(19)
(11) EP 0 019 101 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.11.1980  Patentblatt  1980/24

(21) Anmeldenummer: 80102123.9

(22) Anmeldetag:  19.04.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D06B 3/26
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 09.05.1979 DE 2918695

(71) Anmelder: Brückner Apparatebau GmbH
D-64711 Erbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Schuierer, Manfred
    D-6120 Michelstadt (DE)

(74) Vertreter: Tetzner, Volkmar, Dr.-Ing. Dr. jur. 
Van-Gogh-Strasse 3
81479 München
81479 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zur Nassbehandlung von strangförmigem Textilgut


    (57) Die erfindungsgemäße Vorrichtung dient zur Naßbehandlung von strangförmigem Textilgut und enthält wenigstens eine Düse zur Zuführung eines Luftstromes zum Textilgut sowie Einrichtungen zum Zurückhalten einer im strangförmigen Gut gebildeten Luftblase, zum Abtasten dieser Luftblase und zur Steuerung der Luftzufuhr.
    Um das Beblasen des Textilgutes mit konstruktiv einfachen Mitteln äußerst zuverlässig und störungsfrei betreiben können, ist vor wenigstens einer Umlenkwalze (8) zum Zurückhalten der Luftblase (10) eine gesonderte Abtasteinrichtung (20) vorgesehen, die ein an der der Düse (22) abgewandten Seite der Luftblase anliegendes Fühlerelement (21) enthält.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Naßbehandlung von strangförmigem Textilgut, enthaltend wenigstens eine Düse zur Zuführung eines Luftstromes zum Textilgut sowie Einrichtungen zum Zurückhalten einer im strangförmigen Gut gebildeten Luftblase, zum Abtasten dieser Luftblase und zur Steuerung der Luftzufuhr.

    [0002] Zur Naßbehandlung (wie Färben, Waschen, Spülen) von strangförmigem Textilgut sind bereits verschiedene Vorrichtungen bekannt, die mittels Düsen Luft auf bzw. in den Strang blasen, um den Strang zu öffnen bzw. zu verlegen. Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art (DE-OS 17 60 2681 wird die im strangförmigen Textilgut durch Einblasen eines Luftstrahles erzeugte Luftblase durcn zwei Walzen zurückgehalten, von denen die eine ortsfest angeordnet und die andere beweglich gelagert ist. Je nach der Größe der Luftblase wird die beweglich gelagerte Walze mehr oder weniger ausgelenkt, betätigt hierbei einen Steuerschalter und beeinflußt damit den in das Textilgut eingeblasenen Luftstrahl.

    [0003] Wie umfangreiche Versuche der Anmelderin zeigten, ist der Betrieb dieser bekannten Ausführungen nicht zufriedenstellend. Da die eine der beiden erwähnten Walzen beweglich sein muß, um ihre Abtastfunktion zu erfüllen, können die beiden Walzen andererseits die gebildete Luftblase nicht unter allen betrieblichen Verhältnissen einwandfrei zurückhalten. Es kommt vielmehr vor, daß die Luftblase durch einen plötzlichen Druckluftstoß schlagartig eine solche Größe erfährt und die bewegliche Walze hierdurch momentan so stark ausgelenkt wird, daß ein Teil der Luftblase zwischen den beiden Walzen hindurchschießt. Ein Beheben dieser Störung macht dann unter Umständen ein kurzeitiges Abschalten der Luftzufuhr erforderlich.

    [0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung dieser Mängel eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszubilden, daß mit einfachen konstruktiven Mitteln ein absolut zuverlässiger, störungsfreier Betrieb erreicht wird.

    [0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,daß vor der durch wenigstens eine Umlenkwalze gebildeten Einrichtung zum Zurückhalten der Luftblase eine gesonderte Abtasteinrichtung vorgesehen ist, die ein an der der Düse abgewandten Seite der Luftblase anliegendes Fühlerelement enthält.

    [0006] Wesentlich für die erfindungsgemäße Lösung ist damit die konstruktive und räumliche Trennung der Abtasteinrichtung von der die Luftblase zurückhaltenden Einrichtung. Dadurch können beide Elementeihrer spezifischen Aufgabe optimal angepaßt werden. So wird die zum Zurückhalten der Luftblase dienende Einrichtung zweckmäßig in Form von einer oder zwei fest angeordneten Umlenkwalzen ausgebildet. Ein Hindurchschießen der Luftblase durch diese Einrichtung ist damit auch bei starken Druckluftstößen und plötzlichen große Änderungen in den Abmessungen der Luftblase mit Sicherheit ausgeschlossen.

    [0007] Die Abtasteinrichtung wird bei der erfindungsgemäßen Lösung in Bewegungsrichtung des Textilgutes vor der die Luftblase zurückhaltenden Einrichtung angeordnet. Die räumliche Trennung ermöglicht dabei die Wahl einer für die Abtastfunktion optimalen Lage der Abtasteinrichtung. Günstig ist dabei auch, daß die Abtasteinrichtung verhältnismäßig leicht ausgebildet werden kann, da sie nicht - wie beim eingangs geschilderten bekannten Stand der Technik - zugleich die Luftblase zurückhalten muß.

    [0008] Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand von drei in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsbeispielen. Es zeigen

    Fig. 1 eine schematisch gehaltene Teil-Querschnittsansicht durch eine erste Ausführungsform der Naßbehandlungsvorrichtung im Bereich der Luftdüse;

    Fig. 2 eine Schnittansicht entlang der Linie II-II in Fig. 1;

    Fig. 3 eine Teil-Querschnittsansicht im Bereich der Luftdüse eines zweiten Ausführungsbeispieles bei weit aufgeblasenem Textilgutstrang und geschlossener Luftzufuhr;

    Fig. 4 eine ähnliche Querschnittsansicht wie in Fig. 3, jedoch bei weitgehend flachgedrücktem Textilgutstrang und geöffneter Luftzufuhr;

    Fig. 5, 6 Aufsichten auf zwei verschiedene Ausführungsvarianten von Luftzufuhr-Steuereinrichtungen für das zweite Ausführungsbeispiel (gemäß Fig. 3 und 4);

    Fig. 7, 8 zwei Teil-Querschnittsansichten eines dritten Ausführungsbeispieles (im Bereich der Luftdüse), und zwar einmal bei weitgehend flachgedrücktem Textilgutstrang und geöffneter Luftzufuhr sowie einmal bei aufgeblasenem Textilgutstrang und geschlossener Luftzufuhr;

    Fig. 9 eine Aufsicht auf einen die Luftblase abtastenden Steuerbügel für das dritte Ausführungsbeispiel (gemäß Fig. 7 und 8).



    [0009] Bei allen Ausführungsbeispielen wird in der nur jeweils zum Teil dargestellten Naßbehandlungsvorrichtung insbesondere strangförmiges Textilgut 1 naßbehandelt, z.B. gespült oder gewaschen, und dabei in Richtung der Pfeile 2 transportiert.

    [0010] Beim Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 1 und 2 ist in dem hier besonders interessierenden Teil der Naßbehandlungsvorrichtung wenigstens eine Düse 3 für die Zuführung eines Luftstromes (Pfeile 4) vorgesehen. Während Fig. 1 nur eine Düse 3 mit den ihr zugeordneten Teilen zeigt, können je nach Textilgutbreite bzw. je nach Anzahl der nebeneinanderlaufenden Textilgutstränge auch mehrere solcher - gleichartiger - Düsen vorgesehen sein, die dann - senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 1 gesehen - hintereinanderliegen.

    [0011] Die Düse 3 ist mit einem sich nach außen erweiternden Mundstück 5 versehen, das das Textilgut 1 dicht an der Düsenöffnung 6 vorbeiführt. Dieses Mundstück wird - wie sich vor allem auch aus Fig. 2 ergibt - im wesentlichen von zwei V-förmig zueinander angeordneten Leitplatten 5a, 5b gebildet, die auf ihren Innenseiten Leitflächen für das Textilgut 1 bilden und von der Düsenöffnung 6 in Richtung des aus der Düse austretenden Luftstromes (Pfeile 4) divergieren. Die Leitplatten können dabei im wesentlichen eben ausgebildet (vgl. Fig. 2) und beispielsweise aus Blech oder geeigneten Kunststoffplatten hergestellt sein. Das Mundstück 5 ist in geeigneter Weise im Bereich der Düsenöffnung 6 so an der Düse 3 befestigt, daß der zu beblasende Textilgutstrang in jedem Falle an der Düsenöffnung 6 (im Bereich der engsten Stelle der V-Form) zwischen den beiden Leitplatten 5a, 5b vorbeigeleitet wird. Zur Größe der Leitplatten 5a, 5b des Mundstückes 5 sei gesagt, daß diese einerseits ausreichend breit sein sollen, um das Textilgut 1 vor und hinter der Düsenöffnung 6 genügend führen zu können, und andererseits eine ausreichende Länge (in Richtung des aus der Düse 3 austretenden Luftstromes gemäß Pfeil 4 gesehen) aufweisen sollen, damit sie auch bei besonders groß aufgeblähtem Textilgutstrang diesen noch stets seitlich erfassen können. Zweckmäßig sind die der Textilgut-Transportrichtung (Pfeil 2) entgegen gerichteten Kanten der Leitplatten 5a, 5b abgerundet oder umgebördelt, damit ein schonendes Einführen des Textilgutes 1 in das Mundstück 5 gewährleistet ist.

    [0012] Für die Wirksamkeit der Düse 3 ist es ferner von Bedeutung, daß sich im Bereich der Düsenöffnung 6 eine Umlenkung für das Textilgut 1 ergibt. Zu diesem Zweck ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 die Düse 3 schräg nach oben blasend angeordnet, während das strangförmige Textilgut 1 aus einem nicht näher veranschaulichten, darunter liegenden Naßbehandlungsbad etwa senkrecht oder annähernd senkrecht nach oben transportiert wird (Pfeil 2), und zwar in der Weise, daß das Textilgut 1 durch sein Eigengewicht stets auf der Düsenöffnung 6 aufliegt.

    [0013] Bei dieser Führung wird das Textilgut 1 nach Passieren der Düsenöffnung 6 und des Mundstückes 5 schräg nach oben laufend weitertransportiert. Hierbei ist es wichtig, daß in Bewegungsrichtung des Textilgutes 1 hinter der Düse 3 eine Einrichtung zum Zurückhalten einer sich im Textilgut bildenden Luftblase 10 vorgesehen ist. Bei dieser Vorrichtung wird die genannte Zurückhalteeinrichtung durch zwei Umlenkwalzen 8, 9 bebildet, die in diesem Falle etwa schräg hintereinander angeordnet sind und nacheinander von dem in Richtung des Pfeiles 2 transportierten Textilgut 1 passiert werden. Wie sich aus Fig. 1 deutlich entnehmen läßt, sorgt vor allem die zuerst vom Textilgut 1 passierte Umlenkwalze 8 dafür, daß das auf sie auflaufende Textilgut 1 durch die erste Umlenkung so zusammengedrückt wird, daß die im Bereich zwischen dieser Umlenkwalze 8 und Mundstück 5 bzw. Düse 3 vorhandene Luftblase 10 nicht über diese Umlenkwalzen hinauswandern kann.

    [0014] In vielen Fällen,beispielsweise bei der Behandlung von Schlauchware oder dgl.,ist es wichtig, die Luftzufuhr zum Textilgut 1 zu steuern. Zu diesem Zweck ist innerhalb der Düse 3 eine als Steuerorgan vorgesehene Drosselklappe 11 eingebaut, die zwischen einer vollkommen geöffneten und einer vollkommen geschlossenen Stellung eingestellt werden kann. Diese Drosselklappe 11 wird in diesem Ausführungsbeispiel in Abhängigkeit von der Schwenklage eines Steuerbügels 12 eingestellt, der auf der der Düsenöffnung 6 gegenüberliegenden Seite des Textilgutstranges gelenkig angordnet ist und von der im Textilgut 1 gebildeten Luftblase 10 geschwenkt werden kann. Im veranschaulichten Ausführungsbeispiel wird der Einfachheit halber angenommen, daß dieser Steuerbügel 12 an seinem in Transportrichtung (Pfeil 2) des Textilgutes 1 weisenden Ende über eine Gelenkachse 13 vom Mundstück 5 getragen wird. Der Steuerhebel 12 kann dann um seine Gelenkachse 13 in Richtung des Doppelpfeiles 14 geschwenkt werden, indem er stets auf der genannten Seite des Textilgutes 1 aufliegt und dadurch die Größe der Luftblase 10 abtastet. Der Steuerbügel 12 ist über eine Gelenkstelle 15 und ein Verbindungsgestänge 16 mit der Drosselklappe 11, insbesondere mit deren Schwenkachse 11a, verbunden (vgl. Fig. 1).

    [0015] Diese VErbindung zwischen der Drosselklappe 11 und Steuerbügel 12 sollte eine Steuerung in der Weise gestatten, daß dieser Steuerbügel 12 schon bei einer geringen Auslenkung ein Schließen der Drosselklappe 11 bewirken kann, wobei jedoch gleichzeitig sichergestellt werden muß, daß eine weitergehende Auslenkung des Steuerbügels 12 durch einen Freihub dieses Bügels möglich ist, damit dieser Steuerbügel 12 die Transportbewegung des strangförmigen Textilgutes 1 in keiner Weise behindert.

    [0016] Was die Zufuhr der Luft anbelangt, so wird es vorgezogen, diese aus dem Innenraum des Naßbehandlungsbehälters, z.B. des Kufeninnenraumes, der Düse 3 zuzuführen. Zu diesem Zweck ist die Düse 3 an dem einen Ende eines Luftzuleitungsrohres 17 angebaut, in dem ein beispielsweise als Axialventilator ausgeführter Ventilator 18 angeordnet ist, der den Luftstrom 4 für das Beblasen des Textilgutes 1 erzeugt.

    [0017] Versuche haben ergeben, daß eine besonders günstige Beblasung des strangförmigen Textilgutes 1 erzielt werden kann, wenn der Ventilator 18 für die Erzeugung eines Luftstromes 4 mit einem Druck von etwa 2500 mm WS ausgelegt ist; dabei kann eine Düse gewählt werden, deren Düsenöffnung 6 einen Durchmesser von etwa 3 mm besitzt.

    [0018] Während bei diesem anhand der Fig. 1 und 2 geschilderten ersten Ausführungsbeispiel die Abtasteinrichtung für die Luftblase einen Steuerbügel 12 enthält, der über ein Verbindungsgestänge 16 mit der Luftzufuhr-Drosselklappe 11 in Steuerverbindung steht, kann die Abtasteinrichtung mit den zugehörigen Steuerelementen auch anders ausgebildet sein, wie die folgenden Ausführungsbeispiele zeigen.

    [0019] Auch beim zweiten Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 3 bis 5 wird das strangförmige Textilgut 1 wiederum von unten nach oben in Richtung der Pfeile 2 transportiert und über wenigstens eine Umlenkwalze 8 so umgelenkt, daß eine sich durch Luftbeblasung innerhalb des Textilgutstranges bildende Luftblase 10 zurückgehalten wird, wie es bereits anhand des ersten Ausführunasbeispieles (Fig. 1 und 2) geschildert worden ist. Bei diesem zweiten Ausführungsbeispiel enthält die gesonderte Abtasteinrichtung 20 ein Fühlerelement in Form eines geschlossenen Steuerbügels 21, an der der Luftdüse 22 abgewandten Seite der Luftblase 10 bzw. des Textilgutes 1 anliegt. Wie sich aus den Querschnittsdarstellungen der Fig. 3 und 4 deutlich erkennen läßt, wird der Steuerbügel 21 von einem rohrförmigen Steuerkörper 23 getragen, mit dem er drehfest verbunden ist. Dieser rohrförmige Steuerkörper 23 umschließt ein Luftzuleitungsrohr 24 relativ eng, jedoch drehbeweglich auf einem kurzen Längsabschnitt des Luftzuleitungsrohres 24 (vgl. Fig. 5). Der Steuerkörper 23 ist durch ein ihn umfassendes, bogenförmiges Rohranschlußelement 25 in seiner axialen Lage festgelegt, wobei das Rohranschlußelement 25 auf das Luftzuleitungsrohr 24 aufgeschweißt ist. Die Drehbeweglichkeit des Steuerkörpers 23 in Richtung des Doppelpfeiles 26 wird begrenzt durch einen im Luftzuleitungsrohr 24 vorgesehenen Führungsschlitz 27, in den ein drehfest mit dem Steuerkörper 23 verbundener Anschlagzapfen 28 eingreift. Gegenüber dem Führungsschlitz 27 in Umfangsrichtung versetzt ist eine Öffnung 29 im Luftzuleitungsrohr 24 vorgesehen, die einer gleichgroßen öffnung 30 im Rohranschlußelement 25 gegenüberliegt, an das ein Verbindungsrohr 31 zur Düse 22 angeschlossen ist. In dem Steuerkörper 23 ist nun eine weitere Durchgangsöffnung 32 vorgesehen, die die gleiche Größe besitzt wie die öffnungen 29 und 30 und die so angeordnet ist, daß sie in der einen Drehendstellung des Steuerkörpers 23 eine Luftströmung aus dem Luftzuleitungsrohr 24 in das Verbindungsrohr 31 bzw. durch die Öffnungen 29, 30 hindurch verhindert (=geschlossene Stellung gemäß Fig. 3) und die in der anderen Drehendstellung des Steuerkörpers 23 genau zu den öffnungen 29 und 30 ausgerichtet ist, so daß sie - gemäß Fig. 4 - eine vollkommen offene Verbindung zwischen dem Luftzuleitungsrohr 24 und dem Verbindungsrohr 31 bzw. zwischen den öffnungen 29 und 30 herstellt. Es ergibt sich auf diese Weise ein Luft-Steuerventil, das in Abhängigkeit von der Stellung des Steuerbügels 21 und somit in Abhängigkeit von der Größe der Luftblase 10 im Textilgut 1 die Luftzufuhr vom Luftzuleitungsrohr 24 über das Verbindungsrohr 31 zur Luftdüse 22 steuert. Wie ein Vergleich zwischen den Fig. 3 und 4 zeigt, wird die Luftzufuhr zur Düse durch den Steuerkörper 23 unterbrochen, wenn die Luftblase 10 im Textilgut 1 zu groß wird, und vollkommen geöffnet, wenn die Luftblase 10 im Textilgut 1 zu klein bzw. praktisch gar keine Luft im Textilgut 1 ist; es können auf diese Weise selbstverständlich auch Zwischenstellungen geregelt werden.

    [0020] Den Fig. 3 und 4 läßt sich ferner entnehmen, daß die Schwenkachse des Steuerbügels 21, die in diesem Falle mit der Rohrlängsachse 33 des Luftzuleitungsrohres 24 zusammenfällt, tiefer liegt als der zur Anlage an das Textilgut 1 kommende Teil 21a des Steuerbügels; diese Anordnung und Ausbildung bewirkt, daß der Steuerbügel 21 durch sein Eigengewicht am Textilgut 1, und zwar an der der Düse 22 abgewandten Seite, anliegt. In diesem Ausführungsbeispiel befindet sich auch das Luftzuleitungsrohr 24 mit dem darauf angeordneten Steuerkörper 23 auf der der Düse 22 abgewandten Seite des Textilgutes 1; das Verbindungsrohr 31 zwischen Luftzuieitungsrohr 24 und Düse 22 muß daher so geführt sein, daß es die Bewegung des Textilgutstranges nicht behindert.

    [0021] Was die Düse zur Zuführung des Luftstromes zum Textilgut 1 anbelangt, so kann diese Düse 22 in Form eines über die ganze Arbeitsbreite der Naßbehandlungsvorrichtung, also senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 3 und 4 verlaufenden Düsenrohres ausgebildet sein, das über seine Länge vorzugsweise eine Anzahl von einzelnen Düsenöffnungen 22a (Fig. 3), evtl. jedoch auch einen durchgehenden Düsenschlitz aufweist.

    [0022] Die Breite des Steuerbügels 21 (gesehen in Richtung der Arbeitsbreite, parallel zur Düse 22) wird sich im allgemeinen nach der Größe bzw. Breite des zu behandelnden Textilgutes 1 richten. Bei der in Fig. 5 - in der Aufsicht - dargestellten Ausführungsform der Abtasteinrichtung 20 ist der Steuerbügel 21 für verhältnismäßig schmale Textilgutstränge entsprechend schmal ausgeführt.

    [0023] Fig. 6 zeigt dagegen eine Ausführungsvariante, bei der die Abtasteinrichtung 20' für verhältnismäßig breites Textilgut bzw. verhältnismäßig breite Textilgutstränge bestimmt ist. Der Steuerbügel 21' besitzt daher auch eine verhältnismäßig große Breite, und auf dem Luftzuleitungsrohr 24 sind daher auch zwei Steuerkörper 23' mit entsprechendem axialen Abstand jeweils in der gleichen Weise angeordnet, wie es anhand der Fig. 3 und 4 beschrieben und veranschauiicht ist. Der Steuerbügel 21' ist in diesem Falle mit beiden Steuerkörpern 23' drehfest auf derselben Luftzuführleitung 24 schwenkbar angeordnet. Im Bereich beider Steuerkörper 23' ist je ein Verbindungsrohr 31' in der gleichen Weise wie im Falle der Fig. 3 und 4 an dasselbe Luftzuleitungsrohr 24 angeschlossen, wobei beide Verbindungsrohre 31' etwa die gleiche Länge - zwischen Luftzuleitungsrohr 24 und Düsenrohr 22' - aufweisen. Diese beiden Verbindungsrohre 31' sind dabei dann zu beiden Seiten des Strangquerschnittes des Textilgutes zum Düsenrohr 22' geführt.

    [0024] Eine weitere Modifikation der anhand der Fig. 5 und 6 geschilderten Ausführungsvarianten der gesonderten Abtasteinrichtung läßt sich noch dadurch erzielen, daß bei der Verwendung von zwei Steuerkörpern mit diesen beiden Steuerkörpern entweder ein gemeinsames breites Fühlerelement (entsprechend Fig. 6) oder je ein schmales Fühlerelement (beispielsweise entsprechend Fig. 5) verbindbar ist, so daß die Naßbehandlungsvorrichtung für eine alternative Behandlung von breit oder schmal geführtem strangförmigen - Textilgut verwendet werden kann.

    [0025] Eine baulich besonders einfache Ausführungsform bedeutet das in den Fig. 7 bis 9 veranschaulichte dritte Ausführungsbeispiel der Vorrichtung.

    [0026] Das vorzugsweise strangförmige Textilgut 1 wird jeweils zunächst wieder in ähnlicher Weise wie bei den vorhergehenden Ausführungsbeispielen - in Richtung der Pfeile 2 - von unten nach oben transportiert und dabei über wenigstens eine Umlenkwalze 8 herumgeführt, die zum Zurückhalten einer im Textilgut 1 zu bildenden Luftblase 10 bestimmt ist.

    [0027] Im Bereich unterhalb bzw. - in Bewegungsrichtung (Pfeile 2) des Textilgutes 1 gesehen - vor der Umlenkwalze 8 ist ein die Luft zuführendes Düsenrohr 35 angeordnet. Das Düsenrohr 35 reicht - senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 7 und 8 - etwa über die ganze Arbeitsbreite der Naßbehandlungsvorrichtung und kann eine oder mehrere Durchgangscffnungen 36 (ggfs. ist jedoch auch wenigstens ein Durchgangsschlitz möglich).

    [0028] Die auch in diesem Falle gesondert angeordnete Abtasteinrichtung 37 für die Luftblase 10 bzw. das Textilgut 1 enthält auch hier ein schwenkbares Fühlerelement in Form eines Steuerbügels 38, der - in ähnlicher Weise wie beim zweiten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 bis 6 - mit wenigstens einem die Luftzufuhr zur Düse
    bestimmenden Düsenkörper 39 drehfest verbunden ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die wiederum mit der Rohrlängsachse 40 des Düsenrohres 35 zusammenfallende Schwenkachse des Steuerbügels 38 auf derselben Seite des strangförmigen Textilgutes 1 wie die Düse bzw. das Düsenrohr 35 angeordnet. Der das Textilgut 1 bzw. dessen Luftblase 10 abtastende Teil des Steuerbügels 38 befindet sich dagegen auf der dem Düsenrohr 35 abgewandten Seite des Textil- gutes und wird reibschlüssig vom Teil 38b strangförmigen Textilgut 1 mitgenommen. Der Steuerbügel 38 umschließt das strangförmige Textilgut 1 wenigstens mit drei Seiten. Wie in Fig. 9 dargestellt ist, kann dieser Steuerbügel 38 jedoch vorzugsweise in Form eines vollkommen geschlossenen Bügels ausgebildet sein und dabei einen den Strangquerschnitt 1a auf der einen Seite (auf der vierten Seite) begrenzenden, verstellbaren Steg 42 aufweisen, der über die ganze Breite des Steuerbügels 38 reicht und - wie gestrichelt angedeutet ist - in verschiedenen Stellungen eingeschoben werden kann (beispielsweise durch gegenüberliegende Bohrungen in den Seitenstreben 38a des Steuerbügels 38).

    [0029] Für einen Steuerbügel 38 genügt in diesem Falle ein einziger Steuerkörper 39, der sich etwa über die Breite eines Textilgutstranges (vgl. Fig. 9) erstrecken kann. Der Steuerkörper 39 ist dabei wiederum rohrförmig ausgebildet und umfaßt das Düsenrohr 35 relativ eng, wobei er jedoch in Richtung des Doppelpfeiles 41 begrenzt drehbeweglich ist und an seinen Enden durch nicht näher veranschaulichte Begrenzungsstücke - ähnlich wie beim zweiten Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 3 bis 6 - in seiner axialen Lage festgelegt ist. Zweckmäßigerweise ist an dem Steuerkörper 39 - wie in den Fig. 7 und 8 dargestellt - noch ein Gegengewicht 43 für den Steuerbügel 38 so angeordnet, daß letzterer - neben seiner reibschlüssigen Mitnahme durch das Textilgut 1 zusätzlich noch gegen die dem Düsenrohr 35 abgewandte Seite des Textilgutes gehalten werden kann. Dieses Gegengewicht kann ggfs. auch in seiner Kraftwirkung einstellbar sein.

    [0030] Zu beachten ist bei der Ausbildung des Steuerkörpers 39, daß er in seinem mit der einen Seite des Textilgutes 1 in Berührung stehenden Umfangsbereich wenigstens eine Düsenöffnung 44 aufweist, die je nach Schwenkstellung des Steuerbügels 38 und somit des Steuerkörpers 39 (Schwenkrichtung gemäß Doppelpfeil 41) mit den entsprechenden Durchgangsöffnungen 36 im Düsenrohr 35 zur Deckung gebracht oder dagegen vollkommen verschoben werden kann. Auf diese Weise kann die Luftzufuhr durch das Düsenrohr 35 und dessen Durchgangsöffnungen 36 freigegeben bzw. vollkommen versperrt werden, wobei selbstverständlich ebenfalls Zwischenstellungen möglich sind. Die Schwenkendstellungen von Steuerbügel 38 und Steuerkörper 39 gegenüber dem feststehenden Düsenrohr 35 können durch einen Anschlagzapfen 45 begrenzt werden, der mit einem entsprechend langen Führungsschlitz 46 in Eingriff steht, wobei der Anschlagzapfen 45 im festen Düsenrohr befestigt und der Führungsschlitz 46 im Steuerkörper 39 angeordnet ist (eine umgekehrte Anordnung ist jedoch ebenfalls denkbar).

    [0031] Ganz allgemein kann eine Naßbehandlungsvorrichtung, wie sie zuvor anhand der verschiedenen Ausführungsbeispiele geschildert worden ist, so aufgebaut sein, daß sie für die Naßbehandlung eines einzigen, ringförmig und endlos zusammengenähten Textilgutstranges bestimmt ist, oder sie kann auch für mehrere parallel nebeneinander laufende, endlos gemachte Textilgutstränge oder auch für einen endlos zusammengenähten und spiralförmig mehrmals durch das Behandlungsbad geführten Textilgutstrang konstruiert sein.

    [0032] Im letzteren Falle kann dann eine der Anzahl der nebeneinander laufenden Strangabschnitte entsprechende Anzahl gesonderter Abtasteinrichtungen mit Düsen mit entsprechendem Abstand nebeneinander angeordnet sein. In jedem Falle kann die Naßbehandlungsvorrichtung sowohl für eine kontinuierliche als auch für eine diskontinuierliche Behandlung verwendet werden.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zur Naßbehandlung von strangförmigem Textilgut, enthaltend wenigstens eine Düse zur Zuführung eines Luftstromes zum Textilgut sowie Einrichtungen zum Zurückhalten einer im strangförmigen Gut gebildeten Luftblase, zum Abtasten dieser Luftblase und zur Steuerung der Luftzufuhr,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß vor der durch wenigstens eine Umlenkwalze (8,9) gebildeten Einrichtung zum Zurückhalten der Luftblase (10) eine gesonderte Abtasteinrichtung (20;37) vorgesehen ist, die ein an der der Düse (3,22, 35,44) abgewandten Seite der Luftblase anliegendes Fühlerelement (12;21;38) enthält.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das schwenkbare Fühlerelement (21;38) mit wenigstens einem die Luftzufuhr zur Düse (22;44) bestimmenden Steuerkörper (23;39) drehfest ver-bunden ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (33) des Fühlerelementes (21) tiefer als der zur Anlage am stangförmigen Textilgut kommende Teil des Fühlerelementes und auf der der Düse (22) abgewanden Seite des Textilgutes angeordnet ist, das Fühlerelement unter der Wirkung seines Eigengewichts am strangförmigen Textilgut anliegt und der Steuerkörper (23) über wenigstens ein Verbindungsrohr (31) mit der Düse verbunden ist.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 3, insbesondere für breitgeführtes strangförmiges Textilgut, dadurch gekennzeichnet, daß das Fühlerelement (21')mit zwei Steuerkörpern ( 23') drehfest verbunden ist, die auf derselben Luftzuführleitung (24) mit Abstand voneinander schwenkbar angeordnet und über zu beiden Seiten des Strangquerschnitts verlaufende Verbindungsrohre ( 31') etwa gleicher Länge mit einem die Düsen enthaltenden Rohr (22') verbunden sind.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (40) des Fühlerelementes (38) auf derselben Seite des strangförmigen Textilgutes ( 1 ) wie die Düse (35,44) geordnet ist und der Steuerkörper (39 ) die Düse enthält.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das schwenkbare Fühlerelement einen vom strangförmigen Textilgut reibschlüssig mitgenommenen Bügel (38) enthält, der mit wenigstens drei Seiten des Bügels das strangförmige Textilgut umschließt und vorzugsweise einen den Strangquerschnitt auf der vierten Seite begrenzenden, verstellbaren Steg (42) aufweist.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse ( 3) mit einem das strangförmige Textilgut seitlich führenden, etwa V-förmigen Mundstück (5) versehen und im Bereich der offenen Seite dieses Mundstücks das Fühlerelement (12) angeordnet ist.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 4, insbesondere zur alternativen Behandlung von breit oder schmal geführtem strangförmigen Textilgut, dadurch gekennzeichnet, daß mit den beiden Steuerkörpern (23') entweder ein gemeinsames breites Fühlerelement oder je ein schmales Fühlerelement verbindbar ist.
     
    9. Errichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse ( 3) am Ende eines Luftzuleitungsrohres (17) vorgesehen ist, in dem ein den Luftstrom ( 4) erzeugender Ventilator (18) angeordnet ist, der vorzugsweise für einen Luftdruck von etwa 2500mm/WS ausgelegt ist.
     




    Zeichnung






















    Recherchenbericht