[0001] Die Erfindung geht von Farbbildröhren mit Schwarzmatrix aus. Sinn der Schwarzmatrix
ist es, den Kontrast der Anzeige zu erhöhen.
[0002] Die Anwendung einer Schwarzmatrix zur Kontrasterhöhung ist bei Farbbildröhren mit
Lochmaske und drei in einem gleichseitigen Dreieck angeordneten Elektronenkanonen
bekannt (DE-AS 17 71 076). Es liegen dort die Leuchtstoffpunkte als Inseln in sie
umschließender schwarzer Substanz eingebettet. Auch bei Röhren mit Schlitzmaske und
drei in einer Ebene angeordneten Elektronenkanonen, den sogenannten Inline-Röhren,
ist es bekannt, längliche Leuchtflecke ganz mit geschwärzter Substanz zu umgehen,
wie beispielsweise aus der DE-OS 24 28 664, und der DE-OS 24 54 520 zu ersehen ist.
[0003] Als Inline-Röhren mit durchgehenden vertikalen Leuchtstoffstreifen gefertigt wurden,
lag es nahe, auch die Schwarzmatrix in Form vertikaler, die Leuchtstoffstreifen trennender
Streifen anzubringen, wofür die DE-OS 26 35 106 Beispiele für deren Herstellung aufzeigt.
[0004] Farbbildröhren mit derartigen Streifen von Leuchtstoffen und Schwarzmatrix sind seit
einigen Jahren handelsüblich. Trotz der immer weiter verbesserten Technik haftet jedoch
den Matrixröhren bekannter Ausführungsart der Mangel der unvollkommenen Weißreinheit
an.
[0005] Durch die schwarzen Streifen werden die Leuchtflecke beschnitten. Die Strahlströme
der drei Elektronenkanonen seien so eingestellt, daß auf dem Schirm für den Betrachter
die Farbe Weiß erscheint, wenn der Schirm mit richtigen Anteilen von Rot, Blau und
Grün erregt wird. Durch ungleiche Matrixstreifen werden nun durch breite Streifen
an einer Stelle des Schirmes z.B. der grüne Leuchtstoffstreifen und auch die grünen
Leuchtflecke etwas stärker beschnitten als die roten und blauen. Dann erscheint der
Schirm an dieser Stelle leicht violett verfärbt. Wenn an einer anderen Stelle z.B.
Blau stärker beschnitten ist, erscheint dort ein grünliches Weiß.
[0006] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, den Kontrast einer gattungsgemäße
Farbbildröhre zu verbessern, und dabei durch die Anordnung der Schwarzmatrix keinen
Einfluss auf die Weißreinheit des Bildes zu nehmen.
[0007] Die Lösung der Aufgabe ist im Hauptanspruch angegeben. Die erfindungsgemäße Matrix
liefert ein Bild, das in seiner Weißreinheit durch die Matrix in keiner Weise eingeschränkt
ist und das dabei einen hohen Kontrast aufweist. Wenn der Kontrastgewinn nicht ganz
genutzt werden soll, so kann z.B. der Strahlstrom verringert werden, was eine erhebliche
Abnahme der Leistungsaufnahme bedeutet.
[0008] Das in Anspruch 3 angegebene Verfahren ist vorteilhaft, wenn breite Matrixstreifen
in einem einzigen Arbeitsgang aufgebracht werden sollen. Dagegen erfordert das Verfahren
nach Anspruch 4 mehr Arbeitsschritte, erlaubt jedoch die Herstellung sehr schmaler
Matrixstreifen. Die Anordnung der Lichtquelle gemäß Anspruch 5 ist eine vorteilhafte
Ausführungsform der Belichtungsvorrichtung, um die geforderten Abmessungen der Matrixstreifen
zu erzielen.
[0009] Die Erfindung wird im folgenden anhand der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispiele
naher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: Ein Raster von Leuchtflecken mit erfindungsgemäßer Matrix
Fig. 2: Ein Leuchtflecktripel bei herkömmlicher Matrixausführung
Fig. 3: Ein Leuchtflecktripel bei erfindungsgemäßer Matrixausführung
Fig. 4: Eine schematische Darstellung einer Lichthausanordnung
[0010] In Figur 1 ist ein Raster von Tripeln von Leuchtflecken 1 dargestellt. Die Tripel
haben einen gegenseitigen horizontalen Abstand, der mit H bezeichnet ist. Die vertikale
Lücke zwischen den Oberkanten der Leuchtflecke eines Tripels und den Unterkanten der
Leuchtflecke des darüber liegenden Tripels ist in Figur 1 mit V bezeichnet. Die gestrichelten
Linien geben die Berandung der Leuchtstoffstreifen an. In der Figur sind horizontal
benachbarte Tripel um jeweils einen halben vertikalen Tripelabstand versetzt. Wie
stark im Einzelfall die Tripel gegeneinander versetzt sind, ist für die Erfindung
unwesentlich. Mit 2 sind erfindungsgemäße horizontal verlaufende Matrixstreifen gekennzeichnet,
die die Länge H und die Breite V besitzen.
[0011] r,g,b sind die Leuchtflecke des in Figur 2 dargestellten Tripels. In der bekannten
Matrixausführung werden diese Leuchtflecke durch die schraffiert gezeichneten Matrixstreifen
2r, 2g, 2b begrenzt. Die von den Matrixstreifen abgedeckten Teile der
"Leuchtflecke" sind schraffiert dargestellt. In Figur 2 ist als Beispiel angenommen,
daß der Streifen 2r breiter sei als die beiden gleichbreiten Streifen 2g und 2b. Dann
wird von den roten und grünen Leuchtflecken, wie ersichtlich, mehr abgeschnitten als
vom blauen Leuchtfleck. Wenn das Strahlstromverhältnis auf Weiß eingestellt ist, so
erscheint an dieser Stelle ein bläuliches Weiß. Kleine Streifenbreitanterschiede treten
aufgrund vielfältiger Schwierigkeiten bei der Matrixherstellung immer auf. Daher sind
Farbtonänderungen über den Schirm unvermeidlich.
[0012] Beim erfindungsgemäßen Matrixschirm haben Schwankungen der Matrixstreifenbreite keinen
Einfluß auf den Farbton, wie mit Hilfe der Figur 3 erläutert wird. Hier werden durch
einen breiteren, kreuzschraffiert gezeichneten Matrixstreifen, wie in Figur 3 durch
den unteren, alle drei zu einem Tripel gehörenden Leuchtflecke gleich beschnitten.
Dadurch können keine Farbtonunterschiede auftreten.
[0013] Wie aus Figur 3 weiterhin ersichtlich ist, sollten die Matrixstreifen nicht breiter
sein als die oben beschriebene Lücke V, da sonst durch die unnötige Beschneidung der
Leuchtflecke Helligkeit verloren ginge. Weiterhin wird aus Figur 1 deutlich, daß die
Matrixstreifen nicht länger sein dürfen als die oben beschriebene Breite 11. Andernfalls
könnten außen in den Tripeln liegende Leuchtflecke beschnitten werden, während der
mittlere Leuchtfleck immer unbeeinflußt bliebe. Dies würde zu Farbton verschiebungen
führen.
[0014] Das Aufbringen der Matrixstreifen erfolgt durch ein Belichtungsverfahren. Dabei kann
durch die Maske hindurch so belichtet werden, daß an den Stellen, an denen Matrixstreifen
erwünscht sind, Schatten auftreten und die gesamte andere Fläche belichtet ist. Dazu
dient eine Vorrichtung gemäß Figur 4.
[0015] Ein Frontglas 3 mit Schattenmaske 4 ist auf eine Unterlage 5 aufgelegt, welche die
Lage des Frontglases in Bezug auf die UV-Lichtquelle 6 und die Linse 7 genau definiert.
Die längliche Lichtquelle steht senkrecht zur Ausdehnung der Maskenschlitze, parallel
zur Frontglasebene. Um mit dieser Anordnung die erfindungsgemäßen Matrixstreifen zu
erhalten, muß die Länge der Lichtquelle in etwa dem doppelten gegenseitigen Abstand
der Elektronenstrahlen bei deren Austritt aus dem Elektronenkanonensystem entsprechen.
Dieser Abstand liegt bei üblichen Röhren etwa zwischen 5,5 und 6,6 mm.
[0016] Die angegebene Länge ist aus dem folgenden Grund sehr zweckmäßig: Die Leuchtflecken
1 der Figur 1 werden durch Elektronenstrahlen erzeugt, welche aus den drei Elektronenkanonen
des Elektronenkanonensystemsaustreten und durch dasselbe Maskenloch auf das Frontglas
fallen. Wenn im Lichthaus nach Figur 4 an Stelle der drei Elektronenkanonen drei Lichtquellen
im gegenseitigen Abstand der Elektronenkanonen eingesetzt wären, so würden auf dem
Frontglas drei den Leuchtflecken 1 entsprechende Lichtflecke erzeugt. Nun muß aber
in horizontaler Richtung die gesamte Fläche zwischen den drei Lichtflecken ausgeleuchtet
werden. Dies wird durch die oben beschriebene Anordnung der Lichtquelle erzielt.
[0017] Für das Aufbringen der Matrixstreifen werden zwei Ausführungsbeispiele angegeben.
Es wird vom vorigen ausgegangen, daß nämlich beim Belichten durch die Maske Schatten
an den Stellen erzeugt werden, an denen die Matrixstreifen aufgebracht werden sollen.
Belichtungsverfahren 1
[0018] Eine Suspension eines dunklen Pigments, z.B. Graphit, Ruß, Si C, Si B, Mn0
2, Fe
3 0
4 und eines wasserunlöslichen organischen Harzes z.B. Polyäthylacrylat, Polyvinylacetat
oder Copolymeren solcher Substanzen in einer wässrigen Lösung von mit Ammoniumdichromat
(ADC) aktiviertem Polyvinylalkohol (PVA) wird auf der Schirmwanne verteilt und getrocknet.
Dann wird mit der beschriebenen Vorrichtung belichtet. Dabei quellen die belichteten
Stellen, worauf sie mit Wasser ausgewaschen werden. Die unbelichteten Stellen bleiben
bei der Wasserbehandlung stehen und bilden die gewünschten schwarzen Matrixstreifen.
Belichtungsverfahren 2
[0019] Eine wässrige Lösung von Gelatine oder PVA, mit ADC aktiviert, wird auf der Schirmwanne
verteilt, getrocknet und mit der beschriebenen Vorrichtung belichtet. An den unbelichteten
Stellen wird das PVA mit Wasser ausgewaschen. Wenn lange belichtet wird, sind die
unbelichteten Streifen sehr schmal. Dann wird eine wässrige Suspension von kolloidalem
Graphit aufgebracht, welche auf den freien Stellen des Glases gut haftet. Abschließend
wird das noch vorhandene PVA zusammen mit dem darauf befindlichen Graphit mit Wasserstoffperoxid
abgelöst. Diese Methode wird man vor allem anwenden, wenn besonders schmale Matrixstreifen
erwünscht sind.
1) Farbbildröhre mit drei in einer horizontalen Ebene liegenden Elektronenkanonen,
mit einer Schattenmaske mit länglichen Schlitzen in vertikaler Richtung, mit einem
auf einem Frontglas angebrachten Leuchtschirm mit vertikalen Leuchtstoffstreifen,
auf denen die von den drei Elektronenkanonen ausgehenden und durch ein und denselben
Maskenschlitz tretenden Elektronenstrahlen drei ein Tripel bildende Leuchtflecke in
drei Grundfarben erzeugen, und mit sogenannter Schwarzmatrix in Form von geschwärzten
Gebieten auf dem Frontglas,
dadurch gekennzeichnet, daß die geschwärzten Gebiete kurze, horizontal verlaufende
Streifen (2) sind.
2) Farbbildröhre nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Breite der Streifen (2) im wesentlichen der vertikalen
Lücke (V) zwischen zwei Tripeln, und ihre Länge maximal dem horizcntalen Tripelabstand
(H) entspricht.
3) Verfahren zur Herstellung einer Farbbildröhre gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Frontglas (3) eine lichtempfindliche geschwärzte
Suspension verteilt und getrocknet wird und diese durch die Schattenmaske (4) belichtet
wird, daß danach die belichteten Stellen mit Wasser ausgewaschen werden, wobei an
unbelichteten Stellen die Schwärze haften bleibt.
4) Verfahren zur Herstellung einer Farbbildröhre gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Frontglas (3) eine lichtempfindliche Substanz
verteilt und durch die Schattenmaske (4) belichtet wird, daß darauf unbelichtete Stellen
mit Wasser ausgewaschen werden, wobei die lichtempfindliche Substanz an den belichteten
Stellen haften bleibt, daß dann eine Schwärze aufgebracht wird, die an den ausgewaschenen
Stellen direkt auf dem Frontglas haften bleibt und an den anderen Stellen auf der
belichteten lichtempfindlichen Substanz liegt, und daß anschließend diese Substanz
mit der darauf haftenden Schwärze ausgewaschen wird.
5) Verfahren nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Belichtung durch eine längliche, senkrecht zu den
Maskenschlitzen und parallel zum Frontglas angeordnete Lichtquelle (6) erfolgt.