| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 024 490 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
13.04.1983 Patentblatt 1983/15 |
| (22) |
Anmeldetag: 20.06.1980 |
|
|
| (54) |
Verfahren zum Trennen einer feuerfesten Formmaske von einem Giessereimodell
Method for separating a refractory shell mould from a foundry pattern
Procédé pour séparer un moule à carapace réfractaire en sable aggloméré d'un modèle
de fonderie
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH FR GB IT LI NL |
| (30) |
Priorität: |
20.07.1979 DE 2929397
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
11.03.1981 Patentblatt 1981/10 |
| (71) |
Anmelder: Klöckner-Humboldt-Deutz
Aktiengesellschaft |
|
51149 Köln (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Schönenborn, Christian
D-5000 Köln 80 (DE)
- Jaeger, E., Prof.
D-4020 Mettmann (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Trennen einer feuerfesten Formmaske
von einem Gießereimodell, bei dem die Formmaske durch mechanische und/oder pneumatische
Verdichtung und ggf. durch Wärmeaushärtung an der Oberfläche des Gießereimodells aus
einer feinkörnigen mineralischen Masse mit von einem organischen oder anorganischen
Binder umhüllten Partikeln dargestellt ist und bei dem zwischen dem Gießereimodell
und der Formmaske ein Überdruck erzeugt wird.
[0002] Bei einem bekannten Verfahren (DE-C-1 088 669) der im Oberbegriff des Anspruchs 1
aufgeführten Gattung wird durch eine Druckdifferenz zwischen der Oberfläche und der
Rückseite eines Modells eine dünne Formmaske mittels einer Art Filtriervorgang ausgebildet.
Die Trennung der Formmaske vom Modell erfolgt nach der Aushärtung durch Zuführung
von Druckluft von der Rückseite des Modells her über Perforierungen in dessen Oberfläche.
Durch die Verteilung der Perforierung über die Oberfläche erfolgt beim Aufbringen
der Druckluft beim Trennvorgang zumindest zeitweise eine punktuelle und ungleichmäßige
Belastung der Formmaske. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sich die Perforierungen
beim Herstellvorgang zugesetzt haben und nicht alle gleichmäßig durch die Druckluft
wieder frei werden. Die ungleichmäßige Belastung der Formmaske kann bei spröden Schalen
zum Brechen und bei weichen Schalen zum Verzug führen.
[0003] Es ist weiterhin ein ähnliches Verfahren (DE-B-1 178 575) zur Herstellung einer Formmaske
aus einer trockenen feinkörnigen mineralischen Masse mit einem warmhärtenden, partikelumhüllenden
Binder bekannt, die mittels Preßluft an der Oberfläche eines Gießereimodells zu einer
dünnen Formmaske verdichtet wird. Hierbei erfolgt nach dem Aushärten die Trennung
der Formmaske von der Modelloberfläche mechanisch durch Abhebestifte. Dabei wird die
Formmaske in noch stärkerem Maße punktuell belastet.
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, bei dem
eine ungleichmäßige Belastung der Formmaske beim Trennen vom Gießereimodell vermieden
wird und mit dem bei geringem Aufwand die ausgehärtete Formmaske auf sichere Weise
von der Modelloberfläche entfernt werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der in Rede stehenden Gattung durch die im
Kennzeichen des Anspruchs 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
[0006] Durch die Anwendung dieses Verfahrens erfolgt die Trennung der Formmaske gleichmäßig
von der gesamten Oberfläche des Gießereimodells, unabhängig von dessen Gestalt. Durch
das gleichzeitige Einwirken eines Unterdruckes auf der Oberseite und eines Überdruckes
auf der Rückseite der Formmaske ergibt sich ein gesicherter Ablauf des Trennverfahrens,
da der Unterdruck völlig gleichmäßig einwirkt und der Überdruck einem Ankleben der
Formmaske entgegenwirkt und gleichzeitig verhindert, daß bei schnellem Abheben der
Formmaske an deren Rückseite seinerseits ein Unterdruck entsteht. Da bei dem Trennen
keine punktmäßige Beanspruchung der Formmaske auftritt, können Stabilität, Elastizität
und Porosität der Formmaske mit entsprechender Binder- und Stoffauswahl ohne besondere
Einschränkungen gezielt für die weitere Bearbeitung gewählt werden. Durch eine möglichst
schlagartig an der Formmaske aufgebaute Druckdifferenz löst sich die gesamte Formmaske
auch im Bereich feinster Konturen mit absoluter Sicherheit.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren vereinfacht den Trenn- und Entnahmevorgang.
[0008] Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung verwiesen, in der ein
Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens vereinfacht
dargestellt ist. Die Figur zeigt einen Querschnitt durch ein Gießereimodell mit einem
darauf angeordneten Formkasten.
[0009] Darin ist mit 1 eine Formmaske bezeichnet, die an der Oberfläche eines Gießereimodells
2 in entsprechender Gestalt ausgehärtet ist. Das Gießereimodell 2 weist an seiner
Rückseite einen Raum 3 auf, der einerseits mit einer Vielzahl von gleichmäßig verteilten,
bis hin zur Oberfläche des Gießereimodells 2 reichenden Bohrungen 4 und andererseits
mit einem Druckluftanschluß 5 in Verbindung steht. Auf dem Gießereimodell ist ein
Formkasten 6 angeordnet, der die Formmaske 1 glockenartig umgibt. Das Innere des Formkastens
6 wiederum ist mit einem Unterdruckanschluß 7 verbunden.
[0010] Der Ablauf des mit der Vorrichtung durchgeführten Verfahrens ist folgender:
Nachdem an der Oberfläche des Gießereimodells 2 die dargestellte Formmaske 1 ausgehärtet
ist, wird im Inneren des Formkastens 6 über den Anschluß 7 ein Unterdruck, vorzugsweise
schlagartig, aufgebaut, während über den Anschluß 5, den Raum 3 und die Bohrungen
4 zwischen dem Gießereimodell 2 und der Formmaske 1 zur Erzeugung eines Überdruckes
Luft zugeführt wird. Hierdurch erfolgt die Trennung der Formmaske 1 von dem Gießereimodell
2.
1. Verfahren zum Trennen einer feuerfesten Formmaske (1) von einem Gießereimodell
(2), bei dem die Formmaske (1) durch mechanische und/oder pneumatische Verdichtung
und ggf. durch Wärmeaushärtung an der Oberfläche eines Gießereimodells (2) aus einer
feinkörnigen mineralischen Masse mit von einem organischen oder anorganischen Binder
umhüllten Partikeln dargestellt ist und bei dem zwischen dem Gießereimodell (2) und
der Formmaske (1) ein Überdruck erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, daß an der Oberfläche
der Formmaske (1) ein Unterdruck erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterdruck an der Oberfläche
der Formmaske (1) schlagartig aufgebaut wird.
1. A method of separating a refractory moulded shell (1) from a casting pattern (2),
in which the moulded shell (1) is formed adjacent to the surface of the casting pattern
(2) by mechanically and/or pneumatically compacting, and possibly thermo-setting,
a fine-grained mineral mass the particles of which are encased by an organic or unorganic
binding agent, and in which air pressure above atmospheric pressure is applied between
the casting pattern (2) and the moulded shell (1), characterized in that air pressure
below the atmospheric one is applied at the surface of the moulded shell (1).
2. A method according to claim 1, characterized in that the air pressure below the
atmospheric one at the surface of the moulded shell (1) is applied instantaneously.
1. Procédé pour la séparation d'un masque de moulage réfractaire au feu (1) d'un modèle
de coulée (2), par lequel le masque de moulage (1) est constitué par compactage mécanique
et/ou pneumatique et, le cas échéant, durcissement à la chaleur, sur la surface extérieure
d'un modèle de coulée (2), d'une masse minérale à fine granulation avec des particules
enrobées dans un liant organique ou non organique, et par production d'une surpression
entre le modèle (2) et le masque (1), procédé caractérisé en ce qu'on produit une
dépression sur la face supérieure du masque de moulage (1).
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que la dépression sur la
surface supérieure du masque de moulage (1) est produite par à-coups.