[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Naßbehandlung von strangförmigem Textilgut,
enthaltend wenigstens eine Düse zur Zuführung eines Luftstromes zum Textilgut sowie
Einrichtungen zum Zurückhalten einer im strangförmigen Gut gebildeten Luftblase, zum
Abtasten dieser Luftblase und zur Steuerung der Luftzufuhr.
[0002] Zur Naßbehandlung (wie Färben, Waschen, Spülen) von strangförmigem Textilgut sind
bereits verschiedene Vorrichtungen bekannt, die mittels Düsen Luft auf bzw. in den
Strang blasen, um den Strang zu öffnen bzw. zu verlegen. Bei einer bekannten Vorrichtung
dieser Art (DE-OS 17 60 2681 wird die im strangförmigen Textilgut durch Einblasen
eines Luftstrahles erzeugte Luftblase durcn zwei Walzen zurückgehalten, von denen
die eine ortsfest angeordnet und die andere beweglich gelagert ist. Je nach der Größe
der Luftblase wird die beweglich gelagerte Walze mehr oder weniger ausgelenkt, betätigt
hierbei einen Steuerschalter und beeinflußt damit den in das Textilgut eingeblasenen
Luftstrahl.
[0003] Wie umfangreiche Versuche der Anmelderin zeigten, ist der Betrieb dieser bekannten
Ausführungen nicht zufriedenstellend. Da die eine der beiden erwähnten Walzen beweglich
sein muß, um ihre Abtastfunktion zu erfüllen, können die beiden Walzen andererseits
die gebildete Luftblase nicht unter allen betrieblichen Verhältnissen einwandfrei
zurückhalten. Es kommt vielmehr vor, daß die Luftblase durch einen plötzlichen Druckluftstoß
schlagartig eine solche Größe erfährt und die bewegliche Walze hierdurch momentan
so stark ausgelenkt wird, daß ein Teil der Luftblase zwischen den beiden Walzen hindurchschießt.
Ein Beheben dieser Störung macht dann unter Umständen ein kurzeitiges Abschalten der
Luftzufuhr erforderlich.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung dieser Mängel eine
Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszubilden, daß mit einfachen konstruktiven
Mitteln ein absolut zuverlässiger, störungsfreier Betrieb erreicht wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,daß vor der durch wenigstens eine
Umlenkwalze gebildeten Einrichtung zum Zurückhalten der Luftblase eine gesonderte
Abtasteinrichtung vorgesehen ist, die ein an der der Düse abgewandten Seite der Luftblase
anliegendes Fühlerelement enthält.
[0006] Wesentlich für die erfindungsgemäße Lösung ist damit die konstruktive und räumliche
Trennung der Abtasteinrichtung von der die Luftblase zurückhaltenden Einrichtung.
Dadurch können beide Elementeihrer spezifischen Aufgabe optimal angepaßt werden. So
wird die zum Zurückhalten der Luftblase dienende Einrichtung zweckmäßig in Form von
einer oder zwei fest angeordneten Umlenkwalzen ausgebildet. Ein Hindurchschießen der
Luftblase durch diese Einrichtung ist damit auch bei starken Druckluftstößen und plötzlichen
große Änderungen in den Abmessungen der Luftblase mit Sicherheit ausgeschlossen.
[0007] Die Abtasteinrichtung wird bei der erfindungsgemäßen Lösung in Bewegungsrichtung
des Textilgutes vor der die Luftblase zurückhaltenden Einrichtung angeordnet. Die
räumliche Trennung ermöglicht dabei die Wahl einer für die Abtastfunktion optimalen
Lage der Abtasteinrichtung. Günstig ist dabei auch, daß die Abtasteinrichtung verhältnismäßig
leicht ausgebildet werden kann, da sie nicht - wie beim eingangs geschilderten bekannten
Stand der Technik - zugleich die Luftblase zurückhalten muß.
[0008] Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand von drei in der Zeichnung
veranschaulichten Ausführungsbeispielen. Es zeigen
Fig. 1 eine schematisch gehaltene Teil-Querschnittsansicht durch eine erste Ausführungsform
der Naßbehandlungsvorrichtung im Bereich der Luftdüse;
Fig. 2 eine Schnittansicht entlang der Linie II-II in Fig. 1;
Fig. 3 eine Teil-Querschnittsansicht im Bereich der Luftdüse eines zweiten Ausführungsbeispieles
bei weit aufgeblasenem Textilgutstrang und geschlossener Luftzufuhr;
Fig. 4 eine ähnliche Querschnittsansicht wie in Fig. 3, jedoch bei weitgehend flachgedrücktem
Textilgutstrang und geöffneter Luftzufuhr;
Fig. 5, 6 Aufsichten auf zwei verschiedene Ausführungsvarianten von Luftzufuhr-Steuereinrichtungen
für das zweite Ausführungsbeispiel (gemäß Fig. 3 und 4);
Fig. 7, 8 zwei Teil-Querschnittsansichten eines dritten Ausführungsbeispieles (im
Bereich der Luftdüse), und zwar einmal bei weitgehend flachgedrücktem Textilgutstrang
und geöffneter Luftzufuhr sowie einmal bei aufgeblasenem Textilgutstrang und geschlossener
Luftzufuhr;
Fig. 9 eine Aufsicht auf einen die Luftblase abtastenden Steuerbügel für das dritte
Ausführungsbeispiel (gemäß Fig. 7 und 8).
[0009] Bei allen Ausführungsbeispielen wird in der nur jeweils zum Teil dargestellten Naßbehandlungsvorrichtung
insbesondere strangförmiges Textilgut 1 naßbehandelt, z.B. gespült oder gewaschen,
und dabei in Richtung der Pfeile 2 transportiert.
[0010] Beim Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 1 und 2 ist in dem hier besonders interessierenden
Teil der Naßbehandlungsvorrichtung wenigstens eine Düse 3 für die Zuführung eines
Luftstromes (Pfeile 4) vorgesehen. Während Fig. 1 nur eine Düse 3 mit den ihr zugeordneten
Teilen zeigt, können je nach Textilgutbreite bzw. je nach Anzahl der nebeneinanderlaufenden
Textilgutstränge auch mehrere solcher - gleichartiger - Düsen vorgesehen sein, die
dann - senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 1 gesehen - hintereinanderliegen.
[0011] Die Düse 3 ist mit einem sich nach außen erweiternden Mundstück 5 versehen, das das
Textilgut 1 dicht an der Düsenöffnung 6 vorbeiführt. Dieses Mundstück wird - wie sich
vor allem auch aus Fig. 2 ergibt - im wesentlichen von zwei V-förmig zueinander angeordneten
Leitplatten 5a, 5b gebildet, die auf ihren Innenseiten Leitflächen für das Textilgut
1 bilden und von der Düsenöffnung 6 in Richtung des aus der Düse austretenden Luftstromes
(Pfeile 4) divergieren. Die Leitplatten können dabei im wesentlichen eben ausgebildet
(vgl. Fig. 2) und beispielsweise aus Blech oder geeigneten Kunststoffplatten hergestellt
sein. Das Mundstück 5 ist in geeigneter Weise im Bereich der Düsenöffnung 6 so an
der Düse 3 befestigt, daß der zu beblasende Textilgutstrang in jedem Falle an der
Düsenöffnung 6 (im Bereich der engsten Stelle der V-Form) zwischen den beiden Leitplatten
5a, 5b vorbeigeleitet wird. Zur Größe der Leitplatten 5a, 5b des Mundstückes 5 sei
gesagt, daß diese einerseits ausreichend breit sein sollen, um das Textilgut 1 vor
und hinter der Düsenöffnung 6 genügend führen zu können, und andererseits eine ausreichende
Länge (in Richtung des aus der Düse 3 austretenden Luftstromes gemäß Pfeil 4 gesehen)
aufweisen sollen, damit sie auch bei besonders groß aufgeblähtem Textilgutstrang diesen
noch stets seitlich erfassen können. Zweckmäßig sind die der Textilgut-Transportrichtung
(Pfeil 2) entgegen gerichteten Kanten der Leitplatten 5a, 5b abgerundet oder umgebördelt,
damit ein schonendes Einführen des Textilgutes 1 in das Mundstück 5 gewährleistet
ist.
[0012] Für die Wirksamkeit der Düse 3 ist es ferner von Bedeutung, daß sich im Bereich der
Düsenöffnung 6 eine Umlenkung für das Textilgut 1 ergibt. Zu diesem Zweck ist bei
dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 die Düse 3 schräg nach oben blasend angeordnet,
während das strangförmige Textilgut 1 aus einem nicht näher veranschaulichten, darunter
liegenden Naßbehandlungsbad etwa senkrecht oder annähernd senkrecht nach oben transportiert
wird (Pfeil 2), und zwar in der Weise, daß das Textilgut 1 durch sein Eigengewicht
stets auf der Düsenöffnung 6 aufliegt.
[0013] Bei dieser Führung wird das Textilgut 1 nach Passieren der Düsenöffnung 6 und des
Mundstückes 5 schräg nach oben laufend weitertransportiert. Hierbei ist es wichtig,
daß in Bewegungsrichtung des Textilgutes 1 hinter der Düse 3 eine Einrichtung zum
Zurückhalten einer sich im Textilgut bildenden Luftblase 10 vorgesehen ist. Bei dieser
Vorrichtung wird die genannte Zurückhalteeinrichtung durch zwei Umlenkwalzen 8, 9
bebildet, die in diesem Falle etwa schräg hintereinander angeordnet sind und nacheinander
von dem in Richtung des Pfeiles 2 transportierten Textilgut 1 passiert werden. Wie
sich aus Fig. 1 deutlich entnehmen läßt, sorgt vor allem die zuerst vom Textilgut
1 passierte Umlenkwalze 8 dafür, daß das auf sie auflaufende Textilgut 1 durch die
erste Umlenkung so zusammengedrückt wird, daß die im Bereich zwischen dieser Umlenkwalze
8 und Mundstück 5 bzw. Düse 3 vorhandene Luftblase 10 nicht über diese Umlenkwalzen
hinauswandern kann.
[0014] In vielen Fällen,beispielsweise bei der Behandlung von Schlauchware oder dgl.,ist
es wichtig, die Luftzufuhr zum Textilgut 1 zu steuern. Zu diesem Zweck ist innerhalb
der Düse 3 eine als Steuerorgan vorgesehene Drosselklappe 11 eingebaut, die zwischen
einer vollkommen geöffneten und einer vollkommen geschlossenen Stellung eingestellt
werden kann. Diese Drosselklappe 11 wird in diesem Ausführungsbeispiel in Abhängigkeit
von der Schwenklage eines Steuerbügels 12 eingestellt, der auf der der Düsenöffnung
6 gegenüberliegenden Seite des Textilgutstranges gelenkig angordnet ist und von der
im Textilgut 1 gebildeten Luftblase 10 geschwenkt werden kann. Im veranschaulichten
Ausführungsbeispiel wird der Einfachheit halber angenommen, daß dieser Steuerbügel
12 an seinem in Transportrichtung (Pfeil 2) des Textilgutes 1 weisenden Ende über
eine Gelenkachse 13 vom Mundstück 5 getragen wird. Der Steuerhebel 12 kann dann um
seine Gelenkachse 13 in Richtung des Doppelpfeiles 14 geschwenkt werden, indem er
stets auf der genannten Seite des Textilgutes 1 aufliegt und dadurch die Größe der
Luftblase 10 abtastet. Der Steuerbügel 12 ist über eine Gelenkstelle 15 und ein Verbindungsgestänge
16 mit der Drosselklappe 11, insbesondere mit deren Schwenkachse 11a, verbunden (vgl.
Fig. 1).
[0015] Diese VErbindung zwischen der Drosselklappe 11 und Steuerbügel 12 sollte eine Steuerung
in der Weise gestatten, daß dieser Steuerbügel 12 schon bei einer geringen Auslenkung
ein Schließen der Drosselklappe 11 bewirken kann, wobei jedoch gleichzeitig sichergestellt
werden muß, daß eine weitergehende Auslenkung des Steuerbügels 12 durch einen Freihub
dieses Bügels möglich ist, damit dieser Steuerbügel 12 die Transportbewegung des strangförmigen
Textilgutes 1 in keiner Weise behindert.
[0016] Was die Zufuhr der Luft anbelangt, so wird es vorgezogen, diese aus dem Innenraum
des Naßbehandlungsbehälters, z.B. des Kufeninnenraumes, der Düse 3 zuzuführen. Zu
diesem Zweck ist die Düse 3 an dem einen Ende eines Luftzuleitungsrohres 17 angebaut,
in dem ein beispielsweise als Axialventilator ausgeführter Ventilator 18 angeordnet
ist, der den Luftstrom 4 für das Beblasen des Textilgutes 1 erzeugt.
[0017] Versuche haben ergeben, daß eine besonders günstige Beblasung des strangförmigen
Textilgutes 1 erzielt werden kann, wenn der Ventilator 18 für die Erzeugung eines
Luftstromes 4 mit einem Druck von etwa 2500 mm WS ausgelegt ist; dabei kann eine Düse
gewählt werden, deren Düsenöffnung 6 einen Durchmesser von etwa 3 mm besitzt.
[0018] Während bei diesem anhand der Fig. 1 und 2 geschilderten ersten Ausführungsbeispiel
die Abtasteinrichtung für die Luftblase einen Steuerbügel 12 enthält, der über ein
Verbindungsgestänge 16 mit der Luftzufuhr-Drosselklappe 11 in Steuerverbindung steht,
kann die Abtasteinrichtung mit den zugehörigen Steuerelementen auch anders ausgebildet
sein, wie die folgenden Ausführungsbeispiele zeigen.
[0019] Auch beim zweiten Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 3 bis 5 wird das strangförmige
Textilgut 1 wiederum von unten nach oben in Richtung der Pfeile 2 transportiert und
über wenigstens eine Umlenkwalze 8 so umgelenkt, daß eine sich durch Luftbeblasung
innerhalb des Textilgutstranges bildende Luftblase 10 zurückgehalten wird, wie es
bereits anhand des ersten Ausführunasbeispieles (Fi
g. 1 und 2) geschildert worden ist. Bei diesem zweiten Ausführungsbeispiel enthält die
gesonderte Abtasteinrichtung 20 ein Fühlerelement in Form eines geschlossenen Steuerbügels
21, an der der Luftdüse 22 abgewandten Seite der Luftblase 10 bzw. des Textilgutes
1 anliegt. Wie sich aus den Querschnittsdarstellungen der Fig. 3 und 4 deutlich erkennen
läßt, wird der Steuerbügel 21 von einem rohrförmigen Steuerkörper 23 getragen, mit
dem er drehfest verbunden ist. Dieser rohrförmige Steuerkörper 23 umschließt ein Luftzuleitungsrohr
24 relativ eng, jedoch drehbeweglich auf einem kurzen Längsabschnitt des Luftzuleitungsrohres
24 (vgl. Fig. 5). Der Steuerkörper 23 ist durch ein ihn umfassendes, bogenförmiges
Rohranschlußelement 25 in seiner axialen Lage festgelegt, wobei das Rohranschlußelement
25 auf das Luftzuleitungsrohr 24 aufgeschweißt ist. Die Drehbeweglichkeit des Steuerkörpers
23 in Richtung des Doppelpfeiles 26 wird begrenzt durch einen im Luftzuleitungsrohr
24 vorgesehenen Führungsschlitz 27, in den ein drehfest mit dem Steuerkörper 23 verbundener
Anschlagzapfen 28 eingreift. Gegenüber dem Führungsschlitz 27 in Umfangsrichtung versetzt
ist eine Öffnung 29 im Luftzuleitungsrohr 24 vorgesehen, die einer gleichgroßen öffnung
30 im Rohranschlußelement 25 gegenüberliegt, an das ein Verbindungsrohr 31 zur Düse
22 angeschlossen ist. In dem Steuerkörper 23 ist nun eine weitere Durchgangsöffnung
32 vorgesehen, die die gleiche Größe besitzt wie die öffnungen 29 und 30 und die so
angeordnet ist, daß sie in der einen Drehendstellung des Steuerkörpers 23 eine Luftströmung
aus dem Luftzuleitungsrohr 24 in das Verbindungsrohr 31 bzw. durch die Öffnungen 29,
30 hindurch verhindert (=geschlossene Stellung gemäß Fig. 3) und die in der anderen
Drehendstellung des Steuerkörpers 23 genau zu den öffnungen 29 und 30 ausgerichtet
ist, so daß sie - gemäß Fig. 4 - eine vollkommen offene Verbindung zwischen dem Luftzuleitungsrohr
24 und dem Verbindungsrohr 31 bzw. zwischen den öffnungen 29 und 30 herstellt. Es
ergibt sich auf diese Weise ein Luft-Steuerventil, das in Abhängigkeit von der Stellung
des Steuerbügels 21 und somit in Abhängigkeit von der Größe der Luftblase 10 im Textilgut
1 die Luftzufuhr vom Luftzuleitungsrohr 24 über das Verbindungsrohr 31 zur Luftdüse
22 steuert. Wie ein Vergleich zwischen den Fig. 3 und 4 zeigt, wird die Luftzufuhr
zur Düse durch den Steuerkörper 23 unterbrochen, wenn die Luftblase 10 im Textilgut
1 zu groß wird, und vollkommen geöffnet, wenn die Luftblase 10 im Textilgut 1 zu klein
bzw. praktisch gar keine Luft im Textilgut 1 ist; es können auf diese Weise selbstverständlich
auch Zwischenstellungen geregelt werden.
[0020] Den Fig. 3 und 4 läßt sich ferner entnehmen, daß die Schwenkachse des Steuerbügels
21, die in diesem Falle mit der Rohrlängsachse 33 des Luftzuleitungsrohres 24 zusammenfällt,
tiefer liegt als der zur Anlage an das Textilgut 1 kommende Teil 21a des Steuerbügels;
diese Anordnung und Ausbildung bewirkt, daß der Steuerbügel 21 durch sein Eigengewicht
am Textilgut 1, und zwar an der der Düse 22 abgewandten Seite, anliegt. In diesem
Ausführungsbeispiel befindet sich auch das Luftzuleitungsrohr 24 mit dem darauf angeordneten
Steuerkörper 23 auf der der Düse 22 abgewandten Seite des Textilgutes 1; das Verbindungsrohr
31 zwischen Luftzuieitungsrohr 24 und Düse 22 muß daher so geführt sein, daß es die
Bewegung des Textilgutstranges nicht behindert.
[0021] Was die Düse zur Zuführung des Luftstromes zum Textilgut 1 anbelangt, so kann diese
Düse 22 in Form eines über die ganze Arbeitsbreite der Naßbehandlungsvorrichtung,
also senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 3 und 4 verlaufenden Düsenrohres ausgebildet
sein, das über seine Länge vorzugsweise eine Anzahl von einzelnen Düsenöffnungen 22a
(Fig. 3), evtl. jedoch auch einen durchgehenden Düsenschlitz aufweist.
[0022] Die Breite des Steuerbügels 21 (gesehen in Richtung der Arbeitsbreite, parallel zur
Düse 22) wird sich im allgemeinen nach der Größe bzw. Breite des zu behandelnden Textilgutes
1 richten. Bei der in Fig. 5 - in der Aufsicht - dargestellten Ausführungsform der
Abtasteinrichtung 20 ist der Steuerbügel 21 für verhältnismäßig schmale Textilgutstränge
entsprechend schmal ausgeführt.
[0023] Fig. 6 zeigt dagegen eine Ausführungsvariante, bei der die Abtasteinrichtung 20'
für verhältnismäßig breites Textilgut bzw. verhältnismäßig breite Textilgutstränge
bestimmt ist. Der Steuerbügel 21' besitzt daher auch eine verhältnismäßig große Breite,
und auf dem Luftzuleitungsrohr 24 sind daher auch zwei Steuerkörper 23' mit entsprechendem
axialen Abstand jeweils in der gleichen Weise angeordnet, wie es anhand der Fig. 3
und 4 beschrieben und veranschauiicht ist. Der Steuerbügel 21' ist in diesem Falle
mit beiden Steuerkörpern 23' drehfest auf derselben Luftzuführleitung 24 schwenkbar
angeordnet. Im Bereich beider Steuerkörper 23' ist je ein Verbindungsrohr 31' in der
gleichen Weise wie im Falle der Fig. 3 und 4 an dasselbe Luftzuleitungsrohr 24 angeschlossen,
wobei beide Verbindungsrohre 31' etwa die gleiche Länge - zwischen Luftzuleitungsrohr
24 und Düsenrohr 22' - aufweisen. Diese beiden Verbindungsrohre 31' sind dabei dann
zu beiden Seiten des Strangquerschnittes des Textilgutes zum Düsenrohr 22' geführt.
[0024] Eine weitere Modifikation der anhand der Fig. 5 und 6 geschilderten Ausführungsvarianten
der gesonderten Abtasteinrichtung läßt sich noch dadurch erzielen, daß bei der Verwendung
von zwei Steuerkörpern mit diesen beiden Steuerkörpern entweder ein gemeinsames breites
Fühlerelement (entsprechend Fig. 6) oder je ein schmales Fühlerelement (beispielsweise
entsprechend Fig. 5) verbindbar ist, so daß die Naßbehandlungsvorrichtung für eine
alternative Behandlung von breit oder schmal geführtem strangförmigen - Textilgut
verwendet werden kann.
[0025] Eine baulich besonders einfache Ausführungsform bedeutet das in den Fig. 7 bis 9
veranschaulichte dritte Ausführungsbeispiel der Vorrichtung.
[0026] Das vorzugsweise strangförmige Textilgut 1 wird jeweils zunächst wieder in ähnlicher
Weise wie bei den vorhergehenden Ausführungsbeispielen - in Richtung der Pfeile 2
- von unten nach oben transportiert und dabei über wenigstens eine Umlenkwalze 8 herumgeführt,
die zum Zurückhalten einer im Textilgut 1 zu bildenden Luftblase 10 bestimmt ist.
[0027] Im Bereich unterhalb bzw. - in Bewegungsrichtung (Pfeile 2) des Textilgutes 1 gesehen
- vor der Umlenkwalze 8 ist ein die Luft zuführendes Düsenrohr 35 angeordnet. Das
Düsenrohr 35 reicht - senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 7 und 8 - etwa über die
ganze Arbeitsbreite der Naßbehandlungsvorrichtung und kann eine oder mehrere Durchgangscffnungen
36 (ggfs. ist jedoch auch wenigstens ein Durchgangsschlitz möglich).
[0028] Die auch in diesem Falle gesondert angeordnete Abtasteinrichtung 37 für die Luftblase
10 bzw. das Textilgut 1 enthält auch hier ein schwenkbares Fühlerelement in Form eines
Steuerbügels 38, der - in ähnlicher Weise wie beim zweiten Ausführungsbeispiel gemäß
Fig. 3 bis 6 - mit wenigstens einem die Luftzufuhr zur Düse
bestimmenden Düsenkörper 39 drehfest verbunden ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel
ist die wiederum mit der Rohrlängsachse 40 des Düsenrohres 35 zusammenfallende Schwenkachse
des Steuerbügels 38 auf derselben Seite des strangförmigen Textilgutes 1 wie die Düse
bzw. das Düsenrohr 35 angeordnet. Der das Textilgut 1 bzw. dessen Luftblase 10 abtastende
Teil des Steuerbügels 38 befindet sich dagegen auf der dem
Dü
senrohr 35 abgewandten Seite des Textil- gutes und wird reibschlüssig vom Teil 38b strangförmigen
Textilgut 1 mitgenommen. Der Steuerbügel 38 umschließt das strangförmige Textilgut
1 wenigstens mit drei Seiten. Wie in Fig. 9 dargestellt ist, kann dieser Steuerbügel
38 jedoch vorzugsweise in Form eines vollkommen geschlossenen Bügels ausgebildet sein
und dabei einen den Strangquerschnitt 1a auf der einen Seite (auf der vierten Seite)
begrenzenden, verstellbaren Steg 42 aufweisen, der über die ganze Breite des Steuerbügels
38 reicht und - wie gestrichelt angedeutet ist - in verschiedenen Stellungen eingeschoben
werden kann (beispielsweise durch gegenüberliegende Bohrungen in den Seitenstreben
38a des Steuerbügels 38).
[0029] Für einen Steuerbügel 38 genügt in diesem Falle ein einziger Steuerkörper 39, der
sich etwa über die Breite eines Textilgutstranges (vgl. Fig. 9) erstrecken kann. Der
Steuerkörper 39 ist dabei wiederum rohrförmig ausgebildet und umfaßt das Düsenrohr
35 relativ eng, wobei er jedoch in Richtung des Doppelpfeiles 41 begrenzt drehbeweglich
ist und an seinen Enden durch nicht näher veranschaulichte Begrenzungsstücke - ähnlich
wie beim zweiten Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 3 bis 6 - in seiner axialen Lage
festgelegt ist. Zweckmäßigerweise ist an dem Steuerkörper 39 - wie in den Fig. 7 und
8 dargestellt - noch ein Gegengewicht 43 für den Steuerbügel 38 so angeordnet, daß
letzterer - neben seiner reibschlüssigen Mitnahme durch das Textilgut 1 zusätzlich
noch gegen die dem Düsenrohr 35 abgewandte Seite des Textilgutes gehalten werden kann.
Dieses Gegengewicht kann ggfs. auch in seiner Kraftwirkung einstellbar sein.
[0030] Zu beachten ist bei der Ausbildung des Steuerkörpers 39, daß er in seinem mit der
einen Seite des Textilgutes 1 in Berührung stehenden Umfangsbereich wenigstens eine
Düsenöffnung 44 aufweist, die je nach Schwenkstellung des Steuerbügels 38 und somit
des Steuerkörpers 39 (Schwenkrichtung gemäß Doppelpfeil 41) mit den entsprechenden
Durchgangsöffnungen 36 im Düsenrohr 35 zur Deckung gebracht oder dagegen vollkommen
verschoben werden kann. Auf diese Weise kann die Luftzufuhr durch das Düsenrohr 35
und dessen Durchgangsöffnungen 36 freigegeben bzw. vollkommen versperrt werden, wobei
selbstverständlich ebenfalls Zwischenstellungen möglich sind. Die Schwenkendstellungen
von Steuerbügel 38 und Steuerkörper 39 gegenüber dem feststehenden Düsenrohr 35 können
durch einen Anschlagzapfen 45 begrenzt werden, der mit einem entsprechend langen Führungsschlitz
46 in Eingriff steht, wobei der Anschlagzapfen 45 im festen Düsenrohr befestigt und
der Führungsschlitz 46 im Steuerkörper 39 angeordnet ist (eine umgekehrte Anordnung
ist jedoch ebenfalls denkbar).
[0031] Ganz allgemein kann eine Naßbehandlungsvorrichtung, wie sie zuvor anhand der verschiedenen
Ausführungsbeispiele geschildert worden ist, so aufgebaut sein, daß sie für die Naßbehandlung
eines einzigen, ringförmig und endlos zusammengenähten Textilgutstranges bestimmt
ist, oder sie kann auch für mehrere parallel nebeneinander laufende, endlos gemachte
Textilgutstränge oder auch für einen endlos zusammengenähten und spiralförmig mehrmals
durch das Behandlungsbad geführten Textilgutstrang konstruiert sein.
[0032] Im letzteren Falle kann dann eine der Anzahl der nebeneinander laufenden Strangabschnitte
entsprechende Anzahl gesonderter Abtasteinrichtungen mit Düsen mit entsprechendem
Abstand nebeneinander angeordnet sein. In jedem Falle kann die Naßbehandlungsvorrichtung
sowohl für eine kontinuierliche als auch für eine diskontinuierliche Behandlung verwendet
werden.
1. Vorrichtung zur Naßbehandlung von strangförmigem Textilgut, enthaltend wenigstens
eine Düse zur Zuführung eines Luftstromes zum Textilgut sowie Einrichtungen zum Zurückhalten
einer im strangförmigen Gut gebildeten Luftblase, zum Abtasten dieser Luftblase und
zur Steuerung der Luftzufuhr,
dadurch gekennzeichnet,
daß vor der durch wenigstens eine Umlenkwalze (8,9) gebildeten Einrichtung zum Zurückhalten
der Luftblase (10) eine gesonderte Abtasteinrichtung (20;37) vorgesehen ist, die ein
an der der Düse (3,22, 35,44) abgewandten Seite der Luftblase anliegendes Fühlerelement
(12;21;38) enthält.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das schwenkbare Fühlerelement
(21;38) mit wenigstens einem die Luftzufuhr zur Düse (22;44) bestimmenden Steuerkörper
(23;39) drehfest ver-bunden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (33)
des Fühlerelementes (21) tiefer als der zur Anlage am stangförmigen Textilgut kommende
Teil des Fühlerelementes und auf der der Düse (22) abgewanden Seite des Textilgutes
angeordnet ist, das Fühlerelement unter der Wirkung seines Eigengewichts am strangförmigen
Textilgut anliegt und der Steuerkörper (23) über wenigstens ein Verbindungsrohr (31)
mit der Düse verbunden ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, insbesondere für breitgeführtes strangförmiges Textilgut,
dadurch gekennzeichnet, daß das Fühlerelement (21')mit zwei Steuerkörpern ( 23') drehfest
verbunden ist, die auf derselben Luftzuführleitung (24) mit Abstand voneinander schwenkbar
angeordnet und über zu beiden Seiten des Strangquerschnitts verlaufende Verbindungsrohre
( 31') etwa gleicher Länge mit einem die Düsen enthaltenden Rohr (22') verbunden sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (40)
des Fühlerelementes (38) auf derselben Seite des strangförmigen Textilgutes ( 1 )
wie die Düse (35,44) geordnet ist und der Steuerkörper (39 ) die Düse enthält.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das schwenkbare Fühlerelement
einen vom strangförmigen Textilgut reibschlüssig mitgenommenen Bügel (38) enthält,
der mit wenigstens drei Seiten des Bügels das strangförmige Textilgut umschließt und
vorzugsweise einen den Strangquerschnitt auf der vierten Seite begrenzenden, verstellbaren
Steg (42) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse ( 3) mit einem
das strangförmige Textilgut seitlich führenden, etwa V-förmigen Mundstück (5) versehen
und im Bereich der offenen Seite dieses Mundstücks das Fühlerelement (12) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 4, insbesondere zur alternativen Behandlung von breit
oder schmal geführtem strangförmigen Textilgut, dadurch gekennzeichnet, daß mit den
beiden Steuerkörpern (23') entweder ein gemeinsames breites Fühlerelement oder je
ein schmales Fühlerelement verbindbar ist.
9. Errichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse ( 3) am Ende eines
Luftzuleitungsrohres (17) vorgesehen ist, in dem ein den Luftstrom ( 4) erzeugender
Ventilator (18) angeordnet ist, der vorzugsweise für einen Luftdruck von etwa 2500mm/WS
ausgelegt ist.