[0001] Für die Herstellung und Weiterverarbeitung von synthetischen Fasern und Filamenten
ist der Einsatz von Chemiefaserhilfsmitteln erforderlich. Deren Aufgabe besteht darin,
den Fasern und Filamenten die für deren Herstellung und Weiterverarbeitung erforderlichen
Eigenschaften, wie z. B. Glätte, Antistatik, Fadenschlußvermögen usw. zu verleihen.
Da die Anforderungen an die Chemiefaserhilfsmittel sehr vielfältig sind, genügt normalerweise
der Einsatz einer einzelnen chemischen Substanz nicht, sondern es müssen spezielle
Gemische eingesetzt werden. Mengenmäßig der größte Anteil wird hier normalerweise
von den Gleitmitteln repräsentiert.
[0002] In der Vergangenheit wurden als Gleitmittel üblicherweise Mineralöle verschiedener
Zusammensetzungen und Viskositäten oder Esteröle verschiedener chemischer Struktur
oder Mischungen aus beiden eingesetzt. Der hauptsächliche Vorteil besteht darin, daß
sie in richtiger Abmischung den synthetischen Fäden jede gewünschte bzw. erforderliche
Glätte verleihen können. Ein sehr wichtiges Auswahlkriterium hierfür ist die Viskosität
der Öle. Im Allgemeinen gilt, je geringer die Viskosität, desto niedriger die Faden/Reibkörper-Reibung.
Nachteilig machen sich aber, bedingt durch ihre niedrigen Siedepunkte bzw. -bereiche,
ihre hohen Flüchtigkeiten, ihr schlechtes Fadenhaftungsvermögen sowie ihre geringe
Hitzebeständigkeit bemerkbar. Durch die hohe Flüchtigkeit und das schlechte Fadenhaftungsvermögen
wird dem Faden einerseits teilweise die Schutzwirkung der Spinnpräparation entzogen,
was zu mechanisch bedingten Beschädigungen führen kann und zum anderen treten Ablagerungen
in bzw. an den beheizten Teilen der Verarbeitungsmaschinen auf, wie z. B. auf beheizten
Galetten, Heizplatten und Hotpins von Streckwerken bzw. Streckzwirnmaschinen oder
in Konvektions- oder Kontaktheizern von Texturiermaschinen usw. Diese Ablagerungen
werden wegen ihrer geringen Hitzebeständigkeit leicht und schnell zersetzt. Die flüssigen,
bzw. teerartigen bzw. festen Zersetzungsprodukte können einen Verarbeitungsprozeß
stark behindern oder gar unmöglich machen. Weniger flüchtige, hitzebeständige Produkte
sind normalerweise höher viskos und besitzen somit höhere Reibungskoeffizienten, was
sie als Gleitmittel ungeeignet macht.
[0003] Das Gesagte gilt auch mit Einschränkungen für die anderen Bestandteile der Spinnpräparationen.
[0004] In der Vergangenheit, als noch relativ geringe Verarbeitungsgeschwindigkeiten und
niedrigere Verarbeitungstemperaturen angewandt wurden, traten diese Probleme noch
nicht so gravierend in den Vordergrund und man lernte damit umzugehen. Trotzdem wurde
schon in den 60er Jahren die Forderung nach schwerflüchtigen und hitzebeständigen
Präparationen erhoben.
[0005] Der rasante technische Fortschritt der letzten 10 Jahre mit der Entwicklung von Schnellspinn-
bzw. Spinnstreckverfahren für Filamente und Stapelfasern, von Spinnstrecktexturierverfahren,
von BCF-Garnen (bulked continuous filaments) und von Strecktexturierverfahren von
Filamenten mit sehr hohen Geschwindigkeiten, machte die Entwicklung von vollkommen
neuen Präparationen erforderlich. Die Hauptforderungen waren:
Hitzebeständigkeit, geringe Flüchtigkeit, gute antistatische Wirksamkeit, gutes Netzvermögen,
mittlere bis niedrige Faden/Reibkörper-Reibung, ausreichendes Fadenschlußvermögen,
Verträglichkeit mit anderen Hilfsmitteln wie z. B. Spulölen oder Schmälzen sowie gute
Auswaschbarkeit.
Diese Forderungen machten den Einsatz von neuen synthetischen Substanzen erforderlich.
Mineralöle sowie die meisten Esteröle kamen wegen ihrer niedrigen Siedepunkte und
der dadurch bedingten Flüchtigkeit sowie wegen ihrer geringen Hitzebeständigkeit nicht
infrage.
[0006] Es bestand also die Aufgabe, Gleitmittel zu finden, die synthetischen Fasern und
Filamenten eine mittlere bis niedrige Faden/Reibkörper-Reibung verleihen, bei gleichzeitig
gutem Fadenschlußvermögen und die sich durch eine gute Hitzebeständigkeit und Fadenhaftungsvermögen
auszeichnen, so daß Ablagerungen in Heizern oder auf Heizplatten, Galetten usw. nicht
auftreten oder auf ein Minimum beschränkt sind.
[0007] Bekannt sind schon seit langem äthoxilierte Fettalkohole oder Fettsäuren als Gleitmittel,
die auf Fäden aufgetragen, zu mittleren bis niedrigen Faden/Reibkörper-Reibungen führen,
aber hinsichtlich ihrer Hitzebeständigkeit und Flüchtigkeit den gestellten Forderungen
im allgemeinen nicht genügen.
[0008] Eine neue Entwicklung sind die Gruppe der Poly(-äthylen)-propylenoxid-mischalkoxylate,
die auch bei mittlerer Viskosität der Produkte gute Gleitkomponenten darstellen und
durch die rückstandslose Depolymerisation bei Arbeitstemperaturen um 250°C keine Ablagerungen
an den Maschinenteilen verursachen. Bekannt geworden sind für diesen Verwendungszweck
MischoxyaLkylate auf Basis von z. B. Butanol oder Pentaerythrit.
[0009] Die US-PS 3.997.450 der Fiber Industries Inc., Charlotte (USA), beschreibt die Verwendung
alkylverschlossener Oxäthylate als Präparationsmittel, z. B. den Methyläther eines
mit Ae0 umgesetzten Kokosfettalkohols. In der DT-PS 15 20 647 von Rohm and Haas Co.
werden durch Olefin abgeschlossene Polyäther, z. B. Tertiärbutyläther von Alkoholen
beschrieben, wie sie durch Umsetzung entsprechender Alkohole mit Isobutylen erhalten
werden können. Bei den Verbindungen dieser Gruppe ist erkennbar, endständige offene
alkoholische Hydroxylgruppen zu blockieren.
[0010] In der US PS 3.834.935 werden Verbindungen als Schmiermittel für synthetische Filamente
aus Polyester, Polyamid oder Polyacrylnitril beansprucht, die durch Addition von 1,2-Butylenoxid
an ein- oder mehrwertige Alkohole, Alkylamine oder Alkanolamine und nachträglicher
Anlagerung von Äthylenoxid hergestellt werden.
[0011] Im Beispiel 1 und 2 sind zwei Co-Polymere unterschiedlichen Molekulargewichts beschrieben,
die durch Umsetzungen des Initiatormoleküls Propylenglykol mit 1,2-Butylenoxid und
nachträglicher Addition von Äthylenoxid hergestellt werden.
[0012] Alle diese Verbindungen enthalten somit endständige hydrophile Polyäthylenglykoläthergruppierungen.
Im Gegensatz hierzu sind die von uns in vorliegender Anmeldung beanspruchten Verbindungen
endständig immer mit sich hydrophob verhaltenden Butylenglykol- äthergruppierungen
versehen. Durch die Besonderheit dieser Struktur lassen sich die überraschend niedrigen
Gleitwerte, das hervorragende Spreitungsvermögen, die ausgezeichneten Netzeigenschaften
und die gute Hitzebeständigkeit begründen. Die Fadenauflagen liegen in der in der
Praxis üblichen Größenordnung und umfassen den Bereich von 0,05 % bis 2,5 %, bevorzugt
im Bereich von 0,08 % bis 1,5 %.
[0013] Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß die Verwendung von Butylenoxidaddukten
von Fettalkoholoxäthylaten der allgemeinen Formel
wobei R = C8 - C26
n = 1 - 20
m = 1 - 5
ist, als Präparation oder Präparationsbestandteil zur Herstellung von synthetischen
Filamenten und Fasern besondere Vorteile bietet.
[0014] Zur erfindungsgemäßen Verwendung geeignet sind Produkte, in denen die Kettenlänge
des eingesetzten Fettalkoholoxäthylates R = Cs - C
26 betragen und auf Alkoholen synthetischer oder nativer Herkunft basieren kann und
in denen der Äthoxylierungsgrad n des Fettalkohols zwischen 1 und 20 liegt und der
Butoxylierungsgrad m zwischen 1 und 5.
[0015] Zur erfindungsgemäßen Verwendung geeignet sind die beanspruchten Butylenoxidaddukte
von Fettalkoholoxäthylaten allein oder in Mischung, wobei eine Kombination mit Fettalkoholoxäthylaten,
Fettsäureoxäthylaten und Poly-(äthylen)-propylenoxid-mischalkoxylaten erfolgen kann.
[0016] Während äthoxylierte Fettalkohole oder Fettsäuren, Poly-(äthylen)-propylenoxidmischalkoxylate
oder alkylverschlossene Oxäthylate zur Verwendung als Präparationsmittel oder -bestandteil
in der Literatur beschrieben werden, findet sich kein Hinweis auf die beanspruchten
Butylenoxidaddukte von Fettalkoholoxäthylaten. Verglichen mit der technisch aufwendigen
Herstellung etwa der alkylverschlossenen Fettalkoholoxäthylate in mehreren Stufen
ist hier hinzuweisen auf die leichte und wirtschaftliche Zugänglichkeit der beanspruchten
Verbindungen durch Anlagerung von Butylenoxid an Fettalkoholoxäthylate.
[0017] Die beanspruchten Butylenoxidaddukte von Fettalkoholoxäthylaten zeichnen sich durch
ein ausgezeichnetes Netz- und Spreitungsvermögen und gute Fadenschlußeigenschaften
aus.
[0018] Bei thermischer Behandlung weisen die Verbindungen eine sehr gute Hitzebeständigkeit
auf, sie depolymerisieren rückstandsfrei und verursachen deshalb keine oder nur minimale
Ablagerungen in den Verarbeitungsmaschinen. Gegenüber den oben aufgeführten, bisher
für die Verwendung als Präparationsmittel oder -bestandteil eingesetzten Verbindungen
ermöglichen die beanspruchten Butylenoxidaddukte von Fettalkoholoxäthylaten Garne
verbesserter Qualität herzustellen bei minimaler Anschmutzung der Verarbeitungsmaschinen,
wodurch sich wesentlich längere Maschinenlaufzeiten ergeben.
[0019] Bedingt durch das ausgezeichnete Netzvermögen der beanspruchten Verbindungen erhält
man sehr gleichmäßige Präparationsfilme auf der Oberfläche von synthetischen Fasern
und Filamenten und hiermit konstante Reibungskoeffizienten. Dies garantiert konstante
Reibeigenschaften an Fadenleitorganen, auf Streckwerken, auf Oberflächen von Kontaktheizern
oder an Drallgebern von Streckzwirn, Zwirn- und Texturiermaschinen usw., was zu sehr
guten und gleichmäßigen Garnqualitäten führt. Selbst bei längeren Lagerzeiten von
z. B. POY- (Rre orientated yarn) Spinnspulen oder Streckkopsen bleiben die Reibungskoeffizienten,
und damit das Reibverhalten, konstant. Dies bedeutet, daß die Präparation unverändert
auf der Oberfläche der Fasern und Filamente bleiben und nicht durch Alterungs- oder
Migrationseffekte eine Veränderung der Reibungskoeffizienten und damit der Verarbeitungseigenschaften
verursachen, wie dies bei vielen Spinnpräparationen der Fall ist.
[0020] In Abmischung mit verschiedenen hitzebeständigen Emulgatoren und Antistatika lassen
sich gezielt Produkte herstellen, deren Reibungskoeffizienten in gewissen Grenzen
unabhängig oder abhängig von der Präparationsauflage sind. Beides hat gewisse Vorteile.
Sind die Reibungskoeffizienten abhängig von der Präparations-Auflage, so hat man die
Möglichkeit, lediglich durch Variation derselben die Reibverhältnisse den betrieblichen
Erfordernissen anzupassen. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn verschiedene
Titer mit unterschiedlichem Mattierungsgrad hergestellt werden, die ja bekanntlich
den Einsatz von im Reibungsverhalten unterschiedlichen Präparationen erforderlich
machen. Eine Unabhängigkeit der Reibungskoeffizienten von der Fadenauflage ist immer
dann von Vorteil, wenn diese aus irgendwelchen Gründen starken Schwankungen unterliegt.
Hierdurch werden normalerweise die Reibeigenschaften und damit die Fadenspannungen
beeinflußt, was dann zu Problemen in der Weiterverarbeitung führen kann. Bei konstanten
Reibverhältnissen trotz Schwankungen der Präparationsauflagen bleiben die Verarbeitungsbedingungen
konstant, was eine konstante Garnqualität gewährleistet.
[0021] Die Präparationen können entweder als reine Öle oder aus wässrigen Lösungen bzw.
Emulsionen aufgetragen werden. Auch organische Lösungsmittel kommen hierfür infrage.
Die Art des Auftrages richtet sich nach den betrieblichen Gegebenheiten. So ist der
Auftrag mittels rotierender Scheiben, durch Tauchen oder Sprühen oder mittels Präparationsdosierpumpen
über Injektionsfadenführer möglich. Bei gleicher Höhe der Präparationsauflage werden
die Eigenschaften der Präparation hierdurch nicht beeinflußt.
[0022] Das Anschmutzungsverhalten wurde unter folgenden Bedingungen getestet: Die zu untersuchenden
Produkte wurden über Injektionsfadenführer mittels Präparationsdosierpumpen aus wäßrigen
Flotten auf frisch gesponnene Polyesterfäden, bei einer Abzugsgeschwindigkeit von
3500 m/min, aufgetragen. Der Spinntiter lag bei 265/34 dtex. Diese Art des Präparationsauftrages
gewährleistet bei gleicher Flottenkonzentration beim Einsatz unterschiedlicher Produkte
eine annähernd gleiche Präparationsauflage. Die so hergestellten Polyestergarne wurden
auf einer Heberlein-Texturiermaschine des Typs FZ 25 bei einer Geschwindigkeit von
100 m/min. bei einem Streckverhältnis von 1:1,59 mit Magnetspindeln strecktexturiert.
Die Texturierdauer betrug 48 Stunden.
[0023] Zur Erfassung der anfallenden Schmutzmengen wurden die Metallrohre des Texturierheizers
durch solche aus Glas ersetzt, die vor Versuchsbeginn genau ausgewogen wurden. Ferner
wurden unterhalb der einzelnen Fadenaustrittsöffnungen des Texturierheizers spezielle
Glasgefäße montiert, mit deren Hilfe die evtl. aus dem Heizrohren heraustropfenden
Präparationsbestandteile aufgefangen und mengenmäßig erfaßt werden können. Durch Auswiegen
der Glasrohre bzw. der Auffangschälchen können die anfallenden Mengen qualitativ und
quantitativ erfaßt werden. Eine optische Beurteilung der Glasrohre gibt ferner über
die Schmutzverteilung im Heizer Aufschluß.
[0024] Die Reibeigenschaften der zu untersuchenden Produkte lassen sich mit Hilfe handelsüblicher
Meßgeräte bei unterschiedlichen Meßgeschwindigkeiten am laufenden Faden ermitteln.
Als Trägermaterial wurden durch Schnellspinnen (3500 m/min.) vororientierte Polyestergarne
eingesetzt (Spinntiter 265/34 dtex), die mit den zu untersuchenden Produkten nach
der oben beschriebenen Methode aviviert wurden. Als Meßgerät wurde das F-Meter der
Firma Rothschild eingesetzt. Zur Ermittlung der Faden/Reibkörper-Reibung wurde eine
mattierte Chromwalze mit einem Durchmesser von 20 mm eingesetzt. Der Umschlingungswinkel
betrug 180°. Zur Bestimmung der Faden/Faden-Reibung wurde ein Stück des zu untersuchenden
Garns auf einer Länge von 60 mm unter einer genau definierten Vorspannung eingespannt.
Um diesen Faden wurde der zu bewegende Faden viermal herumgeschlungen, wobei ein Umschlingungswinkel
von 3 x 360° + 1 x 180° = 1260° resultiert. Die Durchführung und Auswertung der Messungen
erfolgt nach der Methode von Dr. Lange von der Firma Hoechst.
[0025] Der Reibungskoeffizient wird überlicherweise in p-Werten angegeben und nach der Eytelweinschen
Beziehung für die Seilreibung berechnet:
Hier bedeutet S1 = vor dem Reibkörper angreifende Kraft
S2 = nach dem Reibkörper vorhandene Kraft
α = Umschlingungswinkel
[0026] Der Reibungskoeffizient u ist eine dimensionslose Größe.
Beispiel 1
[0027] Hier soll am Beispiel von drei unterschiedlichen Präparationsgemischen gezeigt werden,
daß beim Einsatz der erfindungsgemäßen Butylenoxydaddukte an Fettalkoholäthoxylate
das Anschmutzverhalten stark verringert werden kann. Folgende Produktgemische wurden
nach der oben beschriebenen Methode während des Schnellspinnprozesses auf das Polyestergarn
aufgetragen und dann auf der Texturiermaschine FZ 25 von der Firma Heberlein für 48
Stunden mit Magnetspindeln strecktexturiert.
Präparationen zum Vergleich:
[0028]
I: 20 Teile Mineralöl (5°E) 40 Teile Isotridecylstearat 40 Teile eines Gemisches aus
Fettsäureäthoxilat, Fettalkoholäthoxilat und Nonylphenol- äthoxilat
II: 65 Teile C10-C14-Fettalkoholoxäthylat mit 6-7 Mol Ae0 35 Teile Poly-(äthylen)-propylenoxid-mischalkoxylate
Erfindungsgemäße Präparation:
III: 65 Teile Butylenoxydaddukt (1-2 Mol) an C10-C14-Fett- alkoholoxäthylat mit 6-7 Mol Ae0 35 Teile Poly-(äthylen)-propylenoxid-mischalk- oxylate
[0029] Das Ergebnis kann Tabelle 1 entnommen werden.

Die Tabelle 1 zeigt, daß der während der Texturierung auftretende Präparationsverlust
bei Anwendung von Präparationen auf Mineralöl-Esteröl-Basis (I) erwartungsgemäß am
größten, wesentlich geringer und etwa vergleichbar bei den strukturell ähnlich aufgebauten
Präparationen II und III ist. Der durch die erfindungsgemäße Verwendung der beanspruchten
Butylenoxidaddukte von Fettalkoholoxäthylaten erzielbare Fortschritt zeigt sich klar
erkennbar beim Anschmutzverhalten der unter gleichen Bedingungen getesteten Präparationen.
Während die Präparation I auf Mineralöl-Esteröl-Basis die üblichen starken Ablagerungen
aufweist, zeigt die erfindungsgemäße Präparation (III) ein besonders günstiges thermisches
Verhalten, denn trotz der etwa gleich hohen Präparationsverluste von Präparation II
und III zeigt die erfindungsgemäße Präparation (III) nur etwa 5 % der durch Präparation
II verursachten Anschmutzungen in Glasrohr und Auffangschälchen (Anschmutzungen der
Präparation II wurden gleich 100 % gesetzt). Extrem hohe, nicht akzeptable Werte zeigt
bei dieser Behandlung die Mineralöl-Esteröl-Präparation, wie die Tabelle 1 zeigt.
Beispiel 2
[0030] Unter dem Einfluß einer Hitzebehandlung z. B. in Heizern von Texturiermaschinen und
unter dem Einfluß von hohen Garndrehzahlen kann der Reibungskoeffizient durch Präparationsverluste
stark ansteigen. Dies führt zu einer Erhöhung der Garnbeanspruchung, das dann wiederum
zu erhöhten Kapillar-und Garnbruchzahlen und damit Qualitätsverlusten führen kann.
Durch den Einsatz der erindungsgemäßen Butylenoxidaddukte wird dieser Anstieg stark
vermindert.
[0031] Um den Einfluß einer Hitzebehandlung auf das Reibverhalten zu überprüfen, wurden
die - wie vorstehend beschrieben - avivierten schnellgesponnenen Polyestergarne auf
der Heberlein FZ 25 heiß verstreckt und ohne Texturierung, d. h. ohne Spindelpassage
aufgespult. Die Reibeigenschaften wurden mit Hilfe der Meßmethode nach Dr. Lange/Fa.
Hoechst mit dem F-Meter der Firma Rothschild ermittelt. Die Präparationsauflagen wurden
vor und nach der Hitzebehandlung bestimmt. Die Reibwertmessungen wurden zur Ermittlung
der Faden-Faden-Reibung bei einer Fadengeschwindigkeit von 20 m/min. durchgeführt
und für die Faden/Metall-Reibung bei 150 m/min.
[0032] Eingesetzt wurden die unter Beispiel 1 angegebenen Produkte I, II und III.
[0033] Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 enthalten.

[0034] Wie die Tabelle 2 zeigt, ist bei Produkt I wegen des hohen Präparationsverlustes
eine starke Zunahme der Faden/Metall-Reibung und ein Abfall der Faden/Faden-Reibung
festzustellen. Der gleiche Trend ist bei Produkt II zu beobachten. Produkt III zeigt
zwar ebenfalls eine Reduzierung der Faden/ Faden-Reibung, die Faden/Metall-Reibung
bleibt jedoch annährend konstant, d. h. daß durch die erfindungsgemäße Präparation
die Garnbeanspruchung wesentlich geringer ist, was sich durch eine verringerte Anzahl
von Kapillar- und Fadenbrüchen zeigt und zu wesentlich verbesserter Garnqualität führt.