[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine neuartige Stückseife und ein besonders geeignetes
Verfahren zur Herstellung derselben.
[0002] Es sind bereits zahlreiche Stückseifen verschiedenartigen Aussehens, das in der Regel
auf verschiedenen optischen Effekten beruht, entwickelt worden; diese Stückseifen
erfreuen sich beim Verbraucher einer großen Beliebtheit. So ist es bereits seit langem
bekannt, transparente Stückseifen herzustellen; auch marmorierte oder gestreifte Seifen
befinden sich seit längerer Zeit auf dem Markt. Eine ästhetisch besonders ansprechende
Seife besteht aus zwei gleichgroßen, jedoch verschieden gefärbten Hälften; ihre Herstellung
ist Gegenstand der DE-AS Nr. 2 049 268.
[0003] Es sind auch bereits Seifen bekannt geworden, die in einem Grundkörper aus Seifenmasse
ein kleineres Seifenstück, meist in einer zur Farbe des Grundkörpenkontrastierenden
Farbe, eingelagert enthalten; derartige Seifen und ihre Herstellung sind beispielsweise
in den DE-OSen Nr. 1 617 253 und 1 617 254 beschrieben.
[0004] Ein Nachteil von Seifen allgemein und den zuvor beschriebenen, eingelegte Seifenstückchen
enthaltenden, sogenannten "Intarsien-Seifen" im besonderen ist die Tatsache, daß die
auf der Oberfläche solcher Seifen zusätzlich eingeprägten Schriftzüge, Embleme oder
sonstige Zeichen, die einer Differenzierung und formschönen optischen Gestaltung der
Seife dienen, beim Gebrauch sehr schnell entfernt werden, so daß es dem Verbraucher
aus diesem Grunde häufig nicht mehr möglich ist, an einem zum Teil verbrauchten Seifenstück
festzustellen, welche Marke er überhaupt benutzt hat.
[0005] Es wurde nun gefunden, daß man diese Nachteile überwinden und Seifen herstellen kann,
die zum Ende des Verbrauches die Kenntlichmachung derartiger Schriftzüge, Embleme,
Zeichen etc. gestatten.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine Stückseife, die aus einem
Seifenkörper üblicher Zusammensetzung und mindestens einem in dessen Oberfläche eingelagerten,
kleineren Seifenstück besteht, im Boden des zur Aufnahme des kleineren eingelagerten
Seifenstücks vorgesehenen Hohlraums mit einer zusätzlichen, vorzugsweise erhaben ausgebildeten,
Einprägung versehen ist, wobei es sich um einen Schriftzug, ein Emblem, ein Wappen
oder ein sonstiges Zeichen handeln kann.
[0007] Durch diese Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Seife ist es möglich, während des
Gebrauchs des Seifenstücks das eingeprägte Zeichen sichtbar zu erhalten, selbst wenn
das an der Oberfläche des Seife, beispielsweise auf dem eingelagerten kleineren Seifenstück,
eingeprägte Ausgangszeichen bereits-ausgewaschen ist bespielsweise durch Ausgestaltung
des eingelagerten Seifenstücks in transparenter Seifenmasse; insbesondere gelingt
es dadurch, im fast abgewaschenen Seifenstück dieses Zeichen wieder sichtbar zu machen.
[0008] Besonders vorteilhaft ist es, den Boden des in den Hauptseifenkörper einzulagernden
kleineren Seifenstücks mit einem Hohlraum auszubilden, der vorzugsweise der erhabenen
Einprägung, die sich am Boden des für die Aufnahme des kleineren Seifenstücks vorgesehenen
Hohlraums des Seifenkörpers befindet, spiegelbildlich entspricht, also gewissermaßen
deren "Negativform" darstellt.
[0009] Dadurch wird zum einen der Zusammenhalt von Seifenkörper und eingesetztem Seifenstück
wesentlich verbessert; darüberhinaus wird ein Flachpressen der erhabenen Einprägung
beim Einsetzen des kleineren Seifenkörpers in den dafür vorgesehenen Hohlraum und
dem nachfolgenden Prägevorgang des integrierten Seifenstückes verhindert.
[0010] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist weiterhin ein Verfahren zur Herstellung
einer erfindungsgemäßen, wie oben definierten Stückseife, das darin besteht, daß aus
einem in an sich bekannter Weise hergestellten Seifenstück ein Hohlraum ausgestanzt
und der Boden dieses Hohlraumes mit einer vorzugsweise erhaben ausgebildeten Einprägung
versehen und anschließend ein kleineres, vorgeformtes Seifenstück in den dafür vorgesehenen
Hohlraum des Seifenkörpers eingefügt wird.
[0011] Das Einfügen des kleineren Seifenstückes in den Hohlraum des Grundseifenkörpers läßt
sich optimal lösen, wenn sowohl das kleinere einzulagernde Seifenstück selbst und
der zur Aufnahme desselben bestimmte Hohlraum des Grundseifenkörpers konisch ausgebildet
sind.
[0012] In Figur 1 ist ein erfindugsgemäß gestaltetes Seifenstück wiedergegeben:
In den in der Oberfläche des Seifenkörpers 1 eingestanzten, konisch ausgebildeten
Hohlraum 2 ist ein kleineres Seifenstück 3, das eine von der Farbe des Grundkörpers
abweichende Farbe aufweist, eingelagert. Dieses eingelagerte Seifenstück 3 ist an
seiner Oberfläche mit einem erhabenen Schriftzug 4 versehen. Am Boden des Hohlraums
befindet sich ebenfalls ein vor der Einlage des kleineren Seifenstücks eingeprägter,
gleichfalls erhabener Schriftzug 5, der nach dem Abwaschen der darüber befindlichen
Seifenmasse für den Benutzer wieder sichtbar wird.
[0013] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Seifenstücke erfolgt, bis auf die bereits beschriebene,
zur erfindungsgemäßen Seife führende spezifische Verfahrensweise, in an sich bekannter
Weise.
[0014] Dabei werden die Seifenmassen für den Seifenkörper und das einzulagernde kleinere
Seifenstück getrennt hergestellt und in parallel nebeneinander angeordneten Strangpressen
gesträngt. Die beiden parallel austretenden Seifenstränge werden in Rohlinge geeigneter
Größe geschnitten, anschließend der Hohlraum in den Seifenkörper eingestanzt und die
ausgeformten kleineren Seifenstücke in den mit diesem Hohlraum, in dessen Boden erfindungsgemäß
eine Einprägung vorgenommen wurde, versehenen Seifenkörper eingefügt, die so hergestellten
Seifenstücke gestanzt und ggf. auf ihrer Oberfläche mit-einer weiteren Prägung versehen.
[0015] Die Seifenkörper können eine beliebige Form aufweisen, beispielsweise rund oder oval
sein, das eingesetzte kleinere Seifenstück kann prinzipiell ebenfalls jede gewünschte
Form besitzen.
[0016] Die chemische Zusammensetzung der erfindungsgensäßen Seifenstücke entspricht der
üblicherweise für diesen Zweck eingesetzten; unter der Bezeichnung "Seifen" sind also
sowohl Alkalisalze höherer Fettsäuren alleine als auch sogenannte Tensid-Seifen zu
verstehen, die die üblichen Zusätze enthalten. Es wird in diesem Zusammenhang auf
die Angaben in Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie, 3. Auflage, Band 18,
S. 355-395 (1967, Urban & Schwarzenberg, München-Berlin-Wien) sowie die Monographie
von D. Osterroth, "Kosmetikum Feinseife" (1972, Hüthig-Verlag, Heidelberg) verwiesen.
1. Stückseife, bestehend aus einem Seifenkörper und mindestens einem in dessen Oberfläche
eingelagerten, kleineren Seifenstück, dadurch gekennzeichnet, daß im Boden des zur
Aufnahme des kleineren eingelagerten Seifenstücks vorgesehenen Hohlraums des Seifenkörpers
eine, vorzugsweise erhaben ausgebildete, Einprägung vorhanden ist.
2. Stückseife nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der Einprägung
um einen Schriftzug, ein Mappen, ein Emblem oder ein sonstiges Zeichen handelt.
3. Stückseife nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das eingelagerte
kleinere Seifenstück an seiner Oberfläche eine, gegebenenfalls erhaben ausgebildete,
Einprägung aufweist.
4. Stückseife nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das kleinere, eingelagerte Seifenstück und der zur Aufnahme desselben bestimmte
Hohlraum des Seifenkörpers konisch ausgebildet sind.
5. Stückseife nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Unterseite des eingelagerten kleineren Seifenstücks mit einem der erhabenen
Einprägung des Hohlraumbodens des größeren Seifenstücks im wesentlichen entsprechenden
Hohlraum ausgestattet ist.
6. Verfahren zur Herstellung einer Stückseife nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß aus einem auf an sich bekannte Weise hergestellten Seifenstück
ein Hohlraum ausgestanzt und der Boden dieses Hohlraumes mit einer, vorzugsweise erhaben
ausgebildeten, Einprägung versehen und anschließend das kleinere, vorgeformte Seifenstück
in den dafür vorgesehenen Hohlraum des Seifenkörpers eingefügt wird.