[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines zugfesten Lichtwellenleiters
mit einer auf der Lichtleitfaser befindlichen Kunststoffschicht durch Aufbringen einer
härtbaren Polymer-Vorstufe auf die Lichtleitfaser unmittelbar nach dem Faserziehprozeß.
[0002] Lichtwellenleiter bestehen im wesentlichen aus Lichtleitfasern, die ein solches Brechzahl-Profil
aufweisen, daß eingestrahltes Licht allen Krümmungen folgend in ihnen geführt wird
; sie können deshalb als Übertragungsmedium dienen. Für die optische Nachrichtenübertragung
werden Lichtwellenleiter benötigt, die neben geringen optischen Verlusten auch eine
hohe Zugfestigkeit besitzen. Die heutzutage zur Nachrichtenübertragung verwendeten
Lichtwellenleiter bestehen deshalb aus Glas, einem Material mit einer theoretisch
sehr hohen Zugfestigkeit, die in der Bindungsstärke der Glaskomponenten begründet
ist. Um diese hohe Zugfestigkeit auch in den Glasfasern zu erhalten, werden die Lichtleitfasern
unmittelbar nach dem Ziehprozeß mit einer Schutzschichtaus Kunststoff unmantelt. Die
optimale Schichtdicke des Kunststoffilmes richtet sich nach dessen mechanischen Eigenschaften,
wie E-Modul und Härte, und beträgt im allgemeinen 10 bis 100 µm. Erfahrungsgemäß fuhren
Schichtdicken unter 10 µm zu Verletzungen der Glasoberfläche, die die Zugfestigkeit
der Faser drastisch vermindern.
[0003] Nach der Beschichtung wird die Faser in einem Extrudierprozeß mit einem lose- oder
festsitzenden Kunststoffschlauch umhüllt, um die Lichtleitfasern zusätzlich vor mechanischen
Belastungen zu schützen. Dieser Verkabelungsprozeß setzt voraus, daß die Zugfestigkeit
der Faser nach dem Aufbringen des ersten Schutzfilmes ausreichend hoch ist, und daß
der Erweichungspunkt der Kunststoffschicht oberhalb der im Extruderkopf auftretenden
Temperatur liegt, damit es beim Extrudieren nicht zu einem Ankleben der Lichtleitfaser
am Kunststoffschlauch kommt.
[0004] Bei der Beschichtung von Lichtleitfasern mit Kunststoff - zur Erzielung hoher Zugfestigkeitswerte
und zum Schutz vor mechanischen Beschädigungen - durchläuft die nackte Faser unmittelbar
nach dem Ziehprozeß eine oder mehrere Beschichtungsvorrichtungen, an die sich jeweils
eine Trockenstrecke (Ofen) zur Härtung des Kunststoffes anschließt. Für diese Lackiertechnik
können nichtreaktive Beschichtungsmaterialien, d. h. lösliche Polymere, wie beispielsweise
Celluloseacetat, Polyvinylidenfluorid oder Polyesterimid, verwendet werden (vgl. «
Siemens Forsch.- u. Entwickl.-Ber. •, Band 6, 1977, Nr. 5, S. 314-319, sowie DE-A
27 29 648). Nachteilig bei dieser Technik ist, daß meist nur sehr dünne Schichten
(ca. 5 J.l.m) in einem Beschichtungsvorgang gleichmäßig aufgetragen werden können.
Bei dickeren Schichten reißt der Flüssigkeitsfilm beim Einlauf der Faser in den Härtungsofen
durch die plötzliche Viskositätserniedrigung und das Material fließt, bevor die Härtung
einzetzt, an der Faser entlang, was eine ungleichmäßige Beschichtung zur Folge hat
(sogenannter Perlenschnur-Effekt). Für ausreichend dicke Schutzschichten sind deshalb
zwei oder mehrere Beschichtungsvorgänge erforderlich.
[0005] Auch bei reaktiven Beschichtungsmaterialien, wie beispielsweise Epoxidharze (vgl.
« Siemens Forsch.-u. Entwickl.-Ber. », Band 7, 1978, Nr. 3, S. 158-165), die bislang
lösungsmittelfrei zur Anwendung gelangen, können bei thermischer Härtung in einer
Beschichtung nur dünne Schichten gleichmäßig aufgetragen werden. Bei Verwendung thermisch
vernetzbarer Polysiloxane erreicht man pro Beschichtungszyklus zwar eine Dicke von
ca. 30 µm, eine solche Schutzschicht ist jedoch sehr weich und leicht verletzbar,
weshalb auch hier im allgemeinen ein zweiter Beschichtungsvorgang erforderlich ist.
[0006] Alternativ zu den genannten thermisch härtenden Systemen werden in neuerer Zeit auch
UVvernetzbare Epoxidacrylate als Beschichtungsmaterial eingesetzt (US-Patentschrift
4099837). Dabei befindet sich auf der Glasfaser ein Polymerisierungsprodukt eines
Gemisches von Polymer-Vorstufen, die durch Umsetzung von Acrylsäure mit einer Mischung
eines aliphatischen und eines aromatischen Diglycidyläthers erhalten werden. Bei derartigen
Systemen sollen in einem Beschichtungsvorgang zwar Schichtdicken von 20 bis 50 µm
erreicht werden, ungeklärt ist derzeit allerdings noch das Alterungsverhalten der
genannten Materialien und deren Einfluß auf die statische Ermüdung der Lichtleitfasern.
[0007] Aus der US-A-4125 644 ist ein Verfahren zur Herstellung von Überzügen auf optischen
Glasfasern bekannt, bei dem die Glasfasern in ein Bad eines flüssigen härtbaren Beschichtungsmaterials
eingetaucht werden. Das Beschichtungsmaterial besteht aus einem äthylenisch ungesättigten
Polyen, das wenigstens zwei reaktive ungesättigte C-C-Bindungen pro Molekül aufweist,
und einem Polythiol mit wenigstens zwei Thiolgruppen pro Molekül ; dabei müssen insgesamt
aber mehr als vier funktionelle Gruppen vorhanden sein. Bei diesem bekannten Verfahren
kann nur durch Strahlung gehärtet werden (UV-Strahlung oder energiereiche ionisierende
Strahlung), nicht aber thermisch. Darüber hinaus kann bei diesem Verfahren die Viskosität
des Beschichtungsbades nur in relativ engen Grenzen variiert werden, und zwar über
die Temperatur. Dabei sind aber einerseits nur Temperaturen bis 90 °C erlaubt, wobei
im allgemeinen jedoch bei Raumtemperatur gearbeitet wird, und andererseits muß die
Temperatur sehr genau eingestellt werden, um Schwankungen in der Viskosität zu vermeiden,
die zu Schichtdickenschwankungen führen würden. Bei diesem Verfahren kann es deshalb
auch erforderlich sein, die Kunststoffbeschichtung in mehreren aufeinanderfolgenden
Verfahrensschritten aufzubringen.
[0008] Aus der FR-A-2400719 ist ein Verfahren zur Herstellung optischer Lichtleitfasern
aus einem Faserrohling bekannt, bei dem die optische Faser aus dem Rohling gezogen
und unmittelbar nach dem Ziehen mit einem Überzug versehen wird, und zwar mittels
einer Zusammensetzung, die aus einem modifizierten 1,2-Additionspolybutadien und einem
organischen Lösungsmittel besteht ; anschließend wird der Überzug bei einer Temperatur
von 150 bis 350 °C getrocknet oder gehärtet. Bei diesem Verfahren ist also nur eine
thermische Härtung möglich. Darüber hinaus unterliegt bei diesem Verfahren die Härtungstemperatur
einer wesentlichen Beschränkung, denn es sind nur Härtungstemperaturen zwischen 150
und 350 °C erlaubt ; daraus resultieren aber relativ lange Herstellungszeiten.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art zur Herstellung
eines zugfesten Lichtwellenleiters, wobei eine härtbare Polymer-Vorstufe verwendet
wird, weiter zu verbessern. Insbesondere soll erreicht werden, daß das Beschichtungsmaterial
gegenüber der Glasoberfläche und gegen korrosive Umwelteinflüsse chemisch beständig
ist, gut auf der Faseroberfläche haftet, die optischen Eigenschaften der Lichtleitfasern
im Temperaturbereich von - 50 bis + 80 °C nicht beeinflußt und schnell zu glatten,
klebfreien Schichten mit gleichmäßiger Dicke härtet, auch bei hohen Faserabziehgeschwindigkeiten
; dabei sollen relativ dicke Schichten in einem Beschichtungsvorgang erzeugt werden.
[0010] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß auf die Lichtleitfaser als Polymer-Vorstufe
aus einer Lösung ein oligomeres und/oder polymeres Polyadditions- oder Polykondensationsprodukt
aus einer zwei für Additions- bzw. Kondensationsreaktionen geeignete Carboxyl-, Carbonsäurechlorid-,
Amino-, Isocyanat- oder Hydroxyl-gruppen tragenden carbocyclischen oder heterocyclischen
Verbindung und einem Diamin, einem Diisocyanat, einem Bis-Säurechlorid oder einer
Dicarbonsäure aufgebracht wird, wobei die cyclischen Kettenglieder der Polymer-Vorstufe
über Brücken mit Amidpartialstrukturen verbunden sind und die carbocyclische bzw.
heterocyclische Verbindung in Nachbarstellung zu den für Additions- bzw. Kondensationsreaktionen
geeigneten Gruppen teilweise Ester-, Amid-, urethan- oder Harnstoffgruppierungen besitzt,
die gegebenenfalls ungesättigt sind, und daß nachfolgend mit aktinischem Licht bestrahlt
und/oder thermisch behandelt wird, wobei die Polymer-Vorstufen in Polyimide, Polyisoindolochinazolindione,
Polyoxazindione, Polychinazolindione oder Polyoxazinone übergeführt werden.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren bietet insbesondere folgende Vorteile :
- ausreichend dicke und klebfreie Schutzschichten mit einer gleichmäßigen Dicke von
etwa 20 bis 25 J.l.m;
- hohe Temperaturbeständigkeit der Schutzschicht, nämlich bis zu ca. 400 °C ;
- gute Haftung der Schutzschicht auf der Faseroberfläche;
- geringer Verlust an Lösungsmittel durch einen hohen Feststoffanteil der Lösung ;
- selbstverlöschende Eigenschaften der Schutzschicht.
[0012] Beim erfindungsgemäßen Verfahren durchläuft die Lichtleitfaser - zum Aufbringen der
Kunststoffschicht - unmittelbar nach der Ziehzone eine Beschichtungsküvette, die mit
löslichen oligomeren bis polymeren, polyfunktionellen Vorstufen eines hochwärmebeständigen
Polymeren gefüllt ist. Die cycloaliphatischen, aromatischen oder heterocyclischen
Kettenglieder dieser Vorstufen sind über Brücken mit Amidpartialstrukturen verbunden.
Die Vorstufen besitzen darüber hinaus, benachbart zu den Brückengliedern, Ester-,
Amid-, Urethan- oder Harnstoffgruppen, die vorzugsweise ungesättigter Natur sind.
Derartige Verbindungen haben den Vorteil, daß sie sich, vorzugsweise durch Vernetzung,
rasch verfestigen. Die Verfestigung erfolgt durch eine thermische Behandlung oder
durch Bestrahlung mit aktinischem Licht. Durch Zusatz von monomeren und/oder oligomeren
mono- oder polyfunktionellen Additiven kann die Vernetzung - durch thermische Behandlung
oder durch Bestrahlung - noch weiter beschleunigt bzw. verstärkt werden. Neben einer
möglichen Vernetzung erfolgt durch die thermische Behandlung insbesondere eine Cyclisierung,
wodurch hochwärmebeständige Polymere, wie Polyimide, gebildet werden.
[0013] Als Lösungsmittel für die Polymer-Vorstufen kann vorteilhaft. Dimethylacetamid oder
n-Methylpyrrolidon gewählt werden ; allgemein kommen polare organische Lösungsmittel
in Betracht. Durch geeignete Wahl der Vorstufe lassen sich in der Lösung Feststoffanteile
bis zu 75 % erreichen, d. h. wesentlich höhere Konzentrationen als bei den sonst üblichen
Lacksystemen vergleichbaren Aufbaus, bei denen der Feststoffgehalt lediglich ca. 20
% beträgt. Im Gegensatz beispielsweise zu den bekannten Polyesterimiden neigen nämlich
die beim erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Polymer-Vorstufen nicht zur Assoziation,
so daß hohe Konzentrationen und hohe Schichtstärken erreicht werden können.
[0014] Als weiterer Vorteil kommt beim erfindungsgemäßen Verfahren hinzu, daß beim Einlaufen
des Faser in den Trockenofen der Flüssigkeitsfilm auf der Faser durch die rasche Härtung
der Vorstufe stabilisiert wird, wodurch ein Fließen und der daraus resultierende Perlenschnur-Effekt
vermieden wird. Nach Durchlaufen der Trockenstrecke ist die Verfestigung abgeschlossen
und das Lösungsmittel vollständig verdampft.
[0015] Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens können somit - durch einmaligen Auftrag
- in rationeller Fertigung gleichmäßige, dicke Schutzschichten erzeugt werden, die
eine hohe Wärmeformbeständigkeit, hohe chemische Resistenz und mechanische Festigkeit
sowie Schwerbrennbarkeit aufweisen. Bei diesem Verfahren können - zur Vernetzungsbeschleunigung
- ferner vorteilhaft Verbindungen wie ungesättigte s-Triazine (für die thermische
Vernetzung), beispielsweise Triallylcianurat, und Maleinimide (für die Strahlenvernetzung)
eingesetzt werden. Darüber hinaus können auch Vernetzungsinitiatoren, wie Azo-bis-iso-butyronitril,
Dibenzoylperoxid und aromatische Diazide, sowie Sensibilisatoren, wie Michlers Keton,
Verwendung finden. Vorteilhaft können die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Lichtwellenleiter ferner noch mit einer Gleitschicht versehen werden (vgl. dazu DE-A
27 29 648).
[0016] Die beim erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Polymer-Vorstufen weisen im allgemeinen
folgende Struktur auf :

[0017] In den Formeln (1) und (2) bedeutet n eine ganze Zahl von 2 bis etwa 100 und m ist
0 oder 1.
[0018] Für R, R
1, R
2 und A gilt folgendes :
R ist ein - gegebenenfalls halogenierter - zumindest partiell aromatischer und/oder
heterocyclischer tetravalenter, d.h. tetrafunktioneller Rest, bei dem jeweils zwei
Valenzen in Nachbarstellung zueinander angeordnet sind ; weist der Rest R mehrere
aromatische und/oder heterocyclische Strukturelemente auf, so befinden sich die Valenzpaare
jeweils an endständigen derartigen Strukturelementen ;
R1 ist ein - gegebenenfalls halogenierter - divalenter, d. h. difunktioneller Rest aliphatischer
und/oder cycloaliphatischer, gegebenenfalls Heteroatome aufweisender, und/oder aromatischer
und/ oder heterocyclischer Struktur ;
R2 ist ein - gegebenenfalls substituierter - über eine Carbonsäureester-, Carbonsäureamid-,
Urethan- oder Harnstoffgruppe gebundener Alkyl-, Alkoxyalkyl-, Alkenyl- und/oder Arylrest
oder ein - gegebenenfalls substituierter - (meth)acrylgruppenhaltiger Rest ;
A bedeutet ―0― oder ―NH―.
[0020] Für die weiteren Reste gilt :
Z = H oder Alkyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen,
Z1 = Alkyl mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen oder Aryl,
Z2 = Aryl oder Heteroaryl, und








wobei q = 2 bis 14 und r = 2 bis 18, und Z1 und Z2 wie vorstehend definiert sind.






und

wobei p = 0 oder 1, q = 2 bis 14 und r = 2 bis 18, und Z1 wie vorstehend definiert ist ;




und

wobei Z, Z1 und Z2 wie vorstehend definiert sind.



dabei ist s = 2 bis 16 und t = 0 bis 4 ; fur die weiteren Reste gilt :

Y2 =―H und ―CH3,
R3 = Alkyl, Alkenyl und Aryl, und
R4 = Alkyl mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen.
[0021] Verbindungen der vorstehend beschriebenen Art, und zwar solche, die - über Carbonsäureestergruppierungen
gebundene - strahlungsreaktive Gruppen aufweisen, sind an sich aus den deutschen Patentschriften
2308830, 24 37 348 und 24 37 422 bekannt. Sie dienen dort zur Herstellung von aus
hochwärmebeständigen Polymeren bestehenden Reliefstrukturen. Bei dieser Art der Anwendung,
die auf einem ganz anderen technischen Gebiet liegt, geht es im wesentlichen darum,
daß sich unbestrahlte und bestrahlte Bereiche von Folien und Schichten, die aus Polymer-Vorstufen
hergestellt werden, in chemischer Hinsicht unterschiedlich verhalten, d. h. ein unterschiedliches
Löslichkeitsverhalten aufweisen. Eine derartige Eigenschaft ist bei der Herstellung
von zugfesten Lichtwellenleitern aber nicht relevant. Die DE-C-2 308 830 vermag dem
Fachmann deshalb auch keinerlei Anregungen hinsichtlich des Einsatzes der bekannten
Polymer-Vorstufen bei der Herstellung von Kunststoffüberzügen für Lichtleitfasern
zu vermitteln.
[0022] Wie bereits erwähnt, unterliegen beim erfindungsgemäßen Verfahren die Polymer-Vorstufen
bei der thermischen Behandlung einer Cyclisierung, wobei hochwärmebeständige Polymere
gebildet werden. Aufgrund der speziellen Auswahl der Vorstufen werden dabei folgende
Polymersysteme erhalten : Polyimide, einschließlich Polyamidimide und Polyesterimide,
Polyisoindolochinazolindione, Polyoxazindione, Polychinazolindione und Polyoxazinone.
[0023] Anhand von Ausführungsbeispielen soll die Erfindung noch näher erläutert werden.
Beispiel 1
[0024] Aus Pyromellithsäuredianhydrid, ß-Hydroxyäthylmethacrylat und 4,4'-Diaminodiphenyläther
wird - gemäß der DE-C-2 437 348 - ein Polyamidocarbonsäureester mit einer Viskositätszahl
von 21 hergestellt. 50 Gewichtsteile dieses Polyamidocarbonsäureesters werden in 50
Volumenteilen Dimethylacetamid gelöst und unter Druck durch ein 5 µm-Filter filtriert.
Anschließend wird die Lösung in eine Küvette mit einem Kapillardurchmesser von 180
µm gegeben. Durch diese Küvette wird eine 125 µm starke Glasfaser mit einer Geschwindigkeit
von 10 m/min gezogen. Die mit der Lösung der Polymer-Vorstufe behaftete Glasfaser
passiert dann zunächst einen Trockenofen mit einer Temperatur von ca. 600°C und anschließend
eine Heizstrecke mit einer Temperatur von ca. 400 °C. Die auf diese Weise erhaltene
Lichtleitfaser weist einen gleichmäßigen Kunststoffüberzug aus Polyimid mit einer
Schichtstärke von ca. 20 µm auf.
Beispiel 2
[0025] 50 Gewichtsteile eines - entsprechend DE-C 2437348 - aus Pyromellithsäuredianhydrid,
ß-Hydroxyäthylmethacrylat und 4,4'-Diaminodiphenylmethan hergestellten Polyamidocarbonsäureesters
mit einer Viskositätszahl von 18 werden zusammen mit 2 Gewichtsteilen N-Phenyl-maleinimid
und 1 Gewichtsteil Michlers Keton in 55 Volumenteilen N-Methylpyrrolidon gelöst. Diese
Lösung wird unter Druck durch ein 5 µm-Filter filtriert und entsprechend Beispiel
1 auf eine Glasfaser mit einem Durchmesser von 125 µm aufgebracht. Anschließend an
die Beschichtungsküvette passiert die mit der Lösung der Polymer-Vorstufe behaftete
Glasfaser eine zentrisch angeordnete UV-Lichtstrecke (mit drei 500 Watt-Quecksilberhöchstdrucklampen)
und wird dann durch einen Ofen mit einer Temperatur von ca. 500 °C geführt. Auf diese
Weise wird eine gleichmäßige Beschichtung mit einer Dicke von ca. 25 µm erhalten.
Beispiel 3
[0026] Gemäß der DE-C 23 08 830 wird aus Pyromellithsäuredianhydrid, Allylalkohol und p,p'-Diamino-
diphenylmethandiisocyanat ein Polyamidocarbonsäureester hergestellt. 30 Gewichtsteile
dieser Polymer-Vorstufe werden zusammen mit 4 Gewichtsteilen Triallylcyanurat in 30
Volumenteilen Dimethylacetamid gelöst und die Lösung wird unter Druck durch ein 5
µm-Filter filtriert. Nach der Beschichtung gemäß Beispiel 1 und einer thermischen
Behandlung bei einer Temperatur von ca. 600 °C wird eine Lichtleitfaser mit einer
gleichmäßigen Kunststoffbeschichtung von ca. 19 µm erhalten.
Beispiel 4
[0027] Werden dem Gemisch nach Beispiel 3 vor der Filtration 0,5 Gewichtsteile Azo-bis-isobutyronitril
zugesetzt, so wird - bei einem entsprechenden Vorgehen - eine gleichmäßige Kunststoffbeschichtung
mit einer Stärke von ca. 22 µm erhalten.
Beispiel 5
[0028] 20 Gewichtsteile einer Polymer-Vorstufe aus Pyromellithsäuredianhydrid, Allylalkohol
und 2,4-Diaminopyridin gemäß DE-C 23 08 830 werden zusammen mit 2 Gewichtsteilen N,N'-Bis-(2,4-diallyloxy-s-triazin-6-yl)-diaminoäthan
in 25 Volumenteilen N-Methylpyrrolidon gelöst und filtriert (5 µm-Filter). Nach der
Beschichtung in der vorstehend in Beispiel 1 beschriebenen Weise und einer thermischen
Behandlung bei ca. 600 °C wird eine gleichmäßige Kunststoffbeschichtung mit einer
Dicke von ca. 21 J.l.m erhalten.
1. Verfahren zur Herstellung eines zugfesten Lichtwellenleiters mit einer auf der
Lichtleitfaser befindlichen Kunststoffschicht durch Aufbringen einer härtbaren Polymer-Vorstufe
auf die Lichtleitfaser unmittelbar nach dem Faserziehproseß, dadurch gekennzeichnet,
daß auf die Lichtleitfaser als Polymer-Vorstufe aus einer Lösung ein oligomeres und/oder
polymeres Polyadditions- oder Polykondensationsprodukt aus einer zwei für Additions-
bzw. Kondensationsreaktionen geeignete Carboxyl-, Carbonsäurechlorid-, Amino-, Isocyanat-
oder Hydroxylgruppen tragenden carbocyclischen oder heterocyclischen Verbindung und
einem Diamin, einem Diisocyanat, einem Bis-säurechlorid oder einer Dicarbonsäure aufgebracht
wird, wobei die cyclischen Kettenglieder der Polymer-Vorstufe über Brücken mit Amidpartialstrukturen
verbunden sind und die carbocyclische bzw. heterocyclische Verbindung in Nachbarstellung
zu den für Additions- bzw. Kondensationsreaktionen geeigneten Gruppen teilweise Ester-,
Amid-, Urethan- oder Harnstoffgruppierungen besitzt, die gegebenenfalls ungesättigt
sind, und daß nachfolgend mit aktinischem Licht bestrahlt und/oder thermisch behandelt
wird, wobei die Polymer-Vorstufen in Polyimide, Polyisoindolochinazolindione, Polyoxazindione,
Polychinazolindione oder Polyoxazinone übergeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich monomere und/oder
oligomere mono- oder polyfunktionelle Vernetzungsbeschleuniger verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Lösungsmittel
Dimethylacetamid oder N-Methylpyrrolidon verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf die
Kunststoffschicht eine Gleitschicht aufgebracht wird.
1. A process for the production of a tension-proof light waveguide having a synthetic
resin layer, present on the light-conducting fibre, by the application of a hardenable
pre-polymer to the light conducting fibre immediately after the fibre-drawing process,
characterised in that as a pre-polymer, there is applied from solution to the light-conducting
fibre, an oligomeric and/or polymeric polyaddition or polycondensation product from
a carbocyclic or heterocyclic compound containing two carboxyl, carboxylic acid chloride,
amino, isocyanate, or hydroxyl groups, which are suitable for addition or condensation
reactions, and a diamine, a diisocyanate, a bis-acid chloride, or a dicarboxylic acid,
wherein the cyclic chain members of the pre-polymer are connected by bridges having
partial amide structures, and the carbocyclic or heterocyclic compound, in a neighbouring
position relative to the groups suitable for addition or condensation reactions, partially
has ester, amide, urethane or urea groupings which are unsaturated, if necessary ;
and that irradiation with actinic light and/or thermal treatment is subsequently carried
out, the pre-polymers being converted to polyimides, polyisoindoloquinazolindiones,
polyoxazin- diones, polyquinazolindiones, or polyoxazinones.
2. A process according to Claim 1, characterised in that monomeric and/or oligomeric
mono- or polyfunctional cross-linking accelerators are additionally used.
3. A process according to Claim 1 or Claim 2, characterised in that dimethylacetamide
or N-methylpyrrolidone is used as a solvent.
4. A process according to one of Claims 1 to 3, characterised in that a sliding layer
is applied to the synthetic resin layer.
1. Procédé de fabrication d'un guide d'onde optique résistant à la traction, avec
une couche de matière plastique se trouvant sur la fibre optique, par dépôt d'un précurseur
de polymère durcissable sur la fibre optique immédiatement après le processus de tirage
de la fibre, caractérisé en ce qu'il consiste à déposer sur la fibre optique, à partir
d'une solution et à titre de précurseur de polymère, un produit polymère de poly-addition
ou de polycondensation, constitué d'un composé carbocyclique ou hétérocyclique portant
deux groupes carboxyle, chlorure d'acide carboxylique, amino, isocyanate, ou hydroxy
qui conviennent pour des réactions d'addition et de condensation et d'une diamine,
d'un diisocyanate. d'un bis-chlorure d'acide, ou d'un acide dicarboxylique, les chaînons
cycliques du précurseur de polymère étant reliés aux structures partielles amido par
l'intermédiaire de ponts, et le composé carbocyclique ou hétérocyclique ayant, en
position adjacente aux groupes qui conviennent pour des réactions d'addition et de
condensation, des groupements ester partiel, amide, uréthanne, ou urée, éventuellement
insaturés et à irradier ensuite, par de la lumière actinique et/ou à traiter thermiquement,
les précurseurs de polymère étant transformés en polyimide, en polyisoindoloquinazolinedione,
en polyoxazinedione, en polyquinazo- linedione ou en polyoxazinone.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'il consiste à utiliser,
en plus, des accélérateurs de réticulation monomères et/ou oligomères monofonctionnels
ou polyfonctionnels.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il consiste à utiliser
comme solvant du diméthylacétamide ou de la N-méthylpyrrolidorie,
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il consiste
à déposer sur la couche de matière plastique une couche de glissement.