[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein wanderndes Ueberwachungsgerät für die sukzessive
Ueberwachung der Arbeitsbedingungen an jeder Spinnstelle einer Ringspinnmaschine,
sowohl in bezug auf Fadenbrüche als auch auf Wickelbildungen an Streckwerkswalzen,
mit einem Garnfühler, welcher das Vorhandensein eines Garnes zwischen den Zufuhrwalzen
des Streckwerkes und der Spindel berührungslos abtastet, einem zweiten Fühler welcher,
bei festgestelltem Fadenbruch, das Vorhandensein eines Faserstromes zwischen den Lieferwalzen
des Streckwerkes und der in ihrer normalen Arbeitslage unmittelbar unter der unteren
Lieferwalze liegenden Fadenbruchabsaugdüse feststellt, wobei zur Feststellung des
Faserstromes dieser mittels einer Faserstromablenkeinrichtung abgelenkt wird, und
einer, bei fehlendem Faserstrom, für die Betätigung einer an jeder Spinnstelle der
Ringspinnmaschine vorhandenen Vorgarnzufuhr-Unterbrechungseinrichtung vorgesehene
Betätigungsvorrichtung.
[0002] Eine Ringspinnmaschine für das definitive Ausspinnen des Fadens besteht aus einer
grossen Anzahl von Spinnstellen, in der Regel mehr als 400, deren jede ein Streckwerk
aufweist, in welchem die zugeführte Faservorlage (auch Lunte genannt) bis zur definitiven
Feinheit verzogen und anschliessend mittels Spindel und Ring unter Drehungserteilung
zum Faden gesponnen und aufgewunden wird.
[0003] Es lässt sich trotz dauernder Bemühungen nicht vermeiden, dass an der Spinnstelle
der Ringspinnmaschine zwischen Streckwerk und Spindel hin und wieder ein Fadenbruch
erfolgt. Dieses relativ seltene Ereignis ist jedoch für die Spinnerei ausserordentlich
lästig, weil damit Produktionseinbussen und zusätzlicher Arbeitsaufwand verbunden
sind. Ferner entsteht ein Materialverlust, weil die aus dem Lieferwalzenpaar des weiterarbeitenden
Streckwerkes noch heraustretenden losen Fasern nicht mehr eingesponnen, sondern durch
eine Absaugdüse einer Fadenabsaugung einem Sammler zugeführt werden.
[0004] Es passiert nun immer wieder, dass diese Fasern sich nicht zur Absaugdüse bewegen,
sondern sich um eine oder um beide Lieferwalzen wickeln. Solche Faserwickel vergrössern
sich, solange die Faserzuführung nicht unterbrochen oder die Fadenbildung nicht wiederhergestellt
wird, bis sie schlussendlich zur Beschädigung des Streckwerkes der betreffenden Spinnstelle
führen. Es ist deshalb in der Spinnerei notwendig, die Arbeitsbedingungen der Ringspinnmaschine
durch Bedienungspersonal überwachen und die gebrochenen Fäden neu ansetzen zu lassen,
wobei allfällige Faserwickel auf den Walzen vorgängig entfernt werden müssen.
[0005] In der letzten Zeit sind Vorrichtungen bekannt geworden, welche die Aufgabe haben,
das Bedienungspersonal an der Ringspinnmaschine durch Automaten zu ersetzen, und zwar
durch Bedienungs- oder Ueberwachungsgeräte, denen u.a. folgende Aufgaben zufallen:
a) Erkennen der Arbeitsbedingungen an der Spinnstelle, dh. z.B. die Feststellung einer
Fadenbildung, die Anwesenheit eines Faserwickels an den Walzen des Streckwerkes oder
einer Lunte am Einlauf derselben.
b) Durchführung einer eigentlichen Bedienungsoperation an der Spinnstelle, wie z.B
Neuansetzen des gebrochenen Fadens oder Abstellen der Materialzufuhr zum Streckwerk.
[0006] Diese Operationen werden in Funktion der erkannten Arbeitsbedingungen an der Spinnstelle
ausgeführt.
[0007] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Erkennen von bestimmten Arbeitsbedingungen
an der Spinnstelle und auf die Durchführung einer bestimmten Bedienungsoperation,
nämlich die Abstellung der Materialzufuhr, falls die Gefahr einer Wickelbildung um
eine Zufuhrwalze des Streckwerkes festgestellt wird.
[0008] Es sind bereits verschiedene Lösungen zu diesem Zweck bekannt geworden.
[0009] So ist es aus der CH 571.588 (bzw. DE-OS 2.339.654) für das selbständige Ansetzen
von Fäden an Ringspinnmaschinen bekannt, mittels einer Abtastvorrichtung gleichzeitig
das Fehlen des Garnes als auch eines Faserwickels an den Lieferwalzen festzustellen.
Dabei wird eine Lichtquelle auf die Laufbahn des aus den Lieferwalzen austretenden
und nicht zu einem Faden versponnenen Faserbändchens gerichtet, das den Lichtstrahl
auf eine lichtempfindliche Zelle reflektiert. Bei dieser Lösung benutzt man die Tatsache,
dass die Laufbahn des dem Einspinnvorgang unterworfenen Faserbändchens nicht mit der
Laufbahn des nicht mehr eingesponnenen, durch die ortsfeste Absaugung abgesaugten
Faserbändchens übereinstimmt, sondern um einen, wenige Millimeter betragenden Abstand
von dieser abweicht.
[0010] Wandernde Abtastvorrichtungen dieser Art weisen den Nachteil auf, dass die optische
Abtastung des nicht versponnenen Faserbändchens, welches als Faserstrom zur Absaugdüse
fliesst, mittels eines vom Faserstrom reflektierten Lichtstrahles unzuverlässig funktioniert,
da der Weg des Faserstromes , welcher für die Abtastung in Frage kommt, sehr kurz
ist. Die Absaugdüse der Fadenabsaugung (um die Wirksamkeit der Fadenbruchabsaugung
zu gewährleisten) muss nämlich unmittelbar nach dem Klemmpunkt der Lieferwalzen liegen,
womit die mögliche Abweichung der Laufbahnen an sich schon gering wird. Wegen des
kurzen zur Verfügung stehenden Messweges wird aber das Arbeiten der Fotozelle auch
dadurch problematisch, weil der Lichtstrahl auch bei Nicht-Vorhandensein des Faserbändchens,
und insbesondere wenn die Fasern sich um eine der Lieferwalzen aufwickeln, durch unerwünschte
reflektierende Oberflächen (z.B. die Faserwickeloberfläche, die Oberfläche der unteren
Lieferwalze oder der Absaugdüse) reflektiert werden kann. Eine sichere Bestimmung
der an der Spinnstelle vorhandenen Arbeitsbedingungen ist deshalb nicht gewährleistet.
Weiter weist die bekannte wandernde Vorrichtung den Nachteil auf, dass sie eine sehr
präzise Führung des Gerätes längs der Ringspinnmaschine erfordert, da der räumliche
Abstand zwischen den zwei genannten Laufbahnen des Faserbändchens sehr klein ist.
Solche präzisen Führungen erfordern aber einen hohen mechanischen Aufwand.
[0011] Weiter ist aus der CH 578.058 eine wandernde Ueberwachungsvorrichtung für eine automatische
Fadenknüpfvorrichtung (Fadenansetzer) für Ringspinnmaschinen bekannt, welche unter
anderem auch eine Einrichtung zur Erfassung der Faserwickel auf den Lieferwalzen des
Streckwerkes enthält. Sie besteht aus zwei mit axialen Oeffnungen versehenen Rädern,
welche ganz in der Nähe der Lieferwalzenperipherie montiert werden. Wenn sich ein
Faserwickel aufbaut, dann wird das Rad durch die Berührung mit dem Wickel in Rotation
versetzt, was optisch festgestellt wird. Anstelle der optischen Ueberwachung wird
auch eine Kontaktzunge für die untere metallische Lieferwalze vorgeschlagen.
[0012] Die mechanische Abtastung der Lieferwalze hat ebenfalls den Nachteil, dass sie eine
sehr präzise und teure Führung des Ueberwachungsgerätes längs der Maschine erfordert;
sie ist auch verhältnismässig kompliziert im Aufbau, was sich negativ auf ihren Preis
und ihre Zuverlässigkeit auswirkt.
[0013] Ferner ist aus einer nicht vorveröffentlichten schweizerischen Anmeldung Nr. 10164/72
ein Ueberwachungsgerät der eingangs erwähnten Art bekannt, bei welchem eine Faserstrom-
ablenkeinrichtung vorgesehen ist. Die Faserstromablenkeinrichtung dient dem Zweck,
bei Fadenbruch und durch einen Garnfühler gesteuert den vom Streckwerk herrührenden,
vom Absaugluftstrom des Absaugsystems mitgeführten Faserstrom durch Absaugung aufzunehmen
und einem Faserdetektor zuzuführen.
[0014] Dieses bekannte Ueberwachungsgerät weist den Nachteil auf, dass es eine wandernde
Absaugquelle braucht, womit das Gerät kompliziert und teuer wird.
[0015] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die oben erwähnten Nachteile
der bekannten Ueberwachungsgeräte der eingangs genannten Art zu beseitigen und ein
Gerät vorzuschlagen, bei welchem
a) das Vorhandensein eines Faserstromes zwischen den Lieferwalzen des Streckwerkes
und der Fadenbruchabsaugdüse bei Fadenbruch mit Sicherheit feststellbar wird,
b) die Arbeitsweise des Gerätes weitgehend von seiner Positionierung längs der Maschine
unabhängig ist, sodass keine übertriebenen Anforderungen an die Präzision der Führungen
für das Gerät gestellt werden müssen,
c) das Gerät die Arbeit der korrekt laufenden Spindel in keiner Art und Weise stört
und ohne Anwendung von Luftströmen arbeitet,
d) das Gerät einfach und billig im Aufbau und anspruchslos in Bedienung und Unterhalt
ist.
[0016] Diese Aufgabe wird in einem Ueberwachungsgerät der eingangs erwähnten Art dadurch
gelöst, dass die Fadenbruchabsaugdüse aus ihrer normalen Arbeitslage durch die vom
Ueberwachungsgerät betätigte Faserstromablenkeinrichtung in eine für die berührungslose
Feststellung des Faserstromes von der unteren Lieferwalze genügend entfernte Abtastlage
absenkbar ist, und dass der zweite Fühler aus einer Strahlenquelle, welche einen Strahl
auf den abgelenkten Faserstrom sendet, und aus einem Strahlenempfänger, welcher den
vom abgelenkten Faserstrom beeinflusste Strahl empfängt, besteht.
[0017] Durch die beanspruchte Absenkung der Fadenbruchabsaugdüse worden optimale Abtastbedingungen
für die berührungslose Abtastung durch den zweiten Fühler geschaffen, da es damit
gelingt, in der Abtastzone einen Raum freizulegen, in welchem nur der abzutastende
Faserstrom vorhanden sein kann. Der von der Strahlenquelle gesendete Strahl kann somit
nur vom gegebenenfalls vorhandenen Faserstrom beeinflusst werden. Durch das charakteristische
Merkmal nach Patentanspruch 1 wird somit dafür gesorgt, dass die für ein solches Ueberwachungsgerät
nötige Betriebssicherheit erreicht wird.
[0018] Dank der geschaffenen einwandfreien Abtastbedingungen, welche eine nicht übertrieben
scharfe Fokussierung des Strahles auf dem festzustellenden Faserstrom bedingen, ist
es auch möglich, die erwähnte Teilaufgabe b) zu erfüllen.
[0019] Das Ueberwachungsgerät nach dem Patentanspruch 1 löst auch die Teilaufgaben c) und
d), wobei die weiteren Patentansprüche 2 bis 6 vorteilhafte Ausführungsvarianten betreffen,
welche vor allem im Hinblick auf die Lösung der Teilaufgabe d) von Bedeutung sind.
[0020] Die Erfindung wird nun mit Hilfe von verschiedenen illustrierten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Die Figuren zeigen:
Fig. 1 ein längs einer Ringspinnmaschinenseite wanderndes Ueberwachungsgerät nach der
Erfindung in vereinfachter, schematischer Darstellung und in einem Aufriss in Richtung
der Längsachse der Ringspinnmaschine gesehen;
Fig. la ein Detail aus der Fig. l in vergrösserter und perspektivischer Darstellung;
Fig. 2 schematisch die Zone einer Spinnstelle der Ringspinnmaschine, bei welcher die
Abtastung des korrekt laufenden Garnes durch das Ueberwachungsgerät stattfindet;
Fig. 3 die gleiche Darstellung der Fig. 2, jedoch beim Fadenbruch und während der
Arbeit des Ueberwachungsgerätes;
Fig. 4 eine Variante eines Ueberwachungsgerätes in einer vereinfachten, schematischen
Darstellung analog derjenigen der Fig. 1;
Fig. 4a ein Detail aus der Fig. 4 in vergrösseter und perspektivischer Darstellung;
Fig. 5 das Ueberwachungsgerät der Fig. 4 während einer ersten Phase seiner Wirkung;
Fig. 6 das Ueberwachungsgerät der Fig. 4 während einer zweiten Phase seiner Wirkung;
Fig. 7 einen Ausschnitt einer Variante eines Ueberwachungsgerätes analog derjenigen
der Fig. 4.
[0021] Eine in einer nicht dargestellten Aufsteckung rotierbar abgestützte Vorgarnspule
1 liefert ein Vorgarn 2 für die Speisung einer Spinnstelle. Die Spinnstelle besteht
im wesentlichen aus einem ein Einzugswalzenpaar 4,5 und ein Lieferwalzenpaar 6,7 aufweisenden
Streckwerk 3, aus einer Fadenöse 8 und aus einer Ring 9 - Läufer 10 - Spindel 11-Kombination.
Die Spindel 11 ist in einer sich über die ganze Länge der Ringspinnmaschine erstreckenden
Spindelbank 12 drehbar gelagert und mit nicht gezeigten Mitteln in Rotation versetzt.
Auch die unteren Walzen 5 und 7 des Streckwerkes 3 sind normalerweise als sich über
die ganze Maschinenlänge erstreckende Metallzylinder ausgebildet, während die oberen
Walzen 4 und 6 meistens die Form von gegen die entsprechenden unteren Walzen 5 bzw.
7 mit nicht gezeigten Mitteln angedrückten sogenannten Tandem-DruckWalzen (für zwei
benachbarte Spinnstellen gemeinsam) aufweisen.
[0022] Am Austritt aus dem Lieferwalzenpaar 6,7 ist eine Fadenbruchabsaugdüse 13 (siehe
auch Fig. la) vorhanden, welche in den Fig. l und la als die Mündung 14 eines Saugrohres
15 ausgebildet ist. Die hier gezeigte rohrförmige Ausbildung der Fadenbruchabsaugung,
in der Praxis als Einzelabsaugung bekannt, ist aber nicht die einzige, welche im Rahmen
dieser Erfindung in Frage kommt; so kann auch ein an sich bekanntes, flötenartiges,
sich über mehrere benachbarte Spinnstellen in Längsrichtung der Spinnmaschine erstreckendes,
eine Düse pro Spinnstelle aufweisendes Saugrohr verwendet werden.
[0023] Das Saugrohr 15 ist mit einem im Inneren der Ringspinnmaschine angebrachten, unter
Unterdruck stehenden Längskanal 16 gelenkartig verbunden, z.B. mittels einer Gummimanschette
17, sodass die Mündung 14 in der Höhe verschiebbar ist. Die Düse 13 übt während der
ganzen Betriebszeit der Maschine eine Saugwirkung aus.
[0024] Das Saugrohr 15 trägt auf seiner vorderen Partie eine seitlich angebrachte Verlängerung
18 (Fig. la), welche sich über die Mündung 14 hinaus erstreckt und deren Funktion
weiter unten beschrieben wird.
[0025] Weiter ist an jeder Spinnstelle vor dem Einzugswalzenpaar 4,5 in Laufrichtung des
Vorgarns 2 eine Vorgarnzufuhr-Unterbrechungseinrichtung 19 vorgesehen, welche von
aussen durch das noch zu beschreibende, wandernde Ueberwachungsgerät betätigbar ist,
mit dem Zweck, die gesteuerte Abstellung der Vorgarnzuführung zum Streckwerk 3 zu
bewerkstelligen. Die Vorgarnzufuhr-Unterbrechungseinrichtung 19 der in Fig. 1 dargestellten
Ringspinnmaschine besteht beispielsweise aus einer Bohrung 20, durch welche das Vorgarn
2 gezogen wird, und aus einem Schieber 21, mittels welchem die Bohrung 20 verschliessbar
ist. Der Schieber 21 ist mit einer Betätigungsstange 22 verbunden, durch welche der
Schieber 21 von ausserhalb der Maschine betätigt werden kann. Selbstverständlich können
auch andere Vorgarnzufuhr-Unterbrechungseinrichtungen im Rahmen dieser Erfindung Anwendung
finden (vgl. Fig. 4 bis 6).
[0026] Beim normalen Betrieb einer solcher Spinnstelle wird das Vorgarn 2 durch die Rotation
des Einzugswalzenpaares 4,5 von der Vorgarnspule 1 abgezogen. Im Streckwerk 3 wird
das Vorgarn 2 je nach Bedarf verzogen, sodass ein dünnes Faserbändchen (vgl. auch
die Fig. 2 und 3) das Lieferwalzenpaar 6,7 verlässt, welches eingedreht und zum fertigen
Garn 23 gesponnen wird. Dieses durchläuft die Fadenöse 8 und wird, unter Bildung eines
Ballons 24, auf die Garnspule 25 aufgewunden, welche auf der Spindel 11 steckt und
sich mit ihr dreht.
[0027] Wenn ein Fadenbruch erfolgt, wird nun das aus den Lieferwalzen 6,7 heraustretende,
nicht mehr eingesponnene Faserbändchen 26 (Fig. 2) sofort von der Fadenbruchabsaugdüse
13 abgesaugt und abgeführt. Zu diesem Zweck muss allerdings die Düse 13, (Fig. 2)
unmittelbar in der Nähe des Austrittspunktes x (= Klemmlinie der Walzen 6,7) des Bändchens
26 liegen, da der Einflussbereich einer solchen Absaugung aus wirtschaftlichen und
technologischen Gründen sehr klein gehalten wird. Das durch die Fadenbruchabsaugdüse
13 abgesaugte Fasermaterial gilt dabei als minderwertiger Abfall, sodass seine Menge
so klein wie möglich gehalten werden muss. Weiter besteht bei einem Fadenbruch immer
die Gefahr, dass das Faserbändchen 26 statt den korrekten Weg zur Absaugdüse 13 zu
nehmen, sich um eine oder beide Lieferwalzen 6,7 aufwickelt, womit die akute, in der
Einleitung erwähnte Beschädigungsgefahr für das Streckwerk entsteht.
[0028] Das entlang der Ringspinnmaschine wandernde Ueberwachungsgerät 27 besteht aus einer
nicht näher dargestellten tragenden Struktur 28, welche sich mit den unteren Rollen
29 am Boden und mit den oberen Rollen 30 an einem Längsträger der Maschine, z.B. an
der Spindelbank 12, abstützt. Die oberen Rollen 30 übernehmen die Führungsfunktion
in Längsrichtung der Maschine. Das Ueberwachungsgerät 27 könnte aber auch in seiner
oberen Partie von der Aufsteckung (nicht gezeigt) der Ringspinnmaschine geführt werden,
da die Art der Führung des Gerätes 27 eine untergeordnete Rolle spielt. Weiter ist
das Gerät 27 mit an sich bekannten passenden Antriebs- und Zentriermitteln (beide
nicht gezeigt) ausgerüstet, durch welche es zur Wanderung entlang der Maschine angetrieben
wird und vor jeder Spinnstelle in einer bestimmten Bedienungsposition angehalten werden
kann.
[0029] Auf dem Gerät 27 finden sich nun folgende Einrichtungen:
- ein Garnfühler 31, welcher aus einem Lichtsender/ Lichtempfänger System 32,33 besteht.
Der vom Lichtsender 32 ausgestrahlte Lichtstrahl 34 wird vom korrekt gesponnenen Garn
23 reflektiert und vom Lichtempfänger 33 empfangen. Wenn die Arbeitsbedingungen in
der Spinnstelle normal sind, gibt somit der Lichtempfänger 33 über die Leitung 35
einem Steuergerät 36 ein bestimmtes Signal ab.
[0030] Als Garnfühler 31 kann selbstverständlich nicht nur der hier beschriebene an sich
bekannte optische Fühler gebraucht werden, sondern es sind alle bekannten Methoden
(z.B. mechanischer Taster, Temperaturfühler, Läuferfühler usw.) anwendbar.
[0031] Auch spielt es keine Rolle, wo das Garn längs seinem Bewegungsweg gefühlt wird. So
ist es durchaus möglich, das Garn im Ballon 24 zu fühlen.
[0032] eine Faserstrom-Ablenkeinrichtung, mit Hilfe welcher der bei einem Fadenbruch zwischen
den Lieferwalzen 6,7 und der Fadenbruchabsaugdüse 13 vorhandene Faserstrom, dh. das
Bändchen 26 der nicht eingesponnenen Fasern (Fig. 2)von seinem normalen Weg umgelenkt
wird, wobei erfindungsgemäss diese Umlenkung durch die Verschiebung der Fadenbruchabsaugdüse
13 aus ihrer normalen Arbeitslage C in eine Abtastlage D geschieht. In der Variante
der Fig. l und la besteht die Faserstrom-Ablenkeinrichtung aus einem im Ueberwachungsgerät
27 schwenkbar gelagerten Hebel 37, welcher mittels Riemenantrieb (mit angetriebenem
Riemenrad 38, Riemen 39 und antreibendem Riemenrad 40) von einem Motor 41, ausgehend
von einer - in Fig. l mit ausgezogenen Linien dargestellten - Ruhelage A in eine -mit
gestrichelten Linien dargestellte - Arbeitslage B geschwenkt wird. Während dieser
Schwenkung kommt der Hebel 37 mit der Verlängerung 18 des Saugrohres 15 derjenigen
Spinnstelle, bei welcher das Ueberwachungsgerät 27 angehalten hat, in Berührung. Somit
wird die Verlängerung 18 samt Saugrohr 15, bzw. Fadenabsaugdüse 13, von der in Fig.
1 mit ausgezogenen Linien dargestellten normalen Arbeitslage C in die für die berührungslose
Feststellung des Faserstromes von der unteren Lieferwalze 7 genügend entfernte Abtastlage
D abgesenkt.
- ein berührungsloser Fühler, bestehend aus einer zweiten Strahlenquelle, z.B. einem
Lichtsender 43, dessen Strahl 44 (siehe Fig. 3) auf den abgelenkten Faserstrom 42
gerichtet ist, und aus einem Strahlenempfänger, z.B. einem Lichtempfänger 45, welcher
den vom abgelenkten Faserstrom 42 beeinflussten Strahl, z.B. den Lichtstrahl 46 (siehe
Fig. 3), empfängt.
- eine Betätigungsvorrichtung 47 für die Vorgarnzufuhr-Unterbrechungseinrichtung 19
jeder Spinnstelle, welche in der Ausführungsvariante der Fig. 1 aus einem durch einen
mittels Motor 48 angetriebenen, in Querrichtung geführten Schieber 49 besteht, durch
welchen die Betätigungstange 22 bewegt und die Vorgarnzufuhr zum Streckwerk 3 durch
Verschiebung des Schiebers 21 unterbrochen werden kann.
[0033] Diese Einrichtungen sind mit nicht näher beschriebenen Speise- und Steuerleitungen
mit dem Steuergerät 36 verbunden, welches die nötigen Schaltkreise für die funktionsgerechte
Steuerung enthält.
[0034] Die Funktionsweise des Ueberwachungsgerätes 27 wird nun mit Hilfe der Figuren 2 und
3, welche die Abtastzone des Faserstromes in vergrösserter Darstellung zeigen, näher
erläutert. Im Fall eines korrekt gesponnenen Garnes (Fig. 2) stellt der Fadenfühler
31 fest, dass das Garn 23 vorhanden ist; worauf das Ueberwachungsgerät 27 nicht an
der Spinnstelle anhält, sondern zur nächsten Spinnstelle weiterwandert.
[0035] In Fig. 2 ist auch der Fall eingezeichnet, wenn an der Spinnstelle sich ein Fadenbruch
ereignet hat, und somit von der Klemmlinie x der Lieferwalzen 6,7 zu der in der normalen
Arbeitslage C liegenden Fadenbruchabsaugdüse 13 kein Garn 23, sondern ein Faserstrom
26 (in der Form eines Faserbändchens) fliesst. In diesem Fall ist keine Beschädigungsgefahr
für die Spinnstelle vorhanden, und einem Ansetzen des Fadens (von Hand oder automatisch,
falls z.B. das Ueberwachungsgerät 27 selber auch die nicht gezeigten Mittel zu dieser
Funktion mitführt, oder falls ein weiteres automatisches Gerät spezifisch für diesen
Zweck vorgesehen ist) steht nichts im Weg.
[0036] In Fig. 2 ist weiter die erfindungsgemäss abgelenkte Abtastlage D der Fadenbruchabsaugdüse
13 gestrichelt eingezeichnet, welche der in Fig. 3 eingezeichneten Lage der Düse 13
entspricht.
[0037] Fig. 3 zeigt die Anordnung der Fig. 2 mit abgesenkter Fadenbruchabsaugdüse 13, d.h.
wenn an der Spinnstelle sich ein Fadenbruch ereignet hat (strichpunktiert ist die
Lage des normallaufenden Garnes eingezeichnet) und durch das erfindungsgemässe Ueberwachungsgerät
27 die Fadenbruchabsaugdüse 13 aus der Arbeitslage C in die Abtastlage D abgesenkt
wurde. Es bildet sich somit, zwischen der unteren Lieferwalze 7 und der Düse 13, ein
lang gezogener Faserstrom 42, welcher vom Lichstrahl 44 des Lichtsenders 43 festgestellt
wird. In Fig. 3 ist auf die Verlängerung des Lichtstrahles 44 strichpunktiert der
bei Nichtvorhandensein des Faserstromes 42 nicht reflektierte Lichtstrahl eingezeichnet,
welcher in den leeren Raum hinter der Abtastzone stösst, wo keine Beeinflussungsmöglichkeiten,
insbesondere keine Reflexionsmöglichkeit, auch nicht durch die Oberfläche eines sich
um die untere Lieferwalze 7 gebildeten Wickels 54, vorhanden ist. Die Absenkung der
Fadenbruchabsaugdüse 13 und die Abtastung des Faserstromes mit dem Strahl 44 in abgesenktem
Zustand der Düse 13 schafft somit die Bedingungen für eine optimale Betriebssicherheit
des Ueberwachungsgerätes.
[0038] In den Fig. 4 bis 6 ist eine Variante eines Ueberwachungsgerätes dargestellt, und
zwar während verschiedener Phasen des Eingriffes an einer Spinnstelle. Die gleichen
Elemente wie in Fig. 1 sind mit den gleichen Bezugszahlen bezeichnet.
[0039] Diese Variante unterscheidet sich von derjenigen gemäss Fig. l und la dadurch, dass
hier die Faserstromablenkeinrichtung aus einem quer zur Wanderrichtung des Ueberwachungsgerätes
27 in diesem verschiebbar geführten Schlitten 55 besteht. Dieser ist auf Rollen 56
geführt und kann mittels Zahnrad 57 und damit im Eingriff stehender Zahnstange 58
von einem Motor 59 angetrieben werden, z.B. über einen Kettenantrieb 60. Durch nicht
gezeigte Steuermittel wird der Motor 59 so gesteuert, dass der Schlitten 55 an bestimmten
Stellen gegenüber der tragenden Struktur 28 anhalten kann.
[0040] Der Schlitten 55 weist eine den Spinnstellen der Ringspinnmaschine zugewandte vordere
Partie 61 auf, in welcher ein Leitschlitz 62 vorhanden ist. Bei Verschiebung des Schlittens
55 zur Spinnstelle greift in diesen Leitschlitz 62 der Nocken 63 ein (siehe auch Fig.
4a), welcher in der Nähe der Mündung 14 der Fadenbruchabsaugdüse 13 auf dem Saugrohr
15 befestigt ist.
[0041] Weiter sind auf dem Schlitten 55 die Strahlenquelle 43 und der Empfänger 45 des z.B.
mittels Reflexion arbeitenden zweiten Fühlers, sowie die Betätigungsvorrichtung der
Vorgarnzufuhr-Unterbrechungseinrichtung 19, in der Form einer nach oben gerichteten
Verlängerung 64 mit Stöpsel 65, angebracht. Die relative Lage des Leitschlitzes 62,
der Elemente 43,45 des zweiten Fühlers und des Stöpsels 65 muss dabei so gewählt werden,
dass diese während der Querverschiebung des Schlittens 55 zur Spinnstelle im richtigen
Zeitpunkt, bzw. in der richtigen Lage, wirksam werden.
[0042] Als Vorgarnzufuhr-Unterbrechungseinrichtung 19 kommt in der hier dargestellten Variante
eine an sich bekannte Einrichtung mit einem Trichter 66 und einem Kipphebel 67 zur
Anwendung. Der Kipphebel 67 weist an einem seiner Enden einen zum Innenraum des Trichters
66 komplementären Körper 68 und am anderen Ende einen Fortsatz 69 auf. Dabei nimmt
der Fortsatz 69 in der Ruhelage des Kipphebels 67 eine solche Lage ein, dass er vom
Stöpsel 65 während der Querverschiebung des letzteren angestossen wird, womit der
Kipphebel 67 im Uhrzeigersinn kippt und der Körper 68 den Trichter 66 verschliesst.
Das Vorgarn 2 wird zwischen Trichter 66 und Körper 68 eingeklemmt und somit zwischen
dem Trichter 66 und den Einzugswalzen 4,5 zerrissen, d.h. unterbrochen.
[0043] Die Fig. 4 zeigt eine Spinnstelle, an der das Garn 23 normal gesponnen wird: durch
den Garnfühler 31 wird das Vorhandensein eines Garnes festgestellt, und das Ueberwachungsgerät
27 läuft weiter längs der Ringspinnmaschine.
[0044] Fig. 5 zeigt dagegen das Vorkommnis eines Fadenbruches, indem der Lichtstrahl 34
vom Lichtsender 32 nicht reflektiert wird, sodass über den Lichtempfänger 33 dem (nicht
gezeigten) Steuergerät 36 ein entsprechendes Signal abgegeben wird. Das Ueberwachungsgerät
27 hält in diesem Fall an, und das Steuergerät 36 setzt den Motor 59 in Betrieb. Der
Schlitten 55 wird zur Spinnstelle hin verschoben. Dabei greift zuerst der Nocken 63
der Fadenbruchabsaugdüse 13 in den Leitschlitz 62 des Schlittens 55 ein. Der Leitschlitz
62 ist dabei in Verschiebungsrichtung des Schlittens 55 so nach hinten und nach unten
geneigt, dass der Nocken 63 bei der Weiterverschiebung des Schlittens 55 eine Schwenkung
nach unten vollzieht. Auch hier, wie im Fall der Fig. l und la, wird zwischen den
Lieferwalzen 6,7 und der nach unten geschwenkten Düse 13 ein Faserstrom 42 gebildet.
Dies unter der Voraussetzung, dass an der Klemmlinie x der Walzen 6 und 7 bereits
vor der Absenkung der Fadenbruchabsaugdüse 13 ein Faserstrom vorliegt. In Fig. 5 ist
das Ueberwachungsgerät in der Lage gezeichnet, bei welcher der Nocken 63 der Fadenbruchabsaugdüse
13 den tiefsten Punkt im Leitschlitz 62 erreicht hat, d.h. bei welcher die Düse 13
am weitesten von ihrer Arbeitslage entfernt ist und somit ein langgestreckter Faserstrom
42 vorliegt. Diese Lage entspricht der Abtastlage D der Fadenbruchabsaugdüse 13, in
welcher durch nicht gezeigte Mittel (z.B. einen Schalter) der Motor 59 abgestellt
wird. Weiter ist in der Variante gemäss Fig. 4 bis 6 vorgesehen, den Lichtsender 43
und den Lichtempfänger 45 des zweiten Fühlers auch auf dem Schlitten 55 zu befestigen
und zwar in einer solchen Lage zueinander, dass die Reflexion des vom Lichtsender
43 abgesandten Lichtstrahles 44 durch den Faserstrom 42, als reflektierter Lichtstrahl
46, zum Lichtempfänger 45 gerade in der in Fig. 5 dargestellten Lage des Schlittens
55 erfolgt.
[0045] Falls ein Faserstrom 42 vorhanden ist, bekommt der Lichtempfänger 45 einen Lichtstrahl
46; er gibt somit dem nicht gezeigten Steuergerät ein Signal ab, welches signalisiert,
dass an der Spinnstelle ein Fadenbruch entstanden ist und das nicht eingeponnene Fasermaterial
korrekt in die Fadenbruchabsaugdüse 13 fliesst. Dies bedeutet: Eine Wickelbildung
ist nicht vorhanden.
[0046] Das Steuergerät wird nun den Motor 59 in umgekehrter Richtung wieder in Betrieb nehmen,
d.h. der Schlitten 55 fährt in seine in Fig. 4 gezeigte Ruhelage zurück, womit auch
die Fadenbruchabsaugdüse 13 an ihre normale Arbeitslage zurückgebracht wird.
[0047] Ob das Ueberwachungsgerät 27 sich z.B. zu einer nächsten Spinnstelle fortbewegt,
oder ob zuerst eine Anspinnoperation durchgeführt wird (wofür es natürlich nicht gezeigte
Anspinnelemente aufweisen muss), hat mit dieser Erfindung nichts zu tun, weshalb wir
auf eine Beschreibung dieses Vorgehens verzichten können.
[0048] Der Vorteil der hier gezeigten Befestigung des zweiten Fühlers 43,45 auf dem Schlitten
55 ist darin zu sehen, dass dieser Fühler somit automatisch nur in der Abtastlage
D der Fadenbruchabsaugdüse 13 wirksam werden kann, da nur in dieser Lage des Schlittens
55 eine Reflexion des Lichtrahles 44 zum Lichtempfänger 45 überhaupt möglich ist.
Dies erhöht die Betriebssicherheit, bzw. die Aussagekraft des Signals des zweiten
Fühlers 43,45.
[0049] In Fig. 6 wird hingegen gezeigt, was geschieht, wenn der Lichtstrahl 44 mit dem Schlitten
55 in der Lage der Fig. 5 nicht von einem Faserstrom 42 reflektiert wird, d.h. wenn
(mit grosser Wahrscheinlichkeit) die Fasern sich um eine Lieferwalze, z.B. um die
untere Lieferwalze 7, als Faserwickel 54 aufwickeln, womit eine akute Beschädigungsgefahr
für das Streckwerk 3 vorliegt.
[0050] In diesem Fall kann der Lichtempfänger 45 keinen reflektierten Lichtstrahl empfangen.
Die nicht gezeigte Steuerung ist nun so ausgelegt, dass der Motor 59 wieder in Betrieb
genommen wird, aber diesmal in der gleichen Richtung wie vorher, d.h. im Sinn einer
weiteren Annäherung des Schlittens 55 zur Spinnstelle. Dabei wird die Fadenbruchabsaugdüse
13 aus ihrer Abtastlage praktisch nicht mehr verschoben, da der Leitschlitz 62 einen
zur Bewegungsrichtung des Schlittens 55 parallelen Abschnitt 70 aufweist. Infolge
dieser weiteren Bewegung des Schlittens 55 zur Spinnmaschine hin wird durch den Stöpsel
65 die Vorgarnzufuhr-Unterbrechungseinrichtung 19 betätigt, d.h. die Zufuhr des Vorgarnes
2 zum Streckwerk 3 unterbrochen. Dies geschieht in der Variante der Fig. 4 bis 6 dadurch,
dass der Kipphebel 67 von seiner in Fig. 6 gestrichelt dargestellten Ruhelage durch
den Stöpsel 65 zum Kippen veranlasst wird, womit der Körper 68 den Trichter 66 ausfüllt
und das Vorgarn durch Abklemmung im Trichter 66 zerreisst. Die gefährliche Weiterbildung
des Faserwickels 54 wird somit unterbrochen, da im Streckwerk 3 kein Fasermaterial
mehr einläuft. Bei dieser Arbeitsweise spielt es keine Rolle, wie die Vorgarnzufuhr-Unterbrechungseinrichtung
19 ausgebildet ist; wichtig ist nur, dass sie durch den Stöpsel 65 des Schlittens
55 betätigt werden kann.
[0051] Die in den Fig. 4 bis 6 gezeigte Variante hat den Vorteil der Einfachheit, da alle
Ueberwachungsfunktionen des Ueberwachungsgerätes 27 nur durch die Bewegung eines einzigen
Organs, nämlich des Schlittens 55, ausgeführt werden können, wobei mit passendem Steuerorgan
dafür gesorgt wird, dass die Bewegung des Schlittens 55 in zwei Phasen, wie oben detailliert
erklärt, ausgeführt werden kann.
[0052] In Fig. 7 wird eine Variante eines Details eines Ueberwachungsgerätes gemäss Fig.
4 gezeigt, bei welchem die zweiphasige Bewegung des Schlittens 71, welcher ebenfalls
einen Leitschlitz 62 aufweist, statt mittels eines Zahnstangenantriebes mittels eines
Spindelantriebes realisiert wird. In diesem Fall ist der Schlitten 71 mit einem Mitnehmer
72 starr verbunden, welcher eine Gewindebohrung für eine in der tragenden Struktur
28 gelagerte Gewindewelle 73 aufweist. Die Gewindewelle 73 ist mittels einem Räderpaar
74,75 mit einem umpolbaren Motor 76 verbunden. Die schräge Kante 77 des Mitnehmers
72 dient gleichzeitig als Schaltnocken für zwei längs der Bewegungsbahn angeordnete
Schalter 78 und 79, welche mit nicht gezeigten Leitungen mit dem ebenfalls nicht gezeigten
Steuergerät elektrisch verbunden sind. Bei Betätigung des ersten Schalters 78 wird
der Schlitten 71 in der oben beschriebenen Abtastlage D angehalten. Je nachdem, ob
ein Faserstrom 42 (Fig. 5) vorhanden ist oder nicht, wird entweder der Motor 76 durch
das Steuergerät umgepolt und in Betrieb genommen, womit der Schlitten 71 in die Ruhelage
zurückfährt, oder in der gleichen Richtung wieder in Betrieb genommen, bis auch der
Schalter 79 betätigt wird. In dieser Lage wird die Vorgarnzufuhr-Unterbrechungseinrichtung
19 betätigt und der Motor 76 umgepolt, womit der Schlitten 71 in die Ruhelage zurückgebracht
wird.
[0053] Anstatt des beschriebenen, mit einer Reflexion arbeitenden zweiten Fühlers, lassen
sich natürlich auch andere Fühler, z.B. solche, bei welchen die Beeinflussung des
von der Strahlenquelle gesendeten Strahles durch den abgelenkten Faserstrom als Folge
der Absorption desselben entsteht, anwenden.
1. Wanderndes'Ueberwachungsgerät für die sukzessive Ueberwachung der Arbeitsbedingungen
an jeder Spinnstelle einer Ringspinnmaschine sowohl in bezug auf Fadenbrüche, als
auch auf Wickelbildungen an Streckwerkswalzen, mit einem Garnfühler, welcher das Vorhandensein
eines Garnes zwischen den Lieferwalzen des Streckwerkes und der Spindel berührungslos
abtastet, einem zweiten Fühler, welcher bei festgestelltem Fadenbruch das Vorhandensein
eines Faserstromes zwischen den Lieferwalzen des Streckwerkes und der in ihrer normalen
Arbeitslage unmittelbar unter der unteren Lieferwalze liegenden Fadenbruchabsaugdüse
feststellt, wobei zur Feststellung des Faserstromes dieser mittels einer Faserstromablenkeinrichtung
abgelenkt wird, und einer bei fehlendem Faserstrom, für die Betätigung einer an jeder
Spinnstelle der Ringspinnmaschine vorhandenen Vorgangzufuhr-Unterbrechungseinrichtung
vorgesehenen Betätigungsvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenbruchabsaugdüse
(13) aus ihrer normalen Arbeitslage (C) durch die vom Ueberwachungsgerät (27) betätigte
Faserstromablenkeinrichtung (37-41;55-63;71) in eine für die berührungslose Feststellung
des Faserstromes (42) von der unteren Lieferwalze (7) genügend entfernte Abtastlage
(D) absenkbar ist, und dass der zweite Fühler (43,45) aus einer Strahlenquelle (43),
welche einen Strahl (44) auf den abgelenkten Faserstrom (42) sendet, und aus einem
Strahlenempfänger (45), welcher den vom abgelenkten Faserstrom (42) beeinflussten
Strahl (46) empfängt, besteht.
2. Ueberwachungsgerät nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserstromablenkeinrichtung
(55-63;71) aus einem quer zur Wanderrichtung des Ueberwachungsgerätes (27) in diesem
verschiebbar geführten Schlitten (55,71) besteht, dessen der Spinnstelle der Ringspinnmaschine
zugewandte vordere Partie (61) einen Leitschlitz (62) aufweist, in welchem während
der Querverschiebung des Schlittens (55,71) ein mit der Fadenbruchabsaugdüse (13)
starr gekuppelter Nocken (63) eingreift, wobei der Leitschlitz (62) eine solche Form
hat, dass durch die weitere Querverschiebung des Schlittens (55;71) die Fadenbruchabsaugdüse
(13) zusammen mit den Nocken (63) aus ihrer Normallage (C) zur Abtastlage (D) verschoben
wird (Fig. 4-7).
3. Ueberwachungsgerät nach Patenanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Schlitten
(55,71) der zweite Fühler (43,45) befestigt ist.
4. Ueberwachungsgerät nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem
Schlitten (55,71) auch die Betätigungsvorrichtung (64,65) befestigt ist und die Betätigung
der Vorgangzufuhr-Unterbrechungseinrichtung (19) der Spinnstelle erst nach Erreichen
der Abtastlage (D) der Fadenbruchabsaugdüse (13) durch fortgesetzte Querverschiebung
des Schlittens (55,71) erfolgt.
5. Ueberwachungsgerät nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (57-59;72-76)
vorgesehen sind, um den Schlitten (55,71) in einer ersten Phase so weit zu verschieben,
dass die Fadenbruchabsaugdüse (13) von der Normallage (C) zur Abtastlage (D) verschoben
wird, während in einer zweiten Phase die Betätigung der Vorgangangzufuhr-Unterbrechungseinrichtung
(19) bewirkt wird.
6. Ueberwachungsgerät nach Patentanspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung
der Querverschiebung des Schlittens (55,71) vorgesehen ist, welche die zweite Phase
der Verschiebung durchführt, wenn der zweite Fühler (43,45) kein Vorhandensein eines
Fadenstromes (42) zwischen den Lieferwalzen (6,7) des Streckwerkes (3) und der Fadenbruchabsaugdüse
(13) feststellt.