[0001] Die Trimerisierung von Isocyanaten ist eine bekannte Reaktion. Als Katalysatoren
für die Trimerisierung von organischen Isocyanaten werden in der Literatur eine Vielzahl
von chemisch sehr verschiedenartigen Verbindungen beschrieben. So können als
Trimerisierungskatalysatoren Metallverbindungen aus der Gruppe Salze, Basen und homöopolare
Metallverbindungen, wie Metallnaphthenate, Na-Benzoat in Dimethylformamid (DMF), Erdalkaliacetate,
-formiate und -carbonate, Metallalkoxide, AlCl
3 und Fe-Acetylacetonat eingesetzt werden. Diese lassen sich aus den Reaktionsprodukten,
den Isocyanuraten, nur sehr schwierig, beziehungsweise schlecht oder überhaupt nicht
abtrennen. Sie verbleiben vielmehr in den Reaktionsprodukten.
[0002] Aus der Gruppe der Basen und Salze haben vor allem quarternäre Ammoniumbasen und
quarternäre Ammoniumsalze als Trimerisierungskatalysatoren für Isocyanate zunehmendes
Interesse gefunden. So werden beispielsweise in der GB-PS 837 120 quarternäre Ammoniumbasen,
in der US-PS 3980 594 quarternäre Ammoniumsalze anorganischer und organischer O-Säuren
mit einem pK von mindestens 2 (in wässriger Lösung), in der US-PS 3 862 150 quarternäre
Ammoniumsalze aus tertiären Aminen und α-substituierten Carbonsäuren als Trimerisierungskatalysatoren
für Isocyanate beschrieben. In der DE-OS 26 31 733 wird ein Verfahren zur Förderung
von Kondensations- und/oder Polymerisationsreaktionen von organischen Isocyanaten
beschrieben, wobei man zur Förderung der Reaktion der organischen Isocyanate eine
katalytische Menge eines quarternären N-(Hydroxyalkyl)-ammoniumsalzes der allgemeinen
Formel

in der
a 0 oder 1; R
1. R
2,
R3' R
4 z.B. gleiche oder verschiedene aliphatische, cycloaliphatische, araliphatische Kohlenwasserstoffreste
und Y H oder Alkyl bedeuten, einsetzt.
[0003] Diese quarternären Ammoniumsalze dienen vor allem zur Herstellung von geschäumten
Kunststoffen durch.Umsetzen von aromatischen Diisocyanaten mit Polyolen. Im Gegensatz
zu den meisten für die Herstellung von Isocyanuratschäumen vorgeschlagenen bekannten
Katalysatoren fördern die in der DE-OS 26 31 733 beschriebenen keine zu schnelle Reaktion
des Polyols mit dem Isocyanat auf Kosten der Trimerisierung des Isocyanats. Man erhält
dadurch Polyisocyanurat-Polyurethanschäume mit gleichmäßigem Aufbau (keine "Nesterbildung").
[0004] Bei den aus aromatischen Diisocyanaten und Polyolen mit Hilfe der quarternären Ammoniumsalze
hergestellten geschäumten Kunststoffen handelt es sich um Produkte, die außer geringe
Mengen Rest-OH oder -NCO keine reaktiven Gruppen mehr enthalten. Es ist somit nicht
erforderlich, den Katalysator nach der Reaktion aus dem Reaktionsprodukt zu entfernen.
[0005] Bei der Herstellung von Isocyanuraten durch Trimerisierung eines Isocyanats mit mehr
als einer NCO-Gruppe im Molekül muß dagegen sehr darauf geachtet werden, daß der Trimerisierungskatalysator
nach der Reaktion aus dem Reaktionsprodukt (Isocyanuratgruppen enthaltendes Polyisocyanat)
entfernt bzw. desaktiviert wird. Beim Erhitzen reagieren nämlich die freien NCO-Gruppen
dieser Isocyanurate in Gegenwart des Trimerisierungskatalysators noch weiter. Es bilden
sich höhermolekulare, Isocyanuratringe enthaltende Polyisocyanate. Mit zunehmender
Reaktion tritt sogar Vernetzung ein. Aus diesem Grunde ist es auch verständlich,-warum
ein noch katalysatorhaltiges Isocyanurat, das noch über Alkylengruppen am Triazinring
gebundene NCO-Gruppen enthält, zur gezielten Weiterreaktion mit Polyolen oder Polyaminen
nicht eingesetzt werden kann.
[0006] Das Ziel bei jeglicher Herstellung von Isocyanuraten`aus Diisocyanaten muß daher
die vollständige Entfernung des Katalysators nach beendeter Trimerisierung sein. Aus
diesem Grunde scheiden die in der DE-OS 26 31 733 beanspruchten Katalysatoren für
die Herstellung von Trimerisaten aus Diisocyanaten, die zur Herstellung eines kalthärtenden
lösungsmittelhaltigen Polyurethan-2-Komponentenlackes Verwendung finden, aus. Versucht
man nämlich, aliphatische wie auch aromatische Diisocyanate entsprechend den in der
DE-OS 26 31 733 gemachten Angaben zu trimerisieren, so stellt man fest, daß bei Zugabe
des Katalysators zum Diisocyanat sich ein Niederschlag bildet. Dieser verschwindet
auch beim Erhitzen auf 40 - 60°C nicht; bei dieser Temperatur erfolgt unter starker
Wärmeentwicklung die Isocyanuratbildung. Das Reaktionsgemisch erhitzt sich auch bei
intensiver Kühlung dabei auf ca. 100°C. Der Katalysator ist auch im Reaktionsprodukt
noch nachweisbar. Der Katalysator ist über eine OH/NCO-Reaktion im Reaktionsprodukt
eingebaut und läßt sich aus diesem auch nicht abtrennen. Er beeinträchtigt ainmal
stark die Lagerstabilität der Isocyanuratgruppen-enthaltenden Isocyanate und sam anderen
deren gezielte kontrollierte Weiterreaktion mit Polyolen.
[0007] Weiterhin stellt man fest, daß die nach DE-OS 26 31 733 trimerisierten aliphatischen
oder aromatischen Diisocyanate unangenehm nach Aminen riechen. Diisocyanate lassen
sich zwar im Labormaßstab nach den in der DE-OS 26 31 733 gemachten Angaben trimerisieren.
Solche trimerisierten Diisocyanate scheiden allerdings für die Herstellung eines lösungsmittelhaltigen
2-Komponten-PUR-Lackes aus den bereits erwähnten Gründen aus.
[0008] Eine wirtschaftliche Trimerisierung von Polyisocyanaten, speziell von Diisocyanaten,
mittels der in der DE-OS 26 31 733 beschriebenen Katalysatoren in technischen Mengen
scheitert:
1, an der großen abzuführenden Reaktionswärme und
2. am Katalysatorniederschlag im Reaktionsprodukt und den sich daraus ergebenden Auswirkungen
auf das trimerisierte Diisocyanat.
[0009] Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß man Diisocyanate in Substanz in beliebig
großen technischen Mengen auch ohne die für das Verfahren nach der DE-OS 26 31 733
beschriebenen Nachteile produzieren kann, wenn man das Verfahren zur Trimerisierung
von Diisocyanaten in Gegenwart von quarternären Ammoniumsalzen organischer Säuren
der allgemeinen Formel

als Katalysator, in der X gleiche oder verschiedene aliphatische, cycloaliphatische,
araliphatische oder heterocyclische Kohlenwasserstoffreste eines quarternären Ammonium-Stickstoffs
sind oder 2X mit dem quarternären Stickstoff einen gegebenenfalls ein oder mehr Heteroatcme
enthaltenden Ring bzw. 3X über ein gemeinsames Heteroatom mit dem quarternären Stickstoff
einen Ring bilden, R ein Rest aus der Gruppe Alkyl-, Cycloalkyl- und Aralkyl sowie
R + R' Wasserstoff, eine Hydroxylgruppe, und ein gegebenenfalls oxyalkylhaltiger C
1 - C
12-Alkylrest und R" = R oder Wasserstoff ist, so führt, daß man von dem Trimerisierungskatalysator
nur maximal

der Menge einsetzt, d.h. 0,1 - 0,02 Gew.%, vorzugsweise 0,08 - 0,04 Gew.-%, bezogen
auf das Gewicht der zu trimerisierenden Verbindung und die Trimerisierung in einem
Temperaturbereich von 40 - 120°C, vorzugsweise 60.- 90°C, durchführt.
[0010] Die Trimerisierung läßt sich dann bei diesen Temperaturen innerhalb von 1 - 60 Minuten
durchführen.
[0011] Dieser Effekt war überraschend und unerwartet, da man von vornherein bei einer solchen
geringen Katalysatorkonzentration mit keiner Aktivität des Katalysators mehr rechnen
konnte.
[0012] Durch die Trimerisierung gemäß dem vorliegenden Verfahren werden Verbindungen erhalten,
die 1 oder mehr Isocyanuratringe haben. Verbindungen dieser Art sind in der Literatur
beschrieben.
[0013] Die Trimerisierung kann chargenweise wie auch kontinuierlich durchgeführt werden.
[0014] Für die Barstellung von monomerfreien Isocyanuraten kommen grundsätzlich zwei Verfahren
infroge
1. vollständige Umsetzung des Diisocyanats in Substanz und Entfernes des Katalysators
durch Extraktion mit einem Losungsmittel, in dem das Isocyanurat. kaun, das Diisocyanat
dagegen gut löslich ist und
2. teilweise Umsetzung des Diisocyanats und Entfernung des nicht umgesetzten Diisocyanats
im Vakuum durch Dünnschichtdestillation.
[0015] In der Praxis hat sich die unter 2. skizzierte Verfahrensweise durchgesetzt. Für
die Herstellung des Diisocyanatfreien Isocyanurats aus dem Diisocyanat bedeutet das,
daß man das Diisocyanat bis zu einem Isocyanuratgehalt, der die Förderung des Reaktionsgemisches
im flüssigen Zustand noch zuläßt, trimerisiert und in einem nachfolgendcn Verfahrensschritt
das freie Diisocyanat im Vakuum durch Dünnschichtdestillation abtrennt.
[0016] Bei der chargenweisen Trimerisierung der Diisocyanate nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren wurden das Diisocyanat und 0,02 - 0,1 Gew.-Teile des beschriebenen Katalysators
unter guter Rührung in einem geschlossenen Reaktionsgefäß auf über 40 - 60°C, aber
nicht über 120°C, vorzugsweise auf 70 - 90°C, erhitzt. Der Reaktionsabiauf wurde kontinuierlich
mit Hilfe desBrechungsindices, der ein direktes Maß für den Umsetzungsgrad des Diisocyanats
ist, bestimmt. Bei einem Diisocyanat-Umsatz von ca. 45 %, bezogen auf das eingesetzte
Diisocyanat, wurde die Reaktion durch Kühlung des Reaktionsgemisches auf Raumtemperatur
abgebrochen. Bei Raumtemperatur waren selche Diisocyanat/Isocyanurat-Gemische lagerbeständig.
Zur Abtrennung des nicht umgesetzten, d.h. des monomeren Diisocyanats und des Katalysators
wurde das Reaktionsgemisch dann der Dünnschichtverdampfung zugeführt. Die so hergestellten
Isocyanurate hatten einen NCO-Gehalt von ca. 10 - 22 % und einem Monomergehalt < 0,7
%.
[0017] Als besonders vorteilhaft hat es sich gezeigt, die Trimerisierung von Diisocyanaten
in einem kontinuierlich arbeitenden kühlbaren Reaktor unter kontinuierlicher,gleichzeitiger
Zudosierung des Diisocyanats und des Trimerisierungskatalysators bei 40 - 120°C und
innerhalb von 1 - 7 Minuten durchzuführen. Als sehr zweckmäßig hat sich ein rohrförmiger
Reaktor in Form einer Reaktionsschlange mit einem kleinen Durchmesser zur Erreichung
hoher Strömungsgeschwindigkeiten erwiesen. Weiterhin ist es sehr vorteilhaft, das
Diisocyanat/ Katalysatorgemisch vor Eintritt in die Reaktionsschlange auf ca. 60°C
zu erhitzen.
[0018] Die
Reaktionsschlange kann beispielsweise auch in 2 - 3 Zonen geteilt sein, die unabhängig
voneinander geheizt oder gegebenenfalls gekühlt werden können, wobei in der 1. Zone
das Vorwärmen der Einsatzstoffe (Diisocyanat + Katalysator) auf Reaktionstemperatur,
in der zweiten Aufrechterhaltung der Reaktionstemperatur durch teilweises Abführen
der Reaktionswärme und in der 3. Zone die Abkühlung des Reaktionsgemisches erfolgt.
Sollte das Reaktionsgemisch ohne Zwischenlagerung gleich der Dünnschichtdestillation
zugeführt werden, kann die Abkühlung in der 3. Zone entfallen.
[0019] Entscheidend bei dieser kontinuierlichen Herstellung von trimerisierten Diisocyanaten
ist die Zudosierung des Katalysators. Als besonders zweckmäßig hat sich erwiesen,
wenn vor Eintritt in die Reaktionsschlange die Einsatzprodukte intensiv gemischt werden.
[0020] Die Temperatur der Reaktionsschlangenabschnitte wählt man zweckmäßigerweise so, daß
die Vorwärmzone ca. 40 - 60°C, die Reaktionszone 70 - 120°C, vorzugsweise 70 - 90°C,
und die Abkühlzone 20 - 40°C hat. Bei einem Durchsatz von 40 - 120 kg/h Diisocyanat
pro 0,5 cm
2 Reaktorquerschnitt läßt sich dann leicht ein Diisocyanat-Umsatz von ca. 35 - 45 %
erzielen. Diese Temperaturbedingungen sind jedoch jeweils den erforderlichen Bedingungen
für das zu trimerisierende Diisocyanat anzupassen.
[0021] Die Verweilzeit des Diisocyanat-Katalysator-Gemisches in der Reaktionsschlange beträgt
ca. 1 - 7 Minuten. Innerhalb dieser Zeit sind von dem Diisocyanat ca. 35 - 45 % in
die trimerisierte Form überführt worden. Zur Entfernung des nicht umgesetzten Diisocyanats
wird das Reaktionsgemisch, wie bereits erwähnt, dann einer Dünnschichtverdampfung
unterworfen. Für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete Katalysatoren sind alle
quarternären Ammoniumsalze, wie sie in der vorveröffentlichten DE-OS 26 31 733 in
den dort angegebenen Mengen beschrieben werden. Zur exakteren Dosierung der geringen
Katalysatormengen kann es vorteilhaft sein, den Katalysator in einem.geeigneten organischen
Lösungsmittel zu lösen. Geeignet sind solche, die keine funktionellen Gruppen tragen,
die Reaktionen mit den Isocyanatgruppen bei den Trimerisierungsbedingungen eingehen
können.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise weitgehend lösungsmittelfrei durchgeführt.
Die oben genannten geringen, gegebenenfalls zur Auflösung des Katalysators dienenden
Lösungsmittelmengen stören die Trimerisierung nicht.
[0023] Als Ausgangsverbindungen, die zur Trimerisierung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
eingesetzt werden können, eignen sich beispielsweise Polyisocyanate, insbesondere
Diisocyanate, wie aliphatische, cycloaliphatische, araliphatische, d.h. arylsubstituierte
aliphatische, und aromatische Diisocyanate, wie sie beispielsweise in Houben-Weyl,
Methoden der organischen Chemie, Band 14/2, Seite 61 - 70 und dem Artikel von W. Siefken
in Justus Liebigs Annalen der Chemie 562 75 - 136, beschrieben werden, wie 1,2-Äthylendiisocyanat,
1,4-Tetramethylendiisocyanat, 1,6-Hexamethylendiisocyanat, 2,2,4- bzw. 2,4,4-Trimethyl-1,6-hexamethylendiisocyanat
(TMDI), 1,9-Diisocyanato-5-methyl-nonan, 1,8-Diisocyanato-2,4-dimethyloctan, 1,12-Dodecandiisocyanat,
ω,ω'-Diisocyanatodipropyläther, Cyclo- buten-1,3-diisocyanat, Cyclohexan-1,3- und
1,4-diisocyanat, 3-Aminomethyl-3,5,5-trimethyl-cyclohexylamin (Isophorondiisocyanat
(IPDI)), 1,4 Diisocyanatomethyl-2,3,5,6-tetra-methyl-cyclohexan, Decahydro-8-methyl-(1,4-methanol
naphthalin-2 (oder 3) 5-ylendimethylendiisocyanat, Hexa- hydro-4,7-methano-indan-1.
(oder 2) 5 (oder 6) ylendimethylendiisocyanat, Hexahydro-4,7-methanoindan-1 (oder
2) 5 (oder 6) ylendiisocyanat, 2,4- und 2,6-Hexahydrotoluylendiisocyanat, Perhydro-2,4'
und/oder -4,4'-diphenyl-methan- diisocyanat, 4,4'-Diisocyanato-3,3',5,5'-tetramethyl-dicyclohexylmethan,
4,4'-Diisocyanato-2,2',3,3',5,5',6,6'-octo-methyl-dicyclohexylmethan, ω,ω '-Diisocyanato-1,4-diäthylbenzol,
1,3- bzw. 1,4-Phenylendiisocyanat, 1,4-Diisocyanato-2,3,5,6-tetra-methylbenzol, 1,4-Diisocyanatomethyl-2,3,5,6-tetramethyl-benzol,
4,4'-Diisocyanato-diphenyl, 4,4'-Diisocyanato-3,3'-dichlor-diphenyl, 4,4'-Diisocyanato-3,3'-dimethoxy-diphenyl,
4,4'-Diisocyanato-3,3'-dimethyl- diphenyl, 4,4'-Diisocyanato-3,3'-diphenyl, 4,4'-Diisocyanato-diphenylmethan,
4,4'-Diisocyanato-3,3' 5,5'-tetra-methyl-diphenylmethan, 4,4'-Diisocyanato-2,2' 3,3',
5,5',6,6'-octo-methyl-diphenylmethan, Naphthylen-1,5-diisocyanat, Toluylendiisocyanate
wie Toluylen-2,4-und 2,6-diisocyanat, N,N'-(4,4'-Dimethyl-3,3'-diisocyanato-diphenyl)-uretdion,
m-Xylylen-diisocyanat, sowie beliebige Gemische dieser Verbindungen. Weitere geeignete
Isocyanate werden in dem genannten Artikel in den Annalen auf
Seite 122 f beschrieben. Besonders bevorzugt werden in der Regel die technisch leicht
zugängigen aliphatischen, cycloaliphatischen oder aromatischen Diisocyanate sowie
deren isomere Gemische.
[0024] Die erfindungsgemäß hergestellten isocyanatgruppenhaltigen Isocyanurate stellen wertvolle
Zwischenprodukte zur Herstellung von Polyurethanen dar.
A. Herstellung der als Katalysatoren eingesetzten N- (Hydroxyalkyl) - ammoniumsalze
Beispiel A1
[0025] In einen mit Rührer, Rückflußkühler und Tropftrichter versehenen 1 1-Dreihalskolben
wurden 232 g Dipropylenglykol (DPG) und 90 g Eisessig gegeben. In diese Mischung wurden
dann bis zu eincr Gewichtszunahme von 87 g Trimethylamin eingeleitet. Anschließend
wurden langsam bei 25°C unter intensiver Rührung 87 g Propylenoxid (PO) zugegeben.
Nach Beendigung der PO-Zugabe wurde die Mischung bei Raumtemperatur über Nacht gerührt,
dann im Vakuum innerhalb von 6 h bei 45°C die nicht umgesetzten flüchtigen Materialien
abgezogen. Es blieb ein Rückstand mit einem Gewicht von 484 g zurück.
[0026] Unter Anwendung der oben beschriebenen Verfahrensweise wurden weitere Verbindungen
hergestellt, deren Zusammensetzung in der folgenden Tabelle I (Beispiel A2 - A8) zusammengestellt
ist.

B. Trimerisierung von Diisocyanaten mit den unter A. beschriebenen Katalysatoren
1. Kontinuierliche Herstellung
[0027] Die kontinuierliche Herstellung von partiell trimerisierten Diisocyanaten (bis zu
ca. 35 - 45 %igen Umsätzen) erfolgte in einem Rohrschlangenreaktor bei 60 - 120°C
und mit einer Verweilzeit von ca. 1 - 7 Minuten. Der Schlangenreaktor bestand aus
zwei Heizzonen und einer Kühlzone, wobei in der 1. Heizzone zunächst das Vorwärmen
der Einsatzstoffe (Diisocyanate + Katalysatoren) auf Reaktionstemperatur erfolgte
und in der zweiten Zone die Reaktionstemperatur durch teilweises Abführen der Reaktionswärme
auf dieser Reaktionstemperatur gehalten wurde; in der Kühlzone wurde das Reaktionsgemisch
auf Temperaturen unterhalb von 40°C gekühlt.
[0028] Die in einem Vormischer intensiv gerührten Diisocyanat/ Katalysator-Gemische traten
mit ca. 30°C in die Aufheizschlange, die mit 85 - 90°C heißem öl beheizt wurde. Nach
dem Durchströmen der Aufheizschlange hatten die Diisocyanat-Katalysator-Gemische bei
einer Verweilzeit von ca. 0,8 - 1,5 Minuten eine Temperatur von ca. 80 - 85°C und
waren bereits zu 7,5 - 10 % trimerisiert.
[0029] Die weitere Umsetzung der Diisocyanate von 7,5 - 10 % auf maximal 35 - 45 % erfolgte
dann bei 80 - 90°C.
[0030] Hierbei sind ca. 84 Kilojoule pro kg Durchsatz abzuführen. In der nachgeschalteten
Kühlschlange wurde anschließend das Reaktionsgemisch auf eine Temperatur unterhalb
40°C abgekühlt.
[0031] Die für diese Versuche zur Herstellung von partiell trimerisierten Diisocyanaten
verwendete Schlangenkombination hatte folgende Dimensionierung:

Nach Verlassen der Kühlschlange hatte das Reaktionsgemisch bei einer in den nachfolgenden
Tabellen IIa + b angegebenen Verweilzeit einen NCO-Gehalt, der einem Diisocyanat-Umsatz
von ca. 35 - 45 % entsprach.
[0032] Der Umsatz zur trimerisierten Form kann durch laufende Kontrolle der Brechungsindices
vorgenommen werden. Brechungsindices für IPDI im Bereich von etwa 1,4950 - 1,4990
entsprechen etwa einem Umsatz in der Größenordnung von 35 - 45 %.
2. Diskontinuierliche Herstellung
Beispiel 25
[0034] 500 Gew.-Teile 2,2,4 bzw. 2,4,4-Trimethylhexamethylendiisocyanat-1,6 (1:1-Gemisch
= TMDI) und 0,02 Gew.-Teile des Katalysators des Beispiels A2 von Tabelle I wurden
unter intensiver Rührung miteinander gemischt und anschließend auf 75°C erhitzt. Nach
ca. 50 Minuten Erhitzungsdauer betrug der NCO-Gehalt des Reaktionsgemisches nur noch
31 %. Zur Entfernung des nicht umgesetzten TMDI wurde das Reaktionsgemisch bei 180°C/2,14
Pa im Dünnschichtverdampfer destilliert. Das Reaktionsprodukt (Rückstand der Dünnschichtverdampfung)
hatte einen NCO-Gehalt von 16,9 % und einen Monomergehalt von <0,6 %. Die Viskosität
des Isocyanatoisocyanurats betrug bei Raum- - temperatur 540 Pa·s, bei 40°C 90 Pa.s,
bei 60°C 12 Pa·s, bei 80°C 3,3 Pa.s und bei 100°C 0,2 Pa·s.
Beispiel 26
[0035] 500 Gew.-Teile TMDI (siehe Beispiel 25) und 0,05 Gew.-Teile des Katalysators des
Beispiels A8 von Tabelle I wurden unter intensiver Rührung miteinander gemischt und
anschließend auf 70°C erhitzt. Nach ca. 40 Minuten Erhitzungsdauer betrug der NCO-Gehalt
des Reaktionsgemisches 32,1 %. Zur Entfernung des nicht umgesetzten TMDI wurde das
Reaktionsgemisch bei 180°C/2,14 Pa im Dünnschichtverdampfer ebenfalls destilliert.
Das Reaktionsprodukt (Rückstand der Dünnschichtverdampfung) hatte einen NCO-Gehalt
von 17,1 % und einen Monomergehalt von <0,7 %.
Beispiel 27
[0036] 1000 Gew.-Teile Hexamethylendiisocyanat und 0,03 Gew.-Teile des Katalysators des
Beispiels A3 von Tabelle I wurden unter intensiver Rührung miteinander gemischt und
anschließend auf 80°C erhitzt. Nach 60 Minuten Erhitzungsdauer betrug der NCO-Gehalt
des Reaktionsgemisches 37 %. Zur Entfernung des nicht umgesetzten Hexamethylendiisocyanats
wurde das Reaktionsgemisch bei 140°C/15,7 Pa
im Dünnschichtverdampfer destilliert. Das Reaktionsprodukt (Rückstand der Dünnschichtverdampfung)
hatte einen NCO-Gehalt von 20,8 % und einen Monomergehalt von <0,6 %; seine Viskosität
bei Raumtemperatur betrug 14Pa·s, bei 40°C 3,5 Pa·s und bei 60°C 1 Pa.s.
Beispiel 28
[0037] 1000 Gew.-Teile 3(4),8(9)-Diisocyanatomethyl-tricyclo-(5,2,1,0
2,6)-decan (TCDI) und 0,04 Gew.-Teile des Katalysators des Beispiels 25 wurden unter
intensiver Rührung miteinander gemischt und anschließend auf 75°C erhitzt. Nach 50
Minuten Erhitzungsdauer betrug der NCO-Gehalt des Reaktionsgemisches 27,5 %. Die Isolierung
des Isocyanatoisocyanurats erfolgte wie in den Beispielen 25 - 27 durch Dünnschichtverdampfung.

Beispiel 29
[0038] 1000 Gew.-Teile 1,4-Diisocyanatomethyl-cyclohexan wurden mit 0,02 Gew.-Teile Katalysator
des Beispiels A2 aus Tabelle I intensiv miteinander gemischt und auf 80°C erhitzt.
Nach 60 Minuten Erhitzungsdauer betrug der NCO-Gehalt des Reaktionsgemisches 33 %.
Die Isolierung des Isocyanatoisocyanurats erfolgte wie in den Beispielen 25 - 27 durch
Dünnschichtverdampfung.

Beispiel 30
[0039] 500 Gew.-Teile Isophorondiisocyanat und 0,025 Gew.-Teile des Katalysators des Beispiels
A2 von Tabelle I wurden unter intensiver Rührung miteinander gemischt und anschließend
auf 80°C erhitzt. Nach ca. 60 MinutenErhitzungsdauer betrug der NCO-Gehalt des Reaktionsgemisches
30.5 %. Zur Entfernung des nicht umgesetzten IPDI wurde das Reaktionsgemisch bei 190°C/6,7
Pa im Dünnschichtverdampfer destilliert. Das Reaktionsprodukt (Rückstand der Dünnschichtverdampfung)
hatte einen NCO-Gehalt von 17,4 % und einen Monomerengehalt von <0,6 %. Der Schmelzpunkt
des Isocyanatoisocyanurats betrug 86 - 90°C, die Viskosität bei 120°C 140 Pa.s und
bei 140°C 41 Pa·s.
Beispiel 31
[0040] 50.0 Gew.-Teile IPDI und 0,3 Gew.-Teile des Katalysators des Beispiels A3 von Tabelle
I wurden unter intensiver Rührung miteinander gemischt und anschließend auf 70°C erhitzt.
Nach ca. 20 minütiger Erhitzungsdauer betrug der NCO-Gehalt des Reaktionsgemisches
29,8 %. Das Reaktionsgemisch wurde dann wie in Beispiel 30 weiterbehandelt.
[0041] Das vom IPDI befreite Isocyanatoisocyanurat des IPDI hatte einen NCO-Gehalt von 17,3
% und einen Monomerengehalt von <0,7 %.
Beispiel 32
[0042] 500 Gew.-Teile IPDI und 0,05 Gew.-Teile des Katalysators des Beispiels A8 von Tabelle
I wurden unter intensiver Rührung miteinander gemischt und anschließend auf 70°C erhitzt.
Nach einer Reaktionszeit von 15 Minuten betrug der NCO-Gehalt des Reaktionsgemisches
30,4 %. Das Reaktionsgemisch wurde dann wie in den Beispielen 30 - 31 weiterbehandelt.
[0043] Das Reaktionsprodukt (Rückstand der Dünnschichtverdampfung) enthielt einen NCO-Gehalt
von 17,2 % und einen Monomergehalt von <0,5 %.
[0044] Die Herstellung der Trimerisierungskatalysatoren ist bekannt.
[0045] Bei den üblichen Verfahren zur Herstellung von N-(Hydroxyalkyl)-ammoniumsalzen vermischt
man äquivalente Mengen eines tertiären Amins, einer Carbonsäure und eines Alkylenoxids,
was man vorzugsweise in einem geeigneten Lösungsmittel, wie Dipropylenglykol, durchführen
kann. Die Reaktion wird dann bei einer Temperatur im Bereich von 25 - 60°C und bei
etwa Atmosphärendruck durchgeführt, obwohl man auch bei höheren Drücken arbeiten kann,
beispielsweise bei Drücken von bis zu 35 Atmosphären. Das vorstehende Beispiel A1
verdeutlicht eine typische Herstellungsweise. Bei den weiteren Beispielen A2 - A8
ist die gleiche Verfahrensweise angewandt worden, wobei auch geringfügige Änderungen
hinsichtlich der Temperatur, der Auswahl des Lösungsmittels oder der Anwendung des
Lösungsmittels möglich sind.
[0046] Als tertiäre Amine, die durch Umsetzen mit dem Alkylenoxid und der Carbonsäure zur
Herstellung der erfindungsgemäß verwendetem Katalysatoren eingesetzt werden können,
kann man jene Amine nennen, die eine bis drei Hydroxyalkylgruppen und ein oder mehrere
Alkylgruppen, Cycloalkylgruppen oder Arylgruppen an das Stickstoffatom gebunden aufweisen.
Besonders bevorzugte.tertiäre Amine dieser Art sind unter anderem Trimethylamin, N-Dimethyl-N-hydroxy-
äthylamin, N-Benzyl-N-dimethylamin, Triäthylamin, N-Di-(hydroxyäthyl)-N-phenylamin,
Triäthanolamin, N-Cyclohexyl-N-dimethylamin, N-Methylmorpholin, N,N'-Endoäthylenpiperazin-(1,4-Diaza-bicyclo-octan-[2,2,2])
und Chinuclidin.
[0047] Von den Alkylenoxiden, die mit den tertiären Aminen umgesetzt werden können, sind
besonders die aliphatischen hervorzuheben, wie Äthylenoxid, Propylenoxid, 1,2-Butylenoxid,
Butadiendioxid, Methylglycidäther, Äthylglycidäther, Propylglycidäther, Alkylglycidäther,
n-Butylglycidäther, 2-Äthylhexylglycidäther, Diglycidäther u.a., Glycidol und Alkylenoxide
mit längeren Ketten (die im Handel unter der Bezeichnung "Nedox" von Ashland Chemical
Company erhältlich sind) der allgemeinen Formel

in der R
a für eine langkettige Alkylgruppe oder eine Mischung solcher Gruppen mit bis zu 15
Kohlenstoffatomen steht, die cycloaliphatischen, Cyclohexenoxid, Cyclopentadienoxid,
Vinylcyclohexendioxid, Dicyclopentadiendioxid, sowie die aromatischen Epoxide, wie
Styroloxid, Phenylglycidäther u.a.
[0048] Das Anion des gewünschten quarternären Ammoniumsalzes kann irgendeine Carbonsäure
sein. So erhält man die Verbindungen der genannten allgemeinen Formel mit Fettsäuren
mit kurzer bis langer Kette, mit substituierten aliphatischen Säuren und mit aromatischen
Carbonsäuren. Besonders bevorzugte Säuren sind Ameisensäure, Essigsäure, Cyanessigsäure,
chlorierte Essigsäure, Hexansäure sowie die geradkettigen oder verzweigten Heptansäuren,
Octansäuren, 2-Äthylhexansäure, Decansäuren und Hexadecansäuren; Neosäuren, wie 3,3-Dimethyl-butansäure
u.ä.
[0049] Durch Carbonylierung der entsprechenden quarternären Ammoniumalkoholate oder -phenolate
mit CO
2 kann man auch Alkylkohlensäuresalze bzw. Phenylkohlensäuresalze erhalten.