[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Drehung auf
ein Faserbündel, insbesondere eines Falschdralls in Verbindung mit einer Wärmebehandlung
zur Erzeugung von gekräuselten, synthetischen Fäden nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Insbesondere betrifft die Erfindung das Andrücken von umlaufend und in gekreuzter
Richtung bewegten Reiboberflächen, die gegen den Umfang eines zwischen ihnen hindurchlaufenden
Textilfadens (Faserbündel oder synthetische Multifilamente) mit engem Spalt angestellt
sind, um den Faden zu klemmen und durch Reibkontakt zu verdrallen und anzutreiben.
Daher ist die Ausbildung der Andrückeinrichtung in Verbindung mit derartigen Vorrichtungen
zum Texturieren von Textilfäden mit mindestens einer von einem endlosen, flexiblen
Riemen oder Bandlauf gebildeten Reiboberfläche zum Verdrallen des Fadens Gegenstand
der Erfindung.
[0003] Eine Vorrichtung der eingangs angegebenen Art mit ebenen, gekreuzten Bändern ist
in der CH-PS 278 535 beschrieben. Eine Weiterbildung der Vorrichtung ist beispielsweise
aus US-PS 2,863,280, US-PS 2,991,614 oder aus DE-OS 26 28 396 bekannt.
[0004] Zur Erzielung eines guten Texturierergebnisses mit einer gleichmäßigen Drehungsverteilung
im Faden ist die Art der Andrückung und die Ausbildung der Andrückzone von entscheidender
Bedeutung. So wird es bei den bekannten Vorrichtungen mit ebenen, gekreuzten Bändern
oder Flachriemen, die unter Spannung und mit schwacher gegenseitiger Umschlingung
geführt sind, als nachteilig empfunden, daß die Riemen nur längs ihrer Kanten tragen
und aneinandergepreßt werden, wobei sie dort verstärkt verschleißen und alsdann den
Textilfaden beschädigen. Stützrollen zum Andrücken der-Bandläufe gemäß der CH-PS 278
535 oder Andrückplatten zur Vergleichmäßigung der Andrückkräfte (US-PS 2,991,614,
Fig. 5) haben dagegen den Nachteil, daß die Stützflächen der Bandläufe gekreuzt zur
Fadenklemmzone vorliegen, da die Drehachsen senkrecht zur Laufrichtung der Bandläufe
oder Riemen angeordnet sein müssen, um diese nicht seitlich aus ihrer Laufebene zu
drängen. Hierdurch ergibt sich eine nur kurze Fadenklemmlänge, die zum Einbringen
hoher Drehungen, insbesondere in Fäden höherer Titer, nicht ausreicht. Erwähnt sei
ferner, daß solche Stützrollen durch den sich abstützenden Riemen oder Bandlauf am
Umfang mit der Geschwindigkeit des Riemens angetrieben werden und deshalb präzise
gelagert sein müssen. Beim Anlaufenlassen und beim Abbremsen der Riemen oder Bandläufe
müssen dazu wegen der mit der Masse der Stützrollen verbundenen Trägheit hohe Beschleunigungskräfte
aufgebracht werden.
[0005] Bei diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, zur Verbesserung
des Texturierergebnisses und der Gleichförmigkeit der Drehungsverteilung die Andrückung
der den Reibkontakt am Fadenumfang ausübenden Reiboberflächen, wie Bandläufe oder
dgl., in der Fadenandrückzone einfacher und wirksamer zu gestalten.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt für eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 mit den im kennzeichnenden Teil dieses Anspruchs angegebenen Merkmalen.
[0007] Die gefundene Lösung hat die Vorteile, daß die Andrückeinrichtung keine sich dehenden
und zu beschleunigenden Bauteile aufweist, so daß die Andrückkräfte in einer in Laufrichtung
des Fadens liegenden und in ihren geometrischen Abmessungen anpaßbaren Fadenandrückzone
trägheits- und reibungsarm auf die Reiboberfläche, mit der die Andrückeinrichtung
zusammenwirkt, kraftschlüssig übertragen werden können. Hierbei ist es möglich, selbst
Fäden hoher Titer vorteilhaft zu bearbeiten und wegen der um ein Vielfaches größeren
Fadenklemmlänge als bei den Andrückeinrichtungen des Standes der Technik auch hohe
Drehungen gleichmäßig einzubringen.
[0008] Nach den zurückbezogenen Ansprüchen, die vorteilhafte Weiterbildungen der Falschzwirntexturiervorrichtung,
insbesondere in Verbindung mit bevorzugten Ausgestaltungen der Andrückeinrichtung
nach der Erfindung, betreffen, besitzt die Andrückeinrichtung einen Andrückstempel
mit einer die Fadenandrückzone definierenden Andrückfläche. Diese wird gegen die Rückseite
des Riemens oder Bandlaufs angepreßt und zur Verminderung der Reibleistung geschmiert,
insbesondere durch einen aerodynamischen Schmierfilm oder durch ein zwischen der Andrückfläche
des Andrückstempels und dem Riemen oder Bandlauf erzeugtes aerostatisches Druckfluidpolster.
Hierdurch wird der Berührungskontakt zwischen den zusammenwirkenden Flächen unterbrochen
und sowohl die Erwärmung als auch der Verschleiß einer oder beider Oberflächen unterbunden,
obwohl gleichzeitig eine wirkungsvolle, kraftschlüssige Übertragung der Andrückkräfte
auf die Reiboberfläche und damit eine Klemmung des Fadens erfolgt. In diesem Zusammenhang
sei auch erwähnt, daß eine derartige Andrückeinrichtung gegen Unebenheiten der Riemen
oder Bandläufe weitgehend unempfindlich ist und wegen der Kompressibilität des Druckfluidpolsters
Stöße besser dämpft als die bekannten Andrückwalzen oder Andrückrollen mit unnachgiebiger
Oberfläche. An die Oberflächenbeschaffenheit der Rückseite der Endlosriemen oder Bandläufe
können daher geringere Anforderungen gestellt werden als bei Verwendung von mitlaufenden
Stützrollen nach dem Stand der Technik.
[0009] Die Andrückeinrichtung ist durch eine Halterung an der Falschzwirnkräuselmaschine
ortsfest gelagert. Ihr Andrückstempel ist in der Fadenandrückzone gegenüber der Rückseite
des Riemens oder Bandlaufs, beispielsweise durch ein in einer Stellmutter bewegbares
Gewinde, mechanisch nachstellbar. Bevorzugt ist der Andrückstempel jedoch durch einen
Kraftgeber gegen den Riemen oder Bandlauf federnd nachführbar. Dies hat den Vorteil,
daß der Andrückstempel immer kraftschlüssig angedrückt bleibt. Als Kraftgeber dient
nach einem Ausführungsbeispiel eine Zylinder-Kolben-Einheit, die von einem flüssigen
oder gasförmigen Druckfluid beaufschlagt wird. Die Anpreßkraft kann aber auch durch
eine Feder, ein Gewicht oder einen Magneten oder dgl. aufgebracht werden. Es sei aber
insbesondere auf die bevorzugte, konstruktive Ausführung hingewiesen, bei der der
Kolben der Zylinder-Kolben-Einheit in axialer Richtung von einem Längskanal durchdrungen
ist, der vom Druckraum zu der Andrückfläche des Andrückstempels führt, um einerseits
eine gewünschte Anpreßkraft auf den Andrückstempel auszuüben und andererseits die
benötigte Schmierluft zur Schmierung der Andrückfläche dorthin zu liefern. Die Andrückfläche
selbst kann oval, rund oder ringförmig ausgebildet sein, und der Kanal kann in eine
Mehrzahl von Öffnungen, Bohrungen oder Schlitzen oder eine poröse Zone einer ebenen
Andrückfläche oder in eine stirnseitig offene , von einer Dichtfläche am Umfang begrenzte
Luftkissenkammer münden.
[0010] Bei den in den Unteransprüchen definierten Andrückeinrichtungen gemäß der Erfindung
liegt der wesentliche Vorteil darin, daß die Fadenzwirnlinie durch eine zweckmäßige
geometrische Formgebung der Andrückfläche des Andrückstempels an die Gegebenheiten
der Falschdralltexturiervorrichtung, beispielsweise den gewählten Kreuzungswinkel
der den Faden klemmenden und verdrallenden Riemen oder Bandläufe angepaßt werden kann.
Auch kann die Kraftwirkung des Andrückstempels einfach an die gewünschten Parameter
des Texturierverfahrens, beispielsweise den Fadentiter, die Drehungshöhe, die Band-
und Fadengeschwindigkeit, durch Steuerung des Fluiddruckes und der Schmierluftmenge
angeglichen werden.
[0011] Nach einem anderen Ausführungsbeispiel ist es möglich, den Andrückstempel als Einsatzkörper
aus einem Werkstoff mit niedrigem Reibungskoeffizienten auszubilden. Der Einsatzkörper,
dessen stirnseitige Andrückfläche die Fadenandrückzone geometrisch definiert, kann
hierbei porös ausgebildet sein und über eine Längsbohrung im Kolben der Zylinder-Kolben-Einheit
zur Herabsetzung von Reibung und Verschleiß durch ein geeignetes gasförmiges oder
flüssiges Druckfluid geschmiert sein.
[0012] Gemäß einer weiteren Fortbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die andere,
mit dem endlosen Riemen oder Bandlauf zusammenwirkende, bewegte Reiboberfläche steif,
d. h. unnachgiebig bzw. quasi unelastisch ist und als Stirn- oder Ringfläche einer
drehbar angetriebenen, ebenen oder tellerförmigen Scheibe oder als Mantelfläche einer
drehbar angetriebenen Rolle vorliegt. Um die Rolle den verschiedenen Erfordernissen
des Texturierprozesses anpassen zu können, ist sie verschwenkbar angeordnet und bezüglich
ihres Kreuzungswinkels gegenüber dem Fadenlauf einstellbar. Alternativ ist der Bandlauf
bezüglich seines Kreuzungswinkels gegenüber dem Fadenlauf einstellbar.
[0013] Der Vorteil dieser Anordnung liegt in der Verringerung des baulichen Aufwandes und
der geringeren Störanfälligkeit, da die eine flexible Reiboberfläche entfällt und
somit nur eine einzige Andrückeinrichtung und das für ihren Betrieb erforderliche
Arbeitsmittel, wie Druckluft etc., für jedes Texturieraggregat benötigt wird. Auch
die Anzahl der durch die Beanspruchung bei längerer Betriebsdauer ermüdenden und ggf.
zu ersetzenden Bandläufe wird reduziert, wodurch der Aufwand für Störungsbeseitigungen
und Ausfälle der Aggregate im Produktionsprozeß verringert wird.
[0014] Die steif ausgebildete Rolle ist entweder zylindrisch oder kegelstumpfförmig ausgebildet.
Sie kann zur Anpassung an eine optimale Fadenklemmlinie auch als exaktes oder angenähertes
Drehhyperboloid ausgebildet sein. Die geometrische Form der Oberfläche des Drehhyperboloids
richtet sich dabei bevorzugt nach dem beim Texturieren vorgesehenen mittleren Kreuzungswinkel
zwischen den Arbeitsflächen und die Andrückfläche des Andrückstempels ist hieran entsprechend
angepaßt und gegen den Fadenlauf konvex gekrümmt.
[0015] Eine vorteilhafte Anordnung der Falschzwirnvorrichtungen beim Aufbau einer Zwirn-
oder Texturiermaschine zeichnet sich dadurch aus, daß die steif ausgebildeten Rollen
mehrerer Arbeitsstellen koaxial zueinander angeordnet sind und durch eine sich vorzugsweise
über ein Feld oder die gesamte Länge der Maschine erstreckende Welle gemeinsam angetrieben
werden. Hierdurch läßt sich die Lagerung und insbesondere der Antrieb sämtlicher Friktionsaggregate
vereinfachen. Andererseits müssen die flexiblen Bandläufe bezüglich ihres jeweiligen
Kreuzungswinkels gegenüber der Bewegungsrichtung der Rollen in der Fadenandrückzone
individuell einstellbar sein. Die Fadenführer vor und hinter den Friktionsaggregaten
werden außerdem in der Weise angeordnet, daß sie den Faden im wesentlichen auf der
Winkelhalbierenden des Kreuzungswinkels α zwischen den zusammenwirkenden Reiboberflächen
führen.
[0016] Andere Weiterbildungen der Erfindung betreffen insbesondere die Riemchenaggregate.
Für diese wird vorgeschlagen, nur den einen Bandlauf mit einer Andrückeinrichtung
zu versehen und den anderen Bandlauf möglichst biegesteif auszubilden. Dies gelingt
durch stärkeres Spannen des die Gegenfläche bildenden Bandlaufs und durch Verkürzung
des Achsabstandes L der beiden Rollen des Bandlaufs oder durch Führen des Bandlaufs
der Gegenfläche über eine in der Fadenandrückzone angeordnete Stützrolle.
[0017] Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung hat sich als kritischer Betriebszustand
der Friktionsfalschdrallvorrichtung das Verhalten der Reiboberflächen bei einem Fadenbruch
erwiesen. Hierbei kommen - aufgrund des Fehlens eines Fadens zwischen den gegenseitig
angedrückten Reiboberflächen - diese miteinander in direkten Reibkontakt, so daß eine
starke Erwärmung eintritt und sie infolge der hohen Relativgeschwindigkeiten schnell
verschleißen. Insbesondere kommen die empfindlichen Riemenkanten miteinander in Berührung.
Bei deren Verschleiß wird der Fadenlauf gestört und instabil. Die Gleichmäßigkeit
und die Qualität der hergestellten Kräuselfäden wird erheblich verschlechtert. Die
genannten Schwierigkeiten werden in einer Weiterbildung der Erfindung dadurch beseitigt,
daß die Reiboberflächen der Riemen oder Bandläufe senkrecht zu ihrer Laufrichtung
konvex ausgebildet werden oder durch die Andrückeinrichtung konvex zum Faden hin deformiert
werden, so daß zwischen der Reiboberfläche des einen Riemens oder Bandlaufs und der
mit ihr zusammenwirkenden Gegenfläche im Bereich der Fadenklemmlinie ein keilförmiger
Spalt gebildet wird. Eine solche Verwölbung, durch die ein Abheben der Riemchenränder
gegenüber dem Faden und somit eine Unabhängigkeit der Drallerteilung vom Zustand der
Riemchenkanten erreicht wird, läßt sich durch Verwendung von Endlosriemchen mit einem
konvex gekrümmten Querschnitt der den Faden klemmenden Reiboberfläche oder durch eine
zum Faden hin konvexe Deformation eines endlosen Flachriemchens erzielen.
[0018] Hierbei ist bei Verwendung zweier zueinander gekreuzter und im Querschnitt gewölbt
ausgebildeter Endlosriemchen die Andrückung von ihrer Rückseite her gegen den Fadenlauf
nicht unbedingt erforderlich, wenn anstatt mit der Andrückvorrichtung mit gegenseitiger
Umschlingung der Riemen gearbeitet wird.
[0019] Nach dem zuletzt beschriebenen Aspekt der Erfindung hat es sich als besonders vorteilhaft
herausgestellt, daß infolge des zwischen den Reiboberflächen gebildeten keilförmigen
Spaltes eine Berührung der Reiboberflächen ausgeschlossen wird, so daß auch bei einem
längeren Betrieb der Vorrichtung ein Verschleiß an den Oberflächen nicht festgestellt
werden konnte. Es zeigte sich, daß der keilförmige Spalt durch den Stau der an den
Reiboberflächen mitgeführten Grenzschichten der Umgebungsluft einen solchen Trageffekt
bewirkt, daß dieser beispielsweise bei einem Faden von 167 dtex und Arbeitsgeschwindigkeiten
über 600 m/min ausreicht, um den Verschleiß der Reiboberflächen auch dann auszuschließen,
wenn die Andrückeinrichtung bei einem Fadenbruch nicht selbsttätig abgeschaltet wird.
[0020] In Anspruch 24 wird vorgeschlagen, die örtlich auf der Rückseite der flexiblen Arbeitsfläche
durch die Andrückeinrichtung aufgebrachte Andrückkraft dadurch abzuschalten, daß z.
B. ein Fadenwächter über ein Signal ein Steuerventil in der Zuführleitung für das
Druckfluid zu der Andrückeinrichtung betätigt und die weitere Druckfluidzufuhr absperrt.
Dabei kann der Andrückstempel der Zylinder-Kolben-Einheit beispielsweise durch Federkraft
oder durch einen anderen Kraftgeber in seine Anfangslage zurückgedrängt werden, damit
er von der Rückseite der Reiboberfläche abhebt.
[0021] Anspruch 25 betrifft schließlich die Anwendung der Falschdralltexturiervorrichtung
in Verbindung mit der fluiddynamischen Andrückeinrichtung zur Herstellung von Effektfäden
durch Veränderung des FJuiddruckes.Es hat sich nämlich herausgestellt, daß sich die
erfindungsgemäße Falschdralltexturiervorrichtung ganz besonders einfach und vorteilhaft
auch zur Herstellung verschiedener Arten von Effektgarnen benutzen läßt, indem beispielsweise
die Oberflächengeschwindigkeit der Reiboberfläche nach einem vorgebbaren Programm
variiert wird. Bevorzugt wird dabei - im Hinblick auf eine Andrückvorrichtung mit
einem von einem Druckfluid angepreßten Kolben mit Andrückstempel der Fluiddruck verändert,
wodurch sich der Schlupf zwischen Faden und Reiboberfläche beeinflussen läßt. Im folgenden
wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert.
[0022] Im einzelnen zeigen:
Fig. 1 Eine Vorrichtung zum Falschdralltexturieren eines Faserbündels mit zwei gekreuzten,
umlaufend angetriebenen Riemen oder Bandläufen und den Fadenlauf in der Aufsicht;
Fig. 2 die Vorrichtung von Fig. 1 in Seitenansicht;
Fig. 3) Andrückeinrichtungen mit Einsatzkörpern nach
Fig. 4) Fig. 1 bis 2 im Längs- und Querschnitt;
Fig. 5) die Falschdralltexturiervorrichtung entsprechend
Fig. 6) Fig. 1 und Fig. 2 mit einer fluid-dynamischen Andrückeinrichtung;
Fig. 7) die Aufsicht und den Querschnitt einer Falschdrall-Fig. 8) texturiervorrichtung
aus einer starren Scheibe und einem mit dieser zusammenwirkenden Bandlauf;
Fig. 9 eine schematische Aufsicht einer Falschdralltexturiervorrichtung mit Bandlauf
und einer unter einem Kreuzungswinkel α angeordneten Rolle;
Fig. 10 eine schematische Ansicht der Falschdralltexturiervorrichtung nach Fig. 9
mit einer Andrückeinrichtung;
Fig. 10a eine hyperboloidisch ausgebildete Rolle;
Fig. 11 eine schematische Ansicht einer Falschdralltexturiervorrichtung ähnlich Fig.
10, bei der die Rolle innerhalb des Bandlaufs angeordnet ist;
Fig. 12 die schematische Anordnung mehrerer Falschdralltexturiervorrichtungen als
Ausschnitt einer Falschdralltexturiermaschine;
Fig. 13 Aufsicht und in die Zeichenebene gedrehteAnsicht eines
und Kreuzriemchenaggregates nach der Erfindung, bei dem
Fig. 14 ein Bandlauf in der Fadenandrückzone versteift ausgebildet ist.
Fig. 15 eine Falschdralltexturiervorrichtung mit sich kreuzenden, über Umlenkrollen
geführten Endlosflachriemen und einer auf einen der Riemenläufe einwirkenden Andrückeinrichtung
in der Aufsicht;
Fig. 16 die in die Zeichenebene gedrehte Ansicht der Vorrichtung nach Fig. 15 mit
einer durch einen Fadenwächter betätigbaren Abschaltung der Druckluftversorgung für
die Andrückvorrichtung;
Fig. 17a den Ausschnitt einer Vorrichtung nach Fig. 15 und 16, jedoch mit im Querschnitt
gekrümmt ausgebildeter Reiboberfläche der Riemchen;
Fig. 17b andere Ausführungsformen der Falschdralltexturierbis vorrichtung nach Fig.
15 und 16 im Querschnitt, ent-Fig. 17d sprechend Fig. 17a, mit durch die Andrückvorrichtung
gekrümmter Arbeitsfläche;
Fig. 18 eine Aufsicht auf eine Falschdralltexturiervorrichtung entsprechend Fig. 17c
mit teilweise ballig ausgebildeten Uberlaufrollen;
Fig. 19 bis Ausgestaltungsformen der Andrückeinrichtung;
Fig. 21
Fig. 22 Ausbildungsformen der Andrückfläche des Stempels
bis der Andrückeinrichtung mit Luftkissenkammer;
Fig. 25
Fig. 26 die Andrückeinrichtung für flexible Arbeitsflächen bis im Längsschnitt und
verschiedene Ausführungen der
Fig. 34 Andrückfläche des Andrückstempels,
Fig. 35 eine weitere Ausführung der Andrückeinrichtung.
[0023] In den Fig. 1 und 2 sowie 5 und 6 sind Falschdralltexturiervorrichtungen mit zwei,
etwa unter 90° gekreuzten Bandläufen 1 und 2 dargestellt, die sich im wesentlichen
allein durch die Ausbildung der Fadenandrückzone 3 bzw. 4 und durch die baulich modifizierten
Andrückeinrichtungen 5 bzw. 6 zum Anpressen der Bandläufe gegen das zu bearbeitende
Faserbündel 14 unterscheiden.
[0024] Die Bandläufe 1, 2 bestehen aus den jeweils zwischen den Umlenkrollen 7 und 8 bzw.
9 und 10 gespannten, umlaufend bewegten ebenen Bändern oder Flachriemen 11 und 12,
die mit engem Spalt 13 gegeneinander angestellt sind und das Faserbündel 14 zwischen
den sich schwach umschlingenden Reiboberflächen klemmen und am Umfang antreiben, um
in dem Faserbündel eine Drehung, insbesondere einen Falschdrall aufzubringen. Es sei
darauf hingewiesen, daß bei den Falschdralltexturiervorrichtungen nach den Fig. 1
und 2 bzw. 5 und 6 die Bandläufe oder Endlosriemen schmaler ausgebildet sind als die
Umlenk- bzw. Antriebsrollen. Die Wirkungsweise der Vorrichtung, bei der die Drallerteilung
durch direkten Reibkontakt zweier am Fadenumfang angreifender Reibflächen erfolgt
und bei der das Faserbündel zusätzlich mit einer vom Kreuzungswinkel0C der Bandläufe
abhängigen Geschwindigkeitskomponente in Fadenlaufrichtung gefördert wird, ist an
sich bekannt und selbst nicht Gegenstand der Erfindung.
[0025] Die Andrückeinrichtung 5 gemäß Fig. 1 und 2 ist in modifizierten Bauformen in den
Fig. 3 und 4 vergrößert dargestellt. Sie besteht im vorliegenden Ausführungsbeispiel
aus den beiden, auf der Innenseite der Bandläufe im Bereich der Fadenandrückzone 3
angeordneten Zylinder-Kolben-Einheiten 15 als Kraftgeber bzw. Nachführeinrichtungen,
die mit ihren fest mit den Kolben 16 verbundenen Stempeln 18 fluid-gesteuert im wesentlichen
senkrecht auf die Rückseite der Bänder oder Flachriemen 11, 12 einwirken und diese
örtlich gegen den Lauf des Faserbündels 14 andrücken. Die Zylinder-Kolben-Einheiten
15 sind über Zuleitungen 19 an einer nicht dargestellten Fluidquelle, vorzugsweise
Druckluft, angeschlossen. Die vom Druckfluid beaufschlagten Kolben 16 sind in den
Zylindern 17 geführt. Die Druckkraft des Kolbens 16 wird über Zwischenlagen 20 aus
elastischem und schwingungsdämpfendes Material auf die Kolbenstangen 21 übertragen,
so daß Schwingungen infolge von Unebenheiten der Bandläufe 1 und 2 oder des Faserbündels
selbst gedämpft werden. Die Kolben 16 sind durch Kolbenstangen 21 mit Stempelträgern
22 verbunden, welche mit den Stempeln 18 beispielsweise verklebt sind. Ein Kippen
des Stempels 18 oder Einsatzkörpers bei zunehmender Abnutzung wird durch eine ausreichend
lange Führung der Kolbenstange 21 und des Stempelträgers 22 in Zylinder 17 verhindert.
[0026] Bei der in Fig. 3 dargestellten Andrückeinrichtung kann die Fadenandrückzone 3 (Fig.
1) durch die Gestaltung der Andrückfläche des Stempels 18 geometrisch festgelegt und
- entsprechend den optimalen Verhältnissen - in Abhängigkeit von der Breite und dem
Kreuzungswinkel α der Bandläufe 1, 2 gewählt werden. Eine schmale, beispielsweise
ovale Fadenandrückzone 3 ist dabei zweckmäßig, um den Verschleiß zwischen Stempel
18 und Riemen 11 bzw. 12 gering zu halten und gleichzeitig eine definierte Andrückkraft
auf das Faserbündel 14 zu übertragen.
[0027] Der Stempel oder Einsatzkörper 18 kann aus Graphit bestehen, um die Reibleistung
gering zu halten. Bevorzugt ist ein gesinterter Graphit-Einsatzkörper, der zur Verbesserung
der Wärmeableitung mit metallischen Partikeln aus Bronze, Kupfer o.ä. durchsetzt ist,
vorgesehen. Es kann sich aber auch um einen Einsatzkörper handeln, der aus offenporigem
Material besteht und mit einem geeigneten Schmierstoff angereichert oder getränkt
ist. In Fig. 3b ist die Andrückeinrichtung gegenüber Fig. 3a um 90° versetzt dargestellt,
um hierdurch die geometrisch freie Gestaltungsmöglichkeit der Andrückzone 3 mit unterschiedlichen
Längen-und Breitenabmessungen des Stempels 18 zu unterstreichen.
[0028] Eine weitere, nicht näher dargestellte Lösung zeichnet sich dadurch aus, daß durch
eine axiale Längsbohrung der Kolbenstange 21 und des Stempelträgers 22 dem offenporigen,
gesinterten Stempel 18 oder Einsatzkörper ein gasförmiges oder flüssiges Schmiermittel
zugeführt wird. Dieses Schmiermittel kann beispielsweise ein Teilstrom des Druckfluids
sein, mit dem die Zylinder-Kolben-Einheit 15 beaufschlagt wird. Dem Gasstrom kann
schließlich auch ein flüssiges Schmiermittel in feiner Verteilung, beispielsweise
als Schmiernebel zugegeben werden.
[0029] In Fig. 4 ist in Abwandlung von Fig. 3 eine Zylinder-Kolben-Einheit 15 der Andrückeinrichtung
dargestellt, bei der am Stempelträger 22 als Andrückstempel ein fester metallischer
Einsatzkörper 23 ähnlich einem Gleitlagersegment befestigt ist, der zur Führung im
Zylinder 17 parallele Längskanten und gegenüber dem Bandlauf eine keilförmig angestellte
Andrückfläche 24 aufweist. Die Andrückfläche weist eine Ausnehmung auf, deren Höhe
- in Laufrichtung des Bandes 12 gesehen - abnimmt und die seitlich begrenzt ist. Der
Einsatzkörper 23 ist aus einem hoch-verschleißfesten Werkstoff hergestellt. Durch
eine Düse 25 kann dosiert ein Schmiermittel, vorzugsweise Wasser, eine für das Faserbündel
14 unschädliche Präparation oder eine geeignete Olemulsion auf die Innenseite des
Riemens 11 bzw. 12 aufgetragen werden. Durch den beim Betrieb der Vorrichtung erzeugten
Schmierfilm zwischen der Andrückfläche des Einsatzkörpers 23 und dem Riemen kann hierdurch
bei einer günstigen Übertragung der Andrückkräfte auf die Rückseite des Riemens die
Reibung und die hierdurch bedingte Erwärmung des Einsatzkörpers verringert werden.
[0030] Die in Fig. 5 und 6 dargestellte Falschdralltexturiervorrichtung unterscheidet sich
von der zuvor beschriebenen durch den Aufbau der Andrückeinrichtung 6, bei der die
Andrückkräfte gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung mittels eines Druckfluidpolsters
übertragen werden. Hierbei liegt eine aerostatische Schmierung zwischen der Andrückfläche
des mit dem Kraftgeber verbundenen Stempels und der Rückseite des Riemens oder Bandes
11 bzw. 12 vor. Auf den Aufbau und die Wirkungsweise dieser Andrückeinrichtung 6 wird
an anderer Stelle bei der Beschreibung der Zeichnungen noch detailliert eingegangen.
[0031] In Fig. 7 und 8 ist als weitere Zwirn- oder Falschzwirntexturiervorrichtung ein umlaufend
bewegter Bandlauf 26, entsprechend den Fig. 1 und 2 oder 5 und 6, mit einer umlaufend
angetriebenen, starren, d.h. unnachgiebigen Scheibe 27 kombiniert, die in der Aufsicht
und im Querschnitt dargestellt ist. Das Band oder der Flachriemen 11 des Bandlaufes
ist dabei durch eine Andrückeinrichtung 6 gegen das Faserbündel 14 und die ebene oder
mit einer stirnseitigen Ringfläche versehene starre Scheibe 27 angedrückt, um dieses
am Umfang zu klemmen und zu zwirnen und in Laufrichtung (Pfeil) des Faserbündels 14
zu fördern. Die als Kraftgeber verwendete Zylinder-Kolben-Einheit für die Andrückeinrichtung
6 wird dabei durch eine Halterung 28, durch welche Druckluft zur aerostatischen Schmierung
der Andrückfläche des Stempels zugeführt wird, gehalten. Die Andrückeinrichtung wirkt
auch bei dieser Ausbildung der Falschzwirntexturiervorrichtung auf den flexiblen Flachriemen
11 ein und drückt diesen in der Fadenandrückzone 4 örtlich definiert gegen das Faserbündel
14 bzw. die starre Scheibe 27. Dabei wird das Faserbündel 14 von einem Fadenführer
29 zugeführt, der geneigt zur Ebene der von der starren Scheibe definierten Reiboberfläche
angeordnet ist. Der Vorteil dieser Vorrichtung liegt darin, daß für jede Arbeitsstelle
nur eine einzige Andrückeinrichtung erforderlich ist, da die von der starren Scheibe
27 definierte Reiboberfläche nicht ausweichen kann. Hierdurch kann beim Betrieb der
Falschzwirntexturiervorrichtung der Arbeitsmittelverbrauch stark reduziert werden.
[0032] Fig. 9 zeigt eine Aufsicht und Fig. 10 die Seitenansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels,
bei dem das Falschdralltexturieraggregat aus einem Bandlauf 102 und einer an ihrer
Umfangsfläche steif ausgebildeten Rolle 103 oder Walze besteht, wobei die gemeinsam
auf das Faserbündel 14 einwirkenden Arbeitsflächen einen einstellbaren Kreuzungswinkel
OC zueinander einnehmen. Das Band 102 oder ein Endlosflachriemchen aus einem geeigneten
synthetischen Gummi- oder Kunststoffwerkstoff ist zwischen den beiden Umlenkrollen
gespannt und von einer der beiden Rollen 100 oder 101 angetrieben. Die Rolle oder
Walze 103 kann in beliebiger Weise, beispielsweise durch einen Riemenantrieb, einen
direkten elektrischen Antrieb oder auch durch einen Friktionsantrieb angetrieben sein.
[0033] Wie Fig. 10 zeigt, wird der Band- oder Riemenlauf 102 durch eine auf seine Innenfläche
einwirkende Andrückeinrichtung 6, die später noch detailliert beschrieben wird, in
der Fadenandrückzone 4 örtlich gegen den Umfang des Fadenbündels 14 und gegen die
umlaufend angetriebene Mantelfläche der Rolle 103 oder Walze angedrückt. In der bevorzugten
Ausführungsform ist die Andrückeinrichtung wie in den vorangehenden Ausführungsbeispielen
als Zylinder-Kolben-Einheit mit einem Stempel ausgebildet, deren Kolben durch ein
Druckmittel, insbesondere Druckluft, beaufschlagt ist.
[0034] Fig.10a zeigt eine abgeänderte Ausbildung der Rolle 1030 als Drehhyperboloid. Bei
einer solchen Ausführungsform wird der kreuzende Bandlauf 102 - wie in Fig. 1 im Querschnitt
1020 angedeutet - durch eine konvex gekrümmte Stirnfläche des Stempels der Andrückeinrichtung
6 örtlich deformiert und gegen das Faserbündel 14 und die Mantelfläche der Rolle 1030
angedrückt.
[0035] Fig. 11 zeigt in Abwandlung der Fig. 9 und 10 ein Falschdralltexturieraggregat aus
einem Bandlauf 104 und einer steif ausgebildeten Rolle 107, bei welchem die beiden
Rollen 105 und 106 im Durchmesser so groß ausgebildet sind, daß die zylindrische Rolle
107 in dem von den beiden Umlenkrollen und dem sie umschlingenden, angetriebenen Band
oder Endlosriemen 104 umschlossenen Raum angeordnet werden kann, während die Andrückeinrichtung
6 außerhalb des Band- oder Riemenlaufs 104 vorgesehen ist und dessen Reiboberfläche
örtlich gegen das Faserbündel 14 angedrückt und zwischen der Mantelfläche der unnachgiebig
ausgebildeten Rolle 107 und dem Riemen 104 falschdrallt.
[0036] In Fig. 12 sind mehrere Falschdralltexturieraggregate der in den Fig. 9 und 10 dargestellten
Art schematisch als Ausschnitt eines Feldes einer Falschdralltexturiermaschine gezeigt.
Hierbei sind zur Vereinfachung der Antriebe sämtliche Rollen 103 koaxial zueinander
auf einer gemeinsamen Antriebswelle 108 angeordnet und synchron angetrieben. Die einzelnen
Bandläufe 102 sind in einem Abstand, der der engsten Maschinenteilung entspricht,
nebeneinander und oberhalb der Rollen 103 angeordnet und durch nicht dargestellte,
individuelle Andrückeinrichtungegen gegen die unter dem halben Kreuzungswinkel zwischen
den Arbeitsflächen durch Fadenführer 109 und 110 zugeführten Fäden 14 angedrückt.
Zur Einstellung anderer Kreuzungswinkel zwischen den drallerteilenden Reiboberflächen
sind die Riemchen- oder Bandaggregate 102 bezüglich der Rollen 103 einzeln schwenkbar
angeordnet. Hierbei läßt sich auch der hintere Fadenführer 109 parallel zur Antriebswelle
108 der Rollen 103 derart verschieben, daß der Faden 14 nach einer Änderung des Kreuzungswinkels
längs der vorgesehenen Fadenklemmlinie zwischen den Reiboberflächen und im wesentlichen
auf der Winkelhalbierenden des Kreuzungswinkels (kgeführt ist.
[0037] In Fig. 13 und 14 ist zur Erläuterung einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
nochmals ein Falschdralltexturieraggregat, ähnlich Fig. 5 mit zwei sich kreuzenden
Bandläufen, dargestellt. Die Bezugszahlen des oberen Bandlaufs, auf den die Andrückeinrichtung
6 zum Klemmen des Fadens 14 einwirkt, entsprechen den Bezugszahlen in Fig. 5/6, da
im wesentlichen eine Übereinstimmung der technischen Ausführung besteht. Der untere
Bandlauf 111 mit den Rollen 112 und 113 kreuzt den Bandlauf 1 und ist in
[0038] Fig. 14 in die Zeichenebene hineingedreht dargestellt. Nach dem vorliegenden Aspekt
der Erfindung weist der untere Bandlauf 111 aber keine Andrückeinrichtung mehr auf.
Um dennoch eine hinreichende Klemmwirkung am Faden 14 zu erzielen und wirtschaftlich
arbeiten zu können (Fluidverbrauch), müssen die im folgenden beschriebenen Bedingungen
erfüllt sein:
Der Bandlauf 111 ist im Vergleich zum Bandlauf 1 stärker vorgespannt. Bevorzugt wird
dies durch Kraftgeber, beispielsweise durch Spannfedern 114 und 115 erreicht, die
unterschiedliche Federkräfte ausüben, wobei durch die Feder 115 im Bandlauf 111 eine
höhere, vorzugsweise etwa um 50 % höhere Zugkraft eingestellt wird.
[0039] Weiterhin wird vorgeschlagen, den Achsabstand L zwischen den beiden Umlenkrollen
112 und 113 so klein wie technisch sinnvoll auszuführen, um hierdurch ebenfalls eine
höhere Steifigkeit im Bandlauf 111 und eine geringere Auslenkung durch den auf den
Bandlauf 1 einwirkenden Stempel der Andrückeinrichtung 6 bzw. eine größere elastische
und entgegengesetzt zur Andrückkraft des Kraftgebers gerichtete Reaktionskraft (Rückstellkraft)
zum Zweck der Klemmung des Faserbündels zu erzielen. Eine ähnliche Erhöhung der Steifigkeit
des Bandlaufs 111, für den sich eine zweite Andrückeinrichtung erübrigt, erhält man
durch Anordnung einer in Fig. 14 gestrichelt dargestellten, frei drehbar gelagerten
Stützrolle 116, deren Drehachse senkrecht zur Wirkungsrichtung der auf den Faden 14
einwirkenden Andrückkraft angeordnet ist und vom Bandlauf 111 angetrieben ist. Diese
Stützrolle 116 kann zusätzlich auch noch durch einen nicht dargestellten Kraftgeber
im Sinn des Spannens des Bandlaufs 111 gegen die Innenseite dieses Bandlaufs gedrückt
werden.
[0040] Bei einer Untersuchung der in den Fig. 13 und 14 dargestellten Falschdralltexturiervorrichtung
wurde herausgefunden, daß auch die Zugkraft im schwächer gespannten Bandlauf 1 nach
unten begrenzt werden muß, um einen stabilen Fadenlauf zu erzielen. Ein bei dieser
Untersuchung gefundenes Kriterium für die Bemessung der Zugkräfte in den Bandläufen
1 und 111 besteht in der Angabe einer von anderen variablen Parametern wie Fadentiter,
Reibungswert, Kreuzungswinkel α, Drehungshöhe im Faden etc. unabhängigen Größe, nämlich
dem Bereich des Seileckwinkels β für die Auslenkung der Bandläufe, unter welcher das
Aggregat textiltechnisch gute Werte bei wirtschaftlich sinnvoller Einstellung liefert.
Dieser Seileckwinkel β am Bandlauf soll bei dem dargestellten Kreuzriemchenaggregat
im Bereich zwischen 1° und 6°, vorzugsweise im Bereich zwischen 2° und 4
0 liegen. Für diesen Bereich ergibt sich eine ausreichende Stabilität des Fadenlaufs.
Bei einer mittleren Andrückkraft des Bandlaufs an den Faden 14 von etwa 2 bis 2,5
N läßt sich hieraus die Zugkraft im straff gespannten Bandlauf 111 und mit etwa 60
bis 75 % dieses Wertes die Zugkraft im weicher gespannten Bandlauf 1 berechnen. Mit
diesem Werten lassen sich dann die Spannfedern 114 und 115 entsprechend dimensionieren.
[0041] Die in den Fig. 15 und 16 schematisch dargestellte Falschdralltexturiervorrichtung
besteht im wesentlichen aus den Überlaufrollen 200 und 201 für den ersten Bandlauf
202 sowie den Uberlaufrollen 203 und 204 für den zweiten Bandlauf 205. Beide Bandläufe,
vorzugsweise Endlosriemchen, sind in der Weise angeordnet, daß sie den symmetrisch
zum Fadenlauf einstellbaren Kreuzungswinkel α einschließen und bezüglich des zwischen
den Reiboberflächen der Endlosriemchen geklemmten Fadens 14 in im wesentlichen entgegengesetzter
Richtung (vgl. Pfeilrichtung in Fig. 16) angetrieben werden. Es sei darauf hingewiesen,
daß die Endlosriemchen der Bandläufe 202 und 205 gemäß Fig. 15 breiter sind als die
Uberlaufrollen, so daß ihre Längskanten auf beiden Seiten der Uberlaufrollen überstehen.
Die flexiblen Flachriemchen werden hierbei infolge ihrer Vorspannung über die Stirnflächen
der Uberlaufrollen gezogen, wobei die Arbeitsflächen zum Faden 14 hin konvex deformiert
werden. Die Vorspannung der Bandläufe erfolgt durch die Spannfedern 114 und 115 in
Fig. 16, von denen die eine Spannfeder 115 eine höhere Federkraft hat als die Spannfeder
114, um das Endlosriemchen 205 damit stärker vorzuspannen und ihm hierdurch eine härtere
Durchhangcharakteristik aus der Seileckbedingung zu verleihen. Das andere Endlosriemchen
202 wird durch eine Andrückeinrichtung 206 von seiner Rückseite her im Bereich der
Andrückzone örtlich angedrückt, wodurch das Faserbündel 14 zwischen den Reiboberflächen
geklemmt und die gewünschte Zwirnung eingebracht wird. Die Andrückzone wird durch
die Andrückfläche 210 der Andrückeinrichtung 206 definiert und liegt entsprechend
Fig. 15 beispielsweise oval oder entsprechend Fig. 18 kreisförmig vor. Zur Unterstützung
einer zum Fadenlauf hin konvexen Deformation des Endlosriemchens 202 ist die Fadenandrückzone
(in Längsrichtung des Faserbündels 14 betrachtet) kürzer als die Uberdeckung der in
der Aufsicht betrachteten Endlosriemchen 202 und 205 (parallel zum Faden liegende
Diagonale des von den Endlosriemchen in der Projektion gebildeten Rhombus) und vorzugsweise
auch kürzer als die jeweilige Breite der sich kreuzenden Endlosriemchen.
[0042] Bezüglich der Andrückeinrichtung 206, die vorzugsweise als Stempel an einer Zylinder-Kolben-Einheit
ausgebildet und von einem Druckfluid beaufschlagt ist, wird auf die nachfolgenden
Ausführungen hingewiesen. Es sei hier lediglich die Modifikation erwähnt, daß bei
der Andrückeinrichtung 206 nach Fig. 16 der Kolben und der Stempel 211 nur entgegen
einer definierten Rückstellkraft, beispielsweise einer Druckfeder 212, verschiebbar
ist. Die Druckfeder 212 stützt sich am Zylinder 213 ab und drängt den Kolben bei Druckentlastung
oder Entlüftung des Zylinders 213 in seine Anfangslage zurück, so daß die Andrückfläche
210 des Stempels nicht mehr auf die Rückseite des Riemens 202 einwirkt.
[0043] In den Fig. 15 und 16 ist ferner gezeigt, daß das Fadenbündel 14 ständig von einem
Fadenwächter 214 überwacht wird. Sobald von diesem festgestellt wird, daß kein Faden
vorhanden ist (beispielsweise bei einem Fadenbruch), so wird durch Kontaktgabe ein
selbstentlüftendes Steuerventil 215 betätigt und die Andrückeinrichtung 206 abgeschaltet,
indem der Durchfluß von der Druckmittelquelle 216 abgesperrt wird. Gleichzeitig wird
der Zylinder 213 über das Steuerventil 215 entlüftet, so daß der Kolben und Andrückstempel
211 durch die gespannte Druckfeder 212 zurückgedrängt und seine Andrückfläche 210
vom Endlosriemchen 202 wegbewegt wird.
[0044] In Fig. 17 sind verschiedene Ausführungsformen der Falschdralltexturiervorrichtung
gezeigt, bei denen zum Zweck einer vereinfachten Darstellungsweise die Ausschnitte
nach den Fig. 17a bis 17d Querschnitten der in die Zeichenebene gedrehten Bandläufe
nach Fig. 16 entsprechen. Hierbei zeigt Fig. 17a eine solche Falschdralltexturiervorrichtung,
bei der Endlosriemchen 218 und 219 mit zum Fadenlauf 14 hin einseitig gekrümmt ausgebildetem
Querschnitt verwendet werden. Bei einem solchen Aggregat sind die nicht näher gezeigten
Überlaufrollen kreiszylindrisch ausgebildet oder haben zur Stabilisierung gegen seitliches
Versetzen im Längsschnitt eine tonnenförmige Lauffläche. Für die Stabilisierung des
Riemchenlaufs ist es aber auch möglich, an den Uberlaufrollen einen Anlaufbund vorzusehen
oder seitlich angeordnete, mit der Drehachse in einer im wesentlichen senkrechten
Ebene zum Bandlauf vorliegende Uberlaufrollen zu verwenden. In der bevorzugten Ausführungsform
nach Fig. 17a wird ferner mindestens eines der Endlosriemchen durch den Stempel 211
einer zuvor beschriebenen Andrückeinrichtung 206 gemäß Fig. 16 von seiner Rücksaite
her gegen den Faden 14 angedrückt.
[0045] Es sei erwähnt, daß die Vorteile gemäß dieses Aspekts der Erfindung bereits erreicht
werden, wenn eines oder vorzugsweise beide Endlosriemchen 218 bzw. 219 senkrecht zu
ihrer Laufrichtung konvex gekrümmt ausgebildet sind und im Bereich der Fadenklemmlinie
einen keilförmigen Spalt bilden. Für das reibungsarme Aufeinandergleiten der Reiboberflächen
der Endlosriemchen bei Fadenbruch bedarf es dabei infolge des bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten
auftretenden Trageffektes der stauenden Grenzschicht nicht unbedingt der in der Zeichnung
dargestellten Abschaltung für die Andrückeinrichtung 206. Es wird jedoch bevorzugt
eine solche Abschaltung verwendet, um bei Fadenbruch den Druckluftverbrauch zu verringern
und das Aggregat unabhängig vom Fadentiter, der Riemchengeschwindigkeit und der eingestellten
Anpreßkraft betreiben zu können.
[0046] Fig.17b zeigt den Ausschnitt eines Falschdralltexturieraggregates mit von zwei endlosen
Flachriemchen 220 und 221 gebildeten Reiboberflächen. Das eine ist durch einen an
seinen Rändern gekrümmt ausgebildeten Andrückstempel 222 von seiner Rückseite her
gegen das Faserbündel 14 angedrückt. Hierdurch wird das an der Andrückfläche 210 anliegende
Flachriemchen 220 in der Fadenandrückzone konvex deformiert und die Riemchenränder
vom Fadenlauf abgehoben, insbesondere, wenn die beiden Reiboberflächen vor Einschaltung
der Andrückeinrichtung zwischen sich einen freien Spalt bilden. Es sei erwähnt, daß
das Endlosriemchen 221 auch durch die von einer steif ausgebildeten Scheibe oder Rolle
gebildete Reiboberfläche entsprechend den Fig. 7 bis 12 ersetzt werden kann.
[0047] Fig.17c zeigt den Ausschnitt eines Falschdralltexturieraggregates nach Fig. 18, bei
dem jeweils eine der Uberlaufrollen 223 und 225 für die endlosen Flachriemchen 227
und 228 eine tonnenförmige Lauffläche aufweisen, während die anderen Uberlaufrollen
224 und 226 von kreiszylindrischen Rollen gebildet sind, deren Höhe größer ist als
die Breite der Flachriemchen. Hierdurch werden die Flachriemchen 227 und 228 verwölbt,
wobei die Reiboberflächen gegen den Fadenlauf konvex gekrümmt sind. Diese Verwölbung
wird durch die im Querschnitt kreiszylindrisch ausgebildeten Andrückstempel 229 der
Andrückeinrichtungen verstärkt, welche von der Rückseite der Flachriemchen her auf
diese einwirken. Wie Fig. 17c und Fig. 18 zeigen, ist zur Verstärkung der konvexen
Deformation der Endlosriemchen die Andrückzone wesentlich schmaler als die Riemchenbreite.
Selbstverständlich könnten auch beide Uberlaufrollen 223, 226 bzw. 224, 225 tonnenförmig
ausgebildet sein.
[0048] Schließlich zeigt Fig. 17d noch ein Ausführungsbeispiel mit einer Andrückeinrichtung,
die einen Andrückkolben 230 besitzt, der beispielsweise im Zylinder einer Zylinder-Kolben-Einheit
oder von einem anderen Kraftgeber verschiebbar ist und wobei an der Stirnseite dieses
Andrückkolbens eine Andrückrolle 231 mit tonnenförmiger Lauffläche frei drehbar gelagert
ist, durch die der Endlosriemen 232 in der Fadenandrückzone konvex gegen das Faserbündel
gekrümmt wird. Es sei erwähnt, daß auch hier das endlose Flachriemchen 233 durch eine
andere, steif ausgebildete Reiboberfläche ersetzt werden kann. Die Uberlaufrollen
können hier wie auch in den vorangegangenen Beispielen im Längsschnitt tonnenförmig
oder zylindrisch mit konischen oder tonnenförmigen Endbereichen sein.
[0049] Die Andrückeinrichtung 6 nach den Fig. 6, 8, 10, 11 und 14 bzw. 206 nach Fig.16 weist
- ähnlich wie die anhand der Fig. 3 und 4 beschriebene Andrückeinrichtung - einen
als Zylinder-Kolben-Einheit ausgebildeten Kraftgeber auf und ist durch ein Druckfluid
beaufschlagbar. Das dem Zylinder 46 durch Leitung 47 zugeführte Druckmittel, vorzugsweise
Druckluft, wirkt einerseits statisch auf die innere Stirnfläche 48 des Kolbens 49
und strömt als Schmierluft andererseits durch den axialen Kanal 50 des Kolbens 49
in die als Vertiefung 51 ausgebildete, stirnseitig offene Luftkissenkammer in der
Andrückfläche 53 des Kolbens oder Stempels. Sie ist im Querschnitt entsprechend der
gewünschten geometrischen Gestaltung der Andrückzone 4 bzw. 210 oder 229 ausgebildet.
[0050] Der Kolben 49, der in axialer Richtung die offene Luftkissenkammer 51 aufweist, fährt
bei einer Druckbeaufschlagung aus, bis er an der Rückseite des ihm zugeordneten Bandlaufs
anliegt. Hierdurch wird ein weiteres Ausströmen des Druckmittels infolge des als Dichtfläche
ausgebildeten Randes 52 des Kolbens 49 unterbunden. Ist der Spalt zwischen der Andrückfläche
53 und der Rückseite des Bandlaufs abgedichtet, so gleichen sich die statischen Drücke
vor der inneren Stirnfläche 48 des Kolbens und in der Luftkissenkammer 51 aus, wobei
sich im Fall gleicher Wirkflächen ein Gleichgewicht der Kräfte einstellt. Da zwischen
dem Rand 52 des Kolbens 49 und dem Bandlauf jedoch Leckagen auftreten und dann durch
die Axialbohrung 50 Druckmittel nachströmt, ist der Druck - wegen des Druckverlustes
in der engen Axialbohrung 50 - in der Luftkissenkammer 51 etwas geringer als an der
inneren Stirnfläche 48 des Kolbens 49. Dadurch wird die Dichtfläche 52 stärker angedrückt,
was seinerseits zu einer Verringerung der Leckage führt. Kolbenstellung, Spaltweite,
Druckmittelverbrauch und Kraftwirkung des Kolbens auf die Arbeitsfläche stehen somit
in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis, wobei sich selbsttätig ein Gleichgewichtszustand
einstellt und die Anpreßkraft von der Differenz der Wirkflächen, dem Arbeitsmitteldruck
sowie dem Drosselverlust im Axialkanal 50 abhängt.
[0051] Das in die Luftkissenkammer 51 strömende Druckmittel kann sich nur über einen zwischen
dem Rand 52 des Kolbens 49 und der Rückseite des Riemens oder Bandlaufs bildenden
Spalt entspannen. Hierbei wird durch den Spalt der Reibkontakt zwischen den beiden
Flächen unterbrochen, die Andrückkraft aber unter Zwischenschaltung des Fluidpolsters
reibungsarm übertragen. Dieser Mechanismus der aerostatischen Scnmierung der Kolbenstirnfläche
53 bzw. der Andrückfläche des Stempels unter gleichzeitiger Ausübung einer einstellbaren
Anpreßkraft auf die Rückseite der flexiblen Reiboberfläche in der Andrückzone liegt
somit der bevorzugten Ausbildung der Andrückeinrichtung zugrunde.
[0052] Die stirnseitige Dichtfläche 52 des Kolbens oder Stempels wird zweckmäßigerweise
entsprechend den Fig. 22 bis 25 ausgebildet, um den Gegebenheiten der Falschdralltexturiervorrichtung,
der Oberflächenbeschaffenheit des Bandlaufes, der gewünschten Flächenpressung in der
Andrückzone oder dem Druckmittelverbrauch Rechnung tragen zu können. So dienen beispielsweise
lange Spaltwege zwischen der Luftkissenkammer 51 und der Umgebungsatmosphäre gemäß
Fig. 22 oder eine labyrinthartige Struktur der Andrückfläche 53 gemäß den Fig. 24
und 25 einer Verringerung des Druckluftverbrauchs, während eine schmale Dichtfläche
des Randes 52 gemäß Fig. 23 eine schärfere Begrenzung der Andrückzone bewirkt.
[0053] In dem Ausführungsbeispiel weist der Kolben 49 an seinem stirnseitig äußeren Ende
die Luftkissenkammer 51 auf, um die Reibung zwischen der Andrückfläche 53 und der
Rückseite der Arbeitsfläche herabzusetzen. Der Kolben 48 oder Stempel kann jedoch
entsprechend Fig. 21 oder 26 bis 34 auch derart ausgebildet sein, daß er in axialer
Richtung nur eine oder mehrere Axialbohrungen 127, 130, 131 oder Axialschlitze 54
aufweist, durch die ständig ein Teilstrom des Druckmittels austreten kann und der
die Andrückfläche 53 des Kolbens 49 bzw. des Stempels 126 "schmiert". Solche Schlitze
sind beispielsweise für längsgestreckte, insbesondere ovale Stempel oder Kolbenstirnflächen
(Fig. 26 bis 28) zweckmäßig.
[0054] In den Fig. 19 und 20 ist die zuvor beschriebene Andrückeinrichtung nach Fig. 6 derart
modifiziert, daß der Zylinder 46 über Ringkanäle 55 und 56 an zwei verschiedene Druckquellen
angeschlossen ist. Dabei hat das System gemäß Fig. 19 den Vorteil, daß die Andrückkraft
des Kolbens 49 von der Mengenversorgung der Luftkissenkammer 51 unabhängig ist und
getrennt eingestellt werden kann. Die durch Zuleitung 57 und Ringkanal 56 geführte
Druckluft dagegen bewirkt - unabhängig von der Andrückung des Kolbens oder Stempels
- eine Luftschmierung zwischen der Andrückfläche 53 und der Rückseite der Reiboberfläche.
[0055] Fig. 20 stellt eine weitere Modifikation der Zylinder-Kolben-Einheit dar,in der die
vom Druckfluid ausgeübte Kraftwirkung auf die innere Stirnfläche 48 des Kolbens 49
durch einen anderen Kraftgeber, beispielsweise eine Druckfeder 58, einen Permanentmagneten,
einen Elektromagneten, ein Gewicht oder dgl., erzeugt wird. Eine Druckfeder 58 drückt
beispielsweise auf die Kolbenstirnfläche 48. Sie ist durch eine einstellbare Gewindekappe
59 rein mechanisch vorspannbar.
[0056] Die Druckluftversorgung für die Luftschmierung erfolgt bei diesem System in Analogie
zu Fig. 19, indem die am Ringkanal 56 angeschlossene Druckfluidquelle durch schräge
Bohrungen 60 und einen axialen Kanal 61 mit einer Drosselstelle 62 an die Luftkissenkammer
51 angeschlossen ist. Somit ist bei diesem Ausführungsbeispiel die Luftschmierung
an der Andrückfläche 53 des Stempels unabhängig von der konstruktiven Ausbildung des
die Andrückkraft auf den Stempel und seine Nachstellung gegen die Rückseite der Reiboberfläche
bewirkenden Kraftgebers.
[0057] Weitere Einzelheiten des Zylinder-Kolben-Systems der Andrückvorrichtung sind in den
Fig. 26 bis Fig. 34 in verschiedenen Ausführungsformen schematisch dargestellt. Wie
zuvor beschrieben wurde, besteht die Andrückvorrichtung 6, 206 aus dem Zylinder 46,
der über zwei Fluid-Einlaßkanäle 55 und 56 an zwei Druckquellen anschließbar ist.
Dabei sei erwähnt, daß die Fluiddrücke in beiden Leitungen durch übliche Druckreduzierventile
oder Drosseleinrichtungen auf vorbestimmte Werte konstant eingestellt werden können,
bei denen die Andrückeinrichtung für einen vorgegebenen synthetischen Multifilamentfaden
und für bestimmte Maschineneinstellungen der Reiboberflächen die besten Texturierergebnisse
liefert. Diese Werte lassen sich durch einfache Versuche leicht ermitteln.
[0058] Der Fluid-Einlaßkanal 55 mündet im Zylinder 46 in einen Druckraum 121 oberhalb des
Kolbens 49 und drängt diesen aus dem Zylinder 46 so lange heraus, bis der Kolben eine
durch einen nicht dargestellten Anschlag definierte Endstellung erreicht hat oder
bis eine Reaktionskraft das Kräftegleichgewicht wieder herstellt. Der zweite Fluid-Einlaßkanal
56 mündet in den Druckraum 123 im Kolben 49 und ist durch eine Axialbohrung 50 mit
dem sich daran anschließenden Verteilerkanal 125 und der Andrückfläche des Stempels
126 verbunden. Er liefert die Schmierluft zur Herabsetzung der Reibung zwischen der
Andrückfläche des Stempels und der Rückseite des Riemen oder Bandlaufs. Fig. 26 zeigt
dabei im Längsschnitt und Fig. 27 mit Blick auf die Andrückfläche des Stempels 126,
daß das Druckfluid durch einen längs der Fadenklemmlinie verlaufenden Verteilerkanal
auf mehrere, in der Stirnfläche des Stempels angeordnete Bohrungen 127 verteilt austritt.
Nach Fig. 28 wird das Druckfluid auf zwei parallel angeordnete Reihen von Bohrungen
127 verteilt, während gemäß Fig. 29 eine Zone 128 der Andrückfläche des Stempels 126,
die in Richtung der Fadenklemmlinie verläuft, aus einem porösen Werkstoff besteht
und in die Andrückfläche des Stempels eingesetzt ist. Diese kann bei Bedarf beispielsweise
auch zweidimensional gekrümmt ausgebildet sein (konvex-zylindrische Krümmung).
[0059] Mit Erfolg wurden aber auch Zylinder-Kolben-Einheiten angewandt, bei denen ein Stempel
129 entsprechend Fig. 30 bzw. 31 ausgebildet war. Die Axialbohrung 124 für den Austritt
des zur Schmierung vorgesehenen Druckfluids mündet hierbei in eine zentrale Drosselbohrung
130 in der Andrückfläche 126 des Stempels 129 oder in einen Ringkanal, an den sich
umfangsverteilte Austrittsbohrungen 131 nach Fig. 32, eine poröse Kreisfläche 132
nach Fig. 33 oder eine poröse Ringfläche 133 nach Fig. 34 an der Andrückfläche des
Stempels anschließen.
[0060] Eine derartige Ausführung der Andrückfläche 126 in Verbindung mit einem Verzicht
auf eine Luftkissenkammer an der Stempelstirnfläche hat den Vorteil, daß auch bei
schwierigen Betriebseinstellungen und hohen Arbeitsgeschwindigkeiten der Reiboberflächen
hochfrequente Schwingungen unterdrückt werden, welche die Laufruhe des Faserbündels
14 in der Fadenandrückzone nachteilig beeinflussen und störenden Lärm erzeugen können.
[0061] In Fig. 35 ist schließlich noch eine weitere Modifikation der Andrückeinrichtung
gemäß der Erfindung dargestellt. Hierbei ist der Andrückstempel 222 in und quer zur
Bewegungsrichtung des Riemens oder Bandlaufs 220 ortsfest angeordnet, indem er beispielsweise
in einer Halterung 234 am Maschinenrahmen befestigt ist. Senkrecht zum Riemen oder
Bandlauf 220 ist er mittels der Rändelschraube 235 und der Einstellgewinde 236 zur
Rückseite des Riemens oder Bandlaufs 220 hin mechanisch nachstellbar. Der Andrückstempel
222 weist dazu in Längsrichtung einen Axialkanal 50 auf, der über die Zuleitung 57
mit Druckluft zur Schmierung der Andrückfläche beaufschlagbar ist. Hierbei wird der
flexible Riemen oder Bandlauf 220 zum Faden 14 hin leicht ausgebeult und eine analoge
Andrückwirkung wie bei den zuvor beschriebenen Andrückeinrichtungen erreicht, da das
Luftpolster im Bereich der Beule 237 kompressibel ist und die Reiboberfläche somit
federnd gegen den Faden angepreßt wird und andererseits mit der an der Andrückfläche
entweichenden Druckluft die Schmierung erfolgt.
BEZUGSZEICHENAUFSTELLUNG
[0062]
1 Bandlauf
2 Bandlauf
3 Fadenandrückzone
4 Fadenandrückzone
5 Andrückeinrichtung
6 Andrückeinrichtung
7)
8)
9) Umlenkrollen
10)
11) Band, Flachriemen
12)
13 Spalt
14 Faden, Faserbündel
15 Zylinder-Kolben-Einheit
16 Kolben
17 Zylinder
18 Stempel
19 Zuleitung
20 Zwischenlage aus elastischem Material
21 Kolbenstange
22 Stempelträger
23 Einsatzkörper, Andrückstempel
24 Andrückfläche
25 Düse
26 Bandlauf
27 starre Scheibe
28 Halterung
29 Fadenführer
46 Zylinder
47 Leitung
48 Stirnfläche des Kolbens
49 Kolben
50 Axialkanal
51 Luftkissenkammer, Vertiefung
52 Rand
53 Andrückfläche
54 Axialschlitz
55 Ringkanal
56 Ringkanal
57 Zuleitung
58 Feder
59 Gewindekappe
60 schräge Bohrung
61 Axialbohrung
62 Drosselstelle
100 Umlenkrolle
101 Umlenkrolle
102 Bandlauf
103 steif ausgebildete Rolle
104 Bandlauf
105 Umlenkrolle
106 Umlenkrolle
107 steif ausgebildete Rolle
108 Antriebswelle
109 Fadenführer
110 Fadenführer
111 Bandlauf
112 Umlenkrolle
113 Umlenkrolle
114 Kraftgeber (Spannfeder mit weicher Charakteristik)
115 Kraftgeber (Spannfeder mit harter Charakteristik)
116 Stützrolle
121 Druckraum
123 Druckraum
125 Verteilerkanal
126 Stempel, Andrückfläche des Stempels
127 Bohrungsreihe
128 poröse Zone
129 Stempel
130 Drosselbohrung
131 umfangsverteilte Austrittsbohrungen
132 poröse Kreisfläche
133 poröse Kreisringfläche
200 Uberlaufrolle
201 Uberlaufrolle
202 Bandlauf, Endlosriemchen
203 Uberlaufrolle
204 Uberlaufrolle
205 Bandlauf, Endlosriemchen
206 Andrückeinrichtung
210 Andrückfläche der Andrückeinrichtung
211 Stempel
212 Druckfeder
213 Zylinder
214 Fadenwächter
215 Steuerventil
216 Druckmittelquelle
218 einseitig gekrümmtes Endlosriemchen
219 einseitig gekrümmtes Endlosriemchen
220 konvex deformiertes, endloses Flachriemchen
221 endloses Flachriemchen
222 Andrückstempel mit gewölbter Stirnfläche
223 tonnenförmige Uberlaufrolle
224 kreiszylindrische Uberlaufrolle
225 tonnenförmige Uberlaufrolle
226 kreiszylindrische Uberlaufrolle
227 Flachriemchen
228 Flachriemchen
229 im Querschnitt kreiszylindrischer Andrückstempel
230 Andrückkolben
231 Andrückrolle
232 konvex deformierter Endlosriemen
233 endloser Flachriemen
234 Halterung
235 Rändelschraube
236 Einstellgewinde
237 Beule
1020 hyperboloidische Rolle
1030 Querschnitt des Bandlaufs
L Achsabstand
α Kreuzungswinkel
Seileckwinkel
f Winkel zwischen Fadenlauf und Normalebene zur Rollendrehachse
1. Vorrichtung zum Aufbringen einer Drehung auf ein Faserbündel oder einen multifilen
Faden (14), insbesondere eines Falschdralls in Verbindung mit einer Wärmebehandlung
zur Erzeugung von gekräuselten, synthetischen Fäden, bei der das Faserbündel (14)
zwischen zwei eine Klemmung auf das Faserbündel (14) ausübenden, bewegten Reiboberflächen
verdrallbar ist und bei der eine der Reiboberflächen von einem endlosen, flexiblen
Riemen oder Bandlauf gebildet ist, dem zum Andrücken seiner Reiboberfläche gegen das
Faserbündel (14) eine Andrückeinrichtung (5, 6, 206) zugeordnet ist, die in einer
Fadenandrückzone (3, 4) auf die vom Faden (14) abgewandte Rückseite des Riemens oder
Bandlaufs (11, 12; 102; 104; 202; 218; 220; 227, 228; 232) anpreßbar ist, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Andrückeinrichtung (5, 6, 206), die einen Andrückstempel
(18, 23, 49, 129, 211, 222, 229, 231) mit einer örtlich begrenzten, sich in Laufrichtung
des Fadens (14) und quer dazu erstreckenden Andrückfläche (53, 126, 210) aufweist,
kraftschlüssig gegen den Riemen oder Bandlauf (11, 12, 102, 104, 202, 218, 220, 227,
228, 232) anpreßbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beide Reiboberflächen
von endlosen, flexiblen Riemen oder Bandläufen (11, 12; 227, 228) gebildet sind, die
umlaufend angetrieben werden und in der Fadenandrückzone (3, 4) durch zugeordnete
Andrückeinrichtungen (5, 6, 229) von ihrer Rückseite her derart angepreßt werden,
daß sie zum Faden (14) hin ausgebeult werden und den Faden (14) am Umfang klemmen
und verdrallen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die andere, mit dem endlosen
Riemen oder Bandlauf (11, 102, 104) zusammenwirkende, bewegte Reiboberfläche steif,
d.h. unnachgiebig bzw. quasi unelastisch ausgebildet ist und als Stirn- oder Ringfläche
einer drehbar angetriebenen, ebenen oder tellerförmigen Scheibe (27) oder als Mantelfläche
einer drehbar angetriebenen, zylindrischen, kegeligen oder hyperboloidischen Rolle
(103, 107, 1030) vorliegt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Andrückstempel (49, 129, 211, 222, 229) in und quer zur Bewegungsrichtung
des Riemens oder Bandlaufs (11, 12, 102, 104, 202, 218, 220, 227, 228) ortsfest, jedoch
senkrecht zu dessen Bewegungsrichtung nachstellbar, vorzugsweise federnd nachstellbar
angeordnet ist, und daß zwischen der Andrückfläche (53, 126, 210) des Andrückstempels
(49, 129, 211, 222, 229) und dem Riemen- oder Bandlauf (11, 12, 102, 104, 202, 218,
220, 227, 228) ein aerostatisches Druckfluidpolster erzeugbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Andrückstempel (23) in und quer zur Bewegungsrichtung des Riemens oder Bandlaufs
(11, 12) ortsfest, jedoch senkrecht zu dessen Bewegungsrichtung nachstellbar, vorzugsweise
federnd nachstellbar angeordnet ist, und daß zwischen der Andrückfläche (24) des Andrückstempels
(23) und dem Riemen oder Bandlauf (11, 12) ein aerodynamischer Schmierfilm erzeugbar
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Andrückstempel
(23, 49, 129, 211, 222, 229, 231) durch einen Kraftgeber (15, 58), vorzugsweise durch
eine von einem Druckfluid beaufschlagte Zylinder-Kolben-Einheit (15) gegen den Riemen
oder Bandlauf (11, 12, 102, 104, 202, 218, 220, 227, 228, 232) nachstellbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Andrückfläche
des Andrückstempels (222, 231) gegen die Laufrichtung des Faserbündels (14) konvex-zylindrisch
oder kugelförmig gewölbt ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem Andrückstempel (18) der Andrückeinrichtung (5) und der Rückseite des Riemens oder
Bandlaufs (11, 12) trockene Reibung herrscht, indem der Andrückstempel (18) oder ein
an dem Stempelträger (22) befestigter Einsatzkörper aus einem Werkstoff mit niedrigem
Reibungskoeffizienten, wie beispielsweise Graphit, besteht, oder ein offenporiger,
mit Schmierstoff angereicherter oder getränkter Festkörper ist, wobei die Andrückfläche
des Andrückstempels (18) oder Einsatzkörpers die Fadenandrückzone (3) definiert, und
daß der Andrückstempel (18) gegen die Rückseite des Riemens oder Bandlaufs (11, 12)
federnd nachstellbar, vorzugsweise durch eine von einem Druckfluid beaufschlagte Zylinder-Kolben-Einheit
(15) nachführbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 4 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Andrückstempel
(49, 129, 211, 222, 229) einen in seiner ovalen, runden oder ringförmigen Andrückfläche (53, 126,128, 130, 131, 132, 133)
mündenden, axialen Kanal (50, 61, 62, 124, 127) aufweist und an eine Druckquelle für
ein flüssiges oder gasförmiges, evtl. einen Schmiermittelnebel mitführendes Druckfluid
anschließbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal (50,61, 62)
in einer an der Andrückfläche (53) des Andrückstempels (49, 211, 222, 229) offenen,
von einer Dichtfläche (52) an ihrem Umfang begrenzten Kammer (51) mündet.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Mündungsfläche der
Kammer (51) eine größere Längenals Breitenabmessung aufweist und mit ihrer Längsseite
parallel zur Fadenlaufrichtung vorliegt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal (50, 61, 62,
124) in der Andrückfläche (53,126, 210) des Andrückstempels (49, 129, 211, 222, 229)
in einer Mehrzahl von Öffnungen, Bohrungen (127, 130, 131) oder Schlitzen (54) oder
in einer porösen Zone (128, 132, 133) mündet.
13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben
(16, 49) der Zylinder-Kolben-Einheit (15) der an seinem freien Ende den Andrückstempel
(18, 49, 211, 222, 229) der Andrückeinrichtung (5, 6, 206) trägt, von einem Axialkanal
(50), durch welchen das Druckfluid aus dem Zylinderraum (121) der Andrückfläche (53,
126, 128, 132, 133, 210) des Andrückstempels (18, 49, 211, 222, 229) als Schmiermittel
- vorzugsweise über eine Drosselstelle (62, 130) - zuführbar ist, in Längsrichtung
durchsetzt ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Andrückstempel
(23) in seiner Andrückfläche (24) eine seitlich durch Dichtflächen begrenzte Ausnehmung
aufweist, die - in Laufrichtung des Riemens oder Bandlaufs (11, 12) gesehen - beginnt
und deren Höhe in Längsrichtung des Andrückstempels (23) derart abnimmt, daß zwischen
der Andrückfläche (24) des Andrückstempels (23) und der Rückseite des bewegten Riemens
oder Bandlaufs (11, 12) ein aerodynamisches Schmiermittelpolster ausgebildet wird.
15. Vorrichtung nach Anspruch 6 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Fluiddruck
für die Druckbeaufschlagung der Zylinder-Kolben-Einheit (15) unabhängig vom Druck
des gasförmigen Schmiermittels für die Andrückfläche (53, 126, 128, 132, 133, 210)
des Andrückstempels (49, 129, 222, 229) einstellbar ist (Fig. 19, 26, 30).
16. Vorrichtung nach Anspruch 3 und mindestens einem der Ansprüche 4 bis 15, dadurch
gekennzeichnet, daß die Drehachse der die steif ausgebildete Reiboberfläche aufweisenden
Rolle (103, 107, 1030) zur Einstellung eines Kreuzungswinkels α zwischen der Bewegungsrichtung
des Riemens oder Bandlaufs (11, 102, 104) und der Bewegungsrichtung der Oberfläche
der Rolle(103, 107, 1030) im Bereich der Fadenandrückzone (3, 4) verschwenkbar angeordnet
ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 3 und mindestens einem der Ansprüche 4 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß die Umlenkrollen (105, 106) des Riemens oder Bandlaufs (104) einen
größeren Durchmesser aufweisen als die Rolle (107) mit der steif ausgebildeten Reiboberfläche,
daß diese in dem von den Umlenkrollen (105, 106) und den Riementrums umschlossenen
Raum angeordnet ist und daß der Riemen oder Bandlauf (104) von außen her gegen die
Mantelfläche der Rolle (107) federnd nachstellbar angedrückt ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 3 und mindestens einem der Ansprüche 4 bis 15, dadurch
gekennzeichnet_, daß die steif ausgebildete Reiboberflächen aufweisenden Rollen (103)
mehrerer Fadenbearbeitungsstellen koaxial zueinander angeordnet sind und durch eine,
sich vorzugsweise über ein Feld oder die Gesamtlänge der Falschdralltexturiermaschine
erstreckende Welle (108) gemeinsam angetrieben sind, während die mit den Rollen (103)
auf den Faden (14) eine Klemmung ausübenden Riemen oder Bandläufe (102) bzgl. des
Kreuzungswinkels α ihrer Bewegungsrichtungen der Reiboberflächen individuell einstellbar
sind.
19. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der beide Reiboberflächen von endlosen, flexiblen
Riemen oder Bandläufen (12, 111, 202, 205) gebildet sind, die in parallelen Ebenen
geführt sind und umlaufend angetrieben werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Riemen
oder Bandläufe (12, 111, 202, 205) mit unterschiedlicher Zugkraft derart vorgespannt
sind, daß die bei laufendem Betrieb und aktiviertem Kraftgeber (15, 58) der Andrückeinrichtung
(5, 6, 206) vorliegende Zugkraft im stärker vorgespannten Riemen oder Bandlauf (111,
205) mindestens das 1,5-fache der Zugkraft im schwächer vorgespannten Riemen oder
Bandlauf (12, 202) beträgt, und daß gegen den schwächer vorgespannten Riemen oder
Bandlauf (12, 202) der Andrückstempel (18, 23, 49, 129, 211, 222) eine Andrückeinrichtung
(5, 6, 206) kraftschlüssig anpreßbar ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Achsabstand L der
Umlenkrollen (112, 113; 203, 204) des stärker vorgespannten Bandlaufs (111, 205) mehr
als das 1,0-fache und weniger als das 1,4-fache des Durchmessers der Umlenkrollen
(112, 113; 203, 204) beträgt, während der Achsabstand L der Umlenkrollen (9, 10; 200,
201) des schwächer vorgespannten Riemens oder Bandlaufs (12, 202) größer ist als das
1,7-fache, vorzugsweise mehr als das 2,0-fache des Durchmessers der Umlenkrollen (9,
10; 200, 201) beträgt.
21. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß der stärker vorgespannte
Riemen oder Bandlauf (111) dadurch versteift ist, daß er über eine zwischen den Umlenkrollen
(112, 113) in der Fadenandrückzone (3, 4) angeordnete, vorzugsweise zylindrische oder
hyperboloidische Stützrolle (116) geführt ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der beide Reiboberflächen von endlosen flexiblen
Riemen oder Bandläufen (202, 205, 218, 219, 221, 222, 227, 228, 232, 233) gebildet
sind, die in parallelen Ebenen geführt sind und umlaufend angetrieben werden, dadurch
gekennzeichnet, daß zumindest einer der Riemen oder Bandläufe (218, 219, 220, 221,
227, 228, 232, 233) - im Querschnitt gesehen - zum Fadenlauf hin konvex gewölbt ausgebildet
ist oder daß ein ebener Riemen oder Bandlauf (220, 227, 228, 232) durch die Andrückfläche
des vorzugsweise federnd nachführbaren Andrückstempels (211, 212, 229, 231) der Andrückeinrichtung
(5, 6, 206) oder durch eine im Längsschnitt tonnenförmige Überlaufrolle (223, 225)
zum Fadenlauf hin konvex deformiert wird, und daß der in der Fadenandrückzone (3,
4) konvex ausgebildete oder konvex deformierte Riemen oder Bandlauf (218, 219, 220,
227, 228, 232) mit dem anderen, hiermit zusammenwirkenden Riemen oder Bandlauf (221,
232) einen keilförmigen Spalt bildet.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine der
der Fadenklemmlinie benachbarten Uberlaufrollen (200, 201; 203, 204) oder die Andrückfläche
(210) des Andrückstempels (211, 222, 229) der Andrückeinrichtung (206) schmaler ist
als die Breite des Riemens oder Bandlaufs (202, 205, 218, 219, 220, 221, 227, 228).
24. Vorrichtung nach Anspruch 1 und mindestens einem der Ansprüche 2 bis 23, dadurch
gekennzeichnet, daß der Kraftgeber (15) durch den der Andrückstempel (18, 23, 49,
119, 211, 222, 229, 231) der Andrückeinrichtung (5, 6, 206) gegen den Riemen oder
Bandlauf (11, 12, 102, 104, 202, 218, 220, 227, 228, 232) anpreßbar ist, über ein
von einem Fadenwächter (214) erzeugtes Steuersignal bei Fadenbruch entspannbar ist.
25. Anwendung einer Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 24 zur Herstellung eines Effektgarnes
mit - über seine Länge gesehen - gezielten Veränderungen textiltechnischer Parameter,
wie beispielsweise Fadenstärke, Verteilung des Kräuselgrades oder dgl., dadurch gekennzeichnet,
daß an der Andrückeinrichtung (5, 6, 206) die auf den Andrückstempel (18, 23, 49,
119, 211, 222, 229, 231) durch den Kraftgeber ausgeübte Kraft, insbesondere der Fluiddruck
bei Verwendung einer Zylinder-Kolben-Einheit (15),nicht periodisch veränderbar ist.