[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Leitsystem für den Individualverkehr in einem
Straßennetz mit an den Fahrbahnen angeordneten ortsfesten Sendeeinrichtungen (Leitbaken),
welche von einer Zentrale übermittelte und/oder fest eingespeicherte Leitinformationen
zur Erreichung aller von ihrem Standort aus erreichbaren Fahrtziele zyklisch an alle
passierenden Fahrzeuge übermitteln, wobei in den einzelnen Fahrzeugen jeweils eine
Empfangseinrichtung für die von den Leitbaken übermittelten Leitinformationen sowie
ein Eingabegerät zur Eingabe eines bestimmten Fahrtzieles vorgesehen ist und wobei
über eine Ziel-Vergleichseinrichtung die zu dem gewählten Fahrtziel gehörenden Leitinformationen
auswählbar und über eine Anzeigeeinrichtung anzeigbar sind.
[0002] Ein einem solchen Leitsystem entsprechendes Verfahren zur Informationsübertragung
ist bereits bekannt (DE-AS 1 951 992). Dieses Verfahren hat bereits gegenüber anderen
bekannten Systemen den Vorteil, daß entlang der Fahrtstrecken lediglich ortsfeste
Sendeeinrichtungen und in den Fahrzeugen lediglich Empfangseinrichtungen erforderlich
sind. Darüber hinaus werden zwar bei dem bekannten Verfahren zur Übertragung der Leitinformationen
in der Fahrbahn verlegte Sendeantennen verlegt; da aber vom Fahrzeug keine Informationen
abgegeben werden und da gleichzeitig die von der Sendeeinrichtung abgegebenen Informationen
in gleicher Weise an alle passierenden Fahrzeuge übermittelt werden, kann die Übertragung
auch auf einfachere Weise über beispielsweise am Straßenrand angeordnete Baken erfolgen.
[0003] Das bekannte Verfahren hat allerdings noch den Nachteil, daß die Sendeeinrichtungen
jeweils dort angeordnet sein müssen, wo die Leitinformationen dem Fahrzeugführer angezeigt
werden müssen. Diese Anzeige muß rechtzeitig erfolgen,.also jeweils eine angemessene
Strecke vor einer Kreuzung, damit der Fahrzeugführer sich auf etwaige Richtungsänderungen
einstellen und sich beispielsweise entsprechend einordnen kann. Diese Stellen für
die richtige Anzeige können aber versorgungstechnisch oft ungünstig liegen, so daß
im allgemeinen eigene Versorgungsleitungen und unter Umständen eigene Gehäuse und
dergleichen geschaffen werden müssen. Dies kann in verschiedenen Fällen zu Schwierigkeiten
führen, in jedem Fall bedeutet es einen relativ hohen Aufwand. Ein derartiges Leitsystem
kann aber nur dann zum Tragen kommen, wenn die ortsfesten Einrichtungen unabhängig
von der Zahl der teilnehmenden Fahrzeuge vollständig installiert sind, d.h. die Anfangsinvestitionen
sind sehr hoch. Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Leitsystem so zu gestalten,
daß der Aufwand für die ortsfesten Einrichtungen erheblich vermindert werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Leitsystem der eingangs erwähnten Art
dadurch gelöst, daß jede Leitinformation zusammen mit einer ihr zugehörigen Ortsbestimmung
übertragbar und in einem im Fahrzeug vorgesehenen Informationsspeicher speicherbar
ist, daß ferner in jedem 'Fahrzeug eine Auto-Navigations-Einrichtung zur fortlaufenden
Ermittlung der Fahrzeugposition sowie eine Orts-Vergleichseinrichtung zum Vergleich
der aktuellen Fahrzeugposition mit den gespeicherten Ortsbestimmungen vorgesehen sind
und daß schließlich die gespeicherten, dem ausgewählten Fahrtziel entsprechenden Leitinformationen
über die Anzeigeeinrichtung dann anzeigbar sind, wenn die jeweils zugehörige Ortsbestimmung
mit der aktuellen Fahrzeugposition übereinstimmt.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Leitsystem wird die Anzeige der Leitinformationen im Fahrzeug
örtlich und zeitlich von der Übertragung dieser Informationen getrennt. Dadurch ist
es möglich, die Leitbaken an aus technischer Sicht günstigen Stellen anzuordnen. So
ist es beispielsweise möglich, die unmittelbar an Kreuzungen stehenden Lichtsignalanlagen
mit Masten, Netzanschlüssen, Geräteschränken und Kabelkanälen mitauszunutzen und die
Leitbake mit diesen Verkehrssteuergeräten zu koppeln. So kann beispielsweise eine
Leitbake mit in einem Signalgebergehäuse untergebracht bzw. auf dieses aufgesetzt
werden.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Leitsystem können also die ortsfesten Einrichtungen verhältnismäßig
billig gestaltet werden, was den Aufbau eines derartigen umfangreichen Systems begünstigt.
Die Leitbaken können nicht nur an wirtschaftlich günstigen Stellen angeordnet werden,
sondern darüber hinaus kann auch die Zahl der Leitbaken verringert werden. Denn da
die Leitinformationen ohnehin nicht am Ort der Leitbake gleichzeitig im Fahrzeug angezeigt
werden müssen, können von dieser Leitbake auch Leitinformationen für eine längere
Strecke übertragen werden. Die Leitinformationen werden für einen ganzen Abschnitt
im Fahrzeug gespeichert, wobei nach und nach im Fahrzeug jeweils die Information ausgegeben
wird, die der gerade erreichten Position entspricht.
[0007] Die Auto-Navigations-Einrichtung arbeitet zweckmäßigerweise nach dem an sich bekannten
Prinzip der Koppelnavigation, wobei die jeweilige Fahrzeugposition durch vektorielle
Addition ermittelt wird. Hierbei wird der Fahrtweg zweckmäßigerweise über einen Wegimpulsgeber
und die Fahrtrichtung über eine Magnetfeldsonde festgestellt. Da die Koppelnavigation
über längere Strecken immer einen gewissen Fehler aufweist, ist es weiterhin zweckmäßig,
beim Passieren von Leitbaken immer wieder Korrekturwerte einzugeben. Dies geschieht
in einfachster Weise dadurch, daß die Leitbake jeweils ihre genauen Ortskoordinaten
dem passierenden Fahrzeug übermittelt. Diese genauen Ortskorrdinaten können dann als
Ausgangspunkt für die weitere Koppelnavigation verwendet werden.
[0008] Die Leitinformationen werden zweckmäßigerweise in Form von Leitvektoren zu den Fahrzeugen
übertragen und dort angezeigt. Für größere Abstände zwischen den Leitbaken mit mehreren
Änderungen können diese Leitinformationen jeweils als Kette von Leitvektoren übertragen
und angezeigt werden. Jeder Leitvektor kann dabei durch die Koordinaten des nächsten
Zwischenzieles (Spitze des Vektors) bestimmt werden.
[0009] Die Ausstattung der Fahrzeuge wird zwar durch die zusätzliche Auto-Navigations-Einrichtung
gegenüber den bekannten Systemen etwas aufwendiger, doch hat diese Zusatzeinrichtung
neben dem bereits erwähnten geringeren Aufwand für das Gesamtsystem auch für das einzelne
'Fahrzeug noch weitere Vorteile. So kann mit der Auto-Navigations-Einrichtung im Fahrzeug
überprüft werden, ob der Fahrer die Leitinformationen richtig verstanden und ausgeführt
hat. Wenn die Leitinformation als Leitvektor gegeben wurde, können für jeden Leitvektor
aus den maximal möglichen Weg- und Winkelfehlern der Koppelnavigationseinrichtung
Uberwachungsflächen errechnet werden. Verläßt das Fahrzeug eine solche Überwachungsfläche,
so kann dies durch eine Prüfeinrichtung festgestellt und angezeigt werden. Zweckmäßigerweise
werden in diesem Fall alle weiteren Anzeigen gelöscht. Die empfohlene Fahrtrichtung,
also der Leitvektor, kann im Fahrzeug in Form eines Richtungspfeiles angezeigt werden,
wobei über eine numerische Anzeige auch jeweils die Entfernung bis zum Ort der nächsten
fälligen Richtungsänderung angezeigt werden kann.
[0010] Ein weiterer Vorteil der zusätzlichen Auto-Navigations-Einrichtung besteht darin,
daß über das mit Leitbaken versehene Gebiet hinaus eine autarke Zielführung möglich
ist. So kann man beispielsweise beim Verlassen des mit Leitbaken versehenen Gebietes,
etwa beim Grenzübertritt in das Ausland, relative Zielkoordinaten eingeben. Diese
Zielkoordinaten sind in einer weiteren Vergleichseinrichtung mit der in der Auto-Navigations-Einrichtung
ermittelten jeweiligen Fahrzeugposition vergleichbar und zur Ausgabe eines Zielvektors
nach Betrag und Richtung auswertbar. Im Fahrzeug kann dann laufend der Luftlinienvektor:
nach Richtung und Entfernung vom aktuellen Standort zum Ziel angezeigt werden.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine mögliche Anordnung der einzelnen Geräte eines erfindungsgemäßen Leitsystems,
Fig. 2 ein Blockschaltbild für den Aufbau eines solchen Leitsystems,
Fig. 3 die Darstellung einer Leitempfehlung als Kette von Leitvektoren,
Fig. 4 ein mögliches Anzeigegerät im Fahrzeug für die empfohlene Fahrtrichtung.
[0012] Im Beispiel der Fig. 1 ist die mögliche Anordnung der ortsfesten Geräte einerseits
und der Fahrzeuggeräte andererseits dargestellt. Ein Fahrzeug 1, das sich entlang
einer Straße 2 bewegt, erhält seine Leitinformationen von einem ortsfesten Sender,
der Leitbake 3. Diese Leitbake 3 ist an einem ohnehin vorhandenen Signalmast 4 angeordnet,
der beispielsweise einen Lichtsignalgeber 5 sowie eine Hinweistafel 6 trägt. Um die
Leitbake 3 besonders einfach und geschützt unterzubringen, wurde ein Signalgebergehäuse
5 gewählt, welches für vier Signalfelder 6 ausgelegt ist. Über den drei eingebauten
Signalfeldern für die drei Signalfarben ist die Leitbake 3 in das Signalgebergehäuse
5 eingefügt. Das Verkehrsleitgerät ist am Straßenrand in einem Gehäuse 7. angeordnet,
welches gleichzeitig ein normales Verkehrssteuergerät enthalten kann.
[0013] Die Leitbake enthält zweckmäßigerweise einen Mikrowellen-oder Infrarotsender, der
die Leitinformationen zum Fahrzeug 1, und zwar zu jedem passierenden Fahrzeug 1 überträgt.
Da die Lichtsignalgeber an Kreuzungen aufgestellt sind, handelt es sich bei den hier
abgestrahlten Leitinformationen nicht um die zu dieser Kreuzung gehörigen Angaben,
sondern um Leitinformationen, die erst an der.nächsten und an weiteren Kreuzungen
aktuell werden und dann dort im Fahrzeug 1 angezeigt werden sollen.
[0014] Das Fahrzeug 1 enthält einen Mikrowellen- oder Infrarotempfänger 8, der die Leitinformationen
von der Leitbake 3 aufnimmt und dem Auto-Navigations-Gerät 9 zuführt. Diese Auto-Navigations-Einrichtung
9 erhält gleichzeitig Informationen über Betrag und Richtung des jeweils zurückgelegten
Weges. Zu diesem Zweck ist ein Wegimpulsgeber 10 zur Wegmessung und eine Magnetfeldsonde
11 zur Messung der jeweiligen Fahrtrichtung am Fahrzeug angebracht. Ein in der Auto-Navigations-Einrichtung
9 vorgesehener Mikroprozessor bildet aus den Meßwerten des Wegimpulsgebers und der
Magnetfeldsonde inkrementale Wegvektoren und addiert diese laufend. Aufgrund der so
bestimmten Fahrzeugposition können die ortsabhängigen Leitinformationen aus einem
größeren Block selektiert und zur rechten Zeit angezeigt werden. Zu diesem Zweck ist
an die Auto-Navigationseinrichtung eine Ein- und Ausgabeeinrichtung 12 angeschaltet.
Diese letztere enthält beispielsweise ein Tastenfeld zur Eingabe des gewählten Fahrtzieles
und eine Anzeigeeinrichtung. Über diese Anzeigeeinrichtung werden die dem gewählten
Fahrtziel entsprechenden Leitinformationen zur gegebenen Zeit und am gegebenen Ort
angezeigt. Außerdem können auf der Strecke geltende Verkehrszeichen und sonstige Hinweise
von der Leitbake 3 zum Fahrzeug übertragen, in der Auto-Navigations-Einrichtung 9
gespeichert und zur richtigen Zeit über die Ein- und Ausgabeeinrichtung 12 angezeigt
werden. Unter der richtigen Zeit ist der Einsatzpunkt zu verstehen, also der Ort,
an dem die Anzeige erscheint und die Dauer der Anzeige, also die Fahrstrecke, während
der die Anzeige erfolgen soll.
[0015] Die Wirkungsweise des Leitsystems wird nachfolgend anhand des Blockschaltbildes von
Fig. 2 erläutert. Das System besitzt zunächst eine Zentrale Z, welche Verkehrsinformationen
aus dem gesamten erfaßbaren Gebiet erhält und daraus Leitinformationen für die einzelnen
in Frage kommenden Zielwünsche erarbeitet. Für jeden Ausgangsort gibt es ein bestimmtes
Bündel von Zielwünschen und entsprechend zugehörige Leitinformationen. Dieses Bündel
von Leitinformationen wird an die betreffenden Ausgangsorte zu der dort befindlichen
ortsfesten Bake übermittelt. Dabei muß, wie erwähnt, die Bake BK nicht unmittelbar
jeweils an dem betreffenden Ausgangsort aufgestellt sein. Vielmehr ist die Bake an
einer günstigen Stelle in der Nähe eines oder mehrerer Ausgangspositionen für Leitinformationen
angeordnet.
[0016] Die einzelnen Baken BK sind also mit der Zentrale Z über Leitungen L oder Funkkanäle
verbunden. Sie erhalten von dort Leitinformationen und geben gegebenenfalls auch an
Ort und Stelle ermittelte Informationen über die Leitungen L an die Zentrale weiter.
Die einzelne Bake strahlt dann zyklisch ihre zugehörigen Leitinformationen an die
passierenden Fahrzeuge ab. Diese Leitinformationen kommen einerseits, wie erwähnt,
von der Zentrale Z. Darüber hinaus können aber in der Bake selbst ortsspezifische
Leitinformationen gespeichert sein, die unabhängig von der übergeordneten Verkehrslage
ständig gelten und deshalb auch ständig an die Fahrzeuge abgestrahlt werden. Dazu
können beispielsweise auch Verkehrszeichen, Geschwindigkeitsvorschriften für bestimmte
Streckenabschnitte und dergleichen Informationen kommen.
[0017] Das Fahrzeuggerät FZ enthält zunächst den Mikrowellen-oder Infrarotempfänger ME,
der die Leitinformationen von der Bake empfängt und der Auto-Navigations-Einrichtung
AN zuführt. Die von der Bake abgestrahlten und vom Empfänger ME aufgenommenen Leitinformationen
sind nach Fahrtzielen geordnet, d.h. jede Leitinformation ist einem bestimmten Fahrtziel
zugeordnet. Die ankommenden Leitinformationen werden zunächst einer Vergleichseinrichtung
V1 zugeführt, in welche außerdem über ein Eingabegerät EG und einen Zielspeicher ZSP
das vom Fahrer gewünschte Fahrtziel eingegeben wird. Dieses Eingabegerät EG kann beispielsweise
eine Tastatur oder dergleichen sein. Stimmt das gewählte Fahrtziel mit dem einer Leitinformation
zugeordneten Fahrtziel überein, so wird diese betreffende Leitinformation in den Informationsspeicher
SP1 eingegeben und gespeichert. Im allgemeinen werden einem bestimmten Fahrtziel mehrere
Leitinformationen zugeordnet sein.
[0018] Außerdem gehört zu jeder Leitinformation eine Ortsbestimmung über.die Position, von
der aus die betreffende Leitinformation gelten soll. Diese Ortsbestimmung muß nicht
mit dem Standort der Leitbake übereinstimmen. Diese Ortsbestimmung wird mit der jeweiligen
Leitinformation im Informationsspeicher SP1 gespeichert.
[0019] Ein Positionsspeicher SP2 enthält außerdem die jeweilige aktuelle Fahrzeugposition,
und diese Fahrzeugposition wird laufend zusammen mit den gespeicherten, bestimmten
Leitinformationen zugehörigen Ortsbestimmungen aus dem Informationsspeicher SP1 einer
Orts-Vergleichseinrichtung V2 zugeführt. Sobald die aktuelle Fahrzeugposition mit
einer gespeicherten Ortsbestimmung übereinstimmt, wird die zugehörige Leitinformation
aus dem Informationsspeicher SP1 einem Ausgabegerät AG zugeführt. Hierbei handelt
es sich normalerweise um ein optisches Anzeigegerät, welches beispielsweise Anweisungen
in Form von Richtungspfeilen anzeigt. Auch andere Informationen können entweder bildlich
(Verkehrssignale) oder digital (Geschwindigkeitsbegrenzungen und sonstige Informationen)
angezeigt werden.
[0020] Die Fahrzeugposition wird im Positionsspeicher SP2 laufend aktualisiert. Zu diesem
Zweck werden die gespeicherten Ortskoordinaten laufend einem Addierer ADD zugeführt,
in den gleichzeitig laufend der zurückgelegte Weg eingegeben und zu den alten Positionskoordinaten
vektoriell addiert wird. Die Wegvektoren werden aus den Meßwerten eines Wegimpulsgebers
WG und einer Magnetfeldsonde MS in einer Vektorbestimmungseinrichtung VB ermittelt.
Hierzu wird zweckmäßigerweise ein Mikroprozessor verwendet.
[0021] Die Positionsmessung kann auf einfache Weise beim Passieren einer Bake korrigiert
werden. Zu diesem Zweck sendet die jeweilige Bake BK neben den Leitinformationen auch
ihre absoluten Ortskoordinaten aus. Diese Ortskoordinaten werden im Empfänger ME ebenfalls
empfangen und dem Positionsspeicher SP2 zugeführt. Im Positionsspeicher SP2 werden
dann die bisher errechneten Ortskoordinaten durch die Ortskoordinaten der Bake BK
ersetzt. Diese dienen dann für die weitere Koppelnavigation als Ausgangspunkt.
[0022] Die Leitinformationen werden zweckmäßigerweise als Kette von Leitvektoren gegeben,
wie dies in Fig. 3 dargestellt ist. Der empfohlene Weg beginnt beispielsweise an einer
Leitbake BK oder knüpft am letzten Zwischenziel einer Leitempfehlung an. Die Fig.
3 zeigt nun, was beispielsweise an Informationen für den dargestellten Streckenabschnitt
übertragen und im Fahrzeug angezeigt wird. Beginnt das Fahrzeug den Leitvektor LV1
zu verfolgen, was in der Auto-Navigations-Einrichtung AN festgestellt wird, so wird
beim dargestellten Beispiel das Verkehrszeichen "Hauptverkehrsstraße"'mit angezeigt.
In Fig. 3 ist jeweils zu den betreffenden Zeichen die Anzeigedauer als Anzahl von
Leitvektoren angegeben. Das erwähnte Verkehrszeichen "Hauptverkehrsstraße" wird also
für die Dauer eines Leitvektors angezeigt. Noch während das Fahrzeug den Leitvektor
LV1 verfolgt, wird der Leitvektor LV2 aus den gespeicherten Koordinaten seines Anfangs
und seines Endes errechnet und bereits angezeigt. Der Fahrer hat also Zeit, sich in
die richtige Fahrspur einzuordnen.
[0023] Zu Beginn des Leitvektors LV2 erscheint dann das Verkehrszeichen "Vorfahrt beachten"
und wird für die Dauer von fünf Leitvektoren angezeigt, also bis zum Ende des Leitvektors
LV6. Außerdem wird im Anzeigefeld ein Fahrtrichtungspfeil für den Leitvektor LV3 angezeigt.
Auch die Entfernung bis zur Kreuzung am Ende des Leitvektors LV2 kann die Auto-Navigations-Einrichtung
laufend berechnen und anzeigen. Während des Durchfahrens des Leitvektors LV3 wird
auf Kinder hingewiesen, am Anfang des Leitvektors LV5 erscheint ein Hinweis auf eine
Lichtsignalanlage an der nächsten Kreuzung; weitere Verkehrszeichen können in der
gleichen Weise übertragen und angezeigt werden.
[0024] Eine Anzeigemöglichkeit für den Leitvektor ist in Fig. 4 dargestellt. Dabei handelt
es sich um ein Rundinstrument 21 mit einer Winkeleinteilung 22, wobei ein Richtungspfeil
23 die jeweils empfohlene Fahrtrichtung beschreibt. In der Mitte ist außerdem ein
Anzeigefeld 24 für eine alphanumerische Entfernungsangabe vorgesehen. Hier ist abzulesen,
ab wann die empfohlene und angezeigte Richtungsänderung gilt. Im Beispiel von Fig.
4 ist also an dem Anzeigegerät abzulesen, daß nach 310 Metern halbrechts abgebogen
werden soll.
[0025] Da die Leitinformationen, also vor allem die Empfehlungen über Richtungsänderungen,
jeweils an eine Ortsbestimmung gekoppelt und zusammen mit dieser Ortsbestimmung im
Informationsspeicher SP1 gespeichert sind, kann über die Auto-Navigations-Einrichtung
AN auch die Befolgung dieser Leitinformationen überwacht werden. Im Fahrzeuggerät
wurden deshalb zu jedem Leitvektor aus den maximal möglichen Weg- und Winkelfehlern
der Koppelnavigationseinrichtung Überwachungsflächen errechnet. In Fig. 3 sind solche
Überwachungsflächen UF punktiert eingezeichnet. Verläßt das Fahrzeug eine solche Überwachungsfläche,
so sind alle folgenden Leitempfehlungen bis zur nächsten Leitbake hinfällig; die weiteren
Anzeigen werden also gelöscht bzw. die Angabe von Informationen wird gesperrt. Beim
Blockschaltbild von Fig. 3 sind die Überwachungsflächen zweckmäßigerweise im Speicher
SP1 gespeichert. Sie werden in der Prüfeinrichtung V3 mit den jeweiligen Ortskoordinaten
des Fahrzeugs verglichen. Verläßt das Fahrzeug die Überwachungsfläche, so kann dies
in der Ausgabeeinrichtung optisch oder akustisch angezeigt werden. Weitere Leitinformationen
werden erst dann wieder angezeigt, wenn das Fahrzeug die nächste Leitbake BK passiert
und neue, gültige Leitinformationen erhält.
[0026] Liegt das Fahrtziel außerhalb des vom Leitsystem erfaßten Bereiches, so kann über
die Auto-Navigations-Einrichtung eine autarke Zielführung erreicht werden. Zu diesem
Zweck wird über die Eingabeeinrichtung ein Zielvektor nach Betrag und Richtung in
eine Vergleichseinrichtung V4 eingegeben, welche gleichzeitig die durch Koppelnavigation
ermittelte Fahrzeugposition aus dem Positionsspeicher erhält. Von der Vergleichseinrichtung
V4 wird dann ständig über die Ausgabeeinrichtung der Luftlinienvektor (Richtung und
Entfernung) vom aktuellen Standort zum Ziel angegeben.
1. Leitsystem für den Individualverkehr in einem Straßennetz mit im Bereich der Fahrbahnen
angeordneten ortsfesten Sendeeinrichtungen (Leitbaken), welche von einer Zentrale
übermittelte und/oder fest eingespeicherte Leitinformationen zur Erreichung aller
von ihrem Standort aus erreichbaren Fahrtziele zyklisch an alle passierenden Fahrzeuge
übermitteln, wobei in den einzelnen Fahrzeugen jeweils eine Empfangseinrichtung für
die von den Leitbaken übermittelten Leitinformationen sowie ein Eingabegerät zur Eingabe
eines bestimmten Fahrtzieles vorgesehen ist und wobei über eine Ziel-Vergleichseinrichtung
die zu dem gewählten Fahrtziel gehörenden Leitinformationen auswählbar und über eine
Anzeigeeinrichtung anzeigbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß jede Leitinformation
zusammen mit einer ihr zugehörigen Ortsbestimmung übertragbar und in einem im Fahrzeug
vorgesehenen Informationsspeicher (SP1) speicherbar ist, daß ferner in jedem Fahrzeug
(1, FZ) eine Auto-Navigations-Einrichtung (AN) zur fortlaufenden Ermittlung der Fahrzeugposition
sowie eine Orts-Vergleichseinrichtung (V2) zum Vergleich der aktuellen Fahrzeugposition
mit den gespeicherten Ortsbestimmungen vorgesehen sind und daß schließlich die gespeicherten,
dem ausgewählten Fahrtziel entsprechenden Leitinformationen über die Anzeigeeinrichtung
(AG) anzeigbar sind, wenn die jeweils zugehörige Ortsbestimmung mit der aktuellen
Fahrzeugposition übereinstimmt.
2. Leitsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Leitbaken (3) örtlich
mit Verkehrssignalgeräten (5, 7) gekoppelt sind.
3. Leitsystem nach Anspruch 2, dadurch ge-kennzeichnet, daß zumindest die Sendeeinrichtung
(3) einer Leitbake (BK) in einem Signalgebergehäuse (5) untergebracht ist.
4. Leitsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß in der
Auto-Navigations-Einrichtung (AN) nach dem an sich bekannten Prinzip der Koppelnavigation
die jeweilige Fahrzeugposition durch vektorielle Addition ermittelbar ist.
5. Leitsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß die Auto-Navigations-Einrichtung
(AN) einen Wegimpulsgeber (WG) zur Ermittlung des Fahrtweges und eine Magnetfeldsonde
(MS) zur Ermittlung der Fahrtrichtung besitzt.
6. Leitsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Leitinformationen
von den Leitbaken (BK) zu den Fahrzeugen (FZ) in nach Reisezielen geordneten Blöcken
übertragbar und im Fahrzeug (FZ) in einer Ziel-Vergleichseinrichtung (V1) mit dem
gewählten Fahrtziel vergleichbar sind und daß die dem gewählten Fahrtziel entsprechenden
Leitinformationen dem Informationsspeicher (SP1) zugeführt werden.
7. Leitsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet , daß über
eine Leitbake mehrere unterschiedlichen Ausgangspositionen zugeordnete Leitinformationen
übertragbar und in den Fahrzeugen zeitlich nacheinander jeweils beim Erreichen der
betreffenden Position anzeigbar sind.
8. Leitsystem nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet , daß von den
Leitbaken jeweils Korrekturwerte als Ausgangskoordinaten für die weitere Koppelnavigation
übertragbar sind.
9. Leitsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet , daß Leitinformationen
in Form von Leitvektoren (LV) zu den Fahrzeugen (FZ) übertragbar und dort anzeigbar
sind.
10. Leitsystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet , daß die Leitinformationen
als Kette von Leitvektoren (LV1, LV2 ... LV8) übertragbar und in den Fahrzeugen (FZ)
anzeigbar sind.
11. Leitsystem nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet , daß in der Auto-Navigations-Einrichtung
(AN) für jeden Leitvektor (LV1 ...) aus der maximal zulässigen Abweichung Überwachungsflächen
(UF) ermittelbar sind und daß das Verlassen einer solchen Überwachungsfläche über
eine Prüfeinrichtung (V3) feststellbar und durch ein Signal anzeigbar ist.
12. Leitsystem nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet , daß beim Verlassen einer
Überwachungsfläche (UF) über die Prüfeinrichtung (V3) die Ausgabe der weiteren gespeicherten
Leitinformationen unterdrückbar ist.
13. Leitsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet , daß eine
empfohlene Fahrtrichtung im Fahrzeug jeweils als Fahrtrichtungspfeil (23) auf einer
Winkelskala (22) anzeigbar ist.
14. Leitsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 13, d a - durch gekennzeichnet, daß
die Entfernung bis zu einer empfohlenen Fahrtrichtungsänderung jeweils durch eine
numerische Anzeige (24) im Fahrzeug darstellbar ist.
15. Leitsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet , daß in
eine weitere Vergleichseinrichtung (V4) absolute Zielkoordinaten eingebbar und mit
der in der Auto-Navigations-Einrichtung (AN) ermittelten jeweiligen Fahrzeugposition
vergleichbar und zur Ausgabe eines Zielvektors nach Betrag und Richtung auswertbar
sind.