[0001] Bei der Herstellung von flexiblen Flächengebilden wie Papieren, Pappen und Faservliesen
aus Fasern auf nassem Wege müssen, um eine ausreichende Festigkeit zu erreichen, Bindemittel
verwendet werden.
[0002] Diese Bindemittel werden oft in Form wäßriger Dispersionen angewandt, die dem Faserbrei
'. zugesetzt und in einem späteren Stadium ausgefällt werden.
[0003] An die Qualität der Bindemittel sind primär Anforderungen unter herstellungstechnischen
Gesichtspunkten gestellt worden. So spielt zum Beispiel der Grad der Ausnutzung der
Bindemittel bzw. der polymeren Anteile allgemein unter ökologischen und kommerziellen
Gesichtspunkten eine gewichtige Rolle. Im Vordergrund des Interesses standen dabei
die Bedürfnisse und Anforderungen der Papierindustrie.
[0004] Die Technik hat im Verlauf der Entwicklung mit neutralen, kationischen und anionisch
eingestellten Kunststoffen als Zusätzen zu Faserstoffen gearbeitet. Eine entscheidende
Rolle spielt der Grad der Kunststoffretention im Verhältnis zum Kunststoffanteil in
den Fasergebilden. Bei vielen Verfahren wird ein Polymerlatex dem wäßrigen Faserbrei
zugesetzt und dann gefällt oder koaguliert. Bei den Fasern, beispielsweise den für
die Papier- und die Vliesstoffherstellung überwiegend verwendeten Fasern ist ein Koagulierungsmittel
erforderlich. Bei Asbestfasern wird hingegen in der Regel kein Koagulierungsmittel
benötigt.
[0005] Die DE-AS 12 09 867 gibt ein Verfahren an, bei dem man dem wäßrigen, gegebenenfalls
gemahlenen Faserstoffbrei vor der Entwässerung solche anionische und kationische,
thermoplastische Kunststoffe (Latices) hintereinander hinzufügt, die durch bekanntes
Einlagern und/oder Einpolymerisieren von ionischen Verbindungen in an sich elektrisch
neutrale Monomere anionisch oder kationisch eingestellt sind. In der genannten DE-AS
werden Polymerisate, Mischpolymerisate oder Gemische von Polymerisaten von Vinyl-
bzw. Vinylidenchlorid, Vinylacetat, Styrol, Acrylsäureester, Acrylnitril, Olefinen
sowie Kautschuklatex als Latices aufgeführt, denen durch Einlagern von anionischen
bzw. kationischen Emulgatoren oder durch Einlagern bzw. Einpolymerisieren von geringen
Teilen eines Carboxyl- bzw. Aminogruppenenthaltenden Monomeren ein bestimmter Ladungssinn
vermittelt wird, jedoch sind nur reine Vinylverbindungen belegt. In der US-PS 3 748
223 wird ein verbessertes Verfahren zur Einarbeitung von Latexpolymerisat in wäßriger
Dispersion in Fasern gelehrt, wobei im Polymerlatex ein anionisches wasserlösliches
Polymerisat, z.B. Polyacrylsäure verwendet wird. Die Aufgabe war dabei vorwiegend
eine Verbesserung der Abscheidung der Polymerisate in den Fasern.
[0006] Die DE-OS 26 1.9 310 schlägt umgekehrt vor, durch Zugabe eines anionischen, wasserlöslichen
hydrophilen Polymerisats - vorzugsweise von Poly(meth)acrylsäure, polymerer Itaconsäure
- und/oder deren Salze vor der Zugabe des Polymer-Latex, der durchaus konventionell
sein kann, zur Fasersuspension die Abscheidung des Latex durchzuführen. Den Faseraufschlämmungen
muß (außer im Falle des Asbests) Alaun zugesetzt werden. Die wasserlöslichen Polymerisate
sollen mehr als 60 Gew.-% Säure und weniger als 40 Gew.-% an anderen copolymerisierbaren
Monomeren enthalten.
[0007] Das US-P 2 995 512 lehrt die Klärung kolloidaler wäßriger Dispersionen durch Zusatz
wasserlöslicher kationischer Polymerer zu anionischen dispersen Phasen und umgekehrt.
[0008] In der DE-OS 27 10 966 wird einem mineralfaserhaltigen Stoff-Wassergemisch eine anionisch-stabilisierte
wäßrige Dispersion eines carboxylgruppenhaltigen Harzes mit einem Carboxylgruppengehalt
von mindestens 6 Gew.-% und ein wasserlösliches makromolekulares, stickstoffhaltiges,
polykationisches Fällungsmittel zugesetzt und anschließend Blattbildung durchgeführt.
Die DE-OS 27 10 996 gibt auch Hinweise darauf, daß-vermittels der Zusammensetzung
des Bindemittels und der Bindemittelmenge die anmeldegemäß herstellbaren Mineralfaserpapiere
entweder hart und starr oder weich und schmiegsam eingestellt werden können.
[0009] Die primären herstellungstechnischen Anforderungen, in erster Linie die möglichst
hundertprozentige Abscheidung des Bindemittels auf den Mineralfasern, werden ebenfalls
weitgehend erfüllt.
[0010] Die Skala der Anforderungen ist aber damit noch nicht erschöpft. Der vorliegenden
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, das Flächengebilden
auf Mineralfaserbasis gute Reiß- und Spaltfestigkeit sowie Flexibilität und Knickfestigkeit
verleiht. Darüber hinaus werden eine ausreichende initiale Naßfestigkeit, gute Entwässerung
und klares Abwasser mit möglichst geringer Schaumneigung erwartet.
[0011] Es wurde nun gefunden, daß. man im Naßverfahren flexible Flächengebilde auf Mineralfaserbasis
erhält, welche die genannten Anforderungen in hohem Maße erfüllt, wenn man dem mineralfaserhaltigen
Stoff-Wasser-Gemisch eine kationische Acryldispersion mit einer Glasübergangstemperatur
Tg (dyn) > + 20°C (gemäß DIN 7724), vorzugsweise > + 15°C zugibt und anschließend
mittels wasserlöslicher polyanionischer Verbindungen (Flockungsmittel) die Fällung
vornimmt. Die erfindungsgemäß verwendbaren, kationischen Acryldispersionen sind vorzugsweise
so aufgebaut, daß sie als Hauptkomponente (bezogen auf das Gesamtpolymere) mindestens
einen Acrylsäureester der Formel I CH
2=CH - COOR
1, worin R
1 für einen Alkylrest mit mindestens 2 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise 4 bis 18 Kohlenstoffatomen
steht sowie gegebenenfalls vernetzbare polymerisationsfähige Monomere und gegebenenfalls
copolymerisierbare Monomere, speziell solche mit einem als "filmhärtend" bekannten
Einfluß auf das Gesamtpolymerisat zu geringeren Anteilen enthalten.
[0012] Besonders bevorzugt sind die Acrylester der Formel I, worin R
1 für einen C
4-Rest, wie Isobutyl oder insbesondere n-Butyl steht, oder worin R
1 für 2-Äthylhexyl steht, bzw. Mischungen derselben.
[0013] Der Anteil an dem Acrylester der Formel I liegt bei mindestens 50 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtpolymerisat, vorzugsweise im Bereich von 60 bis 95 Gew.-%, besonders
bevorzugt im Bereich 70 - 93 Gew.-%.
[0014] Der Anteil an vernetzbaren Monomeren an der kationischen Acryldispersion ist so bemessen,
daß eine ausreichende Vernetzungswirkung eintritt, um das Blocken des Films bei hohen
Temperaturen bzw. hoher Luftfeuchtigkeit zu verhindern.
[0015] Im allgemeinen übersteigt der Anteil an vernetzbaren Monomeren nicht einen Wert von
15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtpolymerisat in der kationischen Dispersion. Als Normwert
kann z.B. ein Gehalt von 3 bis 10 Gew.-% angesehen werden. Unter "vernetzbaren Monömeren"
seien im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung in erster Linie selbstvernetzende
Systeme verstanden.
[0016] Als eigenvernetzende Monomere kommen primär beispielsweise solche mit einer N-Methylolamid
bzw. -äther, daneben Nitril-und Carboxylgruppen infrage.
[0017] Genannte seien N-Methylolacrylamid, N-Methylolmethacrylamid, N-Alkoxymethylacrylamid
und N-Alkoxymethylmethacrylamid, z.B. N-Athoxymethylmethacrylamid und N-Butoxymethylmethacrylamid.
Bevorzugt ist N-Methylolmethacrylamid, gegebenenfalls in Kombination mit Methacrylamid.
Schließlich kommen als eigenvernetzende Nonomere auch solche mit zwei oder mehr reaktiven
Doppelbindungen im Molekül infrage, z.B. Glykoldimethacrylat, 1,4-Butandioldimethacrylat,
Athylendimethacrylat, Triglykoldimethacrylat, Trimethylolpropantrimethacrylat oder
Allylverbindungen, wie z.B. Allylmethacrylat oder Allylcyanurat, Triallylcyanurat
u.ä.
[0018] Die gegebenenfalls in geringeren Anteilen copolymerisierbaren Monomeren, speziell
solche mit einem als filmhärtend bekannten Einfluß auf das Gesamtpolymerisat, machen
im allgemeinen zwischen 0 und 40 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0 und 30 Gew.-%, bezogen
auf den Polymerisatgehalt der kationischen Acryldispersion aus. Durch dosierten Zusatz
der copolymerisierbaren Monomeren kann man dem Film je nach den Anforderungen eine
steigende Härte verleihen.
[0019] Als Beispiel solcher copolymerisierbaren Monomeren seien Ester der Methacrylsäure
mit C
1 bis C
4-Alkoholen, Styrol, α-Methylstyrol, Vinylchlorid, Vinylidenchlorid, Vinylester von
Fettsäuren, wie Vinylacetat, Vinylpropionat genannt. Gegebenenfalls können den erfindungsgemäßen
Mitteln noch flammfestmachende Zusätze in untergeordneten Mengen zugefügt werden.
[0020] Als Fällungsmittel kommen erfindungsgemäß wasserlösliche polyanionische Verbindungen
infrage (vgl. Ullmann's Enzyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Bd. 11, S.
581 - 586, Verlag Chemie). Genannt seien z.B. Polymerisate bzw. Copolymerisate der
Acrylsäure, insbesondere mit elektrisch neutralen Monomeren, speziell mit Acrylamid,in
Form geeigneter Salze, beispielsweise des Natriumsalzes, daneben solche der Methacrylsäure
und der Maleinsäure. Das mittlere Molekulargewicht beträgt dabei in der Regel 5 -
10 Millionen. Besonders geeignet sind handelsübliche Copolymerisate der Acrylsäure
mit Acrylamid in Form ihrer Natriumsalze.
[0021] Die Herstellung der Polymerisate, die erfindungsgemäß verwendet werden, kann in an
sich bekannter Weise z.B. in Emulsionspolymerisation in Wasser erfolgen. (Vgl. H.
Rauch-Puntigam, Th. Völker, "Acryl- und Methacryl-Verbindungen; Springer-Verlag 1967).
[0022] Die Durchführung kann nach dem Eintopf-("Batch"-) oder vorzugsweise nach dem Monomerenzulauf-
oder dem Emulsionszulaufverfahren erfolgen. Beim Monomerenzulaufverfahren werden im
Polymerisationskessel Wasser, Emulgator und Initiator (wasserlösliche Initiatoren
wie Wasserstoffperoxid, Perborat, Persulfat und Azoverbindungen) bei erhöhter Temperatur
(80 - 100°C) vorgelegt und aus einem zweiten Kessel Monomeres langsam zudosiert. Beim
Emulsionszulaufverfahren wird zunächst aus Monomeren, Wasser, Emulgator und Initiator
eine Emulsion hergestellt und ein Teil davon im Polymerisationskessel aufgeheizt.
Nach Einsetzen der Polymerisation wird aus dem Zulaufkessel die restliche Emulsion
langsam zudosiert.
[0023] Als Emulgatoren können z.B. Salze langkettiger Amine in Mengen von normalerweise
0,5 - 6 Gew.-%, bezogen auf die Wässermenge, Verwendung finden.
[0024] Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann in Anlehnung an die bekannten
Verfahren der Technik vorgenommen werden:
[0025] Als Trägerfasern für die flexiblen Flächengebilde der Erfindung kommen vor allem
Mineralfasern wie Glasfasern oder Steinwolle und deren Gemisch mit Glasfasern, daneben
auch Asbest sowie Gemische mit Naturfasern, wie z.B. Cellulosefasern, beispielsweise
aus Altpapier und Faserabfällen gewonnene Fasern sowie textile Fasern selbst infrage.
Die Faserdicke liegt in der Regel im Bereich von 5 - 20 µm, die Faserlänge im allgemeinen
bei 3 bis 7 mm. Bei kürzeren Fasern ergeben sich Flächengebilde von geringerer Festigkeit.
Die trockene Faser kann beispielsweise mit etwa dem 100-fachen ihres Gewichts an Wasser
suspendiert werden. Die Bindemittelmenge richtet sich nach den gestellten Anforderungen.
Bindergehalte von 2,5 - 10 Gew.-%, berechnet als Trockengewicht des Binderharzes,
bezogen auf das Trockengewicht der Fasern
jerfüllen bereits vielfach die genannten Anforderungen. Jedoch kann der Binderanteil
darüber hinaus, bis etwa 100 des Fasergewichts gesteigert werden. Verfahren zur Herstellung
kationischer Dispersionen sind bekannt.
[0026] Die erfindungsgemäß verwendeten kationischen Acryldispersionen enthalten in der Regel
10 - 60 Gew.-%, vorzugsweise etwa 30 bis 55 Gew.-% Bindemittel in wäßriger Phase,
die ein kationisches Dispergiermittel enthält.
[0027] Typische Beispiele für kationische Dispergiermittel sind beispielsweise C
12-C
14-Fettamin-salze, Cocosaminhydro
= chlorid oder Cetyltrimethylammoniumchlorid.
[0028] Sie sind in der Wasserphase in der Regel zwischen 0,5 und 6 Gew.-%. Daneben können
noch nicht-ionogene Dispergiermittel in einer Menge von etwa 1 - 3 Gew.-% verwendet
werden. Als nicht-ionogene Dispergiermittel werden bevorzugt Verbindungen mit Tensidcharakter
eingesetzt, wie oxäthylierte Fettsäuren, Fettalkohole oder Alkylphenole, aber auch
Schutzkolloide wie Polyvinylalkohol, Polyacrylamid, Polyvinylpyrrolidon oder Polyalkylenoxide
sowie Blockmischpolymerisate von Äthylenoxid und Propylenoxid sind geeignet.
[0029] Die auf den geeigneten Festgehalt verdünnte kationische Acryldispersion wird der
Fasersuspension zudosiert und eine gewisse Zeit, etwa 3 - 5 Min. gleichmäßig verteilt.
Dann wird zweckmäßig unter Rühren das anionische Fällungsmittel in wäßriger Lösung
zudosiert. Die geeignete Menge läßt sich in der Regel leicht durch Vorversuche ermitteln.
Die Konzentration des Flockungsmittels kann dabei in der Größenordnung < 1 Gew.-%
liegen. Kurz.nachdem das Fällungsmittel gleichmäßig in der Masse verteilt ist, schlägt
sich das Bindemittel vollständig auf den Mineralfasern nieder. Nach erfolgter Fällung
ist das Serum völlig klar. Man kann auch zunächst das Fällungsmittel und danach das
Bindemittel zum Faserstoff-Wasser-Gemisch geben.
[0030] Das Faserstoff-Wasser-Gemisch kann nunmehr in üblicher
[0031] Weise in einem Rundsieb oder Langsieb zugeführt werden.
[0032] Das abfließende Wasser ist klar und praktisch frei von Bindemitteln. Das so erhaltene
Flächengebilde wird in eine Trockenzone eingeleitet, wo auch die Härtung des vernetzbaren
Bindemittels stattfindet.
[0033] Die erfindungsgemäß erhaltenen Flächengebilde auf Mineralfaserbasis können z.B. als
Filtermaterial oder zur Herstellung von weitgehend chemikalien- und hitzebeständigen
Schutzanzügen verwendet werden. Vorwiegend dienen sie als Trägerschicht für verschiedenartige
beschichtete Werkstoffe, z.B. fäulnisbeständige Bitumenpappe, Kunststoff-Bodenbeläge
oder kunstlederartige Werkstoffe.
[0034] Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung, sollen aber den nachgesuchten
Schutz in keiner Weise einschränken.
[0035] Die Mengenangaben beziehen sich auf Gewichtsteile.
Beispiele
A Herstellung der Dispersion, allgemeine Verfahrensweise
[0036] Eine wäßrige Emulsion aus 100 Teilen Monomeren (Zusammensetzung siehe Tabelle), 1,45
Tle C
14-Fettaminhydrochlorid und 0,2 % Tle Wasserstoffperoxid (30 %ig) in 60 Tle Wasser wird
bei 85°C innerhalb von 5 Stunden in eine Lsg. aus
[0037] 40 Tle Wasser, 0,05 Tle Wasserstoffperoxid, 0,005 Tle Fe
C13 und 0,5 Tle C
14-Fettaminhydrochlord eingetropft. Nach Polymerisationsende werden 3 Tle eines Adduktes
aus i-Nonylphenol und 100 Tle Äthylenoxid zugesetzt. Man erhält eine Dispersion von
etwa 50 % Fettstoffgehalt.
[0038]

Beispiel 5
[0039] 50 g trockene Steinwollefasern (Länge 3 - 5 mm) werden in 10 1 Wasser suspendiert.
Dieser Suspension werden 30 g der auf 25 Fettstoffgehalt verdünnten Dispersion von
Beispiel 1 zugesetzt Nach ca. 1 min. werden dieser Suspension 8,5 ml einer 0,2 %igen
Lsg. eines Copolymerisates aus Acrylamid und dem Na-Salz. der Acrylsäure (Handelsprodukt
PRAESTCL® 2935/73) zugesetzt, wobei eine Flockung eintritt. Anschließend werden 2000
ml dieses Stoff-/Wassergemisches auf einem Sieb (Nr. 0,100 DIN 4188) entwässert, wobei
ein klares Abwasser erhalten wird. Das erhaltene flexible Steinwollevlies hat ein
Flächengewicht von ca. 320 g/m
2.
[0040] Bei den weiteren Beispielen kann gemäß Beispiel 5 verfahren werden.

[0041] Die erfindungsgemäß hergestellten flexiblen Flächengebilde erfüllen weitgehend die
eingangs genannten Forderungen. Sie zeichnen sich durch hohe Flexibilität bei sehr
guten Festigkeitseigenschaften aus. Das Verfahren zeichnet sich besonders durch die
rasche Entwässerung und das hierbei erhaltene, absolut klare Abwasser aus.
1. Verfahren zur Herstellung flexibler Flächengebilde auf Mineralfaserbasis durch
Blattbildung aus einem mineralfaserhaltigen Stoff-Wasser-Gemisch unter Zusatz eines
Bindemittels, durch Entwässerung auf einem Sieb und anschließende Trocknung,
dadurch gekennzeichnet,
daß man dem mineralfaserhaltigen Stoff-Wasser-Gemisch eine kationische stabilisierte
Acryldispersion mit einer Glasübergangstemperatur Tg (dyn) (nach DIN 7724) kleiner
20°C und ein wasserlösliches polyanionisches Fällungsmittel zusetzt und anschließend
die Blattbildung durchführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die kationisch stabilisierte
Acryldispersion als Hauptkomponente mindestens einen Acrylester der Formel I GH2 = CH - COOR1, worin R1 für einen Alkylrest mit mindestens 2, vorzugsweise 4 - 18 Kohlenstoffatomen steht
sowie gegebenenfalls in geringeren Mengen vernetzbare, polymerisationsfähige Monomere
und gegebenenfalls weitere copolymerisierbare Monomere enthält.
3. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil
an dem Acrylester der Formel I, bezogen auf das Gesamtpolymerisat in der Dispersion
mindestens 50 Gew.-%, vorzugsweise 60 - 95 Gew.-%, speziell 70 - 93 Gew.-% und der
Anteil an vernetzbaren Monomeren weniger als 15 Gew.-%, vorzugsweise 3 bis 10 Gew.-%,
der Anteil an weiteren copolymerisierbaren Monomeren 0 - 40 Gew.-%, vorzugsweise 0
- 30 Gew.-% beträgt.