(19)
(11) EP 0 019 752 B2

(12) NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den Einspruch:
19.12.1984  Patentblatt  1984/51

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
11.11.1981  Patentblatt  1981/45

(21) Anmeldenummer: 80102456.3

(22) Anmeldetag:  06.05.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3C23G 1/02

(54)

Verfahren zum Beizen von Metallen

Process for pickling metals

Procédé de décapage de métaux


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB LI NL SE

(30) Priorität: 25.05.1979 DE 2921209

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
10.12.1980  Patentblatt  1980/25

(71) Anmelder: Deutsche Derustit GmbH
D-6057 Dietzenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Rössel, Theodor, Dr.
    D-6941 Gorxheimertal (DE)
  • Zettler, Frowin, Dr.
    D-6074 Rödermark (DE)
  • Gerdemann, Dieter
    D-6052 Mühlheim (DE)

(74) Vertreter: Gudel, Diether, Dr. 
Patentanwälte Dr. Weinhold, Dannenberg, Dr. Gudel, Schubert Grosse Eschenheimer Strasse 39
D-60313 Frankfurt
D-60313 Frankfurt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
     
    Bemerkungen:
    The file contains technical information submitted after the application was filed and not included in this specification
     


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beizen von Metallen, insbesonders Edelstahl, unter Aufsprühen einer Beizpaste auf die zu beizende Fläche.

    [0002] Üblicherweise werden Beizpasten auf metallische Flächen mit Hilfe einer Bürste, eines Besens, eines Pinsels oder dergleichen aufgetragen. Dieses Arbeitsverfahren ist aber sehr arbeitsintensiv und hat verschiedene Nachteile :

    1. Durch die Hilfsmittel wird die Beizpaste ungleichmäßig aufgetragen und damit wird eine unterschiedliche Beizung der Fläche erreicht, d. h. man sieht nach dem Beizen die einzelnen Pinselstriche auf der Oberfläche.

    2. Die Pasten sind hochviskos, um nicht vom Arbeitsgerät abzutropfen. Dadurch ist der Verbrauch relativ hoch (ca. 0,5 kg/m2).

    3. Das Aufbringen dauert ziemlich lange. An schwer zugänglichen Stellen kann nur schwierig oder in ungenügendem Maße Beizpaste aufgetragen werden.

    4. Der Verarbeiter muß sehr nahe an die Fläche und damit an die relativ gefährliche Substanz heran, so daß das übliche Auftragsverfahren nicht verarbeitungsfreundlich ist.



    [0003] Die US-PS 3598741 beschreibt das Aufsprühen einer hochviskosen Beizpaste auf Metall. Auch hierbei ergeben sich somit die vorstehend erwähnten Nachteile. Von diesem Verfahren geht die Erfindung aus.

    [0004] Die DE-AS 1 293 523 beschreibt ein Verfahren zum Entfetten und Reinigen metallischer Gegenstände unter Benutzung einer erwärmten, speziellen Reinigungslösung, die auch ein Benetzungsmittel enthält. Das Entfetten und Reinigen erfolgt dabei unter Relativbewegung des betreffenden Gegenstandes im Bad der Reinigungslösung. Ohne Spülen mit Wasser kann dann der Gegenstand weiter behandelt werden, beispielsweise wird er gebeizt.

    [0005] Ausgehend von einem Verfahren der eingangs genannten Art liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, dies Verfahren so auszugestalten, daß es sich durch eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit, einen geringeren Materialverbrauch, eine bessere Qualität des Beizvorganges und eine erhöhte Verbraucherfreundlichkeit auszeichnet.

    [0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Sprühauftrag einer niedrig-viskosen Beizpaste bei einem Druck von etwa 3 bis 5 bar eine Tensidlösung mit einer Viskosität , T = 293 K von etwa 33 mPa.s auf die Fläche aufgesprüht wird, so daß bei dem Aufsprühen der Beizpaste sich bereits ein Film der Tensidlösung auf der Fläche befindet.

    [0007] Die Tensidlösung ist in der Viskosität so eingestellt, daß sie einerseits noch versprühbar ist, andererseits aber auch an senkrechten Flächen nicht vollständig abläuft. Dadurch wird auf der gesamten zu behandelnden Oberfläche ein etwa 0,1 mm starker Flüssigkeitsfilm mit oberflächenaktiven Substanzen erzeugt.

    [0008] In einem zweiten Arbeitsgang wird anschließend die Beizpaste aufgesprüht. Durch das Sprühen wir ein gleichmäßiger Auftrag auf die gesamte Fläche erreicht. Die Beizpaste wird jedoch so niedrig viskos eingestellt, daß sie sich durch eine Einstoffdüse (z. B. eine Kalkdüse) bei etwa 3 bis 5 bar versprühen läßt. Die beizwirksamen Säuren diffundieren nun in den Flüssigkeitsfilm, so daß ein Zustand erreicht wird, der dem des Tauchens des Werkstückes in ein Beizbad entspricht.

    [0009] Weil sowohl das Tensid wie auch die Beizpaste aufgesprüht werden, erscheinen auf der behandelnden Fläche keine Spuren eines Auftragewerkzeuges mehr. Außerdem sind auch sonst schwer zugängliche Ecken und dergleichen leicht zu besprühen. Hierzu wird vorzugsweise eine Sprühlanze mit einer geeigneten Düse (Kalkdüse) verwendet. Das Verfahren hat einen geringeren Materialbedarf, so daß trotz der zusätzlichen Verwendung des Tensides sich eine Materialersparnis ergibt. Üblicherweise benötigt man zum Beizen eines Quadratmeters mehr als 0,5 kg Beizpaste. Bei dem erfindungsmäßigen Verfahren benötigt man nur etwa 0,25 kg für einen Quadratmeter zuzüglich etwa 0,1 kg Tensidlösung.

    [0010] Auch die Arbeitsgeschwindigkeit wird fühlbar erhöht, so daß trotz des notwendigen zweifagen Auftrags (Tensidlösung und Beizpaste) eine Fläche in etwa der halben Zeit gebeizt werden kann als dies beim Stand der Technik der Fall war. Die Oberflächenqualität beim erfindungsmäßigen Verfahren entspricht derjenigen nach dem Tauchverfahren.

    [0011] Es lassen sich nach dem neuartigen Verfahren alle rost- und säurebeständigen Stähle, Nickel und Nickellegierungen sowie Kupfer-Nickel-Legierungen beizen.

    [0012] Die Viskosität der Beizpaste ist etwa halb so groß wie die Viskosität einer mit dem Pinsel aufzutragenden Beizpaste, wie sie bei der Anmelderin bisher verwendet wurde. Abhängig von der in sec-1 gemessenen Schergeschwindigkeit der Beizpaste liegt dieser Faktor bei einer Schergeschwindigkeit von 106 bei 0,41 und steigt bei einer Schergeschwindigkeit von 1 198 auf 0,68 an. Die ebenfalls in mPa.s gemessene Viskosität der neuartigen Beizpaste liegt z. B. bei der Schergeschwindigkeit 106 bei 126 und bei der Schergeschwindigkeit 1 198 bei 29,7 (Alle Angaben in mPa.s).


    Ansprüche

    Verfahren zum Beizen von Metallen, insbesondere rost- und säurebeständigen Stählen, unter Aufsprühen einer Beizpaste auf die zu beizende Fläche, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Sprühauftrag bei einem Druck von etwa 3 bis 5 bar einer niedrig-viskosen Beizpaste eine Tensidlösung mit einer Viskosität , T = 293 K von etwa 33 mPa.s auf die Fläche aufgesprüht wird, so daß bei dem Aufsprühen der Beizpaste sich bereits ein Film der Tensidlösung auf der Fläche befindet.
     


    Claims

    Process for the pickling of metals, especially rust-resisting and acid-resisting steels, by spraying a pickling paste onto the surface to be pickled, characterised in that, before the spray- coating of a low viscosity pickling paste at a pressure of about 3 to 5 bar, a surfactant with a viscosity η T = 293 K of approximately 33 mPa.s is sprayed onto the surface, so that, when the pickling paste is sprayed on, a film of the surfactant is already present on the surface.
     


    Revendications

    Procédé de décapage de métaux, notamment d'aciers inoxydables et résistants aux acides, par pulvérisation d'une pâte de décapage sur la surface à décaper, caractérisé en ce que, avant le dépôt par pulvérisation d'une pâte de décapage de faible viscosité sous une pression de 3 à 5 bars environ, on pulvérise sur la surface une solution tensio-active d'une viscosité , d'environ 33 mPa.s (à T = 293 °K), de manière que, lors de la pulvérisation de la pâte de décapage, il existe déjà un film de la solution tensio-active sur ladite surface.