[0001] Die Erfindung betrifft einen Beschlag für eine hängende Schiebetüre eines Kofferaufbaus
von Transportfahrzeugen, welcher Beschlag das Verrücken der Schiebetüre aus der Wandebene
des Kofferaufbaus und das anschließende seitliche Verschieben der Türe vor einem Wandungsteil
des Kofferaufbaus gestattet und zu diesem Zweck mindestens zwei über jeweils einen
Winkel an der Schiebetüre befestigbare Rollenwägen mit jeweils mindestens zwei Rollen
mit horizontaler Achse aufweist, wobei die Achse der einen Rolle (Laufrolle) senkrecht
zur Ebene der Schiebetüre und die Achse der anderen Rolle (Verrückrolle) parallel
zur Ebene der Schiebetüre verläuft und wobei die Verrückrolle zum Herausrücken der
Schiebetüre auf einer Tragefläche läuft und die Laufrolle beim Herausrücken der Schiebetüre
in eine oben offene U-Schiene einführbar ist.
[0002] Ein Beschlag dieser Art ist aus der DE-OS 27 08 453 bekannt. Bei dieser Ausführungsform
ist die Tragefläche mit einem spitzen Winkel zur Waagrechten angeordnet. Zum Einrücken
der Türe in die Ebene des Kofferaufbaus wird die Türe von unten her durch einen speziellen
Mechanismus angehoben, wobei die Laufrolle diese schräge Tragefläche hinaufläuft und
somit die Türe eingerückt wird.
[0003] Ein wesentlicher Nachteil eines solchen Beschlags besteht darin, daß er nicht zur
Versteifung der Schiebetüre beitragen kann, wenn das Ladegut des Transportfahrzeugs
gegen die Schiebetüre drückt. In einem solchen Fall biegt sich die Schiebetüre nach
außen durch, wobei die Verrückrolle die Trageflä-he mehr oder weniger weit hinabläuft.
Die Schiebetüre steht dann oben über den Kofferaufbau vor. Übliche Verschlüsse, wie
z.B. Drehstangenverschlüsse, welche die Schiebetüre an der Oberseite und Unterseite
fest an den Kofferaufbau heranziehen, können bei einem solchen Beschlag nicht oder
nur mit Schwierigkeiten verwendet werden, da die Türe beim Einrücken nicht nur eine
seitliche Bewegung, sondern auch eine steigende Bewegung ausübt. Schließlich ist es
ein Nachteil dieses Beschlags, daß die Tragefläche zusammen mit der oben offenen U-Schiene
durchgehend als einheitliches Profil ausgebildet ist, welches über seine gesamte Länge
weit nach innen in den Kofferaufbau vorspringt.
[0004] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, einen Beschlag der eingangs bezeichneten
Art so weiterzubilden, daß er diesen Nachteil nicht aufweist.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Tragefläche waagrecht verläuft
und für jeden Rollenwagen in einem seitlich offenen Aufnahmekasten angeordnet ist
und daß die U-Schiene auf der dem Kofferaufbau zugewandten Seite eine Ausnehmung für
jede Laufrolle aufweist.
[0006] Ein vollständiger erfindungsgemäßer Beschlag für eine Schiebetüre umfaßt in der Regel
zwei Rollenwägen und zwei Aufnahmekästen. Bei besonders schweren Türen können auch
mehrere derartige Beschlageinheiten angebracht werden.
[0007] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Beschlags besteht darin, daß die Tragefläche
waagrecht verläuft. Die Schiebetüre braucht deshalb beim Einrücken in die Ebene des
Kofferaufbaus nicht angehoben zu werden. Sie läßt sich darum durch einfache bekannte
Verschlüsse, wie z.B. Drehstangenverschlüsse, fest an den Kofferaufbau heranziehen.
Drehstangenverschlüsse können so angeordnet werden, daß sie beim Öffnen die Schiebetüre
auch ausrücken. Da außerdem die Tragefläche nur in einem seitlich offenen Aufnahmekasten
vorgesehen ist, ergeben sich im Kofferaufbau nur Vorsprünge wesentlich geringeren
Ausmaßes.
[0008] Weitere bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Beschlags ergeben sich
aus den vorstehenden Unteransprüchen; auf sie wird in der folgenden Figurenbeschreibung
näher eingegangen.
[0009] Eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Beschlags wird nun anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert.
[0010] In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Beschlag bei eingerückter Schiebetüre in teilweise
geschnittener Seitenansicht;
Fig. 2 den Beschlag von Fig. 1 bei ausgerückter Schiebetüre;
Fig. 3 den Beschlag von Fig. 1 in teilweise geschnittener Aufsicht;
Fig. 4 eine Seitenansicht eines Kofferaufbaus mit einer durch einen erfindungsgemäßen
Beschlag geführten Schiebetüre;
Fig. 5 eine Ausführungsform einer Parallelführung für die Schiebetüre; und
Fig. 6 ein Detail der U-Schiene.
[0011] Die wesentlichen Teile einer Beschlageinheit bestehen aus einem seitlich offenen
Aufnahmekasten 1, in welchem zwei Trageflächen 2 waagrecht angeordnet sind, einem
Rollenwagen 3, einer oben offenen U-Schiene 4 und einem Winkel 5. Eine der Trageflächen
2 ist auf ihrer Vorderseite abgerundet, um das Ausfahren des Rollenwagens 3 nicht
zu behindern. Der Rollenwagen weist zwei seitliche Verrückrollen 6 auf, die beim Ausrücken
der Schiebetüre S auf den Trageflächen 2 laufen, bis eine Laufrolle 7 durch eine entsprechende
Ausnehmung 8 in die U-Schiene eingefahren ist.
[0012] Um ein geführtes Ausrücken der Türe zu bewerkstelligen, ist an mindestens einem Aufnahmekasten
1 (gemäß Patentanspruch 2) ein gebogener Leitstreifen 9 angebracht, an dem sich eine
über einen Fortsatz 10 mit dem Rollenwagen 3 verbundene Leitrolle 11 abstützt.
[0013] Nach dem Ausrücken des Rollenwagens 3 und dem Einführen der Laufrolle 7 über die
Ausnehmung 8 in die U-Schiene 4 kann die Schiebetüre vor der Außenwandung des Kofferaufbaus
(K) verfahren werden.
[0014] Damit die Schiebetüre beim Verschieben vor der Wandung des Kofferaufbaus an letzterer
nicht kratzt, kann an ihrer Unterseite eine Stützrolle angeordnet sein, die sich an
einem festen Teil des Kofferaufbaus abstützt. Um aber eine zwangsweise Parallelführung
der Schiebetüre zur Seitenwandung des Kofferaufbaus herbeizuführen, sind (gemäß Patentanspruch
3) an der Innenseite der Schiebetüre im Abstand übereinander Führungsschienen 12 befestigt,
während am Kofferaufbau eine senkrechte Verbindungsstange 13 mittels zweier Lagerböcke
14 befestigt ist. An den Enden der Verbindungsstange 13 sind Distanzfinger 15 angebracht,
die jeweils in eine der Führungsschienen 12 eingreifen. Die Länge der Distanzfinger
ist derart, daß sie bei ausgerückter Türe diese über die Führungsschienen 12 parallel
vor der Wandung des Kofferaufbaus führen. Die Verbindungsstange mit den Distanzfingern
ist vorzugsweise am Kofferaufbau möglichst nahe der Türöffnung angeordnet. Wird die
Schiebetüre in die Türöffnung eingerückt, so werden die Distanzfinger zur Seite geschwenkt,
so daß bei geschlossener Schiebetüre keine Teile über die Seitenwandung des Kofferaufbaus
vorstehen.
[0015] Bei der letztgenannten Ausführungsform ist die Türe beim Verschieben nur an einer
Stelle durch zwei übereinanderliegende Distanzfinger geführt, was bei größeren Türen
zu Verkantungsproblemen führen kann. Aus diesem Grunde ist (gemäß Patentanspruch 3)
im Abstand von der ersten Verbindungsstange 13 eine zweite Verbindungsstange 16 mit
Distanzfingern 17 vorgesehen. Je ein Distanzfinger der beiden Verbindungsstangen 13
und 16 sind durch eine Schubstange 18 miteinander verbunden, so daß die beiden Verbindungsstangen
13 und 16 stets eine gleichsinnige Bewegung ausführen müssen. Werden nun beim Ausrücken
der Schiebetüre die Distanzfinger 15 der Verbindungsstange 13 zwangsweise geschwenkt,
so führt die Verbindungsstange 16 eine gleichsinnige Bewegung durch, so daß auch deren
Distanzfinger 17 ausgeschwenkt werden. Im Verlauf des Verschiebens der Schiebetüre
greifen dann die Distanzfinger 17 ebenfalls in die Führungsschienen 12 ein, so daß
Verkantungsprobleme nicht mehr auftreten können.
[0016] Es ist ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Beschlags, daß die Schiebetüre
leicht ausgehängt werden kann. Hierzu ist (gemäß Patentanspruch 5) in der U-Schiene
an geeigneter Stelle eine Ausnehmung 19 vorgesehen, die durch einen Deckel 20 verschlossen
ist. Der Deckel 20 sollte möglichst so ausgebildet sein, daß das Innenprofil der U-Schiene
erhalten bleibt. Nach Abnahme des Deckels 20 kann der gesamte Rollenwagen nach vorne
herausgezogen werden, so daß die Türe insgesamt ausgehängt werden kann. Es braucht
nur eine solche Ausnehmung vorgesehen sein, da nach dem Aushängen eines Rollenwagens
die Türe verschoben werden kann, bis der zweite Rollenwagen an der glei- . chen Stelle
liegt, worauf auch dieser ausgehängt werden kann. Es ist aber auch möglich, im Abstand
der Rollenwägen zwei entsprechende Ausnehmungen 19 vorzusehen.
1. Beschlag für eine hängende Schiebetüre eines Kofferaufbaus von Transportfahrzeugen,
welcher Beschlag das Verrücken der Schiebetüre aus der Wandebene des Kofferaufbaus
und das anschließende seitliche Verschieben der Türe vor einem Wandungsteil des Kofferaufbaus
gestattet und zu diesem Zweck mindestens jeweils zwei über/einen Winkel an der Schiebetüre
befestigbare Rollenwägen mit jeweils mindestens zwei Rollen mit horizontaler Achse
aufweist, wobei die Achse der einen Rolle (Laufrolle) senkrecht zur Ebene der Schiebetüre
und die Achse der anderen Rolle (Verrückrolle) parallel zur Ebene der Schiebetüre
verläuft und wobei die Verrückrolle zum Herausrücken der Schiebetüre auf einer Tragefläche
läuft und die Laufrolle beim Herausrücken der Schiebetüre in eine oben offene U-Schiene
einführbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragefläche (2) waagrecht verläuft
und für jeden Rollenwagen (3) jeweils in einem seitlich offenen Aufnahmekasten (1)
angeordnet ist und daß die U-Schiene (4) auf der dem Kofferaufbau (K) zugewandten
Seite eine Ausnehmung (8) für jede Laufrolle (7) aufweist.
2. Beschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens an einem Rollenwagen
(3) auch eine Führungsrolle (11) mit senkrechter Achse angebracht ist, die beim Herausrücken
der Schiebetüre (S) an der Innenseite eines bogenförmigen, am Aufnahmekasten (1) befestigten
Leitstreifens (9) abläuft.
3. Beschlag nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch zwei an der Innenseite der
Schiebetüre (S) im Abstand übereinander zu befestigende Führungsschienen (12) und
eine senkrecht am Kofferaufbau drehbar zu befestigende Verbindungsstange (13), an
deren Enden Distanzfinger (15) befestigt sind, die in jeweils eine der Führungsschienen
(12) eingreifen.
4. Beschlag nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine zweite parallel und im Abstand
von der ersten am Kofferaufbau zu befestigende Verbindungsstange (16) mit Distanzfingern
(17), die mit der ersten durch einen Mechanismus (18) verbunden ist, der eine gleichsinnige
Bewegung der Verbindungstangen (13,16) zwangsläufig herbeiführt.
5. Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in
der U-Schiene (4) mindestens eine Ausnehmung (19) vorgesehen ist, die ein Herausnehmen
eines Rollenwagens (3) aus der U-Schiene (4) und damit ein Abnehmen der gesamten Schiebetüre
(S) ermöglicht, die aber im Normalfall durch eine Abdeckung (20) verschlossen ist.