werden große Mengen SO
2 verarbeitet.
[0006] FUr eine Zuckerfabrik mit einer Tagesverorbeitung von 6000 t RUben füllt dann ein
Bedarf von 1,2 bis 1,8 t SO
2 pro Tag an, wos bedeutet, daß für eine Kampagnedauer von 80 Tagen 96 bis 144 t SO
2 zu beschaffen sind. Diese Ausgaben fUr das SO
2 stellen einen bedeutenden finanziellen Kostenfaktor bei der Zuckerfabribotion dar,
[0007] In den Abgasen der Schnitzeltrocknung der Zuckerfabriken - TrocknungsbrUden genannt
- sind bei der üblichen Verwendung von Heiioel oder Kohle große Mengen SO
2 enthalten. Bei einer RUbenverarbeitung von z. B. 6.000 tato und einem Schwefelgehalt
von ca. 2 % im Heizoel S fallen z. B. pro Tag ca. 3 t SO
2 an. Dieses bedeutet u. a. auch eine erhebliche Belastung der Umwelt.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, die durch die Verwendung von SO
2 zum Ansäuern des Extraktionswassers erforderlichen Kosten wesentlich zu verringern
bzw. ganz einzusparen und damit einen wirtschaftlicheren Betrieb der Zuckerfabrikotion
zu gewährleisten.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemdß dadurch, daß zum Ansäuern des Extraktionswsssers
ausschließlich odex zusätzlich SO
2 verwendet wird, das. bei der Naßentstaubung der TrockenbrUden der Sehnitzeltrocknung
anfällt, indem dieses in das Extraktionswasser eingeleitet wird.
[0010] Bei dem Verfahren zur Naßentstaubung von TrocknungsbrUden wird SO
2 in bekannter Weise aus dem BrUden hercusgewaschen, wobei das Waschwässer etwa den
fUr Extraktionswässer benätigter pH-Wert erreicht. Dieses er folgt auch, wenn als
Waschwasser des bei der Zuckerfabrikation anfallende Kondensat mit einem pH-Wert von
etwe 9,2 (dieses wird in den meisten Fällen nach bekannter Ansäuerung als Extroktionswasser
verwendet) eingesetzt wird. Falls der im Extraktionswasser erforderliche pH-Wert von
etwa 5,5 bis 5,8 durch Absorption von SO
2 aus den TrocknungsbrUden durch besondere Umstände nicht ganz erreicht wird, kann
die Restansäuerung in bekannter Weise erfolgen.
[0011] Das durch Absorption von SO
2 angesäuerte Waschwasser kann durch Dekantieren oder Filtrieren zunächst von den Feststoffen
wie Teilchen der getrockneten RUbenschnitzel und dergleichen befreit werden.
[0012] Falls in dem Waschwasser der Brüden Stoffe gelöst sein sollten, die einer direkten
Verwendung des Extraktionswasser entgegenstehen, kann das S0
2-Gas in bekannter Weise aus diesem Waschwasser ausgetrieben und in ein geeignetes
Wasser Ubergeleitet und von diesem absorbiert werden, um es dann zu Extraktionszwecken
weiter zu verwenden.
[0013] Ein weiterer Vorteil ist schließlich darin zu sehen, daß in den Abgasen der Schnitzeltrocknung
der Zuckerfabriken, den sogenannten TrocknungsbrUden, weniger SO
2 enthalten ist. Bei einer RUbenverarbeitung von z. B. 6.000 tato und einem Schwefelgehalt
von ca. 2 % im Heizöl fallen pro Tag ca. 3 t SO
2 in diesen TrocknungsbrUden an, die eine erhebliche Belastung fUr die Umwelt und Atmosphäre
darstellen würden.
1. Verfahren zur Ansäuerung von Extraktionswasser bei der RUbenzuckergewinnung, dadurch
gekennzeichnet, daß zum Ansäuern des Extraktionswassers ausschließlich oder zusätzlich
SO2 verwendet wird, das bei der Naßentstaubung der TrocknungsbrUden der Schnitzeltrocknung
anfällt, indem dieses in das Extraktionswasser eingeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aus der Schnitzeltrocknung
stammende SO2 zunächst in einem Waschwasser der Naßentstaubung aufgefangen, aus diesem ausgetrieben
und in ein geeignetes Extraktionswasser UberfUkrt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das unfallende SO2 vor der Einleitung in das Extraktionswasser von Verunreinigungen befreit wird.