[0001] Die Erfindung betrifft eine Rotations-Offsetdruckmaschine mit vorzugsweise drehschwingungskompensierten
durch Achsen in Seitenwänden gelagerten parallel zueinander angeordneten und synchron
angetriebenen Zylindern.
[0002] In dem Artikel "Abwicklungsverhältnisse an Bogen-und Rollen-Offsetmaschinen" von
Hermann Fischer, M.A.N.-Druckmaschinen-Nachrichten Nr. 63, Seiten 3 bis 23 sind die
dynamischen Vorgänge beim Abrollen zweier gegeneinanderlaufender Zylinder, beispielsweise
Gummituchzylinder und Druckzylinder, im einzelnen beschrieben. Insbesondere ist die
Funktion der in bekannten Offsetdruckmaschinen verwendeten Schmitzringe erläutert.
Demnach haben die Schmitzringe bei Rollen-Offsetmaschinen und zum Teil auch bei Bogen-Offsetmaschinen
die Aufgabe, durch einen gewissen Anpreßdruck Drehschwingungen zu verhindern und den
Zahnflankenwechsel auszuschalten. Eine weitere Aufgabe besteht in der Unterdrückung
von Biegeschwingungen, insbesondere beim Passieren der Zylindergruben, was ebenfalls
durch den Anpreßdruck der gegeneinanderlaufenden Schmitzringe möglich ist. Um diese
Aufgaben erfüllen zu können, sind die Schmitzringe herkömmlicher Bauart im Durchmesser
auf den Teilkreisdurchmesser der Antriebszahnräder abgestimmt und fest auf den Achsstummeln.aufgezogen.
[0003] In der DE-Offenlegungsschrift 27 54 429 ist bereits eine Rollen-Rotations-Offsetdruckmaschine
beschrieben, bei der zur Unterdrückung von Drehschwingungen die Druckwerkzylinder
über eine zusätzliche Torsionswelle gegeneinander verspannt werden. Dadurch wird das
durch Flankenspiel an den Antriebszahnrädern verursachte Doublieren vermieden. Eine
derartige Torsionswelle übernimmt somit einen Teil der ursprüngliche von den Schmitzringen
erfüllten Aufgabe. Desweiteren ist aus der DE-Patentschrift 1 761 780 eine Bogen-Rötationsdruckmaschine
bekannt geworden, bei der die durch öffnungs- und Schließbewegungen der Greifersysteme
hervorgerufenen Störschwingungen dadurch kompensiert werden, daß an den Bogenübergabetrommeln
befestigte, gehärtete und geschliffene Laufringe unter Vorspannung an die Laufringe
der korrespondierenden Trommeln oder Zylinder abrollen und im Durchmesser von der
treibenden zur getriebenen Trommel bzw. zum getriebenen Zylinder hin um einige Hundertstel
Millimeter größer sind. Bei diesem Aufbau ist es erforderlich, daß die Laufringe unter
hoher Pressung aufeinander abrollen, so daß unter Ausnützung des Schlupfes die erwähnten
Drehschwingungen unterdrückt werden.
[0004] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Rotations-Offsetdruckmaschine
aufzuzeigen, bei der Biegeschwingungen unterdrückt werden, wie sie insbesondere beim
Passieren der Zylindergruben auftreten können. Diese Aufgabe wird gemäß dem Kennzeichen
des Patentan= spruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen in Verbindung mit der Beschreibung und den Zeichnungen.
Durch die Verwendung von auf den Zylinderachsen gela- . gerten Stützelementen kann
somit bei einer Druckmaschine,bei der die Drehschwingungen beispielsweise durch eine
Torsionswelle der eingangs benannten Art beseitigt werden, eine Unterdrückung der
Biegeschwingungen, die Druckstreifen hervorrufen können, erreicht werden, ohne daß
in der bisher üblichen Weise mit fest auf den Zylinderachsen angeordneten und hoher
Kraft gegeneinanderlaufenden Schmitzringen gearbeitet werden muß. Ein weiterer Vorteil
der Erfindung besteht darin, daß durch die Höhenverstellbarkeit der Stützelemente
die für die Abrollvorgänge der gegeneinanderlaufenden Zylinder maßgebenden Durchmesserverhältnisse
bzw. Zylinderachsabstände berücksichtigt werden können und daß weiterhin die Möglichkeit
besteht, mittels der Anschlagleiste und deren Verstellschrauben die Stützelemente
so zu verdrehen, daß beschädigte Stellen außerhalb des Kontaktbereichs gelangen. Ein
weiterer Vorteil liegt in der Austauschbarkeit der auf einer schiefen Ebene der Stützelemente
verschiebbaren Anschläge. Durch die Verwendung von auf Rollenlagern gelagerten Schmitzringen
ist auch eine Unterdrückung der Biegeschwingungen bei unterschiedlichen Schmitzringdurchmessern
möglich.
[0005] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im einzelnen beschrieben,
wobei Bezug auf die Zeichnungen genommen wird. In diesen zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung von in Stützelementen geführten Zylindern,
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform eines Stützelementes und
Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei dem als Stützelemente auf den Achsstummeln
gelagerte Schmitzringe verwendet werden.
[0006] In Fig. 1 sind zwei in nicht gezeigten Seitenwänden in üblicher Weise gelagerte und
synchron angetriebene Plattenzylinder 1 und 2 und Gummituchzylinder 3 und 4 gezeigt.
Auf den den einzelnen Zylinder 1 bis 4 jeweils zugeordneten Achsen 5 bis 8 sind Stützelemente
13 bis 16 gezeigt. Die Stützelemente 13 bis 16 sind jeweils auf einem Lager 9 bis
12 gelagert.
[0007] Wie aus der schematisierten Seitenansicht nach Fig. 1 zu entnehmen ist, weisen einige
der Stützelemente 13 bis 16, hier die Stützelemente 14, 15 und 16, einen schrägen
Bereich auf, auf dem jeweils ein Anschlag verschiebbar angeordnet ist. Dies sind die
Anschläge 17, 18 und 19 auf den Stützelementen 15, 16 und 14. Die Anschläge 17 bis
1
'9 können auf der schiefen Ebene mit einer entsprechenden Einstellvorrichtung verschoben
werden. Der Einfachheit halber wurde lediglich in Fig. 1 am Stützelement 14 eine Stellschraube
49 gezeigt, mit der der Anschlag 19 auf der schiefen Ebene verschoben werden kann,
so daß eine Höhenverstellung des Stützelementes möglich ist. Dadurch kann der Anpreßdruck
zu dem benachbarten Stützelement 16 eingestellt werden und bei dieser Einstellung
die Abrollverhältnisse der gegeneinanderlaufenden Zylinder so berücksichtigt werden,
daß diese optimiert werden.
[0008] Mittels an einer Anschlagleiste 20 angeordneten Stellschrauben 21 bis 28 können die
Stützelemente 13 bis 16 auf den Achsen 5 bis 8 verdreht werden. Jedem Einstellsegment
sind in dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel zwei Stellschrauben zugeordnet,
z. B. dem Stützelement 13 die Stellschrauben 21 und 22. Die Stützelemente können mit
Hilfe der Einstellschrauben so verdreht werden, daß beschädigte Stellen außerhalb
des Kontaktbereichs gelangen.
[0009] In Fig. 2 ist eine weitere mögliche Ausführungsform der Stützelemente gezeigt. Das
Stützelement 30 in Fig. 2 ist mit einer verstellbaren Druckschraube 29 versehen, die
gegen ein auf einer benachbarten Achse angeordnetes Stützelement 31 anstellbar ist.
[0010] Um Biegeschwingungen zu unterdrücken, sind die Stützelemente auf ein festes Höhenmaß
einzustellen, wobei ihre Abmessungen vorzugsweise dem Teilkreisdurchmesser der jeweils
verwendeten Antriebszahnräder entsprechen.
[0011] Fig. 3 zeigt in üblicher Weise in nicht gezeigten Seitenwänden gelagerte, parallel
zueinander angeordnete Gummituchzylinder 34 und 35 mit.Plattenzylindern 32 und 33.
Zwischen den Gummituchzylindern 34 und 35 wird in bekannter Weise eine zu bedruckende
Papierbahn 36 hindurchgeführt. In der Ausführungsform gemäß Fig. 3 sind auf den Zylinderachsen
37, 38, 39 und 40 der Zylinder 32, 34, 35 und 33 auf Lagern 45, 46, 47 und 48 Schmitzringe
41, 42, 43 und 44 aufgezogen. Dieses Ausführungsbeispiel zeigt somit, daß zur Unterdrückung
der Biegeschwingungen in vorteilhafter Weise als Abstützelemente Schmitzringe verwendet
werden, die über Lager auf den Zylinderachsen angeordnet sind.
[0012] Vorzugsweise werden für die Lagerung der Schmitzringe 41 bis 44 nachstellbare Kegelrollenlager
verwendet. Um eine einwandfreie Einstellung der Zylinder zueinander im gesamten Zylinderblock
zu ermöglichen ist es notwendig, daß der Schmitzringdruck zwischen den Schmitzringen
der Gummizylinder größer ist als der Schmitzringdruck zwischen den jeweiligen Plattenzylindern
zum Gummizylinder. Voraussetzung einer derartigen Abrollung ist, daß - bedingt durch
die Rollenlagerung der Schmitzringe - die Erregung für Drehschwingungen andersweitig
außer Funktion gesetzt werden kann. Der Vorteil besteht rein theoretisch darin, daß
man sich quasi auf jede Druckträgerstärke einstellen kann. Dies ist jedoch rein theoretisch,
da in der Praxis ein Abstand von Achsstummel zu Achsstummel gewählt wird, der als
Kompromiß angesehen werden kann. Bei der Schmitzringplazierung gemäß Fig. 3 getrennt
vom Zylinder entfällt der sogenannte Spannblock, da die Lagerung der Spannelemente
im Zylinderkörper vorgesehen ist.
[0013] Es versteht sich, daß neben der erfindungsgemäßen Verwendung der Stützelemente bzw.
der über Lager auf den Zylinderachsen angeordneten als Stützelemente dienenden Schmitzringe
für manche Anwendungsfälle auch die Verwendung von starr auf den Zylinderachsen angeordneten
Schmitzringen vorteilhaft sein kann. Es ist deshalb zweckmäßig, beispielsweise Steckbohrungen
vorzusehen, mit deren Hilfe die Schmitzringe starr auf den Zylinderachsen fixiert
werden können.
1. Rotations-Offsetdruckmaschine mit vorzugsweise drehschwingungskompensierten durch
Achsen in Seitenwänden gelagerten parallel zueinander angeordneten und synchron angetriebenen
Zylindern, dadurch gekennzeichnet, daß zur Unterdrückung von Biegeschwingungen auf
den Zylinderachsen (Fig. 1; 5 bis 8) jeweils über ein Lager (9 bis 12) an den Zylin-
. derseiten ein Stützelement (13 bis 16) vorgesehen ist und daß Stützelemente (z.
B. 15, 16) auf den Achsen (z. B. 7, 8) benachbarter Zylinder (z. B. 3, 4) gegeneinander
preßbar sind.
2. Rotations-Offsetdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stützelemente (13 bis 16) durch an einem ortsfesten Anschlag (20) geführte Einstellschrauben
(21 bis 28) um die Achsen (5 bis 8) drehbar sind.
3. Rotations-Offsetdruckmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
zumindest an einem Stützelement (z. B. 14) auf einer schiefen Ebene ein Anschlag (19)
verschiebbar ist, durch den die Höhe des Stützelements (14) und somit der Anpreßdruck
zum benachbarten Stützelement (16) veränderbar ist.
4. Rotatibns-Offsetdruckmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
jeweils an der Peripherie der Stützelemente (Fig. 2; 30) eine Druckschraube (29) vorgesehen
ist, durch die der Anpreßdruck zu dem benachbarten Stützelement (31) einstellbar ist.
5. Rotations-Offsetdruckmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Peripherie der Stützelemente eine von der Kreisform abweichende Kurve ist, so
daß jeweils durch Verdrehen eines Stützelementes der Abstand und somit der Anpreß-
. druck zu dem benachbarten Stützelement veränderbar ist.
6. Rotations-Offsetdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stützelemente auf den Achsen (Fig. 3; 37 bis 40) gelagerte Schmitzringe (Fig. 3; 41
bis 44) sind.
7. Rotations-Offsetdruckmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lager nachstellbare doppelreihige Rollenlager sind.
8. Rotations-Offsetdruckmaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stützelemente jeweils aus einem Rollen- oder Kugellager bestehen, dessen Innenring
fest auf der Achse eines Zylinders angeordnet ist und dessen Außenring als Schmitzring
dient.