[0001] Die Erfindung betrifft ein Vorschaltgerät für aus dem Wechselstromnetz gespeiste
Gasentladungslampen, insbesondere Leuchtstofflampen, mit einer Gleichrichter-Vervielfacher-Schaltung
und einem Umpolschalter, wobei der Umpolschalter lastlos betätigt wird.
[0002] Ein derartiges Vorschaltgerät ist aus der CH-PS 465 058 bekannt. Darin wird ein Kippwendeschalter
verwendet, der mechanisch mittels einer Kippfeder betätigt wird. Die Betätigung des
Kippwendeschalters erfolgt nach Öffnung des Netzschalters. Die Umpoler-Erregerwicklung
des Kippwendeschalters wird vom Lampengleichstrom durchflossen. Der Kontaktapparat
wird dabei jedoch nicht bewegt, sondern es wird dabei durch eine Relaisankerbewegung
nur die Feder gespannt. Erst beim netzseitigen Abschalten des Lichtstromkreises wird
der Lampenstrom allmählich, nach der Entladung der Kapazitäten der Gleichrichter-Vervielfacher-Schaltung
auf Null absinken und erst dann legt die Umpoler-Feder den Kontaktapparat des Wendeschalters
praktisch lastlos um. Dennoch erfolgt die Umschaltung nicht vollständig lastlos, wodurch
sich Kontaktschmor-ungen einstellen. Ferner ist für jeden Lampenstrang eine angepasste
Erregerwicklung des Umpolers nötig.
[0003] Bei einer anderen bekannten Vorrichtung zur Speisung von Gasentladungslampen (DL-PS
92 763) sind alle Schaltelemente in einem durch eine Drosselspule gebildeten Metallgehäuse
angeordnet, wobei ein Rückschlußteil vorgesehen ist. Beim Einschalten der Vorrichtung
ist der Rückschlußteil angezogen, so daß die Ankerbewegung dazu benutzt werden kann,
eine Umschaltvorrichtung beim Einschalten oder beim Ausschalten der Gasentladungslampe
zu betätigen, um auf diese Weise einer Kataphoreseerscheinung vorzubeugen.
[0004] Schließlich wurde bei einer weiteren bekannten Vorrichtung zur Speisung von Gasentladungslampen
(DE-OS 2 116 812) als Umschaltvorrichtung ein Druckknopf-Umschalter vorgesehen, der
mit Hilfe eines Elektromagneten betätigt wird.
[0005] Der Betrieb von Gasentladungslampen an Wechselstromnetzen über Gleichrichter-Vervielfacher-Schaltungen
bringt gegenüber direktem Wechselstrombetrieb große Vorteile, nämlich Energieeinsparung
bis zu 30 % durch Vermeidung von Rekombinationsverlusten in der Gasentladungsstrecke
bei jeder Halbwelle des 50-Hz-Wechselstrombetriebes, sowie geringerer Verluste der
Bauelemente der Gleichrichter-Vervielfacher-Schaltung gegenüber den Kupfer- und Eisenverlusten
der bekannten Vorschaltgeräte. Die Gleichrichter-Speisung ermöglicht ein flickerfreies
Brennen von Lechtstoff-lampen, ohne Stroboskopeffekt. Eine derartige Gleichrichter-Vervielfacher-Schaltung
ist aus der DE-PS 1 639 108 bekannt und ermöglicht einen Direktstart.
[0006] Bei langen Entladungslampen über ca. 60 cm Länge tritt jedoch eine Quecksilberdampfwanderung
(Kataphorese) auf, die zu einer Verarmung des Quecksilberanteils im Anodenbereich
führen kann, wodurch die Lichtausbeute sinkt. Es wurde bereits vorgeschlagen, die
Kataphorese durch Quecksilberdampfausgleich zu verhindern.
[0007] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Vorschaltgerät, bei dem die Kataphorese
durch Umpolen bei jedem Einschalten der Leuchtstofflampen verhindert wird.
[0008] Die Kontaktbetätigung muß dabei belastungsfrei erfolgen, damit die Kontaktlebensdauer,
die bei Gleichstrombetrieb kritisch ist, der Lebendauer der Leuchtstofflampen in der
Größenordnung von 20- bis 30.000 Stunden entspricht.
[0009] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Vorschaltgerät der eingangs erläuterten
Art dahingehend auszubilden, daß die Umpolung lastfrei erfolgt, ohne mechanische Mittel,
wie Wendefeder, Magneten od. dergl..
[0010] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung im wesentlichen dadurch gelöst, daß die Gleichrichter-Vervielfacher-Schaltung
nach Betätigung eines Netzschalters gegenüber dem Umpolschaltvorgang mittels einer
Relaisspule mit einem Arbeitskontakt und einem dazu parallel geschalteten Kondensator
verzögert eingeschaltet wird.
[0011] Der Umpoler-Kontaktapparat, zum Beispiel mit einer Relaisspule für 220 V Wechselspannung
zieht innerhalb einer Halbperiode, d. h. innerhalb von etwa 10 msek. bei 50 Hz Wechselspannung
an. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung wird die Gleichrichter-Vervielfacher-Schaltung
später als nach 10 msek. an die Netzspannung gelegt, beispielsweise frühestens nach
50 msek, d. h. 2,5 Wechselspannungsperioden, zweckmäßig jedoch nicht größer als 100
msek.
[0012] Besonders zweckmäßig ist es, wenn als Umpolschalter ein doppelpoliger elektromagnetischer
Stromstoßwechselschalter dient.
[0013] Ein besonders vorteilhafter Effekt ergibt sich dann, wenn das erfindungsgemäße Vorschaltgerät
in Verbindung mit Leuchtstoffröhren mit Sinterelektroden verwendet werden.
[0014] In vorteilhafter Weise wird die Relaiswicklung des Verzögerungsschalters über eine
Hilfsgleichrichterquelle gespeist, die direkt an Netzspannung liegt.
[0015] Zur Strombegrenzung ist in vorteilhafter Weise in einer Zuleitung zur Hilfsgleichrichterquelle
ein Kondensator vorgesehen.
[0016] Weitere Einzelheiten, Vorteile sowie die Wirk-ungsweise werden anhand der Zeichnung
näher erläutert, die schematisch ein Ausführungsbeispiel darstellt.
[0017] Das Vorschaltgerät gemäß der Erfindung ist an ein Wechselspannungsnetz, mit Netzspannungsleitungen
11 und 12 angeschaltet. Ein Hauptnetzschalter 1 dient zum Anschalten des Geräts an
die Netzwechselspannung. An die Leitungen 11 und 12 angeschlossen ist eine Gleichrichter-Spannungs-Vervielfacherschaltung
2, die über ein Kontaktsystem 4 eines Umpolschalters mit Elektroden, beispielsweise
Sinterelektroden 14,einer Gasentladungslampe 10, beispielsweise Leuchtstofflampe,
verbunden ist.
[0018] Zum Umpolen des Kontaktsystems 4 mit den Umschaltkontakten 13 dient eine Relaisspule
3. Bei jedem Stromstoß, der durch Betätigung des Hauptnetzschalters 1 ausgelöst wird
bewirkt die Relaisspule 3 ein Umschalten der Umschaltkontakte 13 des Kontaktsystems
4 des Umpolschalters.
[0019] In einer Versorgungsleitung des Gleichrichter-Spannungs-Vervielfacher-Gerätes 2 ist
ein Arbeitskontakt 6 eines Relais mit der Erregerspule 5 angeordnet. Die Erregerspule
5 wird dabei über eine Gleichrichter-Brückenschaltung 8 gespeist. Parallel zur Erregerspule
5 ist ein Kondensator 7 angeordnet.
[0020] Beim Einschalten der Netzspannung mit dem Hauptnetzschalter 1 werden die Umschaltkontakte
13 lastfrei umgeschaltet, da das Gleichrichter-Spannungs-Vervielfacher-Gerät 2 noch
nicht arbeitet, denn der Arbeitskontakt 6 ist noch offen. Durch geeignete Wahl der
Kapazität des Kondensäors 7 kann die Verzögerung der Betätigung des Arbeitskontaktes
6 ca. drei- bis fünfmal größer gewählt werden als die Anzugsdauer des Relais 3, d.
h. ca. 30 bis 50 ms Verzögerungen können erreicht werden.
[0021] Bevor sich die vom Gleichrichter-Spannungs-Vervielfacher-Gerät 2 erzeugte Gleichspannung
aufbaut und die Zündung der Leuchtstofflampe 10 beginnen kann, liegt der Umpolschalter
ineiner gegenüber der vorhergehenden Betriebsperiode vertauschten Polung vor. Beim
Abschalten der Lichtanlage mit dem Netzschalter 1 wird zwar die Erregerspule 3 des
Stromstoß-Umpolers 4 stromlos , der Kontaktapparat 4 verharrt jedoch in seiner Lage.
Das über die Gleichrichter-Brückenschaltung 8 erregte Relais mit der Erregerspule
5 und dem Arbeitskontakt 6 fällt verzögert ab und unterbricht die Stromversorgungsleitung
vom Netz zusätzlich zu der Netzunterbrechung durch den Hauptnetzschalter 1. Beim erneuten
Wiederanschalten des Vorschaltgerätes an das Netz durch Betätigung des Hauptnetzschalters
1 wird zunächst der Stromstoß-Kontakt-Umschalter mit der unverzögert erregten Spule
3 den Kontaktapparat 4 mit den Umschaltkontakten 13 umlegen. Dann erfolgt mit der
wählbaren Verzögerung von mindestens 50 msek. die Anschaltung des Gleichrichter-Spannungs-Vervielfachergerätes
2 an das Netz über dem nunmehr geschlossenen Kontakt 6.
[0022] Bei jeder Schließung des Netzschalters 1 wird somit eine lastlose Umpolung der Leuchtstofflampe
10 bewirkt, bevor sie durch die Gleichrichter-Spannungs-Vervielfacher-Schaltung 2
zum Zünden und Brennen gebracht wird. Damit wir der Kataphorese-Effekt bei der mit
Gleichstrom betriebenen Leuchtstofflampe 10 vermieden.
[0023] Sollte ein Kataphorese-Effekt durch unvorhersehbare ungünstigte Umstände (z. B. während
der Einbrennzeit der Leuchtstofflampe 10, in der Regel innerhalb der ersten 100 Stunden-Brenndauer)
festgestellt werden, 'so genügt ein kurzes Abschalten und Wiedereinschalten des Netzschalters
1 um die Umpolung willkürlich zu erreichen. Dabei sollen größere Verzögerungen als
100 msek nicht vorgesehen werden. In zweckmäßiger Weise ist an der Zuleitung zur Gleichrichter-Brückenschaltung
8 noch ein Strombegrenzungaondensator 9 vorgesehen.
[0024] Bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung betrug die Kapazität des Strombegrenzer-Kondensators
9 0,33 µF, die Kapazität des Kondensators 7 z. B. eines Elektrolyt-Kondensators betrug
10µF, der ohmsche Widerstand der Relaiswicklungen 3 betrug 4.500 Ohm und der Relaiswicklung
5 750 Ohm.
[0025] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. Sie umfaßt auch alle fachmännischen Abwandlungen und Weiterbildungen sowie
Teil- und Unterkombinationen der beschriebenen und/oder dargestellten Merkmale und
Maßnahmen.
1. Vorschaltgerät für aus dem Wechselstronetz (11, 12) gespeiste Gasentladungslampen
(10),insbesondere Leuchtstofflampen, mit einer Gleichrichter-Vervielfacher-Schaltung
(2) und einem Umpolschalter (4), wobei der Umpolschalter (4) lastlos betätigt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Gleichrichter-Vervielfacher-Schaltung (2) nach Betätigung
eines Netzschalters (1) gegenüber dem Umpolschaltvorgang mittels einer Relaisspule
(5) mit einem Arbeitskontakt (6) und einem dazu parallel geschalteten Kondensator
(7) verzögert eingeschaltet wird.
2. Vorschaltgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Umpolschalter (3,
4) ein doppelpoliger, elektromagnetischer (3) Stromstoßwechsels'chalter (13) dient.
3. Vorschaltgerät nach Anspruch 1 oder folgenden, gekennzeichnet durch seine Verwendung
in Verbindung mit Gasentladungslampen (10) mit Sinterelektroden (14).
4. Vorschaltgerät nach Anspruch 1.oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die
Relaiswicklung (5) über eine Hilfsgleichrichterquelle (8) gespeist ist.
5. Vorschaltgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Zuleitung
zur Hilfsgleichrichterquelle (8) ein Strombegrenzungskondensator (9) angeordnet ist.