(19)
(11) EP 0 015 470 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.09.1980  Patentblatt  1980/19

(21) Anmeldenummer: 80100917.6

(22) Anmeldetag:  25.02.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B21D 31/06, B44C 1/24, B24C 1/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LU NL SE

(30) Priorität: 26.02.1979 DE 2907420

(71) Anmelder: Mischler, Helmut
D-6638 Dillingen/Saar (DE)

(72) Erfinder:
  • Mischler, Helmut
    D-6638 Dillingen/Saar (DE)

(74) Vertreter: Schulze Horn, Stefan, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Schulze Horn und Nehls Goldstrasse 50
48147 Münster
48147 Münster (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Anordnung zur Herstellung von Reliefplatten


    (57) Verfahren und Anordnung für die Herstellung von Reliefplatten für Türen, Fassaden u. ä. Zwecke wobei ein ebenes Blech (1) aus weichem Kupfer, Aluminium oder Messing auf einer Matrize (2) durch einen Kugelstrahl (3) verformt wird. Zur Unterstützung der Verformung wird zwischen der Matrizenoberfläche und dem Blech (1) ein Vakuum erzeugt. Die Anordnung der Matrize (2) erfolgt hierbei in einem Rahmen (5) mit einer Dichtung (4) und Vakuumanschluß (6).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Reliefplatten für Türen, Fassaden u. ä. Zwecke, bei dem das Blech mit Hilfe einer Matrize geformt wird.

    [0002] Es ist bekannt, Türen oder Fassadenplatten zur Verzierung und zum Schutz gegen Witterungseinflüsse mit aufgnagelten oder verleimten Blechen zu versehen. Die Bleche können auch mit einer reliefartigen Oberfläche versehen sein, die von Kupferschmieden oder mittels Blechpressen verformt ist. Insbesondere wird zur Bewehrung der Türen Kupferblech verwendet. Aus Gründen der Stabilität ist dabei eine Blechstärke von etwa 1 - 2 mm erforderlich. Die verzierten Blechtafeln können dann ohne weiteres auf eine Holz- oder Spanplatte aufgenagelt werden, ohne daß es weiterer Versteifungselemente bedarf.

    [0003] Derartige Türen sind jedoch wegen des großen Blechbedarfs sehr kostspielig. Das rührt einmal daher, daß Blech mit großer Dicke benötigt wird und zum anderen daher, daß zur Bearbeitung eines Blechs mit 1 - 2 mm Stärke sehr aufwendige Pressen benötigt werden.

    [0004] Aus der DE-OS 2 301 814 ist ein Verfahren zur Herstellung von Reliefplatten bekannt, bei dem eine dünne Metallfolie mit Hilfe einer mit Ausschnitten und/oder Vertiefungen versehenen Matrize unter Druck verformt wird und nach der Verformung eine versteifende Schicht auf der Rückseite der Folie aufgebracht wird. Der Druck wird bei dem bekannten Verfahren mittels eines die gesamte zu verformende Fläche bedeckenden gummielastischen Kissens aufgebracht.

    [0005] Dieses Verfahren weist jedoch den Nachteil auf, daß eine Bearbeitung der Oberfläche der Reliefplatten durch das gummielastische Kissen nicht möglich ist. Bei vielen Verbrauchern besteht aber der Wunsch nach einer Reliefplatte mit einer gepunzten oder einer guß- ähnlichen Oberfläche.

    [0006] Demnach stellt sich die Aufgabe, ein Verfahren zu schaffen, durch das Reliefplatten mit gepunzter oder gußähnlicher Oberfläche auf einfache und wirtschaftliche Weise hergestellt werden können. Dabei sollen auch relativ komplizierte Formen ausgearbeitet werden können und ziemlich tiefe Verformungen erreicht werden können, ohne daß das Blech reißt.

    [0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Blech in planer Form auf die Matrize gelegt und anschließend die der Matrize abgewandte Blechseite mit groben Strahlkörpern beschossen wird, die das Blech in eine der Matrize entsprechende Kontur unter Hinterlassung einer gepunzten Struktur verformen.

    [0008] Vorteilhaft wird zwischen der Matrizenoberfläche und dem Blech ein Vakuum erzeugt. Hierdurch wird einerseits das Blech gehalten und andererseits wird durch das Vakuum eine leichte Vorformung des Bleches erzielt. Vorteilhaft werden als Strahlkörper Metall- > körper, vorzugsweise Metallkugeln verwendet.

    [0009] Zur Herstellung der Reliefplatten nach dem erfindungsgemäßen Verfahren sind Bleche aus weichem Kupfer, Aluminium oder Messing besonders gut geeignet.

    [0010] Eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist gekennzeichnet durch

    - einen mit einer Dichtung versehenen Rahmen mit einer darin eingelegten Matrize,

    - eine auf den Rahmen aufgelegte Blechtafel,

    - eine mit dem Inneraum zwischen Rahmen, Matrize und Blech verbundene Vakuumpumpe und

    - ein Strahlwerk.



    [0011] Vorteilhaft weist die Anordnung einen Niederhalter zur Arretierung des zu verformenden Bleches auf.

    [0012] Die Beschleunigungseinrichtung kann ein Strahlgebläse oder eine Schleuderradanlage sein.

    [0013] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt die Figur eine erfindungsgemäße Anordnung zur Herstellung von Reliefplatten.

    [0014] Die Anordnung besteht im wesentlichen aus einem mit einer Dichtung 4 versehenen Rahmen 5 mit einer darin eingelegten Matrize 2, einem auf den Rahmen aufgelegten Blech 1 und einer Strahl-Düse 7. Die Strahl-Düse 7 ist an ein nicht dargestelltes Strahlwerk angeschlossen, mit dessen Hilfe Strahlkörper 3 auf die der Matrize abgewandte Seite des Bleches 1 geschossen werden. Der Rahmen 5 weist einen Niederhalter 8 auf, durch den das Blech arretiert wird und fest an die Dichtung 4 angepreßt wird. Weiterhin weist der Rahmen 5 einen Anschluß 6 zu einer nicht dargestellten Vakuumpumpe auf.

    [0015] Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geht aus der Zeichnung hervor. Durch das zwischen dem Blech 1 und der Matrize 2 erzeugte Vakuum wird das Blech an die Matrize angesaugt und dabei leicht vorgeformt. Durch die aus der Strahldüse 7 austretenden Strahlkörper 3 wird dann die endgültige Verformung und die Oberflächenstrukturierung des Bleches erreicht.

    [0016] Zur Vervollkommnung der Wirkung kann das Blech anschließend dunkel eingefärbt und abgeschliffen werden, so daß die erhabenen Stellen des Reliefs glatt werden, während der Untergrund rauh bleibt. Durch das erfindungsgemäße Verfahren können auf einfache und wirtschaftliche Weise Reliefplatten für Türen, Fassaden und ähnliche Zwecke hergestellt werden, die eine gepunzte oder gußähnliche Oberfläche aufweisen. Dabei ist es möglich, sehr komplizierte Formen auszuarbeiten und ziemlich tiefe Verformungen zu erreichen, ohne daß das Blech reißt. Für den Fachmann überraschend wird eine Oberflächenbeschaffenheit erreicht, die von der gegossener Plattennicht zu unterscheiden ist. Es kann daher von einer hervorragenden Lösung der anstehenden Probleme gesprochen werden.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung von Reliefplatten für Türen, Fassaden u. ä. Zwecke aus Blech, bei dem das Blech mit Hilfe einer Matrize geformt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Blech in planer Form auf die Matrize gelegt und anschließend die der Matrize abgewandte Blechseite mit groben Strahlkörpern beschossen wird, die das Blech in eine der Matrize entsprechende Kontur unter Hinterlassung einer gepunzten Struktur verformen.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Matrizenoberfläche und Blech (1) ein Vakuum erzeugt wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Strahlkörper (3) Metallkörper, vorzugsweise Metallkugeln, verwendet werden.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bleche aus relativ weichem Kupfer, Aluminium oder Messing bestehen.
     
    5. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2 bis 4, gekennzeichnet durch

    - einen mit einer Dichtung (4) versehenen Rahmen (5) "mit einer darin eingelegten Matrize (2),

    - eine auf den Rahmen aufgelegte Blechtafel (1),

    - eine mit dem Innenraum zwischen Rahmen (5), Matrize (2) und Blech (1) verbundene Vakuumpumpe und

    - ein Strahlwerk.


     
    6. Anordnung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch einen Niederhalter (8) zur Arretierung des zu verformenden Bleches (1).
     
    7. Anordnung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch ein Strahlgebläse als Beschleunigungseinrichtung.
     
    8. Anordnung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch eine Schleuderradanlage als Beschleunigungseinrichtung.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht