(19)
(11) EP 0 019 977 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.02.1984  Patentblatt  1984/06

(21) Anmeldenummer: 80200480.4

(22) Anmeldetag:  22.05.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3G09F 3/02, B65D 23/08

(54)

Aluminiumfolienetikett für Flaschen

Aluminium foil label for bottles

Etiquette en feuille d'aluminium pour bouteilles


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 26.05.1979 DE 2921402

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
10.12.1980  Patentblatt  1980/25

(71) Anmelder: Haendler & Natermann GmbH
D-3510 Hann.-Münden (DE)

(72) Erfinder:
  • Roske, Dieter
    D-3510 Hann.-Münden (DE)

(74) Vertreter: Fischer, Ernst, Dr. 
c/o Metallgesellschaft AG, Reuterweg 14
60323 Frankfurt
60323 Frankfurt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Aluminiumfolienetikett für Flaschen, das beidseitig eine farblose oder farbige Beschichtung aufweist, die aus einem in alkalisch eingestellten Reinigungsbädern unlöslichen Lack besteht, das ggfs. auf seiner Außenseite mit einem Druckbild versehen ist und mit dem unter Verwendung eines in den Reinigungsbädern löslichen Leims der Verschluß und ein Teil des Flaschenhalses umhüllbar sind.

    [0002] Derartige Aluminiumfolienetiketten haben eine Dicke von 10 bis 20 p.m, sind verhältnismäßig kostengünstig und kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn die Etiketten wieder entfernt werden sollen, z. B. von Wein- und Bierflaschen, die zum Zwecke der Wiederauffüllung zurückgegeben werden. Auch sind hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten möglich. Zum Anbringen dieser Etiketten werden hauptsächlich Dextrin-, Kasein-, Pflanzen- und Mischleime verarbeitet. Manchmal, z. B. bei der Etikettierung von Kunststoffflaschen, werden auch Dispersionsklebstoffe verwendet.

    [0003] Zur Flaschenreinigung dienen stark alkalisch eingestellte Produkte - meist Ätznatron in einer Konzentration von 1,5 bis 3 %, gelegentlich auch Natriummetasilikat -, denen zur besseren Verteilbarkeit der alkalischen Wirksubstanz und zur leichteren Ablösbarkeit der Etiketten von den Flaschen noch benetzend wirkende Substanzen zugegeben sind.

    [0004] Bei der Flaschenreinigung wird im allgemeinen in zwei Arbeitsgängen verfahren. Der erste alkalische Arbeitsgang stellt die eigentliche Reinigung dar, bei der die z. B. in einer Zelle befindliche Flasche 3 bis 10 Min. kontinuierlich durch das stark alkalisch eingestellte Reinigungsbad, das eine Temperatur von 75 bis 90 °C aufweist, läuft. Dabei werden' die Beschichtung des Aluminiumfolienetiketts, das Etikett selbst und der Leim rückstandslos von der Flasche abgelöst und gleichzeitig aufgelöst. Im zweiten Arbeitsgang wird mit einem Klarspülmittel nachgespült und die Alkalität entfernt.

    [0005] Bei dem alkalischen Arbeitsgang entstehen Natriumaluminat und Wasserstoff, die beide unerwünscht sind, da Natriumaluminat die Abwässer in kaum vertretbarem Maße belastet und Wasserstoff eine ständige Explosionsgefahr bildet. Ein weiterer Nachteil ist darin zu sehen, daß im Falle des Vorhandenseins eines Unterschusses an alkalischer Wirksubstanz in der wässrigen Lösung sich Aluminiumhydroxid bildet, das sich am Boden des Reinigungsbehälters ansammelt, sich dort verfestigt und nur unter vergleichsweise großem Aufwand an Arbeit und Zeit wieder entfernt werden kann.

    [0006] Es ist deshalb schon vorgeschlagen worden, derartige Aluminiumfolienetiketten beidseitig mit einer laugenbeständigen Beschichtung zu versehen. Weil aber derartige Etiketten bei der Flaschenreinigung in den vorhandenen Reinigungsanlagen nur sehr schwer abgelöst werden können, ist ferner vorgesehen worden, die beidseitig beschichteten Metallfolien mit über die ganze Oberfläche verteilten Perforationen zu versehen, die den Durchtritt der Waschlauge gestatten (DE-A-2 640 109). Derartige Perforationen haben aber den Nachteil, daß der Leim beim Aufbringen der Etiketten auf die Außenseite durchdringt. Infolgedessen werden die Etikettiereinrichtungen mit Leim verschmutzt und sind daher nach kurzer Zeit nicht mehr brauchbar, es sei denn, sie werden laufend gereinigt, was wegen des erheblichen zusätzlichen Aufwandes von den Abfüllbetrieben abgelehnt wird. Schon aus diesem Grund kommt eine Perforation der Etiketten nicht in Betracht.

    [0007] Der Nachteil würde sich aber auch beim Verbraucher auswirken. Der eigentliche Zweck der Etiketten, durch Verzierung und Werbewirkung das Kaufverhalten positiv zu beeinflussen, würde ins Gegenteil verkehrt, wenn der Kunde beim Kauf und Verbrauch ständig der Gefahr ausgesetzt ist, sich mit dem nach außen durchgetretenen Leim zu beschmutzen. Perforierte Etiketten sind daher für den Verbraucher unzumutbar.

    [0008] Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Aluminiumfolienetikett vorzuschlagen, das sich trotz laugenbeständiger Beschichtung bei der Flaschenreinigung verhältnismäßig leicht ablösen läßt, ohne daß die zuletzt geschilderten Nachteile auftreten.

    [0009] Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß bei einem eingangs beschriebenen Aluminiumfolienetikett auf beiden Seiten des nicht unterbrochenen Aluminiumfolienetiketts in der Beschichtung gegenüberliegende Aussparungen vorgesehen sind.

    [0010] In weiterer Ausbildung des Erfindungsgedankens ist vorgesehen, daß die Aussparungen streifenförmig ausgebildet sind. Ferner können die Aussparungen zumindest auf der Außenseite des Aluminiumfolienetiketts mit einem löslichen Lack ausgefüllt sein. Schließlich kann die Beschichtung entsprechend dem außenseitig aufgebrachten Druckbild ausgespart sein.

    [0011] Beim Waschvorgang wird das Aluminium im Bereich dieser Aussparungen aufgelöst und die alkalische Waschlauge dringt von hier aus zwischen Etikett und Flasche ein und löst die Leimschicht auf, wobei gleichzeitig das Etikett in mehrere Stücke zerteilt abgelöst wird, ohne daß mehr als 10 % des Aluminiums aufgelöst werden.

    [0012] Ausführungsformen der Erfindung sind in den Figuren 1 bis 3 dargestellt.

    [0013] In Figur 1 ist ein Querschnitt durch ein Aluminiumfolienetikett 1 dargestellt, das beidseitig mit einem gegenüber einer alkalischen Wirksubstanz unlöslichen PVC-Lack2, 2' beschichtet ist, wobei einander gegenüberliegende Aussparungen 3, 3' vorgesehen sind. Auf der außenseitigen PVC-Lackschicht 2 befindet sich eine aus einem löslichen Lack bestehende zusätzliche Beschichtung 4.

    [0014] Figur 2 zeigt einen Querschnitt durch ein Aluminiumfolienetikett 1, das beidseitig mit einem in einer alkalischen Wirksubstanz unlöslichen Überzug 2, 2' beschichtet ist, der Aussparungen 3, 3' aufweist. Die außenseitige Aussparung 3 ist mit einem löslichen Lack 5 ausgefüllt.

    [0015] Bei dem in Figur 3 dargestellten Aluminiumfolienetikett 1 mit beidseitigem Überzug 2, 2' befindet sich auf der Außenseite eine Aussparung 3 entsprechend einem Druckbild 6 und auf der Innenseite eine Aussparung 3', die dem Druckbild gegenüberliegend angeordnet ist.


    Ansprüche

    1. Aluminiumfolienetikett für Flaschen, das beidseitig eine farblose oder farbige Beschichtung aufweist, die aus einem in alkalisch eingestellten Reinigungsbädern unlöslichen Lack besteht, das ggfs. auf seiner Außenseite mit einem Druckbild versehen ist und mit dem unter Verwendung eines in den Reinigungsbädern löslichen Leims der Verschluß und ein Teil des Flaschenhalses umhüllbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß auf beiden Seiten des nicht unterbrochenen Aluminiumfolienetiketts (1) in der Beschichtung (2, 2') gegenüberliegende Aussparungen (3, 3') vorgesehen sind.
     
    2. Aluminiumfolienetikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aussparungen (3, 3') streifenförmig ausgebildet sind.
     
    3. Aluminiumfolienetikett nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aussparungen zumindest auf der Außenseite des Aluminiumfolienetiketts mit einem löslichen Lack (5) ausgefüllt sind.
     
    4. Aluminiumfolienetikett nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung entsprechend dem außenseitig aufgebrachten Druckbild (6) ausgespart ist.
     


    Claims

    1. An aluminium foil label for bottles, which has on both sides a colourless or coloured coating consisting of a varnish which is insoluble in alkaline cleaning baths, which label is provided with an imprint on the outside, if desired, and is adapted to wrap the closure and part of the bottleneck with the aid of a glue which is soluble in the cleaning baths, characterized in that mutually opposite recesses (3, 3') are provided in the coating (2, 2') on opposite sides of the unapertured aluminium foil label.
     
    2. An aluminium foil label according to claim 1, characterized in that the recesses are strip- shaped.
     
    3. An aluminium foil label according to claim 1 or 2, characterized in that the recesses are filled with a soluble varnish (5) at least on the outside of the aluminium foil label.
     
    4. An aluminium foil label according to any of claims 1 to 3, characterized in that the coating is recessed in correspondence with the imprint (6) applied to the outside.
     


    Revendications

    1. Etiquette en feuille d'aluminium pour bouteille, qui présente, sur les deux faces, un revêtement, incolore ou coloré, en un vernis insoluble dans des bains de nettoyage alcalins, dont la face extérieure est munie éventuellement d'une image imprimée et avec laquelle on peut, en utilisant une colle soluble dans les bains de nettoyage, envelopper la fermeture et une partie du col de la bouteille, caractérisée en ce que sur les deux faces de l'étiquette en feuille d'aluminium (1) ininterrompue sont prévus dans le revêtement (2, 2') des évidements (3, 3') opposés.
     
    2. Etiquette en feuille d'aluminium selon la revendication 1, caractérisée en ce que les évidements (3, 3') sont en forme de bande.
     
    3. Etiquette en feuille d'aluminium selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les évidements sont emplis d'un vernis (5) soluble au moins sur la face extérieure de l'étiquette en feuille d'aluminium.
     
    4. Etiquette en feuille d'aluminium selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que le revêtement est évidé en correspondance avec l'image imprimée (6) apposée sur la face extérieure.
     




    Zeichnung