(19)
(11) EP 0 016 938 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.10.1980  Patentblatt  1980/21

(21) Anmeldenummer: 80100684.2

(22) Anmeldetag:  11.02.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B41F 21/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LU NL SE

(30) Priorität: 09.04.1979 DE 2914362

(71) Anmelder: Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft
D-69019 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Jeschke, Willi
    D-6900 Heidelberg (DE)

(74) Vertreter: Stoltenberg, Heinz-Herbert Baldo 
c/o Heidelberger Druckmaschinen AG Kurfürsten-Anlage 52-60
D-69115 Heidelberg
D-69115 Heidelberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Bogentransporttrommel an Rotationsdruckmaschinen


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf eine Bogentransporttrommel an Rotationsdruckmaschinen, bei der das frisch bedruckte Druckbild auf dem Trommelmantel zu liegen kommt. Um ein Abschmieren der Druckfarbe zu vermeiden, wird zwischen dem zu transportierenden Bogen (1) und dem Trommelmantel (9) mittels Blasluft ein Luftpolster (8) erzeugt, auf dem der Bogen (1) mit seiner ganzen Fläche aufliegt. Das Luftpolster (8) soll mit geringem Blasluftverbrauch aufgebaut werden und für alle Papierstärken bis zu Karton verwendbar sein. Zur Erzeugung des Luftpolsters (8) dienen Blasdüsen (10), die den Luftstrom (11) in einen Raum zwischen Trommelwand (9) und Bogen (1) richten und durch den entstehenden Staudruck das Luftpolster (8) aufbauen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Bogentransporttrommel an Rotationsdruckmaschinen, bei der die zu transportierenden Bogen auf einem zwischen Trommelmantel und Bogen mittels Blasluft erzeugten Luftpolster aufliegen.

    [0002] Beim Transportieren der frisch bedruckten Bogen auf Transporttrommeln, bei denen das noch frische Druckbild auf dem Trommelmantel zu liegen kommt, besteht die Gefahr, daß bei Berührung zwischen Farbe und Trommelmantel ein Verschmieren der noch nicht trockenen Farbe auf dem Bogen erfolgt, so daß das Druckbild unbrauchbar wird.

    [0003] Bei einer bekannten Bogentransporttrommel dieser Art (DE-PS 1 561 043) wird auf dem Trommelumfang ein dünnes Luftpolster erzeugt, auf das sich der Bogen auflegen soll, um ein Abschmieren der Druckfarbe zu verhindern. Die bekannte Bogentransporttrommel ist doppelwandig ausgeführt und weist eine Abdeckung aus porösem und luftdurchlässigem Material auf. Wird nun zwischen die Doppelwandung in den Hohlraum Blasluft eingeblasen, so tritt diese durch die luftdurchlässige Abdeckung aus und erzeugt das Luftpolster unter dem zu transportierenden Bogen.

    [0004] Die bekannte Bogentransporttrommel hat den Nachteil, daß sie in der Herstellung aufwendig ist und zur Erzeugung des Luftpolsters große Mengen an Blasluft benötigt. Neben den Kosten für die Einrichtung an sich hat diese einen hohen Energiebedarf und wirkt sich ungünstig auf das Raumklima in der Druckerei aus. Mit der benötigten, großen Luftmenge erfolgt auch eine unerwünschte Wärmezufuhr in die Maschine, wodurch Papierverzug zu verzeichnen ist. Man muß daher zusätzliche Kühl- und Befeuchtungseinrichtungen für die Blasluft vorsehen, was sich kostensteigernd auswirkt.

    [0005] Es hat sich auch gezeigt, daß bei einem dünnen Luftpolster die Gefahr besteht, daß beim Verarbeiten von steifem Karton stellenweise eine Berührung zwischen der Bogentransporttrommel und der bedruckten Kartonoberfläche erfolgt. Wird aber die Oberfläche der porösen Abdeckung mit Farbe verschmiert, ist ein Ausbauen derselben unumgänglich und die Teile müssen mit einem Lösungsmittel ausgewaschen werden. Auch hierdurch entstehen neben den Stillstandszeiten der Maschine Unkosten, die sich in einer Verteuerung der Druckprodukte auswirkt.

    [0006] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Bogentransporttrommel mit einem Luftpolster für die zu transportierenden Bogen zu schaffen, die einfach und kostengünstig herzustellen ist, einen geringen Blasluftverbrauch hat, alle Papierstärken bis zu Karton ohne Abschmieren verarbeiten kann und leicht zu reinigen und zu pflegen ist.

    [0007] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß zur Erzeugung des Luftpolsters Blasdüsen vorgesehen sind und daß das Luftpolster an der Vorderkante und an den beiden Seitenkanten des Bogens von auf dem Trommelmantel vorgesehenen Dichtleisten begrenzt ist. Durch die Begrenzung des Luftpolsters an der Vorderkante und den beiden Seitenkanten des Bogens wird unter diesem ein Stauraum geschaffen, in dem über die Blasdüsen ein Staudruck erzeugt wird, von dem der bedruckte Bogen getragen wird. Diese Lösung ermöglicht auf einfache Weise den Aufbau eines Luftpolsters, das einen größeren Abstand zwischen Bogen und Trommelmantel ermöglicht und dadurch mit Sicherheit ein Abschmieren der Bogen auf dem Trommelmantel verhindert. Der Luftverbrauch ist deutlich geringer gegenüber einer Lösung ohne Stauraum.

    [0008] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist die Bogentransporttrommel so ausgebildet, daß der Luftstrom der Blasdüsen zunächst gegen die an der Vorderkante vorgesehene Dichtleiste gerichtet ist, wodurch in diesem Bereich ein Luftstau und bei weiterer Drehung der Bogentransporttrommel das Luftpolster zwischen Bogen und Trommelmantel aufgebaut wird. Hierbei können die Blasdüsen außerhalb der Bogentransporttrommel vor deren Bogenübernahme angeordnet sein und in Drehrichtung der Bogentransporttrommel zwischen Bogen und Trommelmantel blasen. Dabei ist keine Lufteinführung in die rotierende Trommel notwendig. Diese Ausgestaltung der Erfindung zeichnet sich insbesondere durch ihren einfachen Aufbau und durch ihre leichte Pflegemöglichkeit aus.

    [0009] In Abwandlung der Blasluftzufuhr sind an dem Trommelmantel Blasdüsen vorgesehen, die gegen die an der Vorderkante des Bogens vorgesehene Dichtleiste gerichtet sind, auf einer Teillänge des Trommelmantels, beginnend am Bogenanfang, angeordnet sind, entsprechend der fortschreitenden Trommeldrehung nacheinander jeweils im Bereich der Zentrale an der Bogenübernahme mit Blasluft versorgt werden und zwischen Bogen und Trommelmantel blasen. Mit dieser wesentlich vereinfachten Lufteinführung in die rotierende Trommel läßt sich ebenfalls mit einfachen Mitteln ein Luftpolster unter dem zu transportierenden Bogen aufbauen. Auch diese Lösungsvariante kommt mit dem geringstmöglichen Verbrauch an Blasluft aus.

    [0010] Eine vorteilhafte Ausbildung des Erfindungsgegenstandes ist durch die Merkmale des Anspruchs 5 gekennzeichnet, wobei jede beliebige Trommel einer Druckmaschine auf diese Weise ausgebildet werden kann, um eine Beschädigung der frisch bedruckten Seite des Bogens, die zur Trommel hin gerichtet ist, zu vermeiden.

    [0011] Das Merkmal von Anspruch 6 garantiert die einwandfreie Funktion auch beim Verarbeiten von Karton, weil eine mechanische Abstützung der Bogen durch die seitlichen Ringe hinzu kommt. Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind durch die Merkmale der Ansprüche 7 bis 10 gekennzeichnet.

    [0012] Mit der beschriebenen Lösung und deren Ausbildungsmerkmalen lassen sich sowohl dünne Papiere, bei deren Verarbeitung eine mechanische Stützung auf den seitlichen Ringen nicht unbedingt benötigt wird, als auch dicke Bogen verarbeiten, unabhängig von deren Formatgröße, ohne daß es zu einem Kontakt zwischen Bogenoberfläche und Trommelmantel kommt, so daß mit Sicherheit jede Beschädigung des Druckbildes vermieden wird.

    [0013] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt. Es zeigt:

    Fig. 1 eine Seitenansicht der Bogentransporttrommel mit außerhalb angeordneten Blasdüsen,

    Fig. 2 einen Teillängsschnitt durch die Bogentransporttrommel mit außen liegenden Blasdüsen,

    Fig. 3 einen Schnitt durch einen seitlichen Dichtring mit aufliegendem Bogen,

    Fig. 4 einen Schnitt durch einen seitlichen Dichtring mit Abdichtung an der Bogenstirnseite,

    Fig. 5 eine Seitenansicht einer Bogentransporttrommel an der Kettenauslage mit außen liegenden Blasdüsen,

    Fig. 6 eine Seitenansicht einer Bogentransporttrommel mit innen liegenden Blasdüsen,

    Fig. 7 ein Steuerschema für die Blasluft,

    Fig. 8 ein Steuerventil für die Blasluft,

    Fig. 9 einen kontaktlosen Schalter für die Blasluftsteuerung und

    Fig. 10 eine Einstellmöglichkeit zum Ein- und Abschalten der Blasluft.



    [0014] Das in Figur 1 gezeigte Ausführungsbeispiel bezieht sich auf eine Bogenoffsetdruckmaschine mit der an sich bekannten Zylinderanordnung. Der Bogen 1 wird zwischen Gummizylinder 2 und Druckzylinder 3 bedruckt und von den im Druckzylinder 3 vorhandenen nicht dargestellten Greifern der Bogentransporttrommel 4 zugeführt, deren Greifer 5 den Bogen in der Zentrale zwischen Druckzylinder 3 und Bogentransporttrommel 4 übernehmen. Danach wird der Bogen 1 von der Bogentransporttrommel 4 an die nicht dargestellten Greifer der Überführtrommel 6 übergeben.

    [0015] Der auf der Bogentransporttrommel 4 zwischen Greifer 5 und Greiferauflageschiene 7 gehaltene Bogen 1 liegt auf einem Luftpolster 8 auf, das zwischen Trommelmantel 9 und Bogen 1 mittels Blasluft erzeugt wird. Zur Erzeugung des Luftpolsters 8 sind Blasdüsen 10 vorgesehen, die vor der Zentrale an der Bogenübernahme zwischen Druckzylinder 3 und Bogentransporttrommel 4 vorgesehen sind. Der Luftstrom 11 der Blasdüsen 10 ist zunächst gegen die unter der Vorderkante des Bogens 1 vorgesehene Dichtleiste 12 gerichtet. Hierdurch entsteht ein Luftstau, aus dem bei weiterer Drehung der Bogentransporttrommel 4 das Luftpolster 8 zwischen Bogen 1 und Trommelmantel 9 aufgebaut wird.

    [0016] Die Blasdüsen 10, die außerhalb der Bogentransporttrommel 4 vor deren Bogenübernahme in der Zentrale zum Druckzylinder 3 angeordnet sind, blasen in Drehrichtung der Bogentransporttrommel 4 zwischen Bogen 1 und Trommelmantel 9. Der Trommelmantel 9 ist hierbei luftundurchlässig ausgebildet und trägt auf beiden Seiten je einen in Achsrichtung der Bogentransporttrommel 4 verschiebbaren Dichtring 13 (Fig. 2). Der Radius des Trommelmantels 9 ist um die Stärke der Dichtringe 13 kleiner ausgelegt, so daß die Auflagekante 14 für den Bogen 1 genau dem theoretischen Trommeldurchmesser entspricht.

    [0017] Wie in Figur 2 dargestellt, ist die Bogentransporttrommel 4 beiderseits über ihre Achsschenkel 15, 16 über Lager 17, 18 in den Seitengestellen 19, 20 gelagert. Hierbei trägt der Achsschenkel 15 ein Stirnrad 21 für den Antrieb der Bogentransporttrommel 4.

    [0018] Zwischen den Seitengestellen 19, 20 ist ein sich über die Länge des Trommelmantels 9 erstreckendes Blasrohr 22 vorgesehen, das über die Halter 23 an den Seitengestellen befestigt ist. Am Blasrohr 22 wiederum sind die Blasdüsen 10 befestigt, die über die Bogenlänge einen fächerförmigen Luftstrom erzeugen. Die Blasluft wird dem Blasrohr 22 über einen Schlauch 24 zugeführt.

    [0019] Figur 3 zeigt einen größer dargestellten Schnitt durch einen seitlichen Dichtring 13, bei dem der Bogen 1 auf der Auflagekante 14 aufliegt. Dies ist insbesondere bei dickem Bogenmaterial vorteilhaft. Die Ausführung gemäß Figur 4 zeigt in Abwandlung einen Dichtring 25, bei dem das Luftpolster 8 an der Stirnseite des Bogens 1 abgedichtet wird. Auch hierbei wird das Luftpolster im vorderen Bereich des zu transportierenden Bogens 1 auf der Dichtleiste 12 abgedichtet. Diese Ausführung kann z. B. bei sehr dünnem Bogenmaterial Verwendung finden.

    [0020] Das in Figur 5 gezeigte Ausführungsbeispiel zeigt eine Bogentransporttrommel 4' am Ende der Druckmaschine, von der die Bogen über eine Kettenführung 26 der Auslage zugeleitet werden. Hierzu trägt die Bogentransporttrommel 4 beiderseits des Trommelmantels 9 je ein Kettenrad 27, über das die Ketten 26 geleitet werden. Bei dieser Ausführung sind die Greifer 5 und die Greiferauflageschiene 7 an den Ketten 26 befestigt. Die Wirkungsweise der Blasluft unterscheidet sich nicht von der zuvor beschriebenen Ausführung. Zusätzlich können bei den gezeigten Ausführungen Bogenleitbleche 28 der Bogentransporttrommel 4, 4' zugeordnet sein, die an einer Traverse 29 befestigt sind. Das Bogenleitblech 28 verhindert, daß das Bogenende unkontrolliert nach unten fallen kann.

    [0021] Die Ausführung gemäß Figur 6 unterscheidet sich gegenüber den vorher beschriebenen Ausführungen dadurch, daß an dem Trommelmantel 30 Blasdüsen 31 vorgesehen sind, die gegen die an der Vorderkante des Bogens 1 vorgesehene Dichtleiste 12 gerichtet sind und auf einer Teillänge des Trommelmantels 30, beginnend am Bogenanfang, angeordnet sind. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind dies vier Reihen Blasdüsen 31. Die Blasdüsen 31 durchdringen den Trommelkörper bis zur Bohrung einer Hohlachse 32, die sich mit der Bogentransporttrommel 4 auf einer Achse 33 dreht. In der Achse 33 ist eine Längskammer 34 vorgesehen, durch die die Blasluft den Düsen 31 zugeführt wird. Entsprechend der fortschreitenden Trommeldrehung kommen jeweils nacheinander die im Bereich der Zentrale zum Druckzylinder 3 an der Bogenübernahme befindlichen Blasdüsen 31 mit der Längskammer 34 in Verbindung, so daß sie für diese Zeitspanne zwischen Trommelmantel 30 und Bogen 1 Blasluft einblasen und hierdurch das Luftpolster aufbauen. Bei dieser Ausführung ist es lediglich erforderlich, daß die in Trommeldrehrichtung gesehene, jeweils im Bereich der Zentrale zum Gummizylinder 3 bewegte Reihe Blasdüsen 31 mit Blasluft versorgt wird. Das Luftpolster bleibt hierdurch aufrechterhalten, wobei mit geringstem Blasluftverbrauch auszukommen ist. Die Blasluftzufuhr erfolgt in bekannter Weise axial außerhalb der Seitengestelle.

    [0022] Bei den gezeigten Ausführungsbeispielen ist das Luftpolster von dem zu transportierenden Bogen 1 auf der Dichtleiste 12 und beiderseits von den auf das jeweils zu verarbeitende Format einstellbaren Dichtringen 13, 25 an den Bogenstirnseiten abgedichtet. Hierbei wird die Blasluft taktmäßig bei der Übernahme des Bogens 1 eingeschaltet und jeweils zu dem Zeitpunkt abgeschaltet, wenn das Bogenende den Druckspalt des vor der Bogentransporttrommel 4, 4' angeordneten Druckzylinders 3 verläßt. In Figur 7 ist jeweils der Zeitraum der Luftzufuhr schraffiert dargestellt. Das Einschalten der Blasluft erfolgt bei a. Je nach der Länge des zu verarbeitenden Bogens 1 erfolgt das Abschalten gemäß b im oberen Bild oder gemäß c im unteren Bild. Mit d wird der formatbedingte Verstellbereich für das Abschalten der Blasluft dargestellt. Sowohl bei b als auch bei c verläßt das Bogenende gerade den Druckspalt zwischen Gummizylinder 2 und Druckzylinder 3.

    [0023] Die Zeitspanne der Einschaltung der Blasluft kann auf mechanischem Wege durchgeführt werden, wie dies z. B. in Figur 2 gezeigt ist. Hier ist auf dem Achsschenkel 15 ein Zapfen 35 befestigt, auf dem ein Drehventil 36 gelagert ist. Zum Steuern der Blasluft sind auf dem Zapfen 35 zwei mit Luftöffnungen 37 versehene Scheiben 38, 39 befestigt, deren Luftöffnungen 37 für die maximale Blaszeit vorgesehen sind. Durch Verdrehen der Scheibe 38 gegenüber der fest auf dem Zapfen 35 befestigten Scheibe 39 läßt sich die Zeitspanne der Luftzufuhr verkürzen. Nachdem beide Scheiben 38, 39 mit der Trommeldrehzahl rotieren, kann die im Schlauch 40 zugeführte Blasluft taktmäßig für bestimmte Zeitspannen gesteuert werden, so daß über den Schlauch 24 den Düsen 10 für die Zeitspanne der Übernahme der Bogen 1 durch die Greifer 5 bis zu dem Zeitpunkt Blasluft zugeführt wird, zu dem das Bogenende den Druckspalt zwischen dem Gummizylinder 2 und dem Druckzylinder 3 verläßt.

    [0024] Eine andere Ausführung eines Steuerventils ist in Figur 8 gezeigt, bei dem ebenfalls die Blasluft über den Schlauch 40 zugeführt wird und über das Ventil 41, das z. B. über einen Stellmotor 42 verdreht werden kann, in ihrer Blaszeit steuerbar ist. Der Schlauch 24 führt nun für die jeweils eingestellte Blaszeit die Blasluft den Düsen 10 zu.

    [0025] In Figur 9 ist ein kontaktloser Schalter 43 gezeigt, der am Seitengestell 19 befestigt ist. Auf einem mit der Drehzahl der Bogentransporttrommel 4 umlaufenden Zapfen 44 sind zwei Steuersegmente 45, 46 befestigt, von denen das Steuersegment 45 auf dem Zapfen 44 fest angeordnet ist, während sich das Steuersegment 46 über die Stellschraube 47 gegenüber dem erstgenannten einstellen läßt.

    [0026] In Figur 10 ist eine Draufsicht der Steuerung gemäß Figur 9 wiedergegeben, bei der die beiden Steuersegmente 45, 46 gegeneinander verdreht sind, so daß die Blaszeit um einen auf der Skala 48 einstellbaren Betrag verkürzt wurde. Über den kontaktlosen Schalter 43 läßt sich das Ventil 41 über den Stellmotor 42 steuern. Wie in Figur 10 gezeigt, lassen sich den Steuersegmenten mehrere Schalter 43 zuordnen, wobei jeder Schalter das Ventil 41 für die Blasluftsteuerung einer Bogentransporttrommel betätigt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind somit vier Schalter für vier Bogentransporttrommeln innerhalb einer Druckmaschine vorgesehen. Die winkelversetzte Anordnung der Schalter entsteht dadurch, daß die Bogenübernahme an den vier Trommeln nicht gleichzeitig erfolgt.

    TEILELISTE



    [0027] 1 Bogen 30 Trommelmantel 2 Gummizylinder 31 Blasdüsen

    [0028] 3 Druckzylinder 32 Hohlachse

    [0029] 4 Bogentransporttrommel 33 Achse

    [0030] 4' " 34 Längskammer 5 Greifer 35 Zapfen

    [0031] 6 Überführtrommel 36 Drehventil

    [0032] 7 Greiferauflageschiene 37 Luftöffnungen 8 Luftpolster 38 Scheibe

    [0033] 9 Trommelmantel 39 "

    [0034] 10 Blasdüsen 40 Schlauch

    [0035] 11 Luftstrom 41 Ventil 12 Dichtleiste 42 Stellmotor

    [0036] 13 Dichtring 43 Schalter

    [0037] 14 Auflagekante 44 Zapfen

    [0038] 15 Achsschenkel 45 Steuersegment 16 " 46

    [0039] 17 Lager 47 Stellschraube 18 " 48 Skala

    [0040] 19 Seitengestell

    [0041] 20 "

    [0042] 21 Stirnrad

    [0043] 22 Blasrohr

    [0044] 23 Halter

    [0045] 24 Schlauch

    [0046] 25 Dichtring

    [0047] 26 Kette

    [0048] 27 Kettenrad

    [0049] 28 Bogenleitblech

    [0050] 29 Traverse


    Ansprüche

    1. Bogentransporttrommel an Rotationsdruckmaschinen,

    a) bei der die zu transportierenden Bogen auf einem zwischen Trommelmantel und Bogen mittels Blasluft erzeugten Luftpolster aufliegen, dadurch gekennzeichnet,

    b) daß zur Erzeugung des Luftpolsters (8) Blasdüsen (10, 31) vorgesehen sind

    c) und daß das Luftpolster (8) an der Vorderkante und an den beiden Seitenkanten des Bogens (1) von auf dem Trommelmantel (9, 30) vorgesehenen Dichtleisten begrenzt ist.


     
    2. Bogentransporttrommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    a) daß der, Luftstrom (11) der Blasdüsen (10,31) zunächst gegen die an der Vorderkante vorgesehene Dichtleiste (12) gerichtet ist,

    b) wodurch in diesem Bereich ein Luftstau und bei weiterer Drehung der Bogentransporttrommel (4) das Luftpolster (8) zwischen Bogen (1) und Trommelmantel (9, 30) aufgebaut wird.


     
    3. Bogentransporttrommel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,

    a) daß die Blasdüsen (10) außerhalb der Bogentransporttrommel (4) vor deren Bogenübernahme angeordnet sind

    b) und in Drehrichtung der Bogentransporttrommel (4) zwischen Bogen (1) und Trommelmantel (9) blasen.


     
    4. Bogentransporttrommel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,

    a) daß an dem Trommelmantel (30) Blasdüsen (31) vorgesehen sind,

    b) die gegen die an der Vorderkante des Bogens (1) vorgesehene Dichtleiste (12) gerichtet sind,

    c) auf einer Teillänge des Trommelmantels (30) beginnend am Bogenanfang angeordnet sind,

    d) entsprechend der fortschreitenden Trommeldrehung nacheinander, jeweils im Bereich der Zentrale an der Bogenübernahme, mit Blasluft versorgt werden

    e) und zwischen Bogen (1) und Trommelmantel (30) blasen.


     
    5. Bogentransporttrommel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,

    a) daß der Trommelmantel (9, 30) an sich luftundurchlässig ist

    b) und auf beiden Seiten je einen in Achsrichtung der Bogentransporttrommel (4) verschiebbaren Dichtring (13, 25) trägt,

    c) daß der Radius des Trommelmantels (9, 30) um die Stärke der Dichtringe (13, 25) kleiner ausgelegt ist,

    d) daß im Bereich des Bogenanfangs eine sich über die Länge des Trommelmantels (9, 30) erstreckende Dichtleiste (12) vorgesehen ist

    e) und daß die Blasdüsen (10) außerhalb der Bogentransporttrommel (4) an einem sich über die Länge des Mantels (9) erstrekkenden Blasrohr (22) befestigt sind.


     
    6. Bogentransporttrommel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zu transportierenden Bogen (1) auf den Dichtringen (13) . und auf der Dichtleiste (12) aufliegen.
     
    7. Bogentransporttrommel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftpolster von dem zu transportierenden Bogen (1) auf der Dichtleiste (12) und beiderseits von Dichtringen (25) an den Bogenstirnseiten abgedichtet wird.
     
    8. Bogentransporttrommel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,

    a) daß die Blasluft taktmäßig bei Übernahme des Bogens (1) eingeschaltet

    b) und, wenn das Bogenende den Druckspalt des vor der Bogentransporttrommel (4) angeordneten Druckzylinders (3) verläßt, abgeschaltet wird.


     
    9. Bogentransporttrommel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,

    a) daß die Zeitspanne der Einschaltung der Blasluft über zwei mit Luftöffnungen (37) versehene Scheiben (38, 39) gesteuert wird,

    b) die auf einen auf der Trommelachse (15) befestigten Zapfen (44) einstellbar angeordnet sind.


     
    10. Bogentransporttrommel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,

    a) daß das Ein- und Abschalten der Blasluft über ein Ventil (41) erfolgt,

    b) das über kontaktlose Schalter (43) gesteuert wird,

    c) wobei die Zeitspanne der Einschaltung über ein Steuersegment (45, 46) veränderbar ist,

    d) das mit gleicher Drehzahl umläuft wie die Bogentransporttrommel (4).


     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht