[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Kupplungsvorrichtungen für sogenannte Power and Free-Schleppkreisförderer
mit Förderwagen, die auf unterhalb der Schleppeinrichtung, z. B. einer stetig umlaufenden
Förderkette oder einzelner auf Fahrschienen laufender Motorfahrwerke, angeordneter
Hängebahn verfahrbar sind und die je einen Mitnahmekopf und einen Auslösekopf zum
Zusammenwirken mit den an der Schleppeinrichtung angebrachten Kupplungsvorrichtungen
aufweisen.
[0002] Eine derartige Kupplungsvorrichtung zum An- und Abkuppeln der Förderwagen ist beispielsweise
in der DP 26 50 031 beschrieben. Sie weist einen gesteuert lösbaren Mitnehmerhebel
und einen mit diesem in Wirkverbindung stehenden, schwenkbeweglich gelagerten Auslösehebel
auf, die beide über einen weiteren, aus Lenker und Kurbel bestehenden Kniehebel gelenkig
miteinander verbunden sind. Mitnehmerhebel und Auslösehebel ragen in die Bewegungsbahn
der am Förderwagen befindlichen Organe - Mitnahmekopf und Auslösekopf - hinein. Die
Kupplungsvorrichtung weist vier beweglich gelagerte, untereinander in Verbindung stehende
Hebel mit einer entsprechenden Anzahl Gelenkstellen auf. Alle vier Lagerachsen der
Gelenkstellen stehen quer zur Förderrichtung und werden beim An- und Abkuppeln auch
auf Biegung beansprucht. Der hierdurch verursachte Verschleiß kann zu Betriebsstörungen
führen, wenn infolge vergrößerten Lagerspieles bei Erschütterungen oder durch in Schaukelbewegung
geratenes Fördergut eine ungewollte Freigabe seitens des Mitnehmerhebels erfolgt,
was besonders in Gefällestrecken Gefahrenmomente herbeiführt. Ein weiterer Mangel
der bekannten Kupplungsvorrichtung besteht darin, daß die beweglichen Kupplungsteile
während des Betriebes ständig Klappergeräusche verursachen.
[0003] Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, bei Vermeidung der aufgezeigten
Mängel, eine Kupplungsvorrichtung mit nur zwei beweglichen Kupplungsteilen zu schaffen,
deren Lagerung praktisch verschleißfrei ist und deren Arbeitsweise bei größtmöglicher
Sicherheit auch Klappergeräusche weitgehend vermeidet.
[0004] Diese Aufgabe wird mit den die Erfindung kennzeichnenden Merkmalen nach Anspruch
1 und den Unteransprüchen gelöst.
[0005] Zwei Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes sind in den Zeichnungen dargestellt
und im folgenden erläutert.
[0006] Es zeigen:
Fig. 1 ein Teilstück eines Power and Free-Schleppkreisförderers mit erfindungsgemäßer
Kupplungsvorrichtung in Seitenansicht, teilweise im Schnitt ;
Fig. 2a-c eine Kupplungsvorrichtung als Einzelheit in Vorderansicht, Seitenansicht
und Draufsicht;
Fig. 3a-c eine weitere Ausführungsform der Kupplungsvorrichtung, ebenfalls in Vorderansicht,
Seitenansicht und Draufsicht.
[0007] Der in Fig. 1 dargestellte Schleppkreisförderer besteht im wesentlichen aus dem an
nicht gezeigten Trägern hängenden Kettenkanal 1 und der Profil-Laufschiene 2 einer
Hängebahn, auf der als Lastgehänge ausgebildete Förderwagen 3 laufen. In dem Kettenkanal
1 ist eine raumgelenkige Förderkette 4, die durch einen nicht dargestellten Getriebemotor
stetig angetrieben wird, mittels Trag- und Stützrollen 5 bzw. 6 geführt. An der Förderkette
4 ist jeweils im Bereich zweier benachbarter Tragrollen 5 an nach unten aus dem Kettenkanal
1 herausragenden Tragwinkeln 7 ein U-förmiger Tragbügel 8 angebracht, der einen weiteren
U-förmigen Bügel 8' trägt, in dessen nach oben gerichtete Schenkel eine sich zwischen
dem Kettenkanal 1 und der Laufschiene 2 parallel zu diesen erstreckende Achse 9 angeordnet
ist, die als Träger der Kupplungsvorrichtung K dient.
[0008] Die Kupplungsvorrichtung K besteht aus ,zwei identischen, spiegelbildlich angeordneten
Kupplungsbacken 10 und 11, die mit rechtwinklig abgebogenen Lappen auf der Achse 9
gelagert sind und die, wie in Fig. 2a mit strichpunktierten Linien veranschaulicht,
seitlich, also quer zur Förderrichtung F ausschwenkbar sind. Die als Blechformteile
von im wesentlichen L-förmigen Querschnitt gestalteten Kupplungsbacken 10 und 11 sind
an beiden Enden ihrer zusammenwirkenden horizontalen Stege 10 bzw. 11' mit Abschrägungen
10" bzw. 11" versehen und weisen im mittleren Bereich Ausnehmungen 12 bzw. 13 auf,
die sich bis in den vertikalen Steg erstrecken. Die Abschrägungen 10" und 11" der
beiden Kupplungsbacken bilden zusammen eine V-förmige Rampe R bzw. R', während die
Ausnehmungen 12, 13 zusammen eine rechteckige Tasche T bilden.
[0009] Die auf der Laufschiene 2 verfahrbaren Förderwagen 3 bestehen aus einem vorderen
und einem hinteren Laufrollenträger 14 bzw. 15 mit den Laufrollen 16 bzw. 17 und einem
die beiden Laufrollenträger verbindenden U-förmig gebogenen Rohrbügel 18. Der in Förderrichtung
F vordere Laufrollenträger 14 trägt einen kurzen Mitnahmekopf 19 von in die Tasche
T passender Länge und der in Förderrichtung hintere Laufrollenträger 15 einen etwa
viermal so langen Auslösekopf 20. Mitnahmekopf 19 und Auslösekopf 20 sind vorzugsweise
aus einem Material gefertigt, welches gute Gleit- und Geräuschdämpfungseigenschaften
besitzt.
[0010] Die Arbeitsweise des Schleppkreisförderers ist folgende: .
[0011] Wie Fig. 1 zeigt, befinden sich die Mitnahmeköpfe 19 der beiden hintereinander laufenden
Förderwagen 3 in den Taschen T der Kupplungsvorrichtungen K, so daß die Förderwagen
mittels der Förderkette 4 in Förder-
"richtung bewegt werden. Am Bestimmungsort werden die Förderwagen mittels nicht dargestellter,
von Hand oder automatisch gesteuerter Weichen aus der Förderstrecke herausgeschleust,
wobei der Mitnahmekopf 19 seitlich aus der Tasche T der Kupplungsvorrichtung K herausgleitet.
Ein Abkuppeln erfolgt aber auch, wenn der gezogene Förderwagen 3 mit seinem vorderen
Laufrollenträger 14 auf den hinteren Laufrollenträger 15 eines auf der Förderstrecke
stehenden Förderwagens 3 auffährt. Dabei tritt der Auslösekopf 20 des stehenden Förderwagens
in die vordere Rampe R ein und drängt die Kupplungsbacken 10 und 11 seitlich so weit
nach außen, daß die Tasche T geöffnet und der Mitnahmekopf 19 des gezogenen Förderwagens
nach hinten aus der Kupplungsvorrichtung austreten kann. Da der Auslösekopf 20 länger
ist als die Tasche T, überfährt die geöffnete Kupplungsvorrichtung K den Auslösekopf
20 des stehenden Förderwagens. Beim weiteren Vorlauf gelangt sie in den Bereich des
Mitnahmekopfes 19 des stehenden Förderwagens, der nun seinerseits in die Rampe R gelangt
und die Kupplungsbacken 10 und 11 seitlich nach außen drängt, bis der Mitnahmekopf
19 schließlich in den Bereich der Tasche T gelangt und da er kürzer ist als diese
schwenken die Kupplungsbacken 10 und 11 unter ihrem Eigengewicht wieder in die Schließstellung
zurück, und nehmen den Förderwagen über den in die Tasche T eingerasteten Mitnahmekopf
19 mit. Bei einem Stau überläuft jede Kupplungsvorrichtung K alle aufgestauten Förderwagen
bis zum jeweils Vordersten, so daß die Förderwagen einzeln nacheinander mitgenommen
werden.
[0012] -Die modifizierte Kupplungsvorrichtung gemäß Fig. 3 unterscheidet sich im Aufbau
und in der Arbeitsweise nur unwesentlich von der zuvor beschriebenen Vorrichtung.
Die Kupplungsbacken 21, 22 sind im wesentlichen ebene Blechformteile, die mit rechtwinklig
abgebogenen Lappen auf der Achse 9 gelagert sind und die an beiden Enden zur mittig
vorgesehenen Ausnehmung 23 hin geneigte Abschrägungen 24 aufweisen. Bei dieser Ausführung
der Kupplungsbacken sind der Mitnahmekopf 19 und der Auslösekopf 20' der Förderwagen
3, wie Fig. 3a zeigt, mit einem gewölbten Dach zu versehen, durch das die Kupplungsbacken
21, 22 beim Auflaufen ihrer Abschrägungen 24 um die Achse 9 nach außen geschwenkt
werden.
[0013] Die erfindungsgemäße Kupplungsvorrichtung weist sowohl bauliche als auch funktionelle
Vorteile auf. Sie besteht aus wenigen leicht zu fertigenden Teilen, die nur einfache
Bewegungen um eine Längsachse auszuführen haben, die keine Federn und keine Sperrhebel
benötigen und die dadurch eine größtmögliche Sicherheit gewährleisten. Durch seitlich
am Kettenkanal oder anderen Tragteilen anzubringende Führungsleisten kann in besonders
gefährdeten Streckenabschnitten eine absolute Sicherheit gegen ungewolltes Abkuppeln
erreicht werden, was bei Kupplungsvorrichtungen mit in Förderrichtung beweglichen
Mitnahmeteilen- nicht möglich ist.
1. Kupplungsvorrichtung für sogenannte Power and Free -Schleppkreisförderer mit Förderwagen,
die auf unterhalb der Schleppeinrichtung, z. B. einer stetig umlaufenden Förderkette
oder einzelner auf Fahrschienen laufender Motorfahrwerke, angeordneter Hängebahn verfahrbar
sind und die je einen Mitnahmekopf und einen Auslösekopf zum Zusammenwirken mit der
an der Schleppeinrichtung befindlichen Kupplungsvorrichtung aufweisen, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kupplungsvorrichtung aus zwei gegensinnig quer zur Förderrichtung beweglichen
Kupplungsbacken (10, 11 bzw. 21, 22) besteht, die an beiden Enden Abschrägungen (10"
, 11" bzw. 24) und im mittleren Bereich eine Ausnehmung (12, 13 bzw. 23) besitzen,
die im Zusammenwirken der beiden Kupplungsbacken an beiden Enden der Kupplungsvorrichtung
je eine Rampe (R, R') und im mittleren Bereich eine Tasche (T) bilden.
2. Kupplungsvorrichtung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Kupplungsbacken (10, 11 bzw. 21,22) auf einer
an der Schleppeinrichtung angeordneten, parallel zur Hängebahn (2) verlaufenden Achse
(9) schwenkbeweglich gelagert sind.
3. Kupplungsvorrichtung gemäß Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungsbacken (10,11) im wesentlichen L-förmige
Blechformteile sind, an deren vertikalen Stegen rechtwinklig abgebogene Lagerlappen
vorgesehen sind und deren horizontale Stege (10', 11') an beiden Enden aufeinander
zulaufende Abschrägungen (10" , 11" ) aufweisen, die im Zusammenwirken der beiden
Kupplungsbacken V-förmige Rampen (R, R' ) bilden.
4. Kupplungsvorrichtung gemäß Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungsbacken (21, 22) im wesentlichen ebene, mit
rechtwinklig abgebogenen Lagerlappen versehene Blechformteile sind, die an beiden
Enden zur Mitte hin geneigte Abschrägungen (24) und mittig eine rechteckige Ausnehmung
(23) aufweisen.