[0001] Gegenstand der Erfindung sind Zweiphasendruckverfahren zur Herstellung von Konversionsartikeln
mit Reaktiv-und Küpenfarbstoffen und von Ätzreserveartikelnmit Reaktiv- und gegebenenfalls
Küpenfarbstoffen auf cellulosehaltigen Fasermaterialien, wobei man im schwach sauren
Medium den Reaktivfarbstoff bzw. eine Mischung aus Reaktiv- und Küpenfarbstoff aufdruckt
oder -klotzt, mit einer neutralen, ein stabiles Reduktionsmittel auf Basis einer Sulfinsäure
und gegebenenfalls einen Küpenfarbstoff enthaltenden Paste überdruckt, nach einer
Zwischentrocknung den Druck mit einer wäßrigen
/stark alkalischen Flotte in Kontakt bringt und dämpft.
[0002] In der Textildruckpraxis ist - im Gegensatz zu der im Papierdruck vorherrschenden
Autotypie-Rastertechnik - die Herstellung hochfarbiger Artikel außerordentlich kostenintensiv,
weil für jede einzelne Farbnuance, abgesehen von Überdruckstellen, eine separate Walze
oder Schablone erforderlich ist. Es ist deshalb von großem Vorteil, wenn die Zahl
der in einem Druckmuster enthaltenen Farbtöne auf anderem Wege vergrößert werden kann,
beispielsweise durch Konversionsdruck.
[0003] Hierzu werden die zu colorierenden Fasermaterialien mit schwach sauer eingestellten
Mischungen aus Reaktiv-und Küpenfarbstoffen bedruckt und diese Drucke nach einer Zwischentrocknung
oder vorteilhaft im gleichen Arbeitsgang naß-in-naß mit Druckfarben überdruckt, welche
im neutralen Medium auch unter üblichen Trocknungsbedingungen stabile Reduktionsmittel,
z.B. Natrium-Formaldehydsulfoxylat, in Mengen von 100 bis 200 g pro kg Druckpaste
enthalten. Nach der Trocknung wird die bedruckte Ware durch ein stark alkalisches
Klotzbad mit etwa 100 bis 200 g 32,5 %iger Natronlauge pro Liter Flotte oder äquivalenter
Mengen an Natrium- oder Kaliumcarbonat oder Wasserglas geführt und anschließend etwa
5 bis 30 Sekunden, vorzugsweise 10 bis 20 Sekunden, mit Sattdampf oder überhitztem
Dampf behandelt.
[0004] Die Farbstoffe können auch in anderer Weise, z.B. durch Klotzen oder Pflatschen,
aufgebracht werden. Ebenso kann das Alkali nach anderen Methoden, z.B. durch Pflatschen
oder Aufsprühen, mit der Färbung in Kontakt gebracht werden.
[0005] Bei diesem Verfahren wird an den Stellen, die mit der Farbstoffmischung bedruckt
und nicht mit dem Reduktionsmittel überdruckt wurden, nur der Reaktivfarbstoff fixiert,
während dort, wo das Reduktionsmittel auftraf, der Reaktivfarbstoff geätzt und der
Küpenfarbstoff entwickelt wird.
[0006] Diese an sich bekannten Vorgänge erhalten dadurch eine besondere Bedeutung, daß einerseits
zunächst ein trocknungsstabiles Reduktionsmittel eingesetzt werden muß, das andererseits
wiederum so rasch reagieren soll, daß die Küpenfarbstoffe in der kurzen Dämpfzeit,die
wegen der Reaktivfarbstoffe nicht ohne Schaden überschritten werden darf - die hohe
Alkalimenge im Klotzbad würde bei längerer Dämpfzeit eine Spaltung der Bindung der
Farbstoffe an die Faser bewirken - fixiert werden.
[0007] Als Reduktionsmittel kommen in erster Linie Alkali- oder Erdalkalisalze von Sulfinsäuren,
die aus einer Reaktion mit Aldehyden oder Aminen hervorgingen und dadurch stabilisiert
wurden, in Betrachte insbesondere Natrium-Formaldehydsulfoxylat, Besonders vorteilhaft
ist auch die Formamidinsulfinsäure (Thioharnstoffdioxid).
[0008] In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß der Zerfall stabiler Reduktionsmittel,
wie z.B. des Natrium-Formaldehydsulfoxylats, durch hohe Alkalimengen forciert werden
kann. Eine weitere Steigerung der Zerfallsgeschwindigkeit wird mit Hilfe von Katalysatoren
erzielt, wie sie in der DE-PS 12 20 825 und in Melliand Textilberichte, 1967, 1341-1345,
als Zusatz zu Druckpasten mit Küpenfarbstoffen beschrieben sind. Es handelt sich dabei
um Cyano- bzw. Diacetyldioxim-Komplexe der Schwermetalle Fe, Cu, Cr, Mn, Co oder Ni,
wobei sich der Co-komplex des Diacetyldioxims am besten bewährt hat. Bevorzugt werden
den alkalischen Klotzbädern pro Liter Flotte 0,1 bis 10 g dieser Metallkompexe zugesetzt.
[0009] Wenn Formamidinsulfinsäure als Reduktionsmittel dient, kann auf den Zusatz dieser
Metallkomplexe verzichtet werden.
[0010] Als Verdickung verwendet man vorteilhafterweise Mischungen aus Alginaten und Stärkederivaten,
gegebenenfalls sind auch Johannisbrotkernmehläther oder Celluloseäther einsetzbar.
[0011] Wegen der schwach sauren Reaktion von Formamidinsulfinsäure (pH ca. 3) ist es zweckmäßig,
beim Ansatz der Druckfarben statt der üblicherweise im Verbund mit Stärkeäthern verwendeten
Alginate Johannisbrotkernmehlderivate heranzuziehen oder durch Zugabe von Alkali eine
Verschiebung des pH-Wertes in Richtung zum Neutralpunkt zu bewirken.
[0012] Erfindungsgemäß kann nun die beschriebene Technik auf den Ätzartikel übertragen werden,
indem der ursprüngliche Farbstoffauftrag in zwei Schritte zerlegt wird, d.h. das cellulosische
Fasergebilde wird mit einer den oder die Reaktivfarbstoffe enthaltenden Druckpaste
bedruckt oder Flotte geklotzt (bzw. gepflatscht), anschließend getrocknet und dann,
wie beim Konversionsartikel beschrieben, mit einer Druckpaste bedruckt, der ein stabiles
Reduktionsmittel und gegebenenfalls noch einen oder mehrere Küpenfarbstoff (e) einverleibt
wurden. Der Prozeß verläuft dann weiter wie oben dargestellt. Fond- und gegebenenfalls
Buntätzfarben werden nach der Alkalipassage während der kurzen Dämpfoperation fixiert.
[0013] Da es sich bei der geschilderten Arbeitsweise um eine Ätzreserve handelt, fällt die
Fertigstellung der Reaktivfärbung weg, was zur Verbilligung des Verfahrens beiträgt.
[0014] Während den bisher gebräuchlichen Ätzdruckpasten wie beim klassischen Sulfoxylat-Verfahren
in ausreichender Menge hygroskopische Substanzen, wie z.B. Glyzerin, zugegeben werden
mußten, kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wegen der genügenden Feuchtigkeitsaufnahme
im Zuge der alkalischen Klotzpassage vor dem Dämpfen auf solche Produkte verzichtet
werden.
[0015] Beachtenswert ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren auch die Tatsache, daß die
Ätzdrucke nach dem Dämpfen nicht abgelegt und gegebenenfalls abgekühlt zu werden brauchen,
was bei dem traditionellen einstufigen Ätzdruckverfahren aus Sicherheitsgründen nicht
zu umgehen ist, sondern vollkontinuierlich weiterbehandelt werden können.
[0016] Nicht zuletzt ist auch die Haltbarkeit der Druckfarben und der Drucke vor dem Dämpfen
bei einer Reihe von Küpenfarbstoffen deutlich besser als bei den alten Ätzdruckverfahren
mit alkali- und reduktionsmittelhaltigen Druckfarben.
[0017] Die neue Methode der Herstellung des Ätzartikels wird somit durch drei Faktoren geprägt:
1. die Ätzreservetechnik,
2. die Aktivierung eines trocknungsstabilen Reduktionsmittels und
3. die dadurch ermöglichte Anwendung der Zweiphasentechnik mit Kurzzeitdämpfung.
[0018] Die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren sowohl beim Konversions- als auch beim Ätzartikel
einsetzbaren Reaktivfarbstoffe können aus verschiedenen organischen Grundkörpern,
wie z.B. Azo-, Anthrachinon- oder Phthalocyanin-Verbindungen, aufgebaut sein und sollen
mindestens eine ß-Hydroxyäthylsulfonschwefelsäureestergruppe, Vinylsulfonylgruppe,
Monochlortriazingruppe, Dichlortriazingruppe, 2,2,3,3-Tetrafluorcyclobutan-1-acryloylaminogruppe,
Vinylsulfonylaminogruppe, ß-Hydroxyäthylsulfonylaminoschwefelsäureestergruppe, ß-Phenylsulfonylpropionylaminogruppe
oder einen 2,3-Dichlorchinoxalin-, Monofluortriazin-, 2,4-Dichlorchinazolin-, 1,4-Dichlorphthalazin-,
Alkylsulfonylpyrimidin-, Tri- oder Tetrachlorpyrimidin-, 2,4-Difluor-5-chlorpyrimidin-
oder einen 1-Aryl-4,5-dichlor-pyrida- zon-Rest aufweisen. Bevorzugt sind Farbstoffe,
die eine Vinylsulfongruppe oder eine entsprechende Vorstufe enthalten.
[0019] Unter den geeigneten Küpenfarbstoffen finden sich sowohl Vertreter mit anthrachinoider,
indigoider und naphthochinoider Struktur als auch Naphthalintetracarbonsäurederivate.
[0020] Für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich alle Substrate cellulosischer Herkunft,
also sowohl native Produkte wie Baumwolle oder Leinen, als auch Regeneratcellulose
wie Zellwolle oder Viskose und deren hochnaßfeste Varianten.
[0021] In den folgenden Beispielen beziehen sich die Prozentangaben auf das Gewicht. Die
angegebenen Colour-Index-Nummern wurden dessen 2. Auflage (1956) sowie dem Ergänzungsband
(1963) entnommen.
Beispiel 1
[0022] Ein Baumwollgewebe wird in einem bestimmten Dessin mit einer Druckfarbe folgender
Zusammensetzung bedruckt:
[0023]

[0024] Das bedruckte Gewebe wird im gleichen Arbeitsgang naß-in-naß in einem anderen Dessin
mit einer Druckfarbe überdruckt, die in der gleichen Verdickung 200 g/kg Natrium-Formaldehydsulfoxylat
enthält. Die anschließend getrocknete Ware passiert in der Folge ein Tauchbad mit
100 g/l 32,5 %iger Natronlauge und 100 g/1 Natriumcarbonat und wird unmittelbar danach
20 Sekunden im Sattdampf gedämpft. Im Anschluß an den Dämpfprozeß wird der Druck gründlich
mit kaltem Wasser gespült, bei 40-50°C mit 2 g/l Wasserstoffperoxid und 5 ml/l Essigsäure
behandelt, erneut gespült und abschließend mit 0,5 g/l eines Natrium-ölsäure-N-methyltaurids
bei 90°C gewaschen, gespült und getrocknet.
[0025] Man erhält ein Druckmuster in rotem und goldgelben Farbton mit guten Echtheiten.
Beispiel 2
[0026] Ein Zellwollgewirk wird wie in Beispiel 1 mit einer Druckfarbe gleicher sonstiger
Zusammensetzung bedruckt, die nachstehende Farbstoffe enthält:
50 g der handelsüblichen Pulvereinstellung des Farbstoffes C.I. 17756 und
60 g derhandelsüblichen Teigform des Farbstoffes C.I. 73065.
[0027] Die bedruckte Ware wird wie in Beispiel 1 weiterbehandelt und fertiggestellt.
[0028] Man erhält ein Druckmuster in blauem und orangefarbenem Ton mit guten Echtheiten.
Beispiel 3
[0029] Ein Gewebe aus hochnaßfesten Regenerat-Cellulosefasern wird wie in Beispiel 1 mit
einer Druckfarbe bedruckt, die in der gleichen Zusammensetzung wie dort folgende Farbstoffe
enthält:
50 g der handelsüblichen Pulvereinstellung des Farbstoffes C.I. 18097 und
90 g der handelsüblichen Teigform des Farbstoffes C.I. 59825.
[0030] Die bedruckte Ware wird wie in Beispiel 1 weiterbehandelt und fertiggestellt.
[0031] Man erhält einen violett und grün gemusterten Druck mit guten Echtheiten.
Beispiel 4
[0032] Ein Baumwollgewebe wird auf einem Foulard mit einer Färbeflotte bei einem Abquetscheffekt
von 100 % geklotzt, die pro Liter
[0033]

[0034] Das geklotzte und getrocknete Gewebe wird mit einer Druckfarbe folgender Zusammensetzung
bedruckt:

[0035] Das bedruckte und getrocknete Gewebe wird bei einer Flottenaufnahme von 100 % mit
einer alkalischen Flotte geklotzt, die pro Liter

enthält und gleich anschließend 20 Sekunden im Sattdampf gedämpft. Dann wird die Ware
gründlich mit kaltem Wasser gespült, bei 40 -50°C mit 2 g/1 Wasserstoffperoxid und
5 ml/l Essigsäure behandelt, erneut gespült und zuletzt mit 0,5 g/1 eines Natrium-Ölsäure-N-methyltaurids
bei 90°C gewaschen, gespült und getrocknet.
[0036] Es entsteht ein scharlachfarbener Druck auf brillantem blauen Fond mit guten Echtheiten.
Beispiel 5
[0037] Ein Zellwollgewebe, das mit 4,5 %iger Natronlauge spannungslos laugiert worden war,
wird wie in Beispiel 4 mit einer Flotte, die pro Liter

im übrigen die gleichen Ingredienzen wie in Beispiel 4 enthält.
[0038] Die Weiterbehandlung erfolgt wie in Beispiel 4 .
[0039] Man erhält einen tiefen blauen Druck auf brillantem roten Fond mit guten Echtheiten.
Beispiel 6
[0040] Ein Baumwollgewirk wird mit einer Färbeflotte gepflatscht, die mit

wie in Beispiel 4 angesetzt worden war.
[0041] Die getrocknete Ware wird mit einer Druckfarbe bedruckt, die pro kg

und nach dem Trocknen mit einer alkalischen Flotte geklotzt (Flottenaufnahme 100 %),
der pro Liter

[0042] Nach dem Klotzen wird die Ware 15 Sekunden im Sattdampf gedämpft und dann wie in
Beispiel 4 weiterbehandelt und fertiggestellt.
[0043] Es resultiert ein gelber Druck auf schwarzem Fond mit guten Echtheiten.
Beispiel 7
[0044] Ein Baumwollgewebe wird wie in Beispiel 4 mit einer Färbeflotte geklotzt, die pro
Liter
40 g der handelsüblichen Einstellung eines Farbstoffgemischs der Formel

(CuPc= Kupferphthalocyanin, n= 1-3) zugesetzt worden waren.
[0045] Das geklotzte und getrocknete Gewebe wird mit einer Druckfarbe bedruckt, die sich
aus

[0046] Die Druckware wird nach dem Trocknen durch eine alkalische Flotte (Abquetscheffekt
90 %) geführt, die pro Liter

und dann 20 Sekunden im Sattdampf gedämpft.
[0047] Die Weiterbehandlung erfolgt wie in Beispiel 4.
[0048] Man erhält einen blaustichig-roten Druck auf türkisfarbenem Fond mit guten Echtheiten.
Beispiel 8
[0049] a) Bekanntes Verfahren (Aufbringen einer alkalischen, Reaktivfarbstoff enthaltenden
Flotte):
Ein Gewebe aus hochnaßfesten Regeneratcellulosefasern wird, wie in Beispiel 4, mit
einer Färbeflotte geklotzt, die pro Liter
30 g der handelsüblichen Einstellung des Farbstoffs mit der Formel (in der Säureform)

ferner
100 g Harnstoff,
10 g Natrium-meta-nitrobenzolsulfonat,
3 g eines Netzmittels und
12 g Natriumcarbonat enthält.
[0050] a 1) Ein Teil der getrockneten Klotzung wird mit einer Druckfarbe bedruckt, die sich
folgendermaßen zusammensetzt:
120 g der handelsüblichen Teigform des Farbstoffs der Formel


[0051] Das bedruckte Gewebe wird 8 Minuten im Sattdampf gedämpft und dann, wie in Beispiel
4 beschrieben, gespült, reoxidiert und gewaschen.
[0052] Es resultiert ein farbtiefer grauer Druck auf brillantem roten Fond mit guten Echtheiten.
a 2) Ein zweiter Teil des geklotzten und getrockneten Gewebes wird mit der gleichen
Druckfarbe wie zuvor, die 3 Tage lang aufbewahrt wurde, bedruckt und, wie oben beschrieben,
behandelt. Der graue Druck auf dem roten Fond weist weniger als die halbeFarbstärke
des ersten Druckes auf.
b) Erfindungsgemäß:
[0053] Ein gleiches Gewebe, wie oben beschrieben, wird mit einer analogen Färbeflotte geklotzt,
die aber lediglich den Farbstoff und die in Beispiel 4 wiedergegebenen Ingredienzien
enthält (also statt Harnstoff, Netzmittel und Natriumcarbonat hier Natrium-dihydrogenphosphat
und Alginat).
[0054] b 1) Ein Teil des geklotzten und getrockneten Gewebes wird mit einer Druckfarbe mit
demselben Farbstoff, wie oben beschrieben, aber lediglich mit dem Zusatz von Verdickung
und Natrium-Formaldehydsulfoxylat, bedruckt und dann wie in Beispiel 4 dargestellt,
weiterbehandelt und fertiggestellt.
[0055] Es
' entsteht wie zuvor ein farbtiefer grauer Druck auf brillantem roten Fond.
[0056] b 2) Die Wiederholung des Druckvorganges mit derselben Druckfarbe, die 3 Tage gelagert
wurde, ergibt den gleichen Druckausfall ohne erkennbaren Farbstärkeabfall.
Beispiel 9
[0057] Ein Baumwollgewebe wird mit einer Druckfarbe folgender Zusammensetzung bedruckt:
18 g der handelsüblichen Pulvereinstellung des Reaktivfarbstoffs der Formel

30 g der handelsüblichen Pulvereinstellung des Reaktivfarbstoffs der C.I. Nr. 17 757
und
12 g der handelsüblichen Pulvereinstellung des Reaktivfarbstoffs der Formel

sowie
120 g der handelsüblichen Teigeinstellung des Küpenfarb/stoffs der Formel

werden in

2 Teilen einer 4%igen wäßrigen Natriumalginat-Lösung 5 und
1 Teil einer 10%igen wäßrigen Natrium-Stärkeglykolat-Lösung eingetragen.
Hierzu werden


[0058] Das bedruckte Gewebe wird im gleichen Arbeitsgang naß-in-naß mit einer Druckfarbe
überdruckt, die in 600 g einer 5%igen wäßrigen Lösung eines Johannisbrotkernmehlglykolats
160 g Formamidinsulfinsäure enthält. Die milde getrocknete Ware passiert anschließend
ein Tauchbad mit 100 g/1 32,5%iger Natronlauge und unmittelbar darauf einen Dämpfer,
in welchem sie 10 Sekunden im Sattdampf gedämpft wird. Der Druck wird dann gründlich
mit kaltem Wasser gespült, bei 40-50 °C mit 2 g/1 Wasserstoffperoxid und 5 cm
3/l Essigsäure behandelt, erneut gespült und abschließend mit 0,5 g/1 eines Natriumölsäure-N-methyltaurids
bei 90 °C gewaschen, gespült und getrocknet.
[0059] Es entsteht ein Druckmuster mit dunkelbraunen und gelbgrünen Farbtönen und guten
Echtheiten.
Beispiel 10
[0060] Ein Zellwollgewirk wird , wie in Beispiel 9, mit einer Druckfarbe gleicher sonstiger
Zusammensetzung bedruckt, die nachstehende Far/bstoffe enthält:
40 g der handelsüblichen Pulvereinstellung des Reaktivfarbstoffs der C.I. Nr. 18 105
und
130 g der handelsüblichen Teigform des Küpenfarbstoffs der C.I. Nr. 69 840
[0061] Die bedruckte Ware wird wie in Beispiel 9 weiterbehandelt und fertiggestellt.
[0062] Es resultiert ein Druckmuster mit roten und blauen Farbtönen und guten Echtheiten.
Beispiel 11
[0063] Ein Baumwoll-Kretonne wird bei einem Abquetscheffekt von 100 % auf einem Foulard
mit einer Färbeflotte geklotzt, die pro Liter
[0064]

[0065] Das geklotzte und getrocknete Gewebe wird mit einer Druckfarbe folgender Zusammensetzung
bedruckt, die einen pH-Wert von 6-7 .aufweist:

[0066] Die bedruckte und mild getrocknete Ware wird bei einer Flottenaufnahme von 100 %
mit einer Flotte geklotzt, die pro Liter 100 g 32,5%ige Natronlauge enthält, und unmittelbar
danach 10 Sekunden im Sattdampf gedämpft.
[0067] Die Ware wird mit kaltem Wasser gespült, bei 40-50 °C mit 2 g/1 Wasserstoffperoxid
und 5 cm
3/1 Essigsäure behandelt, erneut gespült und abschließend mit 0,5 g/l eines Natrium-Ölsäure-N-methyltaurids
bei 90 °C gewaschen, gespült und getrocknet.
[0068] Es entsteht ein goldgelber Druck auf schwarzem Fond mit guten Echtheiten.
Beispiel 12
[0069] Ein Gewebe aus hochnaßfesten Celluloseregeneratfasern wird, wie in Beispiel
11, mit einer Flotte geklotzt, die pro Liter 40 g der handelsüblichen Pulvereinstellung
des Reaktivfarbstoffs der Formel

neben den dort beschriebenen anderen Zutaten enthält, und nach der anschließenden
Trocknung mit einer Druckfar be nachstehender Zusammensetzung bedruckt:

[0070] Die Weiterbehandlung des Gewebes erfolgt wie in Beispiel
11.
[0071] Man erhält einen rosafarbenen Druck auf goldgelbem Fond mit guten Echtheiten.
Beispiel 13
[0072] Ein Zellwollgewebe wird, entsprechend Beispiel 11, mit einer Flotte gepflatscht,
die pro Liter
[0073] 30 g der handelsüblichen Pulvereinstellung des
Reak- tivfarbstoffs der Formel

neben den in Beispiel 11 beschriebenen sonstigen Ingredienzien enthält.
[0074] Das getrocknete Gewebe wird mit einer Druckfarbe bedruckt, die wie in Beispiel 11
aufgebaut ist, aber statt des dort genannten Farbstoffes
[0075] 150 g der handelsüblichen
Teigform des Küpenfarbstoffs der C.I. Nr. 68 420 enthält.
[0076] Das bedruckte und mild getrocknete Zellwollgewebe wird bei einer Flottenaufnahme
von 90 % mit einer Flotte geklotzt, die pro Liter 100 g 32,5 %ige Natronlauge und
150 g Natriumcarbonat enthält, und anschließend 10 Sekunden im Sattdampf gedämpft.
Die Weiterbehandlung erfolgt wie in Beispiel 11.
[0077] Es resultiert ein gelber Druck auf brillantem roten Fond mit guten Echtheiten.