[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Regenerierung ammoniakalischer Ätzlösungen
zum Ätzen von metallischem Kupfer, insbesondere zum Ätzen von galvanisierten Leiterplatten.
[0002] Beispielsweise ist aus der DE-OS 26 25 869 bekannt, zum Ätzen von kupferkaschierten
Leiterplatten wäßrige Lösungen zu verwenden, welche neben Tetramminkupfer(II)-Ionen
noch Ammoniak und Ammoniumsalze enthalten. Beim Ätzen von metallischem Kupfer laufen
hierbei folgende Reaktionen ab:
[0003] Die Summe a) + b) ergibt die Gesamtreaktion c):

[0004] Als 0
2 ist Luftsauerstoff gemeint. Die Luftoxidation von Gu
+ zu Cu
++ findet in der Sprühätzmaschine spontan statt. Eine gesonderte Luftzufuhr ist nicht
erforderlich.
[0005] Als NH
4-Salze werden nach DE-OS 26 25 869 vorzugsweise Gemische aus NH
4Cl und (NH
4)
2CO
3 verwendet. In Salzform sieht die Gesamtreaktion z.B. beim Chlorid wie folgt aus:

[0006] Daraus ist zu ersehen, daß das metallische Kupfer unter Verbrauch von Ammoniak, Ammoniumsalzen
und Luftsauerstoff zu [Cu(NH
3)
4]
++-Ion oxidiert wird. Die Chemikalien NH
3 und NH
4-Salze werden in der Praxis als wäßrige Lösungen, sog. "Ergänzungslösungen", der Ätzmaschine
während des Ätzprozesses zudosiert.
[0007] Die hierbei entstehenden stark kupferhaltigen Ätzkonzentrate werden als Überlauf
gesammelt und einem ein- schlägigen Kupferverarbeitungsbetrieb abgegeben, wo, unseres
Wissens nach, das NH
3 mit Chlor zerstört und das Kupfer mit Schrott (Fe) auszementiert wird. Die Abgabe
des Überlaufs an diesen Betrieb ist mit Transport-und Verarbeitungskosten verbunden.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Regenerierung der ammoniakalischen
Ätzlösungen zu schaffen, mit dem auf relativ einfache Weise die beim Kupferätzen verbrauchten
Stoffe NH
3 und NH
4-Salze sowie das geätzte Kupfer zurückgewonnen werden können. Das zur Lösung der gestellten
Aufgabe entwickelte Recycling-Veriahren besteht darin, daß mit Hilfe eines Metalls,
das unedler ist als Kupfer und im pH-Bereich des Ätznediums ein schwerlösliches Hydroxid
bildet, das Cu
++-Ion zu metallischem Kupfer reduziert wird und die Ätzchemikalien zurückgebildet werden,
wobei das Metall selbst zu einem schwerlöslichen Hydroxid oxidiert wird.
[0009] Von den für den Kupferzementationsprozeß geeigneten unedlen Metallen Al, Zn, Mg und
Fe wird bevorzugt Al verwendet, da es keine löslichen Amminkomplexe bildet und keine
toxischen Ionen abgibt. Es laufen hierbei folgende Reaktionen ab:

[0010] Die Summe von e) und f) ergibt die Gesantreaktion g):

[0011] Aus der Gleichung g) ist zu ersehen, daß mit Hilfe von Al praktisch die Umkehrung
des Ätzprozesses nach Gleichung c) erreicht wird.
[0012] Die Rea.ktion g) sieht in der Chloridform wie folgt aus:

[0013] Ähnlich verläuft die Reaktion mit Fe:

[0014] Durch Filtrieren wird die entkupferte Lösung vom Cu und Al(OH)
3-Schlamm getrennt und als Ergänzungslösung für den Ätzprozeß wiederverwendet. Das
Zementkupfer liegt als schweres Pulver vor und läßt sich von dem leichteren Hydroxid
relativ leicht abtrennen. Ergänzend soll betont werden, daß die Eigenschaft des Ammoniaks,
etwas Al(OH)
3 als Aluminat aufzulösen, durch die Anwesenheit der NH
4-Salze völlig unterbunden wird. Durch die vorzugsweise Verwendung eines Diaphragmas
wird die Kupferzementation in Form einer inneren Elektrolyse durchgeführt, wobei die
abgeschiedenen Stoffe Kupfer und Aluminiumhydroxid getrennt erhalten werden. Dies
erleichtert den Regenerierprozeß.
[0015] Eine zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Apparatur ist in
der Zeichnung dargestellt.
[0016] Sie besteht aus einem Behälter 1, der mittels eines Diaphragmas 2 in einem Anodenraum
3 und einem Kathodenraum 4 unterteilt ist. Der Anodenraum 3 ist mit Ergänzungslösung
und der Kathodenraum 4 mit einem Gemisch aus Ergänzungslösung und Ätzlösung gefüllt.
In den Anodenraum 3 wird als unedle Elektrode eine Al-Platte 5 als lösliche Anode
und in den Kathodenraum 4 als edlere Elektrode eine Cu-Platte 6 eingetaucht. Durch
Verbinden beider Platten mit einem Metalldraht 7 beginnt sofort eine Elektrolyse ohne
äußere Stromquelle (innere Elektrolyse). Hierbei gibt die Al-Platte 5 an die Cu-Platte
6 Elektronen ab und zerfällt selbst in Al(OH)
3 nach folgender Reaktion:

[0017] An der Cu-Elektrode wird gleichzeitig fest haftendes Kupfer abgeschieden:

[0018] Als Gesamtreaktion ergibt sich die bereits erwähnte Gleichung g).
[0019] Auf diese Weise wird die Flüssigkeit im Kathodenraum 4 völlig entkupfert, es entsteht
reine Ergänzungslösung. Ein Teil davon wird herausgenommen und durch Ätzlösung ersetzt.
Die entnommene Ergänzungslösung wird der Ätzmaschine für den Ätzprozeß zudosiert.
Der Überlauf der Ätzmaschine wird, wie oben beschrieben, im Kathodenraun 4 chargenweise
entkupfert und in Ergänzungslösung umgewandelt. Die Kathodenflüssigkeit besteht vorzugsweise
jeweils vor Beginn der Elektrolyse aus ca. 95% Ergänzungslösung und 5% Ätzlösung.
Dies ist wegen des Dichte-Unterschieds (1,05 g/ml bei der Ergänzungslösung und 1,2
g/ml bei der Ätzlösung mit ca. 150 g Cu
++/1) notwendig, um eine Wanderung von Ätzlösung in den Anodenraum 3 zu vermeiden, d.h.
eine direkte Kupferzementation an der Al-Platte zu verhindern. Die Ergänzungslösung
im Anodenraum 3 wird von Zeit zu Zeit durch Filtrieren vom Al(OH)
3-Schlamm abgetrennt und wieder als Anodenflüssigkeit verwendet. Das abgeschiedene
Al(OH)
3 kann verworfen werden.
1. Verfahren zur Regenerierung ammoniakalischer Ätzlösungen zum Ätzen von metallischem
Kupfer, insbesondere zum Ätzen von galvanisierten Leiterplatten, dadurch gekennzeichnet
, daß mit Hilfe eines Metalls, das unedler ist als Kupfer und im pH-Bereich des Ätzmediums
ein schwerlösliches Hydroxid bildet, das Cu++-Ion zu metallischem Kupfer reduziert wird und die Ätzchemikalien zurückgebildet werden,
wobei das unedle Metall selbst zu einem schwerlöslichen Hydroxid oxidiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenneichnet, daß als Metall Aluminium bevorzugt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, wobei das anmoniakalische Ätzmittel Tetramminkupfer(II)-Ionen,
Ammoniak und Ammoniumsalze, vorzugsweise Ammoniumchlorid und Ammoniumcarbonat, enthält,
dadurch gekennzeichnet , daß das abgeätzte Kupfer und das bei der Ätzung verbrauchte
Ammoniak und die Ammoniumsalze nach folgender Hauptreaktion zurückgewonnen werden:
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ammoniak-
und Ammoniumsalz-Lösung durch Filtrieren gereinigt wird.
5.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß der Regenerierprozeß
mit Hilfe eines Diaphragmas (2) als Elektrolyseprozeß ohne äußere Stromquelle durchgeführt
wird, wobei das 5 geätzte Kupfer im Kathodenraum (4) und das Al(OH)3 im Anodenraum (3) getrennt abgeschieden werden.