[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Falschzwirnen eines synthetischen Fadens
in Texturiermaschinen, bei der die Drehung des Fadens durch Klemmung des Fadens zwischen
einer bewegten Oberfläche und der Stirnfläche einer sich drehenden Scheibe erfolgt.
[0002] Es sind durch die CH-PS 278 535 u.a. Friktionsfalschdraller bekannt, welche aus ebenen,
gekreuzten, endlosen umlaufenden Bändern bestehen, die den Faden zum Zwecke der Falschzwirnung
und Förderung zwischen sich einklemmen. Derartige gekreuzte Bänder bestehen aus einem
Material, das in der Lage ist, eine beliebige Anzahl von Bie
ge-wechseln zu ertragen und welches dabei so biegeweich ist, daß keine nennenswerten
Biegemomente aufgebracht werden müssen. Andererseits ist dieses Material aber in der
Lage, die durch Zentrifugalwirkung und Vorspannung auftretenden Zugkräfte zu ertragen.
Es hat sich widererwarten herausgestellt, daß ein derartig biegeweiches, gegen Verbiegung
nur einen geringen Widerstand aufweisendes Material, das aber andererseits eine hohe
Zugfestigkeit besitzt und elastisch ausgebeult werden kann, im besonderen Maße als
Material für die erfindungsgemäße flexible Scheibe geeignet ist.
[0003] Falschdrallvorrichtungen, welche aus zwei in entgegengesetzter Richtung umlaufenden,
runden Scheiben bestehen, die unter einem Winkel zueinander geneigt sind und sich
an einer Stelle mit ihren Rändern berühren, sind ebenfalls bekannt. Bei einer ähnlichen
Vorrichtung dieser Art (U
S-PS 3,156,084, US-PS 4,145,871) sind die Drehachsen der Scheiben dazu noch gegeneinander
versetzt und die Scheiben durch Federdruck mechanisch aneinander gepreßt.
[0004] Schließlich wurde für eine weitere Vorrichtung dieser Art (US-PS 3,373,554) vorgeschlagen,
die Arbeitsflächen der starren Scheiben bzw. der durch starre Scheiben abgestützten
bewegten Oberflächen magnetisch zusammenzupressen, indem beispielsweise die Scheiben
als Magneten entgegengesetzter Polarität ausgebildet sind und wenigstens teilweise
aus einem Dauermagnetwerkstoff bestehen.
[0005] Bei den bereits vorerwähnten, bekannten Scheibenaggregaten, bei denen die Scheiben
mit engem Spalt unter einem kleinen Winkel gegeneinander angestellt sind und bei denen
die Scheiben in der Fadenbearbeitungszone gegen den Faden gedrückt werden, ist schon
eine geringfügige Unwucht oder Unrundheit der Scheiben höchst nachteilig, da derartige
Abweichungen bei der hohen Drehzahl und der Massenträgheit der Scheiben zu Abweichungen
der Drehungshöhe im Textilfaden und damit zu Texturierfehlern führen, die im Gewebe
sichtbar werden. Ähnlich nachteilige Folgen ergeben sich auch durch Temperaturunterschiede
der Scheiben während des Betriebes, durch Wärmedehnung der Scheiben, die zur Änderung
der Spaltweite führt, oder durch Quellen der Oberflächen der Scheibenwerkstoffe wenn
die Reibung der Scheiben durch eine Flüssigkeitsschmierung herabgesetzt wird.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, zur Verbesserung des Texturierer
gebnisses und dessen Gleichförmigkeit die Andrückung der den direkten Reibkontakt am
Faden bewirkenden Reiboberflächen zu verbessern und die Andrückzone der Vorrichtung
hinsichtlich der Übertragung der Drehung auf den Faden wirksamer zu gestalten.
[0007] Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe erfolgt für eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 nach den kennzeichnenden Merkmalen dieses Anspruchs. Dabei kann die
flexible Scheibe federelastisch - z.B. aus einem Federstahlblech - oder biegeweich
- z.B. aus einer Gummifolie von ca. O,5 bis 3 mm Dicke-hergestellt sein.
[0008] Aus der gefundenen Lösung ergibt sich der wesentliche Vorteil, daß - im Gegensatz
zu den bekannten starren Scheiben - aufgrund der elastischen Deformierbarkeit der
von der flexiblen Scheibe gebildeten Reiboberfläche eine an die Fadenklemmlinie gut
anpaßbare, definierte Andrückzone geschaffen wird. Insbesondere ist die Andrückzone
an den Kreuzungswinkel der Scheiben durch die wählbare geometrische Formgebung der
Andrückeinrichtung anpaßbar. Durch einfache Steuerung der Andrückkraft läßt sich die
Kraftwirkung der Andrückeinrichtung ohne großen gerätetechnischen Aufwand an die gewünschten
Parameter des Texturierverfahrens, wie beispielsweise Fadentiter, Drehungshöhe und
Fadengeschwindigkeit angleichen.
[0009] Der Stempel der Andrückeinrichtung kann auf einfachste und kostensparende Weise z.B.
durch eine Druckfeder, einen Permanentmagneten oder einen Elektromagneten auf die
Rückseite der flexiblen Scheibe gepreßt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform
kann die Andrückeinrichtung gemäß der Erfindung als Zylinder-Kolben-Einheit ausgebildet
sein, deren Kolben von einem Druckfluid - also von einem flüssigen oder gasförmigen
Druckmittelbeaufschlagbar ist.
[0010] Wenn der Stempel der Andrückeinrichtung bzw. der Kolben in unmittelbarem Reibkontakt
mit der Rückseite der flexiblen Scheibe steht, kann für den Stempel bzw. für eine
auswechselbare,an ihm befestigte Stirnplatte ein Werkstoff mit niedrigem Reibungskoeffizienten
- z.B. Graphit - gewählt werden. Der Stempel bzw. seine Stirnplatte kann auch aus
einem offenporigen mit Schmierstoff angereicherten oder getränktem Festkörper bestehen.
In all den Fällen, bei denen der Stempel bzw. seine Stirnplatte die Rückseite der
flexiblen Scheibe unmittelbar berührt, wird die Andrückzone geometrisch von der Stirnfläche
des Stempels definiert. Zur weiteren Herabsetzung von Reibung und Verschleiß zwischen
der Stirnfläche des Stempels und der Rückseite der flexiblen Scheibe, kann die poröse
Stirnplatte des Stempels über eine Längsbohrung durch ein geeignetes gasförmiges oder
flüssiges Druckfluid geschmiert sein.
[0011] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Andrückeinrichtung wird bei direkter Beaufschlagung
der Rückseite der flexiblen Scheibe mit mindestens einem Druckfluidpolster eine besonders
reibungsarme Übertragung der Andrückkräfte auf die Rückseite der Scheibe und weitgehende
Verschleißfreiheit zwischen Andrückeinrichtung und der flexiblen Scheibe erreicht.
Zu diesem Zweck kann der Stempel bzw. der Kolben eine Längsbohrung aufweisen, welche
die druckluftbeaufschlagte Kolbenfläche mit der der flexiblen Scheibe zugewandten
Stirnfläche verbindet. In die der flexiblen Scheibe zugewandte Stirnfläche des Stempels
kann eine Kammer eingearbeitet sein, in welche die Längsbohrung mündet, so daß das
Druckfluid direkt auf die Rückseite der flexiblen Scheibe wirkt, um diese örtlich
elastisch gegen den Faden zu drücken. Die Längsbohrung durch den Srempel bzw. den
Kolben kann eine Drosselstelle enthalten bzw. selbst als Drosselstelle ausgebildet
sein. Bei dieser Ausführungsform kommt die Druckluft zur Beaufschlagung der Kolbenfläche
und für den Aufbau des Luftpolsters aus einer einzigen Druckluftquelle; sie kann aber
auch aus zwei getrennten Druckluftquellen geführt werden, wobei z.B. der Druckluft
für das Luftpolster eine Schmierflüssigkeit in feinverteilter Form - als Schmiermittel
- beigemischt sein kann.
[0012] Die vorbeschriebene Lösung mit einer aerostatischen Schmierung zwischen Andrückfläche
des Stempels und der flexiblen Scheibe ist besonders vorteilhaft, weil die Andrückung
massearm erfolgt und jegliche Art von Verschleiß durch die berührungslose Kraftübertragung
vermieden wird.
[0013] Es sei auch erwähnt, daß die Andrückeinrichtung gegen Unebenheiten der starren oder
der flexiblen Scheibe im wesentlichen unempfindlich ist und Stöße besser gedämpft
werden als bei den bekannten Andrückvorrichtungen, so daß an die Oberflächenbeschaffenheit
der Rückseite der flexiblen Scheibe viel geringere Anforderungen gestellt werden können
als beispielsweise bei mitlaufenden Stützrollen.
[0014] Die weiter oben mehrfach erwähnte flexible Scheibe wirkt mit einer anderen bewegten
Oberfläche vorzugsweise Reiboberfläche in der Weise zusammen, daß einander zugewandte
Stirnflächen - einmal der flexiblen Scheibe und zum anderen der starren, d.h. unelastischen
und unnachgiebigen Oberfläche - einander überlappen und den falschzuzwirnenden Faden
zwischen sich klemmen. Die starre, bewegte Oberfläche kann ebenfalls die Stirnfläche
einer drehbaren Scheibe sein. Unter "Stirnfläche" der Scheiben sind hier die Flächen
gemeint, die jeweils in einer Normalebene zur Drehachse der betreffenden Scheibe liegen.
[0015] In einer alternativen Ausführungsform. kann die starre, bewegliche Oberfläche die
Mantelfläche einer Rolle sein, die aus einem starren, d.h. unelastischen und unnachgiebigen
Material besteht. Aufbau und Anordnung einer solchen Rolle können weniger kostenaufwendig
sein als die einer starren Scheibe. Die Rolle ist schwenkbar angeordnet, um den Kreuzungswinkel
zwischen den Bewegungsrichtungen der miteinander auf den Faden einwirkenden Reiboberflächen
bzw. Arbeitsflächen verstellen zu können.
[0016] Die Rolle oder Walze kann kreiszylindrisch oder kreiskegelstumpf- oder kreiskegelförmig
ausgebildet sein. Sie kann zur Anpassung an eine optimale Fadenklemmlinie auch als
exaktes oder angenähertes Drehhyperboloid ausgebildet sein. Die geometrische Form
der Oberfläche des Drehhyperboloids richtet sich dabei bevorzugt nach dem beim Betrieb
der Textuiervorrichtung vorgesehenen Kreuzungswinkels α zwischen den Bewegungsrichtungen
der zusammenwirkenden Reiboberflächen. Die Andrückfläche der Andrückeinrichtung ist
zur Anpassung hieran eindimensionalkonvex gekrümmt.
[0017] in Falschzwirntexturiermaschinen mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen ist es vorteilhaft,
wenn die starr ausgebildeten Walzen, Rollen oder dergleichen mehrerer oder aller Arbeitsstellen
der Maschine koaxial zueinander angeordnet sind und durch eine sich vorzugsweise über
ein Feld oder die gesamte Länge der Maschine erstreckende Welle gemeinsam angetrieben
werden. Die Drehachsen der flexiblen Scheiben sind senkrecht zu der gemeinsamen Welle
der starren Rolle und parallel zueinander derart angeordnet, daß jeweils ein Faden
zwischen der Stirnscheibe einer flexiblen Scheibe und der Mantelfläche einer Rolle
unter Reibkontakt mit beiden hindurchläuft. Die flexiblen Scheiben sind derart schwenkbar
oder verschiebbar gelagert, daß sie individuell oder kollektiv relativ zu den Rollen
verstellt werden können, um den Kreuzungswinkel der Bewegungsrichtungen jeweils zweier
zusammenwirkender Scheiben und Rollen verändern und damit den jeweiligen Texturierverfahrensanforderungen
anpassenzukönnen.
[0018] Andrückeinrichtungen sind derart auf den den Fadenläufen abqewandten Stirnseiten
der flexiblen Scheiben angeordnet, daß sie sich über eine Teillänge des der flexiblen
Scheibe benachbarten Fadenlaufs erstrecken und die Andrückkräfte annähernd senkrecht
auf die Stirnfläche der flexiblen Scheibe bringen.
[0019] Die beschriebene Anordnung bewirkt eine einfache Konstruktion und einen wenig kostenaufwendigen
und kompakten Aufbau der Maschine. Durch die gedrängte Bauweise erreicht man kurze
Bediengunszeiten der Maschine.
[0020] In Anspruch 24 ist eine Anwendung der erfindungsgemäßen Texturiereinrichtung mit
einer fluiddynamisch betätigten Andrückeinrichtung zur Herstellung von Effektfäden
beschrieben.
[0021] Es hat sich nämlich gezeigt, daß sich die vorliegende Texturiereinrichtung in besonders
einfacher und vorteilhafter Weise auch zur Herstellung verschiedener Arten von Effektgarnen
benutzen läßt, indem beispielsweise die Oberflächengeschwindigkeit der Arbeitsflächen
bzw. Reibflächen entsprechend einem vorgebbaren Programm variiert wird. Bevorzugt
wird jedoch der Fluiddruck nicht periodisch oder nach einem Programm verändert, mit
dem der Stempel der Andrückeinrichtung gegen die Rückseite der flexiblen Scheibe statisch
andrückbar ist. Diese Änderungen können bevorzugt auch unregelmäßig nach einer Zufallsverteilung
erfolgen. Hierdurch läßt sich in vorteilhafter Weise der Schlupf zwischen dem Faden
und den flexiblen Scheiben beeinflussen und bei gleicher Arbeitsgeschwindigkeit die
Fadenstärke oder die Verteilung des Kräuselgrades im Faden steuern, wodurch sich bestimmte
textiltechnische Effekte gezielt herbeiführen lassen.
[0022] Es ist auch möglich durch nicht periodische Drehzahlerhöhung bei evtl. gleichzeitiger
Erhöhung des Anpaßdruckes gezielt zugedrehte Stellen im Faden zu erzeugen und damit
derartige textiltechnische Effekte bewußt herbeizuführen. Schließlich können auch
die mit dem Faden zusammenwirkenden Reiboberflächen in ihrem Reibwert so ausgebildet
werden, daß sie bei einer nicht periodischen oder nach einem bestimmten Programm ausgeführten
Verringerung der Anpressung einen erhöhten Schlupf aufweisen und hierbei auf die Fadenoberfläche
in der Weise aggressiv einwirken, daß gezielt Kapillarbrüche auftreten und die texturierten
Multifilamentfäden einen gewissen Fasergarncharakter erhalten. Zur Erzeugng solche
Effekte bewirkender Unregelmäßigkeiten können auch die Fadenführer vor und hinter
der Fadenbehandlungszone nach einem bestimmten Programm verstellt werden. Ebenso ist
an eine Veränderung des Kreuzungswinkels und der damit auf den Faden einwirkenden
Dreh- und Förderkräfte sowie eine Beeinflussung der Reibwerte der bewegten Oberflächen
gedacht.
[0023] Weitere Vorteile ergeben sich aus den Zeichnungen, die lediglich bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung darstellen.
Im einzelnen zeigen:
Fig. 1 eine aus zwei Scheiben mit unterschiedlichem Außendurchmesser bestehende Falschzwirnvorrichtung;
Fig. 2 den Querschnitt einer Falschzwirnvorrichtung gemäß Fig. 1;
Fig. 2a einen vergrößerten Ausschnitt aus dem Querschnitt gemäß Fig. 2 mit gegenüber
Fig. 2 abgewandelter Reiboberfläche;
Fig. 3 eine Falschzwirnvorrichtung gemäß Fig. 1 mit gleichen Scheibendurchmessern
und geändertem Fadenlauf;
Fig. 4 den Querschnitt einer Falschzwirnvorrichtung mit zwei pneumatisch angedrückten,
flexiblen Scheiben und zugeordneten Andrückeinrichtungen;
Fig. 5 Aufsicht und Ansicht einer Falschzwirnvorrich-und 6 tung mit Reiboberflächen,
die aus einer flexiblen Scheibe und einer starr ausgebildeten Rolle bestehen;
Fig. 6a ein abgewandeltes Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6;
Fig. 6b eine Anordnung mehrerer Falschzwirnaggregate gemäß Fig. 6 in einer Texturiermaschine;
Fig. 7 den Querschnitt durch eine weitere Ausgestaltungsform der flexiblen Scheibe
mit Antriebseinrichtung;
Fig. 8a Einzelheiten von Andrückeinrichtungen im 8b Längsschnitt gemäß Fig. 1 bis
4; und 9
Fig. 10 weitere Ausgestaltungsformen der Andrückeinbis 12 richtung;
Fig. 13 Ausbildungsformen der Stempelstirnfläche
bis 16 der Andrückeinrichtung mit Luftkissenkammer;
Fig. 17 Ausgestaltungsformen der Andrückeinrichtung bis 25 mit als Kolben ausgebildetem
Stempel und verschiedener Ausführungen der fluiddynamischwirkenden Andrückfläche des
Stempels;
Fig. 26 Querschnitte durch abgewandelte Ausführungs-und 27 beispiele der Falschzwirneinrichtung ähnlich Fig. 2.
[0024] Die Fig. 1 bis 4 zeigen Falschzwirnvorrichtungen, bei denen die Andrückeinrichtung
6- wie die in den Fig. 2 und 4 dargestellten Querschnitte zeigen - Anwendung findet.
Die Falschzwirnvorrichtung besteht dabei jeweils aus zwei drehbar gelagerten umlaufend
angetriebenen Scheiben 26 und 27, 28 und 29 und 42 und 43, die zum Teil unterschiedliche
und zum anderen Teil gleiche Durchmesser haben, und die entweder aus der Kombination:
starre Scheibe - flexible Scheibe oder flexible Scheibe - flexible Scheibe gebildet
sind.
[0025] Die starr ausgebildeten Scheiben 26 und 28 sind jeweils mit ihren Naben 31 auf den
Antriebswellen 30 gelagert. Unter einer"starr ausgebildeten Scheibe" wird hier eine
um eine Drehachse drehbare Scheibe mit biegesteifem Scheibenkörper verstanden, deren
Oberfläche in dem Berührungsbereich mit dem Faden, bzw. in dem Bereich, in dem sie
zusammen mit einer Gegenscheibe den laufenden Faden klemmt, dem Faden gegenüber praktisch
unelastisch, unnachgiebig oder nicht eindrückbar ist. Diese Oberfläche kann - wie
weiter unten noch im einzelnen zu erläutern ist - besonders bearbeitet bzw. beschichtet
sein.
[0026] Die Nabe und die tellerartige Scheibe 26, die einen axial abgesetzten, ebenen Rand
32 als mit dem Faden in Berührung stehende Reiboberfläche aufweist, besteht aus einem
Stück und ist beispeilsweise aus einem Gußrohling gefertigt. Der Tellerboden ist relativ
stark gehalten, um die Steifigkeit der Scheibe zu erhöhen. Die Scheiben 27 und 29
sind dagegen als ebene, dünne Scheiben aus elastisch leicht verformbaren Werkstoff
hergestellt und mit einer Spannhülse 33 gegen eine Schulter 34 der Antriebswelle 35
verspannt. Die Scheiben 26 und 27, bzw. 28 und 29 sind parallel zueinander angeordnet
und - wie Fig. 2 zeigt - axial um einen schmalen Spalt 36 derart versetzt, daß der
vom Fadenführer 37 zu den Scheiben geneigt zulaufende Faden 14 bzw. 14a am Umfang
zwischen den Scheiben 26 und 27 bzw. 28 und 29 geklemmt und durch direkten Reibkontakt
um seine Achse gedreht und in seiner Laufrichtung gefördert wird.
[0027] Die Andrückeinrichtung 6 wirkt dabei örtlich auf die dünne, flexible Scheibe 27 bzw.
29 ein und drückt diese in der Fadenandrückzone 38 gegen den Faden 14, der sich gegen
die starre Scheibe 26 bzw. 28 abstützt. Die Geometrie der Fadenandrückzone 38 kann
ebenfalls wie oben beschrieben, den Texturierverhältnissen, insbesondere der Breite
des Randes 32 der Scheibe 26, dem Fadentiter, der Fadenspannung, den Reibverhältnissen
an den Reiboberflächen usw. angepaßt werden.
[0028] Der Vorteil der gezeigten Falschzwirnvorrichtung mit jeweils einer starren und einer
gegen die starre Scheibe angedrückten, flexiblen Scheibe gegenüber den bekannten Falschzwirneinrichtungen
mit sich kreuzenden Riemen liegt darin, weitere, insbesondere härtere und verschleißfestere
Werkstoffe für die Reiboberflächen einsetzen zu können. Hierfür kommen Kunststoffe,
Stahl und andere metallische sowie keramische Werkstoffe infrage. Dazu sind an sich
bekannte Oberflächenbehandlungsverfahren - wie Plasmabeschichtung oder ähnliches -
zur Verbesserung der Reibverhältnisse gegenüber dem Faden und zur Erhöhung der Verschleißfestigkeit
d.h. der Lebensdauer der Reiboberfläche anwendbar; so kann die flexible Scheibe z.B.
aus Gummi bestehen bzw. eine Gummibeschichtung bzw. -auflage aufweisen; sie kann auch
mit einem anderen geeigneten weichen Material mit einer Reiboberfläche beschichtet
sein.
[0029] Die in Fig. 2a in einem Teilquerschnitt dargestellte Scheibe weist eine Beschichtung
auf, bei der die die eigentliche Reiboberfläche darstellende Schicht 7 mittels einer
Zwischenschicht 8 aus einem weicheren Material mit dem Scheibenkörper verbunden ist.
Die ringförmige Ausbildung hat den Vorteil, daß nicht die ganze Stirnfläche der Scheibe
beschichtet werden muß.
[0030] Die Vorrichtungen nach den Fig. 1 bis 4 können bei entsprechender Drehrichtung (Drehpfeile)
mit unterschiedlichem Fadenlauf betrieben werden. Während in Fig. 1 der Faden zwischen
den Achsen der beiden Scheiben hindurch läuft, liegt der Fadenlauf bei der Vorrichtung
gemäß Fig. 3 parallel zur Verbindungslinie der beiden Drehachsenmitten. Das erleichterte
Anlegen des Fadens bei der Vorrichtung gemäß Fig. 3 im Vergleich zur Vorrichtung gemäß
Fig. 1 wird mit dem Nachteil eines etwas instabileren Fadenlaufs erkauft, der infolge
der Assymmetrie der Anordnung bei bestimmten Einstellungen des Aggregates auftreten
kann.
[0031] Schließlich sei noch erwähnt, daß ein ungleicher Scheibendurchmesser gemäß Fig. 1
eine assymmetrische überdeckung der Scheibenstirnflächen bedingt, mit dem Vorteil,
daß der Fadeneinlauf nicht mit dem Zwickelbereich der Scheiben zusammenfällt.
[0032] Fig. 4 zeigt eine Falschzwirnvorrichtung, bei der in Abweichung von den in den Fig.
1 bis 3 dargestellten Vorrichtungen zwei flexible, dünne Scheiben 42 und 43 auf den
Wellen 44 und 45 befestigt und in geringem axialen Abstand angeordnet sind. Die Scheiben
sind in Richtung der Drehpfeile gleichsinnig angetrieben.
[0033] Die flexiblen Scheiben sind nach der Erfindung dünnwandig ausgebildet und bestehen
aus einem Werkstoff, der einerseits hohe Zugbeanspruchungen aushält, andererseits
jedoch einen nur sehr geringen Widerstand gegen Verbiegung aufweist, so daß senkrecht
auf die Stirnfläche der Scheiben wirkende örtlich angreifende Kräfte diese Scheibe
nur örtlich und nur vorübergehend ausbeulen, d.h. daß sich die Beulen nach Verschwinden
der Krafteinwirkung sofort wieder glätten. Bei der erfindungsgemäßen Einrichtung wirken
die Kräfte der Andrückeinrichtung durch die dünnwandige flexible Scheibe auf den Faden,
der sich seinerseits an der starren Scheibe oder an der zweiten dünnwandigen, flexiblen
Scheibe abstützt, die ihrerseits ebenfalls von ihrer Rückseite durch eine Andrückeinrichtung
abgestützt wird. Zwischen den beiden Scheiben bleibt so ein sehr schmaler Spalt bestehen,
in welchen der laufende Faden zwischen den beiden Scheiben geklemmt wird.
[0034] Es hat sich für die Erfindung als besonders vorteilhaft herausgestellt, als Werkstoff
für die flexiblen Scheiben einen Verbundwerkstoff zu verwenden, der aus einer elastomeren
Komponente, vorzugsweise einem Chemiewerkstoff auf der Basis Acrylnitril/Butadien/Mischpolymerisates
oder eines Polyurethan-Kautschuks besteht und der zur Aufnahme an der Scheibe wirksamen
Zentrifugalkräfte eine Kordfadeneinlage in einer zur Reiboberfläche der Scheibe parallelen
Ebene aufweist. Hierbei gewährleistet die elastomere Komponente des Werkstoffs der
Reiboberfläche einerseits eine schlupfarme Übertragung der Drehungen in den laufenden
Faden und andererseits eine günstige elastische Verformbarkeit der Scheibenwand in
der Andrückzone, da die Kordfadeneinlage gegenüber einer Verformung durch die von
der Rückseite der Arbeitsfläche örtlich einwirkenden Quer- oder Schubkräfte keinen
merklichen Widerstand leistet.
[0035] Die angegebene Werkstoffkombination bietet aber auch den Vorteil, daß die Stirnfläche
der benachbarten und miteinander wirkenden Scheiben z.B. 26 und 27, 28 und 29 und
42 und 43 außerhalb der Andrückzone nicht aneinandergepreßt bleiben, sondern durch
die zwischen den Arbeitsflächen mitgeschleppten Luftschichten abgehoben und zu- rückgedrän
qt werden und somit außer Berührung kommen. Dies bedeutet, daß in dem Bereich der sich
überlappenden Reiboberflächen der Scheiben kein nachweisbarer Verschleiß auftritt,
auch wenn kein Faden läuft.
[0036] Die Kordfadeneinla
ge zur Aufnahme der in der Scheibe wirksamen Zugkräfte kann als ebenes Faserflies aus
hochfesten Fasern, vorzugsweise als Wirrfaserflies oder als Gewebe, Gewirke, Fadengelege
oder dergleichen ausgebildet sein, daß mit einer Lösung der elastomeren Komponente
imprägniert ist und Deckschichten aus diesem Material aufweist. Die Kordfadeneinlage
kann insbesondere aus organischen Fasern wie Natur-, Synthese- und Kohlenstoffasern,
vorzugsweise jedoch aus hochfesten Polyamid-oder Polyäthylentherephthalatfasern bestehen.
Es ist auch möglich, anorganische Fasern wie Glasfasern oder metallische Fasern, insbesondere
Stahlfasern (Stahlkord), für die Kordfadeneinlage zu verwenden.
[0037] Es können auch mehrere Kordgewebeeinlagen je nach Dicke der Scheibe und gegebenenfalls
zueinander winkelversetzt übereinadergelegt werden, so daß auch die jeweiligen Kett-
bzw. Schußfäden zueinander winkelversetzt sind und die Zugfestigkeit für alle Bereiche
der Scheibe im wesentlichen gleich groß ist.
[0038] Die gesamte Dicke der in Rede stehenden scheiben- oder ringförmigen Reiboberflächen
beträgt zwischen 0,6 und 3 mm, vorzugsweise zwischen 0,8 und 1,4 mm, wobei die äußeren
Scheibendurchmesser ca. 80 mm betragen. Bei den durchgeführten Versuchen ergab sich
bei Fadengeschwindigkeiten über 600 m/min eine sehr gleichmäßige, in den Faden eingebrachte
Drehung, die nach einer Wärmefixierung zu einer sehr gleichmäßigen Kräuselung des
Fadens führte.
[0039] Auch nach längerer Laufzeit der Aggregate konnte an den Reiboberflächen kein Verschleiß
festgestellt werden. Selbst bei einem auftretenden Fadenbruch, nach welchem die Andrückung
versehentlich eingeschaltet blieb, war an den Reiboberflächen kein Verschleiß nachweisbar.
[0040] Es sei darauf hingewiesen, daß die Befestigung der flexiblen Scheiben 27 und 29 bzw.
der Scheiben 42 und 43 in Fig. 4 auch anders als durch ein Verspannen zwischen den
Spannhülsen 33 und einer Schulter 34 an der Antriebswelle 44 bzw. 45 erfolgen kann.
So ist in Fig. 7 beispielsweise ein rotationssymmetrischer Tragkörper 10 gezeigt,
der eine ebene Stirnfläche aufweist, auf welcher die flexible Scheibe 11 flächig aufgeklebt
ist. Auf den radial überstehenden Rand der flexiblen Scheibe 11 wirkt dabei im Bereich
der Fadenandrückzone die hier nicht im einzelnen ausgeführte Andrückeinrichtung 6
ein. Die flexible Scheibe 11 besteht - wie zuvor beschrieben - aus einem Verbundwerkstoff,
aus einer elastomeren Komponente und einer Kordfadeneinlage. Zur Erhöhung der Steifigkeit
dieser Scheibe kann die Kordfadeneinla
ge auch aus sehr dünnen Metallfasern bestehen. Der Tragkörper 10 für die flexible Scheibe
11 trägt an seinem Fuß eine Zahnscheibe 12, über die der den Antrieb der Scheibe bewirkende
Zahnriemen 13 geführt wird. Der Tragkörper ist mit seiner Drehachse, die in Lagern
9 drehbar gelagert ist, durch eine Spannschraube verspannt. Da die Lagerung des Aggregates
nicht Gegenstand der Erfindung ist, ist sie hier nicht näher erläutert.
[0041] Die Fig. 5 und 6 zeigen in Aufsicht und Ansicht die schematische Darstellung eines
Falschzwirnaggregates, bei dem eine drehend angetriebene, erfindungsgemäße, flexible
Scheibe 107 verwendet wird, welche mit der radial zur Scheibe 107 angeordneten Mantelfläche
einer steifausgebildeten Walze oder Rolle 103 zusammenwirkt, um dem Faden 104 eine
Drehung zu erteilen. Die von der Welle 108 angetriebene flexible Scheibe 107 wird
durch die - weiter unten noch im einzelnen zu erläuternde
' - fluiddynamisch betätigte Andrückeinrichtung 105 in der von dem Stempel definierten
Andrückzone 106 örtlich gegen den Faden 104 und gegen die Rolle 103 gedrückt, wodurch
der Faden 104 in der in Fig. 5 gezeigten Pfeilrichtung gefördert und dabei falschgedrallt
wird. Hierbei sind die flexible Scheibe 107 in Drehrichtung 109 und die steifausgebildete
Rolle 103 mit kreiszylindrischem Querschnitt in Drehrichtung 110 angetrieben und der
Faden 104 von unterhalb der flexiblen Scheibe 107 durch Fadenführer 150 und 151 auf
einer solchen Bahn zu- bzw. weggeführt, daß die Umfangsgeschwindigkeiten der Scheibe
107 und der Oberfläche der Rolle 103 in der Andrückzone 106 im wesentlichen gleich
groß sind. Der Kreuzungswinkel zwischen den Richtungen der beiden Umfangsgeschwindigkeiten
im Klemmpunkt bzw. im Mittelpunkt der Klemmlinie ist in Fig. 5 mit α bezeichnet. Der
in Fig. 5 dargestellte Kreuzungswinkel ol beträgt 90 ; er kann aber in Anpassung an
die geforderten textilen Eingeschaften des Fadens kleiner oder größer gewählt werden.
[0042] Fig. 6a zeigt eine Falschzwirneinrichtung gemäß den Fig. 5 und 6, bei der jedoch
anstelle der zylindrischen Rolle 103 mit kreisförmigem Querschnitt eine kegelige -
genauer: kegelstumpfförmige - Rolle 203 verwendet wird. Diese Ausführungsform des
Falschzwirnaggregates gestattet eine besonders gute Abstimmung der Umfangsgeschwindigkeiten
der flexiblen Scheibe 107 und der Rolle 203 in Abhängigkeit vom Abstand der Klemmlinie
vom Mittelpunkt der flexiblen Scheibe 107.
[0043] In Fig. 6b sind mehrere Falschzwirnaggregate der in den Fig. 5 und 6 dargestellten
Art schematisch als Abschnitt eines Feldes einer Texturiermaschine gezeigt. Hierbei
sind zur Vereinfachung der Antriebe sämtliche Rollen 103 axial zueinander auf einer
gemeinsamen Antriebswelle 115 angeordnet und angetrieben. Die einzelnen flexiblen
Scheiben 107 sind in einem Abstand, der der engsten Maschinenteilung entspricht, nebeneinander
und oberhalb der Rollen 103 angeordnet und durch nicht dargestellte, individuelle
Andrückeinrichtungen in Richtung auf die Mantelflächen der Rollen 103 gedrückt. Der
Kreuzungswinkel der Fadenläufe mit der Bewegungsrichtung der Rollen 103 wird durch
Fadenführer 116 und 117 festgelegt. Diese Fadenführer können verstellbar und einstellbar
am nichtdargestellten Maschinengestell befestigt sein. Zur Einstellung des weiter
oben bereits definierten Kreuzungswinkels
Gl zwischen den drallerteilenden Reiboberflächen sind die flexiblen Scheiben 107 bezüglich
der Rollen 103 einzeln um die Schwenkachsen 118 schwenkbar angeordnet. Die die flexiblen
Arme 107 tragenden Schwenkarme 119 aller Falschzwirneinrichtungen einer Texturiermaschine
können durch eine sich längs der Maschine erstreckende Stange miteinander verbunden
sein, um die Einstellung des Kreuzungswinkels α für alle Arbeitsstellen einer Texturiermaschine
bzw. eines Feldes einer Texturiermaschine einstellen zu können. Anstelle der Verschwenkung
der flexiblen Scheiben kann auch eine Längs- und/oder Querverschiebung der flexiblen
Scheiben vorgesehen sein.
[0044] Bevor die, in den Fig. 1 bis 6 angedeutete Andrückeinrichtung 6 im einzelnen erläutert
wird, soll nun zunächst die Andrückeinrichtung 5 anhand der Fig. 8a, 8b und 9 eingehend
beschrieben werden. Sie besteht aus der Zylinder-Kolben-Einheit 15, die über ihren
Kolben 16 den Stempel 18 fluid-betätigt im wesentlichen senkrecht auf die Rückseite
der flexiblen Scheiben 42 und 43 drückt. Im Bereich der dadurch gebildeten Andrückzone
läuft der Faden 14 zwischen den flexiblen Scheiben 42 und 43 hindurch, wobei sein
Umfang in Reibkontakt mit den Reiboberflächen dieser Scheiben gelangt. Die Zylinder-Kolben-Einheit
15 ist über die Zuleitung 19 an eine nichtdargestellte Fluidquelle, vorzugsweise Druckluftquelle,
angeschlossen. Anstelle der Druckluft kann auch Druckflüssigkeit verwendet werden.
Der vom Druckfluid beaufschlagte Kolben 16 ist im Zylinder 17 geführt. Die Druckkraft
des Kolbens 16 wird über eine Zwischenlage 20 aus elastischem und schwingungsdämpfenden
Material auf die Kolbenstange 21 übertragen, so daß Schwingungen infolge von Unebenheiten
der flexiblen Scheiben oder des Fadens selbst gedämpft werden. Der Kolben 16 ist durch
die Kolbenstange 21 mit einer Druckplatte 22 verbunden, an welcher der Stempel 18
befestigt ist.
[0045] Bei der in den Fig. 8a und 8b dargestellten Andrückeinrichtung kann die Fadenandrückzone
durch die Gestaltung des Querschnittes des Stempels 18 bzw. deren Stirnfläche geometrisch
festgelegt und - entsprechend den optimalen Verhältnissen - in Abhängigkeit von der
Breite und dem Kreuzungswinkel dL der Bewegungsrichtungen der flexiblen Scheiben gewählt
werden. So ist beispielsweise eine schmale, längsovale Andrückzone 38 (Fig. 1 und
3) zweckmäßig, um den Verschleiß zwischen dem Stempel 18 und den flexiblen Scheiben
42 und 43 gering zu halten und gleichzeitig eine definierte Andrückkraft auf den Faden
14 zu übertragen. Ein Kippen des Stempels 18 bei zunehmender Abnutzung wird durch
eine ausreichend lange Führung der Kolbenstange 21 und der Druckplatte 22 im Zylinder
17 verhindert. Außerdem kann, um den Verschleiß zwischen dem Stempel 18 und der flexiblen
Scheibe 42 bzw. 43 weiter zu mindern, die Stirnfläche des Stempels 18 ballig, d.h.
konvexgewölbt gegen die flexible Scheibe ausgebildet sein. So kann die Stirnfläche
z.B. aus dem Abschnitt eines Kreiszylinders oder einer Kugel gebildet sein. Diese
Ausgestaltung der Stirnfläche des Stempels 18 begünstigt das Ausbeulen und "wieder-Glätten"
der flexiblen Scheibe im Dereich der Andrückzone.
[0046] Der Stempel 18 kann aus Graphit bestehen, um die Reibleistung gering zu halten. Bevorzugt
kann der Stempel 18 mit einer Graphit-Stirnplatte versehen sein, die zur Verbesserung
der Wärmeableitung mit metallischen Partikeln aus Bronze, Kupfer oder ähnlichem durchsetzt
ist. Es kann sich andererseits aber auch um eine Stirnplatte handeln, die aus offenporigem
Material besteht und mit einem geeigneten Schmierstoff angereichert oder getränkt
ist.
[0047] In Fig. 8b ist die Andrückeinrichtung gegenüber Fig. 8a um 90° versetzt dargestellt,
um hierdurch die unterschiedlichen radialen Ausdehungen des Stempels 18 und die Möglichkeit
der freien geometrischen Gestaltung der Andrückzone zu unterstreichen.
[0048] Eine weitere, in den Fig. 8a und 8b nicht dargestellte Lösung zeichnet sich dadurch
aus, daß durch eine axiale Längsbohrung der Kolbenstange 21 und der Druckplatte 22
dem offenporigen, gesinterten Stempel 18 ein gasförmiges oder flüssiges Schmiermittel
zugeführt wird. Dieses Schmiermittel kann beispielsweise ein Teilstrom des Druckfluids
sein, mit dem die Zylinder-Kolben-Einheit 15 beaufschlagt wird. Dem Gasstrom kann
jedoch auch ein flüssiges Schmiermittel in feiner Verteilung - eine Art Schmiermittelnebel
- beigemischt sein.
[0049] In Fig. 9 ist alternativ zu den Fig. 8a und 8b eine Zylinder-Kolben-Einheit 15 der
Andrückeinrichtung dargestellt, bei der an der Druckplatte 22 ein fester metallischer
Einsatzkörper bzw. Stempel 23 in Form eines Gleitlagersegmentes befestitgt ist, das
zur Führung im Zylinder 17 parallele Längskanten und gegenüber der flexiblen Scheibe
- also stirnseitig - eine keilförmige Ausnehmung 24 aufweist. In Richtung der Scheibenbewegung
gesehen, nimmt die Höhe der Ausnehmung von der Frontseite des Stempels 23 her zu seiner
Rückseite hin ab, so daß sich zwischen der Andrückfläche des Stempels 23 und der flexiblen
Scheibe ein aerodynamisches Polster aufbauen kann. Die Seitenwände des Stempels 23
können soweit heruntergezogen werden, daß ihre Stirnflächen parallel zur Stirnfläche
der flexiblen Scheibe liegen. Der Stempel 23 kann aus einem hoch-verschleißfesten
Werkstoff hergestellt werden.
[0050] Um auch beim Anlaufen der flexiblen Scheibe bereits eine Klemmwirkung auf den Faden
ohne erhebliche Reibung zwischen den Seitenwänden des Stempels 23 und der Stirnfläche
der flexiblen Scheibe ausüben zu können, kann in der Wand des Zylinders 17 in Laufrichtung
der flexiblen Scheibe vor dem Stempel 23 eine Düse 25 angeordnet sein, durch die dosiert
ein Schmiermittel, vorzugsweise Wasser, eine für den Faden 14 unschädliche Präparation
oder eine geeignete ölemulsion auf die Stirnseite der flexiblen Scheibe aufgetragen
werden.
[0051] Von der Andrückeinrichtung 5 unterscheidet sich die an den Falschzwirnvorrichtungen
der Fi
g. 2, 4 und 6 verwendete Andrückeinrichtung 6 dadurch, daß in Weiterbildung der Erfindung
bei dieser Einrichtung die Andrückkräfte mittels eines Druckfluidpolsters aufgebracht
werden, das durch zuführen von Druckflüssigkeit, vorzugsweise Druckluft aus einer
Druckluftquelle mit der notwendigen bzw. gewünschten Druckhöhe nach Ermessen aufgebaut
wird. Hierbei liegt eine aerostatische Schmierung zwischen Andrückfläche des Stempels
und der Rückseite der flexiblen Scheibe vor.
[0052] Die Andrückeinrichtung 6 - so wie sie in den Fig. 2 und 6 angedeutet und in Fig.
4 detailliert dargestellt ist - besteht aus einer Zylinder-Kolben-Einheit die durch
ein Druckfluid beaufschlagbar ist. Das vom Zylinder 46 durch Leitung 47 zugeführte
Druckmittel, vorzugsweise Druckluft, wirkt einerseits statisch auf die Stirnfläche
48 des Kolbens 49 in die als Erweiterung ausgebildete, offene Luftkissenkammer 51
in der Stirnfläche des Stempels 52. Dieser Stempel 52 kann von dem der Stirnfläche
48 abgewandten Ende des Kolbens 49 gebildet oder an diesem Ende befestigt sein. Die
Stirnfläche des Stempels 52 ist im Querschnitt entsprechend der gewünschten geometrischen
Gestaltung der Andrückzone 38 und gegebenenfalls als Dichtfläche 53 ausgebildet.
[0053] Der Kolben 49, an dessen freiem Ende der Stempel 52 mit der zur Stirnfläche hin offenen
Luftkissenkammer 51 angeordnet ist, fährt bei seiner Druckbeaufschlagung soweit aus,
bis der Stempel 52 mit der Dichtfläche 53 die Rückseite der Scheibe 42 bzw. 43 berührt.
Hierdurch wird ein weiteres Ausströmen des Druckmittels infolge der Dichtwirkung des
Stempels auf der Rückseite der flexiblen Scheibe im wesentlichen unterbunden. Ist
im Grenzfall der Spalt zwischen der Stempelstirnfläche 53 und der Rückseite der flexiblen
Scheibe abgedichtet, so gleichen sich die Drücke von der Stirnfläche 48 des Kolbens
einerseits und in der Luftkissenkammer 51 andererseits aus, wobei sich im Falle gleicher
Kolbenflächen auch ein Gleichgewicht der Kräfte einstellt. Da zwischen dem Stempel
52 am freien Ende des Kolbens 49 und der umlaufenden Scheibe jedoch Leckagen auftreten
und durch den axialen Kanal 50 ständig Druckmittel nachströmt, ist der Druck - wegen
des Druckverlustes in dem engen Kanal 50 - in der Luftkissenkammer 51 geringer als
an der Stirnfläche 48 des Kolbens 49. Dadurch wird der Stempel 52 etwas stärker angedrückt
un d die Dichtwirkung erhöht, was wiederum zu einer Verringerung der Leckage führt.Kolbenstellung,
Spaltweite, Druckmittelverbrauch und Kraftwirkung des Kolbens auf die Rückseite der
flexiblen Scheibe stehen somit in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis, wobei
sich der Gleichgewichtszustand selbsttätig einstellt.
[0054] Der in der Luftkissenkammer 51 aufgebaute Fluiddruck kann sich nur über einen zwischen
dem Stempel 52 und der Rückseite der flexiblen Scheibe bildenden Spalt entspannen,
wobei durch den Spalt der Reibkontakt zwischen den beiden Flächen unterbrochen und
die Andrückkraft unter Zwischenschaltung des Fluidpolsters übertragen wird.
[0055] Dieser Mechanismus der aerostatischen Schmierung an der Stempelstirnfläche 53 unter
gleichzeitiger Ausübung einer einstellbaren Anpreßkraft auf die flexible Scheibe in
der Andrückzone liegt somit der erfindungsgemäß bevorzugten Ausbildung der Andrückeinrichtung
zugrunde.
[0056] Die als Dichtfläche 53 ausgebildete stirnseitige Randfläche des Stempels 52 wird
zweckmäßigerweise entsprechend den Fig. 13 bis 16 ausgebildet, um den Gegebenheiten
der Falschzwirnvorrichtung, der Oberflächenbeschaffenheit der Rückseite der flexiblen
Scheiben, der gewünschten Flächenpressung in der Andrückzone oder dem Druckmittelverbrauch
Rechnung tragen zu können. So dienen beispielsweise lange Spaltwege zwischen der Luftkissenkammer
51 und der äußeren Atmosphäre gemäß Fig. 13 oder eine labyrinthartige Struktur der
Stempelstirnfläche 53 gemäß den Fig. 15 und 16 einer Verringerung des Druckluftverbrauchs,
während eine schmale Randfläche des Stempels 52 gemäß Fig. 14 eine schärfere Begrenzung
der Andrückzone bewirkt.
[0057] Bevorzugt weist der Stempel 52 an seinem stirnseitigen Ende die Luftkissenkammer
51 auf, um nach dem vorliegenden Prinzip die Reibung zwischen Stempel und Rückseite
der flexiblen Scheibe vollständig zu vermeiden. Der Stempel 52 kann jedoch gemäß Fig.
12 derart ausgebildet sein, daß an seiner Stirnfläche anstelle der Luftkissenkammer
51 eine oder mehrere durch den Kolben 49 geführte axiale Luftschlitze 54 münden, durch
die ständig ein Teilstrom des Druckmittels austreten kann, so daß die Andrückfläche
des Stempels 52 "geschmiert" wird. Solche Schlitze sind für längliche, beispielsweise
ovale Stempelstirnflächen zweckmäßig.
[0058] In den Fig. 10 und 11 sind modifizierte Andrückeinrichtungen dargestellt. Die Zylinder-Kolben-Einheit
15 ist gemäß Fig. 10 über Ringkanäle 55 und 56 an zwei verschiedene Druckluftquellen
angeschlossen. Dabei hat das vorliegende System gemäß Fig. 10 den Vorteil, daß die
Andrückkraft des Kolbens 49 bzw. des Stempels 52 unabhängig von der Mengenversorgung
der Luftkissenkammer 51 ist, da sie durch eine unabhängige Druckluftversorgung über
den Ringkanal 55 getrennt eingestellt werden kann, während die Druckluftversorgung
der Luftkissenkammer 51 über den Ringkanal 56 erfolgt.
[0059] Gemäß Fig. 11 erfolgt eine Modifikation der Zylinder-Kolben-Einheit 15 dadurch, daß
anstelle der vom Druckfluid hervorgerufenen Kraftwirkung nunmehr ein Kraftspeicher,
z.B. die Druckfeder 58, ein Permanentmagnet, ein Elektromagnet, ein Gewicht oder dergleichen
auf den Stempel 52 wirkt, und zwar unabhängig von der dynamischen Wirkung des ausströmenden
Schmiermittels. Die Druckfeder 58 ist durch eine einstellbare Gewindekappe 59 mechanisch
vorspannbar.
[0060] Die Versorgung mit Druckluft für das Luftkissen erfolgt bei diesem Ausführungsbeispiel
durch die Druckluftzuleitung 57, die mit dem Ringkanal 56 verbunden ist. Aus dem Ringkanal
56wird die Luft über Schrägkanäle 60, Axialbohrung 61 und die Drosselstelle 62 in
die Luftkissenkammer 51 geführt.
[0061] Weitere Einzelheiten für die Weiterbildung der druckmittelbetätigten Andrückeinrichtung
sind in den Fig. 17 bis 25 in verschiedenen Ausführungsformen schematisch dargestellt.
Die Andrückeinrichtung gemäß Fig. 17 besteht aus dem Zylinder 111, der über zwei Druckmitteleinlaßkanäle
112 und 120 an zwei nicht dargestellte Druckmittel-,vorzugsweise Druckluftquellen
anschließbar ist. Es sei erwähnt, daß die Drücke der Druckmittel in den beiden Leitungen
durch übliche Ventile oder Drosseleinrichtungen auf einen vorbestimmten Wert konstant
eingestellt werden können, bei dem die Andrückeinrichtung für einen vorgegebenen Multifilamentfaden
und für bestimmte Maschineneinstellungen die besten Texturierergebnisse liefert. Diese
Werte lassen sich durch einfache Versuche leicht ermitteln.
[0062] Der Druckmitteleinlaßkanal 112 mündet im Zylinder 111 in einen Druckraum 121 oberhalb
des Kolbens 122 und drängt diesen aus dem Zylinder 111 solange hinaus, bis er eine
durch einen nichtdargestellten Anschlag definierte Endstellung erreicht hat oder bis
eine Gegenkraft das Kräftegleichgewicht wieder herstellt. Der zweite Druckmittel-Einlaßkanal
120 mündet in den Druckraum 123 in Kolben 122 und ist durch einen axialen Kanal 124
mit dem sich daran anschließenden Verteilerkanal 125 in dem Stempel 126 verbunden.
Durch die am Kolben 122stirnseitig ausströmende Druckluft wird zwischen der Stirnfläche
des Stempels 126 und der Rückseite der flexiblen Scheibe ein Druckpolster gebildet,
durch welches die Kraftwirkung des Kolbens 122 zwar auf die Fadenandrückzone übertragen
wird, eine Berührung und damit Reibung und Verschleiß dagegen ausgeschlossen werden.
Fig. 17 zeigt im Längsschnitt und Fig. 18 mit einer Ansicht auf die Stirnfläche des
Stempels 126, daß das zur Luftschmierung dienende Druckmittel durch einen längs der
Fadenklemmlinie laufenden verteilerkanal auf mehrere in der Stempelstirnfläche 126
angeordnete Bohrungen 127 verteilt austritt. Nach Fig. 19 wird das Druckmittel auf
zwei parallel angeordnete Reihen von Bohrungen 127 verteilt, während gemäß Fig. 20
eine Zone 128 der Stirnfläche des Stempels 126, die in Richtung der Fadenklemmlinie
verläuft, aus einem porösen Werkstoff besteht und in die Stempelstirnfläche eingesetzt
ist, welche bei Bedarf beispielsweise auch eindimensional gekrümmt ausgebildet sein
kann.
[0063] Mit Erfolg werden auch Zylinder-Kolben-Einheiten angewendet, bei denen der Kolben
129 gemäß Fig. 21 ausgebildet ist. Der axiale Kanal 124 für den Austritt des für die
Luftschmierung benötigten Druckmittels mündet hierbei in einen zentralen Drosselkanal
130(Fig. 22) in der Stirnfläche des Stempels 126 oder in einen Ringkanal, an dem sich
beispielsweise umfangsverteilte Austrittsbohrungen 131 nach Fig. 23, eine poröse Kreisfläche
132 nach Fig. 24 oder eine poröse Ringfläche 133 nach Fig. 25 an der Stempelstirnfläche
anschließen können.
[0064] Durch die Ausbildung der Stirnfläche des Stempels 126 entsprechend der Beschreibung
zu den Fig. 17 bis 25 kann gegenüber den eine Luftkissenkammer auf der Kolbenstirnfläche
aufweisenden Andrückeinrichtungen erreicht werden, daß auch bei schwierigen Betriebseinstellungen
und hohen Geschwindigkeiten hochfrequente Schwingungen unterdrückt werden, welche
die Laufruhe des Fadens 104 nachteilig beeinflussen und störenden Lärm erzeugen können.
[0065] Es hat sich herausgestellt, daß zum Strecken der flexiblen, biegeweichen Scheibe
durch Zentrifugalkraft die Andrückeinrichtung einen gewissen Abstand, z.B. 1 cm, vom
äußeren Rand der flexiblen Scheibe haben sollte.
[0066] In Fig. 26 ist noch eine konstruktiv sehr einfache Andrückeinrichtung 65 einer vorteilhaften
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Falschzwirnvorrichtung dargestellt. Als Zwirnelemente
sind hier die starre Scheibe 26 und die flexible Scheibe 27 (ähnlich Fig. 2) verwendet.
[0067] In eine mit dem Maschinengestell starr oder lösbar verbundene, mit einem Gewinde
66 versehene Halterung 67 ist ein als Gewindebolzen ausgebildeter Stempel 68 eingeschraubt.
Der Stempel 68 besitzt einen handlichen - z.B. gerändelten - Bolzenkopf 69, der eine
leichte und schnelle Höhenverstellung des Stempels 68 in dem Gewinde 66 relativ zu
der flexiblen Scheibe 27 zuläßt. Bei einer Andrückeinrichtung, die lediglich aus den
mit den Bezugszahlen 66 bis 69 bezeichneten Elementen besteht, hängt die auf die flexible
Scheibe 27, bzw. den Faden 14 ausgeübte Andrückkraft von der relativen Lage des Stempels
68 zur flexiblen Scheibe 27 und natürlich der starren Scheibe 26 ab. Gegen die ungewollte
Verstellung des Stempels 68 kann dieser mittels einer geeigneten, handelsüblichen,
jedem Fachmann bekannten, hier jedoch nicht dargestellten Schraubensicherung gesichert
werden.
[0068] Um eine federnde, und zwar einstellbar federnde Andrückkraft auf die flexible Scheibe
27 aufbringen zu können, ist gemäß der in Fig. 26 dargetsellten Falschzwirnvorrichtung
der Stempel 68 mit einer axialen Bohrung 70 versehen, die über eine Anschlußleitung
71 mit einer nichtdargestellten Druckluftquelle verbunden ist. Die Höhe der Andrückkraft
ist durch die gewählte Druckhöhe der Druckluft bestimmt, mittels der - wie weiter
oben eingehend beschrieben - ein Druckluftpolster zwischen der Stirnfläche des Stempels
68 und der flexiblen Scheibe gebildet wird.
[0069] Fig. 27 stellt eine erfindungsgemäße Falschzwirnvorrichtung dar, bei der die flexible
Scheibe 75 aus einem dünnwandigen Stahlblech hergestellt ist, das im Bereich der Fadenklemmlinie
einen ringförmigen Reibbelag 76 aufweist. Zum Andrücken der Scheibe 75 gegen den auf
der Scheibe 26 sich abstützenden Faden 14 kann eine der vorbeschriebenen Andrückeinrichtungen
5, 6 oder 65 verwendet werden. Die Scheibe 75 ist derart federelastisch, daß sie von
der Andrückeinrichtung im Bereich der Fadenklemmlinie aus ihrer zur Antriebswelle
35 normalen Ebene heraus und gegen den Faden 14 gedrückt wird. Sie gelangt dabei nicht
in Berührung mit der Reiboberfläche der starren Scheibe 26.
BEZUGSZEICHENAUFSTELLUNG
[0070]
5 Andrückeinrichtung (Festkörper) 8a, 8b, 9
6 Andrückeinrichtung (Luftkissen) Fig. 2, 4
7 Reiboberfläche (Schicht)
8 Zwischenschicht
9 Lager
10 rotationssymmetrischer Tragkörper
11 flexible Scheibe
12 Zahnscheibe
13 Zahnriemen

15 Zylinder-Kolben-Einheit
16 Kolben
17 Zylinder
18 Stempel
19 Zuleitung
20 Zwischenlage aus elastischem Material
21 Kolbenstange
22 Druckplatte
23 Stempel
24 keilförmige Ausnehmung
25 Düse
26 starre Scheibe (tellerartige Scheibe)
27 flexible Scheibe
28 starre Scheibe
29 flexible Scheibe
30 Antriebswelle
31 Nabe
32 ebener Rand
33 Spannhülse
34 Schulter
35 Antriebswelle
36 Spalt
37 Fadenführer
38 Andrückzone

44 Antriebswelle
45 Antriebswelle
46 Zylinder
47 Zuleitung
48 Stirnfläche des Kolbens
49 Kolben
50 axialer Kanal
51 Luftkissenkammer
52 Stempel
53 Dichtfläche
54 axialer Luftschlitz

57 Druckluftzuleitung
58 Druckfeder
59 Gewindekappe
60 Schrägkanal
61 Axialbohrung
62 Drosselstelle
65 Andrückeinrichtung
66 Gewinde
67 Halterung
68 Stempel
69 Bolzenkopf
70 axiale Bohrung
71 Anschlußleitung
75 flexible Scheibe
76 Beschichtung (ringförmig)
103 Rolle
104 Faden
105 Andrückeinrichtung
106 Fadenandrückzone
107 flexible Scheibe
108 Welle
109 Drehrichtung der flexiblen Scheibe 107
110 Drehrichtung der Rolle 103
111 Zylinder
112 Druckmittel-Einlaßkanal
115 Antriebswelle
116 Fadenführer
117 Fadenführer
118 Schwenkachsen
119 Schwenkarme
120 Druckmittel-Einlaßkanal
121 Druckraum
122 Kolben
123 Druckraum
124 axialer Kanal
125 Verteilerkanal
126 Stempel
127 Reibungen
128 Zone aus porösem Werkstoff
129 Kolben
130 Drosselkanal
131 Austrittsbohrungen
132 Kreisfläche
133 Ringfläche

203 Rolle in Fig. 6a
1. Vorrichtung zum Falschzwirnen eines synthetischen Fadens in Texturiermaschinen,
bei der die Drehung des Fadens durch Klemmung des Fadens zwischen einer bewegten Oberfläche
und der Stirnfläche einer sich drehenden Scheibe erfolgt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Scheibe (27; 29; 42, 43; 107) aus einem flexiblen Material besteht,
und daß die flexible Scheibe (27; 29; 42, 43; 107) im Bereich der Fadenklemmlinie
von ihrer Rückseite her gegen den Faden (14, 104) durch eine Andrückeinrichtung (5;
6) angedrückt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die bewegte Oberfläche starr, d.h. unelastisch und unnachgiebig z.B. als Stirnseite
einer rotierenden Scheibe (26; 28) oder als Mantelfläche einer rotierenden zylindrischen
oder kegeligen Rolle (103; 203) ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die bewegte Oberfläche die Stirnseite einer rotierenden Scheibe (42) aus flexiblem
Material ist,
und daß auch diese flexible Scheibe(42) im Bereich der-Andrückeinrichtung (5; 6) der
ersten flexiblen Scheibe (43) von ihrer Rückseite her gegen den Faden (14; 104) durch
eine Andrückeinrichtung (5; 6) angedrückt ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Achsen (44 und 45) der Scheiben(26 und 27) im wesentlichen parallel zueinander
ausgerichtet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Beschichtung auf der starren, bewegten Oberfläche (26; 28) mittels einer
Zwischenlage aus weichem Material befestigt ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine andere flexible Scheibe drehfest mit der Stirnseite einer starren Scheibe
derart verbunden ist, daß sie eine Reibfläche auf der starren Scheibe bildet.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die starre, bewegte Oberfläche die Mantelfläche einer zylindrischen oder kegeligen
Rolle (103, 203) ist, deren Drehachse - zur Beeinflussung des Kreuzungswinkels dL
zwischen der Bewegungsrichtung der Mantelfläche der Rolle (103, 203) und der Bewegungsrichtung
der flexiblen Scheibe im Bereich der Klemmlinie des Fadens (104) - verschwenkbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mit der bewegten Oberfläche zusammenwirkende flexible Scheibe (27; 29; 42,
43;107) bzgl. des Kreuzungswinkels α, unter dem ihre Bewegungsrichtung die Bewegungsrichtung
der bewegten Oberfläche im Bereich der Klemmstelle kreuzt, einstellbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die flexible Scheibe (27; 29; 42, 43; 107) als Gummischeibe mit einer Dicke von
vorzugsweise O,5 bis 3 mm ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die flexible Scheibe (27; 29; 42, 43; 107) aus zwei unterschiedlichen Werkstoffen
besteht, von denen der eine die Reiboberfläche bildet und ein elastomerer Chemiewerkstoff,
wie z.B. ein synthetischer Kautschuk auf der Basis eines Acrylnitril-Butadien-Mischpolymerisates
oder eines Polyurethans ist,
und daß der andere zur Verstärkung der Zugfestigkeit als Faserschicht oder Kordfasereinlage
in einer zur Reiboberfläche der Scheibe parallelen Ebene ausgebildet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Scheibe (27) einen ringförmigen Reibbelag (76) aufweist und derart federelastisch
ist, daß sie durch die Andrückeinrichtung (5; 6; 65) aus ihrer zur Antriebswelle (35)
normalen Ebene gedrückt wird, und mit ihrem ringförmigen Reibbelag (76) den Faden
(14) gegen die andere bewegte Reiboberfläche (26) klemmt.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Andrückeinrichtung einen gegen die vom Faden abgewandte Oberfläche der flexiblen
Scheibe (27; 29; 42, 43; 107) im Bereich der Fadenklemmlinie senkrecht auf den Fadenlauf
gerichteten, nachstellbaren, vorzugsweise federnd nachstellbaren Stempel aufweist,
an dessen Andrückfläche ein Luftstrom zum Aufbau eines aerostatischen Luftpolsters
austritt.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Andrückeinrichtung ein Stempel (18; 23; 52; 126) ist, der durch Kraftgeber
(15; 58) auf die vom Faden (14; 104) abgewandte Oberfläche der flexiblen Scheibe (27;29;
42, 43; 107) in der Andrückzone (28) anpreßbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Andrückfläche des Stempels (18; 23; 52; 126) länger als breit ist und sich
über eine Teillänge des der flexiblen Scheibe benachbarten Fadenlaufs erstreckt und
eine annähernd punktförmige Klemmungszone des Fadens definiert.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Andrückfläche gegen den Fadenlauf konvex, zylindrisch oder kugelförmig gewölbt
ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Stempel (18; 23; 52; 126) und der Scheibe trockene Reibung herrscht,
indem
der Stempel (18; 23; 52; 126) oder eine an dem Stempel befestigte Stirnplatte aus
einem Werkstoff mit niedrigem Reibungskoeffizienten wie z.B.
Graphit oder aus einem offenporigen mit Schmierstoff angereicherten oder getränkten
Festkörper besteht, und die Andrückfläche des Stempels bzw. der Stirnplatte des Stempels
die Andrückzone (38) definiert.
17. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Stempel (52; 126) einen in seiner länglichen, runden oder ringförmigen Andrückfläche
mündenden axialen Kanal (50; 61) für ein unter Druck stehendes flüssiges oder gasförmiges,
evtl. schmiernebelführendes Schmiermittel aufweist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kanal (50; 61) in eine an der Andrückfläche (53) des Stempels (52) offenen,
an ihrem Umfang durch eine Dichtfläche abgegrenzte Kammer (51) mündet.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Mündungsfläche der Kammer (51) länger als breit ist und mit ihrer Längserstreckung
einen Teil des der flexiblen Scheibe benachbarten Fadenlaufs überdeckt.
20. Vorrichtung nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kanal (50; 124) in der Andrückfläche des Stempels (52; 126) in einer Vielzahl
von Bohrungen (127), öffnungen oder in einer porösen Oberfläche mündet.
21. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 13 bis 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kraftgeber eine druckluftbeaufschlagte Zylinder-Kolben-Einheit (15) ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kolben (16; 49; 122) an seinem freien Ende den Stempel (52; 126) aufweist
und von einem Axialkanal (50; 124) durchdrungen ist, durch welchen die Druckluft aus
dem Zylinderraum der Andrückfläche des Stempels (52; 126) als Schmierluft - gegebenfalls
über eine Drosselstelle - zugeführt wird.
23. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Andrückeinrichtung einen gegen die vom Faden abgewandte Oberfläche der flexiblen
Scheibe (27; 29; 42, 43; 107) im Bereich der Fadenklemmlinie senkrecht auf den Fadenlauf
gerichteten, nachstellbaren, vorzugsweise federnd nachstellbaren Stempel besitzt,
der an seiner Andrückfläche eine Ausnehmung (24) aufweist, die in Laufrichtung der
Scheibe (27; 29; 42, 43; 107)vorn offen ist und deren Höhe - in Richtung der Scheibenbewegung
gesehen - derart abnimmt, daß sich zwischen der Andrückfläche des Stempels (23) und
der flexiblen Scheibe (27; 29; 42, 43; 107) ein aerodynamisches Polster bildet.
24. Anwendung einer Vorrichtung nach Anspruch 20, zur Herstellung eines Effektgarnes
mit gezielten Veränderungen textiltechnischer Parameter, wie beispielsweise Fadenstärke,
Verteilung des Kräuselgrades oder dergleichen,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Andrückeinrichtung (5; 6) der Fluiddruck nach einem vorgebbaren Programm
vorzugsweise nicht periodisch verändert wird.
25. Vorrichtung zum Falschzwirnen eines synthetischen Fadens in Texturiermaschinen,
bei der die Drehung des Fadens durch Klemmung des Fadens zwischen den Stirnflächen
zweier Scheiben erfolgt, welche um im wesentlichen parallele oder leicht verschränkt
angeordnete Drehachsen rotieren und federnd aneinandergedrückt werden, insbesondere
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 23,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Scheiben (28, 29)mgleichen Drehsinn rotieren und der Fadenlauf (Fadenführer
37) parallel zu der gemeinsamen Axialebene der Drehachsen angeordnet ist (insbedondere
Fig. 3).