[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beizen von Metallen, insbesonders Edelstahl,
unter Aufsprühen einer Beizpaste auf die zu beizende Fläche.
[0002] Üblicherweise werden Beizpasten auf metallische Flächen mit Hilfe einer Bürste, eines
Besens, eines Pinsels oder dergleichen aufgetragen. Dieses Arbeitsverfahren ist aber
sehr arbeitsintensiv und hat verschiedene Nachteile :
1. Durch die Hilfsmittel wird die Beizpaste ungleichmäßig aufgetragen und damit wird
eine unterschiedliche Beizung der Fläche erreicht, d. h. man sieht nach dem Beizen
die einzelnen Pinselstriche auf der Oberfläche.
2. Die Pasten sind hochviskos, um nicht vom Arbeitsgerät abzutropfen. Dadurch ist
der Verbrauch relativ hoch (ca. 0,5 kg/m2).
3. Das Aufbringen dauert ziemlich lange. An schwer zugänglichen Stellen kann nur schwierig
oder in ungenügendem Maße Beizpaste aufgetragen werden.
4. Der Verarbeiter muß sehr nahe an die Fläche und damit an die relativ gefährliche
Substanz heran, so daß das übliche Auftragsverfahren nicht verarbeitungsfreundlich
ist.
[0003] Die US-PS 3598741 beschreibt das Aufsprühen einer hochviskosen Beizpaste auf Metall.
Auch hierbei ergeben sich somit die vorstehend erwähnten Nachteile. Von diesem Verfahren
geht die Erfindung aus.
[0004] Die DE-AS 1 293 523 beschreibt ein Verfahren zum Entfetten und Reinigen metallischer
Gegenstände unter Benutzung einer erwärmten, speziellen Reinigungslösung, die auch
ein Benetzungsmittel enthält. Das Entfetten und Reinigen erfolgt dabei unter Relativbewegung
des betreffenden Gegenstandes im Bad der Reinigungslösung. Ohne Spülen mit Wasser
kann dann der Gegenstand weiter behandelt werden, beispielsweise wird er gebeizt.
[0005] Ausgehend von einem Verfahren der eingangs genannten Art liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, dies Verfahren so auszugestalten, daß es sich durch eine höhere
Arbeitsgeschwindigkeit, einen geringeren Materialverbrauch, eine bessere Qualität
des Beizvorganges und eine erhöhte Verbraucherfreundlichkeit auszeichnet.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Sprühauftrag
einer niedrig-viskosen Beizpaste bei einem Druck von etwa 3 bis 5 bar eine Tensidlösung
mit einer Viskosität , T = 293 K von etwa 33 mPa.s auf die Fläche aufgesprüht wird,
so daß bei dem Aufsprühen der Beizpaste sich bereits ein Film der Tensidlösung auf
der Fläche befindet.
[0007] Die Tensidlösung ist in der Viskosität so eingestellt, daß sie einerseits noch versprühbar
ist, andererseits aber auch an senkrechten Flächen nicht vollständig abläuft. Dadurch
wird auf der gesamten zu behandelnden Oberfläche ein etwa 0,1 mm starker Flüssigkeitsfilm
mit oberflächenaktiven Substanzen erzeugt.
[0008] In einem zweiten Arbeitsgang wird anschließend die Beizpaste aufgesprüht. Durch das
Sprühen wir ein gleichmäßiger Auftrag auf die gesamte Fläche erreicht. Die Beizpaste
wird jedoch so niedrig viskos eingestellt, daß sie sich durch eine Einstoffdüse (z.
B. eine Kalkdüse) bei etwa 3 bis 5 bar versprühen läßt. Die beizwirksamen Säuren diffundieren
nun in den Flüssigkeitsfilm, so daß ein Zustand erreicht wird, der dem des Tauchens
des Werkstückes in ein Beizbad entspricht.
[0009] Weil sowohl das Tensid wie auch die Beizpaste aufgesprüht werden, erscheinen auf
der behandelnden Fläche keine Spuren eines Auftragewerkzeuges mehr. Außerdem sind
auch sonst schwer zugängliche Ecken und dergleichen leicht zu besprühen. Hierzu wird
vorzugsweise eine Sprühlanze mit einer geeigneten Düse (Kalkdüse) verwendet. Das Verfahren
hat einen geringeren Materialbedarf, so daß trotz der zusätzlichen Verwendung des
Tensides sich eine Materialersparnis ergibt. Üblicherweise benötigt man zum Beizen
eines Quadratmeters mehr als 0,5 kg Beizpaste. Bei dem erfindungsmäßigen Verfahren
benötigt man nur etwa 0,25 kg für einen Quadratmeter zuzüglich etwa 0,1 kg Tensidlösung.
[0010] Auch die Arbeitsgeschwindigkeit wird fühlbar erhöht, so daß trotz des notwendigen
zweifagen Auftrags (Tensidlösung und Beizpaste) eine Fläche in etwa der halben Zeit
gebeizt werden kann als dies beim Stand der Technik der Fall war. Die Oberflächenqualität
beim erfindungsmäßigen Verfahren entspricht derjenigen nach dem Tauchverfahren.
[0011] Es lassen sich nach dem neuartigen Verfahren alle rost- und säurebeständigen Stähle,
Nickel und Nickellegierungen sowie Kupfer-Nickel-Legierungen beizen.
[0012] Die Viskosität der Beizpaste ist etwa halb so groß wie die Viskosität einer mit dem
Pinsel aufzutragenden Beizpaste, wie sie bei der Anmelderin bisher verwendet wurde.
Abhängig von der in sec-
1 gemessenen Schergeschwindigkeit der Beizpaste liegt dieser Faktor bei einer Schergeschwindigkeit
von 106 bei 0,41 und steigt bei einer Schergeschwindigkeit von 1 198 auf 0,68 an.
Die ebenfalls in mPa.s gemessene Viskosität der neuartigen Beizpaste liegt z. B. bei
der Schergeschwindigkeit 106 bei 126 und bei der Schergeschwindigkeit 1 198 bei 29,7
(Alle Angaben in mPa.s).
Verfahren zum Beizen von Metallen, insbesondere rost- und säurebeständigen Stählen,
unter Aufsprühen einer Beizpaste auf die zu beizende Fläche, dadurch gekennzeichnet,
daß vor dem Sprühauftrag bei einem Druck von etwa 3 bis 5 bar einer niedrig-viskosen
Beizpaste eine Tensidlösung mit einer Viskosität , T = 293 K von etwa 33 mPa.s auf
die Fläche aufgesprüht wird, so daß bei dem Aufsprühen der Beizpaste sich bereits
ein Film der Tensidlösung auf der Fläche befindet.
Process for the pickling of metals, especially rust-resisting and acid-resisting steels,
by spraying a pickling paste onto the surface to be pickled, characterised in that,
before the spray- coating of a low viscosity pickling paste at a pressure of about
3 to 5 bar, a surfactant with a viscosity η T = 293 K of approximately 33 mPa.s is
sprayed onto the surface, so that, when the pickling paste is sprayed on, a film of
the surfactant is already present on the surface.
Procédé de décapage de métaux, notamment d'aciers inoxydables et résistants aux acides,
par pulvérisation d'une pâte de décapage sur la surface à décaper, caractérisé en
ce que, avant le dépôt par pulvérisation d'une pâte de décapage de faible viscosité
sous une pression de 3 à 5 bars environ, on pulvérise sur la surface une solution
tensio-active d'une viscosité , d'environ 33 mPa.s (à T = 293 °K), de manière que,
lors de la pulvérisation de la pâte de décapage, il existe déjà un film de la solution
tensio-active sur ladite surface.