(57) erfahren zur Herstellung von Stückseifen, in deren Oberfläche ein weiterer Seifenkörper
eingelagert ist, wobei die Seifenmassen für den Grund- und Nebenkörper der Seife bei
35-45° C getrennt versträngt werden, die zur Bildung des eingelagerten Seifenkörpers
bestimmte Seifenmasse nach dem Strangpressen auf 25-35° C abgekühlt und dann in den
dafür vorgesehenen Hohlraum in der Oberfläche des Grundseifenkörpers eingebracht wird,
und die so entstandenen Seifenstücke verpreßt bzw. gestanzt werden.
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer neuartigen
Stückseife.
[0002] Es sind bereits zahlreiche Stückseifen verschiedenartigen Aussehens, das in der Regel
auf verschiedenen optischen Effekten beruht, entwickelt worden; diese Stückseifen
erfreuen sich beim Verbraucher einer großen Beliebtheit. So ist es bereitsseit langem
bekannt, transparente Stückseifen herzustellen; auch marmorierte oder gestreifte Seifen
befinden sich seit längerer Zeit auf dem Markt. Eine ästhetisch besonders ansprechende
Seife besteht aus zwei gleich großen, jedoch verschieden gefärbten Hälften; ihre Herstellung
ist Gegenstand der DE-AS Nr. 2 049 268.
[0003] Es sind auch bereits Seifen bekannt geworden, die in einem Grundkörper aus Seifenmasse
ein kleineres Seifenstück, meist in einer zur Farbe des Grundkörpers kontrastierenden
Farbe. eingelagert enthalten; derartige Seifen und ihre Herstellung sind beispielsweise
in den DE-OSen Nr. 1 617 253 und 1 617 254 beschrieben.
[0004] Bei den bisher bekannten Verfahren war es nicht möglich, derartige, in einem Grundkörper
eingelegte Seifenstücke aufweisende Stückseifen, sogenannte "Intarsien-Seifen", auf
kontinuierliche Weise im technischen Maßstab rationell herzustellen. Darüberhinaus
wurde beim Einpressen des einzulagernden kleineren Seifenstückchens ("Intarsie") in
den dafür vorgesehenen Hohlraum an der Oberseite des Grundkörpers häufig eine Verformung
der Intarsie beobachtet, die eine exakte Verbindung derselben mit dem Grundkörper
verhinderte und auch zu einer unschönen und unregelmäßigen Oberflächengestaltung führt.
[0005] Es wurde nun gefunden, daß man diese Nachteile überwinden und sogenannte "Intarsien-Seifen"
mit exaktem Sitz des eingelagerten Stücks im Grundkörper herzustellen kann, die ein
optisch ansprechendes Gesamtbild bieten, wann man bei der getrennten Herstellung und
Nachbehandlung sowohl des Grundseifenkörpers als auch der einzulagernden Sei.fenstückchen
- ganz bestimmte Parameter einhält.
[0006] Erfindungsgemäß wird dabei die Viskosität der beiden zu verarbeitenden Seifenmassen
durch Regelung über die Temperaturen so eingestellt, daß beim Preßvorgang nur der
äußere (Haupt-) Seifenkörper fließt, während der einzufügende, kleinere Seifenkörper
festbleibt und dabei von dem äußeren Seifenkörper fest umschlossen wird und damit
eine feste Verbindung mit diesem bildet.
[0007] Dies wird dadurch bewirkt, daß während des Strangpreßvorgangs, der für Haupt- und
Nebenkörperseifenmasse in parallel geschalteten, getrennten Schneckenpressen abläuft,
die Temperatur für die Versträngung der Seifenkörper bei 35 bis 45
9C vorzugsweise etwa bei 40°C, gehalten, und der Nebenseifenkör-. per beim Austritt
aus der Strangpresse schockartig auf 25 bis 35°C, vorzugsweise etwa 30°C, abgekühlt
und anschließend in den dafür vorgesehenen Hohlraum des Hauptseifenkörpers eingepreßt
wird.
[0008] Das Einfügen des kleineren Seifenstücks in den Hohlraum des Grundseifenkörpers läßt
sich optimal lösen, wenn sowohl das kleinere einzulagernde Seifenstück selbst und
der zur Aufnahme desselben bestimmte Hohlraum des Grundseifenkörpers konisch ausgebildet
sind.
[0009] Die Seifenkörper können eine beliebige Form aufweisen, beispielsweise rund oder oval
sein, das eingesetzte kleinere Seifenstück kann prinzipiell ebenfalls jede gewünschte
Form besitzen.
[0010] Der für die Aufnahme des einzufügenden Seifenstückes vorgesehene Hohlraum des Hauptseifenkörpers
kann, muß jedoch nicht symmetrisch in dessen Oberfläche angeordnet sein; d.h., er
kann sowohl in dessen Mitte als auch außerhalb derselben liegen.
[0011] Die chemische Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Seifenstücke entspricht der üblicherweise
für diesen Zweck eingesetzten; unter der Bezeichnung "Seifen" sind also sowohl Alkalisalze
höherer Fettsäuren alleine als auch sogenannte Tensid-Seifen zu verstehen, die die
üblichen Zusätze enthalten. Es wird in diesem Zusammenhang auf die Angaben in Ullmanns
Enzyklopädie der technischen Chemie, 3. Auflage., Band 18, S. 355 - 3'95 (1967, Urban
& Schwarzenberg, München-Berlin-Wien) sowie die Monographie von D. Osteroth, "Kosmetikum
Feinseife" (1972, Hüthig-Verlag, Heidelberg) verwiesen.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich auf folgende Weise schematisch beschreiben:
[0013] In zwei nebeneinander angeordneten, parallel laufenden Vakuum-Zweischnecken-Strangpressen
an sich bekannter Bauart werden die Seifenmassen für den Haupt- und Nebenseifenkörper
bei Temperaturen zwischen etwa 35 und 45°C, vorzugsweise etwa 40°C, getrennt versträngt.
Nach dem Austritt aus der Strangpresse wird die zur Bildung des Nebenseifenkörpers
bestimmte Seifenmasse schöckartig auf etwa 25 - 35°C, vorzugsweise etwa 30°C, abgekühlt,
während die zur Bildung des Hauptseifenkörpers vorgesehene Seifenmasse auf ihrer Versträngungstemperatur
belassen wird. Danach werden beide Seifenmassen in Stücke der erforderlichen Größe
geschnitten. Hierbei ist zu bemerken, daß die erwähnte schockartige Abkühlung der
Nebenkörper-Seifenmasse auch nach dem Schneiden derselben in Stücke erfolgen kann.
[0014] Die Grundseifenkörper-Rohlinge werden nunmehr einer Ausstanzvorrichtung zugeführt,
wo der zur Aufnahme des Nebenseifenkörpers bestimmte Hohlraum aus der Oberfläche ausgestanzt
wird. In einer Einfügevorrichtung werden nunmehr die entsprechend der Hohlraumausstanzung
vorgeformten, parallel geführten Nebenseifenkörper in die Vertiefung der Grundseifenkörper
eingefügt und die so erhaltenen zusammengefügten Seifenstücke in an sich bekannter
Weise verpreßt bzw. gestanzt.
[0015] Vor der Einfügung des Nebenseifenkörpers kann gegebenenfalls noch eine Prägung des
Hohlraumbodens erfolgen, um Seifenstücke zu erhalten, die nach teilweisem Gebrauch,
das heißt, nach dem Abwaschen der Oberfläche das so eingeprägte Zeichen wieder sichtbar
werden lassen.
1. Verfahren zur Herstellung von aus einem Grundseifenkörper und mindestens einem
in dessen Oberfläche eingelagerten Nebenseifenkörper bestehenden Stückseifen, wobei
in einen durch Versträngen und anschließendes Schneiden erhaltenen, mit einem Hohlraum
versehenen Grundseifenkörper diesem Hohlraum entsprechende Nebenseifenkörper eingelagert
und die erhaltenen Seifenstücke anschließend gepreßt bzw. gestanzt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß beide Seifenmassen bei etwa 35 bis 45°C getrennt versträngt werden
und die zur Bildung des Nebenseifenkörpers bestimmte Seifenmasse nach dem Strangpressen
und vor ihrer Zusammenfügung mit dem Grundseifenkörper auf etwa 25 bis 35°C abgekühlt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abkühlung des Nebenseifenkörpers
unmittelbar nach dem Austritt aus der Strangpresse in der Masse erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abkühlung des Nebenseifenkörpers
in Stückform erfolgt.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlraum des Grundseifenkörpers vor der Einfügung des Nebenseifenkörpers mit
einer, vorzugsweise erhaben ausgebildeten, Einprägung versehen wird.