[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von rußfreien oder rußarmen
Verbrennungsgasen durch Vermischen von Sauerstoff bestimmter Strömungsgeschwindigkeit
mit flüssigem Methanol in bestimmtem Gewichtsverhältnis, Zünden des so hergestllten
Gemisches und unvollständige Verbrennung des Methanols in der gebildeten Flamme in
Gegenwart bestimmter Mengen von Wasserdampf.
[0002] Es ist aus Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, Band 4, Seiten 649 ff, bekannte
daß man Brenngase in Gestalt von Gemischen aus Luft und gasförmigen oder flüssigen
Kohlenwasserstoffen, z.B. Methan, Benzol, Benzine verbrennt und die so erhaltenen
Verbrennungsgase als Heizgase verwendet. Diese Verbrennungsgase enthalten praktisch
immer gewisse Anteile an Ruß; insbesondere bildet sich Ruß bei unvollständiger Verbrennung
der Kohlenwasserstoffe (Ullmanne, loc. cit., Band 14, Seiten 793, 794; Hoffmann, Anorganische
Chemie (Vieweg, Hraunschweig, ló. Auflage), Seite 330). Ruß ist feinverteilter Kohlenstoff,
der noch Anteile an Sauerstoff, Wasserstoff und in geringerem Maße Schwefel, Stickstoff
und Nebenstoffe enthalten kann. Die Abscheidung von Ruß stört den Heizeffekt und es
wird daher ein Luftüberschuß angewendet, damit der Kohlenstoff in den Ausgangskohlenwasserstoffen
möglichst gleichzeitig mit dem Wasserstoff verbrennt (Ullmann, loc. cit., Band 4,
Seite 709). Rußhaltige Verbrennungsgase können je nach Vollständigkeit der Verbrennung
bis 10 Gewichtsprozent Ruß, bezogen auf die Gewichtsmenge des verwendeten Kchlenwasserstoffs,
enthalten. Neben dem verringerten Heizeffekt bringt die Rußabscheidung noch andere
betriebliche Schwierigkeiten mit sich, z.B. erhöhte Reinigungskosten von Anlagen und
Rohrverbindungen, Verstopfung von Ventilen oder Rohrverengungen und somit Betriebsstörungen,
Beeinträchtigung chemischer Umsetzungen durch die Anwesenheit von Ruß oder Verringerung
der Aktivität oder Vergiftung von Katalysatoren.
[0003] DE-PS 22 24 223 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von bei 400 bis 1 300°C
rußfreien oder rußarmen Verbrennungsgasen, wobei man ein Ausgangsgemisch von Methanol
und Sauerstoff in einem Verhältnis von 1 bis 10 Gewichtsprozent Sauerstoff, bezogen
auf Methanol, und einer Strömungsgeschwindigkeit von 50 bis 500 Meter pro Sekunde
mit Sauerstoff mit einer Strömungsgeschwindigkeit von 1 bis 20 Meter pro Sekunde in
einem Verhältnis von 10 bis 80 Gewichtsprozent zusätzlichen Sauerstoffs, bezogen auf
das Ausgangsgemisch, vermischt, das so hergestellte Endgemisch zündet und in der gebildeten
Flamme 85 bis 99 Gewichtsprozent der Gesamtmenge-Methanol verbrennt. Die Verbrennung
wird in einem Brennofen durchgeführte der die Zuleitungen des Ausgangsgemisches und
des zusätzlichen Sauerstoffes sowie entsprechende Zündungseinrichtungen und die Ableitung
der Verbrennungsgase enthält.
[0004] Es wurde nun gefunden, daß man bei 200 bis 1 600°C rußfreie oder rußarme Verbrennungsgase
durch Zünden eines Gemisches von Sauerstoff und Methanol und Verbrennen von 85 bis
99 Gewichtsprozent der Gesamtmenge Methanol in der gebildeten Flamme vorteilhaft erhält,
wenn man Methanol in flüssiger Form mit Sauerstoff von einer Strömungsgeschwindigkeit
von 1 bis 100 Metern pro Sekunde im Verhältnis von 50 bis 150 Gewichtsprozent Sauerstoff,
bezogen auf Methanol, mischt, das Gemisch in einer perforierten Brennkammer zündet,
verbrennt und mit durch die Perforationen der Brennkammer in einem Verhältnis von
10 bis 3 000 Gewichtsprozent Wasser, bezogen auf Methanol eintretendem Wasserdampf
mischt.
[0005] Im Hinblick auf den Stand der Technik liefert das Verfah_ren' nach der Erfindung
auf einfachem und wirtschaftlichem Wege rußfreie oder rußarme Verbrennungsgase, im
allgemeinen ohne nachweisbaren Rußgehalt. Die Verbrennungsgase können als Heizgase
auch in allen den Fällen, in denen Rußablagerung stören würde, vorteilhaft verwendet
werden, z.B. zum Erhitzen von oxidischen Katalysatoren, wie Oxiden des Eisens, Molybdäns,
Kobalts, Nickels, Wolframs, Aluminiums, Titans, Phosphors und Chroms. Vorteilhaft
können sie zur Erwärmung von Katalysatoren bei katalytischen Syntheseverfahren, beispielsweise
von Silberkatalysatoren, die die Umsetzung von Methanol mit Sauerstoff zu Formaldehyd
katalysieren, Anwendung finden. Insbesondere sind solche Heizgase auch in Industrien
oder Gegenden interessant, wo andere Ausgangsstoffe für die Herstellung von Verbrennungsgasen.,
wie Benzol oder Benzin, oder Stickstoff als Heizgas nicht in ausreichender Menge vorhanden
oder unwirtschaftlich sind. Stickstoff als Heizgas muß außerdem für manche Synthesen,
z.B. die vorgenannte Formaldehydherstellung, besonders gereinigt werden. Luft als
Heizgas kommt nicht für Synthesen in Betracht, bei denen Luftanteile bei der späteren
Umsetzung explosive Gemische bilden könnten, z.B. bei Umsetzungen mit Alkanolen. Leuchtgas
und Stadtgas ergeben Heizgase, die neben Ruß insbesondere noch Schwefel enthalten
und so z.B. zahlreiche Katalysatoren beeinträchtigen oder vergiften bzw. eine Korrosion
der Anlagen fördern. Indirekte Beheizung andererseits ist gerade in großtechnischem
Maßstab unwirtschaftlich und es kann auf diese Weise keine gleichmäßige Erwärmung
auf höhere Katalysatortemperaturen erzielt werden. Bei der elektrischen Beheizung
werden häufig örtliche Erhitzungen in der Mitte des Katalysatorbettes und Rußbildung
beobachtet. In allen diesen Fällen liefert das Verfahren nach der Erfindung auf einfachem
Wege ein wirtschaftlich vorteilhaftes und betriebssicheres Heizgas. Im Falle der Formaldehydherstellung
wird der Katalysator rasch und gleichmäßig . auf die gewünschte Temperatur gebracht
und die übliche Aufheizzeit verringert.
[0006] Im Vergleich zu dem in der deutschen Patentschrift 22 24 223 beschriebenen Verfahren
ist das Verfahren nach der Erfindung einfacher und wirtschaftlicher; Vermischungs-,
Regel-und Kontrolleinrichtungen werden eingespart, da nach dem bekannten Verfahren
zuerst ein Ausgangsgemisch von Methanol und Sauerstoff hergestellt werden muß, das
dann erst mit zusätzlichem Sauerstoff vermischt wird. Das Verfahren nach der Erfindung
verwendet vergleichsweise nur einen Brenner, während das bekannte Verfahren zwei Brenner,
nämlich einen Hauptbrenner und einen Nebenbrenner für die Zündung, benötigt. Aus diesem
Grunde wird vergleichsweise bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine einfachere und
betriebssicherere Zündung sowie Verbrennung des Ausgangsgemischs erzielt. Trotz der
einfacheren Zündung und Verbrennung werden geringere Mengen an Luft zur Verbrennung
des Methanols verwendet; man erhält überraschend ein praktisch sauerstofffreies, rußfreies
Verbrennungsgas ohne Nebenprodukte. Die erfindungsgemäße Brennkammer wird mit Hilfe
des zur Vermischung mit den Verbrennungsgasen einströmenden Dampfes gekühlt; örtliche
Überhitzungen, die zur Zerstörung des Brenners führen können, werden vermieden. Da
die Temperatur der Brennkammerwand somit vergleichsweise niedriger liegt, ist der
Brennkammermantel in der Konstruktion billiger und einfacher. Alle diese vorteilhaften
Ergebnisse des erfindungsgemäßen Verfahrens sind im Hinblick auf den Stand der Technik
überraschend. Man hätte erwartet, daß die gekühlten Wände der Brennkammer bei der
unvollständigen Verbrennung von Methanol mit Luft das Verbrennungsgemisch abschrecken
und Rußbildung eintritt. Die Temperatur des Heizgases kann innerhalb eines großen
Bereiches durch Zuführung von Wasserdampf beliebig eingestellt werden. Bei Erzeugung
gleicher stündlicher Heizgasmengen ist die erfin-J t dungsgemäße Brennkammer kleiner
und leichter als die bekannten Brennkammern. Deshalb kann sie, gegebenenfalls unter
Verwendung von Gasverteilern, bei vielen Synthesen, insbesondere der Formaldehydsynthese,
direkt am bzw, oberhalb des Reaktors angeordnet werden. Vor der Katalysatorschicht
ist so ein wesentlich kleineres Volumen mit Heizgas zu füllen. Die Wärmeverluste werden
kleiner und die Aufheizung des Katalysators ist energetisch günstiger als bei den
bekannten Verfahren. Andererseits sind auch die Räume, die sich im Falle einer Störung,
z.B. des plötzlichen Ausfalls der Methanolzufuhr, mit explosiblem Gemisch füllen können,
nur sehr klein. Die erfindungsgemäße Verfahrensweise ist betriebssicherer, zumal der
zugeführte Dampf außerdem den Explosionsbereich von Methanol mit Luft verringert.
[0007] Anstelle von Sauerstoff werden vorteilhaft auch sauerstoffhaltige Gemische, zweckmäßig
Luft, verwendet. Als Vermischungseinrichtungen kommen Mischer und vorteilhaft Düsen
in Betracht, z.B. Injektormischer, Mischkammern oder Mischstrecken mit Injektoren,
Strahlmischer, Drallkammerdüsen, Exzenterdüsen, Bündeldüsen, Zentrifugaldruckdüsen,
Schlitzdüsen, Flachstrahldüsen, Hohldüsen, Spiraldüsen. Zweckmäßig führt man die Komponenten
Methanol und Sauerstoff bzw. Luft, die das Ausgangsgemisch bilden, getrennt über entsprechende
Düsen in die Brennkammer. Vorteilhaft gibt man kurz vor oder am Eingang der Brennkammer
über eine Düse (Eingangsmischdüse) das Methanol in die zugeführte Luft. Man führt
Methanol in flüssiger Form zu; mittels der Eingangsmischdüse bildet sich vorteilhaft
eine feine, tröpfchenförmige Verteilung des flüssigen Methanols im Sauerstoff bzw.
in der zugeführten Luft.
[0008] Das Ausgangsgemisch hat ein Verhältnis von 50 bis 150, insbesondere von 100 bis 140
Gewichtsprozent Sauerstoff, bezogen auf Methanol, und in der Regel eine Strömungsge-
schwindigkeit von 1 bis 100, insbesondere von 8 bis 45 Meter pro Sekunde. Für das
fertige Gemisch kommen zweckmäßig Drücke von 1 bis 6, insbesondere von 1,1 bis 2,5
bar in Betracht. Die Strömungsgeschwindigkeit des Sauerstoffs, vorteilhaft der Luft,
beträgt 1 bis 100, insbesondere von 8 bis 45 Metern pro Sekunde. Bei getrennter Zufuhr
werden die Komponenten unter einem solchen Druck zugeführt, z.B. bei dem Sauerstoff
bzw. Luft zweckmäßig von 1 bis 6, insbesondere von 1,01 bis 2,5 bar, daß sich vorgenannte
Gewichtsverhältnisse und Strömungsgeschwindigkeiten des Ausgangsgemisches am Brennereingang
einstellen. Im allgemeinen führt man die Komponenten bei Raumtemperatur zu. Für das
Verfahren geeignete Ausgangsstoffe sind reines Methanol und technisches Methanol.
Auch Rohmethanol, das gegebenenfalls nach den in DE-AS 12 77 834 und DP 12 35 881
beschriebenen Verfahren durch Behandlung mit Oxidationsmitteln und/oder Alkalien gereinigt
werden kann, kann verwendet werden.
[0009] Die Eingangsmischdüse bzw. die Zuführung des Methanols in den Sauerstoff-(Luft)-strom
liegt zweckmäßig innerhalb eines Bereiches von 2 Zentimetern vom Eingang der Brennerkammer
entfernt.
[0010] Nach der Vermischung von Methanol mit dem Sauerstoff wird das so gebildete Gemisch
in bekannter Weise, z.B. durch elektrischen Funken von 5 000 bis 20 000 Volt, gezündet.
Die Entzündungstemperatur des Endgemisches liegt zwischen 400 und 500
oC. Nach der Entzündung bildet sich eine rußarme bzw. rußfreie Flamme und im allgemeinen
eine Verbrennungstemperatur von 600 bis 1 600°C, vorzugsweise von 650 bis 1 500°C
(gemessen am Ende des Flammenkegels). Die Verbrennungswärme beträgt zweckmäßig 1 400
bis 3 200 kJ/Nm
3. Vorteilhaft stellt man durch entsprechende Regelung des Sauerstoffs den Flammkegel
so ein, daß der Abstand (Kegelhöhe) von der Kegelspitze am Eingang der Brennerkammer
bis zum Ende des Kegels 10 bis 230 Zentimeter beträgt. Der Durchmesser der Kegelbasis
bzw. der Maximaldurchmesser des Flammkegels beträgt vorteilhaft 10 bis 60 Zentimeter.
Je mehr zusätzlicher Sauerstoff zugeführt wird, desto kleiner ist diese Kegelhöhe
und desto heißer ist die Flamme; bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 15 m/sec und
140 Gewichtsprozent Sauerstoff, bezogen auf das Ausgangsgemisch, beträgt die Temperatur
am Ende des Flammkegels 1 600°C, bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 5 m/sec und
80 Gewichtsprozent Sauerstoff 600°C. Vorteilhaft betragen die Länge der Brennkammer
das 1,2- bis 2-fache der Flammenkegelhöhe und der Durchmesser bzw. bei rechteckiger
Brennkammer eine Breitseite der Brennkammer das 1,5- bis 2-fache des Flammkegeldurchmessers.
Die Verbrennung wird in der Regel kontinuierlich durchgeführt. Im Verbrennungsraum
stellt man zweckmäßig einen Gesamtdruck von 1 bis 6 bar, vorzugsweise von 1,01 bis
2,5 bar ein. In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens werden 1 bis 30 Gramm
Methanol je Sekunde bei vorgenannten, bevorzugten Bedingungen der Verbrennung und
Flammkegelgestaltung verbrannt.
[0011] Das durch die Zündung und Verbrennung erhaltene Gasgemisch enthält in der Regel 0,01
bis 0,3 Gewichtsprozent Formaldehyd, 0,01 bis 1 Gewichtsprozent Methanol, 10 bis 16
Gewichtsprozent Wasser (ohne gegebenenfalls im Ausgangsgemisch enthaltenes Wasser),
8 bis 19 Gewichtsprozent Kohlendioxid, 0 bis 5 Gewichtsprozent Kohlenmonoxid und 58,7
bis 66 Gewichtsprozent Stickstoff. Verwendet man, wie es gerade großtechnisch interessant
ist, Luft als Oxidationsmittel, bzw. Rohmethanol als Ausgangsstoff, so sind in dem
Gasgemisch noch die entsprechenden Anteile an Edelgasen, wie Argon, bzw. Verunreinigungen,
wie z.B. Dimethyläther, Ammoniak, Monomethylamin, enthalten. J
[0012] 1 Die Brennkammer enthält am Kopf die Zündeinrichtung und ist zweckmäßig rechteckig
oder vorteilhafter rohrförmig. Die Wände (Rohrwand) sind entlang der gesamten Wandlänge
unterhalb der Zündeinrichtung bzw. vorteilhafter erst ab 6 Zentimeter unterhalb der
Zündeinrichtung perforiert. Bevorzugt sind von 2 bis 10 000, insbesondere von 5 bis
1 000 Perforationen, Durchmesser der Perforationen von 2 bis 20 Millimeter, Wandlänge
der Brennkammer von 0,2 bis 4,6, insbesondere 0,6 bis 1,5 Meter, Brennkammerdurchmesser
bzw. Wandseiten der rechteckigen, gleichseitigen Brennkammer 0,1 bis 1,5, insbesondere
0,2 bis 0,8 Meter. Das Gasgemisch wird sofort nach dem Austritt aus der Flamme mit
Wasserdampf, der durch die Perforationen mit zweckmäßig einer Strömungsgeschwindigkeit
von 5 bis 50, insbesondere von 10 bis 25 Meter pro Sekunde eintritt, gemischt. Bevorzugt
ist ein Mischungsverhältnis von 100 bis 3 000, insbesondere 1 000 bis 2 000 Gewichtsprozent
Wasser, bezogen auf Methanol. Die Perforationen können beliebig auf den Brennkammerwänden
(Rohrwand) verteilt sein, zweckmäßig in gleichmäßiger Verteilung oder ringförmig.
Das Endgemisch von Gas und Wasserdampf sind die Verbrennungsgase; sie treten zweckmäßig
am der Zündung gegenüberliegenden Ende der Brennkammer drucklos oder unter Druck,
zweckmäßig 1,1 bis 2,5 bar, aus, zweckmäßig mit einer Strömungsgeschwindigkeit von
3 bis 20, insbesondere von 5 bis 10 Metern pro Sekunde, und können ohne weitere Verfahrensschritte
als Heizgas verwendet werden.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Brennkammer vor einen Reaktor eingebaut
oder insbesondere auf einen senkrechten Reaktor aufgesetzt. Vorteilhaft werden die
erfindungsgemäßen. Verbrennungsgase zur Erwärmung von Silberkatalysatoren, die die
Umsetzung von Methanol mit Sauerstoff zu Formaldehyd katalysieren, verwendet. Eine
Vergiftung des Silberkatalysators tritt nicht ein. Man kann mit den Verbrennungsgasen
den Katalysator auf die R
eakti- ' onstemperatur, z.B. 500 bis 800°C, oder auf eine tiefere Temperatur, z.B.
von 300 bis 5000C; erwärmen und dann die Oxidation von Methanol zu Formaldehyd anschließen.
Auch kann man den Katalysator mit den Verbrennungsgasen auf z.B. die vorgenannte tiefere
Katalysatortemperatur erwärmen und dann die Oxidation des Methanols durchführen, wobei
die Temperatur, die gegebenenfalls durch geeignete Zusammensetzung und/oder Strömungsgeschwindigkeit
des Ausgangsgemisches der Reaktion gesteuert wird, dann auf die z.B. vorgenannte höhere
Reaktionstemperatur ansteigt. Ebenfalls kann man gleichzeitig den Katalysator erwärmen
und die Reaktion durchführen, indem man ein Gemisch der Verbrennungsgase zusammen
mit dem Ausgangsgemisch der Formaldehydsynthese, z.B. Methanol, Sauerstoff bzw. Luft
und zweckmäßig Wasserdampf, über bzw. durch den Katalysator leitet; auf diese Weise
erwärmen die Verbrennungsgase und die Reaktionswärme der Methanoloxidation den Silberkatalysator.
Auch diese Arbeitsweise kann in einer Stufe bis zur Reaktionstemperatur oder in zwei
Stufen, bei tieferer Anfangstemperatur und dann bei der Reaktionstemperatur, durchgeführt
werden. Die Strömungsgeschwindigkeit beträgt bei der Erwärmung des Katalysators vorteilhaft
50 bis 1 000 Kilogramm Verbrennungsgase je Quadratmeter Katalysatorbettquerschnitt
und Stunde; werden sie mit dem Ausgangsgemisch der Reaktion gemischt, wählt man zweckmäßig
ein Verhältnis von 0,1 bis 0,5 Gewichtsteilen Sauerstoff im Ausgangsgemisch der Methanoloxidation
zu einem Gewichtsteil Verbrennungsgas. Vorteilhaft verwendet man vor der Katalysatorschicht,
zweckmäßig in der Reaktorhaube des senkrechten, die Katalysatorschicht tragenden Reaktors,
einen Gasverteiler, der die Verbrennungsgase und/oder das Ausgangsgemisch der Formaldehydsynthese
gleichmäßig über die Oberfläche der Katalysatorschicht verteilt.
[0014] Dank des Gasverteilers im oberen Teil der Reaktorhaube wird der Silberkatalysator
gleichmäßig über den Katalysatorquerschnitt hinweg erwärmt. Die bekannten Schädigungen
des Kontaktes, insbesondere beim Erwärmen, z.B. Ausbildung inaktiver Bereiche, Rußbildung,
Sinterungen durch Überhitzung und Beeinträchtigung der Aktivität des Katalysators
werden vermieden. Durch die Kombination der erfindungsgemäßen Brennkammer mit einem
Gasverteiler wird die Ausbeute an Formaldehyd höher als bei den bekannten Verfahren
der Katalysatoraufheizung. Es ist überraschend, daß die Verbrennungsgase so auch zu
Beginn der Aufheizperiode keine negativen Auswirkungen auf die Katalysatoraktivität
infolge Kondensation des Dampfes ausüben. Als Gasverteiler verwendet man zweckmäßig
Rohrstücke, die im Innern ein engeres Rohrstück (Innenmantel) enthalten; auf diese
Weise besteht der Innenraum des Rohrstückes (Innenraum des Außenmantels) aus 2 Teilen,
dem Innenraum des Innenmantels (Rohrkern) und dem Innenraum (Ringkranz), der von der
äußeren Wand des Innenmantels und der inneren Wand des Außenmantels umschlossen wird.
Zweckmäßig sind ein hohler Rohrkern und ein Ringkranz, der mit Prallwänden versehen
ist. Die Berührungslinien der Prallwände mit der äußeren Wand des Innenmantels und
der inneren Wand des Außenmantels bilden zweckmäßig paralleie Kurven oder meist Gerade
mit Winkeln zwischen Berührungslinie und Strömungsrichtung der eintretenden Verbrennungsgase.
Vorteilhaft betragen der Wandwinkel 10 bis 60°, die Zahl der Prallwände 4 bis 100
im Ringkranz, der Durchmesser (lichte Weite) des Rohrkerns 0,5 bis 1 000 Zentimeter,
die lichte Weite des Ringkranzes (= Abstand zwischen Außer-mantel und Innenmantel)
1 bis 200 Zentimeter. Auf diese Weise enthalten die äußeren Bereiche des Gasstromes
einen Drall, dessen Turbulenz die gleichmäßige Verteilung der Verbrennungsgase über
die gesamte Oberfläche der Katalysatorschicht bewirkt. Die Prallwände werden zweckmäßig
ähnlich der Schau! feln von Axialturbinen angeordnet.
[0015] Die Oxidation kann man in der bevorzugten Kombination des erfindungsgemäßen Verfahrens
mit der Methanoloxidation am Silberkatalysator nach den bekannten Verfahren, z.B.
den in Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, Band 7, Seiten 659 ff beschriebenen
Verfahren zur Herstellung von Formaldehyd, durchführen. Für die Oxidation geeignete
Ausgangsstoffe sind reines Methanol, technisches Methanol oder vorteilhaft deren Mischungen
mit Wasser; die Konzentration der wäßrigen Gemische kann zweckmäßig zwischen 60 und
95 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen 70 und 90 Gewichtsprozent Methanol schwanken.
Auch Rohmethanol, das gegebenenfalls nach den in DE-AS 12 77 834 und DP 12 35 881
beschriebenen Verfahren durch Behandlung mit Oxidationsmitteln und/oder Alkalien gereinigt
werden kann, kann verwendet werden. In der Regel wird das Methanol in Dampfform und
gegebenenfalls im Gemisch mit Inertgas dem Reaktionsraum zugeführt. Als Inertgas kommt
für die Oxidation beispielsweise Stickstoff in Betracht. Als oxidierendes Agens lassen
sich sowohl der reine Sauerstoff als auch freien Sauerstoff enthaltende Gase, insbesondere
Luft, verwenden. Sauerstoff und Methanol werden zweckmäßig im Molverhältnis von 0,15
bis 0,6, insbesondere von 0,15 bis 0,5 Mol Sauerstoff je Mol Methanol bzw. Methanol
und Luft zweckmäßig im Molverhältnis von 1 Mol Methanol zu 1,4 bis 2,9 Mol Luft angewandt.
Vorzugsweise beträgt das Gesamtvolumen an Wasserdampf 0,8 bis 1,9 Volumenteile je
Volumenteil Methanoldampf. Als Katalysatoren sind beliebige Silberkatalysatoren geeignet,
z.B. die in der deutschen Auslegeschrift 12 31 229 und Ullmanns Encyklopädie der technischen
Chemie, Band 7, Seiten 659 ff, beschriebenen. Vorzugsweise verwendet man Zweischicht-
oder Mehrschicht-Silberkatalysatoren; z.B. die in der deutschen Auslegeschrift 12
94 360, in der deutschen Offenlegungsschrift 19 03 197 oder in der deutschen Auslegeschrift
23 22 757 aufgeführten Katalysatoren. Bezüglich Herstellung des Katalysators und Durchführung
der entsprechenden Umsetzung mit diesen Katalysatoren wird auf die genannten Veröffentlichungen
verwiesen. Die Oxidation wird im übrigen in bekannter Weise durchgeführt, indem man
z.B. ein Gasgemisch aus Methanoldampf, Wasserdampf, Luft, gegebenenfalls Inertgas
und Abgas, in vorgenannten Mengen bei Temperaturen von etwa 550 bis 750°C, insbesondere
600 bis 700°C, durch den Silberkatalysator leitet. Das Verfahren wird im allgemeinen
bei Drücken zwischen 0,5 und 2 bar, vorzugsweise zwischen 0,8 und 1,8 bar, kontinuierlich
durchgeführt. Es ist dabei zweckmäßig, die die Katalysatorzone verlassenden Reaktionsgase
innerhalb kurzer Zeit, beispielsweise in weniger als 1/10 Sekunden, abzukühlen, z.B.
auf Temperaturen von 350°C. Das abgekühlte Gasgemisch wird dann zweckmäßig einem Absorptionsturm
zugeführt, in welchem der Formaldehyd mit Wasser, vorteilhaft im Gegenstrom, aus dem
Gasgemisch gewaschen wird.
[0016] Die in den folgenden Beispielen aufgeführten Teile bedeuten Gewichtsteile.
Beispiel 1
[0017] Die Zündung und Verbrennung wird in der folgenden Brennkammer (siehe Zeichnung) durchgeführt:
Die Brennkammer(l) enthält einen Außenmantel (2), eine Luftzuführung (3), eine Dampfzuführung
(4), eine Zündeinrichtung (5) und einen teilweise perforierten Innenmantel (6). In
der Luftzuführung liegt die Methanolzuführung über eine Druckzerstäuberdüse (7). Die
Verbrennungsgase treten aus dem Ausgang (8) der Brennkammer aus. Die Höhe zwischen
Kammereingang (9) und Kammerausgang (8) beträgt 70 Zentimeter, der Durchmesser der
rohrförmigen Kammer 50 Zentimeter, der Innenmantel (6) ist ab 40 Zentimeter unterhalb
der Zündung bis 10 Zentimeter oberhalb des Kammerausgangs (8) mit 24 Perforationen
von einem Perforationsdurchmesser von 17 Millimeter perforiert. Die Zündung (5) befindet
sich 0,5 Zentimeter oberhalb des Kammereingangs (9), der Düsenaustritt der Methanolzuführung
(7) 0,7 Zentimeter oberhalb des Kammereingangs (9).
[0018] Stündlich werden 30 Teile flüssiges Methanol (Strömungsgeschwindigkeit 40 Meter pro
Sekunde; Temperatur 20°C) über die Düse (7) in den Luftstrom (Strömungsgeschwindigkeit
15 Meter pro Sekunde; Temperatur 20°C; Druck 1,1 bar) der Luftzuführung (3) eingestäubt
und mit stündlich 200 Teilen Luft gemischt. Das so gebildete Ausgangsgemisch tritt
am Brennkammereingang (9) in die Brennkammer ein (Strömungsgeschwindigkeit 15 Meter
pro Sekunde; Druck 1,1 bar), wird an der Zündung (5) mittels eines elektrischen Funkens
(10 000 Volt) gezündet. Nach Zündung des Endgemisches bildet sich eine Flamme von
50 Zentimeter Kegelhöhe (gemessen ab Brennkammereingang) und einem Kegeldurchmesser
von 40 Zentimetern und einer Verbrennungstemperatur von 1 500°C (gemessen am'Ende
des Flammenkegels). Die Verbrennungswärme beträgt 3 000 kJ/Nm
3. Das Gasgemisch vermischt sich nach der Verbrennung mit stündlich 300 Teilen Wasserdampf
(Strömungsgeschwindigkeit 20 Meter pro Sekunde; Temperatur 120°C), der durch die Perforationen
eintritt. Die Verbrennungsgase in der Kammer (Temperatur 700°C; Druck 1,1 bar) treten
am Kammerausgang (8) aus der Kammer aus und haben dann eine Strömungsgeschwindigkeit
von 6 Meter pro Sekunde, eine Temperatur von 650°C und einen Druck von 1,1 bar. Pro
Stunde werden 530 Teile Verbrennungsgase von 650°C gebildet, die 0,02 Gewichtsprozent
Formaldehyd, 62,6 Gewichtsprozent Wasser, 7,8 Gewichtsprozent Kohlendioxid, 0,5 Gewichtsprozent
Kohlenmonoxid, 28,67 Gewichtsprozent Stickstoff, 0,4 Gewichtsprozent Argon und 0,01
Gewichtsprozent Verunreinigungen enthalten, am Brennkammerausgang (8) abgeleitet und
sofort als Heizgas verwendet. Auch nach 1 000 Betriebsstunden läßt sich kein Ruß in
den Verbrennungsgasen nachweisen. 5
Beispiel 2 (Verwendung)
[0019] Die Brennkammer ist über ein Rohr (10) an die Zuführung(11) eines Methanol/Luft/Wasserdampf-Gemisches
der Formaldehydsynthese angeschlossen.
[0020] Die Verbrennung wird analog Beispiel 1 durchgeführt und die Verbrennungsgase in einer
Zusammensetzung analog Beispiel 1 über Zuführungen (10) und (11) sowie einen Gasverteiler
(12), der im Kopf des den Silberkatalysator enthaltenden Reaktors (13) angebracht
ist, über einen Zweischichtenkatalysator im Reaktor (13) geleitet, wobei die untere
Schicht des Katalysators 25 Millimeter stark ist und zu 90 Gewichtsprozent aus Kristallen
der Korngröße 1 bis 2,5 Millimeter besteht und deren obere Schicht eine Stärke von
1,5 Millimeter hat und aus Kristallen mit Korngrößen von 0,2 bis 0,75 Millimetern
besteht. Der Durchsatz beträgt 150 Kilogramm Verbrennungsgase je Quadratmeter Katalysatorbettquerschnitt
und Stunde. Innerhalb von 15 Minuten ist der Katalysator auf 330°C erwärmt. Stündlich
werden im Reaktor ein Gemisch von 300 Teilen Methanol und 200 Teilen Wasser im Gemisch
mit 402 Volumenteilen Luft verdampft und über den Katalysator bei 1,3 bar geleitet,
wobei die Temperatur innerhalb von 10 Minuten auf 650°C ansteigt. Nun wird die Zufuhr
der Verbrennungsgase beendet. Das Reaktionsgemisch tritt am Ausgang (14) des.Reaktors
aus und wird dann schnell auf 350°C abgekühlt und anschließend nach weiterer Abkühlung
in einem Absorptionsturm in Wasser absorbiert. Man erhält stündlich 251 Teile Formaldehyd
(berechnet 100 %) in Gestalt einer 40-gewichtsprozentigen, wäßrigen Lösung mit einem
Methanolgehalt von 0,7 Gewichtsprozent. Das entspricht einer Ausbeute von 89,3 Prozent
der Theorie. Die Ausbeute an Endstoff und der Methanolgehalt der anfallenden Formaldehydlösung
bleiben während 17 Wochen konstant.
[0021] Wird die Erwärmung in bekannter Weise mit elektrischer Beheizung anstelle der Verbrennungsgase
und dann die Umsetzung in vorgenannter Weise durchgeführt, so erhält man dieselbe
Ausbeute an Formaldehyd, die innerhalb von 12 Wochen auf 86 Prozent der Theorie absinkt.