[0001] Die Erfindung betrifft ein integriertes Antennensystem gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruches.
[0002] Integrierte Radar-Antennensysteme sind an sich wohlbekannt. Sie bestehen aus Strahlern
und Reflektorschirmen, die gleichzeitig eine Reihe von Dipolen oder auch Schlitzstahlern
tragen. Diese Systeme haben gegenüber den aus einzelnen, voneinander unabhängigen
Antennen gebildeten Systemen den Vorteil der Gewichts- und Raumersparnis, leiden jedoch
unter dem Nachteil, daß die vom Strahler ausgehende Energie durch die auf dem Reflektor
befestigten Dipole teilweise abgeschattet wird. Diese Abschattung kann unter Umständen
die Nebenkeulen vergrößern bzw. die Hauptkeule verkleinern oder verzerren, je nach
Bauart und Anordnung der Dipole bzw. Schlitzstahler. Es ist bekannt, daß durch Anwendung
von in der Reflektoroberfläche eingelassenen Schlitzstahlern eine Abschattung vermieden
werden kann, jedoch bilden die Schlitzstahler sogenannte »Blinde Flecken« auf dem
Reflektor, die die einwandfreie Spiegelung der Primärstrahlung zumindest behindern.
Hinzu kommt, daß die Polarisation der Dipole bzw. Schlitzstahler nur mit einem relativ
hohen technischen Aufwand geändert werden kann. Dadurch werden jedoch die vorgenannten
Vorteile wiederum geschmälert (siehe z. B. DE-B 1 766 002).
[0003] Ebenso sind Micro-Strip-Antennen bekannt. Es handelt sich dabei um speziell gestaltete
und dimensionierte elektrisch leitende Flächen, die parallel zu größeren, leitenden,
geerdeten Flächen angeordnet sind und von zwischen den beiden Flächen liegenden Schichten
aus dielektrischem Material gehalten sind. Je nach Gestaltung können damit geschaffene
Antennen mit den verschiedensten Frequenzen und mit variabler Polarisation arbeiten.
Außerdem können sie in ihrer Struktur sehr leicht und robust gebaut werden, und sie
erfordern einen wesentlich geringeren Aufwand in der Herstellung, Installation und
Wartung als leistungsmäßig vergleichbare Antennen herkömmlicher Bauart.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein integriertes Antennensystem zu schaffen,
bei dem die Vorteile der Micro-Strip-Antennen mit denen von herkömmlichen Antennen
so vereint werden, daß die vorgenannten Nachteile vermieden werden und eine integrierte
Antenne entsteht, deren Anwendungsbereich, vornehmlich im mobilen Einsatz, wesentlich
vergrößert wird, und zwar durch die Verringerung des Gewichtes, Vereinfachung der
Wartung, Reduzierung der Störanfälligkeit, Austauschbarkeit der Micro-Strip-Strahlflächen,
wodurch ein weiter Bereich von Frequenzen sowie die verschiedensten Polarisationen
nutzbar werden, und durch die Verringerung der Kosten. Zur Lösung der Aufgabe ist
ein integriertes Antennensystem der eingangs genannten Art, gekennzeichnet durch die
im Anspruch aufgeführten Merkmale, geschaffen worden.
[0005] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und im folgenden
näher beschrieben. Es zeigen dabei:
Fig. 1 eine Vorderansicht einer möglichen Ausführungsform des integrierten Antennensystems,
le
Fig. 2 eine Seitenansicht"des Antennenreflektors mit aufgebrachter Micro-Strip-Strahlfläche
und Halterung in axialem Schnitt,
Fig. 3 eine Vorderansicht auf die Halterung auf der Rückseite des Reflektors,
Fig. 4 eine vergrößerte Teilansicht des Schnittes durch den Reflektor gemäß Fig. 2,
Fig. 5 ein Beispiel eines Strahlungsdiagrammes einer mit Micro-Strip-Strahlflächen
geschaffenen Antenne.
[0006] Im integrierten Antennensystem, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist, zeigt 1 einen
Strahler, im Brennpunkt eines doppeltgekrümmten Reflektors 2 ungleicher Höhen- und
Breitenabmessung angeordnet. Auf diesem Reflektor sind zwei Gruppen zu je vier Micro-Strip-Strahlflächen
3, die eine Gruppe links der senkrechten Mittellinie ML und die andere Gruppe, seitenverkehrt
zur ersten, rechts der vorgenannten Mittellinie befestigt. Diese seitenverkehrte Anordnung
ist beabsichtigt, um ein symmetrisches Strahlungsdiagramm zu erhalten.
[0007] Die einzelne Micro-Strip-Strahlfläche 3 erinnert in ihrer Form an den Buchstaben
»H«, wobei die beiden senkrechten Streifen, ungleich in ihren Dimensionen, jeweils
einer bestimmten Frequenz zugeordnet sind. Der Mittelbalken des »H« dient der Speisung,
die von der Rückseite des Reflektors her erfolgt. Wie die Fig. 2 und 3 weiter zeigen,
wird der Reflektor an einer für das Anbringen der Micro-Strip-Strahlfläche günstigen
Stelle durchbohrt. Danach wird ein Anschlagring 7 mittels Nieten 9 auf dem Reflektor
2 befestigt. Reflektor 2 und Anschlagring 7 sind an einer Stelle 10 eingefräst, um
später einen Zentriernocken aufzunehmen. In die so geschaffene Lagerung wird nun ein
Tragring 6 mit einem der Stelle 10 entsprechenden Zentriernocken 6a eingeführt und
mittels einer Ringmutter 8 befestigt. Die Mutter trägt zwei Zapfen 8a, die ein Festsetzen
von Hand ermöglichen. Im Innern des Tragringes 6 befindet sich eine Aussparung 11
mit Bohrung, in die eine Hochfrequenzbuchse 5 eingesetzt wird. Bei dem in der Zeichnung
dargestellten Beispiel handelt es sich um eine HF-Buchse des Types »N«, die mit in
der Zeichnung nicht dargestellten Schrauben befestigt ist.
[0008] Die auf die Reflektorinnenseite zeigende Fläche des Tragringes 6 ist der Doppelkrümmung
des Reflektors angepaßt. Nur der Innenleiter der HF-Buchse 5 ragt durch die Bohrung
über die Fläche hinaus. Die die Micr
p-Strip-Strahlfläche 3 tragende dielektrische Schicht 4 ist genau um den Einspeispunkt
der Micro-Strip-Strahlfläche durchbohrt und auf dem Tragring 6 so positioniert und
aufgeklebt, daß der Innenleiter der HF-Buchse 5 durch diese Bohrung hindurchgeht und
mit der Micro-Strip-Strahlfläche 3 verlötet werden kann. Die verlötete Micro-Strip-Strahlfläche
kann entweder mit einer Schutzlackierung versehen werden, oder, falls die mechanische
Steifheit der dielektrischen Schicht 4 nicht ausreichend ist, kann von Außen eine
weitere dielektrische Schicht aufgeklebt werden.
[0009] Fig. 3 zeigt einen Blick auf die Vorderseite der Halterung auf der Rückseite des
Reflektors.
[0010] Die vergrößerte Teilansicht des Schnittes durch den Reflektor gemäß der Fig. 2 zeigt
in Fig.4, wie eine Micro-Strip-Strahlfläche 3 mit der aus dielektrischem Material
bestehenden Schicht 4 in einem bestimmten Abstand d genau parallel zur Oberfläche
des Reflektors 2 befestigt wird. Dieser Abstand d wird bestimmt nach der Formel

wobei k = 0, 1, 2, 3 ... n sein kann und λ = Wellenlänge der Frequenz des Strahlers
1 ist. Wenn k = 0 ist, bedeutet dies, daß die dielektrische Schicht 4 äußerst dünn
gefertigt ist, so daß die Phasenverschiebung der vom Strahler 1 ausgesandten und von
der Micro-Strip-Strahlfläche 3 reflektierten Signale zu den vom Reflektor 2 selbst
gespiegelten Signalen vernachlässigbar gering bleibt. Wenn der Faktor k mit 1, 2,
3 oder n angesetzt wird, ist die Phasenverschiebung gleich k · 360°; somit verlaufen
die von den beiden Oberflächen 2 und 3 reflektierten Signale wieder in gleicher Phase,
und es treten keinerlei Veränderungen des Strahlungsdiagrammes auf.
[0011] Ihrerseits können die Micro-Strip-Strahlflächen 3 einzeln oder in beliebiger Gruppierung
gespeist werden. Bei einer üblichen Anwendung als IFF-Antenne kann das in Fig. 5 gezeigte
Strahlungsdiagramm erzeugt werden.
[0012] Von besonderem Vorteil ist die Tatsache, daß die oben beschriebenen Micro-Strip-Strahlflächen
3 am Reflektor 2 lösbar befestigt sind. Sie können ohne weiteres auf bereits vorhandene
Antennenreflektoren angebracht werden, an deren Krümmungen sie sich auf Grund ihrer
Flexibilität genau anpassen. Auf diese Weise können Radargeräte mit zusätzlichen Antennensystemen
für besondere Zwecke erweitert werden.