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EP 0 021 191 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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28.04.1982 Patentblatt 1982/17 |
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Anmeldetag: 06.06.1980 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)3: A47C 7/18 |
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Polsterkissen aus Kunststoff
Cushion of synthetic material
Coussin en une matière synthétique
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE DE FR GB IT NL SE |
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Priorität: |
19.06.1979 DE 2924662
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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07.01.1981 Patentblatt 1981/01 |
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Anmelder: BAYER AG |
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51368 Leverkusen (DE) |
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Erfinder: |
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- Samaritter, Reinhard
D-5090 Leverkusen 1 (DE)
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Polsterkissen aus Kunststoff für Sitzmöbel und
Fahrzeugsitze, dessen Belastungsfläche Erhebungen unterschiedlicher Geometrie aufweist,
zwischen denen Freiräume vorhanden sind, wobei die Erhebungen mit einer ihnen gemeinsamen
Tragplatte aus gleichem Material ein Stück bilden.
[0002] Derartige Polsterkissen dienen dem Einsatz vornehmlich im Möbelbereich, wie sie z.B.
aus FR-A-2131448 bekannt sind.
[0003] Zum Erzielen einer bequemen und körpergerechten Polsterqualität ist die Wahl der
richtigen Eindrückhärte-Charakteristik von entscheidender Bedeutung.
[0004] Man hat deshalb versucht, Blockschaumzuschnitte mit verschiedener Stauchhärte zusammenzukleben.
Eine andere Lösung bestand darin, vorgefertigte Formteile einzuschäumen bzw. zu umschäumen.
[0005] Eine weitere bekannte Möglichkeit ist das Ausarbeiten voneinander getrennter Aussparungen,
wobei durch Verminderung des tragenden Schaumstoffvolumens eine Verringerung der Härte
in Teilbereichen von Polsterelementen erreicht wurde.
[0006] Aus FR-A-2 131 448 ist ein Arbeitsstuhl bekannt, dessen Sitzkissen aus einer relativ
dünnen Tragplatte mit elastischen Erhebungen, die gegebenenfalls auf beiden Seiten
angeordnet sind; besteht. Als Material für das Sitzkissen ist Gummi, Kunststoff oder
ein anderes Elastomer vorgesehen. Die Erhebingen haben die Form kleiner und großer
Pilze. Sie können gleichmäßig oder auch ungleichmäßig verteilt sein. Für den Benutzer
des Sitzkissens bilden die Pilze die tragenden, Komfort spendenden Elemente, während
die Tragplatte im vesentlichen nur als Träger für dir Pilze dient. Eine solche Konstruktion
läßt sich nur aus ungeschäumtem Material herstellen, weil bei Verwendung von geschäumtem
Material die relativ empfindlichen Stiele der Pilze durch die unvermeidlichen Querbeanspruchungen
schnell abreißen würden. Insbesondere besteht durch die Pilzform der Erhebungen die
Gefahr, daß Falten der Kleidungsstücke des Benutzers zwischen den Pilzköpfen eingeklemmt
werden. Schießlich ist dieses Sitzkissen für Automobilsitze ungeeignet, weil es bei
den starken dynamischen Beanspruchungen während der Fahrt ein zu hartes Sitzgefühl
vermitteln würde.
[0007] Weiterhin ist auch schon vorgeschlagen worden, bei Herstellung von Polsterkissen
durch Formverschäumen die zu belastende Oberfläche (Sitzfläche, Lehne) mit angeformten
Erhebungen unterschiedlicher Gestaltung und Größe auszustatten.
[0008] Der Anmelder hat sich unter Bezugnahme auf das nicht vorveröffentlichte Dokument
DE-A-2637630 freiwillig eingeschränkt und einen besonderten Patentanspruch für die
Bundesrepublik Deutschland vorgelegt.
[0009] In dem Dokument DE-A-2 837 630 ist das Schutzbegehren auf einen Arbeitsstuhl mit
Sitz und Rückenlehne gerichtet, wobei Sitz und Rückenlehne jeweils einstückig aus
elastisch nachgiebigem Kunstschaumstoff anatomisch angepaßt geformt und auf ihrer
Sitzfläche bzw. Anlehnfläche jeweils mindestens teilweise mit flachen Noppen versehen
sind. Dabei sind vorzugsweise im worderen Bereich der Sitzfläche, wo die Oberschenkel
des Sitzenden aufliegen, kleinere Noppen, dichter als im mittleren Bereich der Sitzfläche,
vorgesehen. Eine Anwendung dieses Polsterkissens für Fahrzeugsitze wird in dem Dokument
nicht gelehrt.
[0010] Die Aufgabe ist darin zu sehen, ein Polsterkissen für Sitzmöbel, aber insbesondere
für Fahrzeugsitze, zu finden, das hohen Sitzkomfort durch eine körpergerechte und
beanspruchungsgerechte optimale Eindrückhärte-Charakteristik gewährleistet, wobei
die Erhebungen des Polsterkissens auch starken Querbeanspruchungen standhalten.
[0011] Die Lösung der Aufgabe besteht darin, daß das Material formverschäumt ist ; daß die
Tragplatte das eigentliche Polsterkissen darstellt ; daß die Höhe der Erhebungen im
Verhältnis zur Höhe dieses Polsterkissens gering ist und daß die Verteilung der Erhebungen
unterschiedlicher Geometrie den unterschiedlichen Belastungszonen des Polsterkissens
entspricht.
[0012] Dadurch wird erreicht, daß die Erhebungen gleichzeitig mit dem eigentlichen Polsterkissen
beim Formschäumvorgang angeschäumt werden können und daß beispielsweise bei Sitzflächen
im Bereich des Gesäßes Erhebungen anderer Geometrie vorgesehen werden können als im
Bereich der weniger belastenden Oberschenkel. Die Erhebungen können die unterschiedlichsten
Gestaltungen aufweisen, wie Zylinderstümpfe, Kegel, Kegelstümpfe, Pyramiden, Pyramidenstümpfe,
Kugelkalotten, Quader, Prismen, Rippen. Von besonderem Einfluß sind auch Größe und
Höhe.
[0013] Zur Herstellung des formverschäumtem Polsterkissens verwendet man ein Reaktionssystem,
das beispielsweise Polyurethanschaumstoff hoher Eindrückhärte bildet. Die weicher
einzustellenden Bereiche des Polsterkissens erhält man durch die entsprechende Dimensionierung
der Erhebungen. Es lassen sich auf diese Weise Polsterkissen mit zunehmend unterschiedlicher
Härte herstellen, bei denen der Übergang von einem Härtegrad zum anderen nahezu stufenlos
eingestellt werden kann.
[0014] Weitere Vorteile des erfindungsgemäßen Polsterkissens sind darin zu sehen, daß man
die Erhebungen nach Anbringen des Bezuges nicht mehr sieht und daß auch im belasteten
Zustand infolge der zwischen den Erhebungen vorhandenen Freiräume eine erhebliche
Verbesserung des klimatischen Sitzkomforts gegeben ist.
[0015] In einer Zeichnung ist das erfindungsgemäße Polsterkissen am Beispiel eines Automobilsitzes
dargestellt und nachstehend näher erläutert. Es zeigen :
Fig. 1 das Kissen in der Draufsicht und
Fig. 2 das Kissen im Schnitt gemäß Linie A-B in Fig.1.
[0016] Das Polsterkissen 1 weist Seitenverstärkungen 2 auf, zwischen denen sich die eigentliche
Sitzfläche 3 erstreckt. Diese Sitzfläche 3 ist mit drei Gruppen 4, 5, 6 von zylinderstumpfartigen
Erhebungen 7 unterschiedlicher Größe und Höhe bedeckt. Die Geometrie dieser Erhebungen
7 ist gemäß den einzelnen Gruppen 4, 5, 6 auf die jeweils aufzunehmende Beanspruchung
abgestimmt. Die Höhe der Erhebungen 7 ist im Verhältnis zur Höhe des eigentlichen
Polsterkissens 1 gering.
Patentansprüche für folgende(n) Vertragsstaat(en) : BE, FR, GB, IT, NL, SE
Polsterkissen aus Kunststoff für Sitzmöbel und Fahrzeugsitze, dessen Belastungsfläche
Erhebungen (7) unterschiedlicher Geometrie aufweist, zwischen denen Freiräume vorhanden
sind, wobei die Erhebungen (7) mit einer ihnen gemeinsamen Tragplatte (1) aus gleichem
Material ein Stück bilden, dadurch gekennzeichnet, daß das Material formverschäumt
ist ; daß die Tragplatte (1) das eigentliche Polsterkissen darstellt ; daß die Höhe
der Erhebungen (7) im Verhältnis zur Höhe dieses Polsterkissens (1) gering ist und
daß die Verteilung der Erhebungen (7) unterschiedlicher Geometrie den unterschiedlichen
Belastungszonen (4, 5, 6) des Polsterkissens entspricht.
Patentansprüche für folgende(n) Vertragsstaat(en) : DE
Verwendung eines formverschäumten Polsterkissens, dessen Belastungsfläche angeformte
Erhebungen (7) unterschiedlicher Geometrie aufweist, zwischen denen Freiräume vorhanden
sind, wobei diese Erhebungen (7) mit dem eigentlichen Polsterkissen (1) ein Stück
bilden und die Höhe der Erhebungen (7) im Verhältnis zur Höhe des eigentlichen Polsterkissens
(1) gering ist und die Verteilung der Erhebungen (7) bezüglich ihrer unterschiedlichen
Geometrie den unterschiedlichen Belastungszonen (4, 5, 6) des Polsterkissens (1) entspricht,
für Fahrzeugsitze.
Claims for the following Contracting State(s) : BE, FR, GB, IT, NL, SE
Cushion pad of plastics materials for seat furniture and vehicle seats, of which the
stress-bearing surface has elevations (7) of differing geometry, between which free
spaces are present, wherein the elevations (7) form one piece. with a common supporting
slab (1) of the same material, characterised in that the material is foamed in a mould
; in that the supporting slab (1) represents the actual cushion pad ; in that the
height of the elevations (7) is small in relation to the height of this cushion pad
(1) and in that the distribution of the elevations (7) of differing geometry corresponds
to the differing areas of stress (4, 5, 6) of the cushion pad.
Claims for the following Contracting State(s) : DE
Use of a cushion pad formed in a mould, of which the stress-bearing surface has elevations
(7) of differing geometry moulded on to it, between which elevations free spaces are
present, wherein these elevations (7) form one piece with the actual cushion pad (1)
and the height of the elevations (7) is small in relation to the height of the actual
cushion pad (1) and the distribution of the elevations (7) with respect to their differing
geometry corresponds to the differing areas of stress (4, 5, 6) of the cushion pad
(1), for vehicle seats.
Revendications pour l'(les) Etat(s) contractant(s) suivant(s) : BE, FR, GB, IT, NL,
SE
Coussin en matière plastique pour sièges de mobilier ou de voiture, dont la surface
de charge présente des saillies (7) de géométrie différente, entre lesquelles se trouvent
des espaces libres et qui forment une seule pièce avec l'assise (1) commune réalisée
dans le même matériau, ledit coussin étant caractérisé en ce que le matériau est moulé
par expansion ; l'assise (1) constitue le coussin proprement dit ; la hauteur des
saillies (7) est faible par rapport à celle du coussin (1) ; et la répartition des
saillies (7) de géométrie différente correspond aux diverses zones de charge (4, 5,
6) du coussin.
Revendications pour l'(les) Etat(s) contractant(s) suivant(s) : DE
Utilisation d'un coussin en matière plastique moulé par expansion dont la surface
de charge présente des saillies (7) de géométrie différente, entre lesquelles se trouvent
des espaces libres et qui forment une seule pièce avec l'assise (1) commune réalisée
dans le même matériau, la hauteur des saillies (7) est faible par rapport à celle
du coussin (1) ; et la répartition des saillies . (7) de géométrie différente correspond
aux diverses zones de charge (4, 5, 6) du coussin, pour sièges de voiture.