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EP 0 019 925 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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10.11.1982 Patentblatt 1982/45 |
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Anmeldetag: 30.05.1980 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)3: A61K 35/78 |
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Verfahren zum Aufschliessen von Blütenpollen
Method to break open pollen
Procédé pour ouvrir du pollen
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
01.06.1979 DE 2922485
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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10.12.1980 Patentblatt 1980/25 |
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Anmelder: BIO-NATURKRAFT GMBH |
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D-8011 Neufarn bei München (DE) |
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Erfinder: |
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- Karger, Gerhard
D-8011 Neufarn bei München (DE)
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Vertreter: Bartels, Hans et al |
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Patentanwälte
Bartels und Partner,
Lange Strasse 51 70174 Stuttgart 70174 Stuttgart (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Blütenpollen bestehen bekanntlich aus eineroftmals als Speroderm bezeichneten - Haut
sowie von dieser eingeschlossenen Inhaltsstoffen, die von Pollen- zu Pollenart verschieden
sein können. Die Inhaltsstoffe bestehen im allgemeinen aus hochwertigen Eiweissstoffen,
Desoxyribonucleinsäure, Stärke, Zucker, Fetten, Carotinoiden, Auxinen, Folsäure und
anderen Wirkstoffen mit für den menschlichen Organismus günstigen Eigenschaften.
[0002] Blütenpollen werden daher gesammelt und als Aufbau- und Heilmittel per os verabfolgt.
Verfahren zum Einsammeln von Blütenpollen und Methoden zu ihrer Herstellung durch
Trocknung und Einfrieren sind z.B. aus der FR-PS Nr. 1085057 bekannt.
[0003] Es hat sich jedoch gezeigt, dass das Speroderm der Pollenkörner ausserordentlich
säure- und basenresistent ist, so dass die Pollenwirkstoffe, werden die Pollenkörpern
per os eingenommen, für den menschlichen Körper praktisch unzugänglich bleiben.
[0004] Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, das Speroderm der Pollenkörner auf chemischem
Wege aufzuschliessen und die Inhalts- und Wirkstoffe freizusetzen.
[0005] Nachteilig an einer chemischen Aufspaltung des Speroderms ist jedoch, dass sich dabei
chemische Reaktionen und Abbaureaktionen der wertvollen Inhalts- und Wirkstoffe nicht
vermeiden lassen.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren anzugeben, nach dem Blütenpollen
aufgeschlossen werden, ohne dass die natürlichen Strukturen der Pollenwirkstoffe durch
biochemische Reaktionen oder Abbaureaktionen verändert werden.
[0007] Der Erfindung lag die Erkenntnis zugrunde, dass diese Aufgabe dadurch gelöst werden
kann, dass man die Pollen durch Abkühlen auf eine Temperatur von tiefer als -20°C
tiefgefriert und anschliessend auf eine Teilchengrösse von unter 10 µm mikrofein pulverisiert.
[0008] Zweckmässig wird dabei dafür Sorge getragen, dass die Pulverisierung bei Sauerstoffausschluss
erfolgt.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist demzufolge ein Verfahren zum Aufschliessen von Blütenpollen,
das dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Pollen durch Abkühlen auf eine Temperatur
von tiefer als -20°C tiefgefriert und anschliessend auf eine Teilchengrösse von unter
10 µm mikrofein pulverisiert. In vorteilhafter Weise verfährt man derart, dass man
die Blütenpollen im Schockverfahren mit flüssigem Stickstoff durch Abkühlen auf eine
Temperatur von tiefer als -20°C tiefgefriert und anschliessend auf eine Teilchengrösse
von unter 10 µm mikrofein pulverisiert.
[0010] Durch das Tiefgefrieren oder Abkühlen der Blütenpollen auf Temperaturen von tiefer
als -20° C, vorzugsweise auf Temperaturen von -20 bis -180°C, wird das Speroderm oder
die Haut so spröde, dass es sich vergleichsweise leicht auf mechanischem Wege aufbrechen
lässt.
[0011] Das Tiefgefrieren oder Abkühlen der Blütenpollen kann beispielsweise in einer Kaltmahlanlage
erfolgen, in vorteilhafter Weise einer Kaltmahlanlage mit flüssigem Stickstoff als
Kühlmittel unter Ausschluss von Sauerstoff. In vorteilhafter Weise werden die Blütenpollen
in einer Kaltmahlanlage mit einem Flüssigstickstoff-Wirbelschneckenkühler tiefgefroren
und danach pulverisiert.
[0012] Bei Verwendung von flüssigem Stickstoff als Kühlmittel lassen sich beispielsweise
Temperaturen von -196°C erreichen. Derart niedrige Temperaturen brauchen die Blütenpollen
dabei jedoch nicht unbedingt annehmen. Anstatt Stickstoff können auch die verschiedensten
anderen üblichen bekannten Kühlmittel, mit denen sich tiefe Temperaturen von beispielsweise
unter -50°C, vorzugsweise unter -100°C, erzielen lassen, verwendet werden.
[0013] Nach dem Verfahren der Erfindung lassen sich beispielsweise Blütenpollen auf eine
Teilchengrösse von unter 10 µm zerkleinern. Dabei wird das Speroderm aufgespalten
und die Inhalts- und Wirkstoffe freigelegt.
Beispiel
[0014] 10 kg Blütenpollen mit einer Teilchengrösse von im Durchschnitt 0,01 bis 0,1 mm und
einem Schüttgewicht von 600 g/I wurden bei einem Durchsatz von 240 kg/h in einer üblichen
Kaltmahlanlage, die mit einem Flüssigstickstoff-Wirbelschneckenkühler ausgestattet
war, verarbeitet.
[0015] Nach der Abkühlung wurden die Blütenpollen bei einer Temperatur von durchschnittlich
-35°C im Mahlwerk vermahlen. Nach der Behandlung wiesen die Blütenpollen eine durchschnittliche
Teilchengrösse von unter 10µm auf.
[0016] Abbildung 1 zeigt Blütenpollen im Lichtmikroskop bei 250facher Vergrösserung vor
der im Beispiel beschriebenen erfindungsgemässen Behandlung. Das Speroderm oder die
Haut der Pollen ist deutlich zu erkennen.
[0017] Abbildung 2 zeigt die nach dem im Beispiel beschriebenen Verfahren der Erfindung
mikropulverisierten Blütenpollen im Lichtmikroskop ebenfalls bei 250facher Vergrösserung.
1. Verfahren zum Aufschliessen von Blütenpollen, dadurch gekennzeichnet, dass man
die Pollen durch Abkühlen auf eine Temperatur von tiefer als -20° C tiefgefriert und
anschliessend auf eine Teilchengrösse von unter 10 µm mikrofein pulverisiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Blütenpollen im
Schockverfahren mit flüssigem Stickstoff durch Abkühlen auf eine Temperatur von tiefer
als -20° C tiefgefriert und anschliessend auf eine Teilchengrösse von unter 10 µm
mikrofein pulverisiert.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man die Blütenpollen
mit Stickstoff auf eine Temperatur von -20 bis -180° C abkühlt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die
Blütenpollen in einer Kaltmahlanlage mit einem Flüssigstickstoff-Wirbelschneckenkühler
tiefgefriert und pulverisiert.
1. The method for decomposing blossom pollen, characterized in, that said pollen are
deep frozen by cooling down to a temperature lower than -20°C and subsequently microfine
pulverized to a particle size below 10 µm.
2. The method according to claim 1, characterized in, that said blossom pollen are
deep frozen by cooling down to a temperature lower than -20°C by the shockmethod using
liquid nitrogen and subsequently microfine pulverized to a particle size below 10
µm.
3. The method according to claims 1 and 2, characterized in, that said blossom pollen
are cooled down with nitrogen to a temperature of from -20 to -180°C.
4. The method according to claims 1 to 3, characterized in, that said blossom pollen
are deep frozen and pulverized in a cold-grinding mill comprising a liquid nitrogen
whirl screw cooler.
1. Procédé pour ouvrir des pollens, caractérisé en ce qu'on surgèle les pollens par
refroidissement à une température inférieure à -20°C et qu'on les soumet ensuite à
une pulvérisation microfine pour obtenir des particules d'une taille inférieure à
10 µm.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on surgèle les pollens,
dans le procédé de chocs avec de l'azote liquide, par refroidissement à une température
inférieure à -20°C et qu'on les soumet ensuite à une pulvérisation microfine pour
obtenir des particules d'une taille inférieure à 10 µm.
3. Procédé selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce qu'on refroidit les
pollens avec de l'azote à une température de -20 à -180° C.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'on surgèle les
pollens dans une installation de pulvérisation à froid à l'aide d'un refroidisseur
vortex à vis, à azote liquide, et qu'on les pulvérise.