[0001] Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung photographischer
Bilder. Insbesondere betrifft die Erfindung ein verbessertes Umkehrverfahren zur Herstellung
farbphotographischer Bilder mit Materialien, die mindestens eine Silberhalogenidemulsionsschicht
enthalten.
[0002] Bekanntlich werden bei der üblichen photographischen Entwicklung von Materialien
mit Silberhal ogenidemulsionen Halogenidionen freigesetzt, die aus dem photographischen
Material in den Entwickler diffundieren und sich dort anreichern.
[0003] Es ist bekannt, daß die Entwicklung in Gegenwart von Halogenidionen, insbesondere
von Bromid- oder Iodidionen, stark behindert werden kann. Man ist deshalb im allgemeinen
bestrebt, den Halogenidgehalt im Entwickler möglichst gering zu halten.
[0004] In üblichen Farbentwicklern entspricht die Bromidionenkonzentration deshalb nicht
mehr als 0,6 - 1,5 g KBr pro Liter.' Es ist erforderlich, die gewählte Bromidionenkonzentration
im Verlaufe des Entwicklungsverfahrens konstant zu halten (J.H. PRIESTHOFF, Journal
of the SMPTE, 65 (1956) 473).
[0005] Zu diesem Zweck ist es bekannt, dem Entwickler einen weitgehend halogenidfreien Regenerator
zuzusetzen. Die hierzu erforderliche Menge an
-Regenerator, der die zur Auffrischung des Entwicklers erforderlichen Chemikalien enthält,
ist jedoch wesentlich höher als dem chemischen Verbrauch und der Ausschleppung der
Entwicklerchemikalien aus dem Entwickler im Verlaufe der Entwicklung entspricht. Somit
ist ein derartiges Verfahren unwirtschaftlich.
[0006] Es ist weiterhin aus der GB-PS 835,556 bekannt, zur Aufbereitung von Entwicklern
Ionenaustauscher einzusetzen. Diese entfernen die störenden Halogenidionen aus dem
Entwickler, so daß ein mit dem Ionenaustauscher behandelter gebrauchter Entwickler
erneut als Basis für einen Regenerator verwendet werden kann. Nachteilig an dem aus
der GB-PS 835,556 bekannten Verfahren ist jedoch, daß unter den angegebenen Bedingungen
relativ wenig Bromidionen vom Ionenaustauscher gebunden werden. Um die aus dem photographischen
Material bei der Entwicklung freigesetzten, relativ hohen Halogenidmengen aufzunehmen,
müssen daher hohe Ionenaustauschermengen eingesetzt werden, die aus wirtschaftlichen
Gründen in einem komplizierten Verfahren wieder aufbereitet werden müssen. Ein weiterer
Nachteil des Verfahrens ist, daß sich - insbesondere bei größeren Mengen an Ionenaustauschern
- störend bemerkbar macht, daß diese Ionenaustauscher unter anderem auch die im Entwickler
enthaltenen Entwicklersubstanzen selbst binden. Dieses führt neben den Verlusten an
Ent- wicklersubstanz außerdem zu einer fortlaufenden Veränderung der Aufnahmefähigkeit
der Ionenaustauscher für Halogenid ionen und infolgedessen zu einem veränderlichen
Bromidionengehalt im behandelten Entwickler. Dieses macht eine laufende analytische
Kontrolle sowie entsprechende Korrekturen notwendig.
[0007] Eine Aufgabe der Erfindung bestand deshalb darin, ein Verfahren zur Entwicklung photographischer
Bilder aufzufinden, bei dem die benötigten Entwickler ohne nennenswerten technischen
Aufwand wirtschaftlich regeneriert und gegebenenfalls erneut verwendet werden können.
[0008] Insbesondere sollte der Wirkungsgrad des Einsatzes von Austauscherharzen bedeutend
erhöht werden, wobei jedoch zwei technisch zunächst kaum lösbar erscheinende Kennzeichen
zu erfüllen waren:
gesteigerter Wirkungsgrad der Austauscherharze bei der Aufnahme von Ionen aus Entwicklerlösungen
bei gleichzeitig verminderten Verlusten an den Entwicklersubstanzen selbst.
[0009] Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung photographischer Bilder gefunden, bei
dem ein belichtetes photographisches Material,.welches mindestens eine Silberhalogenidemulsionsschicht
enthält, mit einem Entwickler behandelt wird und wobei dieses Verfahren dadurch gekennzeichnet
ist, daß
a) der Entwickler eine Bromidionenkonzentration aufweist, die erheblich über den üblichen
Konzentrationen liegt und beispielsweise wenigstens das Doppelte oder Dreifache der
üblichen Konzentrationen beträgt.
b) der Bromidionengehalt dieses Entwicklers im wesentlichen oder ganz ohne analytische
Kontrollen konstant gehalten werden kann.
[0010] Geeignete Bromidionenkonzentrationen weisen mindestens 3 g KBR pro Liter, vorzugsweise
mindestens 6 g KBr pro Liter und in einer besonders bevorzugten Ausführungsform wenigstens
10 g KBr pro Liter auf. Die Bromide werden im allgemeinen in Form von Alkalimetallbromiden
eingesetzt.
[0011] Dienen die genannten Farbentwickler überwiegend zur Entwicklung von photographischen
Materialien mit sehr geringer Schichtdicke und/oder sehr geringem Silberauftrag, sö
können die genannten Gleichgewichtskonzentrationen an Bromid deutlich geringer sein,
betragen jedoch nach wie vor wenigstens das Doppelte bzw. das Dreifache der üblichen
Konzentrationen.
[0012] Die zur Regulierung der Bromidionenkonzentration verwendeten Verfahren entsprechen
den an sich bekannten. Beispielsweise können Membran-Trennverfahren verwendet werden.
[0013] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden zur Regulierung des Bromidgehaltes
Ionenaustauscher benutzt. Als besonders geeignet haben sich dabei stark basische Ionenaustauscher
auf Styrol-Divinylbenzol erwiesen, wie sie beispielsweise in der DE-P 1 045 102 beschrieben
sind. Die Entwicklungskinetik des erfindungsgemäß zu verwendenden Entwicklers kann
gegebenenfalls durch an sich bekannte Maßnahmen beeinflußt werden, so daß sie der
eines üblichen bromidarmen Entwicklers entspricht. Beispielsweise können folgende
Wege eingeschlagen werden:
a) Die Temperatur des Entwicklers wird erhöht;
b) die Entwicklungsdauer wird verlängert;
c) dem Entwickler, insbesondere dem Farbentwickler bei der Umkehrcolorverarbeitung,
werden Entwicklungsbeschleuniger zugegeben.
[0014] Zur Entwicklung können die üblichen Farbentwicklersubstanzen verwendet werden, z.B.
N,N-Dimethyl-p-phenylendiamin
4-Amino-3-methyl-N-äthyl-N-methoxyäthylanilin
Monomethyl-p-phenylendiamin
2-Amino-5-diäthylaminotoluol
N-Butyl-N-ω-sulfobutyl-p-phenylendiamin
2-Amino-5-(N-äthyl-N-ß-methansulfonamidäthyl-amino)-toluol
N-Äthyl-N-ß-hydroxyäthyl-p-phenylendiamin
N,N-Bis-(ß-hydroxyäthyl)-p-phenylendiamin
2-Amino-5-(N-äthyl-N-B-hydroxyäthylamino)-toluol
und dergleichen.
[0015] Weitere brauchbare Farbentwickler sind beispielsweise beschrieben in J.Amer.Chem.Soc.
72, 3100 (1951).
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren ist auf die Behandlung eines lichtempfindlichen photographischen
Materials anwendbar, welches Kuppler enthält. Bei diesen Verbindungen kann es sich
um die üblichen Farbkuppler handeln, die in der Regel den Silberhalogenidschichten
selbst einverleibt sind. So enthält die rotempfindliche Schicht beispielsweise einen
nicht diffundierenden Farbkuppler zur Erzeugung des blaugrünen Teilfarbenbildes, in
der Regel einen Kuppler vom Phenol- oder α-Naphthol-typ. Die grünempfindliche Schicht
enthält mindestens einen nicht diffundierenden Farbkuppler zur Erzeugung des purpurnen
Teilfarbenbildes, wobei üblicherweise Farbkuppler vom Typ des 5-Pyrazolons oder des
Indazolons Verwendung finden. Die blauempfindliche Schichteinheit schließlich enthält
mindestens einen nicht diffundierenden Farbkuppler zur Erzeugung des gelben Teilfarbenbildes,
in der Regel einen Farbkuppler mit einer offenkettigen Ketomethylengruppierung. Farbkuppler
dieser Arten sind in großer Zahl bekannt und in einer Vielzahl von Patentschriften
beschrieben. Beispielhaft sei hier auf die Veröffentlichung "Farbkuppler" von W. PELZ
in "Mitteilungen aus den Forschungslaboratorien der Agfa, Leverkusen/München", Band
III (1961) und
[0017] K. VENKATARAMAN in "The Chemistry of Synthetic Dyes", Vol. 4, 341 - 387, Academic
Press, 1971, hingewiesen.
[0018] Als nicht diffundierende Farbkuppler können 2-Äquivalentkuppler verwendet werden;
diese enthalten in der Kupplungsstelle einen abspaltbaren Substituenten, so daß sie
zur Farbbildung nur zwei Äquivalente Silberhalogenid benötigen im Unterschied zu den
üblichen 4-Äquivalentkupplerno Zu den eihsetzbaren 2-Äquivalentkupplern gehören beispielsweise
die bekannten DIR-Kuppler, bei denen der abspaltbare Rest nach Reaktion mit Farbentwickleroxidationsprodukten
als diffundierender Entwicklungsinhibitor in Freiheit gesetzt wird. Weiterhin können
zur Verbesserung der Eigenschaften des photographischen Materials die sogenannten
Weißkuppler eingesetzt werden.
[0019] Die nicht diffundierenden Farbkuppler und farbgebenden Verbindungen werden den lichtempfindlichen
Silberhalogenidemulsionen oder sonstigen Gießlösungen nach üblichen bekannten Methoden
zugesetzt. Wenn es sich um wasser- oder alkalilösliche Verbindungen handelt, können
sie den Emulsionen in Form von wässrigen Lösungen, gegebenenfalls unter Zusatz von
mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln wie Ethanol, Aceton oder Dimethylformamid,
zugesetzt werden. Soweit es sich bei den nicht diffundierenden Farbkupplern und farbgebenden
Verbindungen um wasser- bzw. alkaliunlösliche Verbindungen handelt, können sie in
bekannter Weise emulgiert werden, zoBo indem eine Lösung dieser Verbindungen in einem
niedrigsiedenden organischen Lösungsmittel direkt mit der Silberhalogenidemulsion
oder zunächst mit einer wässrigen Gelatinelösung vermischt wird, worauf das organische
Lösungsmittel in üblicher Weise entfernt wird. Ein so erhaltenes Gelatineemulgat der
jeweiligen Verbindung wird anschließend mit der Silberhalogenidemulsion vermischt.
Gegebenenfalls verwendet man zur Einemulgierung derartiger hydrophober Verbindungen
zusätzlich noch sogenannte Kupplerlösungsmittel oder Ölformer; das sind in der Regel
höhersiedende organische Verbindungen, die die in den Silberhalogenidemulsionen zu
emulgierenden nicht diffundierenden, Farbkuppler und Entwicklungsinhibitor abspaltenden
Verbindungen in Form öliger Tröpfchen einschließen. Verwiesen sei in diesem Zusammenhang
beispielsweise auf die US-Patentschriften 2 322 027, 2 533 514, 3 689 271 und 3 765
897.
[0020] Für die vorliegende Erfindung sind die üblichen Silberhalogenidemulsionen geeignet.
Diese können als Silberhalogenid.Silberchlorid, Silberbromid, Silberiodid oder Gemische
davon enthalten. Als Bindemittel für die photographischen Schichten wird vorzugsweise
Gelatine verwendet. Diese kann jedoch ganz oder teilweise durch andere natürliche
oder synthetische Bindemittel ersetzt werden. An natürlichen Bindemitteln sind z.B.
Alginsäure und deren Derivate wie Salze, Ester oder Amide, Cellulose-Derivate wie
Carboxymethylcellulose, Alkylcellulose wie Hydroxyethylcellulose, Stärke oder deren
Derivate wie Ether oder Ester oder Caragenate geeignet. An synthetischen Bindemitteln
seien erwähnt Polyvinylalkohol, teilweise verseiftes Polyvinylacetat, Polyvinylpyrrolidon
und dergleichen.
[0021] Die Emulsionen können auch chemisch sensibilisiert werden, z.B. durch Zusatz schwefelhaltiger
Verbindungen bei der chemischen Reifung, beispielsweise Allylisothiocyanat, Allylthioharnstoff,
Natriumthiosulfat und ähnliche. Als chemische Sensibilisatoren können ferner auch
Reduktionsmittel, z.B. die in den belgischen Patentschriften 493 464 oder 568 687
beschriebenen Zinnverbindungen, ferner Polyamine wie Diethylentriamin, oder Aminomethansulfinsäure-Derivate,
z.B. gemäß der belgischen Patentschrift 547 323, verwendet werden.
[0022] Geeignet als chemische Sensibilisatoren sind auch Edelmetalle wie Gold, Platin, Palladium,
Iridium, Ruthenium oder Rhodium, sowie Verbindungen dieser Metalle. Diese Methode
der chemischen Sensibilisierung ist in dem Artikel von R. KOSLOWSKY, Z.Wiss.Phot.,
46, 65 - 72 (1951), beschrieben.
[0023] Es ist ferner möglich, die Emulsionen mit Polyalkylenoxid-Derivaten zu sensibilisieren,
z.B. mit Polyethylenoxid eines Molekulargewichts zwischen 1000 und 20.000, ferner
mit Kondensationsprodukten von Alkylenoxiden und aliphatischen Carbonsäuren, aliphatischen
Aminen, aliphatischen Diaminen und Amiden. Die Kondensationsprodukte haben ein Molekulargewicht
von mindestens 700, vorzugsweise von mehr als 1000. Zur Erzielung besonderer Effekte
kann man diese Sensibilisatoren selbstverständlich kombiniert verwenden, wie in der
belgischen Patentschrift 537 278 und in der britischen Patentschrift 727 982 beschrieben.
Die Emulsionen können auch spektral sensibilisiert sein, z.B. durch die üblichen Mono-
oder Polymethinfarbstoffe, wie saure oder basische Cyanine, Hemicyanine, Streptocyanine,
Merocyanine, Oxonole, Hemioxonole, Styrylfarbstoffe oder anderen, auch drei- oder
mehrkernige Methinfarbstoffe, beispielsweise Rhodacyanine oder Neocyanine. Derartige
Sensibilisatoren sind beispielsweise beschrieben in dem Werk von F.M. HAMER "The Cyanine
Dyes and Related Compounds" (1964), Interscience Publishers John Wiley and Sons, New
York. Die Emulsionen können die üblichen Stabilisatoren enthalten wie z.B. homöopolare
oder salzartige Verbindungen des Quecksilbers mit aromatischen oder heterocyclischen
Ringen wie Mercaptotriazole, einfache Quecksilbersalze, Sulfoniumquecksilberdoppelsalze
und andere Quecksilberverbindungen. Als Stabilisatoren sind ferner geeignet Azaindene,
vorzugsweise Tetra- oder Pentaazaindene, insbesondere solche, die mit Hydroxyl-oder
Aminogruppen substituiert sind. Derartige Verbindungen sind in dem Artikel von BIRR,
Z.Wiss.Phot., 47, 2 - 58 (1952), beschrieben. Weitere geeignete Stabilisatoren sind
u.a. heterocyclische Mercaptoverbindungen, z.B. Phenylmercaptotetrazol, quaternäre
Benzthiazol-Derivate, Benztriazol und ähnliche.
[0024] Die Emulsionen können in der üblichen Weise gehärtet sein, beispielsweise mit Formaldehyd
oder halogensubstituierten Aldehyden, die eine Carboxylgruppe enthalten wie Mucobromsäure,
Diketonen, Methansulfonsäureestern, Dialdehyden und dergleichen. Weiterhin können
die photographischen Schichten mit Härtern des Epoxityps, des heterocyclischen Ethylenimins
oder des Acryloyltyps gehärtet werden. Beispiele derartiger Härter sind z.B. in der
Deutschen Offenlegungsschrift 2 263 602 oder in der britischen Patentschrift 1 266
655 beschrieben. Weiterhin ist es auch möglich, die Schichten gemäß dem Verfahren
der Deutschen Offenlegungsschrift 2 218 009 zu härten, um farbphotographische Materialien
zu erzielen, die für eine Hochtemperaturverarbeitung geeignet sind.
[0025] Es ist ferner möglich, die photographischen Schichten bzw. die farbphotographischen
Mehrschichtenmaterialien mit Härtern der Diazin-, Triazin- oder 1,2-Dihydrochinolin-Reihe
zu härten, wie in den britischen Patentschriften 1 193 290, 1 251 091, 1 306 544,
1 266 655, der französischen Patentschrift 71 02 716 oder der deutschen Patentanmeldung
P 23 32 317.3 (A-G 1110) beschrieben ist. Beispiele derartiger Härter sind alkyl-
oder arylsulfonylgruppenhaltige Diazin-Derivate, Derivate von hydrierten Diazinen
oder Triazinen wie z.B. 1,3,5-Hexahydrotriazin, fluorsubstituierte Diazin-Derivate
wie z.B. Fluorpyrimidine, Ester von 2-substituierten 1,2-Dihydrochinolin-oder 1,2-Dihydroisochinolin-N-carbonsäuren.
Brauchbar sind weiterhin Vinylsulfonsäurehärter, Carbodiimid- oder Carbamoylhärter
wie z.B. in den Deutschen Offenlegungsschriften 2 263 602, 2 225 230 und 1 808 685
., der französischen Patentschrift 1 491 807, der deutschen Patentschrift 872 153 und
der DDR-Patentschrift 7218 beschrieben. Weitere brauchbare Härter sind beispielsweise
in der britischen Patentschrift 1 268 550 beschrieben.
[0026] Es werden die üblichen Schichtträger verwendet. Geeignet sind z.B. Folien aus Cellulosenitrat,
Celluloseacetat wie Cellulosetriacetat, Polystyrol, Polyester wie Polyethylenterephthalat,
Polyolefine wie Polyethylen oder Polypropylen, eine barytierte oder eine polyolefin-kaschierte,
wie z.B. eine polyethylen-kaschierte, Papierunterlage sowie Glas und dergleichen.
[0027] Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere geeignet für die Farbentwicklung
photographischer Materialien. Beispielsweise wird bildmäßig belichtetes photographisches
Umkehrmaterial mit mindestens einer Silberhalogenidemulsionsschicht einer Schwarz-Weiß-Entwicklung
und gegebenenfalls weiteren Zwischenbädern unterworfen. Anschließend wird das photographische
Material in bekannter Weise verschleiert und das so behandelte photographische Material
in einem erfindungsgemäß zu verwendenden Zweitentwickler (Farbentwickler) unter Bildung
eines positiven Umkehrbildes entwickelt.
[0028] Die Vorteilhaftigkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt neben der bedeutenden
Verringerung der benötigten Volumina in der einfachen Handhabung der Regenerierung
der eingesetzten Entwickler begründet. Es sind somit keine komplizierten Apparaturen
zur Wiederaufbereitung der gebrauchten Entwickler erforderlich.Außerdem sind durch
die gesteigerte Aufnahmefähigkeit der Ionenaustauscher vergleichsweise nur geringe
Mengen an Ionenaustauschern erforderlich.
[0029] Soll beispielsweise die Konzentration von Kaliumbromid in einem gebrauchten Entwickler
von 10 g pro Liter auf 8 g pro Liter Kaliumbromid gesenkt werden, so sinderfindungsgegemäß
nur ca. 1 kg Ionenaustauscher pro 100 1 Entwickler erforderlich, während für die Entfernung
der gleichen Menge Bromid aus einem Entwickler mit einem Gehalt von 2 g Kaliumbromid
pro Liter unter sonst gleichen Bedingungen ca. 10 kg Ionenaustauscher erforderlich
sind.
[0030] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird durch Behandlung eines gebrauchten Entwicklers
mit geringen Mengen eines Ionenaustauschers eine konstante und reproduzierbare Entwicklerzusammensetzung
erhalten, die nach Zusatz erforderlicher Ergänzungschemikalien (Rejuvenator) als Regenerator
wieder verwendet werden kann.
[0031] Es war zwar aus den US-Patentschriften 3 183 087 und 3 523 793 bekannt, zur Entwicklung
von Umkehrmaterialien Entwickler mit einem hohen Bromidgehalt zu verwenden. In beiden
Fällen handelt es sich jedoch um ganz spezielle Schwarz-Weiß-Entwickler, mit denen
keine Farbentwicklung erfolgt.
[0032] Aus der US-Patentschrift 3 627 530 ist ein Schnellentwicklungsverfahren bekannt,
bei dem Entwickler mit einem höheren Brcmidgehalt eingesetzt werden. Die aus dieser
Patentschrift bekannten Entwickler mit einem hohen Bromidgehalt werden für Sch-nellverarbeitungsprozesse
verwendet. Sie sind für andere Verarbeitungsverfahren nicht geeignet.
[0033] Die Vorteilhaftigkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens gegenüber den bisher bekannten
Verfahren ist um so erstaunlicher, als aus der Deutschen Offenlegungsschrift 2 226
771 bekannt ist, daß Bromide in hohen Konzentrationen die Entwicklung photographischer
Materialien beeinträchtigen.
[0034] Das erfindungsgemäße Verfahren wird durch die folgenden Beispiele erläutert:
Beispiel 1
[0035] 1 Liter eines für die Umkehrfarbentwicklung geeigneten Farbentwicklers mit einem
Gehalt an 2 g Kaliumbromid werden mit 10 g eines stark basischen Anionenaustauschers
auf der Basis Styrol-divinylbenzol gemäß DE-PS 1 045 102 versetzt und 2 Stunden gerührt.
Danach wird vom Anionenaustauscher abfiltriert. Die Bromidionenkonzentration im Filtrat
ist aus Tabelle 1 ersichtlich. Der verwendete Farbentwickler hatte pro Liter folgende
Zusammensetzung:
[0036]

Beispiel 2
[0037] Es wird wie in Beispiel 1 verfahren, jedoch wird ein KBr-Gehalt von 10 g pro Liter
im Farbentwickler vorgegeben. Der KBr-Gehalt nach Behandlung mit dem Anionenaustauscher
im Filtrat ist aus Tabelle 1 ersichtlich.
[0038]

Es zeigt sich also, daß beim erfindungsgemäßen Verfahren (Beispiel 2) mit der gleichen
Menge an Anionenaustauscher eine wesentlich größere Menge an Kaliumbromid vom Anionenaustauscher
absorbiert wird.
Beispiel 3
[0039] Ein photographisches Material folgenden Aufbaus wird in üblicher Weise bildmäßig
belichtet und der angegebenen Umkehrverarbeitung unterworfen:
Aufbau des photographischen Materials
[0040] Schicht 1: Eine Blaugrünschicht, enthaltend eine Silberbromidjodidemulsion mit 7
Mol-% Jodid, hergestellt gemäß Glafkides "Photographic Chemistry", Vol. 1, Seite 289
ff, Fountain Press, London 1958. Der Silbergehalt der Emulsion beträgt - ausgedrückt
in AgN0
3 - 100 g pro kg Emulsion. Die Emulsion wird in bekannter Weise durch Zusätze von Schwefelverbindungen
und Gold-I-Verbindungen gereift. Sie ist für den roten Spektralbereich sensibilisiert
und enthält einen Farbkuppler folgender Formel:

[0041] Schicht 2: Eine zweite Blaugrünschicht, enthaltend eine Silberbromidjodidemulsion
mit 6 Mol-% Jodid, hergestellt nach dem unter Schicht 1 beschriebenen Verfahren, jedoch
mit einer höheren Empfindlichkeit. Die Schicht enthält den gleichen Farbkuppler wie
Schicht 1.
[0042] Schicht 3: Eine Purpurschicht, enthaltend eine Silberbromidjodidemulsion wie unter
Schicht 1 beschrieben, jedoch für den grünen Spektralbereich sensibilisiert. Sie enthält
einen Kuppler folgender Formel:

[0043] Schicht 4: Eine zweite Purpurschicht enthaltend eine Emulsion, wie unter Schicht
2 beschrieben, jedoch für den grünen Spektralbereich sensibilisiert und mit dem gleichen
Kuppler wie Schicht 3.
[0044] Schicht 5: Eine Gelbfilterschicht aus einem Silbersol.
[0045] Schicht 6: Eine Gelbschicht, enthaltend eine Silberbromidjodidemulsion mit 4 Mol-%
Jodid, hergestellt wie unter Schicht 1 beschrieben, die für den blauen Spektralbereich
empfindlich ist. Die Schicht enthält einen Kuppler folgender Formel:

[0046] Schicht 7: Eine weitere Gelbschicht enthaltend eine Silberbromidjodidemulsion mit
6 Mol-% Jodid, hergestellt wie unter Schicht 1 beschrieben, jedoch mit einer höheren
Empfindlichkeit im blauen Spektralbereich als Schicht 6. Die Schicht enthält den gleichen
Farbkuppler wie Schicht 6.
[0047] Schicht 8: Der Aufbau wird mit einer Schutzschicht abgeschlossen. Die hierzu verwendete
Gießlösung enthält neben dem Härtungs- und Netzmittel 1,6 % Gelatine. Auftrag entsprechend
50 ml/qm.
Verarbeitung I
[0048] Das bildmäßig belichtete Material wird 8 Minuten lang bei 30°C in dem folgenden Erstentwickler
I entwickelt. Anschließend wird das photographische Material einem Stoppbad unterworfen,
gewässert, zweitbelichtet und 6 Minuten lang in dem Entwickler II bei 30°C entwickelt.
Nach der Zweitentwicklung wird wie üblich gebleicht und fixiert, gewässert und getrocknet.
Der Entwickler II entspricht dem in Beispiel 1 angegebenen Entwickler.
[0049] Entwickler I (Konzentration pro Liter)
[0050]

pH-Wert: 10,0
Verarbeitung II
[0051] Es wird wie unter Verarbeitung I angegeben verfahren mit folgender Abänderung:
[0052] Der Entwickler II enthält 10 g Kaliumbromid;
[0053] Zeitdauer der Zweitentwicklung: 10 Minuten bei 30°C.
Verarbeitung III
[0054] Es wird wie unter Verarbeitung I angegeben verfahren mit folgender Abänderung:
[0055] Der Entwickler II enthält 10 g Kaliumbromid; Zeitdauer der Zweitentwicklung: 6 Minuten
bei 38°C.
Verarbeitung IV
[0056] Es wird wie unter Verarbeitung I angegeben verfahren mit folgender Abänderung:
[0057] Der Entwickler II enthält 20 g Kaliumbromid;
[0058] Zeitdauer der Zweitentwicklung: 6 Minuten bei 38°C.
[0059] Es werden folgende Maximaldichten erhalten:

[0060] Wie aus dem Vergleich der Verarbeitungsverfahren I bis IV ersichtlich ist, werden
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren (II bis IV) praktisch die gleichen Maximaldichten
erreicht bzw. überschritten wie bei typgemäßer Verarbeitung. Der Vorteil des erfindungsgemäßen
Verfahrens gegenüber dem Vergleichsverfahren (Typ) liegt darin, daß - wie aus Beispiel
1 ersichtlich - die Aufbereitung des gebrauchten Entwicklers zur Wiederverwendung
weitaus einfacher und wirtschaftlicher zu handhaben ist.