[0001] Die Erfindung betrifft einen liegenden Kessel für gasförmige oder flüssige Brennstoffe,
insbesondere für Warmwasserzentralheizungsanlagen, bei dem konzentrisch-koaxial ein
zylindrischer Feuerungsraum, ein hohlzylindrischer, über die Kessellänge durchgehender,
äußerer Wassermantel und in diesem eine mit ihm verbundene, im Durchmesser kleinere,
ebenfalls hohlzylindrische Wasserkammer vorgesehen sind, der Rauchgasführungsweg zum
Teil über den zwischen der Wasserkammer und dem Wassermantel gebildeten Ringspalt
verläuft und ein Brenner konzentrisch in einem den stirnseitigen Abschluß des Kessels
bildenden Deckel gehalten ist, wobei die Wasserkammer eine Feuerbüchse bildet, an
deren dem Brenner gegenüberliegenden Ende eine Prallwand vorgesehen ist, die die Flammen
bzw. Rauchgase auf das brennerseitige Kesselende zu umleitet und von diesem Ende ausgehend
eine den Wassermantel beheizende, zu einem in der anderen Kesselstirnwand vorgesehenen
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puchgasabzug führende Rauchgasleitung vorgesehen ist.
[0002] Ein Kessel dieser Art ist aus der DE-OS 21 20 536 bekannt geworden. Bei diesem bekannten
Kessel ist der Wassermantel außen von einer isolierenden Umhüllung umgeben, die in
Festbauweise ausgeführt ist, auch über die hintere Kesselstirnwand reicht und dort
den fest eingebauten Rauchgasabzug und den Wasserzulauf zum Wassermantel enthält.
Es ist nur eine einzige hohlzylindrische Wasserkammer vorhanden, und diese ist ausschließlich
im Bereich des stirnseitigen Endes des Wassermantels mit diesem über radiale Verbindungen
verbunden, welche durch den zwischen Wasserkammer und Wassermantel gebildeten, der
Rauchgasrückführung von der Prallwand zur brennerseitigen Stirnseite des Kessels dienenden
Ringspalt reichen. Die Wasserkammer reicht praktisch ganz bis zu einer Isolierauskleidung
des den stirnseitigen Abschluß des Kessels bildenden Deckels, wogegen der Wassermantel
erst im Abstand von dieser Isolierauskleidung beginnt, so daß ein mit dem erwähnten
Ringspalt in Verbindung stehender Ringraum entsteht, von dem aus als Rauchgasleitung
zum Rauchgasabzug in der anderen Stirnwand eine Vielzahl von in gleichen Abständen
angeordneten Rauchgasrohren durch den Wassermantel geführt sind, die in einem Sammelraum
zwischen dem hinteren Ende des Wassermantels und der isolierenden Außenverkleidung
münden, an welchem Sammelraum der fest eingebaute Rauchgasabzugsstutzen anschließt.
[0003] Ein prinzipieller Vorteil der beschriebenen grundsätzlichen Bauweise besteht darin,
daß durch den weitgehend symmetrischen Aufbau und die runde Form Ecken, in denen sich
Ruß ansammeln kann, vermieden werden, wobei verschiedene Kesselleistungen vielfach
einfach durch Änderung der Kessellänge, und selbstvertän dlich leistungsstärkere Brenner,
erreichbar sind. In der Praxis hat der beschriebene, bekannte Kessel allerdings verschiedene
Nachteile. Wegen des nur einseitigen Anschlusses der die Feuerbüchse bildenden Wasserkammer
an den Wassermantel können sich innerhalb der Wasserkammer und erst recht zwischen
Wasserkammer und Wassermantel sowie innerhalb des Wassermantels starke Temperaturunterschiede
im Wasser ergeben, die im Extremfall zur Dampfblasenbildung führen, in jedem Fall
aber eine weitgehend gleichmäßige Wärmeabgabe und eine gleichmäßige Wasserströmung
beeinträchtigen, wobei diese Temperaturunterschiede auch zur Ablagerungsbildung in
den weniger gut erwärmten Bereichen beitragen können. Konstruktiv ergibt sich durch
die Verwendung von durch den Wassermantel verlaufenden Rauchrohren als zum Abzug bzw.
hinteren Kesselstirnwand führender Rauchgasführungsweg ein beträchtlicher Aufwand,
wobei insbesondere die vielen Abdichtungsstellen an den Kesselstirnseiten und die
Gefahr des Auftretens von Undichtheiten wegen der möglichen unterschiedlichen Wärmedehnung
'der Rauchrohre gegenüber dem Wassermantel erwähnt seien. Die durch den Wassermantel
verlaufenden Rohre beeinträchtigen überdies den Wasserumlauf im Kessel, also die Thermosyphonströmung.
Die Rauchrohre neigen zur Verrußung. Da der Kessel nur von der Vorderseite her zugänglich
ist, wird die Reinigung sehr umständlich, wobei praktisch jedes einzelne Rauchrohr
für sich gekehrt werden muß. Wegen der geschlossenen Ausbildung der zweiten Kesselstirnseite
ist die einwandfreie Reinigung des zwischen dieser Stirnseite und dem Wassermantel
vorgesehenen Sammelraumes selbst bei allfälliger Anordnung von Putztüren schwierig.
Ein weiterer Nachteil des bekannten Kessels besteht darin, daß sich wegen der festen
Anordnung des Rauchgasanschlusses oft Schwierigkeiten bei der Anpassung eines angelieferten
Kessels an einen vorhandenen Abzug bzw. bei der Herstellung der Verbindung zum Kamin
ergeben. Kommt es zu einem Verlegen einzelner Rauchrohre, so verstärkt sich noch der
schon erwähnte, ungleichmäßige Wärmeübergang, der durch die konzentrische, symmetrische
Form des Kessels gerade vermieden werden soll.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Kessels der genannten Art, bei dem
mit weitgehend gleichmäßigerer Wärmebelastung der gesamten zur Verfügung stehenden
Heizfläche auch bei verschiedenen eingestellten Heizleistungen gearbeitet werden kann,
Ablagerungen weitgehend vermieden werden und bei dem eine leichte Reinigungs- und
eine einfache Anschlußmöglichkeit/gegeben ist.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die zum Rauchgasabzug führende Rauchgasleitung
als Ringspalt ausgebildet ist und entweder aus dem zwischen dem Wassermantel und der
die Feuerbüchse bildenden Wasserkammer vorgesehenen Ringspalt oder einem zusätzlichen
Ringspalt zwischen dem Wassermantel und einer weiteren hohlzylindrischen Wasserkammer,
die zwischen der die Feuerbüchse bildenden Wasserkammer und dem Wassermantel angeordnet
ist, besteht, daß der Wassermantel mit der bzw. den Wasserkammern untereinander in
der Nähe beider Längsenden verbunden sind und daß auch die den Rauchgasabzug aufweisende
Stirnwand als abnehmbarer oder aufklappbarer Deckel ausgeführt ist.
[0006] Da alle vorhandenen Rauchgasführungswege die Fprm von Zylindern bzw. Ringspalten
aufweisen, können der Wassermantel und die Wasserkammern zum Großteil aus rohrförmigen
Blechteilen verschiedenen Durchmessers zusammengesetzt und verschweißt werden,. wobei
im Vergleich zu Rauchrohren eine wesentlich einfachere Dichtung möglich wird. Die
gesamte Rauchgasführung im Bereich des Wassermantels und der Wasserkammer bzw. der
Wasserkammern erfolgt über die Feuerbüchse und die Ringspalte, wo von Haus aus Ablagerungen
wenig wahrscheinlich sind. Darüber hinaus ist eine Reinigung von beiden Enden her
möglich, da auch die zweite Stirnwand als Deckel ausgeführt wird. Die Anordnung eines
Boilers in Form eines zusätzlichen, den Wassermantel umschließenden Mantels mit eigenem
Wasserkeislauf ist möglich.
[0007] Um die Wirbelbildung bzw. andere die Strömung störende Einflüsse weitgehend zuvermeiden,
kann man in Umlenkbereichen und in Bereichen, wo einander verschieden gerichtete Rauchgasströmungen
begegnen, Leitbleche bzw. Abschirmungen vorsehen und im Bedarfsfall die Prallwand
aus hochfeuerfestem Material herstellen. Der hinter der Prallwand liegende Raum kann
als Speicherraum für erhitztes Wasser dienen.
[0008] Nach einer Weiterbildung weisen bei Anordnung von zwei Wasserkammern die beiden Ringspalte
etwa gleiche Querschnittsflächen auf und die innere Wasserkammer endet vor der Prallwand
und die äußere Wasserkammer vor dem die Brennerhalterung bildenden Dekkel, so daß
die Umleitstellen für die Rauchgase mit einfachen Mitteln definiert sind.
[0009] Nach einer weiteren Ausführung ist der Rauchgasabzugsanschluß im zugehörigen Deckel
exzentrisch angeordnet und dieser Deckel ist um eine zu ihm konzentrische Achse verdrehbar
und in verschiedenen Drehstellungen feststellbar angeordnet, so daß durch diese Verdrehung
verschiedene Lagen des Rauchgasabzugsanschlusses eingestellt werden können und damit
die Herstellu ng des Kaminanschlusses bzw. der Verbindungsleitung zum Kamin vereinfacht
wird.
[0010] Da die Wasserkammern untereinander bzw. mit dem Wassermantel in der Nähe beider Längsenden
verbunden sind, ergibt sich ein günstiger Verlauf der Wasserströmung. Eine weitere
Verbesserung wird erzielt, wenn die Wasserkammern untereinander bzw. mit dem Wassermantel
durch über einen Großteil der Länge durchlaufende, schlitzförmige Schächte verbunden
sind. Hier bilden die Schachtwandungen gleichzeitig Längsleitflächen für die Rauchgase.
[0011] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht. Es
zeigt
Fig. 1 leicht schematisiert einen erfindungsgemäßen Kessel im Längsschnitt,
Fig. 2 in gleicher Darstellungsweise einen anderen Kessel, ebenfalls im Längsschnitt
und Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III der Fig. 2.
[0012] Bei dem Kessel nach Fig. 1 sind ein äußerer Wassermantel 1 und konzentrisch innerhalb
dieses Wassermantels zwei hohlzylindrische Wasserkammern 2, 3 vorgesehen, deren Durchmesser
stufenweise verringert ist. Der Wassermantel 1 reicht über die gesamte Länge des liegend
zu verwendenden Kessels. Es kann eine Außenisolierung 4 vorgesehen werden bzw. am
hohlzylindrischen Wassermantel 1 ein weiterer, einen Boiler bildender Wassermantel
angebracht werden. Anschlüsse 5, 5a für die Warmwasserführung wurden nur angedeutet.
Die Kammern 2, 3 sind untereinander und mit dem Wassermantel über runde, z.B. kegelstumpfförmige,
von verschweißten Auspressungen oder entsprechenden Blechteile gebildete Verbindungen
6, 7 für den Wasserdurchlauf verbunden, wobei diese Verbindungen 6, 7 zur Vereinfachung
der Darstelljng nahe beeinander eingezeichnet wurden, tatsächlich aber vorzugsweise
am Umfang der Kammern 2, 3 gegeneinander versetzt werden, damit das Wasser die Kammern
und den Wassermantel gleichmäßig durchströmt.
[0013] Die Kammer 2 geht in ei
'ie Vorratskammer 8 für einen Wasservorrat über. Die Innenwand 9 dieser Kammer bildet
eine gewölbte Prallplatte. An den beiden Enden des Kessels sind Deckel 10, 11 vorgesehen,
wobei der Deckel 10 um Scharniere 12 wahlweise nach links oder rechts schwenkend aufgeklappt
werden kann und eine zentrale Halterung für einen Brenner 13 bildet, dessen Flamme
koaxial in die von der Ringkammer 3 umschlossene Feuerbüchse 14 eingeleitet wird.
Die Flamme bzw. Rauchgase werden von der Prallplatte 9 umgeleitet, so daß sie in den
zwischen den Kammern 2, 3 freibleibenden Ringspalt 15 gelangen. Die Kammer 2 endet
vor dem Deckel 10, so daß hier ein Umlenkraum 16 entsteht, der die Rauchgase in den
Ringspalt 17 zwischen den Kammern 2, 8 und dem äußeren Wassermantel 1 umleitet. Die
Querschnittsflächen der Ringspalte 15 und 17 sind vorzugsweise gleich groß.
[0014] Die Außenwand 18 des Vorratsbehälters 8 trägt einen konzentrischen Bolzen 19, an
dem der Deckel 11 drehbar und feststellbar gehalten ist. Der Deckel 11 trägt einen
Rauchgasanschluß 20, der durch Verdrehen des Deckels 11 eingestellt werden kann. Zur
Abstützung am Boden kann der Kessel mit einem Fußgestell 21 versehen sein.
[0015] Bei dem Kessel nach den Fig. 2 und 3 ist die innere hohlzylindrische Kammer 3 weggelassen.
Der Innendurchmesser der Kammer 2 ist so auf den Flammenkegel des Brenners 13 abgestimmt,
daß die Rauchgase nach dem Auftreffen auf die Prallplatte außerhalb des Flammenkegels
22 entlang der Innenwand der Kammer 2 zurück und dann über die Umleitung 16 in den
Ringspalt 17 gelangen können. Man könnte hier zur Vermeidung von Turbulenzen innerhalb
der hier die Feuerbüchse bildenden Kammer 2 eine beispielsweise vom Deckel 10 bis
etwa zur Länge der Anschlüsse 5 reichendes Leitrohr für den Flammkegel 13 vorsehen.
[0016] Nach einer in Fig. 3 unten angedeuteten Ausführungsvariante kaman Stelle der beiden
runden Durchlässe 6 nach Fig. 2 auch ein über den Abstand der beiden Durchlässe 6
durchgehender, schlitzförmiger Schacht 6a vorgesehen sein. Entsprechende Schächte
können auch oben an Stelle der Durchlässe 6 bzw. bei der Ausführung nach Fig. 1 an
Stelle der Durchlässe 6 und 7 vagesehen werden.
1. Liegender Kessel für gasförmige oder flüssige Brennstoffe, insbesondere für Warmwasserzentralheizungsanlagen,
bei dem konzentrisch-koaxial ein zylindrischer Feuerungsraum, ein hohlzylindrischer, über die Kessellänge durchgehender äußerer Wassermantel
und in diesem eine mit ihm verbundene, im Durchmesser kleinere, ebenfalls hohlzylindrische
Wasserkammer vorgesehen sind, der Rauchgasführungsweg zum Teil über den zwischen der
Wasserkammer und dem Wassermantel gebildeten Ringspalt verläuft und ein Brenner konzentrisch
an einem den stirnseitigen Abschluß des Kessels bildenden Deckel gehalten ist, wobei
die Wasserkammer.eine Feuerbüchse bildet, an deren dem Brenner gegenüberliegenden
Ende eine Prallwand vorgesehen ist, die die Flammen bzw. Rauchgase auf das brennerseitige
Kesselende zu umleitet und von diesem Ende ausgehend eine den Wassermantel beheizende,
zu einem in der anderen Kesselstirnwand vorgesehenen Rauchgasabzug führende Rauchgasleitung
vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Rauchgasabzug (20) führende Rauchgasleitung
(17) als Ringspalt ausgebildet ist und entweder aus dem zwischen dem Wassermantel
(1) und der die Feuerbüchse (2, Fig. 2) bildenden Wasserkammer vorgesehenen Ringspalt
oder einem zusätzlichen Ringspalt zwischen dem Wassermantel und einer weiteren hohlzylindrischen
Wasserkammer (2), die zwischen der die Feuerbüchse bildenden Wasserkammer (3) und
de m Wassermantel (1) angeordnet ist (Fig. 1), besteht, daß der Wassermantel (1) mit
der bzw. den Wasserkammern (2, 3) bzw. die Wasserkammern untereinander in der Nähe
beider Längsenden verbunden sind (6, 6a, 7) und daß auch die den Rauchgasabzug (20)
aufweisende Stirnwand als abnehmbarer oder aufklappbarer Deckel (11) ausgeführt ist.
2. Kessel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anordnung von zwei Wasserkammern
(2,3) die innere Wasserkammer (3) vor der Prallwand (9) und die äußere Wasserkammer
(2) vor dem die Brennerhalterung bildenden Deckel (10) endet und die beiden Ringspalte
(15, 17) etwa gleiche Querschnittsflächen aufweisen.
3. Kessel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rauchgasabzugsanschluß
(20) im zugehörigen Deckel (11) exzentrisch angeordnet und dieser Deckel um eine zu
ihm konzentrische Achse verdrehbar und in verschiedenen Drehstellungen feststellbar
angeordnet ist.
4. Kessel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wasserkammern
(2, 3) untereinander bzw. mit dem Wassermantel (1) durch über einen Großteil der Länge
durchlaufende, schlitzförmige Schächte (6a) verbunden sind.