[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft das örtliche "Weißätzen" oder "Buntätzen" von
Färbungen auf textilen Flächengebilden faseriger Struktur, welche mit nicht-reaktiven
Dispersionsfarbstoffen, Küpenfarbstoffen oder deren Leukoestern fertig gefärbt sind
oder damit nur imprägniert und getrocknet wurden, aber noch nicht fixiert sind.
[0002] Neben dem Direktdruck zur Bemusterung von flächigem Textilgut, hauptsächlich in farbtieferen
Nauncen, sind zur Erzeugung von helleren Mustereffekten verschiedene Drucktechniken
bekannt, durch welche Weiß- und Bunteffekte auf zuvor hergestellten Färbungen erzielt
werden können, wie beispielsweise
- 1) Wieß- und Buntätzen, wobei das Fasermaterial als fertige Fondfärbung mit ätzbaren
Farbstoffen vorliegt,
- 2) Ätzreserven als Weiß- und Buntätzen, wobei auf das Fasermaterial vorher ätzbare
Farbstoffe aufgebracht worden sind, die aber noch nicht fixiert sind, und
- 3) Reserveverfahren, wobei das Fasermaterial vor dem Färben mit Weiß- oder Buntreserven
vorgedruckt wird.
[0003] Allen diesen Verfahren zur Mustergebung liegt das Prinzip zugrunde, daß die Farbstoffe
örtlich an den mit den Ätzpasten bedruckten Stellen zerstört werden. Dies geschieht
im Verlauf der sich an den Druckvorgang anschließenden Hitzebehandlung, die in den
meisten Fällen einen Dämpfprozeß, in einigen Fällen aber auch eine Heißluftbehandlung
darstellt. Bei Ätzreserven und Reserveverfahren erfolgt während dieser Hitzeeinwirkung
gleichzeitig auch die Farbstoff-Fixierung auf dem nicht mit Ätzpasten bedruckten Fond.
Im Falle von Buntätzen werden mit der Ätzpaste gleichzeitig ätzbeständige Farbstoffe
aufgedruckt, welche die Faser dann anstatt der zerstörten Farbstoffe örtlich an denselben
Stellen anfärben. Als solche können außer ätzbeständigen Farbstoffen der gleichen
Kategorie auch Farbstoffe anderer Klassen eingesetzt werden.
[0004] Als farb-stoffzerstörende Produkte kommen in den Ätzpasten gemäß diesem Stand der
Technik Reduktionsmittel, wie beispielsweise stabilisierte Hydrosulfitverbindungen
bzw. Zinnsalze, oder auch Alkalien, wie beispielsweise Natronlauge, in Betracht. Außerdem
werden in vielen Fällen noch ätzverstärkende Produkte, wie Carrier oder Anthrachinon,
in solchen Ätzpasten mitverwendet.
[0005] Als wesentlicher Nachteil für alle diese bekannten Verfahren unter selektivem Einsatz
von farbstoffzerstörenden Produkten gilt, daß damit gleichmäßige Aufhelleffekte nicht
erzielt werden können und daß Weißeffekte nach den einezelnen Verfahren 1) bis 3)
nur bei Verwendung von jeweils wenigen Farbstoffen möglich sind.
[0006] Für die vorliegende Erfindung besteht die Aufgabe somit darin, ein einfaches Verfahren
zu konzipieren, entsprechend dem sich auf Fondfärbungen mustergemäße "Weiß- oder andersfarbige
Buntätzen" erzielen lassen, ohne daß die weiter oben geschilderten Nachteile der bekannten
Arbeitsweise auftreten bzw. die dabei festgestellten Einschränkungen in Kauf genommen
werden müssen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß nunmehr dadurch gelöst, daß man
- (1) auf die mit den Farbstoffen behandelten Textilmaterialien in dem gewünschten Muster
Druckpasten aufträgt, die neben Verdickungsmitteln, sonstigen üblichen Druckhilfsmitteln
und Wasser zusätzlich noch oxethylierte Fettsäuren, Fettalkohole oder Alkylphenole
enthalten, welche keine Reduktionsmittel sind, die aber für die betreffenden Farbstoffe
der Fondcolorierung bei erhöhten Temperaturen lösende Eigenschaften besitzen und welche
die Fasersubstanzen des Textilmaterials unter Thermosol-Bedingungen selbst nicht angreifen,
und man
- (2) nach dem Aufbringen der Druckpaste eine Trockenhitzebehandlung bei Temperaturen
zwischen 180° und 220°C anschließt.
[0008] Zum Unterschied von den bekannten Ätztechniken, die auf der Zerstörung der vorgefärbten
bzw. imprägnierten Farbstoffe durch das örtlich aufgetragene Ätzmittel beruhen, basiert
das neue Verfahren auf der spezifischen Wirkung der farbstofflösenden Produkte vom
Oxethylat-Typ, welche im Rahmen der Thermo-soloperation die gewünschten Effekte unter
den als Fond aufgebrachten Farbstoffen hervorrufen.
[0009] In der
GB-A-1 440 904 ist wohl die Mitwirkung von Oxethylaten bei der Erzeugung von Ätzeffekten bereits
erwähnt worden. Diese Hilfsmittel dienen in dem bekannten Fall indessen als Carrier
und nicht als Ätzmittel; für die letztere Aufgabe sind vielmehr Zinnsalze vorgesehen.
Unter den hier gegebenen Umständen fällt den genannten Oxyethylaten auch bei ihrer
Verwendung in der Ätzdruckpaste die Rolle zu, dem eigentlichen Ätzmittel (Zinnsalz)
und gegebenenfalls dem ätzbestänmdigen Dispersionsfarbstoff im Verlauf des sich an
den Überdruck anschließenden Dämpprozesses den Zugang in die Faser sowie die dortige
Fixierung zu erleichtern. Das ist genau das Gegenteil von den Vorgängen beim beanspruchten
Verfahren, wo solche Oxethylierungsprodukte die Fixierung von Farbstoffen verhindern
bzw. wieder aufheben. Die Ätzmittel nach der
GB-A-1 440 904 zerstören die nicht ätz-beständigen Farbstoffe aufgrund von Reduktion, die erfindungsgemäß
eingesetzten Hilfsmittel unterbinden die Farbstoff-Fixierung ohne direkte Farbstoffzerstörung.
[0010] Bei der in
Chemical Abstracts, Vol. 83/1975, Nr. 29 766 d beschriebenen Methode zum teilweisen Ätzen von mit Dispersionsfarbstoffen gefärbten
und danach mit Polyethylenglykol-Derivaten bedruckten Flächengebilden aus Polyesterfasern
steht ebenfalls nicht die Zerstörung des Farbstoffes im Vordergrund. Nach dieser Technik
werden auf dem so behandelten Gewebe hellgetönte Musterungseffekte auf dunkelfarbigem
Untergrund erhalten. Die Wirkungsweise der als Ätzmittel verwendeten Substanzen nach
der bekannten Arbeitsweise ist also ähnlich dem herkömmlichen Abziehen von Fehlfärbungen,
lediglich mustergemäß definiert. Keinerlei Aufschluß ist diesem Stand der Technik
jedoch zu entnehmen, unter welchen Bedingungen die Hitzebehandlung der so bedruckten
Ware erfolgen soll, denen - wie sich erfindungsgemäß herausgestellt hat - im Hinblick
auf das erreichbare Ergebnis kritischer Einfluß zukommt.
[0011] In Anbetracht der zuvor erläuterten Lehren des nächstliegenden Standes der Technik
mußte es nach der vorliegenden Erfindung als überraschend angesehen werden, daß Maßnahmen,
die einerseits bestehende Färbungen zu beseitigen in der Lage sind - andererseits
aber die Fixierung gleichartiger Farbstoffe nicht vereiteln, sofern diese zusammen
mit den Hilfsmitteln vom Oxethylat-Typ appliziert werden.
[0012] Das zuvor erläuterte Verfahren kommt in erster Linie für die erfindungsgemäße Behandlung
von Färbungen mit Dispersionsfarbstoffen auf Textilbahnen aus synthetischen Fasern
in Frage. Als derartige Fasermaterialien von synthetischer Herkunft werden für den
Einsatz nach der vorliegenden Erfindung beispielsweise Gewebe aus Polyamidfasern,
Polyacrylnitrilfasern oder Cellulosettriacetatfasern, insbesondere aber solche aus
Polyesterfasern, wie Polyäthylenterephthalatfasern, verstanden.
[0013] Die für diesen Zweck eingesetzten Dispersionsfarbstoffe, wie beispielsweise Azo-,
Anthrachinon-, Chinophthalonoder Benzthioxanthen-Farbstoffe sind hinlänglich bekannt
und im
COLOUR INDEX, 3. Auflage (1971), Band 2 unter der Klassenbezeichnung "Disperse Dyes" beschrieben.
[0014] Das neue Verfahren eignet sich aber auch für die Herstellung der beschriebenen Effekte
auf Textilien aus Mischungen von natürlichen Fasern mit synthetischen Fasern, welche
mit Dispersionsfarbstoffen, Küpenfarbstoffen oder deren Leukoestern gefärbt oder imprägniert
worden sind. Als textile Artikel dieser Gattunng werden hierfür Gemische aus Cellulosefasern
mit Polyamidfasern, Cellulosetriacetatfasern oder insbesondere mit Polyesterfasern,
wie Polyäthylenterephthalatfasern, in Betracht gezogen.
[0015] Die zuvor genannten Farbstoffe sind hinlänglich bekannt und im
COLOUR INDEX, 3. Auflage (1971), Band 2 unter den Klassenbezeichnungen "Disperse Dyes", "Vat Dyes" und "Solubilised Vat Dyes"
beschrieben.
[0016] Aus der Reihe der Dispersionsfarbstoffe sind für Misch-gewebe nur solche brauchbar,
die unter Thermosolbedingungen auch die Cellulosefasern färben.
[0017] Während für Aufhelleffekte eine Vielzahl von farbstoffelösenden Produkten unterschiedlichster
Konstitution in Frage kommt, sind für Weißeffekte in der Hauptsache oxethylierte Fettalkohole,
Fettsäuren oder Alkylphenole und dabei insbesondere solche mit 5 bis 40 Mol Ethylenoxid
pro Mol Grundsubstanz geeignet. Besonders brauchbar für diesen Zweck sind Fettalkohole
mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen, welche pro Mol des Alkohols mit 5 bis 40 Mol Ethylenoxid
oxethyliert sind. Als Anwendungsmengen der farbstofflösenden Hilfsmittel in den Druckpasten
werden zwischen 5 und 200 g Produkt mit den erwähnten Eigenschaften pro kg Druckpaste
in Betracht gezogen.
[0018] Wie schon erwähnt, spielt die Art der Hitzebehandlung hinsichtlicht der gewünschten
Ergebnisse eine wesentliche Rolle. Weißeffekte werden erzielt, wenn sich nach dem
Druckvorgang eine Trockenhitzebehandlung anschließt, wie sie für die Fixierung von
Dispersionsfarbstoffen auf Polyesterfasern nach dem sogenannten Thermosol-Verfahren
üblich ist, beispielsweise ein etwa zweiminütiges trockenes Erhitzen bei 180-220°C.
Die Trockenhitzebehandlung kann beispielsweise mittels Heißluft, Wärmestrahlen und/oder
Kontakthitze (Leiten über erhitzte Metallzylinder) vorgenommen werden. Schließlich
ist man erfindungsgemäß in der Lage, die auf die Applikation der Druckpaste folgende
Hitzeeinwirkung in Form einer kombinierten Trockenhitze/Dampf-Behandlung zu bewerkstelligen.
[0019] Ferner ist es für die geschuten Effekte von Bedeutung, in welcher Applikationsstufe
sich die verfahrensgemäß zu behandelnden Textilien befinden, ob als fertige Färbung
oder in einem mit dem Farbstoff nur imprägnierten und getrockneten Zustand. Handelt
es sich um Polyesterfasermaterialien, auf denen die Dispersionsfarbstoffe in noch
nicht fixierter Form vorliegen, dann werden hauptsächlich Aufhelleffekte, seltener
Weißeffekte erhalten. In diesem Fall erfolgt bei einem Thermosolprozeß im Anschluß
an den Druckvorgang gleichzeitig die Farbstoff-Fixierung. Gute Weißeffekte werden
dagegen nach dem neuen Verfahren erzielt, wenn fertige Färbungen mit Dispersionsfarbstoffen
auf Polyesterfasermaterialien zum Einsatz gelangen. Es ist dabei unbedeutend, nach
welcher Methode die Färbungen hergestellt worden waren, d.h. ob HT-Färbungen, Carrier-Färbungen,
Thermosol-Färbungen oder Färbungen aus organischen Lösemitteln angewendet werden.
[0020] Es ist auch ein entscheidender Vorzug des neuen Verfahrens, daß gerade beim Einsatz
von fertigen Färbungen eine wesentlich größere Anzahl von Dispersionsfarbstoffen weiß
"geätzt" werden kann als dies nach den hierfür bisher bekannten Methoden der Fall
war. Außerdem kann es zur Erzielung von Weißeffekten als weiterer Gewinn herausgestellt
werden, daß erfindungsgemäß kein langwieriger Dämpprozeß, sondern nur eine kurze Trockenhitzebehandlung
erforderlich ist. Dies hat zusätzlich den Vorteil, daß sich die bedruckte Ware während
der Hitzeeinwirkung beispielsweise in einem Spannrahmen berührungslos führen läßt,
was in einem Dämpfer nicht möglich ist.
[0021] Noch ein beachtlicher Nutzen der beanspruchten Arbeitstechnik ist dadurch gegeben,
daß die Kosten einer kurzen Trockenhitzebehandlung deutlich niedriger liegen als diejenigen
der für den genannten Zweck bisher üblichen Methoden. Außerdem kann das neue Verfahren
mit verhältnismäßig einfachen maschinellen Einrichtungen (z.B. Magnetrakel in Rundschablonen)
in Färbereien betrieben werden, in denen die für die Beaufschlagung von Trockenhitze
benötigten Maschinen praktisch immer vorhanden sind, während die für die Fixierung
nach den üblichen Druckverfahren verwendeten Dämpfer in Färbereibetrieben lange nicht
in dem Umfang wie in Druckereien zur Verfügung stehen.
[0022] Im Falle von "Buntatzen" ist es überraschend, daß Farbstoffe der gleichen Kategorie
sowohl als "ätzbare" Farbstoffe als auch als "ätzbeständige" Farbstoffe eingesetzt
werden können. So ist man beispielsweise ohne weiteres in der Lage, eine mit dem Dispersionsfarbstoff
A hergestellte Fondfärbung mit dem Dispersionsfarbstoff B "bunt zu ätzen", oder umgekehrt,
eine mit dem Dispersionsfarbstoff B herge-stellte Fondfärbung mit dem Dispersionsfarbstoff
A "bunt zu ätzen". Es liegt dabei natürlich in der Natur der Erfindung, daß als Fond
keine allzu dunkle Färbung vorliegen sollte und daß bei den in den "Buntätzpasten"
eingesetzten Dispersionsfarbstoffen nur eine reduzierte Farbausbeute erhalten wird.
[0023] Bei "Buntätzen" mit anderen Farbstoffklassen, wie beispielsweise mit Küpenfarbstoffen
oder deren Leukoestern, gelten praktisch nur insoweit Einschränkungen, daß Farbstoffe
ausgewählt werden, die sich nach einem Trockenhitzeprozeß fixieren lassen oder daß
eine kombinierte Trockenhitze/Dampf-Behandlung erfolgt.
Beispiel 1
[0024] Ein Gewebe aus texturierten Polyesterfasern wird mit 1 % des roten Dispersionsfarbstoffes
der Formel

nach dem Ausziehverfahren unter HT-Bedingungen 60 Minuten bei 130°C gefärbt und anschließend
wie üblich reduktiv nachgereinigt. Die fertige, getrocknete Färbung wird sodann mit
einer Druckpaste bedruckt, die pro kg folgende Bestandteile enthält:
150 g oxethylierten Stearylalkohol (25 Mol Ethylenoxid pro Mol Alkohol),
35 g eines Natriumalginats,
12 g eines Stärkeethers,
6 g eines Wasserenthärtungsmittels auf Polyphosphatbasis,
1 g Zitronensäure und als
Rest Wasser.
[0025] Nach dem Bedrucken wird das Gewebe 2 Minuten bei 215°C thermosoliert und anchließend
gewaschen. Man erhält einen Druck, bei welchem die bedruckten Stellen weiß sind.
[0026] Die Zusammensetzung der Druckpasten für die folgenden Beispiele entsprechen der des
Beispiels 1, wobei in Abhängigkeit von den dort verwendeten Hilfsmitteln geringe Abwandlungen
bei den Mengen an Verdickungsmitteln und Wasser vorgenommen werden müssen, um druckfähige
Pasten zur Verfügung zu haben.
[0027] Die Durchführungsart der sich anschließenden Beispiele 2 bis 10 ist mit der von Beispiel
1 identisch. Man erzielt in allen Fällen ähnliche Ergebnisse wie dort, wobei zum Färben
die angegebenen Farbstoffe Verwendung finden (die Prozentangaben beziehen sich auf
das Gewicht des zu färbenden Polyesterfasermaterials):
Beispiel 2
[0028]
1% des roten Dispersionsfarbstoffs
C.I. Nr. 60 756 (Disperse Red 60).
Beispiel 3
[0029]
2% des roten Dispersionsfarbstoffes
C.I. Nr. 11 116 (Disperse Red 73).
Beispiel 4
[0030]
2% des blauen Dispersionsfarbstoffs
C.I. Nr. 63 285 (Disperse Blue 56).
Beispiel 5
[0031]
1% des blauen Dispersionsfarbstoffs
C.I. Nr. 63 265 (Disperse Blue 73).
Beispiel 6
[0032]
1% des gelben Dispersionsfarbstoffs
C.I. Nr. 47 023 (Disperse Yellow 64).
Beispiel 7
[0033]
1% des gelben Dispersionsfarbstoffs der Formel

Beispiel 8
[0034]
3% des blauen Dispersionsfarbstoffs der Formel

Beispiel 9
[0035]
1% des violetten Dispersionsfarbstoffs der Formel

Beispiel 10
[0036]
2% des grünen Dispersionsfarbstoffs
C.I. Nr. 56 060 (Disperse Green 1)
Beispiel 11
[0037]
20 g des gelben Dispersionsfarbstoffs der Formel

werden in 1 Liter Wasser dispergiert. Mit dieser Klotzflotte wird ein Gewebe aus texturierten
Polyesterfasern auf einem Foulard mit einer Flottenaufnahme von 60% geklotzt. Nach
dem Klotzen wird das Gewebe bei 110°C getrocknet und anschließend 1 Minute bei 220°C
thermosoliert. Danach wird die Färbung durch Spülen und reduktives Nachreinigen fertiggestellt.
Die weitere Behandlung erfolgt wie in Beispiel 1 beschrieben. Man erhält einen Druck,
bei welchem die bedruckten Stellen weiß sind.
Beispiel 12
[0038] 10 g des blauen Dispersionsfarbstoffs C.I. Nr. 11 077 (Disperse Blue 165) werden
in 1 Liter Wasser dispergiert. Mit dieser Klotzflotte wird ein Gewebe aus texturierten
Polyesterfasern auf einem Foulard mit einer Flottenaufnahme von 60% geklotzt. Nach
dem Klotzen wird das Gewebe bei etwa 100°C getrocknet. Anschließend wird das Gewebe
mit einer Druckpaste bedruckt, die pro kg 200 g oxethylierten Cocosfettalkohol (25
Mol Ethylenoxid pro Mol Alkohol) enthält. Die bedruckte Ware wird dann 2 Minuten bei
215°C thermosoliert; hierbei erfolgt gleichzeitig die Farbstoff-Fixierung an den nicht
bedruckten Stellen.
[0039] Die bedruckte Ware durch Spülen und reduktives Nachereinigen fertiggestellt. Man
erhält einen Druck, bei welchem die bedruckten Stellen weiß sind.
Beispiel 13
[0040] Auf texturiertem Polyestergewebe wird zunächst nach dem Ausziehverfahren unter HT-Bedingungen
eine Färbung mit 0,1% des in Beispiel 7 beschriebenen gelben Dispersionsfarbstoffs
hergestellt. Diese Färbung wird mit einer Druckpaste bedruckt, die pro kg 200 g oxethylierten
Stearylalkohol (25 Mol Ethylenoxid pro Mol Alkohol) und 10 g des blauen Dispersionsfarbstoffs
aus Beispiel 12 enthält. Nach dem Bedrucken wird das Gewebe 2 Minuten bei 215°C thermosoliert,
gespült und reduktiv nachgereinigt. Man er̈halt einen blauen Druck auf gelbem Untergrund.
Beispiel 14
[0041] Umgekehrt erhält man einen gelben Druck auf blauem Untergrund, wenn man die in Beispiel
13 aufgeführten Farbstoffe vertauscht.
[0042] Arbeitet man wie in den Beispielen 13 und 14 beschrieben, so erhält man bei Anwendung
der in den nachstehenden Beispielen 15 bis 17 angegebenen Farbstoffe die dort genannten
Ergebnisse.
Beispiel 15
[0043]
Blauer Druck auf rotem Untergrund
Färbung: Hergestellt mit 0,5% des in Beispiel 1 beschriebenen roten Dispersionsfarbstoffs.
Druckpaste: Hergestellt mit 20 g/kg des blauen Küpenfarbstoffs C.I. Nr. 70 507 (Vat
Blue 67).
Beispiel 16
[0044]
Gelber Druck auf rotem Untergrund.
Färbung: Hergestellt mit 0,5% des in Beispiel 1 beschriebenen roten Dispersionsfarbstoffs.
Druckpaste: Hergestellt mit 25 g/kg des gelben Küpenfarbstoffs C.I. Nr. 59 100 (Vat
Yellow 4).
Beispiel 17
[0045]
Gelber Druck auf blauem Untergrund.
Färbung: Hergestellt mit 0,2% des in Beispiel 12 beschriebenen blauen Dispersionsfarbstoffs.
Druckpaste: Hergestellt mit 20 g/kg des gelben Küpenfarbstoffs C.I. Nr. 59 105 (Vat
Orange 1).
Beispiel 18
[0046] Ein Mischgewebe aus Polyesterfasern und Baumwolle 67/33 wird mit 20 g/l des roten
Dispersionsfarbstoffes der Formel

und 80 g/l Thiodiglykol auf einem Foulard geklotzt (Flottenaufnahme 50%), bei 100°C
in einer Hotflue getrocknet und anschließend bedruckt. Die Druckpaste enthält pro
kg 150 g oxethylierten Stearylalkohol (25 Mol Ethylenoxyd pro Mol Stearylalkohol).
[0047] Nach dem Bedrucken wird die Ware 2 Minuten bei 215°C auf einem Spannrahmen thermosoliert
und anschließend gewaschen. Man erhält einen Druck, bei dem die bedruckten Stellen
weiß sind.
Beispiel 19
[0048] Ein Mischgewebe aus Polyesterfasern und Baumwolle 67/33 wird, wie in Beispiel 18
beschrieben, behandelt, wobei 20 g/l des blauen Dispersionsfarbstoffes der Formel

verwendet werden.
[0049] Man erhält einen blauen Druck, bei dem die bedruckten Stellen weiß sind.
[0050] Ähnliche Ergebnisse erhält man, wenn man wie vorstehend beschrieben behandelt, aber
anstelle des oben genannten Farbstoffes den Farbstoff Disperse Blue 327 verwendet.
[0051] Werden im letztgenannten Fall der Druckpaste noch 40 g/kg des Farbstoffs Disperse
Red 322 zugesetzt, so erhält man einen roten Druck auf blauem Untergrund.
Beispiel 20
[0052] Ein Mischgewebe aus Polyesterfasern und Baumwolle 67/33 wird mit einer Färbeflotte
der folgenden Zusammensetzung geklotzt:
8 g/l olivgrünen Leukoküpenesterfarbstoffes mit der C.I. Nr. 69 501, (Sol. Vat Green
3)
1,2 g/l Ammoniumsulfat
0,8 g/l Natriumformiat und
2 g/l Natriumchlorat.
[0053] Die Flottenaufnahme beträgt 50%. Nach dem Klotzen wird bei 100°C auf einer Hotflue
getrocknet und anschließend mit der gemäß Beispiel 18 zur Anwendung gelangenden Druckpaste
bedruckt. Nach dem Bedrucken wird die Ware 2 Minuten bei 215°C auf einem Spannrahmen
thermosoliert und anschließend gewaschen.
[0054] Man erhält einen Druck, bei dem die bedruckten Stellen weiß sind.
Beispiel 21
[0055] Ein Mischgewebe aus Polyesterfasern/Baumwolle (67/33) wird auf einem Foulard mit
einer Flotte geklotzt, die pro Liter
4,6 g des roten Dispersionsfarbstoffes der Formel

0,4 g des orangen Dispersionsfarbstoffs der C.I. Nr. 26 077 (Disperse Orange 29),
1 g des blauen Dispersionsfarbstoffes der C.I. No. 63 265 (Disperse Blue 73),
14 g des braunen Küpenfarbstoffes der C.I. Nr. 59 500 (Vat Brown 45) und
3 g eines handelsüblichen Netzmittels enthält.
[0056] Die Flottenaufnahme beträgt 45%. Nach dem Klotzen wird das Gewebe bei etwa 120°C
getrocknes. Anschließend wird es mit einer Druckpaste bedruckt, die pro kg 150 g eines
oxethylierten Stearylalkohols (25 Mol Ethylenoxid pro Mol Alkohol) enthält.
[0057] Das bedruckte Gewebe wird dann 2 Minuten bei 215°C thermosoliert. Während dieser
Behandlung erfolgt gleichzeitig die Fixierung der Dispersionsfarbstoffe auf dem Polyesteranteil
des Mischgewebes.
[0058] Die Fixierung des Küpenfarbstoffs auf dem Baumwollanteil erfolgt anschließend auf
bekannte, übliche Weise durch Klotzen mit Alkali und Reduktionsmittel und anschließen
des Dämpfen.
[0059] Nach Fertigstellung der Ware erhält man eine braune Färbung, bei welcher die bedruckten
Stellen weiß sind.
1. Verfahren zum örtlichen "Weißätzen" oder "Buntätzen" von Färbungen auf textilen Flächengebilden
faseriger Struktur, welche mit nicht-reaktiven Dispersionsfarbstoffen, Küpenfarbstoffen
oder deren Leukoestern gefärbt sind oder damit nur imprägniert und getrocknet wurden,
aber noch nicht fixiert sind, dadurch gekennzeichnet, daß man (1) auf die mit den Farbstoffen behandelten Textilmaterialien in dem gewünschten
Muster Druckpasten aufträgt, die neben Verdickungsmitteln, sonstigen üblichen Druckhilfsmitteln
und Wasser zusätzlich noch oxethylierte Fettsäuren, Fettalkohole oder Alkylphenole
enthalten, welche keine Reduktionsmittel sind, die aber für die betreffenden Farbstoffe
der Fondcolorierung bei erhöhten Temperaturen lösende Eigenschaften besitzen und welche
die Fasersubstanzen des Textilmaterials unter Thermosol-Bedingungen selbst nicht angreifen,
und man (2) nach dem Aufbringen der Druckpaste eine Trockenhitzebehandlung bei Temperaturen
zwischen 180° und 220°C anschließt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Textilmaterialien solche aus synthetischen Fasern verwendet, welche mit Dispersionsfarbstoffen
gefärbt oder imprägniert wurden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Textilien aus synthetischen Fasern solche aus Polyesterfasern behandelt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Textilmaterialien solche aus Mischungen von natürlichen Fasern mit synthetischen
Fasern verwendet, welche mit Dispersionsfarbstoffen, Küpenfarbstoffen oder deren Leukoestern
gefärbt oder imprägniert wurden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man als Textilien, die Mischungen aus natürlichen und synthetischen Fasern darstellen,
solche aus Mischungen von Cellulosefasern mit Polyesterfasern behandelt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockenhitzebehandlung mittels Heißluft, Wärmestrahler und/oder Kontakthitze
erfolgt.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die sich an das Aufbringen der Druckpaste anschließende Hitzebehandlung in Form einer
kombinierten Trockenhitze/DampfBehandlung erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Druckpasten als farbstofflösendes Hilfsmittel gesättigte Fettalkohole von
8 bis 18 Kohlenstoffatomen, welche mit 5 bis 40 Mol Ethylenoxid pro Mol des Alkohols
oxethyliert sind, zusetzt.
9. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man den Druckpasten zur Erzielung von "Buntätzen" noch "ätzbeständige" Farbstoffe
der gleichen Kategorie wie die zur Erzeugung der Fondfärbung verwendeten zusetzt.
10. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man den Druckpasten zur Erzielung von "Buntätzen" noch "ätzbeständige" Farbstoffe
anderer Klassen als die zur Erzeugung der Fondfärbung verwendeten zusetzt.
1. Procédé de "rongeage blanc" ou de "rongeage coloré" local de teintures sur des articles
textiles plans à structure fibreuse qui sont teints par des colorants en dispersion
non réactifs, des colorants de cuve ou leurs leuco-esters ou ne sont qu'imprégnés
de ceux-ci et séchés, mais non encore fixés,
caractérisé en ce que
(1) on applique sur les matières textiles traitées par les colorants, selon le dessin
désiré, des pâtes d'impression qui contiennent, outre des agents épaississants, d'autres
adjuvants d'impression habituels et de l'eau, des acides gras, des alcools gras ou
des alkylphénols éthoxyéthylés, qui ne sont pas des réducteurs, mais qui possèdent
à chaud pour des colorants de la coloration de fond en question des propriétés dissolvantes,
et qui n'attaquent pas par eux-mêmes les substances fibreuses de la matière textile
dans les conditions du procédé Thermosol, et en ce que
(2) après application de la pâte d'impression, on effectue ensuite un traitement par
la chaleur sèche à des températures comprises entre 180 et 220°C.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on utilise comme matières textiles des matières de fibres synthétiques qui ont été
teintes avec des colorants en dispersion ou imprégnées de ceux-ci.
3. Procédé suivant la revendication 2, caractérisé en ce qu'on traite comme textiles de fibres synthétiques des textiles de fibres de polyester.
4. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'on utilise comme matières textiles des matières constituées de mélanges de fibres
naturelles avec des fibres synthétiques, qui ont été teintes avec des colorants en
dispersion, des colorants de cuve ou leurs leucoesters, ou imprégnées de ceux-ci.
5. Procédé suivant la revendication 4, caractérisé en ce qu'on traite comme textiles qui sont des mélanges de fibres naturelles et synthétiques,
des textiles constitués de mélanges de fibres de cellulose avec des fibres de polyester.
6. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le traitement par la chaleur sèche est effectué par l'air chaud, avec un appareil
de chauffage par rayonnement et/ou par contact.
7. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le traitement par la chaleur faisant suite à l'application de la pâte d'impression
s'effectue sous la forme d'un traitement combiné chaleur sèche/vapeur.
8. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'on ajoute aux pâtes d'impression, comme adjuvant dissolvant les colorants, des alcools
gras saturés en C8 à C18 qui sont oxyéthylés par 5 à 40 moles d'oxyde d'éthylène par mole de l'alcool.
9. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'on ajoute encore aux pâtes d'impression pour obtenir des "rongeages colorés", des
colorants "résistant au rongeage" de le même catégorie que ceux utilisés pour produire
la couleur de fond.
10. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'on ajoute encore aux pâtes d'impression, pour obtenir des "rongeages colorés" des
colorants "résistant au rongeage" d'autres classes que ceux utilisés pour produire
la coloration de fond.
1. A process for localized white discharging or colored discharging of dyeing on a textile
sheet-like article of fibrous structure, which article has been treated by dyeing
it to completion with a non-reactive disperse dyestuff, vat dyestuff, or leuco-ester
of a vat dyestuff, or impregnating it therewith and drying it without fixing of the
dyestuff, which comprises
(1) applying to the dyestuff-treated textile sheet-like article in a predetermined
pattern a printing paste which, in addition to thickeners, other customary printing
assistants and water, contains oxethylated fatty acids, oxethylated fatty alcohols
or oxethylated alkylphenols having solvent properties for said dyestuff of the bottom
dyeing at elevated temperature but does not destroy the dyestuff by reduction and
does not attack the fiber substances of said textile and sheet-like article at thermosol
conditions, and
(2) subjecting the dyestuff-treated textile sheet-like article, to which the printing
paste has been applied, to dry heat at a temperature of from 180 to 220°C.
2. A process as claimed in claim 1, wherein the dyestuff-treated textile sheet-like article
is composed of synthetic fibers dyed or impregnated with a disperse dyestuff.
3. A process as claimed in claim 2, wherein the textile sheet-like article is made of
polyester fibers.
4. A process as claimed in claim 1, wherein the dyestuff-treated textile sheet-like article
is composed of a mixture of natural fibers and synthetic fibers which has been dyed
or impregnated with a disperse dyestuff, vat dyestuff or leuco-ester thereof.
5. A process as claimed in claim 4, wherein the textile-sheet-like article consists of
a mixture of cellulose and polyester fibers.
6. A process as claimed in claim 1, wherein the dyestuff-treated textile sheet-like article
to which the printing paste has been applied is subjected to hot air, radiated heat,
contact heat, or a combination thereof.
7. A process as claimed in claims 1 to 5, wherein the dyestuff-treated textile sheet-like
article, after application of the printing paste thereto, is subjected to a combined
dry heat and steam treatment.
8. A process as claimed in claim 1, wherein the dyestuff-dissolving assistant is a saturated
fatty alcohol of from 8 to 18 carbon atoms, which has been oxethylated with 5 to 40
moles of ethylene oxide per mole of alcohol.
9. A process as claimed in claims 1 to 5, wherein a dyestuff resistant to discharging,
and of the same category as the dyestuff employed to effect the bottom dyeing, is
present in the printing paste to achieve colored discharging.
10. A process as claimed in claims 1 to 5, wherein a dyestuff resistant to discharging,
and of a category different from that of the dyestuff employed to effect the bottom
dyeing, is present in the printing paste to achieve colored discharging.