[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Einpreßvorrichtung für eine kontinuierlich arbeitende
Knautschanlage für_Bahnmaterial mit einem Stauchrohr, dessen Achse in seinem Anfangsbereich
geradlinig verläuft und in das das zum Strang geformte Bahnmaterial eingepreßt wird.
[0002] Knautschanlagen dienen dazu, Bahnmaterial, insbesondere textiles Material und dabei
wiederum insbesondere Velours und Samt, mit vorzugsweise permanenten Knautschfalten
zu versehen, um dem Bahnmaterial ein besonderes Aussehen und erhöhte Gebrauchsunempfindlichkeit
zu verleihen. Bei einer kontinuierlich arbeitenden Knautschanlage mit einem Stauchrohr
wird das zum Strang geformte Bahnmaterial in und durch das Stauchrohr gepreßt, das
perforiert ist und durch eine mit erwärmtem Wasser geführte Wanne verläuft. Im Stauchrohr
ist das Bahnmaterial willkürlich gefaltet. Aufgrund der hohen Temperatur des Wassers
in der Wanne nimmt das Bahnmaterial die Falten an, die in einer zweiten, mit kaltem
Wasser gefüllten Wanne fixiert werden, durch die das Bahnmaterial im Anschluß an die
erste Wanne geführt wird.
[0003] Zum Einpressen des Bahnmaterials in das Stauchrohr ist bereits eine Einpreßvorrichtung
bekannt, die ein Lieferwalzenpaar sowie einen kurzen, in Bewegungsrichtung des Stranges
hinter dem Lieferwalzenpaar angeordneten Rohrstutzen aufweist. Der Strang verläuft
durch das Lieferwalzenpaar und den Rohrstutzen. Die Einheit aus Lieferwalzenpaar und
Rohrstutzen wird in Richtung der geradlinigen Achse des Stauchrohres hin- und hergeschoben,
wodurch der Strang im Stauchrohr gestaucht werden soll. Diese bekannte Einpreßvorrichtung
hat den Nachteil, daß die Gefahr besteht, daß sich das Bahnmaterial bereits unmittelbar
hinter dem Lieferwalzenpaar staut, so daß sich das Material um die Lieferwalzen legt
und von diesen nicht weitergefördert werden kann. Dies wiederum zwingt zu ungewollten
Betriebsunterbrechungen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Einpreßvorrichtung
zu schaffen, die möglichst störungsfrei arbeitet.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Preßring, der in Richtung der
geradlinigen Achse des Stauchrohres zwischen einem inneren Totpunkt, an dem der Preßring
im Stauchrohr angeordnet ist, und einem äußeren Totpunkt verschiebbar ist, an dem
der Preßring außerhalb des Stauchrohres angeordnet ist, wobei der Preßring in einer
zu seiner Bewegungsrichtung senkrechten Ebene eine öffnung aufweist, durch die der
Strang verläuft, und eine vor der Eintrittsöffnung des Stauchrohres angeordnete Klemmeinrichtung
mit einer veränderbaren Durchtrittsöffnung, die so weit geöffnet werden kann, daß
der Preßring hindurchtreten kann, und die so weit geschlossen werden kann, daß sie.den
Strang einklemmt.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Einpreßvorrichtung verläuft der Strang durch die öffnung
des Preßringes und die Klemmvorrichtung hindurch in das Stauchrohr. Während sich der
Preßring an seinem äußeren Totpunkt befindet, ist die Durchtrittsöffnung der Klemmeinrichtung
so weit geschlossen, daß sie den Strang einklemmt. Der Durchmesser der öffnung des
Preßringes ist so auf die Dicke des Stranges abgestimmt, daß der Strang nicht durch
die Öffnung des Preßringes gleitet, während sich der Preßring von seinem äußeren Totpunkt
in Richtung zu seinem inneren Totpunkt bewegt. Während dieses Vorlaufes des Preßringes
wird zunächst der Strangabschnitt zwischen dem Preßring und der Klemmeinrichtung gestaucht.
Spätestens dann, wenn der Preßring und der von ihm gestauchte Strangabschnitt die
Klemmeinrichtung erreichen, wird diese so weit geöffnet, daß der Preßring durch die
Klemmeinrichtung hindurchtreten kann und dabei den gestauchten Strangabschnitt durch
die Klemmeinrichtung und die Eintrittsöffnung des Stauchrohres hindurch in das Stauchrohr
preßt. Während des Rücklaufes des Preßringes schließt die Klemmeinrichtung, sobald
der Preßring die Klemmeinrichtung passiert hat, so daß dann die Klemmeinrichtung den
Strang festhält und der Strang während des weiteren Rücklaufes des Preßringes durch
dessen öffnung gleitet. Danach beginnt ein neues Arbeitsspiel der Ein
preß- vorrichtung.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Ein
preßvorrichtung ist gewährleistet,-daß sich der Strang nicht am Preßring verfangen
kann, da die Klemmvorrichtung den Strang während des zweiten Abschnitts des Rücklaufes
des Preßringes festhält, so daß der Strang zwischen-dem Preßring und der Klemmvorrichtung
gespannt wird. Die erfindungsgemäße Einpreßvorrichtung arbeitet somit äußerst zuverlässig
und störungsfrei.
[0008] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Einpreßvorrichtung besteht darin, daß
die je Arbeitsspiel der Einpreßvorrichtung transportierte Bahnlänge genau definiert
ist, weil sie gleich der Länge des gespannten Strangabschnittes zwischen der Klemmeinrichtung
und dem Preßring an seinem äußeren Totpunkt ist. Dadurch wird sehr hohe Gleichmäßigkeit
des Knautscheffektes über die gesamte Länge des kontinuierlich bearbeiteten Stranges
erreicht.
[0009] In vorteilhafter Ausbildung der Erfindung ist der Preßring auf seiner dem Stauchrohr
zugewandten Seite torüsförmig, so daß das Bahnmaterial geschont wird.
[0010] Der Durchmesser der öffnung des Preßringes muß der Stärke des Stranges angepaßt sein.
Wenn dieser Durchmesser im Verhältnis zur Strangstärke zu groß ist, kann der Strang
beim Vorlauf des Preßringes durch dessen öffnung gleiten, so daß der Preßring den
Strang nicht mitnimmt. Um den Durchmesser der öffnung des Preßringes der Strangstärke
anpassen zu können, sind vorzugsweise austauschbare Preßringe mit unterschiedlichen
Durchmessern vorgesehen.
[0011] Alternativ kann vorgesehen sein, daß der Durchmesser der öffnung des Preßringes Veränderbar
ist, wobei die öffnung vorzugsweise von einem elastischen Abschnitt des Preßringes
begrenzt ist und im Preßring eine den elastischen Abschnitt umgebende Gasdruckkammer
ausgebildet ist, in der der Gasdruck einstellbar ist. Je nach dem Druck in der Gasdruckkammer
ist der elastische Abschnitt mehr oder weniger radial nach innen ausgelenkt, so daß
der Durchmesser der öffnung vom Gasdruck abhängt.
[0012] Der Preßring muß bis in das Stauchrohr hineingedrückt werden. Vorzugsweise ist zu
diesem Zweck ein Tragrohr vorgesehen, das entlang der geradlinigen Achse des Stauchrohres
verschiebbar geführt ist und an seinem dem Stauchrohr zugewandten Ende den Preßring
koaxial trägt. Das Tragrohr hat glatte Innen- und Außenseiten, so daß nicht die Gefahr
besteht, daß das durch das Tragrohr und den Preßring geführte Bahnmaterial und das
bereits im Stauchrohr gestauchte Bahnmaterial am Tragrohr hängenbleibt. Die Verschiebung
des Preßringes erfolgt mittels einer beliebigen geeigneten Einrichtung, die den Preßring
zwischen seinen beiden Totpunkten hin- und herbewegen kann. Beispielsweise ist hierzu
ein von einem Elektromotor angetriebenes Kurbelgetriebe geeignet, das die Drehbewegung
des Elektromotors in eine lineare Bewegung des Kopfes einer Kurbelschleife umwandelt,
die am Preßring bzw. - wenn ein Tragrohr vorgesehen ist - an diesem angreift. Ferner
kann die Verschiebung des Preßringes auch mittels eines pneumatischen Zylinders bewirkt
werden, dessen Kolbenstange am Pre3ring bzw. am Tragrohr angreift. Der Hub des Kurbelgetriebes
oder des pneumatischen Zylinders ist vorzugsweise so einstellbar, daß der äußere Totpunkt
des Preßringes je nach eingestellter Hublänge unterschiedlich liegt. Durch die Einstellung
der Lage des äußeren Totpunktes des Preßringes kann auch die bei jedem Arbeitsspiel
bzw. Hub transportierte Bahnlänge und dadurch wiederum die Faltenbildung eingestellt-werden:
Kurze Bahnlänge je Hub, d.h. geringer Abstand zwischen dem äußeren-Totpunkt und der
Klemmeinrichtung, ergibt kleinere Knautschfalten, und größerer Abstand zwischen der
Klemmeinrichtung und dem äußeren Totpunkt ergibt gröbere und größere Knautschfalten.
[0013] In vorteilhafter Ausbildung der Erfindung kann ferner vorgesehen sein, daß die Klemmeinrichtung
zumindest zwei bewegbare Klemmbacken aufweist, deren einander zugewandte Klemmflächen
die Durchtrittsöffnung begrenzen. Vorzugsweise sind vier bewegbare Klemmbacken vorgesehen.
Die Klemmbacken können jeweils um einen vorrichtungsfesten Lagerpunkt schwenkbar und
von zumindest einer Feder so belastet sein, daß sie elastisch zueinander gedrückt
werden. Auf ihren vom Stauchrohr abgewandten Seiten bilden die Klemmbacken vorzugsweise
eine konkave Fläche, die der konvexen, dem Stauchrohr zugewandten Seite des Preßringes
angepaßt ist. Bei dieser Ausbildung nehmen die Klemmbacken ständig ihre Klemmstellung
ein, sofern nicht der Preßring oder dessen Tragrohr zwischen ihnen angeordnet ist.
Die Klemmbacken werden während des Vorlaufs vom Preßring und dem von ihm gestauchten
Strangabschnitt entgegen der Kraft der Feder bzw. Federn auseinandergedrückt und kehren
selbsttätig in ihre Klemmstellung zurück, nachdem der Preßring sie bei seinem Rücklauf
passiert hat. Diese Ausbildung zeichnet sich durch besondere Einfachheit und Zuverlässigkeit
aus.
[0014] In vorteilhafter Ausbildung der Erfindung sind vorzugsweise in Transportrichtung
des Bahnmaterials vor dem Preßring Lieferwalzen angeordnet, die das Bahnmaterial von
der Vorlage dem Preßring zuführen. Dadurch ist der Preßring von der Aufgabe entlastet,
das Bahnmaterial von der Vorlage abzuziehen. Vorzugsweise werden die Lieferwalzen
intermittierend während des Vorlaufes des Preßringes angetrieben,und zwar in der Weise,
daß sie die je Arbeitsspiel in den Stauchzylinder gepreßte Bahnlänge fördern.
[0015] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung einer kontinuierlich arbeitenden Knautschanlage
mit einer Einpreßvorrichtung; und
Figur 2 schematisch einen Längsschnitt durch eine Ausführungsform einer Einoreßvorrichtung
für die Knautschanlage gemäß Figur 1, wobei einzelne Elemente in Ansicht dargestellt
sind.
[0016] Im folgenden wird zunächst auf Figur 1 eingegangen. Die darin dargestellte Knautschanlage
umfaßt eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 versehene Einpreßvorrichtung, die noch
ausführlicher unter Bezugnahme auf Figur 2 erläutert werden wird. Durch die Einpreßvorrichtung
10 verläuft zu einem Strang 12 geformtes Bahnmaterial, das von der Ein
preßvorrichtung in ein Stauchrohr 14 eingepreßt wird. Das Stauchrohr 14 ist oerforiert
und durch ein in einer Wanne 16 enthaltenes Wasserbad geführt. Im Betrieb hat das
Wasserbad eine Temperatur von annähernd 100° C. Die Knautschfalten des im Stauchrohr
14 gestauchten Bahnmaterials werden aufgrund der hohen Temperatur des Wasserbades
vorfixiert. Nach einer gewissen Verweilzeit tritt der Strang 12 aus dem an seinem
Ende nach oben umgebogenen Stauchrohr und dem Wasserbad aus, wonach der Strang durch
ein erstes Quetschwalzenpaar 18 verläuft. Im Anschluß an das Quetschwalzenpaar durchläuft
der Strang ein in einer zweiten Wanne 20 enthaltenes kaltes Wässerbad, durch das die
Knautschfalten nachfixiert werden. Nach Verlassen des kalten Wasserbades durchläuft
der Strang 12 ein zweites Quetschwalzenpaar 22. Das Bahnmaterial hat nach Verlassen
des zweiten Quetschwalzenpaares 22 permanente Knautschfalten und wird einer beliebigen
Weiterverarbeitung zugeführt.
[0017] Da die Erfindung die Ein
preßvorrichtung 10 betrifft, ist die übrige Ausbildung der Knautschanlage für die Erfindung
nicht wesentlich. Die vorstehende kurze Erläuterung der übrigen Knautschanlage gibt
daher lediglich ein Beispiel für eine mögliche Ausbildung der Knautschanlage an, und
die erfindungsgemäße Einpreßvorrichtung 10 kann auch in Verbindung mit anderen als
der beschriebenen Knautschanlage verwendet werden, sofern die Knautschanlage ein Stauchrohr
aufweist, dessen Achse in seinem Anfangsbereich geradlinig verläuft.
[0018] Figur 2 zeigt schematisch und ausführlicher die Ein
preßvor- richtung 10, wobei der Strang 12 sowie das Gestell der Einpreßvorrichtung
nicht dargestellt sind.
[0019] In Figur 2 ist der Anfangsbereich des Stauchrohres 14 dargestellt. In diesem Anfangsbereich
hat das mit zahlreichen Löchern 24 versehene Stauchrohr eine geradlinige Achse. Parallel
zur geradlinigen Achse des Anfangsbereiches des Stauchrohres 14 sind vorrichtungsfest
zwei Führungsstangen 28 angeordnet, von denen in Figur 2 lediglich eine Führungsstange
dargestellt ist. An den Führungsstangen 28 ist mit Hilfe von nicht dargestellten Führungsbuchsen
ein zylindrisches Tragrohr 30 verschiebbar geführt. Die Achse des zylindrischen Tragrohres
30 fällt mit der geradlinigen Achse des Stauchrohres 10 zusammen. Das zylindrische
Tragrohr 30 hat glatte Innen- und Außenseiten und weist an seinem in Figur 2 linken
Ende eine trichterförmige Eintrittsöffnung 32 auf. An seinem dem Stauchrohr 14 zugewandten,
in Figur 2 rechten Ende trägt das Tragrohr 30 einen Preßring 34. Dieser Preßring 34
ist zumindest auf seiner Außenseite, d.h. seiner dem Stauchrohr zugewandten Seite,
torusförmig ausgebildet und weist an seinem Außenumfang eine Schulter auf, an der
das in Figur 2 rechte Ende des Tragrohres 30 anliegt. Der Preßring 34 geht außen bündig
in das Tragrohr 30 über. Er ist mittels nicht dargestellter Befestigungsmittel lösbar
am Tragrohr 30 befestigt.
[0020] Im Preßring 34 ist eine kreisförmige Öffnung 36 ausgebildet, die in einer zur Bewegungsrichtung
des Tragrohres 30 senkrechten Ebene liegt und deren Mittelpunkt auf der geradlinigen
Achse des Stauchrohres 14 und des Tragrohres 30 angeordnet ist.
[0021] Durch Verschiebung des Tragrohres 30 wird der Preßring 34 zwischen einem in Figur
2 mit ausgezogenen Linien dargestellten äußeren Totpunkt und einem inneren Totpunkt
verschoben, an dem der Preßring innerhalb des Stauchrohres 14 angeordnet ist. Für
den inneren Totpunkt ist in Figur 2 die Kontur des Preßringes und des vorderen Endes
des Tragrohres 30 als gestrichelte Kurve 38 dargestellt. Die Verschiebung des Tragrohres
30 und des Preßringes 34 wird beim dargestellten Ausführungsbeispiel von einem in
Figur 2 abgebrochen dargestellten pneumatischen Zylinder 40 bewirkt, der vorrichtungsfest
angeordnet ist und dessen Kolbenstange 42 über einen Arm 44 mit dem Tragrohr 30 verbunden
ist. Statt des pneumatischen Zylinders 40 mit seiner Kolbenstange 42 kann jedoch auch
jede andere geeignete Antriebsvorrichtung vorgesehen sein, die es ermöglicht, den
Preßring 34 zwischen seinen beiden Totpunkten geradlinig hin- und herzubewegen. Beispielsweise
ist hierfür auch ein von einem Elektromotor angetriebenes Kurbelgetriebe geeignet.
[0022] Die Taktzahl des Zylinders 40, d.h. die Anzahl der Arbeitsspiele je Zeiteinheit,
und der Hub des Zylinders 40 sind einstellbar, wobei allerdings der innere Totpunkt
des Preßringes 34 nicht verändert wird, sondern nur der äußere Totpunkt verstellt
wird, nämlich in größeren oder kleineren Abstand von der Eintrittsöffnung 26 des Stauchrohres
14 gebracht wird.
[0023] Unmittelbar vor der Eintrittsöffnung 26 des Stauchrohres 14 ist eine Klemmeinrichtung
46 angeordnet. Diese Klemmeinrichtung 46 umfaßt beim dargestellten Ausführungsbeispiel
zwei Klemmbacken, nämlich eine obere Klemmbacke 48 und eine untere Klemmbacke 50.
Die Klemmeinrichtung kann jedoch auch mehr als zwei Klemmbacken, beispielsweise vier
Klemmbacken, aufweisen. Jede Klemmbacke weist eine Klemmfläche 52 bzw. 54 auf. Die
Klemmflächen 52 und 54 sind einander zugewandt und liegen im in Figur 2 dargestellten
Zustand aneinander an, so daß die von den beiden Klemmflächen 52 und 54 begrenzte
Durchtrittsöffnung der Klemmeinrichtung 46 vollständig geschlossen ist. Die vom Stauchrohr
14 abgewandten Seiten der Klemmbacken 48 und 50 bilden eine konkave Fläche 56, die
beim dargestellten Ausführungsbeispiel napfförmig ausgebildet ist. Diese napfförmige
Fläche 56 ist glatt und dem Preßring 34 an seinem äußeren Totpunkt zugewandt. Jede
Klemmbacke 48 und 50 ist jeweils an einem Hebel 58 befestigt, der jeweils um einen
vorrichtungsfesten Lagerpunkt 60 schwenkbar ist. Die Lagerpunkte 60 befinden sich
auf der vom Stauchrohr 14 abgewandten Seite der Klemmbacken 48 und 50, so daß die
Klemmbacken voneinander wegschwenken können und dadurch die Durchtrittsöffnung der
Klemmeinrichtung vergrößern, wenn auf die Fläche 56 Druck ausgeübt wird. Die Klemmeinrichtung
46 und ihr Abstand zur Eintrittsöffnung 26 sind so dimensioniert, daß die Durchtrittsöffnung
zumindest so weit geöffnet werden kann, daß das Tragrohr 30 mit dem Preßring 34 durch
die Durchtrittsöffnung hindurch in das Stauchrohr 14 bewegt werden kann. Unter Berücksichtigung
dieser Bedingung ist die Klemmeinrichtung 46 möglichst dicht am Stauchrohr 14 angeordnet.
[0024] An jedem Hebel 58 greift eine als Zugfeder ausgebildete Feder 62 an, die an ihrem
anderen Ende an einem einstellbaren Federsitz 64 aufgehängt ist, mittels dessen die
Federkraft einstellbar ist. Die Federn 62 drücken die Klemmbacken 48 und 50 elastisch
zueinander, so daß die Klemmeinrichtung 46 im Ruhezustand die in Figur 2 dargestellte
Stellung einnimmt und die Klemmbacken entgegen den Kräften der Federn 62 auseinangedrückt
werden können. Die von den Klemmflächen 52 und 54 ausgeübte Klemmkraft ist mittels
der einstellbaren Federsitze 64 einstellbar.
[0025] In Transportrichtung des Bahnmaterials vor dem Preßring 34 und dem Tragrohr 30, d.h.
in Figur 2 links vom Tragrohr 30, sind in einem vorrichtungsfesten Rahmen 66 drehbar
gelagerte Lieferwalzen 68 angeordnet. Durch den Walzenspalt dieser Lieferwalzen verläuft
die geradlinige Achse des Stauchrohres 14 und des Tragrohres 30. Die Snaltweite der
Lieferwalzen 68 ist einstellbar, und die Lieferwalzen können von einer nicht dargestellten
Antriebseinrichtung gesteuert angetrieben werden. Der Antrieb der Lieferwalzen erfolgt
beim dargestellten Ausführungsbeispiel intermittierend während des Vorlaufes des Preßringes
34 von seinem äußeren Totpunkt zu seinem inneren Totpunkt, wobei die Lieferwalzen
68 jeweils genau die Bahnlänge fördern, die bei jedem Arbeitsspiel vom Preßring 34
in den Stauchzylinder 14 gepreßt wird.
[0026] Zwischen den Lieferwalzen 68 und dem Tragrohr 30 sind am Rahmen 66 drehbar zwei seitliche
Leitwalzen angeordnet, von denen in Figur 2 lediglich eine Leitwalze 70 dargestellt
ist. Die Achsen der Leitwalzen verlaufen senkrecht zu den Achsen der Lieferwalzen
68.
[0027] Im folgenden wird die Funktionsweise der vorstehend beschriebenen Ein
preßvorrichtung 10 erläutert. Im Betrieb verläuft der in Figur 2 nicht dargestellte
Strang 12 durch den Walzenspalt der Lieferwalzen 68, das Tragrohr 30, die öffnung
36 des Preßringes 34, die Durchtrittsöffnung der Klemmeinrichtung 46 und in das Stauchrohr
14. Die Spaltweite der Lieferwalzen 68 ist der Strangstärke so angepaßt, daß-der Strang
12 zuverlässig gefördert wird. In das Tragrohr 30 ist ein Preßring 34 mit einem solchen
Durchmesser seiner öffnung 36 eingesetzt, daß die Haftreibung zwischen dem Preßring
34 und dem Strang einerseits so groß ist, daß der Preßring 34 bei seinem Vorlauf den
Strang mitnimmt, ohne daß der Strang durch den Preßring 34 (nach links in Figur 2)
zurückgleitet, und andererseits so klein ist, daß der Strang beim Rücklauf des Preßringes
34 durch diesen gleiten und von der Klemmeinrichtung 46 festgehalten werden kann.
Die Federkraft der
Fe-dern 62 wird so eingestellt, daß die Klemmbacken 48 und 50 den Strang noch zuverlässig
festklemmen, während der Preßring von der Klemmeinrichtung 46 zu seinem äußeren Totpunkt
zurückläuft.
[0028] Mittels einer nicht dargestellten Steuereinrichtung für den Zylinder 40 werden dessen
Taktzahl und Hub eingestellt, wobei eine Änderung des Hubes des Zylinders 40 lediglich
eine Änderung der Lage des äußeren Totpunktes des Preßringes 34, nicht jedoch seines
inneren Totpunktes zur Folge hat. Durch die Lage des äußeren Totpunktes ist die Länge
des Strangabschnittes zwischen der Klemmeinrichtung 46 und dem Preßring 34 an seinem
äußeren Totpunkt festgelegt. Diese Länge beeinflußt die Knautschfaltenbildung in der
Weise, daß größere Länge zu gröberen Falten und kleinere Länge zu feineren Knautschfalten
führt. Durch die Taktzahl und den Hub des Zylinders 40 sind die Fördergeschwindigkeit
des Bahnmaterials und damit auch die Verweilzeit desselben im Wasserbad in der Wanne
16 bestimmt.
[0029] Zu Beginn eines Arbeitsspiels nehmen die Elemente der Ein
preß- vorrichtung die in Figur 2 dargestellte Stellung ein, wobei allerdings zu berücksichtigen
ist, daß der Strang in vorstehend angegebener Weise durch die Ein
preßvorrichtung 10 verläuft. Zwischen der Klemmeinrichtung 46 und dem Preßring 34 ist
der Strang leicht gespannt. Zwischen den Lieferwalzen 68 und dem Preßring 34 liegt
der Strang lose im Tragrohr 20. Während des vom Zylinder 40 bewirkten Vorlaufes des
Tragrohres 30 und des Preßringes 34 wird der Strangabschnitt zwischen dem Preßring
34 und der Klemmeinrichtung zusammengedrückt und gestaucht. Dabei wird schließlich
der vom Preßring 34 über den gestauchten Strangabschnitt auf die Fläche 56 ausgeübte
Druck so stark, daß die Klemmbacken 48 und 50 um ihre Lagerpunkte 60 entgegen den
Federkräften der Federn 62 aufschwenken und der Preßring 34 den gestauchten Strangabschnitt
durch die Durchtrittsöffnung der Klemmeinrichtung und die Eintrittsöffnung 26 des
Stauchrohres 14 hindurch in das Stauchrohr 14 drücken kann. Dabei tritt auch das Tragrohr
30 durch die Klemmeinrichtung 46 hindurch. Im Stauchrohr 14 wird der dort bereits
vorhandene Strang vom bei diesem Arbeitsspiel zusätzlich in das Stauchrohr geförderten
Strangabschnitt weitergedrückt.
[0030] Von seinem inneren Totpunkt aus beginnt dann der Preßring 34 seinen Rücklauf. Dabei
entspannt sich der zuletzt in das Stauchrohr 14 gepreßte Strangabschnitt etwas, während
der Preßring 34 das in seiner öffnung 36 eingeklemmte Material zunächst gleitfrei
mitnimmt. Während dieses ersten Abschnittes des Rücklaufes gleiten die Klemmbacken
48 und 54 über die Außenseite des Tragrohres 30 und des Preßringes 34, bis schließlich
die Fläche 56 der Klemmeinrichtung und die Außenseite des Preßringes 34 in Berührung
stehen und sich die Klemmbacken 48 und 50 zunehmend einander nähern können. Während
dieser Schließbewegung der Klemmeinrichtung 56 streifen deren Klemmbacken 48 und 50
jegliches möglicherweise auf der Außenseite des Preßringes 34 anliegende Material
vom Preßring ab. Die Durchtrittsöffnung der Klemmeinrichtung 46 ist schließlich so
weit geschlossen, daß die Klemmflächen 52 und 54 den Strang unmittelbar hinter dem
Preßring 34, d.h. in Figur 2 rechts von diesem, festklemmen. Von dem Zeitpunkt an,
zu dem die Klemmeinrichtung 46 den Strang festgeklemmt hat, gleitet der Strang durch
die öffnung 36 des Preßringes 34, wobei der Strang zwischen der Klemmeinrichtung und
dem Preßring 34 leicht gespannt wird. Die Länge des bis zum Erreichen des äußeren
Totpunktes durch den Preßring 34 gleitenden Strangabschnitts ist die je Arbeitsspiel
der Einpreßvorrichtung geförderte und eingepreßte Bahnlänge und wird jeweils während
des Vorlaufes des Preßringes 34 von den Lieferwalzen 68 nachgefördert. Allerdings
können die Lieferwalzen 68 auch kontinuierlich arbeiten, wenn der Stauraum zwischen
dem Preßring 34 und den Liefarwalzen 68 zur Aufnahme des kontinuierlich geförderten
Bahnmaterials ausreicht.
[0031] Aufgrund der beschriebenen Ausbildung und der beschriebenen Funktionsweise kann es
weder hinter den Lieferwalzen 68, noch hinter dem Preßring 34, noch hinter den Klemmbacken
48 und 50 zu einem Materialstau kommen. Die Einpreßvorrichtung arbeitet daher außerst
störungsfrei. Die je Arbeitsspiel geförderte Bahnlänge und somit die Knautschfaltenausbildung
sind genau steuerbar.
1. Einpreßvorrichtung für eine kontinuierlich arbeitende Knautschanlage für Bahnmaterial
mit einem Stauchrohr, dessen Achse in seinem Anfangsbereich geradlinig verläuft und
in das das zum Strang geformte Bahnmaterial eingepreßt wird, gekennzeichnet durch
einen Preßring (34), der in Richtung der geradlinigen Achse des Stauchrohres (14)
zwischen einem inneren Totpunkt, an dem der Preßring im Stauchrohr angeordnet ist,
und einem äußeren Totpunkt verschiebbar ist, an dem der Preßring außerhalb des Stauchrohres--angeordnet
ist, wobei der Preßring in einer zu seiner Bewegungsrichtung senkrechten Ebene eine
öffnung (36) aufweist, durch die der Strang (12) verläuft, und eine vor der Eintrittsöffnung
(26) des Stauchrohres angeordnete Klemmeinrichtung (46) mit einer veränderbaren Durchtrittsöffnung,
die so weit geöffnet werden kann, daß der Preßring hindurchtreten kann, und die so
weit geschlossen werden kann, daß sie den Strang einklemmt.
2. Einpreßvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge-kennzeichnet, daß der Preßring (34)
auf seiner dem Stauchrohr (14) zugewandten Seite torusförmig ist.
3. Einpreßvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß der Durchmesser
der öffnung (36) des Preßringes (34) veränderbar ist.
4. Einpreßvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Öffnung (36)
von einem elastischen Abschnitt des Preßringes begrenzt ist und daß im Preßring eine
den elastischen Abschnitt umgebende Gasdruckkammer ausgebildet ist.
5. Einpreßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch ein Tragrohr
(30), das entlang der geradlinigen Achse des Stauchrohres (14) verschiebbar geführt
ist und an seinem dem Stauchrohr zugewandten Ende den Preßring (34) koaxial trägt.
6. Einpreßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Klemmeinrichtung zumindest zwei bewegbare Klemmbacken (48, 50) aufweist, deren
einander zugewandte Klemmflächen (52, 54) die Durchtrittsöffnung begrenzen.
7. Einpreßvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß die Klemmeinrichtung
vier bewegbare Klemmbacken aufweist.
8. Einpreßvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet , daß jede Klemmbacke
(48, 50) um einen vorrichtungsfesten Lagerpunkt (60) schwenkbar gelagert ist.
9. Einpreßvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekenn-zeichnet, daß die vom Stauchrohr
(14) abgewandten Seiten der Klemmbacken (48, 50) eine konkave Fläche (56) bilden.
10. Einpreßvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet ,
daß die Klemmbacken (48, 50) von zumindest einer Feder (62) elastisch zueinander gedrückt
werden.
11. Einpreßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch Lieferwalzen
(68), die in Transportrichtung des Bahnmaterials vor dem Preßring (34) angeordnet
sind.
12. Einpreßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet durch einen
mit dem Preßring (34) verbundenen pneumatischen Zylinder (40) zum Verschieben des
Preßringes zwischen seinen Totpunkten.
13. Einpreßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet durch ein
mit dem Preßring (34) verbundenes Kurbelgetriebe zum Verschieben des Preßringes zwischen
seinen Totpunkten und einen Elektromotor zum Antrieb des Kurbelgetriebes.