(19)
(11) EP 0 024 003 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.02.1981  Patentblatt  1981/07

(21) Anmeldenummer: 80104442.1

(22) Anmeldetag:  28.07.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B30B 11/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE GB IT LI SE

(30) Priorität: 09.08.1979 DE 2932397

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Schreiner, Horst, Prof. Dr.
    D-8500 Nürnberg (DE)
  • Rothkegel, Bernhard
    D-8500 Nürnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahrem zum Herstellen von Einschicht-Presskörpern


    (57) Um die Qualität der Formteile (Gewichtstoleranz) und die Länge der Zykluszeit zu verbessern, wird beim Verfahren gemäß der Erfindung ein Mehrpositions-Preßautomat verwendet und der Pressenzyklus (F1A...A1/F2A...A2) über einen Umlauf mindestens einmal wiederholt. Entsprechend der Anzahl der verwendeten Preßwerkzeuge kann der Pressenzyklus über einen Umlauf entsprechend wiederholt werden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Einschicht-Preßkörpern aus pulverförmigen Stoffen mittels Preßautomaten, bei dem das Pulver innerhalb eines Pressenzyklusses in entsprechenden Arbeitspositionen in ein Preßwerkzeug eingefüllt, gepreßt und ausgestoßen wird.

    [0002] Es ist bekannt, Einschicht-Preßkörper auf pneumatischen, hydraulischen oder mechanischen Preßautomaten durch Füllen einer Preßform, Pressen und Ausstoßen herzustellen. Der Pressenzyklus setzt sich aus der Summe der Zeiten für die Einzelschritte: Füllen der Preßform, Pressen und Ausstoßen zusammen.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem die Qualität der Formteile insbesondere bezüglich Gewichtstoleranz und die Länge der Zykluszeit wesentlich verbessert werden.

    [0004] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß ein Mehrpositions-Preßautomat verwendet wird und daß der Pressenzyklus über einen Umlauf mindestens einmal wiederholt wird.

    [0005] Ein Mehrpositions-Preßautomat ist durch die DE-PS ! 24 20 726 bereits bekannt.

    [0006] Es kann vorteilhaft sein, daß die Preß- und die Ausstoßpositionen zu einer Arbeitsposition zusammengefaßt werden. Weiterhin kann der Pressenzyklus über einen Umlauf entsprechend der Anzahl der verwendeten Preßwerkzeuge wiederholt werden.

    [0007] Anhand der Zeichnung und eines Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 in schematischer Darstellung den Ablauf des Verfahrens gemäß der Erfindung in Sechserteilung,

    Fig. 2 in schematischer Darstellung den Ablauf des Verfahrens gemäß der Erfindung in Viererteilung.



    [0008] Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung den Ablauf des Verfahrens gemäß der Erfindung in Sechserteilung an einem Mehrpositions-Preßautomaten. Der Automat hat zwei Zyklen. Der erste Zyklus besteht aus dem Füllvorgang, der sich von F1A über F1 bis F1E erstreckt, dem Preßvorgang P1 und dem Ausstoßvorgang A1. Der zweite Pressenzyklus besteht aus dem Füllvorgang, der sich von F2A über F2 bis F2E erstreckt, dem Preßvorgang P2 und dem Ausstoßvorgang A2. Der Füllvorgang setzt jeweils bei F1A bzw. F2A ein, wobei sich der Pressentisch im Uhrzeigersinn gemäß Richtungspfeil 1 bewegt. Dabei wird der Unterstempel einer nichtdargestellten Füllmatrize (Preßwerkzeug) über eine ebenfalls nichtdargestellte Kurvenscheibe nach unten bewegt, so daß bereits Pulver in den Füllraum der Matrize fließen kann. Ist die Matrize bei Position F1 angelangt, bleibt der Pressentisch stehen und der Füllvorgang läuft hier langsam aus, um eine möglichst enge Massentoleranz zu erreichen. Anschließend setzt sich der Pressentisch wieder in Bewegung. Überschüssiges Pulver wird nun von der Matrize mittels Abstreifer abgestreift. Der Arbeitsvorgang ist bei F1E beendet. Ist die Matrize in Position P1 angelangt, hält der Pressentisch an und der Preßvorgang läuft ab. Anschließend bewegt sich der Pressentisch in Richtung A1. In dieser Position hält der Pressentisch an und der fertige Preßkörper wird ausgestoßen. Beim Weiterdrehen des Pressentisches wird der beschriebene Pressenzyklus noch einmal wiederholt. Eine Gesamtumdrehung des Pressentisches entspricht zwei Pressenzyklen mit sechs Standpositionen.

    [0009] Fig. 2 zeigt in schematischer Darstellung den Ablauf des Verfahrens an einem Mehrpositions-Preßautomaten mit Viererteilung. Der Automat hat wiederum zwei Arbeitszyklen. Der erste Zyklus besteht aus dem Füllvorgang, der sich von F1A über F1 bis F1E erstreckt, dem Preßvorgang P1 und dem Ausstoßvorgang A1. Der zweite Pressenzyklus besteht aus dem Füllvorgang, der sich von F2A über F2 bis F2E erstreckt, dem Preßvorgang P2 und dem Ausstoßvorgang A2. Der Füllvorgang setzt jeweils bei F1A bzw. F2A ein, wobei sich der Pressentisch im Uhrzeigersinn entsprechend dem Richtungspfeil 1 bewegt. Dabei wird der Unterstempel einer nichtdargestellten Füllmatrize (Preßwerkzeug) über eine ebenfalls nichtdargestellte Kurvenscheibe nach unten bewegt, so daß bereits Pulver in den Füllraum der Matrize fließen kann. Ist die Matrize bei Position F1 angelangt, bleibt der Pressentisch stehen und der Füllvorgang läuft hier langsam aus, um eine möglichst enge Massentoleranz zu erreichen. Anschließend setzt sich der Pressentisch wieder in Bewegung. Überschüssiges Pulver wird an der Matrize mittels Abstreifer abgestreift. Der Abstreifvorgang ist bei Position F1E beendet. Ist die Matrize in Position P1A1 angelangt, hält der Pressentisch an und der Preßvorgang P1 und anschließend der Ausstoßvorgäng A1 laufen ab. Anschließend setzt sich der Pressentisch wieder in Bewegung und der zweite Pressenzyklus beginnt. Bei F2A beginnt der Füllvorgang. In Position F2 hält der Pressentisch an und die Füllung läuft weiter. Der Pressentisch läuft weiter, wobei überschüssiges Pulver von der Matrize abgestreift wird. Der Abstreifvorgang ist bei F2E beendet. In Position P2A2 hält der Pressentisch zum vierten Mal an. In dieser Position wird das Pulver gepreßt und der fertige Preßkörper wird ausgestoßen.

    [0010] Bei genügend großem Durchmesser des-Pressentisches und damit ausreichenden Füllwegen kann der Pressenzyklus über einen Umlauf des Pressentisches auch drei oder mehrmals erfolgen.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Herstellen von Einschicht-Preßkörpern aus pulverförmigen Stoffen mittels Preßautomaten, bei dem das Pulver innerhalb eines Pressenzyklusses in entsprechenden Arbeitspositionen in ein Preßwerkzeug eingefüllt, gepreßt und ausgestoßen wird, dadurch gekennzeichnet , daß ein Mehrpositions-Preßautomat verwendet wird und daß der Pressenzyklus (F1A...A1/F2A...A2) über einen Umlauf mindestens einmal - wiederholt wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Preß- und die Ausstoßpositionen (P1A1/P2A2) zu einer Arbeitsposition zusammengefaßt werden.
     
    3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß der Pressenzyklus über einen Umlauf entsprechend der Anzahl der verwendeten Preßwerkzeuge wiederholt wird.
     




    Zeichnung