[0001] Die Erfindung betrifft einen Farbkasten für Offset- oder Hochdruckmaschinen mit einer
Farbdosiereinrichtung, über die in Achsrichtung der Farbkastenwalze zonenweise der
jeweilige Farbspalt einstellbar ist, wobei die Farbdosiereinrichtung über eine elastische
Folie an die Farbkastenwalze anstellbar und von der am oberen Rand des Farbkastens
leicht herausnehmbar befestigten elastischen Folie abgedeckt ist.
[0002] Eine bekannte Ausführung (US-PS 2 382 103) verwendet zum Befestigen der Folie am
Farbkasten Federspangen, mit denen die Folie am oberen Rand des Farbkastens festgeklemmt
wird. Die hier zur Verwendung kommenden Folien sind relativ steif und müssen deshalb
der Farbkastenform durch Knicken angepaßt werden. Nach einer gewissen Laufzeit ist
die Folie an ihrer Anlagefläche an der Farbkastenwalze abgenutzt und muß ausgetauscht
werden. Der durch die Farbkastenwalze eingeschliffene Kreisabschnitt darf nicht ein
solches Ausmaß annehmen, daß der vordere Folienbereich abgetrennt würde, weil sonst
eine Verschmutzung der Farbdosiereinrichtung einträte. Der Nachteil der bekannten
Ausführung ist, daß zum Auswechseln der Folie immer der Farbkasten entleert werden
muß und daß jeweils eine neue Folie benötigt wird.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Farbkasten zu schaffen, bei dem die Benutzungsdauer
der Folie verlängert wird und bei dem entsprechend weniger Entleerungen des Farbkastens
erforderlich sind.
[0004] Die gestellte Aufgabe wird durch das Kennzeichen des Anspruchs 1 gelöst. Hiermit
ist es möglich, die Folie gegenüber der Farbkastenwalze mehrfach zu verschieben und
so deren Lebensdauer entsprechend zu verlängern. Nebenarbeiten, wie z. B. das Entleeren
des Farbkastens, sind beim Verschieben der Folie nicht erforderlich.
[0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteransprüche
gekennzeichnet. Es handelt sich jeweils um Lösungen, die das Verschieben der Folie
auf einfache und kostengünstige Weise ermöglichen.
[0006] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt.
[0007] Es zeigt:
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Farbkasten,
Fig. 2 einen Teilquerschnitt durch einen Farbkasten,
Fig. 3 die Befestigung der elastischen Folie am oberen Rand des Farbkastens,
Fig. 4-7 eine elastische Folie mit verschiedenen untergelegten Stäben.
[0008] Bei Offset- oder Hochdruckmaschinen ist in bekannter Weise dem Farbkasten 1 eine
Farbkastenwalze 2 zugeordnet, zwischen denen in einem keilförmigen Raum die Farbe
3 eingefüllt ist. Diese wird in einem dünnen Farbfilm von der Farbkastenwalze 2 in
bekannter Weise über eine Heberwalze den Farbwerkswalzen zugeführt (nicht dargestellt)
und von hier wiederum auf den Plattenzylinder übertragen. Der dünne Farbfilm läßt
sich über eine Farbdosiereinrichtung 4 den jeweiligen Erfordernissen anpassen (Fig.
1). Zur Reinigung des Farbkastens 1 und der Farbkastenwalze 2 ist dieser abschwenkbar
ausgebildet.. Die Länge des Farbkastens 1 und der Walzen wird entsprechend dem zu
bedruckenden Papierformat ausgelegt. In bekannter Weise sind der Farbkasten und die
Walzen beiderseits in nicht dargestellten Druckwerksseitenwänden gelagert.
[0009] Die Farbdosiereinrichtung 4 besteht aus zonenbreiten Stellelementen 5, die sich,
dicht nebeneinander angeordnet, über die Breite des Farbkastens 1 erstrecken. Die
Stellelemente 5 sind zylindrisch ausgebildet und in zonenweise unterteilten Druckleisten
6 gelagert. Hierzu weisen die Druckleisten 6 in ihrem vorderen Bereich Ausnehmungen
7 auf. Sowohl die Stellelemente 5 als auch die Druckleisten 6 sind von einer elastischen
Folie 8 abgedeckt. Die Druckfedern 9, die jeder Druckleiste 6 zugeordnet sind, drücken
die Stellelemente 5 an die elastische Folie 8 und somit an die Farbkastenwalze 2 an,
wobei der gewünschte Farbspalt über die Stellschrauben 10 zonenweise einstellbar ist.
Die elastische Folie 8 ist im oberen Bereich des Farbkastens 1 befestigt und reicht
normalerweise beiderseits bis unter die Verschlußstücke 11, die den Farbraum seitlich
abdichten und über die Schrauben 12 festgeklemmt sind.
[0010] Am oberen Rand 13 des Farbkastens 1 ist die elastische Folie 8 leicht herausnehmbar
an einer sich über die Länge des Farbkastens erstreckenden Spannspindel 14 eingehängt.
Hierzu weist die Spannspindel 14 einen Längsschlitz 15 auf. Über die Schraube 16 und
den Hebel 17 läßt sich die Spannspindel 14 verdrehen, wobei sich die Schrauben 16
an den seitlichen Haltern 18 abstützen. Das Lager 19 für die Spannspindel 14 ist über
die Schrauben 20 am oberen Rand 13 des Farbkastens 1 befestigt. Beim Verdrehen der
Spannspindel 14 wird die elastische Folie 8 tangential zur Farbkastenwalze 2 verschoben,
so daß nach dem Verschieben ein neuer, nicht abgenutzter Teil der Folienoberfläche
an der Farbkastenwalze 2 anliegt. Der Längsschlitz 15 zum Einhängen der Folie könnte
dann die in Figur 1 und 2 strichpunktiert gezeichnete Stellung einnehmen. Beim Verschieben
der Folie müssen die Schrauben 12 für die seitlichen Verschlußstücke 11 etwas gelöst
und nach dem Verschiebevorgang wieder angezogen werden.
[0011] In Figur 3 ist eine Ausführung der Erfindung wiedergegeben, bei der die elastische
Folie 8 im oberen Bereich des Farbkastens 1 an einer Leiste 21 eingehängt ist. Parallel
zu dieser sind weitere Leisten 22 und 23 am Farbkasten befestigt, die sich über die
Länge desselben erstrecken. Zum Verschieben der elastischen Folie 8 gegenüber der
Farbkastenwalze 2 läßt sich diese z. B. in die Leiste 22 einhängen (strichpunktiert
gezeichnet), so daß ein neuer, nicht abgenutzter Teil der Folienoberfläche an der
Farbkastenwalze anliegt.
[0012] Figur 4 zeigt die in die Leiste 21 eingehängte elastische Folie 8 mit einem untergelegten
Stab 24 mit rechteckigem Querschnitt, wobei die längere Kante des Rechtecks senkrecht
zur Folie steht, so daß ein größerer Verschiebeweg erreicht wird. In Figur 5 ist der
Stab umgelegt, wodurch ein kleinerer Verschiebeweg eingestellt ist. Für den Drucker
ist es vorteilhaft, zunächst den kleineren Verschiebeweg durchzuführen.
[0013] Die gleiche Wirkung läßt sich dadurch erreichen, daß, wie in Figur 6 gezeigt, ein
Rundstab 25 mit größerem Durchmesser unter die Folie geschoben ist. Figur 7 zeigt
einen Rundstab 26 mit kleinerem Durchmesser, wodurch beliebige Verschiebewege für
die Folie erreicht werden können. Alle Stäbe 24, 25, 26 reichen über die Länge des
Farbkastens und können zum bequemeren Einschieben in der Mitte geteilt sein, so daß
jeweils die halbe Stablänge von einer Farbkastenseite eingeschoben werden muß. Auch
hierbei müssen die Schrauben 12 für die Verschlußstücke 11 etwas gelöst und nach dem
Verschiebevorgang wieder angezogen werden. Anstelle der Ausführung gemäß Figur 1 und
2 ist es dem Drucker somit möglich, gemäß den Figuren 3 bis 7 durch Unterlegen oder
Entfernen von Stäben mit verschiedenen Dicken die elastische Folie 8 tangential zur
Farbkastenwalze 2 zu verschieben, so daß auch mit diesen vorteilhaften Ausgestaltungen
die Aufgabe der Erfindung gelöst ist.
TEILELISTE
[0014]
1 Farbkasten
2 Farbkastenwalze
3 Farbe
4 Farbdosiereinrichtung
5 Stellelemente
6 Druckleiste
7 Ausnehmung
8 elastische Folie
9 Druckfedern
10 Stellschrauben
11 Verschlußstücke
12 Schrauben
13 Rand
14 Spannspindel
15 Längsschlitz
16 Schraube
17 Hebel
18 Halter
19 Lager
20 Schrauben
21 Leiste
22 "
23 "
24 Stab
25 Rundstab
26 "
1. Farbkasten für Offset- oder Hochdruckmaschinen mit einer Farbdosiereinrichtung
(4), über die in Achsrichtung der Farbkastenwalze (2) zonenweise der jeweilige Farbspalt
einstellbar ist, wobei die Farbdosiereinrichtung über eine elastische Folie (8) an
die Farbkastenwalze (2) anstellbar und von der am oberen Rand des Farbkastens leicht
herausnehmbar befestigten elastischen Folie (8) abgedeckt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elastische Folie (8) am Farbkasten (1) tangential zur Farbkastenwalze (2)
verschiebbar befestigt ist, wobei jeweils nach dem Verschieben ein neuer, nicht abgenutzter
Teil der Folienoberfläche an der Farbkastenwalze (2) anliegt.
2. Farbkasten nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß im oberen Bereich des Farbkastens (1) eine drehbare, sich über die Länge des Farbkastens
erstreckende Spannspindel (14) vorgesehen ist, die einen Längsschlitz (15) zum Einhängen
der elastischen Folie (8) aufweist.
3. Farbkasten nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Einhängen der elastischen Folie (8) im oberen Bereich des Farbkastens (1)
mehrere, parallel angeordnete, sich über die Länge des Farbkastens erstreckenden Leisten
(21, 22, 23) vorgesehen sind.
4. Farbkasten nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die an den Leisten (21,22,23) eingehängte elastische Folie (8) im oberen Bereich
des Farbkastens (1) durch Verdrehen um die Längsachse oder durch Unterlegen oder Entfernen
von Stäben (24, 25, 26) verschiedener Form und Dicke verschoben wird.