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EP 0 021 157 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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07.01.1981 Patentblatt 1981/01 |
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Anmeldetag: 04.06.1980 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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FR GB IT NL |
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Priorität: |
08.06.1979 DE 2923260
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Anmelder: DR.-ING. RUDOLF HELL GmbH |
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D-24149 Kiel (DE) |
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Erfinder: |
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- Peters, Hans-Werner
D-2301 Raisdorf (DE)
- Weiss, Klaus
D-2309 Kirchbarkau (DE)
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Entgegenhaltungen: :
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Entwicklungseinrichtung für Bildaufzeichnungsmaterialien |
(57) Beim Transport von Fotomaterialien durch beheizte Metallmulden (4) mittels Walzen
(3) mit Floroberfläche kommt es häufig dazu, daß die Fotoschicht an der beheizten
Mulde (4) etwas klebt. Die Erfindung verhindert, daß die dann auftretende Erhöhung
der Reibung in der Mulde den Weitertransport verhindert, indem sie eine Vorzugsrichtung
der Oberflächenfasern der Walze (3) bei deren Herstellung erzeugt und im Betrieb aufrecht
erhält. Durch diese Maßnahme ist der Reibungskoeffizient zwischen Rückseite des Materials
und Walze (3) immer deutlich größer als zwischen Metallmulde und Fotoschicht.
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[0001] Die Erfindung betrifft eine Entwicklungseinrichtung für Bildaufzeichnungsmaterial
mittels Wärme, bestehend aus einer mit Textilmaterial, vorzugsweise Filz, überzogenen
Walze, die gegen eine im Radius angepaßte und die Walze teilweise umfassende feststehende
beheizte Mulde läuft.
[0002] In Bildübertragungsgeräten, insbesondere bei solchen mit nachfolgender Entwicklung
des aufgezeichneten Bildes, ergibt sich häufig die Aufgabe, das Aufzeichnungsmaterial
durch Heizmulden, Führungen, Glätteinrichtungen usw. zu transportieren. Das Aufzeichnungsmaterial
ist in der Regel ein Papierträger mit einer besonders präparierten Beschichtung für
die eigentliche Aufzeichnung. Ein typischer Anwendungsfall ist der Transport eines
belichteten Dry-Silver-Materials durch eine geheizte Mulde zum Zwecke der Bildentwicklung.
[0003] Herkömmliche Geräte lassen dazu eine Walze, die mit Textil, Filz oder Kunststoffen
bezogen ist (3M) oder elektrostatisch beflort ist (Harris), mit einem gewissen Anpreßdruck
in einer im Radius angepaßten und die Walze zum Teil umfassenden beheizten Mulde laufen.
Zur Entwicklung läuft das Dry-Silver-Papier zwischen Walze und Mulde hindurch, und
zwar mit der Schichtseite gegen die Mulde. Der Transport kommt dadurch zustande, daß
der Reibungsbeiwert Walze gegen Papier etwas höher ist als der Reibungsbeiwert Schicht
gegen Metallmulde. Die Praxis zeigt jedoch, daß es in solchen Anordnungen oft dadurch
zu Störungen kommt, daß die Reibungsbeiwerte gleich groß werden oder sich sogar umkehren.
Das geschieht einerseits dadurch, daß die kalte Schichtseite ein wenig zum "Kleben"
neigt, sobald sie in die heiße Mulde einläuft, andererseits dadurch, daß sich auf
der z. B. mit Filz bezogenen Walze die Fasern der Oberfläche - unterstützt durch den
Lauf auf der geheizten Fläche der Mulde während der langen Pausen zwischen zwei Entwicklungen
- nach und nach entgegen der Laufrichtung umlegen, wodurch der Reibungsbeiwert naturgemäß
kleiner wird. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, den letztgenannten Störeffekt
zu vermeiden und eine Entwickungsanlage der beschriebenen Art dadurch betriebssicher
zu machen.
[0004] Die Erfindung erreicht dies mit den im Anspruch 1 genannten Mitteln. Eine vorteilhafte
Ausbildung der Erfindung ist im Anspruch 2 angegeben.
[0005] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Fig. 1 und 2 beschrieben.
[0006] Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Anordnung von Walze und Mulde
Fig. 2 ein Prinzip der Herstellung der Walze.
[0007] Das im Bildübertragungsgerät belichtete Aufzeichnungsmaterial 1 wird zum Zwecke der
Entwicklung des Bildes mittels Wärme durch nicht dargestellte Transportwalzen in Laufrichtung
2 zwischen eine mit einem Textilbezug, vorzugsweise Filz, bezogene Walze 3 und eine
beheizte Mulde 4 geführt. Die Walze hat dabei die Drehrichtung A und transportiert
das Aufzeichnungsmaterial durch Friktion. Die Schichtseite 5 ist dabei der beheizten
Mulde 4 zugewandt, das Trägermaterial 6 der Filzwalze 3. Sicherer Transport ist nur
möglich, wenn'der Reibungsbeiwert zwischen der Walze 3 und der Trägerseite des Aufzeichnungsmaterials
1 größer ist als der Reibungsbeiwert zwischen der Schichtseite 5 und der Mulde 4.
Durchweg liegen aber die beiden erwähnten Reibungsbeiwerte recht nahe beieinander,
so daß schon geringe Veränderungen der Reibungsbeiwerte im Betrieb dazu führen können,
daß der Transport stockt. Das geschieht z. B. dadurch, daß die Schichtseite 5 ein
wenig zum "Kleben" neigt, wenn sie in die beheizte Mulde 4 einläuft, vornehmlich aber
dadurch, daß sich die Fasern 8 an der Oberfläche des Walzenbezuges gegen die Laufrichtung
A umlegen. Nach der Entwicklung eines Blattes wird deshalb erfindungsgemäß in der
relativ langen Pause bis zum nächsten Entwicklungsgang die Drehrichtung der Walze
nach B umgesteuert. Während dieser längeren Zeit - die Relation liegt etwa bei 1:10,
legen sich die Oberflächenfasern 8 der Walze 3 gegen die Laufrichtung B um. Diese
Richtung ist durch die lange Zeit bevorzugt und somit haben beim nachfolgenden Entwicklungsvorgang
die Oberflächenfasern 8 eine Richtung, die den Reibungsbeiwert zwischen Walze 3 und
Trägerseite 6 beträchtlich erhöht. Sicherer Transport des Blattes ist damit gewährleistet.
[0008] Eine vorteilhafte Art der Endbearbeitung der Filzoberfläche bei der Herstellung der
Walze 3 ist in Fig. 2 gezeigt. Die Bearbeitung erfolgt mittels einer Schleifscheibe
7, mit der in der Figur 2 angegebenen Drehrichtung, wobei die Drehzahl der Schleifscheibe
7 sehr viel größer ist als die Drehzahl der zu bearbeitenden Walze 3. Durch diese
Maßnahme entsteht schon bei der Herstellung der Walze 3 eine Vorzugsrichtung der Oberflächenfasern
8, die bei entsprechendem Einbau der Walze 3 ins Gerät für eine Erhöhung des Reibungsbeiwertes
zwischen Walze 3 und Trägerseite 6 des Aufzeichnungsmaterials 1 sorgt. Der oben beschriebene
Umsteuerprozeß erhält diesen Zustand. Beide Maßnahmen machen die erfindungsgemäße
Entwicklungseinrichtung sicher gegen Betriebsstörungen der beschriebenen Art.
1. Entwicklungseinrichtung für Bildaufzeichnungsmaterialien mittels Wärme, bestehend
aus einer mit Textilmaterial, vorzugsweise Filz, überzogenen Walze, die gegen eine
im Radius angepaßte und die Walze teilweise umfassende feststehende beheizte Mulde
läuft, dadurch gekennzeichnet, daß in den relativ langen Pausen, in denen keine Entwicklung
von Aufzeichnungsmaterial stattfindet, die Drehrichtung der Walze umgesteuert wird,
daß sich die Fasern an der Oberfläche des Walzenbezuges entsprechend dieser Pausen-Drehrichtung
umlegen, daß im Entwicklungs- falle die Drehrichtung so umgesteuert wird, daß die
Fasern an der Oberfläche des Walzenbezuges noch gegen die neue Drehrichtung stehen.
2. Verfahren zur Herstellung der Walze nach Anspruch 1 durch Schleifen der Oberfläche
des Walzenbezuges, dadurch gekennzeichnet, daß sich durch gegensinnige Drehrichtung
von Werkstück und Schleifscheibe sowie hohe Schleifscheibendrehzahl bei kleiner Werkstückdrehzahl
eine Vorzugsrichtung der Oberflächenfasern ergibt, die .der Transportrichtung im Einsatzfalle
entspricht.
