[0001] Die Erfindung betrifft eine Schneidvorrichtung gemäß dem Oberbegriff Des Anspruches.
[0002] Durch die DE-C-19 34 900 ist eine Vorrichtung zum Herstellen der Einzwickschnitte
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches bekannt, deren v-förmige, sich gegenüberstehende
Messer durch eine von einem Motor antreibbare Gewindespindel abstandsveränderlich
miteinander verbunden sind.
[0003] Es ist außerdem eine Näheinrichtung zur Herstellung von wahlweise gerade oder schräg
verlaufenden paspelierten Tascheneingriffen bekannt (FR-A-2 197 389), deren v-förmig
angeordnete Schneidklingen abstandsveränderlich gegen ortsveränderliche Anschläge
verfahrbar sind. Den beiden genannten Lösungen ist gemeinsam, daß die Verfahrbarkeit
der Schneidmesser einen erheblichen Bauaufwand erfordert, dur nur für aufwendige Paspeltaschenautomaten
mit hohem Automatisierungsgrad vertretbar ist.
[0004] Der im Anspruch angegebenen Einfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schneidvorrichtung
für Einzwickschnitte zu schaffen, die mit einem besonders einfachen Antrieb ausgerüstet
ist und die deshalb konstruktiv einfacher als die bisher bekannten aufgebaut ist.
[0005] Mit der Schneidvorrichtung für die Einzwickschnitte ist es nun möglich, einen wenig
aufwendigen Paspeltaschenautomaten zu bauen, der den Vorzug hat, daß die besonders
einfach angetriebene Schneidvorrichtung an viele Variationen des Arbeitsablaufes anpaßbar
ist.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Fig. 1 bis 3 erläutert.
[0007] Es zeigt:
Fig. 1 eine Ansicht der Schneidvorrichtung mit BLick auf die Kopfseite einer Zweinadelnähmaschine;
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Schneidvorrichtung und die Stichplatte der Zweinadelnähmaschine;
Fig. 3 Abschnitte der Befestigungsnähte für den Paspelstreifen und die Taschenpatte
auf den Hauptstoff, Abschnitte des Längsschnittes L der Paspelöffnung und die Einzwickschnitte
E1 und E2.
[0008] Die Zeichnung beschränkt sich zwecks besserer Übersichtlichkeit auf die notwendigsten
Teile der Nähmaschine, in die die erfindungsgemäße Schneideinrichtung eingebaute ist.
[0009] Mit der Bezugszahl 1 wird eine Zweinadelnähmaschine üblicher Konstruktion bezeichnet,
deren auf- und abbewegte Nadelstange 2 einen Nadelhalter mit zwei Nadeln aufweist
von denen nur eine Nadel 3 (Fig. 1) sichtbar ist. Fig. 2 zeigt eine Stichplatte 4
mit den Stichlöchern 5 und 5' für die erwähnten beiden Nadelen, die mit unterhalb
der Stichplatte 4 angeordneten, nicht dargestellten Doppelsteppstich-Greifern in bekannter
Weise die beiden Nähte für die Herstellung eines paspelierten Tascheneingriffes nähen.
Zwischen den beiden Nadeln bewegt sich ein Trennmesser 6 bekannter Bauart zur Erzeugung
eines Längsschlitzes L für die Taschenöffnung. Die Stichplatte 4 ist in einer Ausnehmung
einer Grundplatte 7 der Nähmaschine 1 befestigt, die ihrerseits in eine übliche Nähtischplatte
12 eingelassen ist. Die Stichplatte 4 hat zwei Öffnungen für den Durchtritt der Zähne
eines üblichen zweireihigen hüpfenden Transporteurs 8 und die Grundplatte 7 ist mit
einer Öffnung 9 für den Durchlaß der Winkelschneidmesser 10 und 11 der Schneidvorrichtung
versehen, die in der Fig. 1 in ihrer Ausgangsstellung dargestellt ist. Die Winkelschneidmesser
10 und 11 bestehen aus vier dolchartigen Schneidklingen, die zusammen nur in Fig.
2 sichtbar sind und um einen unten noch näher beschreibenen Führungsdorn 13 angeordnet
sind. Die jeweils paarweise um 45° zueinander angestellten Schneidklingen bilden die
beiden Winkelschneidmesser 10 und 11, die durch eineen einfach-wirkenden Druckluftzylinder
14 gemeinsam aus der in Fig. 1 gezeigten Ausgangsstellung in die höhergelegene Schneidstellung
bewegt werden, wobei sie die Öffnung 9 in der Grundplatte 7 durchfahren und die Einzwickschnitte
E1 und E2 nacheinander ausführen. Zu diesem Zweck sind die Winkelschneidmesser 10
und 11 vertikal verschiebbar gelagert, damit sie von einer ausfahrenden Kolbenstange
14' des Druckluftzylinders 14 bewegt werden können. Die vier Schneidklingen der Winkelschneidmesser
10 und 11 sind in bekannter Weise mittels der Klemmschrauben 15 und 15' und entsprechend
geformten Klemmstücken auf einem Messerkopf 16 auswechselbar fixiert, der mit der
Kolbenstange 14' des Druckluftzylinders 14 fest verbunden ist. Die Kolbenstange 14'
wird durch eine stationäre Führungsplatte 17 hindurchgeführt, die an einem feststehenden
Teil Nähmaschine 1 befestigt ist. Die Führungsplatte 17 ist über eine parallel zur
Kolbenstange 14' angebrachte, nach unten gerichtete Tragstange 18 mit einem Halter
19 für den Druckluftzylinder 14 verbunden. Längs der Stange 18 wird ein Klemmstück
20 gefehrt, das einenends an der Kolbenstange 14' festgeklemmt ist und deren Auf-
und Abbewegungen mitmacht; anderenends umfaßt des Klemmstück 20 gabelförmig die Tragstange
18. An Aufnahmelöchern des Klemmstückes 20 sowie eines Haltebleches 21 am unteren
Ende des Druckluftzylinders 14 sind die Enden einer Rückholfeder 22 eingehängt, die
die ausgefahrene Kolbenstange 14' in die Ausgangsstellung (Fig. 1) zurückzieht, sobald
der Druckluftzylinder 14 nicht mehr mit Druckluft beaufschlagt wird. Der Druckluftzylinder
14 kann über einen Drucklauft-anschluß 23 mit Druckluft beaufschlagt werden, die von
einer nicht gezeigten Druckluftquelle kommt.
[0010] Nachdem der in bakannter Weise nähgerecht vorbereitete Paspelstreifen-zusammen mit
oder auch ohne Taschenpatte-auf den mit einer Tasche zu versehenen Hauptstoff positioniert
wurde, werden die Nähte N1 und N2 (Fig. 3, oben) genäht. Das Trennmesser 6 für den
Längsschnitt L der Taschenenöffnung wird an vorgegebener Stelle zugeschaltet. Wenn
das in Pfeilrichtung NV transportierte Nähgut in den Bereich der Schneidvorrichtung
gekeommen ist, erfolgt die Anbringung des ersten Einzwickschnittes E1 mittels des
Winkelschneidmessers 10 an verbestimmter Stelle. Solche Einzwickschnitte oder Winkelschnitte
verbinden den Längsschlitz L der Taschenöffnung mit den Nahtenden; Einzwickschnitt
E1 stellt die Verbindung zwischen L und den beiden in Nähgutvorschubrichtung NV vorderen
Enden der Nahtabschnitte N1 und N2 (Fig. 3, oben) her. Selbstverständlich werden die
jeweiligen Enden der Nähte durch nicht gezeigte, bekannte Nahtverriegelungen gesichert.
Der Führungsdorn 13 verhindert beim Schneidvorgang ein unerwünschtes Einschneiden
des Winkelschneidmessers 10 in den Patten-und/oder Hauptstoff, indem er diese abweisend
beiseitedrängt. Der Führungsdorn 13 verhindert weiterhin durch seine Abweisfunktion
ein ebenfalls nicht erwünschtes Einschneiden des gleichzeitig ausgefahrenen, aber
jetzt nicht benötigten Winkelschneidmessers 11, indem der Stoff, der sich auf der
Seite der Schneidvorrichtung im Wirkungsbereich des Winkelschneidmessers 11 befindet,
beiseitegedrängt wird. In Fig. 3 ist das für den jeweiligen Einzwickschnitt nicht
benötigte Winkelschneidmesser strichpunktiert angedeutet. So wird in Fig. 3 oben das
Messer 11 beim Einzwickschnitt E1 und in Fig. 3 unten das Messer 10 beim Einzwickschnitt
E2 als nicht benötigt gezeigt. Nach erfolgtem Weitertransport des Nähgutes wird an
vorbestimmter Stelle der 2. Einzwickschnitt durch das Winkelschneidmesser 11 angebracht,
wobei nunmehr ein nicht erwünschter Einschnitt des Messers 10 durch den Führungsdorn
13 auf der jetzt den Nadelen abgewandten Seite der Schneidvorrichtung sinngemäß in
gleicher Weise wie zuvor beschriebe, verhindert wird. Im Schneidbereich sind nicht
gezeigte Stoffniederhalter vorgesehen.
Schneidvorrichtung an einem Paspeltaschenautomaten zum Herstellen der beiden Einzwickschnitte
an den Enden von Paspaltascheneingriffen in Kleidungsstücken, bestehend aus zwei Winkelschneidmessern,
die gemeinsam durch Druckluftzylirider aus einer Ausgangsstellung unterhalb der Ebene
der Nähgutauflage durch eine Öffnung in derselben hindurch in eine die Einzwickschnitte
ausführende Schneidstellung verbringbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden
Winkelschneidmesser (10, 11) um einen mittig zwischen ihnen angebrachten Führungsdorn
(13) x-förmig angeordnet und durch einen einzigen Druckluftzylinder (14) betätigbar
sind.
Dispositif de coupe sur un automate pour la confection de poches passepoilées, prévu
pour l'exécution des deux coupes de crantage aux extrémités des ouvertures de poches
passepoilées dans des vêtements, consistant en deux couteaux angulaires qui sont déplaçables
conjointement, moyennant vérin pneumatique, d'une position de départ en dessous du
plan de l'appui de l'ouvrage à une position de travail pour l'exécution des coupes
de crantage par une ouverture menagée dans l'appui de l'ouvrage, Caractérisé en ce
que les deux couteaux angulaires (10, 11) sont disposés en X autour d'un mandrin de
guidage (13) monté au centre entre eux et qu'ils peuvent être actionnés par un seul
vérin pneumatique (14).
Cutting device on an automatic sewing machine for making piped pockets, for the purpose
of producing both notching cuts at the ends of the slits of said piped pockets in
garments, comprising two corner notching knives, which are capable to be commonly
conveyed by means of an air cylinder from an initial position situated below the plane
of the bearing surface into said cutting position, in which position said notching
cuts are carried out, characterized in that both corner notching knives (10, 11) are
arranged in the form of an X around a guiding mandrel (13), which is situated centrally
between said knives and that they can be operated by means of a single air cylinder
(14).