[0001] Es ist bekannt, Sand oder ähnliches Erdreich mit chemischen Mitteln zu verfestigen
(Straße und Autobahn (1958), Heft 10; Bitumen-Teere-Asphalte-Peche und verwandte Stoffe
(1960), Heft 9, Seiten 358-363; Neue Landschaft (1970), Heft 9, Seite 431; DE-PS 18
13 080 und 20 44 777).
[0002] Allen diesen Verfahren ist der Nachteil gemeinsam, daß große Mengen Wasser mitverwendet
werden müssen. Die Abbindung kann erst dann erfolgen, wenn dieses Wasser verdunstet
ist, was je nach Bodentemperatur lange Zeiten in Anspruch nehmen kann.
[0003] Die Mitverwendung von Wasser hat weiterhin den Nachteil, daß beim Abmischen von Sand
oder ähnlichem Erdreich sehr schnell schlammartige Massen entstehen, die sich nur
schwer verarbeiten lassen. In der Regel benötigt man 1 bis 20 Gewichtsprozent Bindemittel,
bezogen auf Sand, um eine genügende Bindung der Körner untereinander zu erzielen und
damit die Festigkeit der Mischung zu gewährleisten. Bei ca. 8 Gewichtsprozent flüssigen
Bindemittels oder Wasser beginnt jedoch Sand bereits zu fließen, d. h., bei einer
ca. 50 %igen Dispersion eines Bindemittels in Wasser kann man maximal 3 bis 4 Gewichtsprozent
Bindemittel ohne Fließeffekte einmischen unter der Voraussetzung, daß der Sand oder
das Erdreich von Haus aus keinerlei Wasser enthält, was aber praktisch nicht erreichbar
ist.
[0004] Aus der DE-AS 13 01 277 ist zwar bereits ein Verfahren zur Verfestigung von Böden
mit Hilfe eines öligen Homo-
° oder Mischpolymerisats von 1,3-Dienen als Bindemittel bekannt, bei dem die trocknenden
Polyenöle auch in unverdünntem Zustand eingesetzt werden können, jedoch werden die
nach diesem Verfahren behandelten Böden nicht nur verfestigt, sondern auch gleichzeitig
für Wasser und andere Flüssigkeiten undurchlässig gemacht (vgl. Spalte 1, Zeilen 4
bis 6).
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es nun, ein Verfahren zu entwickeln, das die
aufgezeigten Nachteile der Verfahren des Standes der Technik ganz oder teilweise überwindet.
Das heißt, es galt ein Verfahren bereitzustellen, mit dem es möglich ist, wasserdurchlässige
und darüber hinaus rißbeständige Spiel- und/oder Sportstättenbeläge, vorzugsweise
Beläge auf Tennisplätzen, mit Hilfe einer nicht fließenden Mischung aus Sand und einem
Zusatz und Hilfsstoffe enthaltenden Polyenöls herzustellen.
[0006] Diese Aufgabe wurde überraschenderweise durch die im Patentanspruch beschriebene
Kombination verfahrenskritischer Maßnahmen gelöst.
[0007] Unter Sande (1) werden im Rahmen dieser Erfindung in erster Linie die hauptsächlich
aus Quarz (Si0
2) bestehenden mineralischen Sedimente verstanden. Sie können jedoch auch - je nach
Herkunft und Entstehung - Körnchen aus Feldspat, Glimmer, Magnetit, Titanit, Hornblende,
Granat, Turmalin und dergleichen enthalten [s. Römpps ChemieLexikon, 7. Auflage (1975),
3056/57.7. Wichtig ist nur : die maximale Körngröße und die Korngrößenverteilung,
d. h. eine maximale Korngröße von 10 mm (1.2) und ein Anteil von maximal 12 Gewichtsprozent
einer Korngröße von 2 bis 10 mm (1.3). Sofern solche Sande nicht natürlich vorkommen,
kann man sie leicht durch ein Siebverfahren oder durch Mischen geeigneter Siebfraktionen
erhalten. Vor dem Einsatz bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist der Wassergehalt
der Sande durch z. B. Feuertrocknung auf maximal 1 Gewichtsprozent (1.1) einzustellen.
Bereits bei diesem Verfahrensschritt können den Sanden Farbpulver, wie z. B. Mennige,
Eisenoxide, Chromoxid und Ruß, farbige Mineralpulver oder Glasfasern, zugesetzt werden.
Die Menge an F
arbpulver richtet sich natürlich in erster Linie nach der gewünschten Farbe des Spiel-
und Sportstättenbelags. Sie beträgt im allgemeinen bis zu 1 Gewichtsprozent, bezogen
auf Sand.
[0008] Geeignete Bindemittel (2), die den Sanden zur Verfestigung in einer Menge von 3 bis
6 Gewichtsprozent, bezogen auf 1, zugesetzt werden, sind in erster Linie flüssige
Polybutadiene. Daneben können aber auch Copolymere des Butadiens-(1,3) mit anderen
1,3-Dienen, wie z. B. Isopren, 2,3-Dimethylbutadien und Piperylen, oder mit viiiylaromatischen
Verbindungen, wie z. B. Styrol, α-Methylstyrol, Vinyltoluol und Divinylbenzol, eingesetzt
werden. Der Gehalt an Comonomeren in den Copolymerisaten des Butadiens-(1,3) soll
50 Molprozent nicht überschreiten.
[0009] Die maximale Viskosität der einsetzbaren Bindemittel beträgt 2 000 mPa s/20 °C (2.1);
vorzugsweise beträgt die Viskosität 500 bis 1 500 mPa s/20 °C.
[0010] Die Mikrostruktur der Homo- und Copolymerisate des Butadiens-(1,3) ist insofern kritisch,
weil es erforderlich ist, daß mindestens 30 % der Doppelbindungen (2.2) cis-1,4-Strukturen
besitzen. Vorzugsweise sollen bei den Homo- und Copolymerisaten mehr als 50 % der
Doppelbindungen cis-1,4-Strukturen haben.
[0011] Es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung natürlich auch möglich, neben den genannten
Bindemitteln im begrenzten Maße (ca. 30 Gewichtsprozent, bezogen auf den Gesamtgehalt
an Bindemittel) vegetabilische trocknende Öle, wie z. B. Leinöl, Sojaöl und Holzöl,
einzusetzen.
[0012] Vorzugsweise vor dem Vermischen mit dem Sand werden dem oder den Bindemittel(n) bestimmte
Zusatz- und Hilfsstoffe, wie Netzmittel, Sikkative, Hautverhütungsmittel und ggf.
geruchsverbessernde Stoffe, zugesetzt.
[0013] Als Netzmittel sind z. B. anionenaktive Emulgatoren, wie fettsaure Salze und Alkylarylsulfonate,
oder kationenaktive Emulgatoren, wie Alkylaminpolyglykolether oder Distearyl-dimethylammonium-Salze,
insbesondere aber nichtionogene Emulgatoren, wie z. B. Fettalkoholpolyethylenglykolether,
Fettsäurepolyalkylenglykolester oder Alkylphenolpolyglykolether mit 6 bis 12 Kohlenstoffatomen
in der Alkylgruppe und 3 bis 80 Ethylenoxid-Einheiten, geeignet, wobei sich insbesondere
p-Nonyl-phenolpolyglykolether mit 4 bis 16, vorzugsweise 6 bis 10 angelagerten Ethylenoxid-Einheiten
bewährt haben. Sie werden in Mengen von 0,5 bis 10 Gewichtsprozent, vorzugsweise 1
bis 5 Gewichtsprozent, bezogen auf 2, eingesetzt.
[0014] Als Sikkative sind z. B. Salze oder Verbindungen des Cobalts, Nickels oder Eisens,
insbesondere in aliphatischen oder aromatischen Lösemitteln lösliche Cobaltverbindungen,
wie z. B. Cobaltoctoat, Cobaltnaphthenat oder Cobaltoleat, geeignet, die auch in Form
ihrer Lösungen in aliphatischen oder aromatischen Lösemitteln eingesetzt werden können.
Die zu verwendende Menge an Sikkativen richtet sich nach der angestrebten Vernetzungszeit;
in der Regel liegt ihr Anteil bei etwa 0,01 bis 0,2 %, vorzugsweise bei 0,08 bis 0,18
%, bezogen auf die eingesetzte Gewichtsmenge an Bindemittel (2), wobei sich die Mengenangaben
für die Sikkative nur auf deren Metallanteil beziehen.
[0015] Als Hautverhütungsmittel dienen in erster Linie flüchtige Ketoxime, wie z. B. das
Handelsprodukt ASCININ
@ R, die im allgemeinen in einer Menge von 0,02 bis 2 Gewichtsprozent, vorzugsweise
0,05 bis 0,5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Bindemittel (2), zugesetzt werden.
[0016] Da der Eigengeruch des flüssigen Polybutadiens in manchen Fällen als nicht angenehm
empfunden wird, ist es angebracht, einen oder mehrere geruchsverbessernde Stoffe zuzusetzen.
Solche Stoffe sind z. B. Pfefferminzöl und Rosenöl. Sie werden im allgemeinen in einer
Menge von 0,01 bis 1 Gewichtsprozent, vorzugsweise von 0,05 bis 0,5 Gewichtsprozent,
bezogen auf das Bindemittel (2), eingesetzt.
[0017] Die Herstellung der homogenen Mischung (3) aus Sand, Bindemittel und ggf. Farbpulver
wird in einem geeigneten Mischaggregat, wie z. B. einem Zwangsmischer, vorgenommen.
[0018] Der Zwangsmischer ist dadurch charakterisiert, daß 2 Wellen mit Rührarmen gegenläufig
in einer Mischtrommel arbeiten und das Mischgut sich somit nicht um die Rührer wickeln
kann.
[0019] Die Mischung ist dann innig vermischt, wenn z. B. der Farbton der Mischung einheitlich
erscheint. Die dafür erforderliche Mischzeit beträgt im allgemeinen 1 bis 10, vorzugsweise
3 bis 6, Minuten.
[0020] Anschließend trägt man die homogene Mischung von Estrich-Konsistenz, die also nicht
von selbst fließt, in einer Schichtdicke von 0,5 bis 4,0 cm, vorzugsweise 1,0 bis
2,5 cm, auf einen wasserdurchlässigen, bituminös gebundenen und verdichteten Unterbau
von mindestens 2 cm, vorzugsweise 2 bis 5 cm, Dicke estrichartig auf (4), glättet
sie gegebenenfalls (5) und läßt sie aushärten (6). Je nach Bodentemperatur beträgt
die Aushärtezeit 0,5 bis 24 Stunden. Eine Alterungszeit bis zu 30 Tagen kann sich
anschließen.
[0021] Als Unterbau kann z. B. ein solcher, bestehend aus Drainage und einer ca. 20 bis
40 cm dicken, verdichteten Schotterschicht sowie einer weiteren, sich darüber befindlichen
wasserdurchlässigen, bituminös gebundenen und verdichteten Schotterschicht von 2 bis
5 cm Dicke, dienen.
[0022] Die bituminös gebundene Schotterschicht kann z. B. in bekannter Weise mit einem Straßenfertiger
unter Verwendung einer erfahrungsgemäß engen Kornverteilung von beispielsweise 2 bis
8 mm Korn ohne Feinanteil und einem Bitumenanteil unter 15 Gewichtsprozent, bezogen
auf Schotter, erstellt werden.
[0023] Das erfindungsgemäße Verfahren ist bevorzugt bei der Herstellung von wasserdurchlässigen
und rißbeständigen Belägen auf Tennisplätzen gewerblich anwendbar. Als Vorbeugung
gegen einen späteren unerwünschten Bewuchs kann man den estrichartigen Massen auch
handelsübliche Totalherbizide in Mengen bis zu ca. 1 Gewichtsprozent, bezogen auf
2, beifügen.
[0024] Das erfindungsgemäße Verfahren wird anhand der nachfolgenden Beispiele und Vergleichsbeispiele
näher erläutert.
[0025] Die darin angegebenen Kenngrößen wurden folgendermaßen bestimmt:
[0026] Wassergehalt des Sandes: Durch Differenzwägung nach Trocknung bis zur Gewichtskonstanz
bei 105 °C.
[0027] Körngröße und Korngrößenverteilung nach DIN 4226.
[0028] Viskosität des Bindemittels nach DIN 53 015.
[0029] cis-1,4-Gehalt des Bindemittels: IR-spektroskopisch
[0030] Wasserdurchlässigkeit und Rißbeständigkeit durch qualitative makroskopische Beurteilung.
[0031] Biegezugfestigkeit und Druckfestigkeit des Belags nach DIN 1164.
Beispiel 1
[0032] 96 Gewichtsprozent trockener Rheinsand (feuergetrocknet, Wassergehalt 0,45 Gewichtsprozent)
mit der Korngruppenverteilung unter 0,04 mm 0,1 Gewichtsprozent, 0,04 bis 0,08 mm
0,3 Gewichtsprozent, 0,08 bis 0,16 mm 3 Gewichtsprozent, 0,16 bis 0,25 mm 13,1 Gewichtsprozent,
0,25 bis 0,5mm 52,6 Gewichtsprozent, 0,5 bis 1,0 mm 21,9 Gewichtsprozent, 1,0 bis
1,6 mm 4 Gewichtsprozent, 1,6 bis 2 mm 1,9 Gewichtsprozent, 2 bis 4 mm 3,0 Gewichtsprozent
und 4 bis 8 mm 0,1 Gewichtsprozent, werden mit 4 Gewichtsprozent Bindemittel in einem
Zwangsmischer vermischt. Das Bindemittel besteht aus 95,9 Gewichtsprozent eines flüssigen
Polybutadiens der Doppelbindungsverteilung 72 % cis-1,4, 27 % trans-1,4, 1 % Vinyl,
und der Viskosität 764 mPa s/20
oC, 1,4 Gewichtsprozent eines Nonylphenolpolyethylenglykolethers, 2,6 Gewichtsprozent
Co-Octoatlösung, 6 Gewichtsprozent Cobalt enthaltend und 0,1 Gewichtsprozent eines
handelsüblichen Hautverhütungsmittels (ASCININ®R).
[0033] Die so hergestellte Mischung hat eine sehr gute Estrichkonsistenz und wird in eine
Form der Innenabmessung 4 x 4 x 16 cm eingegeben. Nach der Aushärtung und Alterung
über 17 Tage mißt man eine Biegezugfestigkeit von
[0034] 3,9 N/mm
2 und eine Druckfestigkeit von 9,2 N/mm
2. Bei der Beregnung zeigt sich, daß die Prüfkörper wasserdurchlässig sind und ihre
Festigkeit behalten.
[0035] Eine Fläche von 100 m
2 auf einem verdichteten Unterbau (Kornverteilung 3 bis 7 mm 100 %, Bitumengehalt 8
Gewichtsprozent, bezogen auf Schotter, Dichte 3 cm) zeigt auch nach 1 Jahr keinerlei
Rißbildung.
Vergleichsbeispiel. 1
[0036] 99 Gewichtsprozent Sand aus Beispiel 1 werden mit 1 Gewichtsprozent des Bindemittels
aus Beispiel 1 wie in Beispiel 1 gemischt und aufgetragen. Nach der Aushärtung und
Alterung über 17 Tage mißt man eine Biegezugfestigkeit von nur 0,5 und eine Druckfestigkeit
von nur 1,5 N/mm2. Bei der Beregnung zeigt sich, daß die Prüfkörper zwar wasserdurchlässig
sind, aber ihre Festigkeit einbüßen.
Vergleichsbeispiel 2
[0037] 92 Gewichtsprozent Sand aus Beispiel 1 werden mit 8 Gewichtsprozent des Bindemittels
aus Beispiel 1 wie in Beispiel 1 gemischt. Die Mischung fließt wie ein Schlamm und
ist nicht mehr verarbeitbar.
Beispiel 2
[0038] 95 Gewichtsprozent trockener Quarzsand (feuergetrocknet, Wassergehalt 0,7 Gewichtsprozent)
mit der Kornverteilung O bis 0,06 mm 0,5 Gewichtsprozent, 0,06 bis 0,09 mm 1,1 Gewichtsprozent,
0,09 bis 0,2 mm 52,1 Gewichtsprozent, 0,2 bis 0,63 mm 46,3 Gewichtsprozent werden
mit 5 Gewichtsprozent des Bindemittels aus Beispiel 1 wie in Beispiel 1 gemischt und
aufgetragen. Die Mischung hat eine sehr gute Verarbeitbarkeit und wird wie in Beispiel
1 verarbeitet. Nach der Aushärtung und Alterung über 17 Tage mißt man eine Biegezugfestigkeit
von 10,7 N/mm
2 und eine Druckfestigkeit von 24,5 N/mm
2.
[0039] Bei der Beregnung zeigt sich, daß die Prüfkörper wasserdurchlässig sind und ihre
Festigkeit behalten.
[0040] Eine Fläche von 100 m
2 auf dem im Beispiel 1 beschriebenen Unterbau zeigt nach 1 Jahr keinerlei Rißbildung.
Beispiel 3
[0041] 96 Gewichtsprozent trockener Mauersand (feunergetrocknet, Wassergehalt 0,2 Gewichtsprozent)
mit der Kornverteilung unter 0,04 mm 0,1 Gewichtsprozent, 0,04 bis 0,06 mm 0,1 Gewichtsprozent,
0,06 bis 0,09 mm 0,2 Gewichtsprozent, 0,09 bis 0,2 mm 5,4 Gewichtsprozent, 0,2 bis
0,6 mm 93,5 Gewichtsprozent, 0,6 bis 1 mm 0,5 Gewichtsprozent, 1,0 bis 5,0 mm 0,2
Gewichtsprozent, werden mit 4 Gewichtsprozent des Bindemittels aus Beispiel 1 wie
in Beispiel 1 gemischt und verarbeitet. Nach Aushärtung und Alterung mißt man eine
Biegezugfestigkeit von 5,1 N/mm
2 und eine Druckfestigkeit von
12,2 N/mm
2.
[0042] Bei der Beregnung zeigt sich, daß die Prüfkörper wasserdurchlässig sind und ihre
Festigkeit behalten.
[0043] Eine Fläche von 100 m
2 auf dem im Beispiel 1 beschriebenen Unterbau zeigt nach 1 Jahr keinerlei Rißbildung.
Beispiel 4
[0044] 95,8 Gewichtsprozent Sand aus Beispiel 1, 0,2 Gewichtsprozent eines handelsüblichen
Eisenoxidpigments (Eisenoxidrot AKF) und 4 Gewichtsprozent Bindemittel aus Beispiel
1 werden wie in Beispiel 1 gemischt und aufgetragen. Die Mischung hat eine sehr gute
Verarbeitbarkeit. Nach Aushärtung und Alterung mißt man eine Biegezugfestigkeit von
4,5 N/mm
2 und eine Druckfestigkeit von 9,6 N/mm
2.
[0045] Bei der Beregnung zeigt sich, daß die Prüfkörper wasserdurchlässig sind und ihre
Festigkeit behalten.
[0046] Eine Fläche von 100 m
2 auf dem im Beispiel 1 beschriebenen Unterbau zeigt nach 1 Jahr keinerlei Rißbildung.
Beispiel 5
[0047] In die Estrichmischung aus Beispiel 1 werden 3 Gewichtsprozent Glasfasern von ca.
25 bis 50 mm Länge und ca. 0,1 mm Dicke wie in Beispiel 1 eingemischt und aufgetragen.
Die Mischung hat eine sehr gute Verarbeitbarkeit. Nach Aushärtung und Alterung mißt
man eine Biegezugfestigkeit von 11,8 N/mm
2 und eine Druckfestigkeit von 8,2 N/mm . Bei der Beregnung zeigt sich, daß die Prüfkörper
wasserdurchlässig sind und ihre Festigkeit behalten.
[0048] Eine Fläche von 100 m2 auf dem im Beispiel 1 beschriebenen Unterbau zeigt nach 1
Jahr keinerlei Rißbildung.
Beispiel 6
[0049] 96 Gewichtsprozent Sand aus Beispiel 1 werden mit 3 Gewichtsprozent des Bindemittels
aus Beispiel 1 und 1 Gewichtsprozent Sojaöl des Handels wie in Beispiel 1 vermischt
und aufgetragen. Die Mischung hat eine sehr gute Verarbeitbarkeit. Nach Aushärtung
und Alterung mißt man eine Biegezugfestigkeit von 4,5 N/mm
2 und eine Druckfestigkeit von 10,6 N/mm
2.
[0050] Bei der Beregnung zeigt sich, daß die Prüfkörper wasserdurchlässig sind und ihre
Festigkeit behalten.
[0051] Eine Fläche von 100 m2 auf dem im Beispiel 1 beschriebenen Unterbau zeigt nach 1
Jahr keinerlei Rißbildung.
Vergleichsbeispiel 3
[0052] 96 Gewichtsprozent Sand aus Beispiel 1 werden mit 4 Gewichtsprozent Bindemittel wie
in Beispiel 1 vermischt und aufgetragen. Das Bindemittel besteht aus 95,9 Gewichtsprozent
eines flüssigen Polybutadiens (Doppelbindungsverteilung: 87 % Vinyl und 13 % trans-1,4,
Viskosität 4 750 mPa s/20 °C) und 4,1 Gewichtsprozent der Zusätze aus Beispiel 1.
[0053] Nach Aushärtung und Alterung beträgt die Biegezugfestigkeit nur ca. 0,5 N/mm
2 und die Druckfestigkeit nur ca. 0,2 N/mm
2. Bei der Prüfung stellt sich heraus, daß das Material innen noch weich geblieben
ist.
Beispiel 7
[0054] 96 Gewichtsprozent Sand aus Beispiel 1 werden mit 4 Gewichtsprozent Bindemittel wie
in Beispiel 1 vermischt und aufgetragen. Das Bindemittel besteht aus 95,9 Gewichtsprozent
eines flüssigen Polybutadiens (Doppelbindungsverteilung: 35 % cis-1,4, 30 % trans-1,4,
35 % Vinyl, Viskosität 268 mPa s/20 °C) und 4,1 Gewichtsprozent der Zusätze aus Beispiel
1.
[0055] Die estrichartige Mischung läßt sich sehr gut verarbeiten. Nach Aushärtung und Alterung
beträgt die Biegezugfestigkeit 2,6 N/mm
2 und die Druckfestigkeit 6,2 N/mm
2. Bei der Beregnung zeigt sich, daß die Prüfkörper wasserdurchlässig sind und ihre
Festigkeit behalten.
[0056] Eine Fläche von 100 m
2 auf dem im Beispiel 1 beschriebenen Unterbau zeigt nach 1 Jahr keinerlei Rißbildung.
Vergleichsbeispiel 4
[0057] 96 Gewichtsprozent Sand aus Beispiel 1, welcher 4,5 Gewichtsprozent Wasser enthält
(normal "trocken"), werden mit 4 Gewichtsprozent Bindemittel aus Beispiel 1 wie in
Beispiel 1 vermischt. Die Mischung fließt schlammartig und ist nicht im Rahmen des
erfindungsgemäßen Verfahrens zu verarbeiten.
[0058] Verfahren zur Herstellung eines wasserdurchlässigen Spiel- und/oder Sportstättenbelages
auf der Basis einer Mischung aus Sand und einem unter dem Einfluß von Luftsauerstoff
vernetzenden und dadurch aushärtenden, flüssigen Homo- und/oder Copolymerisat des
Butadiens-(1;3), dadurch gekennzeichnet, daß man