[0001] Die Erfindung betrifft einen Gleichstrom-Plasmabrenner mit einer stabförmigen Kathode
und einer konzentrisch dazu angeordneten, rotationssymmetrischen Anode und einem Ringspalt
zwischen Kathode und Anode zur Zuführung des zu erwärmenden Gases, wobei die Kathode
an ihrem freien Ende eine ringförmige Kante aufweist und wobei sich das freie Ende
der Kathode in einem achsparallelen, zeitlich konstanten Magnetfeld befindet, während
im stromabwärts des freien Endes der Kathode gelegenen Bereich ein in Strömungsrichtung
divergierendes, zeitlich konstantes Magnetfeld existiert, derart, daß der zwischen
Kathode und Anode sich ausbildende Plasmabogen in Rotation versetzt wird.
[0002] In verschiedenen Bereichen der Verfahrenstechnik, bei Plasmawindkanal-Untersuchungen,
in der Plasmachemie sowie zum Betrieb fluiddynamischer Laser benötigt man hocherhitzte
Gasströme, deren Temperatur und Druck je nach Zweck des Einsatzes bestimmte Werte
im Bereich zwischen einigen 100 und ca. 20 000 K und Drücken bis zu 20 bar betragen
müssen.
[0003] Zur Erzielung solcher Werte von Temperatur und Druck kann die Aufheizung von Gasen
in einer Gleich- oder Wechselstromlichtbogenentladung vorgenommen werden. Die wesentlichen
technologischen Probleme liegen hierbei in der Beherrschung bzw. Reduzierung der Elektrodenerosion
durch die Bogenansätze, damit direkt zusammenhängend in der Gewähr einer hinreichenden
Standzeit der Elektroden und der Sauberkeit des Lichtbogenplasmas sowie in der Realisierung
der entsprechend des Einsatzes geforderten Eigenschaften des hocherhitzten Mediums.
So kann beispielsweise bei bestimmten Anwendungen eine räumliche Homogenität und zeitliche
Konstanz der Temperatur gefordert werden.
[0004] Um einen hohen thermischen Wirkungsgrad, d. h., ein großes Verhältnis von im heißen
Gas enthaltener Energie zu aufgewandter elektrischer Energie, zu erzielen, wird weiterhin
angestrebt, die Entladung bei möglichst hoher Spannung zu betreiben. Da die elektrophysikalisch
begründeten Elektrodenverluste proportional zur Stromstärke sind, ist bei konstanter
Stromstärke die Verlustleistung an den Elektroden prozentual um so geringer, je höher
die Bogenspannung ist.
[0005] Eine Herabsetzung der Elektrodenerosion läßt sich durch eine Verkürzung der Verweilzeit
des Bogenansatzes auf einem bestimmten Flächenelement der Elektrode erzielen. Es sind
Einrichtungen bekannt, die zum Zwecke einer Bewegung der Bogenansätze das zu erhitzende
Medium in seiner Gesamtheit oder auch nur teilweise tangential in den Raum zwischen
den Elektroden einbringen (deutsche Patentschriften 1 564 333 und 2236487). Bei einem
auf diese Weise wirbelstabilisierten Lichtbogen wird der Bogenansatz zwar in Umfangsrichtung
angetrieben, doch wird ihm infolge der axialen Geschwindigkeitskomponente des Gases,
die durch die Durchströmung der hohlzylindrischen Elektroden hervorgerufen wird, auch
eine Längsbewegung aufgezwungen. Der Lichtbogen oszilliert zwischen verschiedenen
Fußpurkten, wodurch seine Säulenlänge und damit Spannung zeitlich veränderliche Werte
annimmt. Naturgemäß läßt sich auf diese Weise ein zeitlich konstantes und räumlich
homogenes Heißgas oder Plasma nicht erzielen.
[0006] Andere Einrichtungen machen sich die physikalische Tatsache zunutze, daß ein Lichtbogen
durch elektromagnetische Kräfte bewegt werden kann. Es sind technische Ausgestaltungen
bekannt, bei denen das hierzu erforderliche Magnetfeld mittels in der Nähe einer oder
beider Elektroden angeordneter Spulen erzeugt wird (deutsche Patentschriften 1 564
333 und 1 933 306). Diese Ausführungen sind indessen vom Prinzip her so beschaffen,
daß ein wesentlicher Teil der Bogensäule und zumindest ein Bogenansatz sich in einen
Bereich mit anwachsendem Magnetfeld erstrecken muß. Aus der Impulsgleichung läßt sich
theoretisch ableiten und die praktische Erfahrung zeigt, daß dieser Effekt nicht nur
zu einer Verkürzung der Bogensäule und damit Reduzierung der Spannung führt, sondern
auch Anlaß zur Instabilität gibt, was sich nachteilig auf die Erzielung stationärer
Plasmazustände auswirkt.
[0007] Während die meisten Hochdruckplasmaerzeuger Elektroden aus Kupfer verwenden, läßt
sich bei mit Gleichstrom betriebenen Apparaturen die Kathode auch aus Wolfram oder
thoriertem Wolfram herstellen (DE-OS 2027626, DE-PS 2 033 072). Jedoch erweist sich
in der Praxis, daß bei Drücken höher als etwa 2 bar und Stromstärken über etwa 250
bis 300 A die thermische Belastung an der Spitze einer kegelförmigen Kathode, wie
sie entsprechend der DE-OS 2 027 626 ausgeführt wird, so hoch wird, daß das Material
im Bogenansatz schmilzt und als Verunreinigung in das Plasma gelangt. Dieser Effekt
wird zwar in der technischen Ausführung nach der DE-PS 2 033 072 vermieden, indem
eine bestimmte Menge des Bogengases in eine hohlförmige Kathode strömt und dort zum
Bogenansatz führt. Da der Bogen jedoch keinen bevorzugten Ansatzpunkt findet, vollführt
er erfahrungsgemäß eine erratische Bewegung, welche ihrerseits Spannungsfluktuationen
und letztlich Temperaturschwankungen nach sich zieht.
[0008] Aus der deutschen Offenlegungsschrift 2609178 ist weiterhin ein Plasmabrenner bekannt,
bei welchem eine stabförmige Kathode mit einer kegelförmigen Spitze vorgesehen ist.
An dieser Spitze ergibt sich zwangsläufig eine Lokalisierung des Plasmabogens, so
daß hier zwangsläufig eine ganz erhebliche Elektrodenerosion auftreten muß.
[0009] Bei einem weiteren bekannten Plasmabrenner ist ein Auslaßkanal für die Plasmagase
kegelmantelförmig von einer Anzahl von Einzelelektroden umgeben (britische Patentschrift
1 112 935). Die ganze Anordnung soll gedreht werden, damit der Plasmabogen nacheinander
an verschiedenen Einzelelektroden beginnt. Wenn jedoch der Plasmabogen an einer der
vielen die Gasaustrittsöffnungen umgebenden stabförmigen Elektroden beginnt, wird
er diesen Ausgangspunkt auch bei der Drehung beibehalten, da an der Spitze dieser
Elektrode die Feldverteilung besonders günstig ist. Die mechanische Drehung verzwirbelt
also den Plasmabogen, der erst nach einer erheblichen Verzwirbelung abreißen und auf
eine andere Elektrode überspringen wird. Es ergibt somit ein außerordentlich instabiler
Plasmabogen. Darüber hinaus tritt eine starke Erosion an den Spitzen der einzelnen
Elektroden auf, da der Plasmabogen lange Zeit ununterbrochen von derselben Elektrodenspitze
ausgeht.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gleichstrom-Plasmabrenner derart
zu verbessern, daß mit ihm Gase und Gasgemische bei Drücken bis zu 20 bar auf Temperaturen
im Bereich von einigen 100 Grad bis ca. 20 000 K aufgeheizt werden können, wobei hohe
Standzeiten der Elektroden, Sauberkeit des Plasmas, hoher Wirkungsgrad sowie Stationarität
und räumlich gleichförmige Verteilung der Gaseigenschaften erreicht werden sollen.
[0011] Diese Aufgabe wird bei einem Plasmabrenner der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß die Kathode eine durchgehende Innenbohrung aufweist, durch die
ein Teil des zu erwärmenden Gases in den Plasmabrenner mit einer solchen Strömungsgeschwindigkeit
einführbar ist, daß der kathodenseitige Plasmabogenansatz an der ringförmigen Kante
der Kathode lokalisiert ist.
[0012] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen darin, daß durch die Ausgestaltung
der Kathode mit einer ringförmigen Kante der Kathodenansatz und infolge der axialen
Gasströmung auch der Anodenansatz des Lichtbogens jeweils in einer bestimmten axialen
Position fixiert sind, wodurch sich eine zeitlich gleichbleibende Bogenlänge und Bogenspannung
und schließlich Temperatur ergibt. Andererseits wird der Lichtbogen aber als solcher
durch elektromagnetische Kräfte in Rotation versetzt, wodurch sich seine Elektrodenansätze
in Umfangsrichtung rasch bewegen, was zu einer extrem kurzen Verweilzeit an einem
bestimmten Flächenelement führt. Dadurch unterbleibt ein Abschmelzen des Elektrodenmaterials,
und es können hohe Standzeiten und saubere Plasmen erzielt werden.
[0013] Es ist dabei wichtig, daß ein Teil des zugeführten, zu erwärmenden Gases durch die
Innenbohrung der Kathode zugeführt wird, da diese Strömung auf der Innenseite der
Kathode den Ansatzpunkt des Plasmabogens von der Innenfläche der Kathode weg auf die
ringförmige Kante verlagert. Nur beim Ansatz des Plasmabogens an der ringförmigen
Kante verläuft der Bogenansatz parallel zum Magnetfeld, und nur dann ist gewährleistet,
daß die Bogenlänge und damit die Bogenspannung im Betrieb des Plasmabrenners gleich
bleibt.
[0014] Günstig ist es, wenn die Kathode aus Thoriumwolfram besteht.
[0015] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die ringförmige
Kante Schneidenform hat.
[0016] Die Anode kann Kreiszylinderform haben und eine lichte Weite aufweisen, die größer
ist als der Außendurchmesser der Kathode. Vorzugsweise ist der Außendurchmesser der
Kathode erheblich kleiner als die lichte Weite der Anode, so daß sich ein relativ
breiter Ringspalt zwischen beiden ergibt. Dadurch strömt das zugeführte Gas mit relativ
geringer Geschwindigkeit in den Plasmabrenner ein, so daß sich im Bereich der Unterkante
der Kathode an deren Innenseite kein starker Unterdruck ausbildet. Die Ausbildung
eines Unterdrucks wäre ungünstig, da der Plasmabogen die Tendenz hat, in das Gebiet
niedrigeren Druckes zu wandern, so daß bei sehr rascher Strömung des'zufließenden
Gases und starker Unterdruckbildung auf der Innenseite der Kathode der Ansatzpunkt
des Plasmabogens an die Innenfläche der Kathode wandern würde. Eine solche Wanderung
wäre nachteilig, da dann der Plasmabogenansatz nicht mehr parallel zu den Magnetfeldlinien
verläuft. Dieser nichtparallele Verlauf führt zu einer Rotationsbewegung des Plasmabogenansatzes,
und zwar in entgegengesetzter Richtung wie bei der Anode, so daß insgesamt eine Verzwirbelung
des Plasmabogens eintritt, der dadurch nicht mehr die geforderte Gleichmäßigkeit aufweisen
kann. Durch die Erweiterung des Einlaßspaltes für das zuströmende Gas wird die Ausbildung
eines Unterdrucks an der Innenseite der Kathode vermieden, so daß auch der Plasmabogen
keine Tendenz hat, von der Kante weg in das Innere der Kathode zu wandern. Zusätzlich
wird im übrigen der Ausbildung eines Unterdrucks auf der Innenseite der Kathode noch
durch das durch die Innenbohrung zuströmende Gas entgegengewirkt.
[0017] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein,
daß zur Erzeugung des Magnetfeldes konzentrisch zur Kathodenachse eine Magnetspule
oder ein Permanentmagnet derart angeordnet sind, daß deren Symmetrieebene in einem
Bereich zwischen der ringförmigen Kante der Kathode und einer um maximal fünf Durchmesser
der ringförmigen Kante in Gegenstromrichtung verschobenen Ebene liegt.
[0018] Vorzugsweise sind die Kathode und/oder das Magnetfeld erzeugende Element in axialer
Richtung verstellbar. Durch diese Anordnung befindet sich der Lichtbogenansatz in
einem im wesentlichen achsparallelen Magnetfeld. Durch die axiale Verstellung der
Kathode und/oder des magnetfelderzeugenden Elements lassen sich die effektive Länge
des Lichtbogens und damit seine Spannung einstellen, wodurch wiederum die Temperatur
veränderbar ist.
[0019] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß
sich an den Brennraum eine Ausgleichskammer mit einem äußeren Gehäuse und einem darin
angeordneten Mantel anschließt und daß zwischen Gehäuse und Mantel ein sich im wesentlichen
über die gesamte Höhe der Ausgleichskammer erstrekkender Ringraum angeordnet ist,
der einerseits mit einer Gaszufuhrleitung und andererseits über Bohrungen im Mantel
mit dem Innenraum der Ausgleichskammer in Verbindung steht. Der Mantel besteht vorzugsweise
aus einem refraktären Material. Günstig ist es auch, wenn das Gehäuse auf der dem
Ringraum zugewandten Seite spiegelnd bearbeitet ist.
[0020] Diese Ausgestaltung ermöglicht es, daß durch eine Gaszuführung in den Raum zwischen
dem Mantel und dem Gehäuse ein Gas eingeleitet werden kann, welches dem Mantel Wärme
entzieht, ehe es durch Einlaßöffnungen im Mantel in die Ausgleichskammer eintritt.
Gleichzeitig wird der Energiefluß vom Mantel zur gekühlten Wand des Gehäuses auf 30%
des Wertes reduziert, der in bekannten Einrichtungen auftritt, in denen der Energiefluß
vom heißen Gas an die gekühlte Wand durch konvektiven Wärmeübergang vonstatten geht,
da der Energiefluß vom Mantel zur gekühlten Wand bei der erfindungsgemäßen Ausgleichskammer
nur durch Strahlungstransport erfolgen kann.
[0021] Es wird also durch die Kombination von Strahlungskühlung und konvektiver Kühlung
in der an den Entladungsraum anschließenden Ausgleichskammer der Wärmeverlust auf
ein Mindestmaß reduziert. Dies führt zu hohen Werten des Gesamtwirkungsgrades der
Einrichtung. Schließlich gestattet die Einblasung von Gasen durch die Öffnungen im
Mantel zusätzlich, beliebige Temperaturen bei optimalen Betriebszuständen des Brenners
auch in solchen Gasgemischen zu erzielen, bei denen eine Komponente schädliche Wirkungen
auf die Kathode bei einer direkten Aufheizung in der Lichtbogenentladung hätte.
[0022] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0023] Nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dient im
Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Die Zeichnung zeigt ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel eines Plasmabrenners im Längsschnitt.
[0024] Ein zylinderförmiges Gehäuse 1 weist eine zentrale Längsbohrung 2 auf, die in ihrem
oberen Bereich mittels einer Isolierhülse 3 und in ihrem unteren Bereich mittels einer
kreiszylinderförmigen Anode 4 ausgekleidet ist. In die Längsbohrung 2 ragt von der
offenen Oberseite her eine stabförmige Kathode 5 mit einer zentralen Längsbohrung
6. Die Kathode 5 ist im Bereich ihres freien Endes konisch zugespitzt, so daß sich
am Auslaß der Längsbohrung 6 eine schneidenförmige Ringkante 7 ergibt. Der Außendurchmesser
der stabförmigen Kathode 5 ist kleiner als die lichte Weite der Isolierhülse 3 und
der Anode 4, so daß zwischen diesen und der Kathode 5 ein Ringspalt 8 ausgebildet
wird.
[0025] Das zylinderförmige Gehäuse 1 ist von einer Magnetspule 9 umgeben, die durch eine
in der Zeichnung nicht dargestellte Stromquelle erregt werden kann. Die Magnetspule
9 ist in Richtung der Gehäuselängsachse verschieblich. Ebenso kann die stabförmige
Kathode 5 in Richtung der Gehäuselängsachse verschieblich sein.
[0026] An das Gehäuse 1 schließt sich stromabwärts eine Ausgleichskammer 10 mit einem ebenfalls
zylinderförmigen Gehäuse 11 und einem mit der Längsbohrung 2 in Verbindung stehenden
Hohlraum 12 an. In den Hohlraum 12 ist ein kreiszylindrischer Mantel 13 derart eingesetzt,
daß er in seinen Endbereichen 14 und 15 an Ringstegen 16 und 17 am oberen und am unteren
Ende des Gehäuses 11 dicht anliegt, während im übrigen Bereich zwischen Mantel 13
und Gehäuse 11 ein Ringraum 18 gebildet wird. Dieser Ringraum 18 steht über eine kanalförmige
Leitung 19 mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten Gasquelle und über Öffnungen
20 im Mantel 13 mit dem Innenraum 21 der Ausgleichskammer 10 in Verbindung. Die gehäuseseitigen
Seitenwände 22 des Ringraumes 18 sind spiegelnd bearbeitet. Der Mantel 13 besteht
vorzugsweise aus einem refraktären Material.
[0027] Im Betrieb des beschriebenen Plasmabrenners strömt das Arbeitsgas einerseits durch
den Ringspalt 8 und andererseits durch die Längsbohrung 6 in das Innere des Gehäuses
1 ein und fließt dabei im wesentlichen achsparallel durch diesen. Zwischen der Anode
4 und der Kathode 5 brennt ein Lichtbogen, wobei der kathodenseitige Lichtbogenansatz
an der schneidenförmigen Ringkante 7 lokalisiert ist. Die Magnetspule 9 wird erregt
und erzeugt dabei ein Magnetfeld, das im Bereich der Ringkante 7 im wesentlichen achsparallel
verläuft, während es in einem stromabwärts gelegenen Bereich divergiert. Durch dieses
Magnetfeld wird der Lichtbogen um die Gehäuselängsachse herum in Drehung versetzt,
so daß der kathodenseitige Ansatzpunkt des Lichtbogens an der schneidenförmigen Ringkante
7 entlangwandert. Dabei verläuft der Ansatzpunkt in einer radialen Ebene, so daß sich
die Länge des Lichtbogens nicht verändert, es bleiben also auch Spannung und Temperatur
des Lichtbogens bei dieser Wanderung konstant. Wesentlich ist dabei, daß das Magnetfeld
im Bereich der Ringkante im wesentlichen achsparallel verläuft. Zu diesem Zweck wird
die Magnetspule 9 in eine entsprechende Axialposition verschoben, erfindungsgemäß
wird sie derart angeordnet, daß ihre Symmetrieebene in einem Bereich zwischen der
ringförmigen Kante 7 der Kathode 5 und einer um maximal fünf Durchmesser der ringförmigen
Kante 7 in Gegenstromrichtung verschobenen Ebene liegt. Durch Veränderung der Axialposition
der Magnetspule 9 und/oder der stabförmigen Kathode läßt sich die Länge des Lichtbogens
und damit seine Temperatur beeinflussen. Es ist also in einfacher Weise möglich, eine
gewünschte Temperatur einzustellen, die wegen der konstanten Länge des Lichtbogens
auch zeitlich konstant bleibt. Dadurch, daß der kathodenseitige Lichtbogenansatz längs
der Ringkante 7 wandert, ist die Verweilzeit des Ansatzes in einem bestimmten Flächenelement
extrem kurz, und es tritt praktisch keine Elektrodenerosion ein. Auch der anodenseitige
Ansatzpunkt ist durch das divergierende Magnetfeld im Bereich der Anode in axialer
Richtung definiert, während in Umfangsrichtung eine Wanderung des Ansatzpunktes gewährleistet
ist.
[0028] Aufgrund der Wanderung des kathodenseitigen Ansatzpunktes können auch bei hohen Leistungen
Kathoden aus üblichen Materialien verwendet werden, günstig ist es jedoch, die Kathode
zusätzlich aus hochwärmefestem Material herzustellen, beispielsweise aus Thoriumwolfram.
[0029] Günstige Leistungsdaten ergeben sich insbesondere dann, wenn die Anode Kreiszylinderform
hat und eine lichte Weite aufweist, die größer ist als der äußere Durchmesser der
Kathode 5.
[0030] Selbstverständlich kann die Magnetspule 7 durch einen entsprechend magnetisierten
Permanentmagneten ersetzt werden.
[0031] Die durch den Lichtbogen erhitzten Gase treten nach dem Durchlaufen des Lichtbogens
in die Ausgleichskammer 10 ein. Hier sorgt der vorzugsweise aus einem refraktären
Material bestehende Mantel 14 zusammen mit dem Ringraum 18 für eine gute thermische
Isolierung der Gase. Da der Mantel 14 nur in einem kleinen Bereich in direktem Wärmeleitungskontakt
mit dem gekühlten Gehäuse 11 steht, kann Wärme vom Mantel 14 auf das Gehäuse 11 im
wesentlichen nur durch Strahlung übertragen werden. Durch die spiegelnde Bearbeitung
der gehäuseseitigen Seitenwände 22 des Ringraumes 18 werden Strahlungsverluste zusätzlich
herabgesetzt. Insgesamt wirkt damit der Mantel 14 als Hitzeschild.
[0032] Über die Leitung 19, den Ringraum 18 und die Öffnungen 20 kann dem erhitzten Gas
im Innenraum 21 der Ausgleichskammer ein weiteres Gas oder eine Gasmischung zugemischt
werden. Dieses durch den Ringraum 18 eintretende Gas wird in diesem vorgewärmt, so
daß ein Teil der Wärmeverluste auf diese Weise wieder ausgeglichen werden kann. Durch
die Zumischung weiterer Gase kann die gewünschte Endtemperatur des aus der Ausgleichskammer
austretenden Gasgemisches eingestellt werden. Günstig ist es auch, daß dem hocherhitzten
Gas Gasbestandteile zugemischt werden können, die nicht selbst im Plasmabrenner auf
die dort herrschenden hohen Temperaturen erhitzt werden können, sei es, daß sie bei
diesen Temperaturen zersetzt werden, sei es, daß sie bei diesen Temperaturen schädliche
Reaktionen mit den Bauteilen des Plasmabrenners eingehen.
[0033] Mit der Kombination des beschriebenen Plasmabrenners und der Ausgleichskammer gelingt
es also, Gase auch bei hohen Drücken (bis 20 bar) auf extrem hohe Temperaturen (bis
20 000 K) zu erhitzen und gleichzeitig die Endtemperatur des Gases exakt, reproduzierbar
und konstant einzustellen, wobei die Abnützung des Plasmabrenners im Betrieb auf ein
Mindestmaß herabgesetzt wird. Die Temperaturregelung kann in zweifacher Weise erfolgen,
nämlich durch Verschiebung der Magnetspule 9 und/ oder der Kathode 5 und durch Zumischung
eines Gases in der Ausgleichskammer. Man erhält damit eine äußerst variable und im
Aufbau einfache Kombination.
1. Gleichstrom-Plasmabrenner mit einer stabförmigen Kathode und einer konzentrisch
dazu angeordneten, rotationssymmetrischen Anode und einem Ringspalt zwischen Kathode
und Anode zur Zuführung des zu erwärmenden Gases, wobei die Kathode an ihrem freien
Ende eine ringförmige Kante aufweist und wobei sich das freie Ende der Kathode in
einem achsparallelen, zeitlich konstanten Magnetfeld befindet, während im stromabwärts
des freien Endes der Kathode gelegenen Bereich ein in Strömungsrichtung divergierendes,
zeitlich konstantes Magnetfeld existiert, derart, daß der zwischen Kathode und Anode
sich ausbildende Plasmabogen in Rotation versetzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kathode (5) eine durchgehende Innenbohrung (6) aufweist, durch die ein Teil des
zu erwärmenden Gases in den Plasmabrenner mit einer solchen Strömungsgeschwindigkeit
einführbar ist, daß der kathodenseitige Plasmabogenansatz an der ringförmigen Kante
(7) der Kathode (5) lokalisiert ist.
2. Plasmabrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kathode (5) aus
Thoriumwolfram besteht.
3. Plasmabrenner nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
ringförmige Kante (7) Schneidenform hat.
4. Plasmabrenner nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Anode (4) Kreiszylinderform hat und eine lichte Weite aufweist, die größer
ist als der Außendurchmesser der Kathode (5).
5. Plasmabrenner nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Erzeugung des Magnetfeldes konzentrisch zur Kathodenachse eine Magnetspule
(9) oder ein Permanentmagnet derart angeordnet sind, daß deren Symmetrieebene in einem
Bereich zwischen der ringförmigen Kante (7) der Kathode (5) und einer um maximal fünf
Durchmesser der ringförmigen Kante (7) in Gegenstromrichtung verschobenen Ebene liegt.
6. Plasmabrenner nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kathode und/oder das Magnetfeld erzeugende Element (9) in axialer Richtung
verstellbar sind.
7. Plasmabrenner nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gas achsparallel zugeführt wird.
8. Plasmabrenner nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sich an den Brennraum eine Ausgleichskammer (10) mit einem äußeren Gehäuse (11)
und einem darin angeordneten Mantel (14) anschließt und daß zwischen Gehäuse (11)
und Mantel (14) ein sich im wesentlichen über die gesamte Höhe der Ausgleichskammer
(10) erstreckender Ringraum (18) angeordnet ist, der einerseits mit einer Gaszufuhrleitung
(19) und andererseits über Bohrungen (20) im Mantel (14) mit dem Innenraum (21) der
Ausgleichskammer (10) in Verbindung steht.
9. Plasmabrenner nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (14) aus
einem refraktären Material besteht.
10. Plasmabrenner nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gehäuse (11) auf der dem Ringraum (18) zugewandten Seite spiegelnd bearbeitet ist.
11. Plasmabrenner nach einem der Ansprüche 8, 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausgleichskammer (10) von zylindrischer, halbzylindrischer, prismatischer oder
sphärischer Form ist.
12. Plasmabrenner nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hauptachse der Ausgleichskammer (10) parallel oder senkrecht zu der des Plasmabrenners
angeordnet ist.
1. Direct current plasma torch comprising a bar-shaped cathode and an anode symmetrical
with respect to rotation and disposed concentrically to said cathode and an annular
clearance between cathode and anode for introducing the gas to be heated, the cathode
having at its free end an annular edge and the free end of the cathode being located
in an axially parallel magnetic field constant in time, while a magnetic field constant
in time but diverging in the direction of flow exists in the area located downstream
of the free end of the cathode such that the plasma arc forming between cathode and
anode is caused to rotate, characterized in that the cathode (5) has a continuous
inner bore (6), through which part of the gas to be heated is introduced into the
plasma torch at such a velocity of flow that the point at which the plasma arc connects
to the cathode is localized at the annular edge (7) of the cathode (5).
2. Plasma torch according to claim 1, characterized in that the cathode (5) consists
of thoriated tungsten.
3. Plasma torch according to either of claims 1 or 2, characterized in that the annular
edge (7) is wedge-shaped.
4. Plasma torch according to any of the preceding claims, characterized in that the
anode (4) is circular-cylindrical in shape and has an inside diameter which is larger
than the outside diameter of the cathode (5).
5. Plasma torch according to any of the preceding claims, characterized in that for
generating the magnetic field a magnetic coil (9) or a permanent magnet are disposed
concentrically to the cathode axis such that their plane of symmetry lies in the area
between the annular edge (7) of the cathode (5) and a plane displaced in the direction
of counterflow by a distance of maximum five times the diameter of the annular edge
(7).
6. Plasma torch according to any of the preceding claims, characterized in that the
cathode and/or the element (9) generating the magnetic field are displaceable in the
axial direction.
7. Plasma torch according to any of the preceding claims, characterized in that the
gas is introduced axially parallel.
8. Plasma torch according to any of the preceding claims, characterized in that an
equalizing chamber (10) having an outer casing (11) and a jacket (14) disposed therein
is connected to the combustion chamber and that an annular space (18) extending substantially
through the entire length of the equalizing chamber (10) is disposed between casing
(11) and jacket (14), said annular space (18) being connected to the inside space
(21) of the equalizing chamber (10) on the one hand by a gas supply line (19) and
on the other hand via holes (20) in the jacket (14).
9. Plasma torch according to claim 8, characterized in that the jacket (14) consists
of a refractory material.
10. Plasma torch according to either of claims 8 or 9, characterized in that the casing
(11) has a specular finish on the side facing the annular space (18).
11. Plasma torch according to any of claims 8, 9 or 10, characterized in that the
equalizing chamber (10) has a cylindrical, semicylindrical, prismatic or spherical
shape.
12. Plasma torch according to any of claims 8 to 11, characterized in that the main
axis of the equalizing chamber (10) is disposed parallel or perpendicular to that
of the plasma torch.
1. Chalumeau à plasma à courant continu, comprenant une cathode en forme de barre,
une anode à symétrie de révolution disposée concentriquement à la cathode et un passage
annulaire entre la cathode et l'anode pour l'amenée du gaz à chauffer, la cathode
présentant à son extrémité libre un bord annulaire et l'extrémité libre de la cathode
se trouvant dans un champ magnétique constant dans le temps et parallèle à l'axe,
tandis qu'un champ magnétique constant dans le temps mais divergent dans la direction
d'écoulement existe dans la zone située en aval de l'extrémité libre de la cathode,
de sorte que l'arc-plasma qui se forme entre la cathode et l'anode est mis en rotation,
caractérisé en ce que la cathode (5) présente un alésage intérieur traversant (6),
par lequel une partie du gaz à chauffer peut être introduite dans le chalumeau à plasma
à une telle vitesse d'écoulement que l'extrémité cathodique de l'arc-plasma est localisée
sur le bord annulaire (7) de la cathode (5).
2. Chalumeau à plasma selon la revendication 1, caractérisé en ce que la cathode (5)
est en tungstène-thorium.
3. Chalumeau à plasma selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le bord
annulaire (7) est en forme de tranchant.
4. Chalumeau à plasma selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que l'anode (4) possède une forme cylindrique circulaire et possède une largeur interne
qui est plus grande que le diamètre extérieur de la cathode (5).
5. Chalumeau à plasma selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que, pour produire le champ magnétique, on dispose un bobine d'électro-aimant (9)
ou un aimant permanent concentriquement à l'axe de la cathode, de telle manière que
le plan de symétrie de la bobine ou de l'aimant est situé dans une région comprise
entre le bord annulaire (7) de la cathode (5) et un plan déporté, à partir de ce bord,
dans le sens contraire à la direction d'écoulement du gaz, d'une distance correspondant
tout au plus à cinq fois le diamètre du bord annulaire (7).
6. Chalumeau à plasma selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que la cathode et/ou l'élément (9) engendrant le champ magnétique est ou sont réglable(s)
en direction axiale.
7. Chalumeau à plasma selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que le gaz est amené parallèlement à l'axe.
8. Chalumeau à plasma selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que l'espace de combustion est suivi par une chambre d'égalisation (10) définie par
un corps extérieur (11) dans lequel est disposée une chemise (14) et en ce qu'un espace
annulaire (18) s'étendant sensiblement sur toute la hauteur de la chambre d'égalisation
(10) est formé entre le corps (11) et la chemise (14), cet espace annulaire (18) communicant
d'une part avec un conduit d'amenée de gaz (19) et d'autre part, à travers des orifices
(20) de la chemise (14), avec l'espace intérieur (21) de la chambre d'égalisation
(10).
9. Chalumeau à plasma selon la revendication 8, caractérisé en ce que la chemise (14)
est faite d'un matériau réfractaire.
10. Chalumeau à plasma selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que le corps
(11) possède un fini spéculaire du côté tourné vers l'espace annulaire (18).
11. Chalumeau à plasma selon l'une des revendications 8, 9 et 10, caractérisé en ce
que la chambre de compensation (10) possède une forme cylindrique, semi-cylindrique,
prismatique ou sphérique.
12. Chalumeau à plasma selon l'une des revendications 8 à 11, caractérisé en ce que
l'axe principal de la chambre de compensation (10) est parallèle ou perpendiculaire
à celui du chalumeau à plasma.